Donnerstag 33# Oktober 1003 lö3» Jahrgang Zweites Blatt. 3>ie heutige Yummer umfaßt 10 Seite«. die 7 855 512 ha; dieser Durchschnitt wurde im laufenden Jahre um 210 830 ha überschritten. Die gesamte, zum Ackerbau benutzte Fläche des deutschen Reiches wurde im Jahre 1900 zu 25 774 000 ha ermittelt. Hiervon macht die letzt- ährige Anbaufläche des Weizens und Roggens 81,3 Proz. aus. Dem Anbau von Winter-Spelz, Sommer-Gerste und Hafer waren im letzten Jahre 6 111 884 ha gewidmet. Im Ganzen waren somit 14178 226 ha zum Getreidebau benutzt. Das sind aber nicht weniger als 55 Prozent des gesamten Ackerlandes in Deutschland, gewiß ein deullicher Beweis, was der Körnerbau für die deutsche Landwirtschaft bedeutet, und welches Interesse diese an einem ausreichenden Zollschutz für Getreide hat. Im Durchschnitt der zehn Jahre 1892/1901 stellte sich Anbaufläche des Weizens und Roggens zusammen auf Bekanntmachung. Die am 17. September, bezw. 10. Oktober L IS. ungeordnete Sperre der Grünbergerstraße (zwischen Moltte- und Wolfstraße) und der Wolfsttaße wird hiermit aufgehoben. Gießen, 23. Oktober 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Landmannstraße und die Licherstraße zwischen Schiffenbergerweg und Wolfstraße wird wegen Vornahme von Kanalisattonsarbeiten für den Fuhrwerksverkehr bis auf veiteres gesperrt. Gießen, den 23. Oktober 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Der Anbau von Brotgetreide war in Deutschland im laufenden Jahre größer, als in amtlichen zehn Vorjahren. Vergleicht man das diesjährige Ergebnis mit dem vom vorigen Jahre, so ist die Anbau- läche bei Weizen von 1 582 833 auf 1912 355 ha, also um 329 522 ha, und bei Roggen von 5 807 608 auf 6153 987 ha, bei jeden Fruchtarten zusammen um 675 851 ha oder um 9 Prozent gestiegen. Seit dem Jahre 1892 waren im Volttische Tagesschau. Kaiser Wllhelm als Europas Erlöser. Der amerikanische Milliardär Andrew Carnegie erhielt am Mittwoch den Ehrengrad der schottischen Saint Andrews-Universität. Bei dieser Feierlichkeit hielt Carnegie eine Red«, in der er die Aufforderung an den deutschen Kaiser richtete, er möge seinen Einfluß dahin verwenden, daß die gereinigten Staaten von Europa" in Form einer politische^ und industriellen Union geschaffen würden. So allein könne Europa die fremden Märkte erobern und das Eindringen Amerikas zurückweisen. Der Kaiser könnte eines Tages eine große Rolle spielen als Erlöser Europas von dem Alb, der es bedrückte, nämlich der beängstigenden und lähmenden Furcht vor dem Krieg. Er glaube, eine soüberlegengroßePersönlichkeit, wie Kaiser Wilhelm, könne die wenigen Manner, welche heute Europa beherrschen, dahin beeinflussen, daß ie einen Schritt zur Sicherung des Friedens unternehmen. Im weiteren Verlaufe der Rede sagte Carnegie, daß Englands Cisenvorrat in zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren so gut wie erschöpft sei, aber auch der Amerikas nur auf 60 bis 70 Jahre ausreichen würde. Amerika habe England von der Stelle der ersten Ration an Reich/- tunt, Gewerbefleiß und Handel verdrängt, aber man dürfe sich freuen, daß die Führerschaft in der Familie bleibe, denn es sei Englands ältester Sohn, der rechtmäßige Erbe, der jetzt die Krone trage. Deutschland habe auch vorwärts gearbeitet und verspreche, England um den zweiten Platz hart zu bedrängen. Carnegie sprach die Ansicht aus, daß die Unternehmer und Angestellte in England noch immer das Leben leicht nehmen, forderte die Engländer aus, weniger zu trinken und zu rauchen und manche ihrer rohen Spiele aufzugeben, von denen Europa und Amerika vergleichsweise frei seien. Er glaube, daß schmerzliche, heilsame Lehren nötig seien, ehe die Engländer ihre schließliche Erhebung zu Glück und zur Freiheit von den erniedrigenden Neigungen erreichen. 'ortwährend unterbrochen. Der Alldeutsche Stein ruft: Ihr chändlichenErpresser! Der reine Di e b st a h l. Der Alldeutsche Jro: Exzellenz Koerber, lösen Sie die Bude auf! Der Czeche Freßl: Ordinärer Kerl! Stein: Schwindler! Gaukler! Erpresser? In diesem Tone geht es noch weiter eine Weile fort. Der Czeche Klofac verlangt die Einsetzung eines Mißbilligungsauschusses gegen Berger wegen Beschimpfung der Czechen. Nr. 349 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger Verden im Wechsel mti dem ksesstschen Landwirt die Siebener KamUien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck iu Verlag der Brühl 'scheu Untvers.-Buch-u.Stem- bradetet (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei r Echulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anreger Gieße«. gernsprechanschluß Nr. 51. Hebet die Lage im Somalilande beobachten die englischen Behörden große Reserve. Sie wird als sehr ernst betrachtet. Die Londoner Blätter besprechen die dortigen Operationen und sprechen ihr Bedauern über die englischen Verluste aus. Nach einer Depesche meldet die „Morning Pose" aus Bombay: Mullah bezieht seine Waffen über den französischen Hafen von Tjibuti, über den auch ein unerlaubter Handel mit Kriegsmunition in großem Maßftabe stattfindet. Die „Reutersche Agentur" wird offiziell darauf aufmerksam gemacht, daß es falsch sei, von einem „verrückten Mullah" zu sprechen. Ter Häuptling, mit dem Oberst Swayne zu kämpfen hatte, werde lediglich der Mullah genannt. Es sei nötig, darauf aufmerksam zu machen, da auch noch ein verrückter Mullah vorhanden sei, der eventuell auch noch Schwierigkeiten machen könne. Ter Somalilandforscher, Abg. Pease, sagt über den Mullah: „Er ist keineswegs verrückt. Man kennt ihn sehr gut an der Küste, und er war früher einmal freundlich gegen die Engländer gesinnt." Pease meint ferner, daß der Mullah 30- bis 40 000 Mann bei sich haben werde, und ein Sieg locke besonders im Somaliland viele Hilfskräfte an. Man werde zweifellos die Hilfe der Abessinier gegen den Mullah gewinnen können, aber die Art der Kriegführung der Abessinier lasse ein derartiges Bündnis wenig wünschenswert erscheinen. Das Heer des Mullah sei so groß geworden, weil die Engländer die ihnen unterworfenen Stämme nicht geschützt hätten. Tie Leute wären aus Furcht vor dem Mullah zu diesem übergegangen. Ter Mullah war früher ein eifriger Besucher von Berbera, wo er sich einmal sechs Monate ohne Unterbrechung aufhielt. Von dort kehrte er zeitweilig nach Tolbahunlä zurück, wo er den Koran lehrte. Ten ersten Anstoß zu seiner Gegnerschaft bot ihm der Unterricht von Somalikindern durch französische Missionare. Vor vier Jahren verließ er Berbera und begann den Kreuzzug gegen die Christen zu predigen. Der erste Offizier des Mullah heißt Adejisudi. Er war früher englischer Dolmetscher im roten Meer und begleitete die englische Expedition gegen Osman Digma Das ermöglichte ihm, die englischen Truppen und deren Kampfweise kennen zu lernen. Aus dem österreichischen Parlament. Im Abgeordnctenhause zu Wien kam es am Mittwoch bei der Verhandlung über die sprachlichen Ver- hättnisse in Schlesien zu wiederholten erregten Szenen. Während der Rede des Jungczechen Dyk, entspann sich zwischen dem Jungczechen Brzeznowsky und dem Deutsch- völtlichen Albrecht eine stürmische Auseinandersetzung. Brzeznowsky rief Albrecht zu, seine Mutter sei eine Czechin gewesen und er selbst habe sich von Czechen bereichert, worauf Albrecht mit e r h o b e n e r H a n d auf Brzeznowsky eindrang und ihn einen Lügner" und „ekelhaften Kerl" nannte. Der Alldeutsche Berger rief den Czechen zu: Ihr seid politische Lausbuben! Diese Worte waren das Signal zu wüsten Krawallen. Czechische Abgeordnete eilten auf Berger zu, umzrnaelten und in- sultterten ihn; alldeutsche Abgeordnete, darunter auch Wolf, suchten Berger zu befreien. Ter Lirm und die erregten Szenen hielten längere Zett an, sodaß der Vizepräsident Kaiser die Sitzung suspendierte. Nach viertelstündiger Unterbrechung wird die Sitzung wieder ausgenommen. Der Vizepräsident Kaiser erteilt Berger für die Beschinipfung einzelner Mttgtteder einen Ordnungsruf. (Widerspruch der Alldeutschen; Rufe: Sie bekommen den Leopoldsvrdeu! Sie deutscher Czeche!) Sehnal setzt seine Rede iu czechischer Sprache fort, ton den Alldeutschen Der Kampf um die Zölle. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbetter schreibt kmterm 22. Oktober: Tie 200. Plenarsitzung der Session! Ein mächtiger Strauß gelber Chrysanthemen schmückte zur Feier des Tages den Präsidententisch. Das Parquet zeigte indessen nichts weniger als festliche Fülle. Zu gut drei Viertetten „tagte" die gesetzgebende Versammlung in den Lesesalons, den Foyers und der Restauration, während drinnen im Saal Rede auf Rede folgte. Zur Erörterung standen die Mindestzollsätze auf Gerste und Hafer. Doch es wurde weniger von diesen beiden Getteidearten, als von der parlamentarischen Lage, wie sie sich nach der gestrigen Erklärung des Reichskanzlers gestaltet hat, gesprochen, besonders von den Wortführern der Linken. Nach deren Meinung ist her Zolltarif als gescheitert anzusehen, ist es ein „Martyrium", was die Verbündeten Regierungen dem Reichstag mit der Weiterberatung der Vorlage zumuten. „Ter Reichskanzler ist bereits in den Wolken des Olymp verschwunden. Wenn die Regierung mit den Parlamentariern kein Mitleid hat, dann möge sie es wenigstens mit den Bundesratsbevollmächtigten, mit den armen Geheimräten haben, und die Vorlage zurückziehen!" — so ließ sich der Abg. Tr. Müller-Meiningen (frs. Vp.) heute vernehmen. Es zirkulierten übrigens „U m f a l l g e rü ch t e" im Hause. „Wissende" behaupteten, Anhaltspunkte zu haben, daß dem Reichskanzler seitens der Führer der Mehr- heitsparteren angedeutet worden sei, man wolle eine Verständigung auf Grund der Regierungsvorlage nicht durchaus von der Hand weisen, und sei auch nicht abgeneigt, die Frage der Bindung der Viehzölle nochmals zu „prüfen", Sollte das zutreffen, dann wird die Linke, die ja der Regierungsvorlage „Kampf bis aufs Messer" angefagt hat, ohne Zweifel alles daransetzen, die zweite Lesung nicht vor Ablauf der Legislaturperiode zu Ende Kommen zu lassen, um den Zolltarif als Parole für die Neuwahlen zu „retten". Tiefe Obstruktion zu brechen, würde außerordentlich schwer sein, sich vielleicht nur durch Abänderung der Geschäftsordnung ermöglichen lassen. ' Doch das ist eine Sorge der Zukunft. Tie Zollerhöhung auf Gerste und Hafer interessiert zumeist süddeutsche Parlamentarier. Bayerische Abgeordnete der Linken bekämpften Erhöhung und Bindung des Gerstenzolls, durch die ein Handelsverttag mit Oesterreich und Rußland unmöglich gemacht, und das biertrinkende Publikum geschädigt würde. Ter württembergische Wg. Tr. Hieber (nL) hingegen befürwortete im Interesse der mittleren und Heinen württembergischen Bauern und — wie er dem vollsparteilichen Wg. Conrad Haußmann entgegenhielt — in Uebereinstimmung auch mit volksparteilichen Parlamentariern Württembergs auf das Wärmste die Erhöhung des Gerstenzolls von 2i/3 auf 3 Atari, eyt- sprechend den Sätzen der Regierungsvorlage. Die Wortführer des bayrischen Bauernbundes beharrten auf den Forderungen des Kommissionsbeschlusses (Erhöhung auf 51/2 Mart), während Abg. Roesicke-Tessau (wildttberal), Tr- rektor der Schultheißbrauerei, sich gegen bte Erhöhung des Gerstenzolls erklärte, in einer ganz interessanten Rede, die manches aus der Praxis enthielt. Wie eine frische Welle ging es durch das einigermaßen ermüdete Haus bei der Rede des Abg. Gerstenberger (Ztr.), eines jugendlichen Landpfarrers aus llnterfranken. Zentrum und Rechte, die dichtgedrängt den Redner umstanden, spendeten den durch ihre Ursprünglichkeit stellenweise fort- reißend wirkenden Ausführungen stürmischen Beifall. Tas bayrische Zentrum wird den gesamten Tarifentwurf ablehnen, wenn nicht ein höherer Gerstenzoll beschloßen wird — das konstatierte Abg. Gerftenberger mit aller .Entschiedenheit. Ter nächste Redner, Abg- Gothein (frs. Bg,), fand, daß von her Tribüne hes Reichstags herab die Interessen- Politik selten mit solcher „Ungeniertheit" propagiert worden sei, als durch den Abg. Gerstenberger — eine Aeuße- rung, die lebhaften Protest hervorrief. Tie Replik des payrischen Ministerialdirektors v. Geyger gegen den Abg. Gerstenberger war sdas letzte bemerkenswerte Moment der sechsstündigen Debatte, die ein praktisches Ergebnis nicht zeitigte, denn zur Abstimmung kam es nicht. Präsident Graf Ballesttems Worte zu Eingang der Sitzung von den schönen Blumen und segensreichen Früchten her Gesetzgebung im Spätherbst dieser Session" wurden allgemein als Ausdruck der Hoffnung auf das Zustandekommen der Aollvorlage aus gefaß t. Deutsches Reich. Berlin, 22. Ott. Tie „N. A Ztg." schreibt offiziös: Ter Korrespondent des „Berl. Tagebl." in Konstantinopel, dessen Meldungen sich durch besondere Unzuverlässigkeit auszeichnen, hat verbreitet, der Kaiser habe nach Besprechungen mit dem Kaiser Nikolaus vor Reval den Sultan telegraphisch gewarnt, in der macedonischen Frage die Langmut her Großmächte allzusehr auf die Probe zu stellen. Diese Geschichte ist glatt erfunden. — Am heutigen Geburtstage der Kaiserin! hatten die öffentlichen unb viele Pnoatgebäude Flaggenschmuck angelegt. Abends 7 Uhr sand im Neuen Palais eine Theatervorstellung mit darauffolgendem Souver statt, morgen abend ist im Neuen Palais eine kleine Tanzfest- lichkeit. — Im Befinden des deutschen Botschafters in Wien» des Fürsten Eulenburg, ist nach der „Post" eine Besserung eingetreten, die, sofern sie anhatten sollte, es möglich machen dürfte, daß der Botschafter voraussichtlich noch vor Ablauf seines bis Ende November reichenden Urlaubs auf seinen Posten zurückkehren kann. — Dem neuen Oberpräsidenten von Westpreußen, Delbrück, war von Krupp in Essen eine leitende Stelle in seinen Werken mit einem Jahresgehalt von 100 000 Mark an getragen worden. DasCinkommen eines Oberpräsidenten beträgt 21000 Mark und 3000 Mark Repr äsentationskvsteu nebst Dienstwohnung; daneben nicht zu unterschätzende Reisespesen. Delbrück hat sich für den Staatsdienst entschieden; er dürste mit dem Oberpräsidenten seine Laufbahn noch nicht abgeschlossen haben. — Zum Vorsitzenden der Bibliothekkommissivn des Reichsatgs wurde heute an Stelle des verstorbenen Abg. Tr. Lieber her Wg. Dr. Spahn gewählt. — Nach einer parlamentarischen Korrespondenz sind die Mehrheitsparteien im Reichstage entschlossen, alles zu thun, um die zweite Lesung des Zolltarifen twurfs vollständig zum Abschluß zu führen. Mehrfache Aeußerungen des Reichskanzlers zu Wgeordneten lauteten gestern dahin, haß auch die Reichsregierung nicht daran denkt, als Folge der gestrigen Wstimmung auf die Weiterberatung zu verzichten. — Die Differenzen zwischen den polnischen S0zialisten und der deutschen Sozialistenpar- t e i konnten auch in einer eni>gütigen Schlußkonferenz, die am Montag stattgefunden hat, nicht beigelegt werden. Tie Versammlung verlief resultatlos. Hamburg, 22. Ott. Tie heutige Sitzung der Bürgerschaft fand einen tief traurig en Abschluß. Ter Präsident Siegmund H i n r i ch s e n erlitt, während er eine Erklärung abgab, einen Schlaganfall. Der mit dem Tode Ringende wurde hinter dem Präsidenttsch niedergelegt, und hier hauchte er seinen Gei st aus. Müncyen, 22. Okt. In der Generalversammlung des „Mittelfränkischen Bauernvereins" sagte der Vorsitzende der konservativen Partei und des Bundes der ‘ Landwirte in Bayern, Wg. Beckh, u. a. nach einigen - lustigen Aeußerungen gegen die „Kommerzienräte in oen : großen Städten": „Wenn dieRegierungnichtbei- geht, dann wissen wir nicht, was von uns . alles noch im 3orn gethan wird!" — Am letzten ■ Montag hat eine aus dem geistlichen und weltlichen .. Stande stark besuchte Versammlung sütttgefunden behufs ve-ngspret-, O monatlich 75^1, liiert* 'w Aly kE jährlich Mk. 2JB0; durch GletzenerAnzeigerW W General-Anzeiger ” w .WA Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZZZ Deutschen Reich mit Weizen und Roggen bebaut: 1892 7 654 384 ha 1898 7 914 502 ha 1893 8 056 418 „ 1899 7 891 849 , 1894 8 025 064 „ 1900 8 001 479 , 1895 7 824 427 , 1901 7 390 491 , 1896 1897 7 909 066 , 1902 7 887 442 „ 8 066 342 , Förderung des fortschrittlich eu KatHoliziK- m u s. Nach einer Rede Dr- Klasens über ^Religion, Deutschtum und Kutturt' schwach unter lebhaftem Beifall bet bekannte Würzburger Universitätsprofessor Schell über den „gegenwärtigen Stand der fortschrittlichen Bewegung im Katholizismus und unsere Stelmng dazu in religiöser und wissenschaftlicher, wie in sozialer und politischer Hinsicht." Sogar die Frage der Gründung einer neuen Partei, die sich „aus gemäßigten Liberalen und fortschrittlichen ZentrnmÄeuten zusammensetzen" solle, wurde nach der „Tugsb. Abendztg." erörtert Kirche und Schule. Gegen Pastor DörrieS in Kleefeld in Hannover war, wie wir mitteilten, seitens des Konsistoriums ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, weil er durch einen Vortrag auf dem national-sozialen Parteitage über die Frage , Verdirbt Politik den Charakter^ einem Gebot der Kirchenbehörde zuwider sich an politischen Parteibestrebungen beteiligt habe. Jetzt wird gemeldet, daß das Verfahren eingestellt worden sei. Kolouialpost. New-Port, 22. Okt. Die „Tribüne* meldet aus Washington, daß König Oskar von Schweden und Norwegen in dem Samoakonflikt zu Gunsten Deutschlands entschieden habe. Obgleich die Bundesregierung sich der Entscheidung fügt, wird sie diese Entscheidung doch nicht als Präcedenz gelten lassen, da sonst jegliches Eingreifen in die mittel- und südafrikanischen Unruhen unmöglich wäre. Ausland. Kopenhagen, 22. Okt Das Landsthing verwarf heute mit 32 gegen 32 Stimmen definitiv die Regierungsvorlage betr. die Abtretung der dänisch-westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten. Nach der Abstimmung fand ein Ministerrat statt. Der Finanzminister beabsichtigt, eine Kommission nach den Inseln zu schicken, um die Verhältnisse zu untersuchen und Vorschläge zu machen zur Besserung und Entwickelung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Privatpersonen, welche versprachen, Opfer für die Inseln zu bringen, werden aufge- fordert, ihre Veranstaltungen sofort ins Werk zu setzen. London, 22. Okt. Tie Bur en g en erale sind hier eingetrvffen und erklärten, daß sie nicht die Absicht hätten, gegenwärtig eine Unterredung mit Cham- berlain uachKusuchen. Wie das Reutersche Bureau erfährt, müßte jede Initiative hierzu von ihnen ausgehen, denn Chamberlain würde bestimmt keinen Schritt in dieser Richtung thun. — Unterhaus. Schatzkan^er Rttchie erklärt, er habe nicht die Absicht, die Transvaal-Anleihe-Vorlage in dieser ©effion ein§ub ringen. In Beantwortung einer Anfrage bezüglich eines angeblichen neuen Vertrages zwischen Deutschland und England sagt Cranbome, falls ein derartiger Vertrag vorhanden sei, sei er durch die Natur der Sache verhindert, seine Bedingungen mitzutetten. Gibson -Bowles fragt an, welchen Grund Deutschland dafür cm gab, daß eine dentscheTruppeim September 1900 den Teil des Kongostaates mit Gewalt in Besitz nahm, den der König der Belgier im Jahre 1894 an England verpachtete, den aber England, indem es den von französischer und deutscher Seite erhobenen Einwendungen nachgab, aufgab. Cranbome erwidert: Tie Information, die wir von der deutschen Regierung erhalten haben, schließt keine Erwähnung dieses Zwischenfalles ein. Die Grenzabsteckung dieser Gegend wird zweifellos durchgeführt, aber wir haben keinen Grund zu der Annahme, daß die Rechte des Kongostaates über das an unser Schutzgebiet stoßende Territorium berührt seien. — Mit dem Dampfer „Saxon" ist der Vertreter der Ber garbeiterver ernigun g in Transvaal in England angekommen. Er beabsichtigt, der Regierung Vorstellungen zu machen betreffs Aenderungen in den Minen- gesetzen zu Gunsten der arbeitenden Klassen. Bei seiner Abreise vor drei Wochen waren höchstens 40000 Kaffem in den Bergwerken am Rand in Thätigkeit, die kaum dem dritten Teil der erforderlichen Anzahl entsprechen, wenn sämtliche Stampfen arbeiten. Weiße Arbeiter sind genug vorhanden. Diese können aber nur dann Beschäftigung finden, wenn zugleich die genugcnbc Anzahl Schwarzer zur Verfügung steht. Um btefe in größerer Zahl heranzuziehen, emvsiehlt Ratcliffe die Aufbesserung der Löhne. Madrid, 22. Okt. Tas Ministerium des Innern bezeichnet die Lage in Leres als bedenklicher. Heute wurden sechs Anarchisten verhaftet. Die Ermordung des OberamtSrichters Becker vor dem Schwurgericht. II Oldenburg, 21. Oft Zeuge früherer Direktor der in Konkurs geratenen Zeteler Weberei, Janßen: Tie Zeteler Weberei habe feit 1894 mit der Bereinsbant in Geschäftsverbindung gestanden. Tie. Bereinsbank gab an die Weberei gegen sehr hohe Zinsen Tarlehen. Tas höchste Darlehen habe feiner Erinnerung nach einmal 38 000 Mark, der Umsatz der Weberei im Durchschnitt 480 000 Mark im Jahre betragen. Ter Angeklagte sei bistveilen ohne Grund sehr auf - geregt gewesen und habe chm einmal gesagt, daß er verfolgt werde. Dienstmädchen Anna Bruns: Sie habe bei dem Angeklagten eine zettlang in Diensten gestanden. Ter An- getlagte sei fast allabendlich zu Hause gewesen, habe auch un Hause nur selten Bier und Wein getrunken. In der letzten Zeit sei der Angeklagte bisweilen sehr aufgeregt gewesen, und hat Selbstgespräche geführt, er habe sehr blaß ausgesehen. Am Abeno des 15. April kam der Angeklagte, wie gewöhnlich, gegen 8 Uhr abends nach Hause und blieb auch zu Hause. Am folgcnben DLorgen sei der Angeklagte außergewöhnlich früh aufgeftanben, habe in großer Eile stellend eine Tasse Kakao getrunken, ein Brötchen gegessen, unb sei noch vor 7 Uhr fortgegangen. Kurze Zeit darauf kam die Frau des Angeklagten weinend aus dem Schlafzimmer und fiel ihr um den Hals und sagte: ,,l)ttin ist alles aus, das ganze Geld ist weg. Mein Mann ist fortgegangen, ich weiß nicht wohin." Bon Zett zu Zeit trat Frau Brnns ans Fenster unb sah, ob ihr Mann nicht komme. Fran Bruns meinte, ihr Mann müsse doch bald wiederkommen, da das Geschäft geöffnet werden müsse. Als aber längere Zeit verging unb Bruns nicht wieder kam, wurde Frcru Bruns immer unruhiger. Sie (Zeugin) ersuchte daher die tm Haufe wohnende Fran Oberlehrer Schuhmacher, diese zu trösten. Frau Bmns habe ihr erzählt, sie habe eine schreckliche Nacht durchgemacht. Ihr Mann sei ganz furchtbar aufgeregt gewesen und habe wirre Redensarten geführt und gesagt: er müsse sich erschießen, denn man wolle ihn verhaften. Sie (Fran Bruns, habe fast den Eindruck gewonnen, daß ihr Mann verrückt geworden sei. Es erscheint danach als Zeuge Landgerichtsrat Hartung: Frau Bruns habe zu Protokoll angegeben: Am Abend des 15. April fei ihr Mann gegen halb 8 Uhr in furchtbarer Aufregung nach Hause gekommen. Sie habe ihren Mann veranlaßt, mit ihr eine Flasche Wein zu trinken, um chu zu bernhigen. Ihr Mann habe aber sehr wenig getrunken unb noch weniger gegessen. In der Nacht habe ihr Mann wirre Redensarten geführt und zu ihr gejagt: Es ift das Beste, wenn ich Dich erschieße. Tas Benehmen ihres Mannes in jener Nacht sei ein solches gewesen, daß sie.sich entschlossen hatte, am folgenden Tage einen Arzt zu Rate zu ziehen. Ihr Mann sei vielfach ohne jede Veranlassung sehr aufgeregt gewesen. Sie habe gewußt, daß chr Mann oftmals einen geladenen Revolver bei sich getragen habe. Ter folgende Zeuge ist Kaufmann Dählmaun: Er habe mit dem Angellagten und Matthesen die Oldenburger Vereinsbank gegründet. Tas Verhältnis zwischen mir unb dem Angeklagten wurde unleidlich, sodaß ich im Mai 1899 ausschied. Schon 1897 war der Angeklagte so aufgeregt, er führte immer Selbstgespräche, sodaß ich ihn schließlich in eine Bremer Nervenheilanstalt bringen mußte. — Dorf.: Betrieb die Bank auch Börsenspekulationen? Zeuge: Jawohl. Bors.: Wer bettieb in der Hauptsache die Börsenspekulationen? Zeuge: Der Angeklagte, dieser war die ganze Triebfeder. Oberstaatsanwalt: Soll der Angeklagte nicht von seinem Vater zu den Börsenspekulationen veranlaßt worden sein? Zeuge: Tas will mir allerdings scheinen. Ter Angeklagte habe seinen Vater schlecht behandelt; er habe denselben oftmals „SchassLipf" genannt Tie Beweisaufnahme zieht sich noch bis in den späten Abend hin. Ter Angellagte legt eine staunenswerte Ruhe an den Tag. Er lehnt sich seitlich auf die Hintere Lehne der An- flagebanf und streicht sich wohlgefällig mit der linken HaÄ) seinen Vollbart Er macht den Eindruck, als ob er in einem Gasthause säße und sich langweilte. Es wird das Erkenntnis verlesen, wonach der Angellagte von der Beleid igun gsgn klage des Oberamtsrichters Becker sreigesprachen wurde. Aus der Verlesung des frei sprech enden Erkenntnisses in dem Beleidigungsprozeß v. Baden-Bruns wider Täylmann geht hervor, daß Tählmann behauptet habe: die Oldenburger Vereinsbank sei durch die wahnsinnigen Spekulationen des v. Baden-Bruns in Oesterreichische Kredit-, Bochumer Gußstahl-, Gelsenkirchener- usw. Aktien ä la baiffe an den Rand des Ruins gebracht worden. Im weiteren wird die Auskunft der Militärbehörde verlesen. Danach ist v. Baden- Bruns im Jahre 1882 aus dem deutschen Staatsverbande enttassen worden, well er vorgab, nach Holland auswandem zu wollen. Einige Zeit nach seiner Rückkehr wurde er aus- gehoben ura) 1890 zu einer Uebung eingezogen. Nach 14 Tagen wurde er aber wieder entlassen, da ihn die Aerzte als nicht geistig normal erklärt hatten. Dr. Engelken (Bremen), in dessen Nervenhellanstalt der Angeklagte neun Monate zu geb rocht, hat erklärt, von Baden-Bruns leide an geistiger Erschöpfung. Er glaube, er werde wegen Mordes verfolgt und überall von der Polizei beobachtet. Arbeiter Fröhlje: Am 16. April war er bei der Kanalisation beschäftigt. Gegen 8y2 Uhr morgens sah er den Angellagten in das Haus, in dem Oberanttsrichter Becker wohnte, hineingehen. Sehr bald darauf vernahm er furchtbares Geschrei. Mehrere Kanallsattonsarbetter eilten in das Haus. Er sah, daß der Angellagte die Fensterscheiben einschlug, die Gardinen herunterriß und unter furchtbarem Geschrei Rohrstühle, Geschirr re. zum Fenster hinauswarf. Arbeiter Bonhorst: Am SDtorgen des 16. April sah er den Angellagten in verdächtiger Weise das Haus betreten, in dem im ersten Stock Oberamtsrichter Becker wohnte. Bald darauf vernahm er zwei Schüsse und ein furchtbares Geschrei. Frau Oberamtsrichter Becker kam mit lautem Geschrei auf die Straße geeilt. In diesem Augenblick ging das Simulieren los. Vors.: Was wollen Sie ixnnit sagen? Zeuge: Ter Angeklagte schlug mit einem Bilderrahmen die Fenster ein und warf unter großem Geschrei Rohrstühle unb Geschirr zum Fenster hinaus. Der Vorsitzende teilt darnach mit, Frau Ob er amts- richter Becker sei vor einiger Zett operiert worden. Laut ärztlichem Attest gestatte es ihr Gesundheitszustand nicht, als Zeugin zu erscheinen. Ter Gerichtshof habe daher beschlossen, ihre kommissarische Aussage zu verlesen. Die Zeugin, 27 Jahre alt, hat ausgesagt: Am 16. April sind wir zellig aufgeftanben. Nachdem wir gefrühstückt hatten, traten wir auf den Korridor, da mein Mann aufs Gericht gehen wollte. In diesem Augenblick kam ein Mann die Treppe hinauf und fragte meinen Mann, ob er ihn einen Augenblick sprechen könne. Mein Mann betrat das Wohnzimmer, der Angellagte folgte ihm. Ich blieb auf dem Korridor stehen. Ich glaubte, gehört zu haben, daß mein Gatte den Mann fragte, womit er dienen könne. In demselben Augenblick fiel ein Schuß, und es erfolgte ein heftiger Schrei meines Mannes. Ich war wie betäubt und sah nur, daß das Wohnzimmer, dessen Thür aufstand, sich in Rauch hüllte. Ich eilte die Treppe in unter und schrie um Hilfe. Als ich die Treppe hinuntereilte, hörte ich einen zweiten Schuß. Nachträglich erinnerte ich mich, daß ich noch ehe der zweite Schluß fiel, ein heftiges Gepolter vernahm. Ter Angellagte tarn mir weder aufgeregt noch betrunken vor, er roch auch in keiner Weise nach Alkohol. Mein Mann sagte einmal: „Obwohl ich bemüht bin, streng gesetzlich und unparteiisch zu verfahren, so kann man es doch als Richter niemandem recht machen. Weiter sagte mein Mann: Tie Vermögensverhältnisse der Vereinsbank sind recht trübe. Wenn diese einmal zur öffentlichen Erörterung kommen, dann giebt es einen großen Skandal, v. Baden-Bruns thitt mll lehr leid." Ein anderes Mal äußerte mein Niann: ch bin zwar nicht furchtsam, aber dem v. Baden-Bruns möchte ich nicht im Dunkeln begegnen." (.Bewegung im Zu- Ijörerraum.) Die Arbeiter Hechler und Meyer bekunden übereinstimmend: Sie seien auf die Hilferufe der Fran Oberamtsrichter in die Beckersche Wohnung hinanfgeellt und haben den Lberamtsrichter als Leiche liegen scheu. Sie haben den Leichnam sogleich auf den Korridor getragen. Tie Leiche lag mit dem Gesicht nach unten. Im Nebenzimmer tobte jemand. Sie haben die verriegelte Thür desselben auf- gebrochen und den Angellagten festgenommen. Dieser roch swrk nach Alkohol und war anscheinend betrunken. Er rief: ,Zch bin ber König bon Siam, Ihr seid attd meine Sklav en." Maurermeister Hegeler bekundet: Er habe genau bc- odachtet, daß der Angeklagte in ganz systematischer Weise die Fen st er eingeschlagen unb sich in Acht genommen habe, sich selbst zu verletzen. Praktischer Arzt Tr. Laux: Ter Angeklagte, den et persönlich kannte, sah so verändert aus, daß er ibn zunächst nicht wieder erkennen konnte. Ter Angellagte schien angetrunken zu sein und roch furchtbar nach Alkohol, Er hatte alles, was in dem Eßzimmer vorhanden mar, zertrümmert. Er, Zeuge, sagte sich, ein Mann, der so viel Porzellan, Glas rc. in getrübtem Geisteszustand zertrümmert habe, müsse sich netto eitbigerroeife selbst verletzt haben. Er untersuchte bewarb die Hände des Angellagten, bieft waren aber unverletzt. Ter Angellagte schrie und tobte tote ein Rasender. Amtrichter Fimmen: Am 16. April fei er plötzlich dol Morgens in bas Haus des Oberamtsrichters Becker gerufen worden. Ter Angellagte tag gefesselt im Nebenzimmer, lärmte und schrie, sagte, er sei der König von Siam und alle Anderen seine Sklaven. Er redete viel wirres Zeug, teild deutsch, teils französische Stadtsyndikus Tr. M u r k e n bekundet: Der Angeklagte habe wie ein wildes Tier geschrieen. Er habe darauf gesagt: Wenn der Angeklagte nicht sofort aufhöre, werde er ihm einen Knebel in den Mund stecken lassen. Darauf- hin hörte ber Angeklagte sofort zu schreien auf. Er habe auch den Angeklagten für betrunken gehalten. Tie Schutzleute schildern, wie sie den Angellagten gefesselt und ihm den Revolver abgenommen haben. Der Angellagte habe alles, was im Eßzimmer war, kurz und Nein geschlagen. Er hatte selbst einen sehr wertvollen Kronleuchter und eine große Wanduhr zertrümmert. Ter Schutz- rnanu Huffilter bekundet: Ter Angellagte redete viel wttres Zeug und erzählte, der Großherzog sei ihm im Traum erschienen und habe gesagt: Es muß Recht und Gerechttg- keit in der Wett herrschen. Ter Angellagte hatte sich nur ganz unbedeutend an der rechten Hand verletzt. — Polizei- Wachtmeister Büntje bekundet: Er habe den Angellagten zu beruhigen versucht. Ta sagte der Angellagte: ,Lch kenne Sie schon. Sie sind ja meine Schwiegermutter.^ (Heiterkeit im Zuhörerraum.) — Ein ehemaliger Mitgefangener des Angeklagten bekundet: Ter Angellagte sei im Untersuchungsgefängnis sehr unruhig gewesen. Er habe oftmals mit seinem Trauring geklopft. Plötzlich sei der Trauring verschwunden gewesen. Auf Befragen sagte der Angellagte, er habe den Trauringaufgegessen. Nach einigen Tagen habe es sich herausgestellt, daß der Angellagte in der That den Ring hinuntergeschluckt hatte. Tes Nachts sei der Angellagte oftmals so unruhig gewesen, daß er wie ein Wilder aus dem Bett sprang mid wirre Redensarten führte. Gefängnisirff^ektor ^aberkamp: Ter Angeklagte sei vielfache ganz besonders in den ersten Tagen sehr unruhig gewesen, er habe gesagt, er fei der König von Siam, ein anderes Mal habe er gejagt, er sei der Minister. Ter Angeklagte habe nicht übermäßig, aber mit vielem Appetit gegessen. Er habe bisweilen über Kopfweh geklagt. Er habe ihn einmal gebeten, ein Messer mitzubringen, damit er sich die Schmerzen aus dem Kopf heraus- schneiden könne. Ten Eindruck, daß der Angellagte simuliere, hatte ich wicht. — Gefangenauffeher Gode bekundet: Ter Angeklagte habe einmal gesagt: „Ofebt mir nur meinen Verstand wieder." G • • von Baden-Bruns wurde wegen Totschlags za zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Ter Oberstaatsanwatt hatte beantragt, die Frage der Unzurechnungsfähigkeit zu verneinen und den Angellagten des Mordes schuldig zu sprechen, während die Verteidigung Frrtfprechung verlangte, da bet der That die freie WillenÄ>eftimmung ausgeschlossen gewesen sei. Aus Sludl uni» Land. Gieß en, den 23. Oktober 1902. w Hofnachrichten. Aus Darmstadt wird unö geschrieben: Der Großherzog fuhr gestern Nachmittag mit seinen hohen Gasten nach Jagdschloß WolfSgarten, wo die Herrschaften den Thee einnahmen. Um 5 Uhr kehrten sie wieder von da zurück. Prinz Heinrich von Preußen hatte die Fahrt dahin mit feinem Sohne, dem Prinzen Sigismund im Automobil zurückgelegt. Heute Abend besuchten Prinz und Prinzessin Heinrich baß Hoftheater, wo der „Freischütz" aufgefühtt wurde, wahrend der Großherzog das Konzett des Richard Wagner-VeremS un Kaisersaal mit feinem Besuch beehtte, in welchem die rühmlichst bekannte Pianistin Frieda Kwast-Hodapp und ihr Gemahl, Prof. James Kwast, einen Klavier-Abend veranstaltet hatten. Die vottrefflichen Künstler spielten zunächst vierhändig die Sonate in D-dur von Mozart uub Prof. Kwast folgte mit drei sehr hübschen selbstkomponietten Stimmungsbildern. Hierauf spielte Frau Kwast-Hodapp mit hervorragender Technik die Sonate in H-moll von Franz Liszt, sowie des gleichen Komponisten Nocturno m Aß-dur und Jeux Follets Jrttichter. Großartiger Beifall und ein vom Großherzog gespendeter Kranz belohnte die ftünfiler. Nach dem von beiden Künstlern vorgetragenen Concerto po- tb&ique E-moll von Liszt beehtte der Großherzog die beiden Vortragenden mit einer Ansprache unb drückte denselben seinen Dank für die gebotenen brillanten Leistungen aus. — Die Ankunft des Großfürsten und der Großfürstin Sergius von Rußland ist am kommenden Dienstag zu erwarten. " S. K. H. der Großherzog hat das Protektorat bet nächstjährigen internationalen Ausstellung für Photographie unb graphische Kunstwerke übernommen. — Von ber Universität. Der o. Professor bet Physik an ber Hochschule in Gießen, Dr. P. Drube, würbe als Nachfolger Boltzmanns nach Leipzig berufen. Wie wir inbesien hören, besteht bie begrünbete Hoffnung, Herrn Profeffor Drube unserer Universität zu erhalten. — Gastspiel Charlotte Wiehe. Wir werben gebeten, die Besucher der Vorstellung auf folgendes aufmerksam zu machen: 1) Da, wie wohl nicht anbers zu erwarten, das Haus stark gefüllt sein wirb, so liegt eS im allseitigen In- trreffe, zeitig, b. h. schon vor 8 Uhr, zu erscheinen unb bie Platze einzunehmen, bamit nicht unter ber Unruhe bas Verslänbnis bes ersten Stückes leibet 2) Die Dienerschaft ist streng angewiesen, nicmanb ohne Bittet emzulasien. 3) Um ben Play nicht zu beengen, wolle man bie Garderobe nicht mit in den Zuschauerraum bemaen. 4) Für die Seit.en- ist direkt log«11 zur De" fiellun v, alter @6 3'1' vervea, Partei o Pauter tr*1* LPPtna (?) find ?e virtfi statt, i pS.i schlvcin tzleisH TlUfll l virte I akhallc durch r feü zirl MB Und fiA ?^gte, den « tete* O- «ftSt ««"Sä ® 2 $4. ff! »«« ** 4 *Ä «ä,“5 '*»” freien ^Angeklagten ge- nen haben. Tn 1 toM/ kurz und ^vollen Kvn- Ter Schutz- ^te viel wirres M im Traum ht und Gerechtia. )te hatte sich mir -letzt.-Polizei- den Angeklagten angeklagte: ,£$ 2u)wregermutter."> hmaliger Mge- er Angellagte sei gewesen. Erhübe Plötzlich sei der eftagen sagte der "gegessen. Nach A, daß der An, ^geschluckt HM unruhig gerveser. sprang und toim t AngeLzte sei agen schiamchig Lönig m ÄM, sei der Minister. aber mit vielem Iber Loystveh ge- in Messer mitzu- dem Kopf heiaus- SngeHagU fünw - Gode betunbet: mit mir meinen m Totschlags z» chn Jahren l hatte beantragt, zu verneinen und sprechen, während !, da bei der flat M Qüßbn 1902. abt wird uns ge« A Nachmittag mtt rlfsgarten, wo Im 5 Uhr ich öon^u* beute «W inrich » 4* urbe, *nb?* Boa"«'56“6?, welch!» d" ,biW> “nb * ta i-tfen i®«* W L °°"A ■ÄS*1 ^7,-2 SfWl“' pickte oe»i Zue mgen^jg 6er* ’Ä«'«« 1- chen * uns II • Dr"de, , $r' /L beruse"' LL , zu eI€W ht untel dtzs : mau I) Prof. Dr. P. Besten Dank! Die Rede haben wir bereits Jv V LV LI V L L , UO. KJ VV **4*1 V ^*,W*AZ***J Einsturz sind 15 P e r s o n e n verunglückt. Telephonischer Kursbericht« 3% Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente . . 103.00 4'/,-6 äussere Argenfiner 102.00 91L0 3V-°/o 3°/o 3V,°/o 3°/o 3l/8% Krieskaflen der Kedaktisn. (Anonyme Anfragen bleiben nuberückstchtigt.) Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen } Vom Petroleum-Markt. Wie aus Kalifornien gemeldet wird, steht der Standard Oil Co. in der dortigen Oelregwn ernste Konkurrenz durch ein über 20 Millionen Toll, verübendes Syndikat bevor, an dessen Spitze I. Pierpont Morgan steht. Sie Standard Oil Lo. har eine der erxaebigsten Quellen un Kern River-Dütritt 3% Mexikaner . . iVi’Vo Chinesen . . Electric, ticbuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte ...» Bochum .... Harpener .... Tendenz: fee . 26.45 . 92.60 . 80.80 ' 212*40 . 187.40 . 134.60 . 14L90 . 155.50 , 151.30 . 19.75 . 179.00 . 198.00 . 170.40 . 167.50 . . 101.80 . . 91.75 . . 100.15 . . 9930 4l/2% Oesterr. Silberrente 10L10 4% Ungar. Goldrente » . 101.40 4°/j Italien. Rente . 4i/i% Portugiesen . S0/. Portugiesen. . . 1% C. Türken . . Türkenlose .... 4% Grieoh. Monopol.- marken, L.v - Von den Thätern hat man, dem „Anz.-Bl. zufolge, brS jetzt । leider keine Spur. — Am alten Isenburger Schloßs haben nunmehr die Reparaturarbeiten begonnen. Das Schloßbaubureau ist im westlichen Teile des altehrwürdigen 'Gebäudes eingerichtet worden *, der Eingang dazu befindet sich vom Hofe aus in dem Turme links. Mainz, 22. Okt. Ein lediger Küfer von hier fiel gestern Abend in betrunkenem Zustande in einer Wirtschaft der Erbacherhofgasse mit dem Kopfe in eine schwere Thür- scheibe hinein. Um sich zu befreien, riß der Betrunkene seinen Kopf gewaltsam aus der Scheibe heraus, wodurch er sich furchtbare Verletzungen zuzog und durch den starken Blutverlust bewußtlos auf der Straße zusammenstürzte. Sofort sammelte sich eine große Anzahl von Neugierigen um den im Blute liegenden Verunglückten an. Einer davon holte einen Heilgehilfen herbei, der den Mann verband und dann in seine Wohnung verbrachte. Bodenheim, 22. Okt. In verflossener Nacht um 12 tjfy- entstand auf bis jetzt unbekannte Weise im Dachstuhl lisken das kaiserliche Wappen zum Hinweis auf den Stifter angebracht werden soll. Auf den zwei Seitenflächen des Obelisken sollen die Namen der Landgrafen stehen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wie der Mainzer Anz." zuverlasiig erfährt, beabsichtigt der Kreisschulinspettor Brilmayer demnächst in den Ruhestand zu treten. — In Herborn wurde fett zirka eurem ^zayre vesreyenven i^njcn u^vu-h-h-, ।am 20. Okt. die Einweihung des neuen kgl. Präpa- tzaß auf magere Jahre auch fette folgten, und man solleIranden-Anstaltsgebäudes, vom schönsten Herbstwetter 2er schlechten Preisen deshalb den Mut nicht sinken lassen.- begünstigt, vollzogen. — Stadt- und Landkreis Hanau be- , • — Darauf wurden die Gerstenmuster vorgezeigt, ine aus absichtigen bekanntlich, gemeinschaftlich zur Ehrung des An- zum Abdruck gebracht -der Gersten- imi> Hopfenausstellung 1902 rm Vereru der dankens unseres Alt-Reichskanzlers eine Bismarcksäule zu er-' KZersuchs- und Lehranstalt für Brauerer ttr Berlm Die Sammlungen hierfür haben bereits einen angestellt waren. Aus dem Anbaugebret Oberhessen Als Standort für die Säul . . 103.10 . . 50.15 . . 31.70 '. '. 1206.0 -Anl. 44.25 Arbeiterbewegung. Madrid, 22. Okt. In Valencia legten die Arbeiterinnen einer Seidenfabrik vorgestern die Arbeit nieder, well bte Forderung einer Lohnerhöhung abgelehnt wurde, und erzwangen die Schließung aller Seidenfabrllen. 2000 Weiber durchzogen tumul- tuarisch die Stadt und wurden gewaltsam zerstreut. Gestern erfolgte eine Wiederholung der Straßentumulte unb_ eure neue Schließung der Seidenfabriten, bis der Gouverneur sie polizeilich besetzte. Der Gouverneur ergriff Maßregeln gegen diese Tumulte. Dom frauzöfifchen Auöstaud. Der Verband der Arbeiterfachvereine m Marferlle beschloß, sich für solidarisch mit den Bergarbellern zu erklären, und bereitet !in allen Gewerkschaften den Gesamtausstand vor. — In den Kohlenbezirken der Departements Allier, Aveyron und Gard wrrd die Arbeit wieder ausgenommen; in Besseges (Dep. Garl^ explodierte vor dem Pause eines früheren Grubenarbellers eine Dynamitpatrone. Der angerichtete Schaden ist unbedeutend. unS geschrieben- Bei den^ beoorstehenden Landtagswahlen Homburg vcrg-mgen-n Sommer geschenkten Hessen-Den Eden dem Vernehmen nach, seitens der naüonalliberaleu malS ausgestellt, um ju s-h-n. w.e °S sich an d^sem. sur °S ^7'die Fab"7 Wilhelm RSmheld und Dr. August bestimmten Platz, augnehmen würde und um -me Photo- 'li a u t e r als Kandidaten aufaestellt werden. Außer den Ge- graphische Aufnahme von chm und semer Umgebung zu !mnnte"kam noch^ Rechtsanwatt Dr. Pagenstecher m Be- machen. Das Dmkmal stellt auf ^em Sockel nracbt der aber abaelebnt haben soll. — Für den Wahlkreis drei Stufen ruhenden, auL rötlichem Granck bestehenden, : 0 p^p e n h e i m wurde von der nationalliberalen Partei Bürger- quadratförmigen Obelisken dar,l defsw Vorde^ ^Ruck- meister Braun-Alsheim als Kandidat proklamirt. secke K em grünlich ok^eS^brnllon mck^em » K (?) Friedberg, 23. Okt. Im Rathaussaale hier emes Landgrafen angebracht rft. , oaiUons fmv ourcy ianb gestern die Hauptversammlung des land- auS dem Sockel hervortretende Halbsäulen geswtzt. Auf den virtschastlicheu Be-ir ksv er ein s Friedberg Stufen soll ein Kranz liegen, der von der Tatze emes Löwen tdtt Oekonomierat Leithiger hiell einen Vortrag über ftstgehatten wird, während gegen das obere Ende des Ove- Schweinezucht und Schweinezuchtgenossenschaften und em-' " ' - -----° pfähl dringend die Züchtung des weißen deutschen sschweines. Diese Schsi)einerasse liefere das beste, bellebteste zleisch, sei frühreif, sodaß das Tier schon mit 5—7 Monaten bei entsprechender Haltung schlachtreif seu Dre Land- Dirte hätten sich vielfach von der Zucht von Schweinen , ab halten lassen durch das Vorkommen von Seuchen mti> 'durch unrentable Preise für Zuch.t- und Viastvieh. Die »'eit zirka einem Jahre bestehenden hohen Preise bennesen, erworben und baut fetzt eine 250 Mellen lange RSHwlleiNmy, die in der Bai von San Francisko ausmündet. Das Morgan-Sy»> dllat wird eine Rohrenleitung sowohl vom Kern Rtver- als auch vom Los Angeles-Oeldistrikt entweder in gerade weftücher Richtung nach dem Oceau oder parallel der Standacd-Rohrenlerlung erbauen. Für letzteren Zweck sollen 5000 000 Doll, auwewandl werden und 10 000 000 Doll, für Ankauf von nachwelslrch ergiebigem und neuem Territorium. Das Syndikat erwartet tm erjten Betriebsjahre 2 000 000 Tonnen an den Markt zu bringen und da^ Angebot jLhrllch um eine Million Tonnen zu vermehren. Limburg a. b. SL, 22. Oktbr. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen IW Mk^, Weißer Weizen 13.40 Mk., alles Korn 00.00 ML, neues Korn lO.70 Ma^, Geche 0.00 ML, alter Hafer 7ü»0 ML, neuer (L00 Mk., Erbsen 0.00 ML, Kartoffeln 0.00 Alk. --- -------- in Merl^. — — v--,— - Binder betrug nach dem viermonatlrchen Wetbegange rm Durchschnitt für das Rind in Zell 76 Kilogramnh im,Ti^- --------- —, garten 74 Kg., in Wemings 71 Kg-, m Lauterbach 70 Kg. ö W)ra JustiKpalaste, wohin er zum Ber Mit diesen Ergebnissen karm man sehr zufrieden fern. I toori>€11 toaI/ mittels Droschke wieder ins Gef_..^------, ltaDe qil — —P dem Weidegcmg sollten unb tonnen dre l^mgen Trere nicht werden sollte. keine neuen Meldungen ' eingetroffen siuü. Die „Times" fett werden. Aber dre Organe, besonders die Atmungs- «Smyrna, 22.OL. Der armenrsche Großkaufmann versichert daß der Brief eines angeblich englischen Osfi- organe, ferner die Muskeln und Sehuw, brwen srch traf- vielfache Millionär Bal Josoglu ist ermordet ,iers der an der Expedition des ^Obersten Swayne tell- tiger aus, das Wachstum der Trere nimmt zu, der gMrz^ ^rden. Der Mörder gestand, die Tyat auf Befehldes benommen habe, gefälscht sei. Organismus wird gekräftigt, und der GMrg des Treres I revolutionären Armenierbundes in Hurdschar ausgeführt rrs, 23. OkL „Peüt bleu" berichtet, daß das Ge- wird ein normaler, das ist um so wrchtrger, haben. r-6cht von der bevorstehenden Verhaftung des Dt- Tiere als Gespannttere vrelfach bienen sollen. Deshalb ? ^4. rektors eines großen Blattes zirkuliert. Ter An- -ii. Qi,rn (2v6Tll6 rpffLE Handel und Verkehr. Volkswütschast trag soll von dem Gesandten einer Großmacht ausgegangen Jahreszeit begumt — Zum reserwrte ^nedrrch L- 23. Oft Wie uns mllg^ill wird, gründete sich sein. Wie es heißt, wurde der Gesandte sett längerer Zeit Häuser III., dre landwr^schaftlrch Stu ®or6 $eit die Bohrgesellschaft Hessen- von dem Direktor fortwährend «sucht, Gelder für hygre- drenrerse der hefsrschen m Sachsen. m. b. H. in Gießen. Gegenstand des Unternehmens rst mische Zwecke herzugebeu, und er soll auch^ ernmal 50000 Die Reise wurde wreder durch den ^^^^Edwrrtschäft^ tzrbohrung und Fassung von Mmeralwaffer-und Kohlensäure- Frchtks gezahlt haben. Der Direktor hatte die Beteiligung, rat veranstattet und durch den Generalsekretär desfetoen ^^llen in Oberhessen und Nassau, sowie deren Verwertung. Die Diplomaten an einer Erfindung in Erfahrung ge- geleitet Ueber diese Mttteilungen, dre jeM von den Terl- Gesellschaft besitzt bereits eine Mmeralqueüe m Kirschhofen und , Grund dieser Thatsache Er pr es sungss-. nehmern in den Vereinen des ganzen Landes gemacht hat sich die Gerechtsame ^ur Aussuchung von Mmeral- und Kohlen- ormyr uo ' Dar Gesandte begab sich schließlich wäden, muß einmal ausführlicher an dre,er Stelle ge-1säureguellenIUMZM f e^nbTck 22 Ott. In Neu- Iseuburg sind in oder vettraglich gesichert. Zwei Bohrungen, von denen dre eine 8itterluug machte und lreß gegen den betreffenden Direktor Offenbach, 22. ^jn -neu «ji ö } berells m einer Tiefe von ca. 56 Nieter nredergebracht ist, ver- Anttage erheben. der Nacht auf Sonntag m verschiedenen Hausern Dlebstahle ,n einen günstigen Erfolg. Die Bohrung geschieht (z. Z.) Rom, 23. Ott- Das Matt ,Ltalie" will wissen, der und Einbrüche verübt worden, die viel Aehnllchkett mit ^rch Dampf- und Handbohrer. Die technische Leitung des llnter> ^^u t s ch e Kaiser werde, falls es seine Zett erlaube, den gleichen Ereignissen der letzten Tage in Offenbach und nehmens ruht in derr Händen^der^Bergwer ^lrektorm Dolle u^ 25jährigen Regierungs-Jubiläum des Fechenheim verraten. So wurden an der Frankfurterstraße WUdenhayn SL 40^ML Papstes am 2. Mrz 1903 in Rom fein. Der der Fahrt einige neue Hemden aus einer Halle gestohlen; den tm Hofe y^^eben werden und der Verkauf derselben ist dem Bank- vom Quirrnal zunr Vattttm, wurde er sich von 50 frei umherlaufenden Hund hatten die Diebe an bte Kette ge- ^Joseph H^ übertragen. pen 8U ^lan leai Auch dem Nebengebäude, der Korsettschließenfabrik von Berlin, 22. OkL Die heutige Versammlung der hiesigenEtseu- Zweck an der Rom fahrt terluehmen werden. «M.c. >>— (kMaRo™ fnmtlTrhPü Scklosserwerk,eua mck.I ' Berltu 22. OkL In der heutigen Aufsichtsratssitzung der g ebü h r und griff die Gerldarmen an. Letztere gaben Berliner Elektrizitätswerke wurde seitens des Vorstandes töteten eilte Person und verlvundeten eine. Auch Diebe aus der Schlosserei sämlliches Schlofferwerkzeug mit. Mit welchen Kräften die Diebe zu Werke gegangen finb, bo* 0------- h.. — von zeugen die aus den Mauern gerissenen, vor den Fenstern über das Ergebnis des verflosseneni Geschäftsiahres Bertcht erstattet. . G^armen wurden verletzt, besindicken eisernen Gitter. Auch im .Darmstädter Hof" TrotzdemJ>ie Belgrad, 23. Ott. Ter Albanesen Häuptling, hielten die ungebetenen Gäste Einkehr. Das Ketterhaus Steigerten, wie es nach Issa Boljetinaz, der versucht hatte, den neu emauntM erbreebenb ließen sie sich die in demselben besindttchen Vor- ^EN bisherigen Erfahrungen zu erwarten war, konnte doch ein russischen Konsul m Mttrovttza zu ermorden und ein räte wie Eier Zigarren und Branntwein, gut schmecken, um Reingewinn von Mk. 2 964 211 (gegen ML 2479792 im Vor- großes ^H^^^n-Ma , 1 a f r e zü EsäbNwren unb d^ rate, wte g Dutzend Tischtücher jahr) erzielt werden. Der auf den 25. 9lovember emzuberuftnden hasur zur Verbannung nach Kletnaiten verurtettt wurde, dann unter Mitnahme von etwa einem ^eno ^ ftymch 'Generalversammlung wird demnach dte Verteilung etn^.Dtvt- ^tzt vom Sultan aus Drängen der albansftschen Wurden- zu verschwinden. Selbst der schon so oft von Sieben oo> p(gL in Vorschlag gebracht werden. Dw Em-«begnadigt worden. aesuckten Mühle wurde wieder einmal em Besuch abgejtattet. „ahmen derStadtBerlin ausdem Unternehmen betrugen ML 2 041079 New vor t, 23. Ott- Am Brodway bei einem Haus- Ser aber fanben bi- Siebe diesmal nur einige Rollen Bier- ,im Vorjahr =D1L 1599 395). In den ersten bre. Monaten 19021 . 5 L J“ „„hi für erbte Gelbrollen anqefeben würben, warben 1605 K. W. neu angelchlojjen unb roeüere 1003 iura An. marken, die wohl sur ecgie tsetorouen uuyci j • Hdiluß anaemelbeL Abgegeben wurden m bte em Zettraume „ . —- --------- 9,a..Ri.. -ufolae. b,S (gegen 1«629.639 1B.) Esse« (Ruhr), 22. OkL Der „Rh.-Westf. Ztg." zufolge haben! die Mitglieder des Kokssyndikats dte dtesmonatltche Kokser^eu- aimg dis heute annähernd nur um 12 bis 13 pEL emgeschrankL Vorgesehen war eine Einschränkung von 27 pEL Dte Lagervorräte sind größtenteils geräumtz veremzell mußten sogar den Kokereten zugedachte Austrage abgelehnt werden, da dte Oesen, dte teilweise außer Betrieb waren, nicht so schnell wieder angeheizt werden korrnen. Mannheim, 22. OkL Wie bte »Neue Bad. Landesrta. hört, steht dasStahlwerkMannheim inRheinau nut verschiedenen Gruppen wegen Reorganisation in Unterhandlungen, dte von der Ansicht ausgehen, daß neu Eintretende unter den heutigen Verhältnissen jedenfalls zu vorteilhaften Bedtngungen em Interesse an der Gesellschaft erwerben können. Das Werk ist auf grope ßtefe= rungen eingerichteh es besitzt ein etgenes Hammerwerk und soll, wie von interessierter Seite mitgetettt wird, m dem künftigen Syndikat der Stahlproduzenten em ansehnliches Kontingent zugeteilt Familien-Nachrichten. Sei dem ^Wett^bewerb^aus^ganz TeutschLaud ist dies^ein Platz in Aussicht genommen. Wilhelmsbab betzabllcher NeULÜL MewUIilikli. außerordenllicher Erfolg für die ProvinzOberhessen. ------------------" Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. Lö sprachen über den Anbau v-on Gerste und über die Aus-I yfnHl|njl"5« I 5ßeIiin 23. OkL Ter ehemalige Kassierer im Kauff- siellung in Berlin die Herren Kreisrat Fey, Tr. v. Peter ^Berlin 22 Ott. Aus eine Privatttagedes Erfinders N Israel, Julius Bes'as, der Veruntreuungen und Bierbrauereibeisitzer Steinhäußer. So wurde mttge- Ganswindt sind jetzt der Verleger Rudolf Masse köße von einer halben Million beging, wurde teilt, daß im Kreise Friedberg rund 4300 yett. GerM bie Redakteure Dr. jur. Moritz Friedländer, Ostwald, \bou der Kriminalpolizei nach längerem Verhör ver^ angebaut werden, davon entsallw nnto 2000 Hett. aiif I Cabanis, Dr. Fritz Engel und Diclor Brandt unter I&aftet Webb's bartlose Gerste, 1000 HekL auf Lcmdg erste, 270 M^ae gestellt worden. Das Hauptv erfahr en rst eröffnet Kiel, 23. Ott. Hier wurde von der Kriminalpolizei Hektar auf Chevalier-Gerste, der Rest auf verschiedene ^^,andlung auf den 6. November anberaumt Falschmünzer-Werkstatt entdectt. Man sand andere Sorten, Goldrvp, Hanna-Gerste u. s. w. lieber bus footben. — Zu den Veruntreuungen rm Kauf- außer allerlei Instrumenten 80 geschickt angefertrge Funf- leichite Lagern der Hanna-Gerste wrrd vtelf^ genagt, vor Fsrael wird weiter mttgetettt, daß die ©ebTitoei Ein Goldarbetter wurde in Hamburg beim der Anwendung von Stickstoffdüngung aufs drrngendste ' w nunmehr bereits ein Strafverfahren I y^^eben falscher Geldstücke verhaften gewarnt. — H. DL Gruner-Klernkarben berichtet günstig 1^' leitet ist, heute nachmittag von chrer Wohnung nach London, 23. Ott- In hiesigen Kolonialtteiseu herrscht über die Erfolge der Beschickung der Jungviehwerden Polizeipräsidium abgeholt wurden, um über die ihnen flr Unruhe über die ungünstigen Nachrichten .llnd e.mpftehlt lebhaft die durch den landw. Piwvinzral- ^ast gelegten Sttafthaten verhört zu werden. , au^ bem Somalilaude. Man befürchtet, daß die Ko- . verein geschaffenen Einrichtungen. OetonomreurtLerthrger zzernehmungeu werden vorauSsichllich lange Zett rn An- lonne Swahne von den Truppen Mullah vollständig ergänzt diesen Bericht, indem er mttterlt, daß die ^ung- , 2 ^chmen, zumal da auch die Ermtttellmgen im Kaut- \a n f e r t e b e n wurde. Der unlängst von einem Offizier Viehweide in Wernings rntt 66 Rindern, dre rm Tiergarten nicht abgeschlossen sind. I der Ervedttiou veröffentlichte Bericht, wonach in einem bei Hungen mit 35 Fohlen und 17 Rindern, dre m tieU* * Trier, 22. Ott. Drei allein gelassene Kinder ernesI^fecht die Engländer von 400 Mann bis aus 33 Mann ' Lsseld mit 36 Rindern, dre ber Lauterbach müö i Jtw- G^^r^arbeiters wurden nach einem Zimmerbrande be- - ^rieben wurden, gilt als den Thatsachen entsprechend, bern beschickt war. Außerdem gingen aus der Fohlenwerde aufgesunden; eins ist tot, die beiden anderes gh^eich man ihn zur Zett seiner Veröffenüichung als /au ca 40 Fohlen. - Tre Gewrchtosunahme der ^gefährlich ve'rletzL ^^Lndeu oder wenigstens übertrieben bezeichnet hatte. Tie * Paris, 22. Ott. Großes Äuffchen emgt dre Flucht Position beschuldigt die Regierung die wirttiche Lage des verhafteten Bankiers Bon la ine. Derselbe entflotz, verschweigen, mrd kündigt eine Interpellation über die gebracht neuerdings betriebene Mißwirtschaft im englischen General- fängnrs über- |ta£>c Der Minister des Aeußeren teilt mtt, daß aeaeH^chnup£ßil Bekanntmachung. Bis Ende dieses Monats find der Meidrmg der Beitreibung zu bezahlen: L Gemeindesteuer, 4. Ziel 1902/03. 2. Holzgelder, fällig L August, 1. September und 1. Ottober 1902. 3. Heugrasgelder, fällig 1. Oktober 1902. Zahlstunden: Täglich vormittags. Gießen, den 23. Oktober 1902. 7457 Stadtkaffe Gießen. Doepfer. Aus täglich frischer Zufuhr empfehle: Fste. holländische Schellfische per Pfd. 20, 80 und 45 Pfg. Fst. Cabliau, Seehecht, Rotzungen, Scholle», Weißfische, Lahuhecht, per Pfd. 80 Pfg., Merlau» Schleie. Lebende Spiegel - Karpfen per Pfund 90 Pfg. Nordeee-Schellfieche im Ausschnitt, per Pfd. 35 Mg. Ferner empfehle zum Abendbrot — NarhtetflcR.* Kst. Kieler Bücklinge, per Stück 6, 7 und 8 Pfg., Sprotte», LachSheriuge» ffi. geräucherten Lachs, geräucherten Aal, geräucherte Schellfische, geräucherten Seelachs re. Reue Sardinen, Rollmöpse, Bismarckhcrtuge, Bratheringe, AuchovtS, Aal i» Gelse, Hering in Gelse» Aalbrickeu re. Fste Nürnberger Ochsenmaulsalat l-Pfd.-Dose 60 Pfg^ 2-Pfd^Dose 90 Pfg., lose gewogen per Pfund 50 Pfg^ 5-Kilo-Faß Mk. 2.60. _____ 04745 SV Jeden rag von 4 Uhr ab: Frisch gebackene Fische. Giessener Fisch-Börse Marktplatz 5. Jj. BühJL Telephon 50. 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