Montag 24. März IDOL 152. Jahrgang Zweites Blatt. metzeilekAnzeiaer M General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Bezugspreis: monatlich 75 Ps., viertele jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Psi, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land'' und ,Gerichtssaal":R.Ditt« mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Nr. 70 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger roevben im Wechstt mit dem Kesstschen Landwirt btt Siebener Zamilien- blütter viermal in der Woche beigelegt. RotatimtSdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Univerf.-Buch- u.Steür- druckerei (Pietsch Erben) Redet Non, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depesche«: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß 9?r.5L Die ßettfige Kummer umfaßt 10 Seiten. Deutsches Reich. Berlin, 22. März. Am gestrigen Geburtstage Steifer Wilhelms L war das Mausoleum in Char- lotter.burg cntf das Prächtigste geschmückt. Um 9 Uhr erschienen mehrere Flügeladiutanteu, sowie Regiments-Abordnungen, Die Kränze niederlegten. Gegen 9y4 Uhr traf der K a i s e r in der Uniform der Garde du Corps mit der Kaiserin in Trauer kleid ung ein. Ihnen folgte der Kronprinz mit den übrigen Prinzen. Das Kaiserpaar legte an der Gruft einen prachtvollen Kranz nieaer und verweilte einige Minuten in stiller Andacht. Nach Besichtigung des übrigen Teiles des Mausoleums kehrten die hohen Herrschaften nach Berlin zurück. Auf der Fahrt durch die Berlin erstraße in Cherlottenburg stürzten die Pferde des kaiserlichen Wagens über einen Hund, konnten jedoch von dem Kutscher sofort wieder auf die Beine gebracht werden. — Der Kaiser hörte gestern im königlichen Schlosse die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarine-Amts v. Tirpitz und des Chefs des Marinekabinetts v. Senden- Bibran. — Wie aus Wien gemeldet wird, hat sich Kaiser Wilhelm für den 20. April beim Fürsten Fürstenberg als Gast zur Auerhahnjagd in Donaueschingen angesagt. — Der Kronprinz hat der feierlichen Enthüllung eines Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Rixdorf (Reiterstand- bild von Wolff) beigewohnt. Der Festplatz war reich geschmückt; anwesend waren der Minister des Innern, die Spitzen der Provinzial-, Militär- und städtischen Behörden. Eine Ehrenkompagnie vom Kaiser Franz-Regiment mit Fahne und Musik erwies die Honneurs. Schulen und Vereine mit Musik bildeten Spalier. Die Stadt hatte geflaggt. — Der Generalsekretär des deutschen Landwirtschaftsrates Dr. Dtäde hat seinen Austritt aus dem deutschen volkswirtschaftlichen Verbände erklärt — Das preuß. Herrenhaus nahm am Samstag die Vorlage betreffend Heranziehung der Gesellschaften m. b. H. zu den Kreisabgaben und die Vorlage betreffend Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern in staatlichen Betrieben und von Unterbeamten an. — Die Berliner Handelskammerwahlen der 3. Abteilung haben mit dem Siege der Liste der vereinigten kaufmännischen Verbände Berlins geendet. — Die „Natztg." veröffentlicht den Wortlaut einer Rundfrage, die der preuß. Handelsminister unlängst über das Kartellwesen an die Regierungspräsidenten gerichtet habe, die dieselben beauftragt, ohne Veranstaltung einer förmlichen Enquete in den beteiligten Kreisen, welche diese unnötig beunruhigen würde, das amtlich zu ihrer Kenntnis gebrachte Material nach einem 25 Fragen enthaltenden Fragebogen einzureichen. Der Minister fügt hinzu: Von Mitteilungen über das Kali-, Kohlen-, Koksund Noheisensyridikat könne vorläufig abgesehen werden. — Das Anarchistenorgan „D ie F r e i h e i t", das von der „Föderation revolutionärer Arbeitet herausgegeben und von Klink zu Bietigheim bei Stuttgart redigiert wurde, hat sein Erscheinen eingestellt. Die Anarchistengruppe „Neues Leben" teilt ihren Mitgliedern mit, daß, sobald die restierendcn Beiträge beglichen seien, die Redaktion der „Freiheit" nach GP r l i tz verlegt werden wird. Zu Ostern soll in einer Stadt Mitteldeutschlands ein An- archistenkongreß stattfinden, der zu der Preßsrage bezüglich der „Freiheit" Stellung nehmen soll. — Wolffs Telegr. Bureau erfährt aus Peking, die Angaben chincs.scher und englischer Zeitungen, daß Deutschland seine Zustimmung zur Auflösungderproviso- rischen Regierung in Tieutssin von der Gewährung von Konzessionen in Sch antung abhängig mache, beruhen auf Erfindung. Bremen, 23. März. Der Stapellauf des kleinen Kreuzers „G" ist gestern nachmittag auf der Werft der Aktiengesellschaft „Weser" glücklich von statten gegangen. Den Taufakt vollzog aus Befehl des Kaisers die Gemahlin des Oberpräsidenten von .Hannover, Gräfin zu Stolberg- Wernigerode, die das Schiff auf den Namen „F r a u e n l o b" taufte. Friedland, 22. März. (Amttich.) Bei der am 18. März stattgehabten Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Rastenburg-Gerdauen-Friedland wurden im ganzen 17 702 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Rittergutsbesitzer v. Ztautter-Kanoten (Lons.-agrarisch) 9 7 16, Gutsbesitzer Dultz-Königsberg (freis. Volksp.) 47/3, Gutsbesitzer Eckhardt-Kommorowen (;-oz.) 3206 Stimmen. Sieben Stimmen waren zersplittert, v. Rautter ist demnach gewählt. Braunschweig, 22. Aiärz. Die Einleitung eines Disziplinarverfahrens auf Amtsentsetzung gegen den Pastor Petri wegen seiner Welsen rede wurde ab gelehnt und nur auf einen Verweis und Geldstrafe erkannt. Ausland. London, 23. März. Heute ist der Wortlaut der englisch-persischen Konvention veröffentlicht worden. Darnach verpflichtet sich Persien, unter britischer Oberaufsicht eine dreifache Telegraphenlinie von Kaschcm über Jesd und Kerman nach der Grenze von Belutschistan zu bauen. Hierdurch wird ein neuer Weg für den Durchgang sver- verkehr von Indien nach Europa geschaffen. Persien verpachtet die Linie an die Indoeuropäische Telegraphengesellschaft. Großbritannien streckt bte Baukosten ohne Zinsen vor. Als Sicherstellung dient Dreiviertel des Pachtertrages der Telegraphen-Gesellschaft. Großbritannien hält die Linie in Stand und bezahlt die für den Schutz derselben erforderlichen persischen Wachmannschaften aus eigenen Mitteln. Die Konvention bleibt in Kraft bis 1925 oder noch länger, wenn bann nicht die Baukosten zurückerstattet werden. — Tas „Reutersche Bureau" meldet aus Santiago (Chile): Im Hinblick auf die mißliche wirtschaftliche Lage, die eine große Erregung hervorgerufen hatte, erklärte der Finanzminister gestern offiziell, der Stand der Finanzen sei gut und die von dem Kongreß bewllligte Anleihe sei nicht notwendig. — Tas „Reutersche Bureau" erfährt, daß die Arbeiten zur Bestimmung der englisch-deutschen Grenzen des Viktoria-Sees in kurzem beginnen werden. Haag, 22. März. Die Regierung hat den Generalstaaten eine Telegraphenkonvention mit Deutschland vorgelegt, betreffend eine Kollektiv-Subvention der Kabelverbindungen mit den Kolonien in Asien. Danach soll Menado aus Celebes mit dem von der Westküste Nordamerikas über die Insel Palau nach den Philippinen führenden amerikanischen Kabel verbunoen werden, das auch eine Verbindung mit Shanghai erhalten soll. Auf diese Meise wird eine Verbindung mit Europa aus dem Wege über Amerika hergestellt. Brüssel, 22. März. Die Kammer nahm heute das Gesetz an, ba£ die Sp ielklubs in ganz Belgien verbietet. Für Zuwiderhandlungen sind Geidstrasen bis zur Höhe von 15 000 Franks, sowie Gefängnisstrafen bis zu einem Jahre vorgesehen. Im Wiederholungsfälle wird die Strafe verdoppelt und auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt. Für O st e n d e wurden fünf Millionen und für Spa zwei Millionen Fran ks als Entschädigung bewilligt. B i n ch e (Hennegau), 22. März. In der letzten Nacht wurde gegen das Haus des katholischen Deputierten Derbaix ein Dynamitanschlag ausgesührt. Zwei Patronen explodierten und verursachten großen Mate- ri alschadem Personen kamen nichtzn Schaden. In der Nachbarschaft wurden viele Fensterscheiben zertrümmert. Venedig, 23. März. Der Reichskanzler Gras von Bülow ist mit seiner Gemahlin hier eingetrofpen. Im Anschluß daran ist nachstehende Nachricht von Interesse: Rom, 22. März. Nach einer Meldung des „Messa- gero" wird sich der Minister des Auswärtigen Prine tti morgen abend nach Mailand begeben. Wien, 22. Mär^. Eine römische Depesche des „Fremdenblatt" bestätigt, daß der deutsche Reichskanzler Graf Bülow, anläßlich seiner Reise nach Oberttalien, mit den leitenden Staatsmännern Italiens eine Zusammenkunft haben wird, weil dadurch am wirksamsten die Gerüchte von einer bevorstehenden Auflösung des Dreibundes dementiert würden. Sofia, 23. März. Ter Fürst unterzeichnete gestern einen Ukas, nach! dem das Kabinett folgendermaßen rekonstruiert wird: Danew Präsidium und Aeußeres, Sarafow Finanzen, Ludskanow Inneres, Radew Justiz, General Paprikow Krieg, Christo Todorow Unterricht, Abra- schew Handel und Ackerbau, Nikolaus Constantinow össent- liche Arbeitern Sämtliche Mitglieder des Kabinetts sind Zankowisten. Petersburg, 23. März. Ein heute bekannt gegebener kaiserlicher Ukas ermächtigt den Finanzminister zur Aufnahme einer Anleihe von 393000000 Mark. Kolitilche Cagesschau. Koloman v. Tisza P. In Budapest ist am Sonntag früh nach zweitägiger Agonie Koloman Tisza gestorben. Die Leichenfeier findet am Dienstag statt. Tisza hat interessante Memoiren hinterlassen, die demnächst publiziert werden sollen. Koloman Tisza ist ein hervorragender Vertreter des Magyarentums gewesen. Er war 1830 geboren, studierte die Rechte und widmete s'ichi dem Staatsdienste. 1848 war er im Unterrichtsministerium beschäftigt. Während der Re- attionszeit bekämpfte er den Wiener Absolutismus, und als Calvinist das gegen den Protestantismus gerichtete Patent des Grafen Leo Thun vom Jahre 1859. Im Jahre 1861 wurde er ins Abgeordnetenhaus gewählt, wo er sich zum Führer des linken Zentrums machte. 1875 trat er nach Bildung der großen liberalen Partei an deren Spitze und übernahm im Ministerium Wentheim das Ministerium des Innern und wurde noch in demselben Jahre Ministerpräsident, was er bis zum 13. März 1890, eine unerhört lange Zeit, seit nur ganz kurzer Unterbrechung im Jahre 1878, blieb. Hauptausgabe des Tiszaschen Ministeriums war der wirtschastliche Ausgleich mit Transleithanien und die Neuorganisation der österr.-ungarischen Bank. In beiden ist Tisza erfolgreich gewesen und ihm zu einem großen Teile verdankt es Ungarn, daß es in der Politik der Gesarntrnon- archie eine entscheidendere Rolle spielt als das zerrissene Oesterreich. Vom südasrtkanischnn Kriegsschauplätze liegen heute einzelne überraschende Nachrichten vor. Wir erhielten heute folgende Telegramme: Pretoria, 23. März. Neutenneldung. Mitglieder der Transvaalregierung, Schalk Burger, Reitz, Lucas, Meyer, Krogh und van der Velde find hier von Middelburg mit iSouderzug unter der Parlamentär flagge eingetroffen. London, 23. März. Der „Standard" meldet aus Pretoria: SchalkBurger und d.e übrigen Bureuvertreter wurden in den letzten Wochen bei Nhenosterkop von den Eng- ländern bart bedrängt und beinahe gefangen genommen. Am Freitag Abend sandten sie reitende Boten nach Balmoral, um ihr baldiges Eintreffen dort auzukündigcn. Am Sonntag kamen sie dort an und reisten sofort nach Pretoria. Sie fuhren in Kitchcuer's Wagen nach dem Hauptquartier. Rach einer Unterredung mit Kitcheuer reisten sie alsbald nach dem Orangestaat weiter. Wie „Daily Chrouicle"emeldct, reisten sie nach Kroonstad. Es scheint also, als wenn Schalk Burger mit den anderen Vertretern der Burenregierung mit Kitchener eine Unterhandlung über die Friedensfrage persönlich geführt haben. Ueber das Resultat werden ja wohl die nächsten Tage uns Aufschluß geben. Nach einer Meldung aus Kapstadt haben die Buren- kommandantsn Malon und Maritzcheron ihre Truppen südlich von Viktoria-West vereinigt. Sie sind nunmehr Herren des ganzen Gebietes, das eine Ausdehnung von der Größe Frankreichs besitzt. Die Washingtoner demokratische Pattei beschloß, im Kongreß ein Resolution einzubringen, in der den Buren die Sympathien Amerikas ausgedrückl, England um Fttedens- oerhandlungen ersucht und die amerikanische Regierung zu strengerer Durchführung der Neutralität wie bisher aus- gefordett werden soll. _______________ Aus tziuSi und Aund. Gießen, 24. März 1902. ** Die Beisetzung des Oberstleutnants Herrlein. Am Samstag Nachmittag wurde, wie uns von dort geschrieben wird, Oberstleutnant Herrlein in Fulda an der Seite seiner Eltern zur letzten Ruhe gebettet. Die Beisetzung gestaltete sich zu einer ergreifenden Trauerkundgebung für den Verstorbenen, der in Fulda und in der Umgegend sich eines zahlreichen Bekanntenkreises und großer Beliebtheit erfreute. Zahlreiche Offiziere aus Gießen, Kassel und Fulda waren bei der Beerdigung anwesend, um dem Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Ferner waren anwesend die Spitzen der Behörden, Vertreter des Domkapitels, viele Fuldaer Bürger und Damen und die gesamte Fuldaer Garnison mit der Regimentsmusik. Während der Sarg in die Gruft gesenkt wurde, feuerte die Artillerie drei Ehrensalven über das Grab weg, auf dem später ein förmlicher Hügel von Kränzen, Palmen und Blumen ausgetürmt wurde. Pater Nikolaus aus dem Franziskanerkloster auf dem Frauenberg, dessen Kirche dem Militär zum Gottesdienst angewiesen ist, hielt am Grabe die Trauerrede. Der Franziskaner-Pater hob hervor, daß der Verblichene ein überzeugter Katholck gewesen sei, der, wie er seinem Herrgott treu gedient, so auch treu dem Kaiser und dem Vaterland gedient habe. Auch als Chttst könne der Entschlafene manchem Offtzier als Vorbild dienen. Der Gesang eines Chorals bildete den Schluß der Feier. — Aus dem Leben des Verblichenen sei noch folgendes mitgeteilt: Der junge Herrlein legte 1871 am Gymnasium zu Fulda die Reifeprüfung ab und widmete sich dann dem Militärstande. 1894 wurde er als Vertreter der größeren ländlichen Gutsbesitzer m den Kreistag, 1898 als Abgeordneter des Kreises Fulda in den Kommunal-, bezw. Provinzial - Landtag gewählt. ** Mildem Leichenbestattungswesen beschäftigte sich eine am Samstagabend im Saale des Cafö Leib abgehaltene, von den Vorständen des Sanitätsvereins und der allgemeinen S t e r b e k a s s e einberufene Versammlung. Voraussichtlich wird der neue Friedhof im Laufe dieses Jahres eröffnet; aus diesem Anlaß wird nicht nur eine neue Fried Hofsordnung erlassen, sondern auch das Bestattungswesen im Vergleich zum bisherigen manchen Aenderungen unterworfen. Ter Redner des Abends, Stadtverordneter Krumm, bezeichnete als Wichtigstes Moment der Neuregelung des Bestattungswesens die Ueber- nahme sämtlicher Kosten aus die Stadt, Beerdigung aller Verstorbenen in der gleichen Form und mit gleichen Mitteln, Wie dies bereits in einigen Kantonen der Schweiz geschehe. Es werde für die Folge kaum zu halten sein, daß die Beerdigung aus dem Sterbehause erfolgen könne, obwohl es schwer halten werbe, mit dem Althergebrachten zu brechen, doch fielen diesem gegenüber Bedenken in hygienischer Wie ethischer Beziehung so stark ins Gewicht, daß man sich auch dazu verstehen müsse. Was die sinan- zielle Seite der Frage, ob die Stadt die unentgeltliche Bestattung übernehmen könne, so werde nach seiner Meinung das Budget bei der jetzigen Zahl der Sterbefälle mit etwa 12—14 000 Mark belastet. Für den Fall, daß ein bezüglicher Antrag nicht die Genehmigung der Stadtverordnetenversammlung finden würbe, sei anzustreben die Uebemahme der Bestattungskosten mit Ausschluß des Sarges, Wodurch die Ausgabe sich auf etwa 6—7000 Mark verringern Würbe, oder aber Unentgeltlichkeit für diejenigen, die darum einkommen. Redner wies hierbei auf das Beispiel Offenbachs, wo etwa 26 Prozent sich um diese Vergünstigung bewarben . Zu schämen brauche sich einer solchen Vergünstigung niemand angesichts der Thatsache, daß z. B. auch Freistellen in der Schule vergeben werden, der Staat 1000 Mark pro Jahr für jeden Studenten zuschieße re. Die kostenfreie Beerdigung habe auch «eiinen ethischen Grund; die Stadt erweise damit dem verstorbenen Bürger nno der Bürgerin eine letzte Ehre und erkläre damit, daß -ihr alle gleich lieb uirb wert seien. Wer aber das Bedürfnis! habe, von seinen verstorbnen Angehörigen das Odium der Beerdigung aus städtischen Mitteln zu nehmen, und die Mittel, der Pietät besonderen Ausdruck zu verleihen, der nehme einen oder mehrere Hundertmarkscheine und schicke sie dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege, damit erfülle er einen Akt der Pietät von längerer Tauer als durch einen pompösen LeichenHug, oder kaufe einen möglichst schönen Begrävnisplatz und trage damit Ku den Kosten des Friedhofs bei. Redner faßte oie Anträge, mit denen die beteiligten Vereine an die Stadt herantreten sollten, wie folgt zusammen: 1. Wahrung des Standpunktes vollständiger Unentgeltlichkeit der Bestattungen; falls das vorerst nicht zu erreichen ist, 2. Unentgeltlichkeit mit Ausschluß des Sarges und, falls auch dies vorläufig nicht zu erreichen fei, 3. Gewährung unentgeltlicher Bestattung an diejenigen, die darum einkommen. Die Versammlung erklärt sich nach kurzer Debatte damit einverstanden. **VolksbadundKrankenkassen. Im Anschluß an die Versammlung am Samstagabend im Eafü Leib wurde eine Mitteilung des Vorstandes des Gießener Volksbadesan die Krank en-undDoktorkassen zur Kenntnis gebracht, wonach die den Kassen bisher bewilligte Vergünstigung von 33V« Proz. aus Heil- und Wannenbäder in Wegfall komme, und nur Minderbemittelten auf Grund ärztlicher Verordnung eine 50prvz. Ermäßigung gewährt werde. Den Grund zu dieser Maßregel hat die mißbräuchliche Verwendung der zu ermäßigten Preisen an die Vereine abgegebenen Karten durch Nichtmitglieder gegeben. Stadtv. K rumm, der auch über diesen Gegenstand das Referat übernommen hatte, bezeichnet die Maßregel als antisozial. Es sei bei Gründung des Volksbades die finanzielle Beteiligung der Stadt an dem Unternehmen deshalb mitbestimmend gewesen, daß man Minderbemittelte der Wohlthat billigen Badens habe teilhaftig machen wollen, und vvrauszusehen gewesen, daß dabei fette Dividenden nicht herauskommen. Wenn man als Ersatz für die Vergünstigung die billigen Brausebäder bezeichne, so müsse er bemerken, daß diese nicht von allen Personen vertragen werden könnten; lediglich der wenigen Fälle von Mißbrauch mit den Vollbadekarten wegen die Vergünstigung zu entziehen, heiße wirklich das Kind mit dem Lade ausschütten; es fei z. B. noch niemandem eingefallen, die billigen Volksvorstellungen im Theater aufzuheben, weil sie sehr stark von Leuten besucht werden, die recht gut höhere Preise zahlen könnten. Es sei verständlich gewesen, wenn für die Zurücknahme der Vergünstigung geltend gemacht worden wäre, das Bad rentiere nicht, und dann eine Erhöhung der Badepreise für die Bäder der ersten Klasse beschlossen würde; das Defizit von etwa 4000 Mk. sesi nur zum vierten Teil durch die den Kassen gewährte Vergünstigung veranlaßt, die verbleibenden drei Teile famen auf die Badeklassen, die die Wohlhabenden benutzten; er könne nicht annehmen, daß sich die Stadt mit 00 000 Mk. an dem Volksbad beteiligt hätte, wenn nicht die Absicht bestand, billige Bäder für die Minderbemittelten KU schaffen; die Stadt fei mit verantwortlich zu machen für den durch die Zurückziehung der Vergünstigungen gemachten Fehler. — Zu der Debatte wurde u. a. bemerkt, daß Mißbrauch nicht nur bezüglich der den Doktorkassen gewährten Vergünstigung, sondern auch bezüglich der den Mitgliedern von anderen Kassen (Metzger) gewährten getrieben worden sei, daß ferner gut gestellte Beamte, die den Betriebskrankenkassen zu niedrigen Preisen gewährten Bade karten benutzten, auch wurde gefordert, baß die Stadt sich ihren Kapitalanteil verzinsen lassen sollte, wenn die Den Minderbemittelten gewährte Vergünstigung aufgehoben würde, denn für die Wohlhabenden sei ein Zuschuß aus städtischen Mitteln nicht nötig. Es wurde auf Antrag des Herrn krumm beschlossen, nochmals mit dem Vorstand des Volksbades bezw. dem Stadtvorstand in Verhandlung über die Weitergewährung der Vergünstig- ung zu treten. * * Umgestaltung des Unterrichts in den ländlichen Fortbildungsschulen. Wie wir vor einiger Zeit mitteilten, war untcrm 16. Dezember 1901 seitens des Großh. Ministeriums Abt. für Schulangelegenheiten der Versuch genehmigt worden, „die Durchführbarkeit des dem 'Antrag des Abg. Kühler-Langsdorf (Umgestaltung des Unterrichts indenländlichenFortbildungsfchulen betreffend) zu Grunde gelegten Entwurfs eines Lehrplans für den Unterricht in der Fortbildung schu le zu ermitteln, sowie festzustellen, inwieweit es möglich fei, den landwirtschaftlichen Stoff zu bearbeiten ohne den durch den alten Lehrplan vorgeschriebenen Fächern zu schaden." Zu diesem Zwecke wurde seitens der Herren Lehrer Lei dich zu Langsdorf und Direktor Dr. v. Peter zu Friedberg im Winter 1901/02 das erste Jahrespensum, die Lehren vom Boden, vom Boden als Pflanzenerzeuger, von der Düngung und von den Fruchtfolgen umfassend, in 14 Stunden des Lehrers Leidich und 10 Stunden des Direktors Dr. v. Peter bearbeitet. Nach Abschluß dieses Pensums fand nunmehr am Samstag, den 22. März die Schlußprüfung statt, an der folgende Herren teilnahmen: Ministerialrat Dr. Eisenhuth von der Schulabteilung, Ministerialrat Braun von der Abt. für Landwirtschaft, Provinzialdirektor Geheimrat v. Bechtold, Kreisschulinspeklor Prof. Lu eins, der Vizepräsident des Hess. Landwirtschaftsrats Oekonomierat Schiente, der Generalsekretär der landwirtschaftlichen Vereine Oekonomierat Dr. Müller, der Obmann des Hess. Landeslehreroereins Abg. Baches, der Nedakteur des „Schulboten für Hessen" Lehrer Nuppel- Düdelsheim, der Schulvorstand sowie die beiden Dozenten Dr. v. Peter und Lehrer Leidich. Die erschienenen Herren waren von den Leistungen der Schule aufs Beste befriedigt. Dementsprechend sollen nunmehr weitere Beratungen im Ministerium nachfolgen, von denen wir hoffen, daß auf Grund derselben dem ganzen Lande Hessen von nun an der Segen beruflichen, hier also in erster Uinie landwirtschaftlichen Unterrichts in den Fortbildungsschulen erwachsen möge, wie er unter der wohlwollenden und förderlichen Leitung des Prof. L u e i u s im Kreise Gießen der Bauernbevölkerung nun zu einem guten Teile bereits zuteil wird. * * Auszeichnung. Dem mit 1. April d. I. in ben Ruhestand tretenden llniversitätSforstgärtner Start T ü r m e r luuibc heute das ihm von Seiner königl. Hoheit in Anerkennung seiner langjährigen Dienste verliehene Silberne kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen vom Rektor überreicht. * * Justizdienst nachrichte n. Gerichtsassessor Hamburger in Butzbach ist als Hilfsrichter an das Amtsgericht Offenbach versetzt worden; an seine Stelle tritt Gerichtsassessor Gläser, oer bisher am Amtsgericht Gießen verwendet wrude. * * Militärdienstnachricht. Oberleutnant Balthasar im 1. Bataillon des 168. Jns.-Reg. in Butzbach wurde zum überzähligen Hauptmann befördert. * * Befitzwechsel. Wie wir hören, ging das Haus Bleichstraße 6 heute durch Kauf in den Besitz der Firma Wallenfels u. Sauer über. • * Die 50er kämen am Samstag Abend im „Postkeller" zusammen, um über die gemeinsame Feier, die vom 21. bis 23. Juni stattsinden soll, zu beraten. Es wurde beschlossen, am 21. Juni in Steins Garten einen Kommers mit Abendessen zu veranstalten. Am 22. soll ebendaselbst ein Frühschoppen stattsinden. Die Feier findet ihren Abschluß am 23. durch einen Ausflug mit Familie nach dem Philosophenwald, bei dem ein Gruppenbild sämtlicher Teilnehmer aufgenommen werden soll. Da zufällig am Samstag einige Mitglieder ihren Geburtstag hatten, wurde die Stimmung bald eine recht feuchtfröhliche, und die Zeit war bereits sehr vorgerückt, als man auseinanderging. * * Verhaftungen. Am Samstag wurde gegen Abend hier ein von der Polizeibehörde Dillenburg gesuchter Metzgerbursche, über dessen Personalien auf telephonischem Wege dem hiesigen Polizeiamt Mitteilung gemacht wurde, am Bahnhof festgenommen. Kurz vor seinem Weggange hatte er seinem Meister Fleisch- und Wurstwaren entwendet und auch noch einen Geldbetrag abgeschwindelt. Einen ziemlich großen Schinken, sieben Würste und zwei Flaschen Cognac fand man bei dem sauberen Früchtchen noch vor. — Zwei in Frankfurt a. M. unter sittenpolizeilicher Kontrolle stehende Frauenzimmer, die sich am Samstag Abend in ungehöriger Weise in der Bahnhofstraße umhertrieben, wurden in Haft genommen. Sie erklärten bei ihrer Vernehmung, daß sie von einem hiesigen Wirt in Frankfurt a. M. verleitet worden seien, nach Gießen zu kommen, um bei ihm als Kellnerinnen einzutreten. * * Bubenstreich. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde der an einem Hause der Schulstraße befindliche Postkartenautomat in frivoler Weise beschädigt. ♦ * Sch lagere i. Gestern abend kam es auf dem Kirch enplatz hier zwischen ^wei hiesigen Handwerksgesellen zu einer Schlägerei, wobei Der eine derart am Stopfe verletzt wurde, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Tie Sache wurde zur Anzeige gebracht. * * Ruhestörer. In der Nacht vom Samstag aus Sonntag bekam ein in der Großen Mühlgasse wohnender Arbeiter mit seiner Ehefrau Streit, wodurch die Nachbarschaft gestört wurde. Als die Frau um Hilfe rief, begaben sich einige Mitbewohner des Hauses in die Wohnung der Streitenden, um Ruhe zu stiften. Bei dieser Gelegenheit wurde der streitsüchtige Ehemann nicht unerheblich am Kopse verletzt, sodaß er sich in der Klinik verbinden lassen mußte. — Auch in den Neuenbäuen und in der Weidew- gasse kam es in derselben Nacht zwischen einer Anzahl junger Leute zum Streit, der aber ein schnelles Ende nahm, als zwei Schutzleute hinzukamen, da die Streitenden das Hasenpanier ergriffen. * * Versteigerung. Morgen soll ein anscheinend wertvoller, schwarz und weiß gestreifter Spitzhund, der herrenlos umherlief, auf der Polizeiwache meistbietend versteigert werden. "* Auch eine Versteigerung. Bei der Versteigerung der Hofraithe der Weidig'schen Erben, Große-Mühlgasse, die am Samstag vor dem Ortsgericht stattsinden sollte, wurde ein Gebot überhaupt nicht abgegeben, Die Eigentümer verlangen für das Grundstück 30 000 Mark. — Auf den ca. 600 Quadratmeter großen Garten am Allen Steg diesseits der Oberhess. Bahn, ebenfalls den Weidig'schen Erben gehörend, wurde ein Gebot von 1200 Mark abgegeben. Maurermeister Pfaff bot, nachdem der Zuschlag hierzu nicht erteilt worden war, für den Garten 2500 Mark, aber auch dieses Angebot wurde nicht angenommen. — Eine der Weidig'schen Wiesen von 1300 Quadratmeter Flächeninhalt, wurde dem Höchstbietenden, Mühlenbesitzer Will). Möser, für 910 Mark zugeschlagen. * * Ter Eierhandel auf unseren Wochenmärkten soll schärfer kontrolliert werden. Es soll dauernd die Anordnung wie wir erfahren, getroffen werden, daß die Händler mit frischen Landeiern, in Zukunkt vollständig gesondert von denjenigen Ständen erhalten, auf denen nur Kisten- oder Kalkeier feil gehalten werden. Man hofft, so dem Schwindel, der vielfach mit Erfolg getrieben wird, daß nämlich ausländische Eier für hiesige Landeier verkauft werden, wirksam zu begegnen. Der Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen hat übrigens Prämien ausgesetzt für die, welche solche Täuschungen zur Anzeige bringen, so daß Bestrafung erfolgen kann. * * Prciswettbcwerb in Vetäubnngsapparaten für Kleinvieh. Unserem in der Samstagsnummer veröffentlichten Bericht über den Preiswettbewerb fügen wir noch folgende Einzelheiten hinzu: Unter den von 195 Bewerbern eingelieferten Apparaten wurden nur 28 zur engeren Wahl zugelassen. Der 1. Preis von 5000 Mk. wurde geteilt, und zwar erhielten die Adler-Waffenwerte in Zella-St. Blasii den Preis la, 3000 Mk., und Waffenfabrikant Flesser in Hof den Preis 1b, 2000 Mk. Der 2. Preis, nicht der 3., siel auf den Liebeschen Apparat, der, wie uns mitgeteilt wird, von Mechaniker A. Bauer, beschäftigt bei der Firma Wilhelm Spörhase in Gießen, nach den Angaben des Schlachthofdirektors Liebe hergestellt wurde resp. hergestellt wird. Er führte auch den Apparat in Leipzig praktisch vor. Außer diesen Preisen wurden noch Geldprämien von je 500 Mk. und lobende Anerkennungen verteilt. Wie selbst bedeutende Fachleute bei der Preisbewerbung in Leipzig erklärten, kann als einziger für den Großbetrieb geeigneter Apparat nur der Liebe'sche angesehen werden, und es war wohl nur die große Preisdifferenz, die den beiden vorerwähnten Apparaten den 1. Preis verschaffte. Es dürfte unsere Leser interessieren, daß Direktor Liebe seinen Apparat noch einmal hier praktisch vorführen will, um ihn durch hiesige Fachleute und geeignete Persönlichkeiten auf feine Verwendbarkeit im Großbetrieb prüfen zu lassen. — Die Bewerber stammten nicht nur aus Deutschland; auch das Ausland war zahlreich vertreten, so Holland, Belgien. Italien, Oesterreich-Ungarn, die Schweiz und England. n. Wiescck, 22. März. Heute wurde hier der Grundstein zu einem Fabrikgebäude gelegt, dessen Besitzer Zigarren- fabrifant G. Günther, Teilhaber der Firma „Meyer u. Günther", wird. § Vuhbach, 23. März. Unser Stadtvorstand hat nunmehr die Erbauung eines neuen Spritzenhauses beschlossen. Es wird auf dem freien Platz hinter der Viehmarkthalle längs der Korngasse errichtet werden und kommt nach dem Voranschlag auf etwa 10000 Mark. st. Butzbach, 23. März. In die hiesige Volksschule sind über 60 Abc-Schützen aufgenommen worden. — Am 5. und 6. Juli findet hier ein größeres Turnfest statt, zu dem unser Turnverein bereits jetzt die Vorbereitungen zu treffen beginnt. t. Altenstadt, 22. März. Ein Mühlknecht aus Klein- Karben war hier damit beschäftigt, Frucht auf den Wagen zu laden. Beim Ausladen des letzten Sackes geriet die an der Seite des Wagens angelehnte Treppe ins Rutschen, und der Knecht siel dabei mit solcher Wucht auf das Pflaster, daß er eine klaffende Kopfwunde davontrug. w. Nidda, 22. März. Der Kriegerverein Nidda beging gestern Abend den 7 0. Geburtstag seines Präsidenten Bechtold durch eine Feier in der „Traube", wobei nach kurzer Begrüßung durch Kamerad Walter Oberamtsrichter Nömheld Herrn Bechtold ob feiner Treue und Gewissenhaftigkeit feierte, ihm noch einen fröhlichen Lebensabend wünschte und namens des Kriegervereins ein großes Gruppenbild des Vereins überreichte. Bechtold dankte gerührt. Noch mancher schöne Trinkspruch wurde ausgebracht. Bechtold ist auch Präsident des Gesangvereins „Sängerkranz" und wurde vor einigen Jahren mit dem Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dekoriert. i. Laubach, 23. März. Wie der Reichsanzeiger meldet, erhielt der Leutnant Georg Reinhard Graf zu Solms- Laubach im Garde-Jägerbataillon das Ritterkreuz des kaiserl. österreichischen Franz-Josefsordens und das Ritterkreuz des königl. niederländischen Ordens von Oranien- Nassau. — Eine betreffs Aenderung der Ferienordnung am hiesigen Gymnasium hier zirkulierte Petition an das Ministerium hat bis jetzt keinen Erfolg gehabt; jedenfalls war es eine Versäumnis, daß die Ellern auswärtiger Schüler nicht um ihre Unterschrift ersucht worden waren. Tarrn stad t, 23. März. Wir brachten kürzlich die Mitteilung, daß bei dem „parlamentarischen Abend" ein Unbekannter im Ständehaus in das Zimmer, in welchem sich der Großh erzog befand, eingedrungen sei unter der falschen Angabe, er wäre ein Korrespondent der „Köln. Zeitung". (Thatsächlich gab er an, er sei ein Vertreter der „Köln. Volkszeitung".) Ter Eindringling ist jetzt, nach den „N. Hess. Volksbl.", in der Person eines Wein reisenden aus Frankfurt a. M. ermittelt, der aus Neugierde nach Mitternacht das Ständehaus betrat. Wie er selbst erzählte, sei er dort wohl für einen Abgeordneten gehalten und mit Sekt reguliert worden, was ihm gefallen habe. Als er dann von berufener Seite barsch befragt wurde, was er hier suche, habe er in der Verlegenheit die falsche Angabe gemacht. Das Ganze entpuppt sich also nunmehr als der Streich eines stark angeheiterten „Reiseonkels". Bingen, 23. März. Ein vor der Stadt am Fuße des Rochusberges belegenes Pul v errn ag azi n der Firma Bretz und H u f hier, ist heute ftüh kurz nach 4 Uhr unter donnerähnlichem Knall in die Luft geflogen. Der durch die Explosion verursachte Luftdruck war so gewaltig, daß in dem dem Schauplatz der Katastrophe zunächst gelegenen Stadtteil, besonders in der Mainzerstraße und dem Bahnhof, fast kein Fenster ganz geblieben ist; einige Häuser haben außerdem noch Schaden genommen. Ob auch Personen verletzt wurden, ist noch nicht bekannt. Der Gesamtschaden ist jedenfalls sehr beträchtlich. Die Detonation, die auf 3 Stunden im Umkreise wahrgenommen wurde, sowie das gleichzeitige Klirren der zertrümmerten Fensterscheiben versetzte die aus dem Schlafe aufgeschreckten Einwohner in nicht geringe Aufregung. Ein altes Ehepaar, dessen Haus in der Nähe des Pulverhäuschens steht, wurde förmlich in den Betten mit Glasscherben überschüttet. Auch in einigen Häusern der inneren Stadt sind die Fensterscheiben zertrümmert worden. Die Explosion ist mutmaßlich auf eine böswillige Thai zurück- zuführen. Verluste an Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen. Bei der Untersuchung des zweiten Pulverhäuschens stellte es sich heraus, daß die Angeln der Thür von böswilliger Hand gelockert waren, und zwar durch Lockern der Schrauben, welche die Schaniere hallen.______________________ Vermischtes. * Posen, 22. März. Heute Nachmittag haben drei Schüler des hiesigen Mariengymnasiums auf der in der Nähe bei Posen gelegenen Lonczmühle Selbstmord versucht, vermutlich wegen schlechter Zeugnisse. Zwei davon, namens Bandurski und Sikorski, fanden ihren Tod; der Dritte, Driwenski, ist leicht verletzt. "Straßburg i. Els., 23. März. Von den bei dem Postdiebstahl abhanden gekommenen 34 000 Mark wurden gestern 20000 Mark in einem Briefkasten am Haufe des Postamts 1 vorgefunden. — Der Dieb ist gestern Abend in der Person eines Postbeamten vom Postamt I fest genommen worden. Der Mann ist geständig. Das Geld ist vollständig wieder zur Stelle gebracht. Brüffcl, 23. März. Der Direktor im Kriegsministerium Generalmajor Hennequin hat sich erschossen. — '11 ....................... । III ' Arbeiterbewegung. Toulon, 23. März. Ein Teil der städtischen Arbeiter ist wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Die Ausständigen drohen, die Arbeitswilligen an oer Arbeit zu verhindern; es werden aus diesem Grunde Milllärposten ausgestellt werden. TifliS, 23. März. Die amtliche Zeitung „Kawkas" teilt mit: Nachrichten aus Batum zufolge stellten die Arbeiter der Roth- schi ld'schen Werke am 17. März die Arbeit ein, ba ihre völlig ungesetzlichen Forderungen abgelehnt wurden. Die Werke sind nunmehr geschlossen. Am 21. März versammelten sich 300 Arbeiter vor dem Polizeiamt und verlangten die Freilassung der am 20. März verhafteten Rädelsführer der Bewegung. Die Versammelten kamen der Aufforderung der Polizei, auseinanderzugehen, nicht nach. Mehrere Personen wurden verhaftet. Am 22. März versuchte die Menge, die Verhafteten zu befreien und griff die am Gefängnis aufgestellte Kompagnie an. Die Leute schossen und warfen Steine auf die Soldaten, die in der Not» wel)r feuerten. Ein Soldat wurde verwundet, 30 Ruhestörer sind getötet. Tendenz: fest. Gegen Schnupfen: Forman-Aether-Watte (Dose 3 Pfg). 2025 8u/o Mexikaner , , 41/2Vo Chinesen . . Electric. Bchuckeri . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diskonto-KommancGt, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . « Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn « Lombarden . * * Gotthard bahn . . , Laurahütte « . » • Bochum . , « » ♦ Harpener . . • . 100.80 44.45 28.40 113*20 44L0 26.60, 88.90 U0XX>' 219*70 194.90 14.L2O 13820 157.10 145.00 18.50 168.00 201.80' 197.50 166.00 40/j Italien. Rente . . . 4*/2% Portugiesen . . , 30/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose ...... 4°/0 Oriech. Monopol.-Anl. 47»% äussere Argentiner Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 21. Diärz. (Per transattmttischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Hannover, Kapitän C. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremer,, ist gestern 12 Uhr nachts wohlbehalten in Newyort angetommen. S^o/o Reichsanleihe 3% do. 8>/,o/o Konsole . 3% do. . . SVa0/0 Hessen 3% Hessen . . durch die die hessisches Einkommen, allerdings ftürkrr avsl beabsichtigt, getroffen seien. Durch doppelte Sparsamkeit' müsse man einen Ausgleich herbeiführen. Hehl stellt fest^ daß man in Hessen bur chdie Bewilligung der vielen Neben-, bahnen über seine Kruste gewirtschaftet habe. Neuwied, 14. Marz. Die Fürstin-Mutter -«Wiel»! heute früh 6,30 Uhr gestorben. Loudon, 24. März. Das Budget weist in den Annahmen 145 Millionen und in den Ausgaben 169*/4 MiL, Pfund Sterling auf, mithin ein Defizit von 243/4 Mill. Da die Budgeterhöhungen des Schatzkanzlers in Betreff der Kriegsausgaben zu gering berechnet sind und» ea. 16 Müll- Pfund höher veranschlagt werden muffen, so dürste das bie§» jährige Finanzjahr mit einem Deftzit von 40 Dlllll Pstmt^ Sterling abschließen. Londou, 24. März. „Zentral NewS" veröffentlichen folgendes Telegramm aus Pretoria: Man zweifeü nicht daran, daß Schalk Burgher und seine Begleiter an Küchener mit Friedens-Vorschlägen herantreten werden. Kit- chener befindet sich südlich vom Vaalfluß, wo er gegen Dewet und Delarey operiert. Die Delegation wurde vom Chef der Militär-Regierung empfangen. Sie wird sich alsdann nach dem Oranjestaat begeben, wo sie eine Zusammenkunft mit Lord Kitchener haben wird. Die meisten Blätter; erklären, daß die Meldung und ihre eventuellen Folgen mit größter Reserve behandelt werden müßte. — ,Dailys Telegraph" weist darauf hin, daß die Initiative zu diesem Schritt von den Buren ausgeht und daß die Delegation^ als Bedingung sine qua non gestellt hat, daß sie mit den] übrigen Gruppen der noch kämpfenden Buren m Verbmdung treten dürfe. Die englische Regierung scheint diese Bedingung bewilligt zu haben und diese Haltung muß als ein Beweis betrachtet werden, daß sie auch ihrerseits den Wunsch hegt» in Unterhandlungen zu treten. — Das Blatt erklärt, daß man die Tragweüe des Schrittes der Buren hoch einschätzen müsse. — „Daily Mail" sagt, man müsse vor allem wissen, ob die Delegierten in eigenem Namen oder der noch im Felde stehenden Buren handeln und welche Bedingungen sie stellen. Es wäre auch interessant, zu erfahren, ob die Delegierten auch im Einverständnis mit dem Präsidenten Krüger handeln. — Ein Gefecht soll am 19. März in der Nähe von Mid dell- bürg stattgefunden haben. Die englische Verlustliste, giebt für diesen Tag 9 Tote, 12 schwer und 5 leicht Verwundete an. Das Kriegsamt giebt keine Einzelheiten über diesen Kampf aus. Allem Anschein nach ist das Gefecht ungünstig für die Engländer ausgefallen. Rom, 24. März. Die Unterredung zwischen dem Grafen Bülow und dem Minister Prinetti soll m Peschiercv am Gardasee stattstnden. Couverts mit Firma billigst yruhl'sche Universllatr-vmSerL . 101.85 . 92.60 . 101.80 . 92.40 . 100.25 '. 102*20 Telephonischer Kursbericht Frankfurt » 51.. 24. März 1902. Humoristisches. — WahreGejchichte. Zwei Odenwälderinnen unterhalten sich über reliaiöse Tinge. Da meint zweifelnd dre eme. „Manscht de dann wättttch, daß wer emol m Himmel lumme. „Des wär mir äwer laad," nteint die andre, „wann ich s net ßmal !chönner kriege soll als wie alleweil. Do plogt mer sich jo doch nor for die Zurre. Und seitdem unser Parre uf em Rod fahrt, rs es erseht recht nimmäi schäi uff de Welt. Wann mer do serttg ts mit „Gelobt sei Jesus Christus!" is er mit seine Ewigkeit schunn längscht wirrer beim Deiwel." — (Jugend.) Neueste Meldungen. Origiualdrahtmeldmrgen des Gießener Anzeigers. S. Diarmstadt, 24. März. Die Erste Kammer trat heute zu ihrer 16. Sitzung zusammen. An SteUe der beiden aus dem 2. (Gesetzgeburrgs-Musschuß ausscherdenden Mitglieder, Staatsminister a. D. Starck und Geheimrat Weber werden Fürst zu Solms-Lich und Geheimrat Hallwachs gewählt. Das Haus tritt bei der Beratung des Hanptt- voranschlags sämtlichen Anträgen seiner Ausschüsse ber. Ber Abschnitt 4: „Bildungs- und Erziehungswesen", beantragt Geheimrat Prof. Dr. Schmidt-Gießen, die Regierung möge in Erwägung ziehen, daß die Frage der Umwandlung der a. 0. Professur für Geographie an der Landes- universität zunächst durch den Senat der Landesuniversttat mit Rücksicht auf die Bedürsnisfrage geprüft und rm Sinne dieses Beschlusses im nächsten Budget ein Betrag eingestellt werde. Staatsminister Rothe erklärt sich mtt diesem Jusatzantrag einverstanden. Es folgt die Beratung des Finanzgesetzes. Frhr. H ey l zu H errnsh eim warnt vor weiterer Belastung der Vermögen. Frnanzmrnrster G n a u t h kennzeichriet nochmals die Stellung der Regierung, sucht das Syndikat offenbar nach Möglichkeit auf eine zukünftige Preissteigerung hinzuwirkeu. Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, Berlin. Von dem Rückgang, welche die elektrische Industrie im vergangenen Jahre erfahren hat, gibt auch das Jahresergebnis der genannten Gesellschaft Kunde. Der Bruttogewinn für 1901 betragt Mark 3 099 920 (u V. Mark 4 413 662) nachdem für Minderbewertungen der Effekten inUebereinftimmung am 3L Dezember 1901 über eure Million Mark verwendet worden sind. Die Dwidende wird nut 4 Prozent (t 33. 8 Prozent) vorgeschlagen werden. Märkte. kc. Frankfurt a. M., 24. März. (Orig.-Telegr. des „Gießern Anz.") Amlliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpretse. Wetzen Mk. 17.25—17.50, Kurhessischer Dck. 17.50—00.00, La Plata DU. 17.75—18.00, Kansas DU. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 14.25—14.50, Gerste (Wetterauer) DU. 15.75—16.50, Kleie Mk. 16.75—17.75, Hafer DU. 16.50—17.00, Mais DU. 12.50 bis Mk. 12.75, Weizenmehl 0 Mk. 25.50—26.00, 2. Qualüät DU. 23.50 bis DU. 24.00, 3. Qualität DU. 21.50—22.00, Roggenmchl 0 DU. 22.50—23.00, 1. Qualität DU. 21.25—21.50, Weizenklete DU. 8.75 bis Dlk. 9.00, Roqqenkleie DU. 9.25—9.50, Diatskeime DU. 9L0 bis DU. 10.00, Frankenpsälzer Rieb DU. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. , _ , _ , a kc. Frankfurt a. M., 24. März. (Telegr. Orrg^Dertcht des „Gieß. Anz."). Amtliche ytotienmgen der heutigen Liehmarkt- preise. Zum Verkaufe stmrden 565 Ochsen, darunter 145 aus Oesterreich, 59 Bullen, darunter 3 aus Oesterreich, 893 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 393 Kälber, 336 Schafe und Hannnel, 1383 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 75 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen L Qualüät 65—67 Mk., 2. Qual. 59—62 DU., 3. Qual. 53—55 AU.; Bullen l.Qual. 54 bis 56 Mk» 2. Qual. 49—52 DU.; Kühe 1. Qual. 59—61 DU., 2. Qual. 56—58 DU., 3. Qual. 43—45 Mk, 4. Qual. 32—34 DU., 5. Qual. 30—31 DU. Kälber:!. Qualität 80—82 Pfg.,Lebendgewicht48—50Pf., 2. Qual. 73—76 Pfg., Lebendgewicht 44—47 Pfg., Schlachtgewicht 65—68 Pfg., Schafe: L Qual. Schlachtgewicht 64—66 Pfg., 2. QuaL 53—60 Pfg., 3. Qual. 50—52 Pfg.; Schweine 1. Qual. 66 Pfg., Lebendgewicht 52 -00 Pfg., 2. Qual. 65 Pfg., Lebendgewicht 51 Pfg., 3. Qual. 00 bis 00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gedrückt, bei Kleinvieh gut. Markt: geräumt. Ueberstand unbedeutend. _______________________ Gerichtssaal. L. Gieße«, 22. März. Schöffengericht. Heute hatte sich «n wegen Betrugs bereits zweimal vorbestraftes Dienstmädchen wegen desselben Vergehens zu verantworten. Es stellte üch heraus, daß die Angeklagte eine abgefeimte Schwindlerin ist. Das Mädchen hatte sich in einer hiesigen Famüie als Dtteterm einzuschmuggeln gewußt unter dem Vorgebery. in em« ersten Famüie Wetzlars bedienstet und von dieser, die auf eurer Er- lwlungsreise begriffen sei, beauftragt zu sein, auf chre Kosten wah- rmd ihrer Abwesenheit das Kleidermachen zu erlernen. Alle Aii- aaben beruhten auf SchwindeL Sie wurde zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. — Wegen Zechprellerei zum Nachteil einer hiesigen Wirtin wurde ein hiesiger Tagelöhner m eure Gefängnisstrafe von 1 Monat genommen. — Gegen einen hiesigen Bäckermeister war aus Grund einer Anzeige, daß er seinen GeschabL- bediensteten die gesetzlich vorgeschriebenen Ruh e p a us en nicht einräume, ein Strafbefehl ergangen. Der Meister erhob Einspruch. Diese wurde jedoch als unbegründet verworfen und aus die angesetzte Geldstrafe in Höhe von 15 Mark erkannt. — Em Fuhrmann aus Langgöns und deffen Sohn hatten sich wege,l Tierquälerei zu verantworten. Es wurde chnen zur La,t gelegt. em Pferd mißhandett zu haben. Der Vater wurde fter- gesprochen, der Sohn in eine Geldstrafe von 10 Mark genommen. '__ Erne Geldstrafe von 30Mark wird über einen hiesigen Flaschen- Lierhändler verhängt, weil er sich nicht um die Pflege eines m Zwangserziehung befindlichen Kindes bekümmert hat. § Butzbach, 23. März. Schon über ein Jahr lang wird von zwei hiesigen Nachbarn und Grundeigentümern wegen eures zwischen deren Hoftaithen gelegenen Winkels cm Prozeß geführt. Der Kläger will durch Verlegmig einer Thür am Hause des Gegners Md Abschließung eines genteinschafttichen Durchgangs nach der Mauergasse, sowie Mehrbenutzung desselben rc. in seinem Eigentums-' und Gangrecht durch den Verklagten und die bet diesem wohnenden bezw. verkehrenden Leute gestört resp. beeinträchtigt sein; neben Anerkennung der behaupteten Rechte wird noch Entschädigung und teilweise Herstellung des früheren Zustandes aus dem Gebiet des Beklagten verlangt. In erster Instanz wurde der Kläger nach mehrfachen Verhandlungs- und Beweisausnahmeterminen hier zum größeren Test abgewiesen, weßhalb er Berufung einlegte. Der Prozeß ist z. Z. beim Landgericht Gießen an- 23. März. Vor dem Ehrengerichtshof der Anwaltskammer wurde gestern gegen Justttrctt Dr. Seiko wegen seines vielerörtetten Verhaltens bei seiner Vettercngung tm Sternbergprozeß von 4 Uhr nachmittags bis 1 Uhr nachts Verhandelt. Der Ehrengerichtshof sprach den Angeklagten frei, indem er feststellte, daß derselbe sich in keinem Punkte gegen die Würde seines Standes vergangen habe. — Die Affaire Sand e n und Genossen ist nunmehr soweit gediehen, daß die Anklageschrisl fertig gestellt ist. Man nimmt an, daß die Hauptverhandlung gegen oie sieben angeklagten früheren Bankdirektoren am 1. Ium vor der 7. Strafkammer wird beginnen können. — Die Groß- Lichterfelder Krankenhaus-Affaire bildete heute den Gegenstand eines Ehrenbeleidigungs-Prozesses vor dem Schöffengericht des Landgerichts i. Angeklagt war der Buchdruckereibesitzer und Redakteur des „Telt. 5ireisbl.", Rhode, wegen Beleidigung der Aerzte Dr. Rabenow und Samter. Der Angeklagte erklärte, daß es ihm leid thäte, den Artüel in seinem Blatt veröffentlicht zu haben, und erbot sich, eine Ehrenerklärung abzu- geben. Tie Kläger gingen jedoch auf einen Vergleich nicht ein. Nach kaum halbstündiger Verhandlung verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten zu 300 Mk. Geldstrafe oder 30 Tage Gefängnis sowie zur Tragung der Gerichtskosten. 4% Oesterr. Goldretne 4*/ % Oesterr. ßilberrente 101.60 4% Ungar. Goldrente * . 100.95 Sport. Bei der Ruderregatta zwischen den Studierenden der Universitäten Oxford und Cambridge, wurde Oxford von Cambridge, das in 18 Minuten siegte, mit acht Boottängcn geschlagen. Kandel und Verkehr. UolKswirtschast. Bom Mtneumartt. Ein Londoner Fmanzblatt rechnet heraus, daß die Aktien von zwölf Rhodischen Gesellschaften seit der Erkrankung von Cecil Rhodes um 171488 Lstr. zurückgegangen surd. Die sämtlichen Rhodischen Wette sind während der letzten 4 Wochen um säst 20 Millionen Psund Sterling zurückgegangen. Kommentar überstüssig. Zur «ugarifche« Kouverfiou. Der Plan der Konversion ist derart ausgestellt, daß die gesamte Konversion in 2*/2 Jahren durchgesühtt ist. Der Uebernahmekurs der ungarischen Kronenrente beträgt 95,20 Prozent. Rheinisch-westfälisches Kohlenshudikat. Den Abnehmern des Syndikats wird ettlärt, wenn sie nicht Abschlüsse auf em Jahr machen, sie nach einem halben Jahre höhere Preise zu zahlen haben müssen. Mit den Produktionseinschränkungen und den Ar- bLÜerentlaffungen, die seitens der Zechen vorgenommen werden, Mittwoch den 26. März d. I., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'scken Saale versteigert: Möbel aller Arten, Glas- und Porzellanwaren, zwei Faß Wein, eine Ladeneinrichtung, 1 gold. Damenuhr u. v. a. 2428 Geißler, Gettchtsvollzicher. Stadt. Schlachthaus. Freibank« Heute uns morgen: GchMnsch 56 Pfg. Morgen: SihwemeSeilüi 56 Pfg. 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Oster- Eier- Farben Freunden und Bekannten die achmerzliche Nachricht, dass unser lieber, guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Heidelberg, Deckenbaoh, Giessen, den 24. März 1902. gestern abend 8 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden sankt entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten DK Beerdigung findet Dienstag den 25. März, nachmittags */|2 Uhr, vom Sterbehause, Lahnstr. 14, aus statt. «Nma-Tirmereii. Todes-Anzeige. Wir setzen unsere Mitglieder davon in Kenntnis, daß unser langjährig es, treues Mitglied Heinrich Grün Gastwirt gestern abend verschieden ist. — Die Beerdigung findet morgen, Dienstag den 25. März, nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Neustadt 81, aus statt, und bitten wir unsere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. 2432 Gießen, den 24. März 1902. Der Vorstand. Umform: Tuchrock und Helm. Das Kommando: ' Wigaudt. Liudenstrnth Per 1. Juli ist wegzugshalber der mittlere Stock meines Hauses, bestehend aus 5 Zimmern, Mädchen- und Bodenkammer, Veranda, mit Gesund Badeeinrtchtung, anderweit Die Beerdigung findet statt: Dienstag den W. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Neustadt 81, aus. Heute abend 7 Uhr entschlief sanft nach längerem, schwerem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante setzen wir die Mitglieder des Vereins geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Dienstag den 25. Dlärz, nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Neustadt 31, aus statt. Zusammenkunft daselbst. 2434 9liii Grund des § 20 der Statuten laden wir zu zahlreicher Beteiligung ein. Der Vorstand. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Schwager Km Mm M Kellkel gestern abend 8 Uhr nach langem Leiden sanft entschlafen tft Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. 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