Zum SeuezrreLa-Streit. Allerlei Aiuauzpolitisches aus Kessen. L R.B. Darmstadt, 28. Dez. amerika haben allerdings die nordamerikanischen Exporteure, die dort unten bisher nicht so recht Fuß fassen konnten, ein l e b h a f t e s I n t e r e s s e. Auf deren Konto also könnten solche Ausstreuungen zu setzen sein. Selbstverständlich haben die „oollarichweren" Exporteure öffentliche Blätter an der Hand, und deren Leiter sind hier in dem Sinne „koinmandierende Generale", daß sie den Ton augeben, in dem die Straßenmusik gemacht wird. Nach einem en g l and fe in d l i chen Motiv sucht man vergebens, und doch hat England zu keiner Zeit den Ver. Staaten irgendwelche Liebenswürdigkeit erwiesen. Tas wird für die Zukunft deutscherseits beherzigt werden müssen. Ten Botschaftern der Vereinigtem Staaten in Berlin und London wurden gestern ausführliche Noten I über die Stellung Deutschland und Englands gegenüber der Schicdsgerichtsangelegenheit im venezolanisa)en Konflikt überreicht. 'Die Noten äußern sich zugleich emgeben- der über die von beiden Regierungen gemachten Vorbehalte hinsichtlich oes Schiedsspruchs und sind vorher von den Regierungen vereinbart, sodaß, sie im Wesentlichen durchaus übereinstimmen. Wie ein Washingtoner Telegramm des „Daily Expreß" besagt, wurde gestern in einer außerordentlichen Sitzung des Kabinetts vereinbart, daß Präsident Roosevelt, wenn Deutschland darauf bestehe, ihn zum Schieds- richter zu haben, das Schiedsrichteramt übernehmen soll unter der Bedingung, daß er das Amt nur als einfacher Bürger und nickt als Präsident der Vereinigten Staaten übernimmt, damit die Union für den Schiedsspruch nicht verantwortlich gemacht werden könne. Nach einer Meldung des „Newyorker Journal" steht ein Kampf zwischen dem Kanonenboot „Panther" und den venezolanischen Forts in der Nähe von Maracaibo bevor. Die dortige Fahrstraße ist mit Minen versehen und das venezolanische Kanonenboot „Miranda" dort Nach dem Erscheinen der ersten Nachrichten über dii- Verhaftung der ganzen Familie Humbert war Paris in einem halben Taumel. Tas Publikum verhielt sich zuerst kühl und ärgerlich. Wieder eine Ente, sagten die Leute. Aber als die Neugierigen die Einzelheiten lasen, da mutzten die Zweifel weichten, und die Freude nahm so überhand, daß Unbekannte einander auf der Straße oder im Omnibus die Nachricht mitteilten. Im Justizpalaste kannte man fte scton feit mittag, und man erzählt, daß liebe Kollegen sie einstigen Freunden und Anwälten der Humbert etwas boshaft zur Kenntnis brachten. Ter Untersuchungsrichter Le- mercier, dem die Affaire Humbert kürzlich entzogen wurde, weil er den Winkelagenten Soufsrain mit der Auffindung der Flüchtigen betraut hatte, war freudestrahlend: „Ich I habe ja immer gesagt, sie müssen in Spanien sein", raunte er seinen Bekannten zu. Im Justizministerium soll ein wahroc Jubel geherrscht haben: Reporter erzählen von Champagnerpfropfen, die sie springen hörten, und weil sre nicht eingeladen wurden, mitzuhallen, thun sie es auf bissige Weise. Ein Mitarbeiter des „Malin", dem der Justiz- minffter — ohne Champagner — Audienz gab, berichtet, Herr Valle habe ihm gestanden, er sei noch selten so erfreut gewesen. Natürlich drängt die erfolgte Verhaftung der Familid Humbert alles andere in den Hintergrund. Tie Blatter bringen spaltwlange Berichte mit allen möglichen Einzelheiten und sogar mit Interviews der Verhafteten. Romain Taurignac hat folgende Mitteilungen gemacht: Wir sind am 9. Mai in Madrid eingetroffen. Unter der Menge der Besucher, die zu der Krönung des jungen Königs herbeiströmren, wurde es uns möglich, unbemerkt durchzuschlüpfen. Tie Zeitungen haben über unsere Irrfahrten die phantastischsten Tarstellungen veröffentlicht. Man hat uns in ganz Frankreich und in der ganzen Welt Herumreisen lassen. Wir sind weder in Lyon, noch in Havre, gewesen. Am Abend fuhren wir von dem Bahnhofe am Quai d'Orsay direkt nach Madrid, wo wir in der Calle Urquijo zwei Zimmer für 60 Franks monatlich mieteten. Am Tage der Krönung wohnten wir dem Umzug durch die Reichskanzler Gras Bülow har es für angezeigt gehallen, sich über die Venezuela-Aktion befragen zu lassen. Ueber New York kommt diesmal der Bericht über die Unterredung. Ueber Wien erfuhr man seinerzell, wie der Kanzler über den Zolltarif dachte; über Paris, wurden Aeußerungen des leitenden Staatsmanns zur Polenpolitik bekannt. Zu anderen Malen erhielt die politische Welt solche Ausschlüsse via Budapest und Rom. 9hir in einer reichsdeutschen Zeitung sind wir noch keinem Bülow-Interview begegnet. Nachgesucht worden sind Unterredungen mit dem Grafen Bülow sicherlich auch von dieser Seite, die Wilhelm- straße und das Kanzlerpalais sind leicht erreichbar. Wenn Graf Bülow in diesen Fällen nicht zu sprechen ist, so mag dafür der Zweckmäßigkeitsgrund geltend sein, daß der Kanzler in Berlin kein Preßorgan bevorzugen will. Tie „dtordd. Allg. Ztg." steht für dre Auslassungen wuchtigerer Art zur Verfügung; anderersells will Graf Bülow nicht darauf verzichten, in der minder verbindlichen, zwangloseren Form des Gesprächs mit den Vertretern ausländischer Rettungen seine persönliche Auffassung kund- zuthun. Taß es diesmal gerade gegenüber einem Vertreter der amerikanischien Presse geschieht, erklärt sich aus der sonderbaren Nervosllät, welche die Ver. Staaten leit dem Beginn des Vorgehens gegen Venezuela befallen hat. Man stellt sich ja saft so an im Lande der Pantees, als hätte! Teutschland auf Anwendung von Gewalt verzichten und dem ebren Castro unbegrenzte Gelegenheit zu AusslüchteN aller Art gewähren sollen — nur bannt die herrliche, an» gebetete Räonroe-Toktrin nicht in die leiseste Gefahr gerät, angetastet zu werden, und um keinen Argwohn zu erwecken, daß Teutschland auf Landerwerbungen ausgehe! Tas ist mit dürren Worten der Jnhall der höchst seltsamen Forderungen. Graf Bülow betont in der Unterredung, es bestehe deutscherseits nicht die geringste Absicht, irgendwelche Ge-- baTift”nurn^ßerabe“o f tIag eni? Tage ber Krönung wohnten wer bem Umzug ouraj Die ber deutsche Botschafter in Washington hat es erklärt, in ganze Stadt bei. Wir hatten ein Fenster^ an einer der Urkunden unserer Regierung ist es der Regierung der Ver. Straßen, die der Zug passierte, gemietet, Fahnen heraus- Staaten mitgeteilt worden, ,aft jeder offizielle und offiziöse gehängt und dem jungen Könige Lugeiuvelt. dm < -öuh Lomrnenmr zu den Ereignissen hat es' Liederholt. Wenn, zogen wir nach der Calle Ferraz; wir haben in Madrid Ter neue hessische Staatshaudhaltsetat wird in hiesigen polittschen Kreisen mehr besprochen, als dies sonst der Fall zu sein pflegte. Man nahm unter der früheren Herrschaft der dreijährigen Finanzverioden eigentlich auch ' nur alle drei Jahre einmal Gelegenheit, sich mit den finanziellen Fragen unseres engeren Heimatlandes näher zu beschäftigen und weitere Kreise für den Nervus rerum des Staates zu begeistern. Jetzt aber wird der dickleibige Band mit den langen Zahlenreihen alljährlich den Herren Volksvertretern ins Haus gesandt, und wer nicht unmittelbar zu den 50 Auserwählten gehört, der kann sich von dem Stande unserer Finanzen wenigstens ein kleines Bild machen aus den allmählich durch die Zeitungen hindurchsickernden Hauptsummen der einzelnen Etatsgruppen. Aber auch wirllich nur ein kleines, dunkles Bild, etwa so düster und verschwommen, wie es die 25 Pfennig-Photographen in ihren Buden von jeder holden Küchenfee und ihrem Schatz bei Sieben-Tage-Regenwetter liefern. Trotzdem ist nicht zu bestreiten, daß bei den einjährigen Etatsperioden doch das Interesse für das ftnanzpolllische Leben des Staates mehr entfacht wird. Und das ist gut so, denn wenn wir uns bei dem allgemeinen Drängen und Schieben nach dem direkten Wahlrecht nux doch in kurzer Zell auf die definitive Einführung desselben gefaßt machen müssen, dann wird es auch das erste Erfordernis sein, bei unseren Mitbürgern und Wählern mehr und mehr das Verständnis für das öffentliche Leben wackzurufen. Ms jetzt ist dafür eigentlich nur von den Vertretern der extremen Parteirichtungen in weiterem Maße gesorgt worden. In den mittleren Kreisen, bei denjenigen Gesellschaftsklassen, die notorisch die größten Leistungen für den Staat durch Steuerkapitalien aufzubringen haben, da haperts in dieser Beziehung gerade noch am allermeisten. Ist doch jüngst noch an einem bekannten Stammtisch der kuriose Fall mssiert, daß ein angesehener Fabrikant und Hausbesitzer ne achtzehnstündige Sitzung über den Zolltarif nach Tarrn- tabt verlegte und seinen Freunden, den Landtagsabgeordneten X. und Y., gehörig die Wahrheit darüber zu sagen versprach, daß sie den betannten hessischen Rhabarbermann, ber jüngst die wütenden Rasereien im Reichstag verübte, mef/c mit nerviger Hand auf seinen Platz niedergedrückt hotten — dann hätte man, so meinte er im Tone biiLr.t Empörung, doch nicht die Blamage erlebt, daß unserem Präsidenten zum Gaudium des übrigen Deutschland eine eiserne Kette zur „Fesselung" des direk- tionslosen Wüterichs übersandt worden wäre! Tie Thatsache, daß gerade in solchen Kreisen, in denen man schon infolge der allgemeinen Lebensstellung ein größeres Verständnis voraussetzen sollte, eine erschreckende Unkenntnis über die öffentlichen Angelegenheiten vorherrscht, ist also nicht aus der Welt au schaffen. Die Schuld daran liegt aber weniger an dem mangelnden Interesse, als an den Schwierigkeiten, die sich dem Laien bei dem Versuch eines Eindringens in das Staatsgetriebe und Finanzgewebe entgegenstellen. Wer den neuen Haushaltsetat betrachtet, der steht vor ihm wie vor einem Duck) mit sieben Siegeln, das den Beschauer in seinen langen Zahlenreihen wie mit unzähligen kleinen Glotz- Augen an ich aut und ihn vollständig in Verwirrung bringt. Und doch ist unser hessischer Etat noch ein Muster von Uebersick)dich leit gegenüber dem Reichshaushaltsetat, von dem böse Zungen behaupten, daß er eigentlich nur von einem halben Tutzend Personen wirllick) überschaut werden könne, dem Reichsschatzsekretär, seinem Kanzleichef und den drei oder vier Parteirednern, die sich auch im Etatsausschuß sehr energisch damit zu befassen haben. Wenn ich einmal ein gewiegter Nattonalökonom dazu ent- ch ließ en würde, das fast undurchdringliche Material eines olchen Etats in populärer Darstellung zu verarbeiten o würde er sicherlich nicht nur etn sehr gutes Geschäft dabei machen, sondern zweifellos auch den Dank des Publikums verdienen. Unser Herr Finanzminister hat in sehr anerkennenswerter Weise zum näheren Verständnis der hessischen Finanzen beigetragen, indem er dem Hauptetat eine längere Erläuterung beifugte, die dem Interessenten manch wertvollen Fingerzeig zur Orientierung in dem Zahlenlabyrinth giebi, aber nur an die Herren L luräcr1 Siii1 auf die einzelnen Hauptposten des Etats zeigt uns, daß die große Mehrzahl derselben auch im vorliegenden Entwurf eine teilw-ns- nicht unbetracht- Ik6e Erhöyung erfahren hat. Wir finden da wlederum sehr erhebliche Summen als Zuschuss für Nebenbahnbauten, die auch in den letzten Jahren schon reiche To- tattonen erfahren haben. Es dürfte ,ick) migeiichts der mmer mehr steigenden Anforderungen aus dieiem Gebiete doch die Frage aufdrängen, ob Nicht .einmal eine eingehende Erörterung über diese StacttSzuichü,se überhaupt am Platze wäre. In dem großen Preußen, das feine blühenden Finanzen in erster Lmie dem vortrefflich verwalteten Staatseiseubahnwesen verdankt, hat man sich dock nie >u d rartiaen enormen Ausgaben verstehen können, vielmehr die Interessenten von Lo kalb ahn en stets aus die Selbsthilfe verwiesen und m Baden, da» doch in der Erschließung neuer Verkehrswege andern Bundesstaaten raum etwas nadjgiebt,^ lehnt man jede staatliche Beteiligung an solchen Nebenbahnbauten grundsätzlich ab. Wir wollen keineswegs die woglicyerweise durch neue Bahnanlagen zu erzielenden voltewirtichaft. .chen Vorteile unterschätzen, aber man wird in Zukun.t doch strenge daraus zu halten haben, ba„ bei neuen Bahnanlagen die genaueste RentabilllätZrech.lung achge.rritt und stationiert. __ ______ Are Ueryaftung der Iumilie Kumvert. in allererster Linie zu den Kosten die kommunalen oder I nach alledem noch immer Zweifel obwalten an der Auf- industriellen Kreis« herangezogen werden, die den fast ans- richttgkeit der deutschen Politik, die nichts als ihr Recht chließlichen Nutzen davon haben. — In einigen weiteren will von Venezuela, bann ist eben den Amerikanern nicht Kritteln wollen wir versuchen, noch auf andere Punkte zu helfen. Tie Ver. Staaten scheuen die Störungen des des Etats hinzuweisen, bei denen eventuell der Spar- Handels durch die Kr ie g s b l o ka de der venezolanifchen amkeitShebel mit einiger Aussicht auf Erfolg und möglichst Häsen. Darum werden auch, alle Hebel in Bewegung gesetz^ chmerzloser Operation angesetzt werden kann. ein vielleicht in feinem Ausgange ziemlich unbefriedigendes ■■■■■ —— — Schiedsgerichtsverfahren den beteiligten Machten 7)1, irttfifiiVfi» ärnnnritripfftö anzubieten. Graf Bülow erklärt: „Wir denken, daß man Ate sachftjlye Ltronprrrize^n. O diesem Wege zu einer billigen Vereinbarung kommen Das sächsische Königshaus scheint abermals von emem dürfte giftig wird aber die Vereinbarung allenfalls nur chweren Schicksalöschlag getroffen zu werden. Ein Tele- btmti sein, wenn Präsident Roosevelt, wozu er einst- gramm deS Wolffichen Depeschen-Bureaus berichtete uns ^bilen weiiig Neigung zeigt, eine Garantie dafür über- geftem abend: nimmt, daß sich Venezuela dem Schiedsspruch ohne weiter« Dresden, 22. Dez. Das „Dresdener Journal" meldet: Verschleppungsstianöver fügt. Die Krouvrinzesiin hat in der Nacht zum 12. Dezember in einem Zu derselben Frage wird uns. aus Berlin, ,22. anscheinend krankhaften Zustand seelischer Erregung Salzburg geschrieben: Tie ^hnste Behauptung, die.^uerouigs vvn i.*.;.1,Ä’v.X’K.’trSta.:. “. ■<■ e.f. y u.' festlichkeiten abgesagt, auch der Neujahrsempfang stndet stühhattigen Grunde. Einem Abenteurer, wie Castro, zu- nicht statt. Uebe werden fick diese Staaten wohl hüten, Handels'bezieh- Kronprinzessin Louise Antoinette Marie ist am 2. S«pt. ungen abzubrechen, die auch ihnen ^Vorteile bringen. Tür 1870 geboren und bekanntlich eine österreichiscye Prin- dem wirtschaftlichen Ausschluß Teutfchlands aus Snd- zessin. Sie vermählte fick am 21. Nvv. 1891 mit dem jetzigen Kronprinzen Friedrich August von Sachsen, der im 38. Lebensjahre steht. Kronprinzessin Luise reiste am 9. Dezember von Dresden ab. Am 17. Dez. meldete das! amtliche „Dresdener Journal", die Kronprinzessin, die nach Salzburg verreist sei, wäre nach von dort eingegangener I Nachricht erkauft und würde infolgedessen voraussichtlich in einiger Zeit nach Dresden zurückkehren. In Salzburg bewohnte die Kronprinzessin bis zum 12. Dezember das Palais des Großherzogs von Toskana, ihres Vaters. In Dresden gingen über die Entfernung der Kronprinzessin schon lange allerhand unkontrollierbare Gerüchte um. Tie Abreise von Dresden erfolgte ohne Wissen des 5^ofes, einen Tag nach der Rückfahrt der Prinzessin-Mutter nach Salzburg, die kurz vorher dort eingetroffen war. Allgemeines Aufsehen erregte es erst, als am Samstag die Kronprinzessin bei der großen Wohlthätchkeitsvorstellung in der Hofoper, die zu Gunsten der Arbeitslosen gegeben wurde, sehtte. Einer MeDung aus -Wien zufolge spricht man bort| davon, daß sich die Geschwister nach der Schweiz oder Frankreich begeben haben. Am toseanischen Hofe war die Bestürzung am Riorgen des 12. Dezember überaus groß, An die Wiener Zeitungen wurde seitens des Oberhofmeister- amtes sofort das Ersuchen geftent, keine Nachricht ans ftemden Blättern über das Vorkommnis zu übernehmen, bis eine offizielle Verständigung erfolgt sei. Einige Tage später erschien im „Dresdener Journal" die Meldung von einer angeblichen Erkrankung der Kronprinzessin. Gegenüber den GerüchM, daß es sich hier um eheliche Zerwürfnisse handle, Erzherzog Leopold sich auf die Seite seiner Schwester stellte und schließlich die Kronprinzessin und der Erzherzog Salzburg heimlich verließen, weiß eine andere Meldung ans Wien zu berichten: Tie sächsische Kronprinzessin soll in Paris weilen, wo sie ihr Gemahl, mit dem sie in glücklichster Ehe lebt, bald besuchen soll. Die Kronprinzessin, welche sich in anderen Umständen befinde^ ' soll mit der Königin-Witwe Karola und der Prinzessin Mathilde nicht harmonieren. Nr. 301 Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Dienstag SS. Dezember Urfchet«! IS glich jmwjMir © monalUckribPs., viertel- außer Sonntag-. V M ▼ jährlich Mk. 2.20; durch Im ATzA TT Ar 11 nzPinPrs sä blätter viermal in der M |E W W IT® 83 W ES M W Annahme von Anzeigen Woche beigelegt. jfl B B H ÖL B B I jwL H ^L. B Rotationsdruck u. Ver- W KL H W B B Efr B UM bis vormittags 10 Uhr. lag der Brühl',chen B A® Lj V Zeilenpreis: lokal 12P,^ sä« w General-Ameiaer v äks»* Redaktion, Expedition 'CrV <1 denpolit.u.allgem.Teil -ZUr. Amts- und Anzeigeblatt für den Mei; Gießen WW FernsprechanichlußNr 51. ___________________ ___________________________ ____________ ______ ,.jimii|JL mim unter bereit Schutze alle Bürger stehen sollten. Soda» ging her König auf die in letzter Zeit über die die Tbron- solgefrage abermals in Umlauf gesetzten Gerüchte ein. Dolitische Tagesschau. Die Börse vor Jahresschluß. Man schreibt uns aus Berlin vom 22. Dezember: Der Stand des wirtschaftlichen Barometers, der Börse, aegen den Schluß des Jahres weist auf Depression. Der zu N.ujahr in Aussicht stehende bedeutende Geldbedarf wirkt lahmend aus das Geschäft. Eine Erhöhung des Privatdiskonts ist unausbleiblich, eine solche des Reichsbankdiskonts nicht ausgeschloffen. An anregenden Momenten fehlt es ganz und gar: mit Sicherheit rechnen die Börsenkreise nur aus das baldige Erscheinen einer neuen Reichs- und preußischen Anleihe. Daß diese glatt untergebracht werden, ist allerdings nicht zweifelhaft; aber cs werden dadurch wieder bedeutende Kapitalien festgelegt, die dem Börsengeschäft, zu dessen Belebung sie hätten dienen können, verloren gehen. Von der Reform des Börsengesetzes versprechen sich die beteiligten Kreise nicht viel, abgesehen davon, daß diese Reform kaum vor Frühjahr praktisch werden bürfte. Immerhin ist die Börse schon unter weit ungünstigeren Verhältnissen dem Jahresschluß entgegengegangen. Bierbrauerei und Bierbesteueruug. Die Nachiveise über die Bierbrauerei und Bierbestcuerung im deutschen Zollgebiet während des Rechnungsjahres 1901, veröffentlicht im 4. Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reiches, Jahrgang 1902, zeigen im allgemeinen wieder wie seit Jahren eine Zunahme der Biererzeugung. Doch verteilt sich die Zunahme nicht gleichmäßig über das ganze Gebiet, sondern es stehen, wenn man die Staaten und Provinzen einzeln betrachtet, einzelnen erheblichen Zunahmen atlch starke Abnahmen gegenüber. So hat besonders in Westfalen, Rheinland und im Königreich Sachsen die gedrückte Lage des Großgewerbes den Bierverbrauch und die Biererzeugung sehr beeinträchtigt, während m anderen Bezirken günstige Witterung und die geringe Obsternte den Biergenuß gesteigert haben. Die Zahl der betriebenen Bierbrauereien geht noch immer anhaltend zurück. Es bilden wieder die kleinen Betriebe, die hauptsächlich obergäbrigcs Bier bereiten, die große Mehrzahl der eingegangenen Brauereien. Erzeugt wurde an Bier: im norddeutschen Branstcuergebiet 45,0 (1900: 44,7) Mill. ÖL; in Bagern 17,8 (1900: 17,9), in Württemberg 4,0 (1900: Ausland. London, 22. Dez. „Daily Mail" meldet aus Shanghai, daß gestern zwei rtompagnien deutscher Truppen Shanghai verließen; eine geht nach Deutschland, die andere nach Krautschou. Rom, 22. Dez. Wie die „Agenzia Stefani" meldet, wird die Antwort der italienischen Regierung betreffend den Schiedsspruch des Präsidenten Roosevelt, die gleichlautend mit der Antwort Deutschlands und Englands ist, morgen dem hiesigen Botschafter der Der. Staaten übergeben werden. Belgrad, 22. Dez. Ter König beantwortete einen anläßlich- seines Patronatsfestes am Nikolaustage vom Metropoliten auf den König und die jtönigin ausgebrachten -- rintsprach inii einer Rede^ in welcher er ausfuyrte, fein heißester Wunsch sei, fein glücklich und yifrieben zu machen. Im Lande müsse Recht und Gesetzlichkeit herrschen. nie eilten Dienstboten gehabt; ich selbst besorgte alle Gänge und Einkäufe.... Therese Humbert selbst hat dem Madrider Mitarbeiter des „Temps", dem von dem dortigen Polizeipräfetten eine Unterredung mit ihr verftattet worden war, folgendes gesagt: „Ich habe beit lebhaften Wunsch, noch heute abend nach Paris zurückzureyren, und hoffe, daß die Auslieferungsformalitäten möglichst avgekurft merben." 2er Zustand ihrer Tochter, sagte sie ferner, flöße ihr ernste Besorgnisse ein. Eva leide an einer Herzkrankheit, und die Aufregungen bei der Verhaftung hätten ihren Zustand erhebliche verschlimmert. Nichts läge ihr, sowie ihren Angehörigen mehr am Herzen, als sich vor der ftanzösischen Justiz zu verantworten und die Leute, die ihr „Unglück" verschuldet hätten, besonders den Anwalt des Bankiers Cattani, zu verklagen. — Tie Dame scheint also keineswegs gebrochen zu fein, sondern den stampf trotz den für sie in sehr ungünstiger Weise veränderten Umständen frisch und froh gegen die Gläubiger, die tzineingelegten und die Richter selbst fort* führen zu wollen. Die alte Frau Humbert, die Witwe des ehemaligen Justizministers und Mutter Frederics, ist durch die Kunde von der Verhaftung der Schwindlerbande aufs Heftigste erschüttert worden. „Mein Märtyrertum soll also aufs neue beginnen!" klagte sie einem Mitarbeiter des „Temps". Sie schilderte darauf die traurige Existenz ihres Sohnes, der von der tyrannische Therese terrorisiert wurde und wie ein Einsiedler lebte. „Man hat mir letzthin erzählt, daß er oft öie Hintertreppe für die Dienstboten benutzte, um nur nicht mit den Leuten, die seine Frau empfing, zu- sammenzutreffen", fuhr die alte Tarne fort. „Mich beängstigte sein trauriges, niedergeschlagenes Aussehen, dessen Ursache ich nicht ahnte. Eines Tages fragte ich ihn in seinem Salon, in Gegenwart seiner Frau, weshalb er so traurig dreinschaue. „Frsdsric", fiel Therese hastig ein, „sag' Deiner Mutter, daß Du glücklich bist!" — „Ich wäre schon glücklich", sagte er daraus zu seiner Frau, „wenn Tu Tich nur weniger mit Geschäften abgäbft." Tie Greisin erwiderte auf die Frage des Journalisten, ob sie von ihrem Sohne seit seiner Flucht irgend welche Nachrichten erhalten hätte, laut aufschluchzend: „Nein! An allem ist Therese allein schuld", versicherte sie. „Man kann sich kaum vorstellen, wie unglaubliche tyrannisch sie ihre Umgebung behandelte." Im Pariser „Peri t bleu" läßt Edgar Combes, der Sohn und Kabinettsekretär des Ministerpräsidenten, sich vernehmen. Er erklärt, daß kein einziges Mitglied der gegenwärtigen Regierung Madame Humbert auch nur gekannt habe. Ties sei alleroings ein Zufall, denn Madame Humbert, die Schwiegertochter eines Justizministers und Gattin eines Teputierten, habe überall Verbindungen gesucht und sei z. B. mit der Witwe des Präsidenten Carnot eng liiert. Wie die Pariser Blätter melden, soll heute eine sensa- tionel le Verhaftung in der Humbert-Afsaire erfolgen. Es soll sich> dabei um eine amtliche, in der Angelegenheit viel genannte Persönlichkeit handeln. Tas Blatt „Francaise" erklärt, daß ein Brief Romain Taurignacs an seine Geliebte beschlagnahmt worden sei, worin biejetbe ersucht wird, alle Papiere zu vernichten. Taurignac verspricht ihr dafür eine Belohnung und fügt dem Schreiben gleichzeitig 2000 Frs. bei, die gleichfalls beschlagnahmt wurden. Aus Madrid, 22. Dezember, wird noch, berichtet: Tiie Humberts, welche gestern unausgesetzt Besuche von spanischen Journalisten empfingen, erkennen die ausgezeichnete Behandlung seitens der Gefängnisverwaltung an. Romain Taurignac richtet die heftigsten Anklagen gegen den „Wucherer" Cattani und dessen Schwiegersohn Reutlinger, die beide für das Unglück der Humberts oerantworttich seien. Ihre Aussagen würden für den Justizminister Valle, den Chefredakteur des „Matin" und des „Petit Parisien" fatal sein. Ter Aufenthalt her Humberts in Madrid sei der französischen Negierung längst bekannt gewesen, die Verhaftung aber bisher nach nick)t erfolgt, weil sie der Negierung nicht Lonvenierte. Auf Wunsch des französischen >>ionsuls hat der spanisch^ Justizminister den weiteren Ver- ' kehr mit den Humberts untersagt. Viele Pariser Jouwa- listen, sowie die Beamten, welche die Gefangenen nach Paris überführen sollen, sind hier eingetroffen. Tie Auslieferung dürfte unverzüglich erfolgen. Die Nachricht des „Gaulois", die Humberts hätten Salmeron zur Verschleppung der AuS lieserung gewonnen, ist falsch Deutsches Keich. Berlin, 22. Tez. Ter Kaiser hörte heute morgen die Vorträge des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts und des preußischen Finanzministers und empfing sodann den Geheimen Kommerzienrat Hartmann-Twesden und den Finanzrat Haux-Essen in Angelegenheit der testamentarischen Bestimmungen des verstorbenen Geheimrat Krupp betreffend die Fortführung der Krupp'fchen Werke. — Zu der Blättermeldung, daß der Bundesrat demnächst den Reichstagsmitgliedern Anwesenhettsgelder bewilligen werde, bemerkt die „Poft", es ist wahrscheinlich, daß in der Diätenfrage in nächster Zeit etwas geschieht. Daß der Bundesrat dem vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwurf einfach zustimmt, will uns jedoch fraglich scheinen. Eine andere Möglichkeit wäre die, daß der Bundesrat dem Reichstage in ähnlichem Sinne eine Vorlage macht. Jedenfalls aber dürfte die Frage gewisser Kompensationen hierbei eine Rolle spielen. — Dem „Reichsanzeiger" zufolge ist der Vizegouvev- neur des Schutzgebiets der Karolinen, der Palau- und Marianen, Hohl, zum Gouverneur von Deutsch-Neu-Guö- nea und der Kanzler beim Gouvernement von Togo, Horn, zum Gouverneur von Togo ernannt — Der „Reichsanzeiger" teilt unter Bezug auf die amtliche Kundgebung )es großbritannischen Kolonialamts, nach der Erlaubnischeine zur Reise nach Transvaal und der Oranje- luß-Kolvnie nur noch in südafrikanischen Hafenplätzen aus- ;estellt werden, mit, daß es deutschen Lieichsangehörigen reifteht, zur Erwirkung der Erlaubnisscheine bie Vermittlung der für den Landungshafen in Südafrika zu- tändigen kaiserlichen Koujularbehörden in Anspruch zu nehmen. Braunschweig, 22. Tez^ Auf das vom AuÄchuß der braunschweigischen Landesversammlung aus Anlaß des Stapellaufeö von S. M. S. raun schw ei g" an den Kaiser gerichtete Telegramm ist, wie die „Braunschweig. Landeszeitung" mitteilt, heute folgende Antwort deA Kaisers ein getroffen: „2cm Ausschluß der Landesver- ammlung des Herzogtums Braunschweig.spreche ich für die anläßlich^ des Stapellaufes meines Schiffes „Braun- chweig" mir kundgegebene patriotische Gesinnung meinen; besten Tank aus mit dem Wunsch?, daß das schöne Schiff auf vielen glücklichen Fahrten feinen stolzen 9iamen zum Ruhme Teutschtands Ehre wahren möge. Wilhelm." Auf ein aus demselben Anlaß vom Magistrat der Stadt Brann- chweig an den Kaiser gesandtes Ergebenheitstelegramm ist dem Magistrat folgende Antwort zugegangen: „Neues Palais, 21. Tez. Dem Magistrat der Staat Braunschweig äge ich für die Kundgebung reichstreuer Gesinnung anläßlich des Stapellaufes meines Schiffes „Braunschweig" herzlichen Tank. Möge der ruhmvolle Name dem Schiffe glückbringend sein und der Allmächtige es in seinen gnädigen Schutz nehmen, zu des Vaterlandes Heil und Ehre. Wilhelm." K a 11 v w i tz, 22. Tez. In dem Balle st rem scheu Wahlkreise fand eine vom polnischen Nationalverein einberufene, von 900 Personen besuchte Versammlung statt. Gegen das Zentrum und die oberschlesische Geistlichkeit wurden die schwersten Vorwürfe erhoben. Eine geharnischte Erklärung gegen den „Katholik", der zum Zentrum zu halten erklärt hat, wurde angenommen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. Mittwoch, den 2 4. Dezember. Nachmittags 3 Uhr: Weihnachtsfeier der Kindeckirche von der Matthäus- und Markusgemeinde. Pfarrer Schlosser und Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Weihnachtsoesper für die Militär, gemeinde. Pfarrer Euler. Am 1. Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und MarkuS- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeind« erbeten. Nachmittags 5 Uhr: Prof. Dr. Drews. Am 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Abends 7 Uhr im Konftrmandensaal Weihnachtsfeier für die Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäus- gemeinde. Sonntag, den 2 8. Dezember. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Bsarrer Scheunemann. Abends 6'/, Uhr: Weihnachtsseier der konfirmierten weiblichen Jugend der Älatthäusgemeinde. In der Johanneskirche. 1. Weihnachtsfeiertag. Vormittags 9Vt Uhr: Pfarrer Euler. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Nach allen Gottesdiensten Sammlung für die Kleinkinder- Bewahranstalt. 2. WeihnachtSseiertag. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die 5fo- hannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nach allen Gottesdiensten besondere Sammlung für bie Armen. Am 2. Feiertag, nachmittags 6•/> Uhr findet im Schwesternhaus Vereinigung der neukonfirinrerten Mädchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler. Sonntag nach Weihnachten, den 2 8. Dezember. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Katholische Gemeinde. Mittwoch, den 24. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit jur heil. Beichte. Donnerstag, den 25. Dezember: Weihnachtsfest. Vormittags von 5 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 5 Uhr: Christmette. „ „ 6, 6'/,, 7, 7'/ Uhr: Heil. Messen. , „ „ 8 Uhr: Heil. Messe. Militärgottesdienst m. Predigt. In der Christmette und in jeder heil. Messe Austeilung der heil. Communion. Vormittags um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Festandacht mit Segen. „ „ 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Freitag, den 26. Dezember. Fe st des heil. Stephanus. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur beiL Beicht. „ um 7 „ Tie erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Communion. „ „ 8 Uhr: Tie zweite heil. Messe. Milttürgottesdienst, „ „ 97, Uhr: Hochamt. Nachmitttags um 2>, Uhr Festandacht. Samstag, den 27. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag, den 28. Dezember: Sonntag nach Weihnachten. Vornrittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor »md in derselben Austeilung der Herl. Kom- niunion. _ , Vormittags um 8 Uhr: Tie zweite heil. Messe. Milttargottei-- dienst mit Predigt. „ 97, Uhr: Hochamt. Nachmittags um 27, Uhr: Andacht, 3,88), in Baden 2,96 (1900: 2,97), in Elsaß-Lothringen 1,12 (1900: 1,11) und im ganzen deutschen Zollgebiet 71,2 (1900: 70,9) Millionen Hektoliter. Bei Bayern und Baden gelten die Angaben für das Kalenderjahr, bei den übrigen Steuergebieten für das Rechnungsjahr 1901. Unter Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhr von Bier ist der Bierverbrauch auf den Kopf der Bevölkerung berechnet worden: für das Brausteuergebiet auf 104,8 Liter (1900: 106,0), für Bayern auf 244,8 L. (190q: 246,1), für Württemberg au 184,2 L. (1900: 179,6), für Baden auf 158,4 L. (1900: 161,2), für Elsaß-Lothringen auf 82,7 L. (1900: 83,1) und für das Zollgebiet auf 124,1 L. (1900: 125,1 Liter). (Leider sind in dieser offiziösen Statistik nicht auch die Zahlen für unser Großherzogtum rnüverzeichnei.) Französische Wahlpolitik. Der frühere französische Minister des Aeußern Hanotattx, welcher die ihm angeblich auf Veranlassung Doumers auch von einem Teile der Radikalen angebotene Senatskandidatur im Departement Aisne angenommen hat, richtete an die Wähler einen Auftuf, in dem er sich als Kandidat der Versöhnung bezeichnet. Jnbetreff der inneren Politik stellt Hano- taux ein Programm auf, durch das er sowohl die Radikalen wie gemäßigten Republikaner zu befriedigen sucht. Bezüglich der äußern Politik sagt Hanotaux, Frankreich könne inmitten der mächtigen, arbeitsamen und kühnen Nationen seinen Stand nur dann behaupten, wenn es unaufhörlich wachsam und thättg sei. Es braucht deshalb eine ausdauernde aufmerksame Politik, die entschieden dem Frieden zugeneigt ist, aber ohne deshalb irgend eine seiner Kräfte oder irgend eines seiner Rechte gefährden zu lassen. Frankreich muß mutvoll die Armee- und Marinelasten tragen, wenn es auch suchen muß, die Bürden, die auf dem Leben jedes Bürgers ruhen, möglichst zu erleichtern. In volkswirtschaftlicher Beziehung tritt Frankreich, wie übrigens ganz Europa, in einen Zeitabschnitt ein. Der neue Zolltarif in Deutschland, die Folgen der Brüsseler Konvention für die französische Zuckerindustrie, die Syndikate und Trusts der konkurrierenden Staaten bedrohen den Ackerbau und Handel Frankreichs. Wähler und Gewählte müssen deshalb über den Schutz der nationalen Arbeit auf der Basis von Kom- pensationstarisen und Gegenseltigkeitsoerträgen wachen. Aus Sludl uiiLi Gießen, den 23. Dezember 1902. - Hofnachrichten. Aus Aden, 22. Dez., wird gc. meldet: Se. Kgl. H. der Groß Herzog ist gestern mittag wohlbehalten auf dem Dampfer .Arabia" hier angekommen — Tie Prinzessin Ludwig von Battenberg ist Samstag Abend mit Faniilie von Darmstadt abgerevt und begab sich zur Weihnachtsfeier zu dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen nach Kiel, wozu auch Prinz Ludwig von Battenberg von London eintreffen wird. ° Mitte Januar wird die hohe Familie ihren Wohnsitz nach London verlegen. • • Das Großherzogl. Staatsministerium hat mit Allerhöchster Ermächtigung Sr. König!. Hoheit des Großherzogs eine Regierungsvorlage, betr. die Großherzogliche Offizier-Witwen- und Waisenkafse, sowie die Unter- offizier-Witwen-Kasse — zunächst der Zweiten Kammer — mit dem Antrag vorgelegt, einem mit dem Reichskanzler darüber abgeschlossenen Vergleich, soweit erforderlich, die verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen. * * Postalisches. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Verzollung der steuerpflichtigen Postsendungen am 25. ds. Mts. in der Zeit von 10—12 Uhr vormittags bei dem Großherzoglichen Hauptsteueramte hier stattsinden kann. * * Von der Eisbahn. Der Eisverein hat beschlossen, die Eisbahn morgen bei günstiger Witterung um halb 11 Uhr wieder zu öffnen. Vermischtes. * Straßburg, 22. Dez. In einem bei Joeuf gelegenen, dem Unternehmer Schmitz aus Köln gehörigen Bergwerk wurden fünf Arbeiter durch Einsturz verschüttet. Drei von ihnen blieben tot, die Rettung der beiden anderen, welche noch unter den Erdmaffen begraben liegen, ist wenig wahrscheinlich. • Triest, 19. Dez. Ein trauriges Ende nahm eine Kahnfahrt, die vier junge Triestiner namens Seifert, Schwagel, Lübeck und Haupt am Sonntag auf der Adria machen wollten. Am Abend erhob sich ein heftiger Sturm auf dem Meere und verschlug das Boot. Gestern wurde es mit der Leiche des jungen Seifert im Lido von Venedig aufgefunden, während von den anderen Genossen bis jetzt noch jede Spur fehlt. < £ u - ! u 8147 A 8r Z ?ci 8k! i 8ti A iti o Ci u G* Ä 5 G* ♦o G* JO r- Ö*b CO 1C e "e E3 <5 V « s s g 1> VD 95> s ■ c L e> P c 3 s C 3 £ 3 — CD t-» 2 tfo tr= •3 Z kg7 N E >b 3 E o ar» cn 3 o i3 K3 II 5 E E o E *2 o E CD ZH »-> 2 *3 ■— CD D E>b Q LV Z, e «t S : m-3 pwe? : § t» = _ o o K«Z .Z-Z . » L -3 s r! -° o 3- ~ >D *-• r» L s tf| .S «‘iS 5.C iE-'L Er ff»u «Xo* v—• m JO e*1 C .;* <» » «b 5 a—i ? KtzK _E *° *o CO ~ «‘BS- ■3 « y *s ti=L &5p *O =3 p CD =■ E sag, 37- - Q C H u § "5 “ M — öa J3 g> Jo CSX) $ E Cl> O i> s «'. eo O Cl -Äl *$e o t# e 3 "5t = VD jO E 3 o cd E Q 3 «s L) E CD C E E X> S) rr G> A S ’g* 2 G> rr A S V Z 15t E E O E ' 3)' i CD 15t s-> ' E" L, C 3> t: i» 2 ° E 8> "i-s *sr >8*.*^ A O qji 4- US ^V L JD- öS -O äs en «5t, S Q CD Jj ‘e 'L 3 5 & V S L . 3 -2D oo "3 LE. 03 ti 'S “*^2 S o CD E c ”T- 6? 8 8® art E - § 8 §> X> g» <- 3 - E v „ . 123. Ti art cs a> ” KZ RZ im -^0-art q) 5 2-3 -S ^z.22® io :O — V 95t LZ ^-2 E EL. E 2d - CD « ro-2 «v nrt 3 E "2 o .2 A »TD G> 2 E CD 3 ■yo @ E c t _ s; (#. 2 CD M_El ,_, o - «Sh« «s 3-2 10 JeMe MhmWm ZevUe NahmMkell deutsche Niihmslhillell Jeiltsche Nlihmaschim Gritzer Nkhmaschim« NähmHiUll Grihmr Nahmaslhille« AWer NähillMillell erstklassigen Fabrikats übertreffen alle ausländischen in Konstruktion und Dauer. erstklassigen Fabrikats sind durch Schönheit und Eleganz allen ausländischen überlegen. erstklassigen Fabrikats können wegen Zoll- und Frachtersparnis am preiswürdigsten verkauft werden. erstklassigen Fabrikats eignen sich am besten für alle Näh- und Stickarbeiten, wie der Berliner Wettbewerb bewiesen, jni erstklassigen Fabrikats. zeichnen sich durch solide Arbeit und ruhigen Gang vor allen anderen Fabrikaten cm3. werden daher von allen deutschen Marken am meisten verkauft — ea. 100 000 Stück pro Jahr. erhielten daher auch auf der Pariser Weltausstellung 1900 allein die goldene Medaille — die höchste Auszeichnung für deutsche Nähmaschinen. 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