Nr. 70 Erscheint täglich außer Sonntags, Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstscheo Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Unioers.-Buch- u.Steirr- druckeret (Pietsch Erbe«) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprrchanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 1 SÄ. Jahrgang Montag 24. März LOOK Bezugspreis: monatlich 7bPs., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen' monatlich 65 Pf.; durch diePost Ml. 2.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem.« Amts- Md Anzelgeblatt für den Kreis Gießen zeigenteil: Hans Beck. SietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger w Nolitische Wochenschau. 3m Reiche ist es still geworden auf dem Gebiete der Politik, die Osterstimmung fordert ihre Rechte. Die hessischen Oandboten dagegen stehen im Begriff, unmittelbar vor dem Feste noch für ein paar Tage sich zu versammeln zu emsiger Arbeit, nachdem sie bereits für eine Reihe von schönen Tagen ^u ihren heimischen Penaten zurückgekehrt waren, wo Jte die häusliche Beschaulichkeit pflegen konnten. Sie werden morgen uni> übermorgen das an Redelust bisher vielleicht Versäumte nun schleunigst xva&y holen. Man wird außer über den Voranschlag der zweiten Kammer für 1902/03, der noch nachträglich auf die Tagesordnung der morgigen Jubiläums-, oer h u n d e r t st e n Sitzung, gesetzt worden ist, vor allem über die G e t r e i d e- zölle sunsere Regierung sich äußern hören. In der Presse bewegte man sich inzwischen immer noch in bunter Abwechselung zwischen Furcht und Hoffnung einher, die offiziösen Organe des Reiches aber schweigen und warten ab, wie der Hase, nachdem er so weit gekommen ist, ferner läuft. Ihr Herr und Meister, der Reichskanzler Graf Bülow, ist am Samstag bereits nach Venedig abgereist, wo er im vorigen Jahre mit dem italienischen Ministerpräsidenten Zanardelli zusammentraf. In den letzten Tagen hatte der Graf längere Besprechungen mit fremden Botschafterin Ministern und Staatssekretären, darunter auch mit dem aus Amerika zurückgekehrten Staatssekretär v. Tirpitz. Die „Nat.-Ztg." bezeichnet die Meldung, wonach der Reichskanzler sich nach Wien und Nom begeben sollte, um Verhandlungen wegen der Erneuerung des Dreibundes zu führen, als Phantasie. Einzelne Blätter wollten wissen, die Reichsregierung habe, ohne das Ergebnis der Beratungen abzuwarten, die Han delsvertragsverhandlungen mit den benachbarten Staaten bereits begonnen, und es sei ein allseitiges Einverständnis dabei erzielt worden; es stellte sich aber bald heraus, daß diese Meldung den Thatsachcn weit vorauseilte. Die neuerlichen Feststellungen, daß die wirtschaftliche Konjunktur sich, wenn auch langsanr, wieder zu heben beginnt und allenthalben eine Ausgleichung der Nachfrage mit dem Angebot sich bemerkbar macht, snrd Beweis dafür, daß die Verträge auch heute noch ihre Wirkung nicht versagen, sofern nur halbwegs die Gewähr für stabile Pwduk- Lions- und Absatzverhältnisse gegeben ist. Der Besuch des heimgekehrten Prinzen Heinrich in Amerika hat zur Festigung des Vertrauens wieder beigetragen Der deutsche Botschafter in Washington hat das rund heraus erklärt, und die Textilindustrie, die einen Hauptanteil an dem Export nach dem Westen trägt, vermag es zu bestätigen. Insofern hat die Amerikareise also doch einen praktischen Nutzen gestiftet. Der ideelle tritt vielleicht — wenigstens hoffen wir das — später auch noch in die Erscheinung. Die Weltlage ist ganz dazu angethan, den Wert der Freundschaft zwischen zwei Völkern zu erhöhen, selbst wenn diese Freundschaft nicht durch Brief und Siegel verbürgt ist. Hat doch eben erst wieder Rußland gemeinsam mit Frankreich gezeigt, daß es gerüstet zu sein gedenkt, toeim der Augenblick da ist, der die Auseinandersetzung über die Vorherrschaft im Osten unter den Atächten bringen muß. Dem englisch-japanischen Bunde ist ein russisch-französischer Bund mit Bezug auf China gegenübergetreten und man sollte eigentlich, da solchergestalt die Interessen von vier in Ostasien beteiligten Mächten sich o.sfenbart haben, meinen, daß die zwei noch allein stehenden Diächte, Deutschland und Amerika, sich ebenfalls zusammensinden müßten. Vielleicht fördert die Zeit diese Jdeengemeinschast noch und so den Weltfrieden, den aufrecht zu erhalten schließlich allenthalben das gletdhe Interesse besteht. Daß Italien neuerdings Gelüste zeigt, die lange schon vorbereitete Annexion von Tripolis endlich auszuführen und dem Verlauten nach bereits Vorbereitungen dazu trifft, wird von keinerlei Einfluß aus die Konstellation sein, weil 'diese Annektierung mit Vorwissen der zunächst beteiligten Mächte, Englands und Frankreichs, geschieht. Der südafrikanischeKrieg aber wird jetzt bereits leider so sehr als Privatsache Englands betrachtet, daß keine Regierung Neigung verspürt, sich Skrupeln zu machen, was aus den Buren wird. Diese batten denn auch nur noch aus sich selbst und haben bisher den Mut noch nicht verloren, viel weniger die Hoffnung, den Krieg doch noch zu einem für sie und chr Land günstigen Ende zu führen. Die Reise des englischen Feldmarschalls Wolseley nach Südafrika deutet, trotz aller Redensarten von dessen „rein privaten" Absichten, fast daraus hin, daß die Hoffnung nicht unberechtigt ist. Bemerkenswert ist, zur Beurteilung englischer Siegesdepeschen, daß, wie aus Burenquellen mitgeteilt wird, die Verluste der Buren bei der Einnahme der Veste Jtala im ganzen 20 Tote und 37 Verwundete betrugen, während Kitchener seinerzeit meldete, die Buren hätten 200 Tote und 300 Verwundete gehabt. Ebenso hätten die Buren bei der Zerstörung der Kolonne Benson nur 13 Tote und 40 Verwundete gehabt, während Kitchener von 54 Loten und 100 Vcrwurcdeten berichtet hatte! In China gährt es allerdings auch wieder bedenklich und der Telegraph weiß von blutigen Schlachten zu berichten, die zwischen Aufständischen und kaiserlichen Truppen geschlagen und zu Ungunsten der letzteren ausgefallen sind und die Stadt Kantschou in Kwantsung in die Hände der Rebellierenden gebracht haben. Aber zunächst liegt für die Mächte noch keine Veranlassung vor, sich da hineinzumischen, wie wir überhaupt auf dem Standpunkt stehen, daß der amerikanische Vorschlag, der chinesischen Regierung internationale Truppen zur Niederwerfung des Aufstandes zur Verfügung zu stellen, durchaus voreilig, nicht nur, sondern gänzlich uvdiskutabÄ war. Ohne zwingende Not sollte man sich nicht in die inneren Verhältnisse des Riesenreiches mischen, vielmehr darnach streben, die Lasten, die durch die vorjährigen Ereignisse auferlegt worden sind, möglichst bald abzuschütteln. Das wäre für die an der verflossenen ostasiatischen Expedition beteiligt gewesenen Länder auch eine Art Auferstehung, eine Erlösung von Sorgen und allerlei sonstigem Ungemach, für die Völker ein politisches Ostern, wie's besser raum zu wünschen. Nolitische Tagesschau. Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Die Verhandlungen zwischen Hessen und den zehn Staaten, die zusammen Unternehmer der Thüringisch - Anhaltischen Staatslotterie sind, sind, wie uns die „Dresd. Nachr." mitteilen, zum Abschlüsse gelangt und haben zur Errichtung einer gemeinschaftlichen Lotterie unter dem Nainen Hessisch- Thüringische Staatslotterie und unter dem Direktorat des Organisators der hessischen Landeslotterie, Geh. Finanzrat Dr. Götz, mit Beibehaltung des Sitzes der letzteren, Darmstadt, geführt. Diese Vereinigung bedeutet für das Lotteriewesen in Deutschland einen Fortschritt, darf sie doch, wie erst kürzlich (1. März) im preußischen Abgeordnetenhause ausgeführt worden ist, nach bereits vorher erlangtem Anschluß von Oldenburg als ein weiterer wichtiger Schritt zur Beseitigung der übergroßen Lotteriekonkurrenz und sonstiger Lotteriemißstände angesehen werden. Denn es wird nunmehr eher gelingen, wenigstens die drei größten mit großen eigenen Absatzgebieten versehenen Lotteriestaaten Preußen, Sachsen und Hessen-Thüringen zu der angestrebten gegenseitigen Loszulassung unter der Bedingung gleicher liberaler Betriebsbedingungen zu gewinnen, als es bisher möglich gewesen wäre. Eine solche sogenannte Lotteriesreizügigkeit verbunden mit dem Ausschlüsse weiterer Losvermehrungen und gesetzlichen Vertriebs- und Spielverboten allen anderen Lotterien gegenüber würde Absatzschwierigkeiten erleidigen. Wie dem genannten sächs. Blatte mitgeteilt worden ist, ist die Erreichung einer solchen Lotteriefreizügigkeit durch eine gemeinsame Lotteriegesetzgebung der drei genannten Staaten das nächste Ziel des Direktors der nenen Gemeinschaftslotterie. Derselbe scheint eine glückliche Hand zu haben. Die im Jahre 1900 von ihm errichtete hessische Landeslotterie hat sich nach nur viermaliger Ausspielung von 33 000 Losen zur demnächst beginnenden 5. Lotterie schon auf 55 000 Lose erweitert und damit den Beweis für die Vortrefflichkeit ihrer Einrichtung erbracht. Kommt es zur Lotteriesreizügigkeit m Bezug auf die obengenannten drei Staatslotterien, so würden die Spicllustigen in dem alsdann in Frage kommenden Absatzgebiet die Wahl zwischen drei sehr verschiedenartig eingerichteten Lotterien haben. Die preußische spielt vier Klassen, die sächsische fünf Klassen, die hessische Lotterie sechs Klassen aus. Die ersteren beiden spielen unter dem Stichwort: Jedes zweite Los gewinnt, die hessische hat den Grundsatz zum Motto gewählt: Wer spielt, will mehr als den Einsatz gewinnen, darum bietet sie mehr wirkliche und weniger Ginsatz- gewinne. Bei einer solchen Lotteriesreizügigkeit der genannten drei Staaten würden die verschiedenartigen Wünsche und Bedürfnisse in vielseitiger Weise besriedigt, was bei der von manchen Theoretikern gewünschten Einrichtung einer Reichslotterie nicht'möglich sein würde. Eine Badegeschichte. In der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 15. d. M. trug der polnische Abg. v. Czarlinski eine Badegeschichte vor, die geeignet ist, das größte Aufsehen zu erregen. Rach dem stenographischen Bericht äußerte der genannte Herr: „Bei Pleschen hat die Mühlenbesitzerin Frau Jonas eine Badeeinrichtung eröffnet mit der Anordnung, daß bis Mittag Frauen und nachnüttags Männer baden sollen. Eines Sonntags des verflossenen Jahres begaben sich drei junge Damen mit höherer Biidung und aus den besseren Ständen der dortigen Stadt nach der Muhle, um zu baden. Ein paar Minuten nach 12 Uhr kam nun der Kreisschulinspektor Neuendorf mit seinem Sohn, der vor kurzem das Abiturientenexamen gemacht haben soll, und unwillig darüber, daß die Badebude noch verschlossen war, brach er sie mit Gewalt aus, nahm dieKleidungs stücke der jungenDamen undb rächte sie auf eine unweit gelegene Wiese, so daß diese armen Wesen genötigt waren, in dem K o st ü m der Stammmutter des menschlichen Geschlechts bei den Herren v o r ü b e r z u g c h e n u n d u n t e r f r e i e m H i m m e l sich a n z u k l e i d e n. So viel mir bekannt ist aus dem Brief meines Gewährsmannes, hat zum mindesten ein Vater dieser jungen Damen eine Beschwerde bei der Negierung eingereicht. Aber die Regierung war äußerst human; sie schickte einen Kommissar, um die Z u r ü ckz i e h u n g der Sache zu bewirken, und der Kreisschulinspektor soll heute noch an Ort und Stelle sein. Wenn cs daraus ankommt, kann ich die Namen nennen; ich thue es nur nicht mit Rücksicht auf die Damen, denen es gewiß heute noch unangenehm ist, daß so etwas in die Welt gelangt ist." Die preuß. Regierung wird nun wohl die Sache nochmals untersuchen müssen. Juden als Landwirte. In diesen Tagen hielt in Berlin Dr. Ernst Tuch, der Generalsekretär des Vereins zur Förderung der Bodenkultur unterdenJuden Deutschlands einen Vortrcrg über die Bestrebungen und Ziele des Vereins. Der Redner betonte hauptsächlich, daß die moderne Judenfrage vornehmlich als eine mirtschaftliche Frage zu betrachten, und daß mithin auch ihre Lösung mit wirtschaftlichen Mitteln zu erstreben sei. Der kaufmännische Mittelstand dem die Juden auch heute noch in überwiegender Majorität angehören, werde durch “ die moderne Entwickelung, so zum Beispiel durch die erhebliche Erleichterung des Verkehrs, die täglich wachsende Zahl der Konsumvereine, das Emporsprießen gewaltiger Waren- bäuser und Riesenbazare, außerordentlich bedrängt. Alle diese Faktoren hätten das gemeinsame Ziel, Produzenten und Konsumenten in unmittelbaren Konnex mit einander zu bringen und den Zwischenhändler auszuschalten. Daher müsse der Kaufmannsstand entlastet werden. Für die Juden aber fönte noch die besondere Zwangslage, in welche sie durch die antisemitische Bewegung versetzt werden, hinzu. Es müßten daher neue Erwerbszweige gesucht werden. Nach eingehender Darlegung d:r verschiedenes Berufe kam der Redner zu dem Schluß, daß aus-- schließlich die Landwirtschaft in der Lage sei, größere Massen der Juden auf zu nehmen. Alle Einwände, welche hiergegen erhoben werden, und die sich entweder aus die vielfach als prekär angesehene Lage der deutschen Landwirtschaft oder auf die mangelnde Befähigung und Neigung der Juden für diesen Beruf stützen, wurden als nicht stichhaltig nachgewiesen. Als die Folge der Schaffung eines starken jüdischen Bauern- st a m m e s in Deutschland wurde außer der Unschädlichmachung des Antisemitismus die physische Kräftigung, die Stärkung des Selbstbewußtseins und vor allem die Hebung der sozialen Lage der Gesamtjudenheit Deutschlands hervorgehoben. Nach diesen theoretischen Darlegungen ging der Redner aus die Thätigkeit des BodenkulturvereinZ über. Dieser zähle bereits über 1200 Mitglieder. Auf dem von der Bodenllrlturgesellschast erworbenen Gute Neuhof bei Posen werde der Verein jüdische Eleven praktisch in der Landwirtschaft ausbilden, um sie dann als selbstständige Bauern anzusiedeln. Der Tabakkrieg in England spitzt sich zwischen den beiden kriegführenden Gruppen, den englischen, zur Imperial Tobacco Company zusammengetretenen Groß-Fabrikanten und den Amerikanern, die einen Trust zur „Eroberung Englands" gebildet hatten, immer schärfer zu. Auf beiden Seiten wird mit nach Millionen zählendem Kapital gearbeitet und auf beiden Seiten buhlt man um die Gunst des Publikums und der Detaillisten, die natürlich nicht umsonst zu haben ist. Die Imperial Compagny spekuliert auch auf die eingerissene imperialistische Strömung und den Patriotismus des rauchenden Teiles des britischen Volks und rief um „Unterstützung der britischen Industrie". Beim Publikum und bei den Tabakverschleißern versing aber dieser Zuruf um so weniger, als die Amerikaner darauft hinwiesen, daß sie in ihren auf englischem Boden errichteten Fabriken, die von englischen Arbeitern und mit englischem Baumaterial gebaut wurden, in England verzollten Tabak von englischen Arbeitern verarbeiten lassen. Tie Raucher blieben dabei, zu rauchen, was ihrer Tasche und ihrem Geschmack am besten behagte. Es begann nun die Preisschneiderei. Man sing an, sich gegenseitig zu unterbieten. Die Amerikaner setzten ihre Preise gleich um 25 bis 40 Prozent herab, und die Engländer mußten Schritt halten. Das rauchende Publikum hatte natürlich nichts dagegen einzuwendcn, die Verschleißer aber sanden, da der Umsatz nahezu derselbe blieb, daß sich ihre Brutto-Einnahme und damit ihr Gewinn verminderte. Sie wurden unzufrieden und jetzt begann die Konkurrenz zwischen den beiden feindlichen Lagern auf dem Gebiete der Einräumung besserer Bezugs- und Verkaufs-Bedingungen. Die Amerikaner waren auch da der „Imperial Company" überlegen und die letztere entschloß sich nun, die Detailiften für sich zu gewinnen und für die Erzeugnisse der englischen Fabrikanten ein Monopol zu schassen. Den Verschleißern wurde ein Anteil am Reingewinn von 50 000 Pfund Sterling in Baar in Aussicht gestellt, falls sie sich verpflichten sollten, nur Tabake, Zigarren und Zigaretten der zum Verbände der Imperial Compagny gehörenden Fabrikanten zu verkaufen und die amerikanischen Firmen, kurz gesagt, zu boykottieren. Es gelang, die große Firma Salmon u. Glückstein, die in London 150 der größten Läden besitzt, durch Ueberlassung von Aktien der Imperial Company und einen großen Bonus nach Maßgabe des Jahresumsatzes, dafür zu gewinnen. Den Ainerikanern wurde etwas bange und chre leitende Firma, Ogden u. Co. in Liverpool, deren Fabrik die größte in England ist, beautwortet nun den Antrag der Engländer an die Verschleißer damit, daß sie ihnen bezüglich der Bezugsquellen keine Vorschriften macht, ihnen ganz freie Hand läßt, den Verkäufern dec Ogden'schen Tabake und Zigaretten (der beliebtesten Marke unter dem Gros der Raucher) aber die Verteilung eines Bonus von 200 000 Pfund Sterling jährlich nebst dem ganzen Reingewinn der nächsten 4 Jahre, der über 41 000 Pfund Sterling pro Jahr beträgt, in Aussicht stellt! Den 50 000 Pfund Sterling der Imperial Compagny, die an Zwangsbedingungen gebunden sind, stehen somit schon vor einer einzigen, allerdings der größten der drei amerikanischen Firmen über 963 000 Psund Sterling oder annähernd 20 Millionen Mark gegenüber. Publikum und Händler fahren darum bei diesem Tabakkriege nicht schlecht; die Presse auch nicht, da die Konkurrenten ihre Schlachten auch täglich in ganze Seiten füllenden Inseraten schlagen. Alles fragt sich aber, welche Gewinne muß die Tabakindustrie abgeworfen haben, wenn die Fabrikanten jetzt solche Opfer bringen können und dabei noch immer auf einen Gewinn rechnen! Parlamentarisches aus Hessen. Ter erste Ausschuß der Ersten Kammer hat sich Ttrit dem Hauptvoranschlag für das nächste Etatsjahr befaßt und ist in verschiedenen Fällen zu anderen Entschlüssen gekommen als die Zweite Kammer. Tie StandeSherren re. haben sich für Wiederherstellung des Regierungsantrages bezügl. der Gendarmerie, gegen die Umwandlung der außerordentlichen Professur für Geographie unserer Universität in eine ordentliche, gegen den Schulgeldbeschluß der Zweiten Kammer, für Bewilligung einer größeren Summe für die.Hofbibliothek, für einen beträchtlichen Betrag fürs Landesmujeum ausgesprochen. Die Regierung soll ersucht werden, über die Verwendung der für die Viehzucht genehmigten Staatszuschüsse der Ersten Kammer einen eingehenden Bericht zugänglich zu machen, aus welchem die. Ueberweisung an die einzelnen Provinzen und die bedachten Viehzüchter ersichtlich ist, und in iftnen Nachweise über die erzielten Erfolge enthalten sind. Mit dem Institut der Kreisgeometer ist der Ausschuß der Ersten Kammer einverstanden. Tie Zweite Kammer hatte nach dem Antrag des Abg. Diehl beschlossen, daß die Verwendung staatlicher Mittel zur Bestreitung der Vorlagen für die Einfuhr von Zuchtfohlen aus Oldenburg und Belgien dahin erweitert weiche, daß die hierfür bewilligten Mittel auch für däe Einfuhr von Zuchtmaterial aus Rheinpreußen Verwendung finden können. Ta das Bedürfnis für den erweiterten Zweck vom Ausschuß der Ersten Kammer nicht anerkannt wird, beantragt der Ausschuß Nichtbeitritt zu diesem Beschluß. Tas Regentschaftsgesetz hat dagegen den Beifall der Standesherren gefunden, ebenso die Einführung der obligatorischen stattlichen Viehversicherung. Tas Ministerium hat der Z w e i t e n Kain me r Ueber- sichten über Zahl, Art und Beschaffenheit von Mietwohnungen, Schlaf st eklen und Schlafräumen, sowie über die Zahl der beanstandeten Wohnungen und verfügten Ausweisungen aus den Jahren 1898/99, 1899/1900 und 1900/01 vorgelegt. Dazu wird erläuternd bemerkt, daß fast durchweg eine Verminderung der Zahl der beanstandeten Wohnungen zu konstatieren ist. Nur in Offenbach hat eine Vermehrung der Beanstandungen stattgefunden. Aus Anlaß des von den Kammern an die Regierung wegen Ausdehnung der'Bestimmungen des betr. Gesetzes aus Gemeinden unter 5000 Einwohner gerichteten Ersuchens haben Erhebungen darüber stattgefunden, in welchen Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohner Nachteile infolge des Mißverhältnisses der verfügbaren Wohnungen zu der hohen Beoölkerungzahl drohen oder bereits hervorgetveten sind. Diese Erhebungen haben nur in einem Fall (Alsfeld) zur Ausdehnung des Gesetzes durch Polizeiverordnung Veranlassung gegeben, sodaß zur Zeit das Gesetz auf 35 Gemeinden unter 5000 Einwohner Anwendung findet. Im allgemeinen ist ein Bedürfnis zur Ausdehnung der Bestimmungen des Gesetzes auf kleinere Gemeinden, namentlich solche unter 2000 Einwohner, verneint worden. Nur in größeren Orten mit nicht ausschließlich landwirtschaftlicher Bevölkerung, wird zwar dieses Bedürfnis vielfach anerkannt, eine Ausdehnung des Gesetzes aber wegen des Mangels an geeigneten Mietwohnungen und der damit verbundenen thalsächlichen Unmöglichkeit einer Durchführung des Gesetzes als zur Zeit unthunlich bezeichnet. Ter zweite Ausschuß der Zweiten Kammer hat sich noch einmal über die Regierungsvorlage betreffend den Entwurf eines Gesetzes, die Abänderung des Gesetzes vom 4. April 1888, die Ausführung der Unfall- und Krankenversicherung der in lcurd- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, geäußert. Tie Abgg. Jöckel, Koch, Molthan, Seelinger, Schönberger und Gen. hatten in ausführlicher Darlegung beantragt, „die Kammer kbolle den Gesetzentwurf zur nochmaligen Beratung an den Ausschuß zurückverweisen, eventuell sich dahin aussprechen, daß selbständige Berufs- g e n o s s e n s ch a f t e n für die drei Provinzen unter gleichzeitiger Angliederung der Geschäftsführung an die Dienststellen der provinziellen Selbstverwaltung gebildet werden". — Darauf hatte die Negierung erschöpfend erwidert. Ter Ausschuß hat dann vergleichsweise die Verhältnisse in den Nachbarstaaten geprüft, und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: In Erwägung 1. daß die bloßen Entschädigungssummen eine richtige Grundlage für die Beurteilung der Höhe der Verwaltungskosten der Berufsgenossenschaften nrcht bieten; 2. daß die Höhe der Verwaltungskosten der hessischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft im Vergleich . zu den Einrichtungen gleicher Art in Bayern und Baden nicht durch die Organisation bedingt ist; 3. daß die Verwaltungskosten der hessischen landwirtschaftlichen Berussgenossenschaften nach den oben dargelegten Verhältnissen als ungemein hohe nicht bezeichnet werden können; 4. daß kleinere Berufsgenossenschaften vielmehr verhältnismäßig teurer wirtschaften, wie große, weil ein gewisser Teil des Verwalt- ungsaufwandes eben nirgends entbehrt werden kann; 5. daß daher die in dem Antrag erstrebte Errichtung dreier selbständiger Berussgenossenschaften, — eine für jede hessische Provinz — sich nicht empfiehlt, weil der Mer Berufsgenossenschaft zu überweisende Verwaltungsbereich zu klein sein würde, und weil durch Bildung dreier Genossenschafts-Vorstände und die Beschaffung der nötigen Amts- und Bureaulokalitäten eine abermalige Verteuerung der Verwaltung bedingt würde, da bei der schon eben den Provinzial-Tirektionen obliegenden Geschäftslast die Besorgung der Geschäfte des Genossenschafts-Vorstandes durch Beamte der Provinzialdirektion nicht angängig erscheint, auch dienstliche llmstänbe es nicht als einpsehlens- wert erscheinen lassen, die Persönlichkeiten des Genossenschaftsvorstandes und den Vorsitzenden des Schiedsgerichts -als Beamte derselben Behörde und unter Umständen mit gegenseitiger Stellvertretung ftmgieren zu lassen; 6. daß die eben bestehende Verwaltung den Vorzug der Einheitlichkeit hat, alle Bestimmungen und Festsetzungen nach gleichen Grundsätzen, einheitlich getroffen werden; 7. daß über die Teilung der hier bestehenden einen Berufs- genossenschast in drei Genossenschaften erst nach einem Gutachten des Genossenschaftsvorstandes der Bundesrat zu entscheiden hat, eine den: Antrag der Antragsteller entsprechende Entscheidung aber nach dem Vorgetragenen doch mindestens zweifelhaft erscheinen muß, beantragt er, die Kammer wolle beschließen: den Antrag der Abgg. Jöckel und Gen. abzulehnen, dagegen die Regierung zu ersuchen, bei oem. Vorstand der land- und forstw irisch aft- lichen Berufsgenosscu > haft veranlassen zu wollen, daß Einrichtungen getroffen werden, die geeignet sind, die Verwaltung derselben thunlichst billig zu gestalten. Des Werteren beantragt der Ausschuß, daß 1. dem Artikel 13, Absatz 2, der Regierungsvorlage der folgende Zusatz beigefügt wird: „Die vorstehende Bestimmung, abgesehen von der Verpflichtung zur Angabe der Steuerbelastung, findet auch auf die Besitzer solcher Grundstücke Anwendung, für welche ein Grundsteuerkapital nicht in Ansatz steht, obwohl ein land- oder forstwirtschaftlicher Betrieb hierauf statt- sindel. 2. in Absatz 3 des Artikel 13 die Worte: „dieser Verpflichtung" ersetzt werden durch die Worte: „diesen Verpflichtungen". 3. im übrigen Annahme des Artikels 13. Endlich beantragt der Ausschuß im Einvernehmen mit der Regierung statt der in dem Gesetzentwurf gewählten vielmehr die folgende Ucberschrift zu genehmigen: „Gesetz, die Ausführung der Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen betreffend." Es stehen als Koksten der Zweiten Kammer ausschließlich der Gehaßte der festangestellten Beamten im Hauptvoranschlag pro 1902/1903 zur Verfügung 69 000 Mk. Ter Vorstand beantragt, innerhalb dieses Kredits die Ausgaben wie folgt festzusetzen: 1. Tagegelder und Reisekosten der Abgeordneten 27 000 Mk., 2. Gehalte und Remunerationen 3000 Mk., 3. Stenographisches Bureau 8000 Mark, 4. Truckkosten 20000 Mk., 5. Bureaubedarf, Inventar, Bibliothek re. 8000 Mk., 6. Verschiedenes 3000 Mk., Summe wie oben 69 000 Mark. Aus Position 6 wird dem Präsidenten für die Zwecke der Repräsentation ein Aversionalbetrag von 2000 Mark überwiesen. Ter Vorstand erachtet eine Bestimmung über die Transportkosten für geboten, welche für die Reise auf dem Landwege ohne Postverbindung zu liquidieren sind. Eine Norm war seither hierfür nicht gegeben, wodurch sich in der Berechnung dieser Kosten Verschiedenheiten ergaben. Als Einheitssatz für den gefahrenen Kilometer wurde im Vorstand der Betrag von 60 Pst in Vorschlag gebracht und dieser Satz einstimmig als angemessen erachtet. Der Vorstand beantragt demgemäß: Tie Kammer wolle beschließen, daß für die Reife auf dem Landweg ohne Postverbindung für den einfachen Kilometer künftig 60 Pf. in Ansatz zu bringen sind. Heer urro Flotre. Berlin, 22. März. Unter den vom Kaiser unterm heutigen Datum vollzogenen Personal-Veränderungen in der Armee sind hervorzuhcben: Oberstleutnant und Flügeladjutant Frhr. von Berg ist zum Kommandeur des 1. Garde-Regiments z. F. ernannt; ferner Major von Plüskow, Bataillonskommandeur im 1. Garde-Regiment z. F., zum dienstthuenden Flügeladjutanten; Oberst und Flügeladjutant Frhr. von Plettenberg, Kommandeur des 1. Garde- Regiments, zum Inspekteur der Jäger und Schützen; Generalleutnant von Arnim, bisher Inspekteur der Jäger und Schützen, zum Kommandeur der 2. Garde-Jnfanterie-Division; Generalleutnant von Bülow, bisher Kommandeur der 2. Garde-Jnfanterie-Division, zum General-Quartiermeister; Generalleutnant von Ende, Kommandeur von Berlin, zum Kommandeur der 12. Division in Breslau; Generalmajor von Höpfner, Inspekteur der Marine-Infanterie und Kommandant von Kiel, zum Kommandanten von Berlin. — Durch eine vom Armee-Verordnungsblatt veröffentlichte allerhöchste Kabinettsordre vom heutigen Tage ist bestimmt worden, daß die vierte Kavallerie-Inspektion von Potsdam nach Saarbrücken verlegt wird. Das Attenöekener KislNöaynrrrrgLück vor Gericht ii. Paderborn, 21. März. In der Nachmittagssitzung machte Zeuge Rottenarberter Köllin g Bekundungen darüber, daß an zwei verschiedenen Tagen von Keimberg nochmalige Freimachung verlangt war, was er auch gethan habe, nachdem er sich überzeugt hatte, daß die rückwärts liegende Strecke frei war. — Zeuge Blockwärier Bracke hat auch die Erfahrung gemacht, daß nach Passieren eines Zuges die zurückliegende Strecke nicht frei war. Die Station Paderborn fragte auf dem Morseapparat an, ob der Zug schon durch wäre. Ich erwiderte mit Ja, und daraus kam zurück: Wir sind aber noch nicht freigemacht worden. Meine Antwort lautete darauf: Ich habe sie aber schon längst sreigemacht. Es ergab sich dann, daß der Blockapparat nicht richtig funktionierte. — Rechtsanwalt Lenz mann: Der Zeuge sagt, daß früher nicht die Bestimmung bestand, daß die Blockwärter sich bei solchen Blockstörungen direkt an die Meldestelle wenden sollten: Seit wann besteht diese neuerliche Bestimmung? — Zeuge: (gleit dem Unfall. (Bewegung.) — Regierungs- und Baurat Dome: Das ist nicht richtig, diese Instruktion besteht seit dem Jahre 1899. Der Beamte ist seit 1884 in Dienst. Er mag mißbräuchlich die alte Anweisung gehandhabt haben. —Rechtsanwalt L e n z m a n n: Ich möchte festgestellt sehen, daß die Beamten sich stets nach dem alten instruktionswidrigen System gerichtet und in solchen Fällen das nächste Blockhaus anriefen. — Zeuge Blockwärter Joses .Bracke bekundet ebenfalls, daß der Blockapparat beim Ent- blocken mehrfach nicht funktionierte. Zeuge Blockwärter Gocke bestätigt, daß in den letzten Wochen das Bbocksignal seines Wissens dreimal versagt habe, und zwar zweimal zu Güterzügen und einmal zum D-Zug. In allein drei Fallen sei das Signal ausgeblieben. Sachverständiger Telegraphenmeister Bender: Daß ein Wecker versage, könne vorkommen, es gehöre aber zu den größten Seltenheiten. Auch ein Läutewerk könne versagen, wenn es auch zu den größten Seltenheiten gehöre. Es, seien ihm 18 größere Blockstörungen gemeldet worden auf der Strecke Schirenberg-Keimberg, im letztenn Jahre ist aber keine Störung gemeldet worden. Sachverständiger Stationsvorsteher Reimann vom Schlesischen Bahnhof in Berlin erachtet den Vorfall, daß ein Pferd überfahren sei, nicht für einen Eisenbahnunfall, der nach § 14 der Dienstvorschriften dem Zugführer die Aufstellung von Wachen vorschreibe. Den Vorfall halte er nur für ein kurzes Fahrthinderniß. Das Aufstellen von Wachen und das Signallegen auf 300 Meter Entfernung, wie es der Paragraph vorschreibt, wäre hier mit den größten Zeitverlusten und Schwierigkeiten verknüpft gewesen. Sachverständiger Regierungsrat Dahme: Ich behaupte, daß der Zugführer einen Mann sehr wohl entbehren konnte. Er konnte ihm auch einen anderen mit der Mitteilung, daß er zurückbleiben sollte, nachschicken und beide auf der Strecke lassen; in Altenbeken wäre Ersatz möglich gewesen. Ich behaupte auch, daß ein Beamter wegen einer Verspätung, die die Folge von Maßnahmen aus Rücksichten der Betriebssicherheit ist, selbst wenn diese übertrieben gewesen wären, niemals Tadel, sondern auf alle Fälle Belohnung erhalten würde. Bert.: Ist es dem Sachverständigen bekannt, daß Züge vor Bahnhöfsn oft 10 bis 12 Minuten, bei den Berlrner Vorortzügen sogar bis zu einer halben Stunde hegen bleiben, ohne daß eine Deckung erfolgt? — Sach verständiger Reimann: Jawohl. Sachverständiger Direktionsrat Gey e r: Der Fall zeigt wieder deutlich, daß ein Eisenbahnunglück von größerem Umfange nicht möglich ist, wenn nicht mehrere 95er» fehlungen zusammentreffen. Um nun das Unglim zw einem besonders schweren zu machen, müssen Zufälligkeiten hinzukommen, die sich der Einwirkung der Einzelnen entziehen. Hätte der nachfolgend? Personenzug seine ursprüngliche Verspätung von vier Minuten nicht bis auf eine Minute eingeholt gehabt, so wäre der Unfall, wenn nicht ganz vermieden, so doch nicht von so schweren Folgen gewesen. Der Sachverständige hält es für notwendig, daß der Zugführer den Schlußzug decke; das steht ausdrücklich in den Be- stimmungen. Wenn ein Unfall passiert oder wenn aus irgend einem anderen Grunde der Zug auf freier Strecke einen Aufenthalt erleidet, so hat der Zugführer sofort die nötige Sicherung des Zuges vorzunehmen. Aus den Bestimmungen, die auf Grund des Offenbacher Unfalles erlassen sind, geht hervor, daß die preußische Eisenbahnverwaltung eine doppelte Sicherung verlangt: die Sicherung durch die Blockung und durch Wachen. Der Zugführer habe sich zu überzeugen, daß der Zug sich in sicherer Stellung befinde. Es liegt ein klarer, osfener Verstoß gegen die Vorschriften vor. Die eonditio sine qua non des Blockdienstes ist, daß an einer einmaligen Meldung nichts mehr geändert werden darf. Die dorr bestehende Blockeinrichtung gehört zu den besten. Es giebt zwar eine Einrichtung allerneuesten Datums, bei der der Zug selbstthätig mitwirkt, das sei aber noch nicht ausgeprobt und die preußische Staatsbahnverwaltung habe es in größerem Umsange nicht eingeführt, denn die Blockeinrichtung wirke tadellos. Au den 18 größeren Störungen sei nicht die Blockeinrichtung schuld, sondern j)ie Blockwärter haben sich nicht an dre bestehenden Vorschriften gehalten. Der Abusus, wie er hier vorherrschte, konnte sich nur einbürgern, wenn die Leute sich selbst überlassen blieben. Schließlich beschäftigt sich der Sachverständige mit der Frage, ob der Führer der Schubmaschine hätte fortdauernd pfeifen sollen. Das sei mehr als vorgeschrieben. Wenn ein Unglück verhütet worden wäre, hätte der Mann sicherlich eine hohe Belohnung erhalten. So ganz ungefährlich wäre das andauernde Pfeifen aber auch nicht gewesen, denn es bestand die Gefahr, daß Me Passagiere aus den Wagen herausstürmten. * * Paderborn, 22. März. Nach Eröffnung der heutigen Sitzung durch den Vorsitzenden, Lairdgerichtsrat Kröning, erklärt der Verteidiger^. Rechtsanwalt Barnau-Berlin, er sehe sich genötigt, nach dem Gutachten des Direktionsrats Geyer eine Reihe Beweisanträge zu stellen. Nach längerer Kontroverse werden die Anträge ab gelehnt. Sachverständiger Stationsvorsteher Reimann: Zu einer doppelten Deckung war meiner Ansicht nach der Zugführer nicht verpflichtet. Die einfache Deckung aber war durch die beiden Blockstationen gegeben. f2>ie Ausstellung von Wachen hinter dem Zuge hätte erhebliche Zeit erfordert und war deshalb bei dem kurzen Aufenthaft als zu zeitraubend meiner Ansicht nach unmöglich Der Zugfnhrer ist durch seine Instruktionen angewiesen, bei solchen Vorfällen die Strecke so schnell wie möglich wieder frei zu machen. Als Signal zur Abfahrt kommt in Preußen nur das Pfeifen in Betracht, ein mündlicher Befehl war nicht nötig hinzuzusügen. Der Zugführer mußte absah r e n. Er konnte mit einer Laterne fahren, ja sogar auch ohne Laterne, damit die Strecke so schnell tote möglich frei wurde, da er lvußte, daß der Personenzug Nachfolge. Hätte der Lokomotivführer das gethan, so wäre das ganze große Unglück vermieden worden. Bis Altenbeken wäre er auch mit einer oder ohne Laterne gekommen. Es nahm sodann das Wort der Erste Staatsanwaft Tr. Freese zur Vertretung der Anklage. Die Schuld Kleinhaus kann gar nicht zweifelhaft sein. Er habe nicht nur nach den Vorschriften sich Vergangen,, sondern selbst nach dem Abusus, der dort eingegriffen, war, würde er falsch gehandelt haben. Auch wenn man dem Angeklagten glaube, daß er erst später in die Bude gekommen sei, so daß er das Vorwegzeichen nicht mehr gehört habe, und er erst eintrat, als das Erinnerungszeichen ertönte, so mußte er sich doch aber sagen, daß möglicherweise der D-Zug noch nicht durch sei. Es ist die alte Erfahrung, wenn beim Gericht der Kanzlist zu denken ansängt, so macht er Dummheiten; das ist hier auch geschehen. Wenn diese Leute, die rein mechanisch handeln sollen, mal zu denken anfangen, machen sie nichts als Dummheiten. Der D-Zug konnte doch ruckst fünf Minuten vor Keimberg liegen, bevor dieser erinnerte. Ich muß gegen Kleinhans nach alledem eine Ge^- fängnisstrafe von einem Jahr beantragen. Ich halte bei Meyer eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen für ausreichend, lieber das, was Peters gethan hat, kann kein Zweifel herrschen, er hat gegen die Vorschriften über die Deckung der Züge verstoßen. Peters! war unzweifelhaft verpflichtet, zu decken. Unter Berücksichtigung der Haft des Dienstes, der Auftegung und der Unkenntnis der Strecke beantrage er gegen Peters sechs Wochen Gefängnis. Verteidiger Rechtsanwalt Barnau legt dar, daß Peters gegen die Dienstvorschriften nicht verstoßen und an dem Unglück keine Schuld habe. Die öffentliche Volksmeinung verlange eine Aufklärung und mit Recht, sie werde durch die Verhandlung die Aufklärung erhalten, er hoffe aber, nicht im Sinne der Anklage, daß die drei Angeklagten die Ursache des entsetzlichen Unglücks seien. Nicht nur die ganze Oeffentlichkeit blicke hierher, sondern ganz besonders erwarten viele Tausend deutsche Bahn- ßeanite, namentlich aß er die engeren Berufskollegen des angeklagten Thäters Aufklärung, ob sie Jahrzehnte lang nicht als pflichttreue Beamte, sondern fahrlässig gehandelt haben. Er erwarte Freispruch. Peters wurde zu sechs Wochen Gefängnis und Kleinhans zu neun Monaten Gefängnis! verurteilt, Meyer wurde freigesprochen. Tie Urteilsgründe lauten: Das Gericht ist der Ansicht, daß eine Streckensperrung vorhanden gewesen fei, und daß Peters gegen den § 14 der Dienstanweisung verstoßen habe. Er war zur Deckung des Zuges schon des Nebels wegen doppelt verpflichtet. Er wußte, daß der Verkehr auf der Strecke ein sehr starker war. Wenn der Mißbrauch vielfach bestand, war der Angeklagte nicht straf- sich auch hätte deutlicher ausdrücken sollen. Ter Angeklagte hat seine Pflichten verletzt. Der Angeklagte Meyer hat nicht gegen seine Vorschriften verstoßen, wenn er sich auch hätte deutlicher ausdrücken^ sollen, Der Angeklagte Kleinhans mußte wissen, daß der D-Zug noch nicht durch war; er mußte ohne weiteres blocken. Tie Verurteilten legten Revision ein.. Kunst und Wissenschaft lsch, Gerichtssaal 4. Dezember v. I Mr die bemßeheude« Oßer-Feicrtage bringe einen vorzügliche» Bekanntmachung Zpielülan der vwimgten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 25. März, abends halb .7 Uhr: „Hänsel und Gretel". Hierauf: „Cavalleria rasticana.“ Schauspielhaus. Dienstag den 25. Marz, abends 7 Uhr: Zweites Gastspiel des K. und K. Hofschauspielers Herrn Jos. Kainz vom K. und K. Hofburgtheater rn Wien und des Frl. Irene Tnesch vom Deutschen Theater in Berlin: „Rosenmontag." Aus Stadt und Sand. Gießen, 24. März 1902. . •* Personal> Nachrichten. Der Großherzog hat dem ■ Großh. Ordenskanzler v. Her ff das Prädikat „Exzellenz" verliehen, den Veterinärarzt Christoph Hollerbach aus Groß-Umstadt zum Kreisveterinärarzt in Oppenheim ernannt; am 8. März ist dem Hrch. Gottfried W c b e r I, Portefemller, m : Diensten der Firma Eduard Posen u. Co. zu Offenbach, der ; Katharina Santo, in Diensten der Firma Christian Ernst , Ronnecke ebenda und dem Remakel Kiel zu Froschhausen, Zuschneider, in Diensten der Firma Jakob Schönhof zu Offenbach, das Allgemeine Ehrenzeichen mtt der Inschrift 1 Für treue Arbeit", verliehen; am 22. März ist der ständige Hilfsarbeiter bei dent Ministerium der Finanzen Oberfinanz- , affessor Karl Glässing mit Wirkung vom 1. April zum vortragenden Rat in der Abteilung für Steuerwesen des Ministeriums der Finanzen unter Verleihung des Amtstitels „Oberfinanzrat" ernannt; dem mit der Versetzung der Stelle eines vortragenden Rats in der Abteilung für Steuerwesen des Ministeriums der Finanzen beauftragten Regierungsrat Dr. Knell ist der Charakter als „Oberfinanzrat" verliehen. d Garbeuteich, 22. März. Hier macht sich seit einigen Jahren eine rege Bauthätigkeit bemerkbar. Nachdem man im vorigen Jahre 6 Wohnhäuser neu errichtet hat, sind in diesem Jahre bereits deren 5 in Angriff genommen. Wenn man in Betracht zieht, daß Gartenteich noch nicht ganz 800 Einwohner zählt, so ist dies eine ganz stattliche Zahl und zeugt von bedeutendem wirtschaftlichen Aufschwung unserer Gemeinde. — Der Winter war für die Landwirte unserer Gegend äußerst günstig. Winter- getreide steht vorzüglich und hat nur an ganz feuchten Stellen etwas Not gelitten; desgleichen weist Klee nur ganz vereinzelt Schäden auf. Wenn die Witterung sich einigermaßen gestaltet, dürste rine Futternot, wie im vorigen Jahre, nicht zu erwarten sein. Auch die Obstbäume zeigen reiches !Fruchtholz. Darmstadt, 25. März. Prinz Heinrich von Preußen wird zum 28. d. Mts. vormittags hier erwartet. Des Char- freitags wegen wird von jedem offiziellen Empfang abgesehen. — Der Großh erzog empfing am 22. März u. a. den Hauptmann Curt Frhrn. Schenck gu Schweinsberg vom ersten Großh. Infanterie-Regiment Nr. 115, den Oberstabs- und Regimentsarzt Dr. Wende vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, den Bauinspektvr Diehl, den Landgerichtsrat Schmidt von Gießen. •* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die weibliche Abteilung beim städtischen Arbeitsamte in Mainz hat seit der Zeit ihres Bestehens eine stets steigende Zahl von Stellen vermittelt. Besonders stark ist die Entwickelung, seit die Leitung der Abteilung einer Frau übertragen worden ist. Dabei ist als besonders erfreuliche Begleiterscheinung die Thatsache zu konstatieren, daß die Zahl der privaten Gesindevermieter re. seit 1898 von 34 auf 20 gefallen ist. — In Fulda wurde der Laudtagsabg. Geh. Regierungsrat Dr. Goebel von einem Radfahrer überfahren und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. — In der 6. Winterversammlung des Ortsgewerbevereins Darmstadt sprach dieser Tage Rechtsanwalt Dr. Simon über das Thema „Handwerk und Militär". — In Kassel, also ganz nahe .der niederdeutschen Sprach- und Volksgrenze, hat sich eine „Nedderdütsche (Niederdeutsche) Gesellschaft" gebildet. Die Gesellschaft pflegt Sprache, Länderkunde, Geschichte und Schrifttum aller niederdeutschen Stämme. Tunis, 23. März. Ein mehrfach bestrafter Soldat, der wegen Mordversuches zum Tode verurteilt worden war, wurde gestern erschaff en. Bei der Exekution rief er fernen Kameraden zu: „öc " . Leipzig, 22. Ätärz. Das Reichsge vision des Rechtsanwalts Dr. Zames^B Das Darmstädter Pädagogium Darmstadt, Nieder-Ramftädterstraße 28, bereitet in Real- und Gymnasialabtetlungen zum Einjährigen-, Primaner- und Abiturienten-Examen, sowie zum Eintritt in mitt- lere und obere Klassen höherer Lchranstalten vor. Begrün des Sommersemesters: 7. April. 12133] M. E?ia». Handel und Verkehr. DylkswirtschLft. - Gründerprozeß Hilpert. Der Prozeß ist irr Nürnberg mit der Verurteilung des Angeklagten Hilvert zu 4 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 1200 Mk. zu Ende gegangen. Aus dem Orschästsleben. — Gewerbliches Schutzweseu. Eintragsfähige und schütze berechtigte Gebrauchsnnrsler. Aufklärung vom Patentanwalt. SaL Leipzig.' — Die Thatsache, daß das Patentamt weder Neuheit noch Schutzberechtigung von Gebrauchsmustern zu prüfen hat, bringt es mit sich, daß sowohl bekannte Gegenstände als mich solche, dre gar nicht unter das Gesetz gehören, zur Eintragung gelangen. Zu letzteren gehören z. B. solche Neuerungen, die nur eine einfache Materialanderung aufweisen oder eine unbewegliche Sache sind, i B ein Dach oder Decke eines Hauses; ferner sind m der Fläche liegende Anordnungen (Postkarten) nicht schutzberechtigt. Bekanntmachung. Die Rechnung der Stadt Gießen pro 1900/01 nebst Verwalt- unasbericht, sowie die Rechnung des Gas- und Wasserwerks und des Stadterweiterungsfonds pro 1900/01 liegen in Gemäßheit des Art 87 der Städteordnung während 8 Tagen auf dem Burger- meisterei-Bureau - Zimmer Nr. 15 - zu Jedermanns Einsicht offen. In der gleichen Frist können Bemerkungen zu denselben bet uns eingereicht werden. Gießert, am 22. Marz 1902. 2412 Großherzogliche Bürgermeisterei Greßen. Mecum. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische [ Friedhof vom 16. März bis 15. Mai von morgens .6 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet bleibt und datz die auf dem Hviedhof Ve^ weilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. Gießen, den 21. März 1902. 2423 Großherzogliche Burgermeisterer Greßen. Mecum. Am verkehrten Platz Hausfrau/ roerm sie tue Ersparnis darin steht, die billigste Seife tmd das billigste, schlechteste Waschpulver, welches unter Umständen das schädliche Chlor enthält, zu kaufen, artfiatt einer renommierten Ware den Vorzug zu geben, wodurch ihre Wasche lange erhalten bliebe. Gioth's gemahlene Kernseife mit Salmiak und Terpentin ist garantiert unschädlich für die Stoffe, chlorstn und von größter Waschkrast. Prets 15 Pfg. Jedem Packet ist der Name des Fabrikanten, I. Gioth, Hanau O.M., aufgedruckt. 1996 Bekanntmachung, betreffend: Das Betreten der Ufer und Böschungen der Wieseck. Wir bringen hierdurch wiederholt in Erinnerung, daß die Ufer und Böschungen des Wiesecklaufes Eigentum der Stadl sind, und daß daher das betreten der Ufer und Böschungen (namentlich auch im Stadtbereich) Dritten und iilsbesondere den Eigentümern der aufstoßenden Grundstücke nur insoweit zusteht, als dieselben dieses Gelände ein für allemal von der Stadt gepachtet haben oder als zur Einbringung der jeweils ersteigerten Heu- ober Grummet- grasernten innerhalb der dafür beftimnUen Frist erfordert ist. Tas Aufsichtsperlonal ist angewiesen, Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zti bringen. Gießen, am 21. März 1902. . 2417 Großherzogliche Bürgermersterer Greßen. Mecum. Er wurde des fortgesetzten Vergehens der Verschleierung kür schuLia< befunden. Bei der Strafbemessung wurde berücksichtigt, daß baS Vergehen des Angeklagten durch die Gewissenlosigkeit und Lasftgkeck des Aufsichtsrats erleichtert worden sei. — Es ist anzunehmen, daß nun auch der Aufsichtsrat zur Verantworttmg gezogen wirb. — Der industrielle Aufschwung laßt noch immer auf MH warten. Wenigstens ist berselbe nicht in bem erwünschten Maße eingetreten. Dies geht u. a. auch daraus hervor, dag bre Einnahmen der vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen im Monat Februar wiederum einend fall im Güterverkehr gebracht haben und zwar von 2 116 000 ML. Vom 1. April bis Ende Februar betragen die Gesamtemnahmeu Mk. 1238 51200 0 oder Mk. 34 708 000 weniger als m der gleichen Periode des Vorjahres. , , . , , , — Vom Geldmarkt. Der Privatdiskont hat weiter etwas angezogen und die Geldgeber beobachten in Hinblick auf den bevorstehenden Quartalswechsel einige Zurückhaltung, ^.a fedoch der April zahlreiche Dividendenkoupons und auch die Zinsen emes namhaften Teils der deutschen Staatspapiere, tonne anderer festverzinslicher Anlagewerte zur Fälligkeit bringt, so hofft man, baß bie Periobe ber Verteuerung, bie ja an sich nicht sonderlich brückend ist, nur eine vorüdergehenbe sein unb man halb wieder bie Gcldsülle sehen wird, 'an bie man sich schon längere Zeit ge- chießt gut, bamit ich nicht zu leiden brauche." März. Das Reichsgericht verwarf die Re- 2.. I ' ureit aus Leipzig, ber am 4.' Dezember v. I. vom hiesigen Schwurgericht wegen Hausfriedensbruchs und Ziveikampf mit tötliche mA u s g a n g zu 3 W o ch e n G e f än g n is und 3 V- I ah r en tfeft u n g ö - hast verurteilt worden war. Breit hatte am 16. August den Studenten Richard Oettinger im Tiiell erschossen. Getaufte. M atthäu sgem einde. Den 16. März. Dem Fabrikarbeiter Jnnocenz Krack ein Sohn, Rudolf, gehören ben 15. Januar. Dem Weißbindermeister Konrad Dürr em Sohu, Karl, geb. den 16. März. Markusgemeinde. Den 16. Atärz. Dem Briefträger Wilhelm Hahn ein Sohn, Theodor Robert, geh. den 4. Februar. LukaSaemeinde. Den 16. Dlärz. Dem Weift- bindermeister Johannes Fink eine Tochter, Christine Sophie ©r^a, geb. den 12. Februar. Dem Taglöhner Heinrich Barsche! eine Tochter, Marie, geb. den 3. Februar. Dem Heizer Friedrich Schupp eine Tochter, Lina Christine, geb. den 20. Januar. Dem Kutschen Ludwig Lepper ein Sohn, Wilhelm Karl, geb. den 19. Februwc. Dem Friseur Karl Muhl, eine Tochter, Marie Anna, geboren bcu 29. Januar. Johannesgemeinde. Den 16. März. Dean Schneider Kaspar Volland eine Tochter, Käthe Elisabeth, geb. ben 16. Jamlcrr. Dem Schuhmacher Adolf Schwan eine Tochter, Je'.my Luise, geb. den 21. Januar. Dem Schuhmacher Christian Weeg eine Tochter, Emma Elise Susanne, geb. den 13. Februar. Dem Maurer Adam Menz ein Sohn, Ernst Ludwig, geboren, den 23. Februar. Dem Maschinist Heinrich Grcwelius eine Tc^bter, Mathilde Kächchen Johanna Mane, geb. den 6. Februar. Dem. Schloffermeister und Installateur Julius Stohr em Sohn, Albert Karl Friedrich, geb. den 25. Januar. . Beerdigte. Matth äusgemelnde. Den21.März. Äatibartne Rausch, geb. Wagner, Ehefrau des Taglohners Nikolaus Rausch, 44 Jahre alt, starb den 19. März. Markusgemeinde. Stati)arine üahn, geb. Herr, Ehefrau des Briefträgers Wichelm Hahn, 37 Jahre all, starb den 17. März. 21. Friedrich Hainer, Schulz macher, verheiratet, 41 Jahre alt, starb den 19. März. ßufaj> gemeinde. Den 19. März. Christian Falkenstem, Gerich'rs- schreiber i. P., 86 Jahre alt, starb den 17. März. — Für die erste internationale Ausstellung für dekora tibc Kunst in Turin 1902 wird in allen deutfchen Kunststädten eifrig gearbeitet. Vom Reich sind 50 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Der Reichskanzler hat erklärt, daß eine Erhöhung dieses Zuschusses zunächst nicht angesetzt werden könne, wohl aber , wird das Kanzleramt die Bundesregierungen anregen, ihre Beitrage zu erhöhen. Dem Arbeitsausschuß ist Prof. O lb r i ch m Darmstadt beigetreten. Prof. Behrens erhält vom Großherzog von Hessen und von der Stadt Hamburg Zuschüsse. — Nora-Darstellerinnen in Frankfurt. H-rau N \ na Sandow gastierte Toimerstag als 9lora in Frankfurt a. M., allerdings nicht mit dem intensiven Beisall wie Agnes Sorma und Irene Driesch, da letztere dort heute noch Vielen als die einzig bedeutende 9lora erscheint. Daß man Frl. Triesch nach Berlin gehen ließ, darob grollen heute noch die meisten p-rank- furter Theaterbesucher, mid das etwas passive Verhalten der Kunst des Gastes gegenüber kann sehr .wohl als eine kleine Demonstration betrachtet werden. r , . , , , „Würdigungen" nennt Ha ns Rosenhagen, der bekannte Kunstkritiker, eine Reihe seiner Künstlersilhouetten, die zu einem eleganten Bändchen vereinigt, im Berliner Verlage von Hermann Nabel erschienen sind. Rosenhagen will diese Studien nicht als Biographieen aufgesatzt wissen, und in der Thctt sind sie viel mehr als solche. Wohl sind sie aus einer genauen Kenntnis aller wesentlichen biographischen Details erwachsen und erklären vielfach das Werk aus dein Leben; aber weit entfernt, trockene Lebensbeschreibungen zu sein, gemahnen sie vielmehr an künstlerisch entworfene Denkmäler. Man wandelt an Rosenhagens Hand durch ein Campo Santo der modernen Kunst, denn es sind zumeist große, jüngst verstorbene Künstler, die er uns vorführt. Manche der von ihm charakterisierten Maler, wie Menzel, Knaus, Trübner, wandeln noch unter den Lebenden, aber auch ihnen gebührte heute schon ein Standbild. Auf der einen Seite dieser interessanten Denkmäler-Allee sehen wir die großen deutschen Realisten: Daniel Chodowiecki, Adolf Menzel, Wilhelm Leib l, sehen wir den humorvollen Genremaler Knaus, der Leben und Natur gern nut luftigen Einfällen schmückt, auf der anderen die Idealisten und Phantasiemaler, einen Bruno Piglhein, Giovanm Seggmini und Arnold Böcklin. Wilhelm Trübner nimmt gleichfalls eme Mittelstellung ein. Was an Rosenhagens Darstellung besonders rühmenswert erscheint, ist, daß er keine der beiden Richtungen auf Kosten der anderen emporhebt, sondern mit gleichem Verständnis und gleichliebevollem Eindringen das Schaffen der scharf beobachtenden Wirklichkeitsmaler und ;enes der schwungvollen Farbentraumer würdigt und erklärt. Auch der kritische Leser findet m Rosenhagens Studien eine Fülle von Belehrung und Anregmig. Sie werden sicherlich viele Freunde finden. L . . Petersburg, 23. März. Der „Regierungsbote" meldet, daß infolge von Umständen, die der Akademie ber Wissenschaften unbekannt waren, die Wahl Maxim Gorkis zum Ehrenmitglied e für ungiftig erklärt wurde. Gorki sei gemäß Paragraph 1035 der Kriminalprozeßordnung zur Untersuchung gezogen. Der Paragraph betrifft verbrecherische Absichten, die die Anzeichen emes Staatsverbrechens tragen. UmverMs-Uachrlchlen. Man schreibt uns: Vom 15.—18. April wird inWiesbaden unter dem Vorsitze des Prof. Naunyn-Straßburg der 20. Kougre« für Innere Medizin tagen. Als Verhandlungsgegenltande, ftir die Autoritäten ersten Ranges die Referate übernommen haben und die bedeutendes aktuelles Interesse haben, stehen auf dem Programme: Diagnose und Therapie des Magengeschwüres,, Referenten Ewald-Berlin und Fleiner-HeidAberg; Lichttherapie,Referent: Bie-Kopenhagen. Zu Beginn der Vormittags,itzuna des 16. April findet als Vorfeier des 70. Geburtstages des Prof. v. Leyden- Berlin eine L e y d e n s e i e r statt. Einzelvorträge haben u. a. an- gemelbet: Graupner-Nau heim: Die Prüfung der Herz- sunktion vermittels dosierter Muskelbewegungen; das Ergometer von Zuntz; Schott-Nauheim: lieber Blutdruck bet akuter Ueberanstrengung des Herzens; C l e m m - D a r m sta d t: le Bedeutung verfchiedener Zucker in Haushalte des gesunden und des kranken Körpers;Bruck-Bad-Nauheim: Beitrage zur Diagnose pathologischer Gangarten; Privatdozent Dr. Franz Boltz a rd - G i e ß e n: Ueber Venenpulse. , Eiu iuteruaticmaler Kongreß der medizmifchen Preße wird in Monacco vom 7. bis 9. April abgehalten werden. Der tfurft von Monaeeo hat den Ehrenvorsitz übernommen. Alle europäischen Nattonalitäten werden bet den dreitägigen Verhand- ungen vertreten fein. Für die Teilnehmer an dem Kongresse werden auch Feste und Empfänge in dem Fürstentum veranstaltet werden. Damen haben sich an den deutschen Universitäten im verfioffenen Studieniahr 1900/1901 die Doktorwürde errungen: 5 in Halle, 3 in Heidelberg, 2 tn Göttingen, je 1 in Berlin, Breslau, Freiburg L Br., in München. Ihre Studienfächer waren Medizin in 3 Fällen (sämtlich in Halle promoviert), englische (4), germanische (1), romanische Philologie (1), Philosophie (2), Mathematik (1), Chemie (1), Geologie (1). Die Mehrzahl (8) waren Nordamerikanerinnen, die übrigen 6 Reichscmgehorige. — Die Berufung der Professoren für die juristische Fakultät der Universität Münster ist bereits in die Wege geleitet. In Aus,icht genommen sind Prof. Dr. v. S a v i g n y in Marburg und Prof. Dr. I a - eobi in Breslau. — Dr. J.Lukas ist als Privatdozent an der rechts- und staatswissenfchasttichen Fakullat der Universität in Graz zugelassen worden. — Der Privatdozent für Physik an der Universität Erlangen, Dr. phill E. Müller aus Aiigsburg, ist am 16. März in Atünchen gestorben. ivöhnt hat. p. , „ —JBiehmarkt. Das Geschäft bewegte sich während der Berichtswoche an deii einzelnen SJlärftcn genau wie in der Vorwoche, es waren hauptsächlich die größeren Plätze äußerst flott frequentiert und auch die Umsätze sehr groß. Pnma Großvieh rote unmet sehr lebhaft gefragt, aber auch mittlere Qualitäten waren hierdurch etwas mehr berücksichtigt, der Umsatz in den letzteren war im Allgemeinen sehr befriedigend. Kälber waren an mehreren größeren Plätzen äußerst rasch 'vergriffen, teilweise konnte der Bedarf gar nicht gedeckt werden. Einige kleine Ätärkte wieder hatten hierin geringen Ueberstand, im Allgemeinen ist das Geschäft als schr flott tu bezeichnen. In fetten Schweinen waren bie Zufuhren nicht sehr große, infolgedessen war hierin auch sehr rafch ausverkauft. Einige kleine Plätze behielten geringen Ueberstand, wahrend die großen Nlärkte thatsächlich der ytadjiragc nicht genügen konnten. Läufer und Milchschweine ebenfalls flott gehalidelt. — Krastfuttcrmittcl. In der letzten Woche war tne Frage besonders für greifbare Ware ettvas lebhafter geworden, sodaß für einzelne Artikel, namentlich für Kokos- unb Palmkernkuchen, höhere Preise bezahlt würben. — Auch für Herbst- unb Wmterlieserung fanben mehrfach Abschlüsse statt, unb hat es den Anschein, als ob. die Stimmung für die nächste Saison etwas besser und zuversicht- lidjer ist. — Schr begehrt ist trotz des hohen Preisstandes nacch ivie vor Mais, wovon besonders der kleinkörnige russische und tiu> kische Rundmais wegen des billigeren Preises bevorzugt wird. Auszug aus Lk» Kirchcubüchcril »er Statt Gieße». Evangelische Gemeinde. Bekanntmachung, betreffend: Die Heichelheim'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 19. Juni d. I. die halbjährlichen Zinsen mit 525 Mark an eine in Gießen wohnhafte, würdige und bedürftige israelitische Familie oder Person , zu vergeben. Anmeldungen werden bis zum 15. April auf unserem Büreau — Bürgermeistereigebäude, Zunmer Nr. 4 — entgegen genommen. Gießen, den 18. März 1902. 2303 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolff. »t» ii. L MM XNetii -ur Abstillung, bei welcher Gelegenheit ich diese Weine mft 70 Pfg. per Flasche abgebe. 2231 J. Seibei’sche Weimstabe, _________________Ludwigsplatz. Non einer angesehenen deutschen Versicherungs-Gefellfchaft wird für die Lebens- unb Hastpflichtbranche ein 2309 General-Vertreter unter günstigsten Bedingungen gesucht. Offerten unter F. HL am G. L. Daube & Co., Frankfurt a. M. Lacke MCZ Hel- unb WerngeisskaLe, Fußbodeulack, LrocLeue Aaröe«, Hettaröen, Lackfarben, Z»ate-Lt°§-ussöodt!u-Lackfaröe, beste Beru- steru-Fußboden-Glauzlacksarbe, das Beste, was hergestellt werden kann, Futzbodeusarbeu jeder TLrt empfiehlt 3141 Otto Schaaf, MttMg 38. n O-R. F>. . , 6ebra ^berTOOOO^jjje WKoubensi y asheixöfenl rVertreferan faif-allen Plätzen.® *7 ” V^HiH -..- J (i HoubpnSohnLdrl ÄÄL H EN. ; **»•■*■*., "... : Jvwcein.»/ ,■■■■■■( ■■■■■■ :::::: Arthur Koppel DÜSSELDORF Graf Adolfstrasse 89. 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März 1902. Der Großh. KreiZbauinspektor 37,16 414,20 168,00 41,75 537,90 871,92 2613,61 1495,86 85,80 560,00 729,13 L 2. Steinmetzarbeiten Zunmerarb eiten Dachdeckerarbeiteu Spenglerarbeiten Schlosserarbeiten Glaserarbeiteu Schrein erarbeiten Weiß binderarbeiten Lapezierarbeiteu Pflasterarbeiten Gießen, 21. März 1902. Der Gerichtsschreiber des Großh. älmtsgenchrs. Mk. 1996,40 119,30 148,60 63,00 22,75 348,35 392,72 834,79 477,87 Steinlieferung (Grundbausteine) Steinlieferung (Decksteine) Kieslieferung Steinsetzen 440.— 150.— bearbeiten Steinmetzarbeiten Zimmerarbeiten Dachdeckerarbeiteu Spenglerarbeiten Schlosserarbeiten Glaserarbeiten Sch reinerarb eiten Weißbinderarbeiten Pflasterarbeiten Melöck-Irügme 2ldolf Bieler, Marktstraße 5. atäkxTämGh, iLfcj mit Hochglanz, rasch trockn., in Dosen und lose, etnpf. Adolf Bieler 1983 Victoria-Drogerie, Marktftr. 5. 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Die für den inneren Ausbau des neuen Schnlsaales, die Errichtung einesAbort- gebaudes und die Herstellung des Schulhofes in Hattenrod erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen 8m Wege schriftlichen Angebots Vergeben werden und find Angebote bis Mittwoch, den 2. iVpril l.Js. mittags 12 Nhr bei Großh. Bürgermeisterei Hattenrod, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, portofrei einzureichen. WmrnWe! Rosenstäbe und Rechen re. empfiehlt 2346 Ludwig KohiermaMB, 12 Blechstraße 12. In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Kaufmanns Wilhelm Seuling ^on Gießen rst zur Prüfung der nachträglich angemeldetcn Forderungen, zur Abnahme der Schlußrechnung des Ver- i Malters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigen-1 den Forderungen und zur I Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren I Vermögensstücke der Schlußtermin auf Freitag den 18. April 1902, vormittags 9V3 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hierselbst I Ostereierfarben prachtvolle Neuheiten. 2144 Abler-Arogmk, Otto Schaaf. Wiederverkäufer hohen Rabatt. ff. Chocolade, Marzipan nnd Fondant Garnierte Körbchen Attrappe-Hasen etc. in grosser Auswahl zu billigsten Preisen. Zuschlag alsbald erteilt werden wird. Gießen, 24. März 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 2426 Gmllikbank jn Gieße». Eingetragene Geuofleuschast mit unbeschränkter Haftpflicht. Die verehrlichen Mitglieder unserer Bank werden zu der Mittwoch den 26. März 1902, aöends 8VrIlyr im großen Saale des Hotel Einhorn dahier abzuhaltend en 43. erbeut!. Gemch-Nttsmnckug ganz ergebenst eingeladen und bei der Wichtigkeit der zur Verhandlung kommenden Gegenstände gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Meine werte Kundschaft von hier und außerhalb ersuche ich hierdurch höflichst, mir Krjtclluugk» für bk« Charfmtag recht frühzeitig zukommen zu lassen, da ich nur für Bestellungen, welche bis Mittwochabend in meinem Besitz sind, prompte Lieferung übernehmen kann. Hochachtungsvoll Louis Buhi, Gießener Aischbörse '^Materiallieferung Eise n» u. Nö h renlleferun g 90,79 Basaltgrusüeferung 130,00 MefaTlpniztinkhir FieBmenoi ist das anerkannt beste Metallpatzmittel der Neuzeit, schmiert nicht, greift nicht an, ist sparsam. Flaschen ä 20, 80, 50 Pfg., 1 Liter Mk. 1,50. Erfolg überraschend. 2394 Fabrikant: W. Kilbinger, Löweodrogerie. (Leere Flaschen werden zurückgenommen.) Anxrr: veranschlagt zu Ehausfierarbeiten Die Arbeiten rmd Lieferungen »find wie folgt veranschlagt: 'Erd- und Maurer- Neuheiten sind eingetroffen in den Preislagen Wie haben Sie es nur fertig gebracht, daß diefesmal die Fußboden so prachtvoll geworden sind ?— Mit „O. Fritzes Bernstein-Oel-Lack- sarbe" ist es weiter kein Kunststück, dieselbe übertrifft an Haltbarkeit, schnellem Trocknen und elegantem Aussehen alle anderen Fußbodenlacke. Chocoladenhaus J. Evertsbusch vorm. Carl F. Malier Kreuzplatz iS Bahnhofstr. 23 empfiehlt Ostereier und -Hasen 245,00 Eis en- u. Rö h renlief erung 44,60 Rouleaux-Lieferung 52,00 .Basaltgruslieferung 120,00 Gießen, am 21. März 1902. 'Der Großh. Kreisbauinspector. t Stahl. 2392 1 * 1 Flur 1/86,3 — 19 qm Grabgarten Tages-Ordnung. Erstattung des Geschäftsberichts pro 1901. Ersatzwahl der verstorbenen und statutengemäß ausscheiden- dcm Mitglieder des Aufsichtsrates. Beschlvßfasiung über die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz, sowie über die dem Vorstande und Aufsichtsrat zu erteilende Decharge. Verteilung des Reingewinnes. Gießen, den 19. März 1902. 2277 GeweröeöanK zu Kietzen. Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Gl Löos, Vorsitzender des Aufsichtsrates. i daselbst, , Flur 1/86,5 — 12 qm Grabgarten daselbst, I öffentlich meistbietend erbverteil- ' | unashalber versteigert werden. | Anschließend an diese Vsrstei- Igerung werden alsdann die zu I dem 9tachlaß der Friede. Müller Eheleute gehörigen Grundstücke in den Gemarkungen Greßen I bezw. Wieseck öffemlrch metfb | bietetrd erbvertellungshalber frei- | wMg versteigert. Gemarkung Gießen. Flur 2/74 — 525 qm Wiese, Lag- gärten am Krofdorserweg, Flur 2/75 — 825 qm Wiese daselbst, Flur 2/156 — 2781 qm Acker zwischen dem Gleibergeo- und Läufertsröderweg, Flur 2/157 — 1369 qm Acker daselbst, Flur 2/158 — 1369 qm Acker daselbst, Flur 5/21 — 1338 qm Wiese in den Weiden, Flur 5/27 — 1038 qm Wiese daselbst, Flur 32 69 — 1962 qm Wiese am Heegftrauch bei den Müller- wiesen, Flur 44/199 — 1975 qm Acker in der Lichtenau auf die Wiesen, Geruarknug Wieseck. Flur 20/315 — 1837 qm Wiese hinter dem Wallborn. Flur 24/27 — 2669 qm Wiese an der Ursulum. Es wird bemerft, daß nur noch diese eine Versteigerung stacksindel und bei annchmbarem Gebot der Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. ________Körber. 2422 Die Zohversteigerung vom 19. März 1902 in der Oberförsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 1. April an bei den zuständigen Hebestellen bezogen werden. Die Ueber- weisung des Holzes erfolgt Mittwoch, 2. April, morgens 8 Uhr. 2420 Gießen, 22. März 1902. Gr. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. Bekanntmachung. • Dorurerstag den 27. März, nachmittags 3 Uhr, sollen auf ylesiger Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Akkord gegeben werden und Donnerstag den 3. April 1902, nachmittags 2*/e Uhr Werden auf hiesigem Ortsgericht nie vor dem Namen der a) ©u= sänne, b) Theodore, c) Louise Weidrg stehende Parzelle Mur 27/245 — 619 qm Grabgarten am alten Schlag nnd die vor dem Namen der ß) Susanne, b) Theodore Weidig stehsnde»k Parzellen .Flur 1/85,3 — 125 qm Hoftaite in der Mühlgafls, 2000 Blattpflanzen Aralien, Dracena isdlc. etc. gebe weaen Nebersüüung meiner Gewächshäuser zu jedem annehm- baren Preffe ab. — Günstige Gelegenheit zum Bestellen von Blumentischen, Veranden, Balkons, Buffets re. BCaH Berger, Kirchenpl. 9. Wohlriechender Ofeniaek der beste Rostschutz, der glänzendste Ueberzug für Oeseu, Ofenrohre,Ofenbleche, Kohlen- eimer zc. rc. 214^ Große Flasche 60 Pfg. Adter-Alogerie Seltersweg 39. Otto Schaaf. 4.50 6,50 und 2873 8.50 Za ra»' enorm billigenPreisen offerieren wir MU Gardinen abgepasst und am Stück, weiss und erdme. Ronleauxköper in allen Breiten, UM Aiig.MontannsNchL |nh.: Gebr. Imheuser. 2165 Abt. 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