Nr. 145 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamiiien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der B rüh l'fchen Unwerf.-Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernsprechanschluß Nr. 51. Dienstag 584. Juni 1003 152. Jahrgang Zweites Blatt. Bezugspreis: monatlich 75 Pf., mertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": Eurt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Eiehener Anzeiger ’U' General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen reichste Verbreitung. Die Redaktion des Gießener Anzeigers. Abonnements-Einladung. Der bevorstehende Quartalswechsel giebt uns Veranlassung, zum Abonnement auf den täglich erscheinenden Gieszene^ Anzeigen M seinen Beiblättem „Gießener Familienblätter' und „Hessischer Landwirt" einzuladen und zu bitten, zur Vermeidung jeder Unterbrechung in der Zusendung die Bestellungen bei den Kaiser!. Postanstalten, den Briefträgern, in unserer Expedition oder unseren Zweigstellen möglichst umgehend anzumelden. nx k- Unser Programm bleibt das bisher bewährte. Der Gieß. Anz. will ein Blatt sein für alle Kreise des Volkes in Stadt und Land; er will a^n öffentlichen Lebnes Rechnung tragen, allen gesunden Ideen den Weg bereiten helfen und durch eine sorgfältige Auswahl und Bearbeitung des Lesestoffes, du^> sachliche, ter ensch sE- lose Erörterung aller Tagesfragen sich Hausrecht suchen in allen Familien, die Interesse haben an der Gestaltung der Dinge un Reich, im Staat und m der Gemeinde. Der Gießener Anzeiger wird demgemäß im politischen Teile wie bisher in selbständiger Arbeit und unterstützt durch Eigene Berliner und Darmst parlamentarische Mitarbeiter ein erschöpfendes Spiegelbild aller Ereignisse geben, die sich auf dem Gebiete der Landes-, Reichs- und Auslands-Politik absMen und hierdurch wie durch möglichste Ausnutzung aller Hilfsmittel der modernen Journalistik das Ansehen und die Stellung zu behaupten wisien, die er m der hessischen Presse m den letzten Jahren sich erworben hat und die seiner Stimme Beachtung im ganzen Lande gesichert haben. „ , , ’ 1tnh Im lokalen nnd provinziellen Teile wird der Gießener Anzeiger fortfahren in vorurteilsfreier und unabhängiger sachgemäßer Erörterung aller Vorkommnisse, und auch gelegentlich seine Meinung rückhaltlos aussprechen, wo er es für geboten hält, wird auch weiter den weiten Vorrang vor allen oberhessischen Blattern behaupten, n er m der Schnelligkeit, Ausführlichkeit und Reichhaltigkeit auch der Berichterstattung aus Stadt und Land besitzt, und es sich angelegen sem lasten, nach> wre vor gemeinnützigen Bestrebungen nach Kräften Unterstützung und Förderung zu leihen. Eine große Anzahl ständiger Mitarbeiter m allen, größeren^Orten der Provas un umliegenden Landstriche sorgt für schnelle Uebermittelung aller Ereignisse, die Anspruch auf allgemeines Interesse haben Ueber den ganzen Dsttrlkt zwischen Kögelsberg, Taunus Odenwald und Westerwald verzweigt sich ein weites Netz von Korrespondenten, das eine so reichhaltige Ausgestaltung dieses veiles des Gieß. 2lnz. verbürgt, wie kem anderes ^latt m Wissenschaft und Litteratur haben im Gieß. Anz. längst eine besonders liebevolle Pflanz- und Pflegestätte gefunden. Sie werden auch ferner, ihrer Bedeutung für das öffentliche Leben und den geistigen Fortschritt entsprechend, unter Mithilfe zahlreicher Kapazitäten berücksichtigt werden. budemhatder^Gwß. ^' stch auch hervorragende Mitarbeiter auf dem Gebiete der Unterhaltung gesichert, wie sie bte Gießener Familienblätter pflegen, die langst die beliebteste Famckren-^ekture m gang Oberhessen bUden^^ Landwirtschaft Oberhessens bemühen wir uns gleichfalls in ausgedehntem Maaße zu dienen. Wir dürfen uns gerade rn dieser Richtung der ständigen Mitarbeit der vorzüglichsten oberhessischen Fachmänner rühmen. Unsere Originalberichte von der Mannheimer Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgellschaft fanden lebhafte Anerkennung weit über die Grenzen unseres großen Verbreitungsgebietes hinaus Der Handelsteil ist in der letzten Zeit wiederum um ein wesentliches umfang- und inhaltsreicher geworden. Er bemüht sich durch immer ausgebreitete Nachrichtendienst unausgesetzt nm die Pflege der Interessen von Handel, Verkehr und Gewerbe. Telegraphische Berichte aus Frankfurt orientieren täglich über die Dichügst^Kurse.^^ ^n oer hessisch-thüringischen Lotterie werden nach wie vor vollständig am Tage nach der Ziehung veröffentlichst Der „Gießener Anzeiger" ist das Amtsblatt der Staats- und städtischen Behörden. Anzeigen jeder Art finden in ihm bte denkbar weiteste und erfolg* Kam sächsischen Thronwechsel. Dresden, 23. Juni. Kaiser Wilhelm und Kaiserin Auguste Viktoria sind heute um acht Uhr abends eingetroffen und auf dem Bahnhofe vom König Georg und dem Kronprinzenpaar empfangen worden. Vorher war hier der Kaiser Franz Josef bereits angelangt. Gr hatte vorher den König telegraphisch ersucht, von einem offiziellen Empfang abzusehen. König Georg hatte aber zurücktelegraphiert, daß er es sich nicht nehmen lassen wolle, den besten Freund seines verstorbenen Bruders persönlich zu empfangen. Vom Schloß aus begab sich der Kaiser in die Kirche, wo er einen prachtvollen Kranz niederlegte, der auf schwarzseidenen Schleifen in goldenen Buchstaben die Inschrift trug: „In Freundschaft. Franz Joses." Ferner trafen hier em die Großherzoge von Baden von Mecklenburg und Oldenburg, Erbprmz von Sachsen-Meiningen mit Gemahlin, Großfürst AleM von Rußland Prinz Paribatra von Siam, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Prinz Heinrich der Niederlande, der Herzog von Schonen, Herzog Robert von Württemberg, Erzberzoa Leopold Ferdinand von Oesterreich-Toscana, Erbprinz Reuß i L. Heinrich XXVII., Herzog Adolf Friedrich zu MeÄenburg-StreliH, Marquis de Noailles als Vertreter er frcmzöftschen RepEik, Kapitän-Leutnant von Egidy als Vertte^r des Prinzen Heinrich von Preußen, der Chef der Marinestation der ittordsee Admiral von Thomsen als Vertreter der kaiserlichen Marine, ein Vertreter der Stadt Ham- bura eine Deputation des Bundesrats, an der Spche der ^Um^S Uhr ^ÄdE°Sgte^''dienliche Beisetzung fiPÄ ^wiaten Königs in der tatholijchen Hoftcrche. Zwischen bremwnden ^Kcuideladern und Wachsstöcken und Wachsfackeln wa? der mit rotem Sammt ausgefchlagene ^rg unter ^ ?^wa zen 'Baldachin aufgebahrt. Die Kirche war toroatü MägeUkg™- 3m Schiff der Nrche versammelten divlomaNjchL Korps und bte hier eingetroffenen fid) 00^1^ Gesandtschaften, ferner die Mitglieder des ÄäratÄe WWn ^inlfter, Hof- und Staats- und Offiziere, die Präsidenten und Mitglieder der eam - bie ^er eingetroffenen fremden ^irtersabordnungen der Regimenter des verewigten Was Vertret^ der Stadt Dresden und der Dresdener lÄetiW um 9 Uhr erschienen unter grotzem in langem Zuge die Fürstlichkeiten, König Georg und bie^!ächsiichen^rnzen, der Kaiser und Karser Franz Joses von Werreich und die übrigen hier eingetrofsenen Mrst- lirbkeiten In zwei Logen innerhalb der Mtarnrsche nahmen hTÄÄU dL Kaiserin und die Prinzessinnen des k»niolicken faches Platz. Hosprediger Obertonsistorialrat R.endl» aab in Mngerer RLdi ein Lebensbild des Königs. Zer Kaiser und die Kaiserin, sowie Karser Franz Joses £ Oesterreich sind um 10 Uhr 40 Minuten wieder ab- ^"«s^ verlautet, daß im Ministerium der Erlaß einer otlaemeinen Amnestie des neuen Königs ausgear- beitä wird Tie Betanntgebung dersewen^ soll erst nach Ab aus d7r Laildestrauer ersolgem - Konlß Wert I-tzte letztwillig etwa IV- M i l l i o n e n L e g a t c sur Wohlthatig- kcits- und religiöse Zwecke au^>. Der sächsische Landtag wird erst am 3. Juli zu einer furzen außerorbentlichen Sitzung zusammeutreten, mu bte Apanagen für ben König, ben Kronprinzen und bie Königin-Witwe zu bewilligen. Außerbem wirb die Ständeversammlung bie Urkunde annehmen, welche bie eidesstattliche Versicherung des Königs auf bie Verfassung enthält. Tie Gesamtzahl ber schweren Unfälle während der drei Trauertagen beträgt lo7, darunter drei Tote. Politische Tagesschau. EiseubahN'Mmister Budde. Generalmajor a D. Budde ist also, wie wir gestern nachmittag bereits durch Extrablatt bekannt gaben, Nachfolger des Herrn v. Thielen geworden. Ter Kaiser hat oie Ernennung dem demissionierenden Minister selbst mitgetcilt. Diesmal erfolgt eine Ausnahme von der Regel: Herr Budde war alsbald nach dem Auftauchen der Meldung von dem Personenwechsel im Ministerium der öffentlichen Arbeiten als der „kommende Mann" bezeichnet worden. Bisher aber war es in solchen Fällen fast immer ein anderer, auf ben die Wahl des Monarchen fiel, als ber „Kandidat der Presse". Der Kaiser liebt bekanntermaßen solche Voraussagen nicht. Die preußisch-hessische Gisenbahn- verwaltung wird hoffentlich mit dem neuen Chef gut fahren. Wir setzen weitreichende Hoffnungen auf ben Minister, bem ber Ruf rüstiger Thatkraft vorausaeht, und ber, soeben noch Leiter eines großen industriellen Betriebes, bie Interessen bes Publikums zu schützen haben wird. Buddes Berufung bietet übrigens eine gewisse Garantie dafür, daß die preußischen Kanalpläne nur aufgeschoben nicht aufgehoben sind. Die alten und die jungen Offiziere. Im preußischen Herrenhaus hat jüngst Graf v. Kospoth ersichert, daß in ben Offizierkorps jetzt bedeutend weniger getrunken werde als früher. Gegen diese Aeußerung legt eine Zuschrift Verwahrung ein, die ein „alter Soldat und Offizier" aus Wiesbaden dem sozialdemokratischen „Vorwärts" (?) sendet. Er schreibt: Darin liegt eine gröbliche Beleidigung aller älteren Offiziere. Denn es wird dadurch die Behauptung aufgestellt, daß wir älteren Offiziere, wir, die die siegreichen Feldzüge von 1864, 1666, 1870—71 bestanden, bedeutend mehr getrunken haben als die jetzige jüngere Generation. Was letztere in dieser Beziehung treibt, darüber dringt hin und wieder durch blutige Vorgänge bei „Liebesmahlen" etwas in die Oeffentlichkeit. Wenn behauptet wird, wir älteren hätten bedeutend mehr getrunken, so liegt darin ein Vorwurf, den wir nicht auf uns sitzen lassen können und gegen den ich mir un Namen vieler Kameraden zu protestieren erlaube. ________ Die Mommsenbewegung hat in der Müncheuer Abgeordnetenkammer zu einer stürmischen Kulturkampfdebatte geführt. Ter Zeutrumsabg. Domkapitular Tr. Pichler eiferte gegen Mommsen und Hanrack, mehr aber noch gegen Luther. Aus diesem Teile feiner Rede heben wir einen Abschnitt hervor: Sollen wir die Vielweiberei einführen, bie Dr. Mar- tinus Luther und acht seiner Gefährten dem Landgraf e n P h ilip P von He ssen gestattet haben? (Abg. Nißler: Gvoßprftg! Ruse rechts: Wer wahr!) Ist daA nicht unbestreitbare, historische Thatsache? (Wg. Nißler: Wir berufen uns nicht auf Luther.) Am 4. Diärz 1540 ist ber Landgraf Philipp von Hessen mit Margarethe von der Saale unter Beistand des Hofpredigers Melander kirchlich getraut worden mit Luthers Dispens. Zu der lebenden Frau hat man chm gestattet, eine zweite zu nehmen. (Abg. Nißler: Petrus hat den Herrn auch dreimal verleugnet und ist doch im Himmel!) Es ist bekannt, welche Mühe sich» Luther gegeben hat, um bie Sache geheim zu halten, und wie unglücklich er war, daß bie Sache von Philipp offen gesagt würbe. Er hat PhilipP^ ben Rat gegeben und fein Bebauern barüber ausgesprochen, baß der Landgraf nicht eine starke Lüge thun könne, das fei ja nichts als eine NoMge, eine »tutzlüge usw., solche Lügen seien nicht wider Gott. (Dr. Cassel- mann: Windthorst! Lachen und Widerspruch rechts. Dr. v. Daller: Der ist auch kein Reformator gewesen. Große Heiterkeit rechts.) Deutsches Mich. Berlin, 23. Juni. Der Kaiser hat gestern den bisherigen Minister der öffentlichen Arbeiten v. Thielen empfangen und das A b s ch i e d s ge s u ch desselben unter Bekundung der lebhaften Anerkennung für die Amtsführung des Ministers genehmigt. Der Kaiser überreichte Herrn v. Thielen den Schwarzen -Adlerorden und teilte ihm zugleich mit, daß General-Major a. D Budde zu feinem Nachfolger bestimmt fei. Herr v. Thielen nahm daraus an der kaiserlichen Frühstückstafel teil. Zu der gestrigen Wendtasel beim Kaiserpaar waren an den Reichskanzler Grafen Bülow und den Minister Budde Einladungen ergangen. — Das Kaiserpaarist heute nach Dresden abgereist. Wends lQi/t Uhr trat der Kaiser von Dresden aus die Reise nach Cuxhaven an ,währ end sich die Kaiserin zur selben Zeit zum Besuche der Prinzen nach Plön und int Anschlüsse hieran nach Kiel begab. — Im Reichskanzlerpalais sand heute nachmittag unter Vorsitz des Reichskanzlers Grasen Bülow eine vertrauliche Ministerbesprechung statt. Der „Reichsanz." veröffentlicht die Entlassung des Ministers v. Thielen aus dem Amt als Ches der Verwaltung der Reichseisenbahnen und die Ernennung des Generals Budde zum Nachfolger. — Auf Einladung des Staatssekretärs des Reichs-Marineamtes hat sich heute eine größere Anzahl von Mitgliedern des Reichstages nach Kiel begeben, unt dort die kaiserliche Werst und bte Schiffsbauten ber kaiserlichen Marine zu besichtigen. Außerbem sind Kreuzerund Torpebofahrten in ber Ostsee in Aussicht genommen. Von Kiel aus werden sich bie Abgeordneten mit dem Schnelldampfer „Auguste Victoria" am 26. d. M. nach Southampton begeben, um der am 28. Juni ftattfinbenben Parade ber englischen Kriegsflotte beizuwohnen. — Ein Verband ber Berliner Polen-Vereine ist an Stelle des bisherigen Vereins-Ausschusses ins Leben gerufen worden. Gleichzeitig ist auch ein unentgeltliches Jnformatioits-Bureau für alle polnischen Angelegenheiten in Berlin geschaffen worden. Ausland. London, 23. Juni. Jin Unterhanse erklärte heute Unterstaatssekretär Crandorne, daß über die Bedingungen, unter denen die provisorische Regierung in Tientsin chr Gude erreichen solle, noch.keine endgiltige Vereinbarung getroffen sei. Im weiteren Verlaufe der Debatte stellte der Kolonialminister Chamberlain in Zürssicht, daß die jetzt inSüdafrika gehandhabte Zensur vom Tage der Krönung ab wesentlich g e mildert werden würde. — Die „Times" meldet aus Peking vom 20. Juni: Der russische General Wogact hat am 14. Juni Tientsin verlassen, und kehrt nach Rußland zurück; sein Posten ist nutzt wieder besetzt worden. Haag, 23. Juni. Zeitungsmeldungen zufolge sind Wessels und Staatssekretär Gro bl er gestern abend nach Loudon gereist, vermutlich um den Treueid ab- Iulegen. Brüssel, 23. Juni. Ein hier eingetroffener Bruder des Präsidenten Steijn erklärte, die Friedensdoku- mente sollen nach den Kronungsfeierlichkeiten veröffentlicht werden. Steijn jun. versichert, die „Buren hätten jeden Gedanken an einen Rachekrieg aufgegeben, und würden die loyalsten britischen Staatsbürger" werden. (??) Paris, 23. Juni. Der Ausschuß der parlamentarischen Gruppe des Zuckerindustrre -Departements wurde heute von Finanzminister Rouvier empfangen und trat bei demselben mit Entschiedenheit dafür em, daß die Beistmmung über die Brüsseler Zucker ko nvention von einer Vorlage betr. Steuerermäßigung begleitet werde, durch welche die Zuckersteuer bis zu der soeben von Deutschland und Belgien angenommenen Quote herabgesetzt werde. Rouvier versprach, die Frage, deren Wichtigkeit für die französische Zuckerindustrie er vollständig Uuerkeuue, mit größtem Wohlwollen zu prüfen. — Ju politischen Kreisen wird versichert, daß noch vor Ende der Tagung der Kammer derselben ein Antrag auf anderweitige Festsetzung der französi- i'chen Grenze zugehen wird. (?) ' Madrid, 23. Juni. Der Finanzminister beabsichtigt eine allgemeine Revision des Zolltarifs; er wird zunächst eine Umfrage an die Handelskunmern und landwirtschaftlichen Vereine usw. richten. Mailand, 23. Juni. Nach der „Persevercmza" haben Vie Dreibundstaaten den Zeitpunkt zur Eröffnung der Verhandlungen über die Erneuerung der Handelsverträge auf den nächsten Herbst festgesetzt. Bis dahin dürfte der Ausgleich zwischen Oesterreich uudUngarn vereinbart und derautonomedeutsche Tarif sertiggestellt sein. (??) Ta die Besprechungen jedenfalls geraume Zeit in Anspruch nehmen werden, sind die bestehenden Verträge bis Jahresschluß 1904 verlängert worden. Während der Parlamentsferien beabsichtigt die italienische Regierung ihre Bevollmächtigten für die Zentralmächte und die Schweiz zu ernennen. Laibach, 23. Juni. Im Landtage erklärte der liberale Slovene Ferjancic gegen Schusterschitz, er, Fer- jancic, sei außer der Tour zum Oberlandesgericht s- ra t avanciert. Seine Partei stehe rein da. während an der Spitze der flovenischen Klerikalen Schusterschitz stehe, von dem gerichtlich festgestellt wurde, daß er b e s ch mu tz t e Hände habe. In diesem Augenblicke stürzte Schusterschitz gegen die Bänke der Liberalen und stießmitgeballten Händen Schimpfworte wie Judasse, Gauner aus. Der Landeshauptmann verließ seinen Sitz und stellte sich zwischen Schusterschitz und Ferjancic, und suchte zu verhindern, daß die beiderseitigen Parteigänger handgreiflich wurden. Da Schusterschitz fortlärmte, und dem Abg. Ferjancic unter fortwährenden beleidigenden Zurufen ein Aktenstück ins Gesicht warf, erklärte der Landeshauptmann, daß er angesichts solcher Vorkommnisse nicht weiter präsidiere und die Sitzung schließe. (Andauernder Lärm.) Lemberg, 23. Juni. Der galizische Landtag versagte mit allen gegen drei Stimmen dem Anträge Stapinsli, der eine Protestkundgebung gegen die Haltung des deutschen Kaisers zu den preußischen Polen bilden sollte, seine Unterstützung. Ter Antrag gelangt daher nicht zur Verhandlung. Belgrad, 23. Juni. Aus Ueskueb wird gemeldet: Ein Polizeibeamter erschien gestern im russischen Konsulate mit der Bitte um Schutz, dachn derChefderGeheim- polizei, Derwischbeg, verfolge. Als chm der Schutz verweigert wurde, erklärte er dem Beamten, das Konsulat lebendig nicht verlassen zu wollen. Man berief Terwischbeg, damit dieser den Beamten zum Verlassen des Konsulats bewege. Dieser erschien und blieb allein mit dem Beamten im Zimmer. Nach einem kurzen Wortwechsel zog dieser einen Revolver und gab mehrereSchüsse auf Terwischbeg ab, der kurz darauf im Konsulate verschied. Sofia, 23. Juni. Wie verlautet, wird der russische Botschafter in Konstantinopel bereits in allernächster Zmt geeignete Schritte unternehmen, damit der Sultan seine Einwilligung zur Erhebung Bulgariens zum Königreich erteilt. Von den anderen Signatarmächten wird erwartet, daß von denselben kein prinzipieller Einwand erhoben werden wird. Peking, 22. Juni. T-er amerikanische Missionar Canright telegraphiert aus Tschengtu (Provinz Sztschwan), daß die Methodist en kapelle zerstört und zehn Christen getötet wurden. Tie Boxerbewegung breite sich dort aus. Heer und Florte. Zum General-Inspekteur der Fuß- Artillerie ist für den in den Ruhestand getretenen General iÄrler v. d. Planitz ein Offizier ernannt worden, der vorher noch niemals der Artrllerieangehört hat, Gen.-Lt. v. Perbandt, bisher Kommandeur der 25. (großh. Hess.) Division in Darmstadt. Georg v. Perbandt, der am L September 1845 geboren ist, ist 1866 beim 4. Gd.-Regt. z. F. ein getreten und am 9. Februar 1867 zum Leutnant befördert worden. Schon 1868 wurde er als Bataillonsadjutant und im Kriege gegen Frankreich Regimentsadjutant. 1872 wurde er noch vor seiner Beförderung zum Oberleutnant unter Versetzung zum 3. Gd.- Regt. Adjutant der 4. Gd.-Jnf.-Brigade. 1875 wurde er dem Generalstab aggregiert, und am 18. Mai 1876 nach zehnjähriger Dienstzeit als Hauptmann in den großen Generalstab versetzt. 1877 kam er zum Generalstab des XL Armeekorps und 1880 zu dem der 5. Division Nachdem er ein Jahr Konrp.-Chef im 73. Jnf.-Regt. gewesen war, wurde er im Dezember 1883 in den großen General- stab zurückversetzt, in dem er im April 1884 zum Atajor aufrückte. Bald darauf kam er zum Generalstab des XIV. Korps, bei dem er vier Jahre blieb, um dann zum Stabe der 3. Armee-Inspektion zu kommen. Am 24. März 1890 wurde er Oberstleutnant und Chef der 4. Abteilung im großen Generalstab, später auch Lehrer an der Kriegsakademie. Nachdem er im Januar 1893 Oberst geworden war, wurde er im Juni desselben Jahres Kommandeur des 110. Regts. in Mannheim, von wo er am 18. Juli 1896 als Gen.-Major und Kommandeur der 62. Jnf.-Brigade nach Hagenau kam. Seit 27. Januar 1900 war er Gen.-Lt. und Kommandeur der hessischen Tivision. Zu seinem Nachfolger in dieser Stellung ist der bisherige Inspekteur der Kriegsschulen, Gen.-Lt. Frhr. v. Gall, der Sohn eines hessischen Kammerherrn, ernannt worden. Karl Frhr. v. Gall, der am 5. November 1847 geboren, ist am 16. Juni 1866 Leutnant bei der großh. hessischen Infanterie geworden, und am 1. Januar 1872 mit den hessischen Truppen als Oberleutnant beim 118. Jnf.-Regt. in den Verband der preußischen Armee übernommen worhen. 1882 kam er als Komp.-Chef in das Gd.-Füs.-Regt. und 1887 wurde er Kommandeur der llnteroff.-Schule in Weilburg und bald darauf Major. Im Juli 1892 wurde er, nachdem er drei Jahre Bataillonskommandeur beim 62. Jnf.- Regt. in Kosel gewesen war, Direktor der Kriegsschule in Metz und im Oktober 1895 Inspekteur der militärischen Strafanstalten. Am 17. Februar 1897 wurde er zum Kommandeur des 58. Jnf.-Regts. in Glogau, am 22. Mai 1899 zum Gen.-M.ajor und Kommandeur der 60. Jnf.-Brigade in Straßburg und am 16. Juni 1900 zum Inspekteur der Kriegs scyuleri ernannt Gen.-Lt. ist er seit 3. April 1902. Aus dem Militärwochenblatt: Naumann, Major z. D, Kommandeur des Landw.-Bezirks Mainz, der Charakter als Oberrstlt. verliehen. Frhr. Treu sch von Buttlar-Brandenfels, Hauptmann im Generalstabe des 18. Armeekorps, mit dem 25. d. M. als Rittmeister und Eskadr.-Chef in das Trag.-Regt v. Arnim (2. Brandenburg.) Nr. 12, Dihle, Hauptmann im großen Generalstabe, mit dem 25. d. M. in den Generalstab des 18. Armeekorps — versetzt. Jebens, Lt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, für die Zeit vom Schlüsse der Kriegsakademie bis zum Zusammentritt der Uebungsflotte auf ein Schiss des 1. Geschwaders nach Anordnung des Chefs des 1. Geschwaders für die Zeit vom Zusammentritt der Uebungsflotte bis zum Schlüsse der Hebung zur 1. Matrosenart-Abteil. kommandiert. Ugterofsizier v. Boeltzig im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Fähnrich befördert. Vicefeldwebel Braun (Marburg) zum Leutnant der Res. des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 befördert Budapest, 23. Juni. Tie Meldung, daß ein Prinz vonBattenberg von venezolanischen Truppen getötet worden sei, erweist sich als ein Irrtum. Der in Rede stehende Offizier ist nach einem an seinen .Vater gelangten Schreiben ein Sohn des früheren ungarischen Abg. Biasini, der 1894 nach Columbien auswanderte, in der dortigen Armee die Stelle eines Generalstabs-Oberst bekleidete und den Namen Batember Biasini annahm. Oberst Biasini ist nur leicht verwundet Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Juni 1902. ** Universitätsfestlichkeiteu. Am 1. Jüli wird ,wie wir schon meldeten, vorm. 111/4 Uhr das Jahres- sest der Universität in der großen Aula gefeiert Das Programm bringt uns: 1. Kriegsmarsch. der Priester aus „Athalia" von Mendelssohn, 2. Psalm 23 „Gott ist mein Hirt" von F. Schubert, 3. Festrede des Rektors, 4. „Tie Himmel erzählen die Ehre Gottes" aus „die Schöpfung von I. Haydn, und 5. Marsch aus „Herakles" von Händel. — Am 2. Juli findet dann das, von der Stadt Gießen veranstaltete Universitätsfest zur Feier der Jm,- matrikulation d.es tausendsten Studenten unserer Hochschule, und zwar als ein Waldfeft int Philosophenwalde statt. Tas genaue Programm ist in dem Inseratenteil der heutigen Nummer des „Gieß. Anz." zu finden. ** Ein Fahrradmarder wurde gestern nachmittag dingfest gemacht Ein fremder Handlungsgehilfe entlieh sich in einer hiesigen Wirtschaft von einem Arbeiter ein Fahrrad, um damit einigemal Die Straße auf und ab zu fahren, verschwand jedoch mit dem Fahrrad und bot es in einer anderen Wirtschaft zum Berkaus an. Er wurde verhaftet. Tas Fahrrad könnte dem Eigentümer wieder zugestellt werden. ** Furch tlose Böget Man schreibt uns aus unserem Leserkreise: Als ich heute morgen meine Spazierfahrt zwischen 5 und 6 Uhr um unsere schönen Anlagen machte, bemerkte ich plötzlich vor dem Justizgebäude in Der Dftanlage auf dem Wege eine Ams elf amilie sitzeri; ich stieg ab, nahm mein Frühstück heraus, zerkleinerte einen Teil und gab es den jungen Vöglein . Sie hüpften auf meine Hand und fraßen das Brot mit Begier. Obgleich sie schon fliegen konnten, fürchteten sie sich ober nicht und blieben ruhig sitzen. Wahrscheinlich ist der Hunger die Veranlassung zu dieser Furchtlosigkeit gewesen. () Reiskirchen, 23. Juni. Tas heutige Fahnen- w e i h f e st unseres Gesangvereins „Harmonie" nahm einen schönen Verlauf. Im Fe ft zu g e, eröffnet von Festteitern, Radfahrern und Festjungsrauen, schritten 26 Gesang-Vereine und einige Kriegervereine. Aus dem recht trocken und sehr schön gelegenen Festplatze an der Gießener Landstraße begrüßte Der Präsident Jünger Sänger und Festgäste. Danach hielt Pfarrer Gombel die Festrede, in toarmen Worten die Bedeutung des deutschen Liedes und Gesanges schildernd. Es folgten dann eine Reihe von Gesängen, und nach deren Beendigung begann der Tanz. Tie zwei großen Tanzböden vermochten kaum alle Tanzlustigen zu fassen. Erst der hereinbrechende Abend, an dem viele Vereine wieder den Festplatz verließen, lichtete die Reihen. 0—H 0 h e r 0 d s kop s, 22. Juni. Heute sand hier die Generalversammlung mit Gesamt-Ausflug aller Vereine des Vogelsberger Sängerbundes statt. Sämtliche zum Bund gehörige Vereine waren erschienen, mit Ausnahme des Vereins Bermuthshain, welcher keinen Dirigenten hat. Obwohl morgens die Witterung etwas trüb und kühl war, so llärte sich doch der Himmel gegen Mittag auf und zeigte ein freundlicheres Gesicht. Alle »Vereine kamen mittags 1 Uhr an der Oberwaldstraße in der Nähe des Taufsteins zusammen. Von dort bewegte sich der Fe stzu g mit Musik nach dem Klubhaus am Hvhcrodskopf. Tort hielt der Präsident des Bundes Schäddel von Altenschlirf eine kernige Ansprache, die Ziele und Zwecke des gemeinsamen Bundes erklärend, die mit einem drei- fachen Hoch aus d en Kaiser und den Großherzog schloß Das Fest selbst nahm einen ungestörten und heiteren Verlaus. m-x. Hersseld a. d. Fulda, 23. Juni. Vom schönsten Wetter begünstigt hielt am Sonntag der hessische Athleten-Verband seinen vierten Verbandswettsttell hier ab. Nach vorausgegangeuem Kommers am Samstagabend begann am Sonntagmorgen Der Wettkampf. Es waren 123 Konkurrenten aus allen Vereinen des Verbandes erschienen. Von den Mitgliedern des 1. Gießener Stemm- und Ring- Klubs erhielten Joseph Stein den 5. Preis und Wilh. Schwaner den 6. Preis, Emil Simon den 7., Aug. H ä g e l e den 14., Herrn. Lorenz Den 18. Preis. Im Ringen 1. Klasse erhielt Joseph Stein Den 4. Preis. Im Ringen 3. Klasse AD. SchmiD t Den 7. unD Herrn. Lorenz Den 8. Preis. Im Steinstoßen Der 1. Klasse erhielten Stein Den 5. unD Schwaner Den 8 .Preis. Im Steinstoßen der 3. Klasse erhielten AD .SchmiDt Den 1., Lorenz Den 7. unD Eckenfels Den 9. Preis. Im Meistersch astsstemmeu von Hessen erhielt Joseph Stein unter 14 Bewerber die 2. Meisterschaft von Hessen. Vermischtes. * M ü n st e r, 23. Juni. In Lienen tour De eine jugendliche DoppelmörDerin feffcgenommen, welche ihr zur Beaufsichtigung anvertraute KinDer ertränkt hatte. * P a r i s, 24. Juni. Dem Direktor Der Versicherungsgesellschaft „Caisse Generale Des Familles", Deren gesetzmäßiger Reservefonds einen Fehlbettag von 24 Millionen Francs aufweisen soll, ist ein Dekret Des PräsiDertten Der Republik zugestellt worDen, wonach Die Der genannten Gesellschaft am 1. Oktober 1858 erteilte Ermächtigung zum Geschäftsbetriebe zurückgezogen toirD. Tie Blätter melden. Der Aufsichtsrat Der Gesellschaft habe Die Agenten in Der Provinz unD im AuslanDe angewiesen, Die Zahlungen und Einziehungen von Geldern einzustellen. Tie Direktion der Caisse erklärt in einem Rundschreiben an die Versicherten und ihre Vertreter, daß sie von heute an ihre Zahlungen suspendiere und Daß sie nicht in Der Lage sei, jetzt zu bestimmen, unter welchen Bedingunaen Die Polizen der Gesellschaft infolge der gerichtlichen Liquidierung geregelt werden würden. * Fünfkirchen, 24. Juni. Infolge einer Acetylenexplosion im Zirkus Enderß entstand eine Panik im Publikum. Vier Personen wurden verletzt. * Kaiser Wilhelm II. hat beim letzten Armee- Rennen in heiterster Laune erzählt, er sei eines Tages von jemand mit „Excellen z" angeredet worden und habe geantwortet: „Excellenz war ich nie, ich bin vom Generalmajor sofort König geworden." Tas erinnert an ein ähnliches Vorkommnis, das vor Jahren bei der Hoftafel in Friedrichshafen vor sich ging. Ein höherer Beamter, der sich kurz vorher mit Excellenz v. Mittnacht unterhallen hatte, redete, von König Kar l an gesprochen, diesen mehrfach mit ^cellenz an. Tarauf sagte Der König: „Sie erweisen mir eine ganz besondere Ehre, daß Sie mich immer als Excellenz ansprechen; das Prädikat Excellenz (leichte Verbeugung an den nebenstehenden Ministerpräsidenten v. Mittnacht) wird nur durch eigenes be- sonderes Verdienst erworben." * Gras Pückler-Klein-Tschirne hat auch Dem Vorsitz en D en »Des Glogauer Gerichtshofes eine ForDerung auf Pistolen zugesandt. Sellens des Landratsamts ist übrigens bei der Landesregierung bereits am Samstag die Unterbringung des Grafen in einer Irrenanstalt zur Beobachtung seines Geisteszustandes beantragt worden. * Ein komischer Kauz. Neber Freiherrn bot Münch erzählt Die „Württ. Volksztg." folgende sellsame Geschichte: Bekanntlich darf sich Frhr. v. Münch auf Verfügung des Ministeriums des Innern nur in Begleitung eines Jrrenwärters in Württemberg aufhalten. 'Nun hat bei Der Anwesenheit Des Freiherrn v. Münch auf seinem Schlosse Mühringen ein ihn begleitender Jrrenwärter ein zärtliches Verhältnis mit der Köchin des Schloßherrn an- gefangen. Freiherr v. Münch hat daraufhin beim Staats- minifterium gegen den Minister 0. Pischek Anzeige wegen Kuppelei erstattet! * Tie verhängnisvolle Erbsensuppe. Wie. aus Agram gemeldet wird, haben Dort vier Personen, Die im Schillinge^ chen Gasthause von einer mit Arsenik vergifteten Erbsensuppe gegessen hatten, Den ToD gefunDem Tie Gattin des Gastwirts Schillinger wurde verhaftet. Univerfitüls-Aachrichtrn. Marburg, 23. Juni. Die hiesige theologische Fakultät hat den Generalsuperincendent Lohr in Kassel und den Liz. theol. Sardemann, Den verdienten Leiter des' hessischen Diakonissenhauses, zu Ehrendoktoren der Theologie ernannt. Am gestrigen Tage hatten sich zwei Mitglieder der Fakullät, Der derzeitige Tekon Pros. D Budde und Konsistorialrat Prof. D. Achelis nach Kassel begeben^ um die Dottordiplome zu überreichen. Kunst und Kiijjrnschast. Das Defizit Der Darmstädter Ausstellung. Prof. C h r i st 1 a n s e n soll in Der letzten Versammlung Der Garantiezeichner, in Der Den Künstlern nach Feststellung Der Zahlungsquote von 96 Proz. Der Garantie vorgehallen wurDe, daß nicht Den Geschäftsführer Deiters allein die Schuld an Dem Defizit treffe, erklärt haben: „Rian muß zugeben. Daß manchmal unüberlegt gehandelt wurDe, Doch b i 11 e n wir Deshalb um E n t s ch u l D i g u n g!" Gerichtssaal. a.Marburg,23. Juni. Der Kaufmann Karl Breid en- stein aus BieDenkops, Der unter Der Anklage eines Sittlich« keitsverbrechens heute vor Den Geschworenen erschien, tour De freigesprochen. . Berlin, 23. Juni. ProzeßSanden. In Der heutigen Sitzung stellte Staatsanwalt B e e ck u. a. Durch Beilagen Der Angeklagten Sanden und Warsinski fest, Daß Diese einmal gemeinschaftlich ein Grnndstücksaeschäft in Berlin unD RrxDorf gemacht unD aus Diesem Geschäft einen Gewinn von je 230000 Mk. aus Der G r u n D s ch u l D b a n k herausgenommen haben. Bücherrevisor Huschte hat aus Den Prwat- büchern Des EDuarD SanDen Die Privateinnahmen Desselben fest- gestellt. Danach betrugen Diese im Jahre 1895 186 000 Mk., int Jahre 1896 203000 Mk. Der Angeklagte ED. SchmiDt teilt auf die Frage Des Präsidenten, wie hoch sich Das Vermögen seiner Frair beziffert habe, mit, es habe sich auf 4—5 Mill. Mk. beziffett. Sein Gebalt habe 36 000 Mk., feine Repräsentationsgel D e r 40000 Mk. betragen. Aus verschieDenen Aussichtsratsstellen habe er ein Einkommen von etwa 50 000 Mk. gehabt. EnDe 1900 fei Die Firma Anhalt u. Wagner nicht mehr im stände gewesen, ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen und seitdem besinde sie sich in ^iauidation. ____ Landwirtschaft. Hagel sch lag in Hessen. Nach, Den Mitteilungen für Landesstcllistll' tourben im Großherzogtum Hessen im Jahre 1901 52 Gemarkungen von Hagelschlag betroffen und zwar insgesamt eine Fläche von 5921 Hektar. Geschädigt wurde Dabei eine Fläche von 3591 Hell ar. Der Schaben wurDe auf 162 439 Mk. veranschlagt. Versichert waren vou Len durch HagelscUag beschßdigten Flächen 1089 Hektar mit 369 904 ML In den vom Hagelschlag getroffenen 52 Gemarkungen waren im ganzen unversichert 2940 Hektar mit 1199 483 Mk. Aus gezahlt wurden im Jahre 1901 von Hagelversicherung^esellschaften im ganzen 35331 Mk. Die Land Wirts chaftskammer für Kusche ss e n wird am 27. uno 28. Juni ihre Bezirks tierschau und Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte in Fritzlar veranstalten. Für diejenigen Gegenstände und Tiere, die unverkauft bleiben, hat die L Eisenbahndirektion die frachtfreie Rückbeförderung aus den preußischen Staats- bahnen gewährt. Handel und UerlreM Volkswirtschaft. Frankfurter Börse. Die neue Woche brachte der Böftenten- benz keine wesentlichen Veränderungen Das Geschäft blieb sehr ruhig und die Kurse waren nur geringen Schwankungen unter- worsen. Der Mangel an Aufregungen von auswärts und die fortwährende Teilnahmslosigkeit des Prioatpublikums legte auch heute wieder der Spekulation Zurückhaltung auf, nur auf einzelnen Gebieten zeigte sich Kauflust. Für Bankaktien — besonders Disconto Commandit und Deutsche Bank, war einige Nachfrage. Was die Zurückhaltung verschärfte, war die schwache Haltung der Montanmärkte. Der wenig befriedigende Mai-Ausweis der Gelsenkirchener Gesellschaft wirkte verstiminend. Etwas bessere Haltung zeigten Bahnen, von denen Staatsbahnen und Gotthard-Aktien mit Preis- echohung anzuführen sind. Eouverston der 37, % französischen Rente. Die Pariser Börse rechnet mit Sicherheit darauf, daß die Eonversion der 3'/, °/o Rente bald in Angriff genommen wird. Die Lonversion ist seit 16. Februar d. I. gesetzlich zulässig und sie drängt sich bei der Höhe der flottanten Schulden sozusagen gebieterisch von selbst auf. Die flottierende Schuld Frankreichs erreicht nachgerade anderthalb Milliarden und der Staatshaushalt der Republik für 1902 gleicht sich nur mit 64 Millionen kurzterminigen Schuldscheinen aus. Was die schwebende nicht consolidierte Schuld anbelanat, muß billiger Weise in Anrechnung gebracht werden, daß irrt Staatsschätze und bei den Landesbanken, Bank von Frankreich und Eredit Foncier 500 Millionen Frcs. in runder Zahl verfügbar stehen. Das macht aber noch immer ein Deficit von 1000 Millionen Frcs. aus, das in erster Linie durch die Conversion der 3>/r pEt. Rente erleichtert und durch eine wahrscheinliche Anleihe gedeckt werden kann. Frankreich befindet sich haher offenbar vor großen finanzpolitischen Operationen, deren realistische Dringlichkeit, wie der Pariser Eorre- fpondent eines deutschen Fachblattes bemerkt, noch erhöht ist durch die diesjährigen trüben Ernteaussichten und auf den Herbst geplante umfangreiche ausländische Ansprüche an das französische Kapital. Nun handelt es sich um ein nominelles Kapital von 6 Milliarden, das heißt um einen vollen Fünfteil der gejammten französischen Schuld. Im günstigen Sinn kann aber die Eonversion der 37, pEt. Anleihe nur ca. 30 Millionen Ersparnisse abwerfen; es wird ihr daher offenbar eine weitere Schatzoperalwn beigesellt werden oder Nachfolgen. Gelsenkirchener Bergwerksgefellschaft. Der Ueberschuß im Mai stellte sich auf 929863 Mk. oder 29 038 Mk. niedriger als im April d. I. Gegen den gleichen Monat des Vorjahres ergiebt sich ein Minderbetrag von 323851 Mk. Seit Jahresanfang beträgt nunmehr der Ueberschuß 5 048 796 Mk. oder 1601872 Mk. weniger ifls im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Deutsche Bank. Während infolge der totalen Geschäftslosigkeit die Kurse, wenn auch geringe, so doch fortgesetzte Einbußen erfahren, konnten die Aktien der Deutschen Bank an der Montagsbörse nahezu 1 pEt. anziehen. Es wird dabei besonders darauf hingewiesen, daß das Institut bei den größeren Anleiheabschlüssen der letzten Tage, Bulgarien nnd Bosnien beteiligt ist. Auch wird angenommen, daß mit der Finanzierung der Bagdadbahn demnächst begonnen wird, wobei die Deutsche Bank wiederum die Hand im Spiele hat. Felten u. Guilleaume Carlswerke Akt.-Ges. iu Mühlheim. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Bilanz, erteilte Entlastung und beschloß nach den Anträgen des Vorstandes von der Verteilung einer Dividende Abstand zu nehmen. Im Vorjahr wurden für 18 Monat 15 pEt. verteilt. Vom Reingewinn von 1 761472 Mk. (V. 67g7:330) werden 150 000 Mk. für einen zu schaffenden Dispositionsfonds verwendet. 1 Million Mk. kommen in bte Specialreserve und 561472 Mk. werden auf neue Rechnung oorgetragen. Gieße», 24. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr.Pfd. 0,80—0,90 Mk., Hühnereier pr. St. 6—7 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 10—12 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse pr.Stck. 5—7 Pf., Käsematte 2 Stck. 0—0Pfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,80—1,00 Ack., Hühner pr. St. 1,00—1,50 Mk., Hahnen pr. Stück 0,90—1,60 Mk., Enten pr. Stück 2,40—2,60 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 66—70 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,50—4,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 14,00—15,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Auszug aus i>e« Kircheubüihelk der Stobt Cießku. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 15. Juni. Dem Arbeüer Jakob Mäurer ein Sohn, Hans, geb. den 23. Mai. Dem Heizer Jakob Leinweber ein Sohn, Friedrich Karl, geb, den 6. Mai. Dem Schneider Ludwig Mantel ein Sohn, Konrad, geboren den 6. April. Militärgemeinde. Den 15. Juni. Dem Vizefeld-- wedel Otto Reitz eine Tochter, Frieda, geb. den 10. Mai. L u kas- gemeinde. Den 15. Juni. Dem Invaliden Friedrich Försterling eine Tochter, Margareche, geboren den 14. Mau Dem Schneider- melfter Heinrich <Äeiß eme Tochter, Marie Emma, geboren den 11. Mai. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Käs eine Tochter, Margarethe Elisabeths, geboren den 10. Mai. Dem Hilfsführer i. P. Hugo Strohbach ein Sohn, Oskar Karl Otto, geboren den 28. Mai. Johannesgemeinde. Den 15. Juni. Dem Bierbrauer Edmund Helbing eine Tochter, Anna Minna Florentine Elise Helene, geboren den 21. Mai. Dem städtischen Wiesenwärter Kaspar Becker ein Sohn, Wichelm Erich, geboren den 26. Mai. Den 17. Juni. Eine uneheliche Tochter, Lina Emllie, geboren den 1L Mai. , Getraute. Matthäusgemeinde. Den 15. Junu Friedrich Karl Adam, Spediteur zu Butzbach und Ottilie Pfaff, Tochter des Postschaffners Ehristian Philipp Pfaff zu Gießen. Markusaemeinde. Den 14. Juni. Theodor WUHelm Karl Martin Klmgelmeyer, Schreinermeister zu Gießen und Marie Auguste Adolfine Emilie Stoll, Tochter des verstorbenen Ofensetzers Andreas Stoll zu Gießen. Lukasgemeind e. Den 14. Juni. Friedrich August Louis Wilhelm Peter Konrad Benk, Eisendreher zu Gießen und Auguste Frank, Tochter des verstorbenen Güterexpeditionsgehilfen Georg Frank zu Güßen. Johannesgemeinde. Den 14. Juni. Friedrich Karl Schmidt, Schlosser- meister zu Gießen und Katharine Schneider, Tochter des ver- storbenenen Leinwebers Georg Schneider zu Elbenrod. Beerdigte. Johannesgemeinde. Den 17. Juni. Adolf Fourier, Telegraphenbote, Sohn des Arbeiters Jakob Fourier, 17 Jahre alt, starb den 15. Juni. Den 19. Juni. Konrad Quandt, Prokurist, 33 Jahre alt, starb den 16. Juni. Krieskasten der Redaktion. B. Sie thun dem Roman Unrecht. Sie unterschieben ihm und obendrein nicht nur dem Autor, sondern sogar noch dem Verleger und Drucker, eine absichtsvolle Tendenz, die doch nur in der einen vom Verfasser geschaffenen Person zu Tage tritt, hinter der er selber (und nun gar der Verleger, der den Autor natürlich richtig versteht) mit feiner eigenen Ansicht garu und gar zurück- tritt Der Verfasser stellt einen Menschen dar, der zu diesen oder jenen Ansichten gelangt ist aus seiner Erziehung, seinen besonderen Lebensumständen und seiner Charakteranlage heraus. Der Autor selber hat vielleicht ganz entgegengesetzte Ueberzeugungen. Er schildert nur und zeigt dem Leser aus der menschlichen Gesellschaft eine Figur, wie wir chr im Leben auf Schritt und Tritt begegnen. Damit hat er keine andere Absicht, als eben zu schildern, vielleicht aber sogar die kleine Nebenfreude, sich über Leute mit derartigen Gesinnungen innerlich lustig zu machen. Hier liegt also ein schweres Mißverständnis Ihrerseits vor, was in Ihren weiteren, nebensächlicheren Ausführungen übrigens in noch erheblich vergrößertem Maße zu Tage tritt Darauf hier einzugehen, hat keinen Zweck. Sie beweisen nur zum tausend und ersten Male, daß über Schriftwerke zu urteilen nicht jedermanns Sache ist. Jeder, zu dessen Beruf die litterarische Beurteilung nicht gehört, zu der ein gar vielerlei umfassendes langjähriges ernstes Studium, Menschen- und Welckenntnis und obendrein noch ein angeborenes Kunstgefühl gehören, thut gut, fein persönliches Urteil still für sich zu behalten. C. H. Untersuchung Militärpflichtiger. Die Zeichen bedeuten: Fehler oder chronische Krankheiten der Lungen oder des Brustfelles, welche wesentliche Störungen des Athmens bedingen, bezw. einen schädlichen Einfluß ans den allgemeinen Körperzustand ausgeübt haben. A. S. Lich. Das Loos ist nicht gezogen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldunge« des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 24. Juni. (Sitzung der Zweiten Kammer.) Der Präsident eröffnet um 10i/2 Uhr bte Sitzf- ung. Auf der Tagesordnung steht die Regierungsvorlage betr. die öffentlichen Sparkafsen Abg. Schönberger bespricht einzelne Einrichtungen zur Sicherheit der Spar-- kassen Berichterstatter Dr. Guts leis ch teilt mit, daß die Regierung dies alles wohl erwogen habe. Es müsse aber doch daran festgehalten werden, daß die Gemeinden als Grundlagen der Sparkassen erhalten blieben. Abg. Haas (Darmstadt) begrüßt die Vorlage als einen Akt der Wohl- thätigkeit und weist dann auf die Aufsicht über die Kassen hin Ministerialrat Dr. Breidert glaubt, daß die Regierung schon jetzt in der Lage sei, die Aufsicht in hinreichender Weise ausKuüben. Abg. Weidner unterstützt die Ausführungen des Abg. Haas. Abg. Erk tritt ebenfalls für die Vorlage ein, wünscht aber Verlängerung der Stundungsfrist. Abg. Haas (Darmstadt) glaubt, daß es genüge, wenn man der Regierung ein Aufsichtsrecht zu- aestände. In der Spezialberatung werden sämtliche Artikel (1 bis 38) im Sinne der Ausschutzanträge angenommen Berlin, 24. Zuui. Von gewöhnlich ausgezeichnet unterrichteter Seite verlautet, daß eine größereMariue-Vorlage zu erwarten sei, die nicht neue Auslandskreuzer, sondern ein neues Auslaudgeschwader von Linienschiffen fordere. Zkiel, 24. Zuui. (Privat-Telegramm des „Gieß. Auz.") Torpedoboot 8. 42 ist bei Station Elbe IV durch einen englischen Dampfer überrannt worden und gesunken. Der Kommandant, Kapitänleutnant Rosenstock v. Rhöueck, und drei Mann werden vermißt, und zwar die Obermaschinistenmaate Marz und Kaiserwagen und der Matrose Reimars. (Das Schultorpedoboot 8. 42 war am 21. d. M. mit den Schultorpedobooten 8. 15 und 23 als Begleitung des Artillerieschulschiffs „Olga" von Wilhelmshaven nach Helgoland in See gegangen, das als Startschiff für die große Regatta Dover-Helgoland Verwendung fand. D. Red.) Dresden, 24. Juni. Die Königin-Wittwe oa> bleibt bis Mittwoch im Residenzschloß und siedelt dann gänzlich nach der Villa in Strehlen über. Heute fand in der Hofkirche ein öffentlicher Trauergottesdienst statt. Während der Ceremonie in der Kirche brachen 5 Grenadiere, die Ehrendienst hatten, ohnmächtig zusammen und mußten von Kameraden hinausgetragen werden. Hamburg, 24. Juni. Der Dampfer, der auf der Elbe Station 42 ein Torpedoboot überrannte, ilst der englische Dampfer Firsby. 9 Personen des Torpedoboots ferner Geh. Rat Busley und vier Engländer, die sich an Bord befanden, sind gerettet London, 24. Juni. Ein Telegramm aus Kapstadt bringt Einzelheiten über die Frage der Abschaffung der Verfassung. Wie es heißt, hat diese Frage eine Spaltung der Loyalitäts-Partei hervorgerufen. Die südaftikanische Liga, die den Jameson-Einfall inszenierte, hat diese Gegen- Agitation ins Werk gesetzt. Die Gegner der Liga erklären, daß die ganze Angelegenheit von der Umgebung Cecil Rhodes ins Werk gesetzt wurde, die eine Spezial-Gesetzgebung für die Debeeres-Compagnie und die Aktionäre der Charteret»-. Compagnie verlangten. Miln er ist Anhänger der Abschaffung der Kap-Verfassung, obgleich er bei Beginn des Krieges den Kap-Holländern versprochen hat, daß am Ende des Krieges ihre Verfassungsrechte nicht verringert mürben.' London, 24. Juni. Lord Roberts richtet einen Aufruf an die Bevölkerung, in welchem er diese ersucht, den aus Südafrika zurückkehrenden Truppen keine Getränke anzubieten. London, 24. Juni. Eine Generalprobe für diz. Krönungsfeier fand gestern in der Westminster-Abtei statt Wie verlautet, werden auch Truppen aus Südaftika an der; Krönungsfeier teilnehmen. Bern, 24. Juni. Der Ständerat hat den neuen Zoll» taris in seiner Schlußabstimmung mit 32 gegen 6 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen angenommen. Wien, 24. Juni. Wie die „Neue Freie Presse" meldet, hat die österreichische Regierung den ungarischen Ministerpräsidenten amtlich verständigt, daß Oesterreich die Handelsverträge kündigen wolle. Budapest, 24. Juni. Der Vorstand des Nationalkasinos hat den Reichsrats-Abgeordneten und Honved-Ober- leutnant Grafen Horgatz ausgeschloffen. Angeblich soll Horgatz einen Falscheid abgelegt haben. Der Fall erregt ungeheures Aufsehen. Johannesburg, 24. Junt Wie es heißt ist a« Konflikt zwischen Milner und den altenUitlanders au§- gebrochen. New-Pork, 24. Ium. Der König von Italien hat 150 Hektar Land für 400000 Dollar im Kohlen- gebiete von West-Virginia angekauft Das Land soll sehr kohlenreich sein. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 31., 2L Ium 1902. 37a% Reiohsanleihe . . 101.95 3o/o do. ... 92.80 3V,o/o Konsole . . . . 101.85 30/0 do......92.50 372% Hessen .... 100.10 37a% Oberhessen . . . 99.25 4% Oesterr, Goldretne . . 102.95 47,% Oesterr. Silberrente 101.75 4% Ungar. Goldrente . . 101.70 40/0 Italien. Rente . . . 102.60 41/2-6 Portugiesen . . . 46.35 30/.. Portugiesen. .... 29.90 156 0. Türken .... 26.35 Türkenlose......112,00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.30 47,56 äussere Argentiner —.— 3% Mexikaner .... 25.6t 47rVo Chinesen .... 91.00 Electric. Schuckert ... 103.20 Nordd. Lloyd . . . , 108.50 Kreditaktien , . . . . 212.50 Diskonto-Kommandit. . . 186.00 Darmstädter Bank . . . 138.00 Dresdener Bank .... 145.60 Berliner Handelsges. . . 157.20 Oesterr. Staatybahn , . . 151.70 Lombarden.....18.40 Gotthardbahn ..... 170.40 Laurahütte ...... 20450 Bochum ....... 195.50 Harpener......176.80 Tendenz: still. Universitätsfest. Nach Beschluß der städtischen Behörden wird mr Feier der Immatrikulation des tausendsten Studenten unserer Hochschule von der Stadt am Mittwoch den 2. Juli ein Waldfest im Philosophenwald veranstaltet. Um 5 Uhr nachmittags bewegt sich der Festzug vom Oswalds- garten durch die Neustadt über die Marktstraße, Markt, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Südanlage, Bleichstraße, Löberstraße, Goethestraße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Grünbergerstraße und den Trieb nach dem Festplatze. Alsdann Festkommers mit Konzert und Tanz. Die Bürgerschaft wird freundlichst gebeten, an dem frohen Festtage teilzunehmen und chre Häuser zu schmücken. Die Fest- Aleifen, welche leicht sichtbar zu tragen sind uno ausschließlich zum Betreten des Festplatzes berechtigen, werden von heute ab gegen Einzeichnung in eine Liste und Zahlung von 2 Mk. für Herren (schwarzweißrot) und 1 Mk. für Damen ftotweiß) ausgegeben. Die Festteilnehmer sind zum unbeschränkten Genuß der von der Stadt gestellten Getränke und Speisen berechtigt. Schluß der Listen bei Erreichung einer bestimmten Teilnehmerzahl bleibt vorbehalten. Auf dem Festplatze werden Schleifen nicht ausgegeben. Die Listen sind aufgelegt: , a) auf der Bürgermeisterei, Zimmer 15, b) bei Herrn Metzger, Seltersweg 70, c) bei Herrn Balser, Mäusburg 11, d) bei Herrn Scharmann, Lindenplatz 3. Gießen, den 24. Juni 1902. 4652 Der Festausschuß: I. A.: Mecum, Bürgermeister. Kn-, Wein- md Wcherschliiichk Flaschenabfüllschläuche Verdichtungen jed. Art, Treibriemen sowie alle technischen Artikel für maschinelle Betriebe. 2789 kelephou 249. Heörüder Heorg Wallthorstr. 24. KMkmsverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Oscar Höpfner von Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Mittwoch den 16. Juli 1902, vormittags 10 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst bestimmt 4640 Gießen, den 21. Juni 1902. Großh. Amtsgericht IO- Unpchtmg. In der Nähe von Gießen ist eine zirka 8000 Morgen große (Wald- und Feld-) Jagd mitprachtvolleuWiesenthäleru Angreuzer fast nur FiSkuS, Bahnstation von 4 Seiten des Reviers, wegen Krankheit des jetzigen Pächters aus der Haud zu vergcbeu. Gefl. Off. sub P. 4648 au die Exped. d. öt erbeten. Grosser Investiir-Aiismkaif. Infolge Todesfalls des Mitinhabers, Herrn H. Röder, unterstellen wir unser sehr grosses Lager bestehend in nur anerkannt guten Qualitäten einem w* Ausverkauf zu enorm billigen Preisen. 4351 Tuchgeschäft. 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