*G Zweites Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 23. September 1902 । Selters a. l, Die heutige Mmmer umfaßt 8 Seiten nach In 611' 'Yuen iegt i 6634 Klaje^ der neu aufzustellenden untunlich ist. Man hat vorgeschlagem für diesen Fall eine Anzahl Ersatzreservisten auf längere Zeit einzuberufen. ES ist aber unvermeidlich, daß schon in nächster Zeit die Heeresverwaltung mit der Forderung einer namhaften Erhöhung des Rekruten- kontingentS und einer — wenn auch nicht bedeutenden Vermehrung des HeereSstandes (für den Frieden) vor die Parlamente treten wird. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit würde sich dann von selbst ergeben." — Also neben der Artillerie- und auch wohl Kavallerieoermehr- ung soll zugleich die Infanterie vermehrt werden. Die „Mili- tärztg." ist das Organ des „Deutschen Offiziervereins", dem hohe aktive Offiziere angehören, sie dürfte also über die Absichten der leitenden Militärkreise wohl unterrichtet sein. Politische Tagesschau. Wer wird UnterstaatSsekretär? Der „Nationalztg." zufolge wird die Meldung, Nr. 223 ikrsqeiui täglich außer EonntagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Gietzener Familien' blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Untvers.-Buch» u.Stein- bruderet (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depescheur Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. der heutigen zweiten Hauptversammlung erledigte Kongreß des Deutschen Vereins für welcher der Reichstagsabg. Dr. Spahn für den Posten als Unterstaatssekretär des Reichsamts des Innern in Aussicht genommen wurde, von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Auch anderweite Angaben hinsichtlich der Ernennung für diesen Posten seien unzutreffend. Die Zentrumspresse, die es wissen konnte, fal^ ein so hervorragendes Mitglied der Fraktion vor der Berufung in ein hohes Reichsamt stand, hatte die betr. Meldung nicht dementiert. Dr. Spahn ist im Parlament bei der Behandlung von Fragen juristischen Charakters hervorgetreten. Für den Unterstaatssekretärposten des Reichsamts des Innern bedarf es einer Persönlichkeit, die außerordentlich vielseitige Kenntnisse hat und zumal auf dem sozialpolitischen Gebiet vollkommen bewandert ist. Da das Gebiet des Dr. Spahn begrenzt ist, hatte die Nachricht von seiner Berufung nicht geringes Aufsehen hervorgerufen. Auch würde eine solche Auszeichnung eines Zentrumsinitglieds leicht die Vermutung veranlaßt haben, daß die Regierung hierdurch dem Zolltarifentwurf den Weg ebnen wolle. Dr. Spahn ist bekanntlich Reichsgerichtsrat und Vater des vielgenannten jungen Straßburger Geschichtsprofessors. Ein spanisch-französisches Bündnis? Nach einem Telegramm der „Voss. Ztg." auS San Sebastian erklärte eine hohe Persönlichkeit, daß das spanischfranzösische Bündnis vollzogene Thatsache sei. Die Grundlagen seien beiderseits gutgeheißen, doch noch nicht veröffentlicht. Wenn Thatsachen von solcher Bedeutung sich vollziehen, wirft in der Regel das Ereignis seine Schatten voraus. Man wird vorläufig die Mitteilung trotz des hohen Gewährsmannes noch etwas skeptisch aufzunehmen haben. Im Uebrigen könnte ein spanisch-französisches Bündnis Deutsch- land nur erwünscht sein, bei den sehr angenehmen Beziehungen, die zwischen Berlin und Madrid bestehen. Frankreich als der Freund unseres Freundes, das ist dem Frieden förderlich, den der französische Ministerpräsident CombeS mit so schönen Worten verherrlicht hat. Auch in Berliner politischen Kreisen herrscht die Auffassung, daß die beiden verunglückten ministeriellen Redner Andrb und Pellet an kaum umhin können, die deutliche Mahnung ihres Chefs: „Schuster bleib bei deinem ßeiftenl* mit dem Entlassungsgesuch zu quittieren. ÜJianr aeiui wn außerhalb rottb ein- Ichmtz tztt hl. Derselbe hat das Gym m bis Tertia besucht uni bereits im väterlichen @c fiMamsakümvarens'/.Hch lajtigt Offerten beliebe mc rÜ.ö.anhaasensleinLSZMkr ). Gießen zu lenden. Mi 28 Heer und Flotte. Eine neue Vermehrung der Infanterie bei gleichzeitiger definitiver Einführung der zweijährigen Dienstzeit stellt die „Militär-Ztg." in Aussicht. Sie schreibt: „Es sind einige —wenn auch nicht sehr bedeutende Aufstellungen neuer Truppenkörper — namenttich bei der Artillerie bevorstehend, für welche aber der festgesetzte Stand des Heeres nicht ausreicht, da eine Vermin- derung des Standes anderer Truppenabteilungeu zu Gunsten | Vermischtes. * Köln, 22. Sept. Amtlich wird gemeldet: Der gestern fahrplanmäßig 3 Uhr 10 Min. einführende Personenzug, von Crefeld kommend, konnte bei der Einfahrt in den Bahnhof nicht rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, sonderir fuhr gegen den Prellbock. Durch den Anprall erlitten 18 Reisende leichte Verletzungen. Zugbeamte sind nicht verletzt. Eine Betriebsstörung ist nicht eingetreten. Die Ursache des Unfalles ist darin zu suchen, daß der Lokomotivführer die Bremsen nicht richtig handhaben konnte. * Der Selbstmord von Patriz Huber. Un- glückliche Liebe hat, wie wir bereits gestern telegraphisch meldeten, den Architekten Patriz Huber, der erst im Frühjahr von Darmstadt nach Berlin übergesiedelt war, in den Tod getrieben. Huber, der sich trotz seiner 24 Jahre bereits einen gearteten Namen geschaffen und bekanntlich aus der Darmstadter Ausstellung durch seine Entwürfe für Innenarchitektur Aufsehen erregt hatte, stand kurz vorder Verlobung mit einer Dame aus seiner Heimatstadt. Tie Verlobung ging indessen zurück, und die Dame verlobte sich mit dem besten Freunde Hubers. Tieser reiste nach Berlin und suchte Huber, der in Charlottenburg eine Wohnung inne hatte, auf, um ihm die Mitteilung von seiner Verlobung zu überbringen. Es kam zu einer erregten Auseinandersetzung, die zur-Folge hatte, daß Huber kurze Zeit, nachdem ihn der frühere Freund verlassen hatte, Hand an sich legte. Er nahm einen Revolver und erschoß sich. Der im selben Hause wohnhafte Arzt Dr. v. Bardenleben wurde sofort herbeigerufen, er konnte indessen nur noch den bereits eingetretenen Tod seststellen. Tie Leiche des unglücklichen jungen Künstlers wurde vorläufig nach, dem Charlottenburger Schauhause Cgeschafst. Nach dem ,^8. T." bringt man die That mit einer Liebesaffäre zusammen, aus der sich ein amerikanisches Duell entwickelt haben soll. Pattiz Huber hatte bekanntlich zu den „Sieben" gehört, die unser Gr oß- h erzog in seine Künstlerkolonie geladen hatte. Huber, der 1878 in Stuttgart geboren ist, zeigte einen guten Sinn für das Behagliche und Praktische, liÄevolles Verständnis sür das Material und feinen Takt im Schmücken. Er hätte ohne Zweifel durch diese Eigenschaften nicht nur materielle Erfolge erzielt, sondern. auch für die künstlerische Kultur eine nützliche Arbett geleistet. Es steckte die Energie in ihm, die ein Künstler braucht, um sich zu vollenden und durchzusetzen. Wer ihn auch nur flüchtig sah, der wird das bartlose Gesicht mit dem eigensinnigen Mund nicht vergessen haben. 22. Kongreß des deutschen Dereins für Armen pflege und WohttyätigKett. (Originalartikel des „Gieß. Anz.") II. mg. Colmar, 19. September. jQOOOO albau. 0 ptember: der Armen pflege und Wohlthatigkeit zunächst die gestern abgebrochene Diskussion über „die Beaufsichtigung Der Zieh- und Haltekinde r". Bei der MM PM echwa-er 8a< nächst der LäMrck u Dürr, LeicheM W Dürr, Ofenpte n einem in Lvrachhcimdt Mr. Geistlichen in ßnftation) werden alt UM o«»*" anNung e**\, jSXffslIS Mll'WEl'M« it Mn--» Ni‘ül, )O° 12 ln0ef%iWufIabt eir; M Abstimmung über die zahlreich vorliegenden Anträge werden mit erheblicher Mehrheit folgende Sätze angenommen: 1. Alle in einer Gemeinde befindlichen unehelichen, sowie diejenigen ehelichen Kinder, welche in fremder Pflege gegen Entgelt untergebracht sind, sind unter öffentliche Aufsicht zu stellen. 2. Tie Aufsichtsbehörde hat sich zur Durchführung ihrer Aufgabe ärztlicher Hilfe und ehrenamtlicher Organe zu bedienen. Als letztere eignen sich vorzugsweise weibliche Personen. Es empfiehlt sich außerdem, zur Beaufsichtigung der Kinder bis zum zweiten Lebensjahre besoldete, geschulte Pflegerinnen anzunehmen. 3. Tie Aussicht über das Ziehkinderwesen ist landesgesetzlich zu regeln. Viele Freunde fand auch die Bestellung einer General- Vormundschaft für die Pflegekinder. Tie Sache schien jedoch im einzelnen noch nicht genügend geklärt, um in den Sätzen zum Ausdruck gebracht zu werden. Ten zweiten Gegenstand der heutigen Tagesordnung bildete die Frage der Zerteilung der Armenta st e n", worüber Herr Landesrat M e h r l e i n aus Tanzig aus Grund einer Reihe von Gutachten das Hauptreferat erstattete. Tie Frage ist für das außerpreußische Deutschland von geringerem Interesse, da hier die Verhältnisse ganz anders liegen, als in Preußen. Es handelt sch wesentlich darum, daß in Preußen die Landarmenverbände, als welche die Provinzen fungieren, sich durch die Erstattung der nach §§ 29—34 des Unterstützungswohnsitzgesetzes (nach der Novelle vom 12. März 1894) von den Ortsarmenverbänden vorläufig zu leistenden Unterstützungen an solche Personen, die sich nur vorübergehend in einer Gemeinde aufhalten, sowohl finanziell, als auch in betreff der zu leistenden Arbeit sehr beschwert fühlen. Tie Behandlung der Frage durch den Deutschen Verein für Armenpflege und Woblthätigkeit geschieht auch in der That auf Anregung der Konferenz der preußischen Landesdirektoren.! Referent befürwortet die Aufhebung der Erstattungspslicht und will zur Entschädigung der dadurch neu belasteten Ortsarmenverbände die nosten der Unterstützung der Vagabunden den Landesarmenverbänden zuweisen. Als Landstreicher sollen alle diejenigen angesehen werden, die sich noch keine sieben Tage in einer Gemeinde aufgehalten haben. Ter Mitberichterstatter, Dr. Münster berg au 8 Berlin weist darauf hin, daß die von dem Berichterstatter vertretene Beschwerde der preußischen Landarmenverbända nur eines der vielen Symptome sei, daß unsere gesetzlichen Bestimmungen ungenügend seien, und zwar handle es sich dabei immer nicht um die langzeitigen Unterstützungen, von seßhaften Personen, sondern um die vorübergehenden Unterstützungen. Tahinein schlage auch die in den Gutachten von Magistratsassessor M i l b r e ch t (Berlin) und Bürgermeister Hopf (Eberswalde) behandelte Frage der den Erstattungen zu Grunde zu legenden Tarife für Anstalts- behandlung, ferner die allgemeine Unterlassung der Erfüllung der in 8 28 des Unterstützungswohnsitzgesetzes ge- regung des bekannten Berliner Strasrechtslehrers Prof. v. Lisz von dem Privatdozenten Dr. Stern hier und da praktische Erinnerungsversuche angestellt worden sind, die die überraschendsten und für den Psychologen wie auch sür den Juristen gleich wichtigen Resultate gefördert haben. Neuerdings sind nun derartige Versuche in verschiedenen Bunzlauer Schulen angestellt worden. Wie die „Brest. Morgenzta." mitteilt, wurde dabei in folgender Weise vor- gegangen: In ieoer Klasse wurden etwa zwei Schüler zu den Versuchen bestimmt. Bei beiden nahmen diese der: gleichen Verlauf. Dem ersten — der andere war nicht zugegen — wurde ein Bild mit der Aufforderung, ficb dieses genau anzusehen, eingebändigt (das Bild war für alle Schulen dasselbe). Es stellte eine Bauernstube xur Mittagszeit vor, der Bauer sitzt am Tiscke und löffett aus einem Teller Suppe, die Bäuerin steht am Tische und ist im Gespräche mit ihrem Manne begriffen. Ein etwa sechsjähriger Knabe sitzt am Tische neben dem Vater, ein kleines Kind liegt in der Wiege u. f. w. Nachdem sich der Schüler das Bild eine Minute lang angesehen hatte, wird er unter Fortnahrne des Bildes zu einer „spontanen Aussage" aufgefordert. Vorher iwch wird an das Kind die Frage gestellt, wie lange es sich das Bild ungefähr angesehen habe. Hier schon zeigte es sich in den weitaus meisten Fällen, daß das Kind keine richtigen „Zeitbegriffe" hat. Die eine Minute gestaltet sich zu drei bis fünf Minuten. Tie „spontane Aussage" wird ausgeschrieben (am besten stenographirt).' Fehler werden nicht korriairt. Am zweiten Tage wird mit den Schülern ein Verhör angeslellt, bei welchem jeder veranlaßt wird, eine Reihe bestimmt gefaßter Fragen, die sich auf das Gesehene beziehen, zu beantworien. Rechl auffallend scheint es, daß die Faroenangabcn meist unrichtig waren. Am dritten Tage wird der Versuchsschüler abermals zunächst zu einer spontanen Aussage veranlaßt und dann wiederum einem Verhör nach den ersten Fragen unterzogen. Sucht selten zeigen sich beim zweiten Verhör gegen das erste recht abweichende Angaben. Die bemerkenswertesten Versuche sind bisher die, bei welchen der Schüler einer Beeinflussung (Suggestion) unterworfen wird. Es werden ihm hierbei absichtlich Fragen vorgelegt, die falsche An- gaben enthalten. In zahlreichen Fällen haben solche Suggestions- sragen recht überraschende Ergebnisse gehabt, indem die Schüler vielfach ihre früheren richligen Angaben »ach den B eeinflusjungsfragen ins Falsche umänderten. Ter durch die Versuche erzielte Belegstoff wird nunmehr sorgfältig geprüft werden. Feuilleton. Der Nordpolfahrer Sverdrup berichtet weiter: Ich lag im Winter 1898/99 bei Ellesmeereland un Winterquartier, wo ich verschiedene wissenschaftliche Reisen zu Schlitten unternahm. Ter Sommer 1899 war ungünstig. Tie „Fram" war gezwungen, in Ellesmeereland Winterquartier aufzusuchen, wo wir wieder Depots anlegten und Schlittenreisen unternahmen, sowie große Teile der umliegenden Gegenden kartographierten. Im Mai 1900 brach an Bord der „Fram" ein großer Brand aus. Das Schiffszelt wurde durch Funken vom Schornstein in Flammen gesetzt. Bei dem Brande verbrannten paraffinierte Kajaks und andere Gegenstände. Auch das Takelwerk und die Masten wurden vom Feuer ergriffen. Tie „Fram" wäre beinahe untergegangen, doch wurde das Feuer glücklich gelöscht. Im August 1900 dampften wir durch den James- sund und die Eardiganstrait und bezogen Winterquartier auf 76 Grad 48 Min. nördlicher Breite und 89 Grad westlicher Länge. Wir schossen viele Moschusochsen und unternahmen Schlittenreisen. Tie Gegend ist sehr reich an Remitieren und Polar Wölf en. Bon letzteren brachten wir zwei lebend mit. Ter Winter war kalt und stürmisch. Tie mittlere Temperatur betrug —45 Grad. Im Frühjahr und Sommer 1901 und Anfang 1902 fanden wiederum Schlittenexpeditionen statt. Am 6. August gelang es der „Fram", vom Eise loszukommen. Wir tra en in Godhavn am 18. August ein, verließen Kap Farewell am 28. August und trafen in Stavanger am 19. September ein. Sverdrup teilt ferner mit, daß die Expeditton tn den 3on ihr besuchten Gegenden auf Eskimos nicht gestoßen sei, dagegen viele Wohnplätze von solchen aus früheren Zeitperioden angetroffen habe. Der ,,^-ram führte viele Gegenstände von diesen Woynplätzen mit — Ler norwegische Prof. Yngvar Nielsen meint, es sei naa, oen Meldungen von den aufgcgebenen vorzeitlichen Es«.i»u. wohnstätten sicher, Laß im großen arktischen Archipel in verhältnismäßig naheliegender Zeit die Zurückziehung der Grenze für dieLebensfähigkeit des Menschen eingetreten sei, woraus man wettere Schlüsse über die Eisverhältnisse ziehen könne, da die Lebensverhältnisse der Eskimos ganz von den Eisverhältuissen abhängen. — Leutnant Peary erklärte in einer Unterredung, daß es seiner Ueberzeugung nach zweifellos möglich sei, den Nordpol zu erreichen. Ein erfahrener Nordpolforscher könnte sehr wohl zum Nordpol Vordringen, wenn er seine Winterquartiere unter dem 83. Breitengrade aufschlage, und entweder von Franz Joseph- Land oder von Grönland aus die Reise antrete. Ter Winter sei dort nicht strenger wie unter dem 63. oder 73. Grad. Es seien in diesem Gebiet Bisams, Ochsen und Hasen reichlich vorhanden, die der Expedition genügend Fleischnahrung liefern würden .Die Fahrt zwischen dem 80. und 90. Grad sei nicht schwieriger als die zwischen dem 70. und 80. Wenn er (Peary selbst) unabhängig über die erforderlichen Mittel verfügen könnte, würde er seine Forschungen fortsetzen, bis er sein Ziel erreicht hätte. Er sei sicher, daß es ihm in einigen Jahren gelingen würde. Die alte Auffassung, das Polarmeer sei eine offene See, sei unbegrün det. Ebenso sei es irrig, anzunehmen, der Nordpol fei von unbeweglichen, zusammenhängenden Eisfeldern umgeben. Es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß das Polar- meer von treibenden Eismassen bedeckt fei M areonis drahtlose Telegraphie hat einen bemerkenswerten Erfolg aufzuweisen. Mareonis Station übersandte von der Station Poldhu in Cornwall ein drahtloses Huldigungstelegramm an den in Spezia liegenden Panzerkreuzer „Carlo Alberto" für den König von Italien. Dieses wie ein längeres Danktelegramm des Königs wurden korrekt überliefert. Ter König verlieh. Marconi das Groh- ofifzierkreuz des Kronenordens. — ErirmerungSversuche. Mancher unserer Leser wird sich erinnern, daß wir im vorigen Winter aus Anlaß der Aufführung von Drieux' „Roter Robe" uns wiederboll angelegentlich mit dem Werte der Zeugenaussagen vor Gericht" beschäftigten. Wir fonnten damals auch die Mitteilung machen, daß auf An- jw.vujwjjf döfc a VezugSpret-r ar Hr ® monauich7b Planiertet» Gießener Anzeigers! w General-Anzeiger * für den polit. u. afigem. Amts- und Anzeigeblaü für den Kreis Gießen MMs __zeigenteil: HanS Beck. lern * Masikdirekton. K Stritt So Pt, w 8, •• 6t>u» n >00000 aller Ar/ schien Aus. >rei$wert die uckerei, Schulstr. 7 forderten Fürsorge für Wandercrrme seitens der Ortscrrmen- verbände, die zur Einrichtung der Arbeiterkolonien und Naturalverpslegungsstationen geführt Hobe. Es genüge, diese Tinge einmal wieder beleuchtet zu haben. Aber die Frage sei noch nicht spruchreif. Taher solle der Verein von einer Beschlußfassung absehen. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Geh. Oberregierungsrnt Massow (Potsdam), Gemeinderat Stähle (Stuttgart), Stadtrat Rosenstock (Königsberg), Tr. Bock (Karlsruhe), Pastor Mörchen (Bielefeld). Äe Vertreter der Städte lehnen dabei sämtlich die Vorschläge des Referenten ab, die nur dazu führen würden, daß die Wschiebung seitens der Ortsarmenverbände zu einer wahren Kunst ausgebildet werden würde. Pastor Mörchen weist besonders auf den unwürdigen Stand der Fürsorge für Wanderarme hin und fordert die Regelung der Fürsortze für diese durch den Erlaß eines besonderen Gesekes, da es überhaupt nicht angehe, sie unterschiedslos unter bte Armengesetzgebung zu stellen. Endlich erstattet Herr Landesversicherungsrat Hansen (Kiel) seinen überaus interessanten Bericht über „die Erweiterung des Handarbeitsunterrichts für nichtvollsinnige und verkrüppelte Person en". Er schildert darin vor allem die wahrhaft vorbildlichen und muft er giftig en Anstalten in Dänemark, Schweden und Finnlano. Tort werden große Erfolge erzielt mit Weberei, Spitzenklöppeln und Holzbearbeitung. Ganz wunderbar sei, was Idioten auf diesem Gebiete leisten, und wie sehr diese Beschäftigung auch zu deren geistiger Hebung diene. Seine Ausführungen unterstützt Redner durch eine Reibe von Arbeiten, die er im Bors aal ausgestellt hat, und Die beweisen, wie weit auch solche Unglückliche durch hingebende Liebe zu fördern sind. Tie Leitung dieser Aicktalten und der Unterricht liege fast ausschließlich in den Händen von Frauen. In Schleswig-Holstein hat man den Anfang gemacht, diese Bestrebungen auch auf deutschen Boden zu verpflanzen, und Redner empfiehlt, auch in weiterem Kreise damit zu beginnen. Tie Versammlung kam seinen Anregungen durch Annahme folgender Sätze entgegen: 1. Bei der Ausbildung taubstummer, blinder, schwach- finniger und verkrüppelter Personen empfiehlt sich ein ausgedehnter Handarbeitsunterricht, sowohl im Interesse Der Erziehung und wirtschaftlichen Selbständigkeit der Zöglinge, als auch im wirtschaftlichen Interesse der Anstalten selbst. 2. Gute Muster geben die in den nordischen Anstalten geübten Arbeiten in Weberei, Klöppelei und Holzbearbeitung. Tie Beschäftigung hat sich im übrigen nach den örtlichen Verhältnissen zu richten. Alsdann wurden die ausscheidenden Mitalieder des Zentralausschusses wiedergewählt und zum Ort Der nächsten Tagung Elberfeld, das im Jahre 1903 das fünfzigjährige Jubiläum seiner berühmten Armenordnung feiert, gewählt. Nachdem noch Pfarrer Schlosser (Gießen) dem Vorsitzenden, Stadtrat Ludwig-Wolf (Leipzig), den Tank der Versammlung für seine umsichtige Leitung der Verhandlungen ausgesprochen, wurde der 22. Kongreß geschlossen, der an Reichhaltigkeit der Anregungen hinter seinen Vorgängern wohl nicht zurückstand. Tie übrigen Stunden des Zusammenseins sollen nun noch der Erholung gewidmet sein, wozu Colmars wundervolle Umgebung reiche Gelegenheit bietet. „Drei Aehren" und die Schlucht roerben heute und morgen besucht werden. Bei solchen gemeinsamen (Gängen wird ja mancher gute Gedanke weiter gesponnen und manches gute Wort im Vertrauen geredet. olühenden Gewerbes. Tie Novelle von 1891 brachte eine entscheidende Neuerung nur für die weiblichen Arbeiter. Für die „jungen Leute" von 14 bis 16 Jahren brachte sie überhaupt keine wesentliche Aenderung und für die Kinder erhöhte sie die Iris dahin gütige Altersgrenze von 12 auf 13 Jahren und machte den Zulaß zur Fabrik von der Erledigung der (Äementarschulpflicht abhängig. Schon die Gewerbe-Ordnung von 1869 hatte die Arbeitsdauer für Kinder auf 6, für junge Leute auf 10 Stunden fixiert. u Ter Kind er schütz ging davon aus, die gewerbliche Thätigkeit schulpflichtiger Kinder überhaupt zu beseitigen und die der Kinder unter 14 Jahren thunlichst einzu- chränken. Tas Gesetz erreichte aber seinen Zweck nur zum Teil. Tie anfänglich gesunkene Kinderzahl nahm besonders feit dem Ende der 90er Jahre rasch zu und 1899 wurden auch in solchen Bezirken wieder Kinder beschäftigt, in denen man vorher die Kinderarbeit ausgeschaltet hatte. Im ganzen wurden 1900 über 9000 unter 14jährige Kinder ermittelt. Tie Statistik vermag aber ihre Zahl nicht entfernt zu erfassen, weil gerade hier Uebertretungen an der Tagesordnung sind. Scheinbare Abnahme der Kinderarbeit stellte sich vielfach als ausgiebiges Umgehuwgs- system heraus. Tabei werden die Kinder meist länger als die gestattete Zeit von 6 Stunden, oft den ganzen Tag, in gesundheitsschädlichen Gewerben und an nicht ungefährlichen Maschinen beschäftigt. Tie beliebige Verteilung der 6 Stunden auf den Arbeitstag der Frauen, d. h. auf die Zeit zwischen 5y2 Uhr morgens und 8^2 Uhr abends, macht Verstöße leicht, die Kontrolle schwer. Tas Verbot der Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren würde schon allein durch die Vereinheitlichung des Maximalarbeitstages den Aufsichtsdienst erleichtern, die Industrie nicht schädigen und Den Jugendschutz fördern. Tas Kind gehört in Lehranstalten, die es für den Erwerb vorbereiten, nicht dafür ausnutzen. In der Fabrik, wo es ohne Rücksicht auf Ausbildung der Geschicklichkeit und Intelligenz einer gleichförmigen mechanischen Handleistung obliegt, in einem After, in dem tausend Kräfte nach Entfaltung streben, nach Licht und Luft, wo Aufenthalt und Art der Beschäftigung der körperlichen Unreife keine Rechnung trägt, wo leicht sein sittlicher Charakter Schaden leidet, wird allzuoft um einen Judaspreis seine Zukunft verhandelt. Auch „Arbeitgeber sprachen öfters das Verlangen nach dem 8. Schuljahre aus, um d,em Drängen der Eltern um Aufnahme 13jähriger Kinder überhoben zu sein und kräftigere und besser vorgebildete Kinder zu erhalten." Ter erzieherische Wert der Arbeit, rief der Staatssekretär v. Posadowsky in der Reichstagssitzung vom 23. April 1900 aus, kann unter Umständen darin bestehen, daß ein Kind zum Krüppel oder Idioten wird. Diese und ähnliche Gefahren bestehen aber .auch noch, wenn junge Leute, wie dies in Deutschland der Fall ilst, mit 16 Jahren Vollarbeiter werden, also in einem Alter, in dem die körperliche Entwickelung nicht abgefchlossen ist, die geifrige und sittliche Entwickelung befandere Lbhut erheischt. Die hierzu notwendige Fort- und Fachbildung erreicht aber in der Hauptsache mit dem 16. Jahre ihr Ende oder wird zwecklose Ueberaustrengung, wenn die jungen Leute in diesem Jahre Vollarbeiter werden und allen Anforderungen der Arbeitsverlängerung, beliebiger Ueberzeit und Nachtarbeit nachkommen müssen. Körperliche Derttimmevung, geistige Erschlaffung, sittliche Verwilderung, vorzeitige Erwerbsunfähigkeit, Betastung der er Mutter. Und die Gefahr beginnt lanae vor der Mutter- chaft. Schon in den Entwickelungsjahren, die für das Mädchen eine weit größere Rolle spielen wie für den maben, machen sich die Folgen von Verarbeitung uneilvoll geltend. „Treten", heißt es in dem Berichte der adischen Fabrikinspekrion für 1899, „die chlorotischen Mäd- hen in den Ehestand und werden schwanger, so ist es bei ortgesetzter Fabrikarbeit und dem Mangel zeitweiser und nllkürlicher Erholung sowie entsprechender Nahrungszube- eitung Leicht erklärlich, daß solche Frauen häufig charteren oder die von ihnen geborenen Kinder nicht unter die ebensfrischen und kräftigen gezählt werden können, jene elbst aber zumal nach häufigeren Geburten ständig kränkeln mb frühzeitig altern". Schon im Jahre 1894 warb bei Gelegenheit einer Erhebung oer Fabrikinspektoren über bie Birtung ber Gesetzgebung von 1891 ernstlich erwogen, ob ächt an eine weitere Kürzung heranzutreten sei. Tie 1899 ngestellten Erhebungen über bie Beschäftigung verheirateter trauen in Fabriken veranlaßten Inspektoren in fast allen landesteilen Herabsetzung ber Arbeit auf 10 unb 9 Stunben, gelegentlich, unb zwar besonbers für junge Mäbchen unter 8 Jahren auf 8 Stunben zu befürworten. Ihre Unter- uchung zeigt den Kreislauf verderblicher Umstände, ben ie Jndustriearbeiterin noch immer durchmißt: Das Mäd- üßt früh bie Gesundheit ein. Tie Frau wirb zwischen äuslichen unb gewerblichen Pflichten hin- unb hergehetzt, -ie bringt sich herunter, ofyne baß sie eine gedeihliche Ge- taftung ihres Familienlebens ermöglichen kann. Wird ber 10 Stunbentag hinlänglichen Wandel schaffen? -ewiß nicht. Aber er führt uns dem Wandel weiter entgegen. Unb er wirb einen Fortschritt bebeuten, ber ben Znteressen ber Industrie nicht einmal für eine Uebergangs- eit widerspricht. Dem ersten entscheidenden Eingriff des Zahres 1899 gegenüber, verhält er sich wie ein bescheidener lusbau, ber sich wahrscheinlich unmerklich vollziehen wirb. i)ie Opposition, bie sich seit ber Umfrage ber Regierung, wer bie Durchführbarkeit unb Zweckmäßigkeit ber Herab- etzung ber täglichen Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunben, Verlängerung ber Mittagspause von 1 Stunbe auf iy< stunben uno bie Verkürzung ber Samstagsarbeit geftenb nacht, wirb erfahrungsmäßig balb verstummen. Aehnliche rin wände wie heute wurden auch vor und nach 1891 vorgebracht, unb doch hat bie Schutzgesetzgebung zu keiner Zeit bie Entwickelung ber Probuttion aufgehalten, vielfach ich als Sporn zur Verbesserung ber Technik erwiesen unb nfolge ber bewirkten größeren Frische unb Thatkraft ber geschützten Arbeiter bie Industrie gefördert. Bei der starken Zunahme ber Frauenarbeit gewinnt ferner bie Erweiterung ies Wöchnerinnenschutzes und entsprechende Verbesserung ier Wöchnerinnenunterstützung steigende Bedeutung. Heute chreibt die Gewerbeordnung vierwöchentliche Pause vor unb wei weitere Wochen, wenn bie Wieberausnahme ber Arbeit licht durch ein ärztliches Attest gestattet wird. Schwerer als bie Durchsetzung ber genannten Forde- mngen wirb bie Beschränkung von Ausnahmebewilligungen luf burch Unglücksfälle ober Naturereignisse bewirkte Be- riebsstörungen zu erringen sein. Unb doch ist bie barüber sinausgehende Ueberzeiterlaubnis ber schlimmste Feinb ber Durchführung ber Schutzgesetze, ber beste Deckmantel ber lebertretungen, bas auserlesenste Mittel burch Umgehungen )te Wohlthaten bes Gesetzes zu vernichten. Tie englische Lextilindustrie kommt seit langem ohne alle unb jede leberzeit zurecht. Unb wenn ihr Arbeiterstamm sich heute mrch Geschicklichkeit unb Intelligenz auszeichnet, so ist bies las Werk ber energischen staatlichen Regelung Dieses Der Kongreß deutscher Yatursorscher und Aerzte. Karlsbad, 22. September. Tie deutschen Naturforscher und Aerzte tratet* heute zur 7 4. Tagung zusammen, an welcher Vertreter Oesterreichs, Deutschlands, der Schweiz, Rußlands und Japans teilnahmen. Die österreichische Regierung ist durch den Unter- richtsminister Dr. o. Härtel, die preußische Unterrichts- Verwaltung durch den Minister Studt vertreten. Ferner ist der Statthalter von Böhmen, Graf Coudenhooe, anwesend. Der Geschäftsführer Dr. Hermann-Karlsbad begrüßte den Kongreß, insbesondere den österreichischen und preußischen Kultusminister, und schloß seine Ansprache mit Hochrufen auf Kaiser Franz Joseph und Kaiser Wilhelm. An beide Herrscher wurden Huldigungstelegramme abgesandt. Tie Depesche an den deutschen Kaiser hat folgenden Wottlaut: „Geruhen Euer Majestät die ehrfurchtsvollste Huldigung an* zunehmen, welche die Teilnehmer an der 74. Generalversammlung deutscher Naturforscher und Aerzte für den mächtigen, den Wissenschaften zugedachteu Schutz dankerfüllten Herzens zum Ausdrua bringen." . Minister Dr. v. Härtel ergriff sodann das Wort und dankte für die Einladung. Der Minister hieß die Anwesenden willkommen und bezeichnete die Bereinigung der Kräfte und Mittel zur Erreichung großer gemeinsamer Ziele als das Kennzeichen des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen ^Lebens unserer Zeit. Der Minister gedachte der wertvollen Früchte, welche die gegenseitige Unterstützung von Theorie und Praxis, das Zusammenwirken von Wissenschaft und Benvaltung nicht bloS ui dem über reiche Mittel verfügenden verbündeten Deutsch' Die Kerabsehung der Arbeitszeit für Araucn und die Erhöhung des Schuhatters für jugendliche Arbeiter in AubriLeu.*) Von Helene Simon. (Nachdruck verboten.) Auch grundsätzliche Anhänger des allgemeinen Maximalarbeitstages, wie ihn bie Gesetzgebung Oesterreichs unb ber Schweiz vorschreibt, verschließen sich Der Einsicht nicht, baß bie gewerbliche Arbeiterin eines Sonberschutzes bebarf unb unterstützen bie Forberung einer fortschreitenden staatlichen Beschränkung ber weiblichen Arbeitszeit. Die' gewerblich thätige Gattin unb Mutter untersteht a eiten Ansprüchen, bie ihre Widerstandsfähigkeit unteren. Unb überall ist mit ber Trägerin des tommenben Geschlechtes auch biefe gefährdet. In ber peinigenben Erkenntnis, baß mit ber Schädigung ber Frau bie Zukunft bes größeren Teiles ber Bevölkerung eng verknüpft sei, hat England schon vor mehr als einem Kalben Jahrhundert, Frankreich seit 20 Jahren die Arbett der Frauen gesetzlich geregelt. Deutschland folgte erst im Jahre 1891. Und zwar ist es mit der Einführung des 11 Stundentages noch immer hinter ben genannten Ländern zurückgeblieben. Erst mit der Herabsetzung der Arbeitszeit auf 10 Stunden würde es dieselben, wenigstens in der Hauptfrage, eingeholt haben. Tie Verkürzung der Wochenarbeit durch Reduttion der an Samstagen gestatteten Arbeit von 10 auf 8 Stunden und Arbeitsschluß um 4 anstatt wie jetzt um öy2 Uhr, die Verlängerung der Pausen von einer Stunde auf 2 Stunden, sind die notwendige Ergänzuna des 10 Stundentages, wenn eine wirkliche Besserung in ber Lage ber Arbeiterinnen bewirft werben soll. Schon 8—10, geschweige benn llftünbige Arbeitszeit leistet nach vielen Berichterstattern ber Bleichsucht unb bamit ber Präbisposition zu jeder Art von Frauenleiden Vorschub; die kurzen Pausen, die häufig noch der Bereitung der Mahlzeiten dienen, veranlassen Magen- unb Verbauungsstörungen, besonbers in den Jahren der Entwickelung unb physischen Mutterschaft. Auch ber Samstagschluß um 5y2 Uhr genügt nicht, ber Frau bie Feiertagserholung zu sichern, die der Mann genießt. Mit Putzen, Waschen unb Nähen wirb häufig auch noch der Sonntag zugebracht. „Es unterliegt keinem Zweifel, daß bei ber jetzigen Arbeitszeit für bie Gesundheit von Mädchen und Frauen und für die ganze Familie schwere Gefahren und Nachteile entstehen." — „Es mag bemerkt werden, daß in Bezirken mit vorherrschender Textilindustrie seitens aufmerksamer Beobachter auf die relativ große Zahl von Stinbergräbern hingewiesen würbe." — Fürchterlicher als ber frühe Tob der Kinder erscheint ihre körperliche und seelische Verkrüppelung durch die Arbeit *) Wie der Staatsminister v. Berlepsch bei der Eröffnung der Generalversammlung der Gesellschaft für soziale Reform mitteilte, wurde dieses Referat vom Kölner Polizeipräsidenten verboten, weil es unzulässig sei, das; Damen in politischen Versammlungen s p r cd) e n. kluges ich ts ber Bedeutung ber behandelten Frage haben wir uns einen Auszug des von der Polizeibehörde verbotenen Referates aus der Feder Von Frl. Helene Simon selbst versch- - An anderer Stelle berichten wir über den Verlauf der ersten Sitzung. (Red. des „Gieß. Amz") Armen- und Krankenkassen sind bie Folgen früher Ausnutzung ber Jugenb. Auch die Kriminalstarisrik ist in )ie)er Richtung ein warnendes Mene Tekel. Sie weist eine starke Zunahme ber Verbrecher zwischen 12 unb 20 Jahren auf, bie n zum großen Teil aus ben gewerblich thätigen Kinden. mit mangelhafter Schulbildung rekrutiert. „Jeder Thaler, der für bie obligatorische Fortbil- bungsschule aufgiroenbet wirb, bebeutet eine entsprechende Entlastung ber Gefängnisse und Zuchthäuser". Aber der egensreicye erzieherische Änfluß des Unterrichtes kann sich nur geltend machen, wenn die jungen Leute vor gewerblicher Ausnutzung geschützt sind. Und mehr noch als in der Erweiterung des Schutzes liegt das Schwergewicht ber befürworteten Maßregeln in )er großen Vereinfachung ber Vorschriften und der damit gewährleisteten Verbesserung ber Kontrolle. Die Herab- etzung des Arbeitsmaximums für Frauen von 11 auf 10 Stunden, Verlängerung ber Pausen, Verminderung der Ueberzeit, setzt sie ben jungen Leuten gleich. Ter vielbemängelte Sechsstundenlag ber Kinder verschwindet mit )em Verbot der Beschäftigung vor dem 14. Jahre. Wir hätten alsdann einen Einheitstag für alle weiblichen und jugendlichen Arbeiter. Und es han- )elt sich nur noch darum, seine Wohlthaten auch dem jungen Manne bis zum 18. Lebensjahre zu sichern. Erleichterte Durchführung der Schutzverschriften, ihre gleichmäßige Verwirllia)ung, lebendige Erfüllung des taten Buch- taben würde die Folge fein. Mehr und mehr bricht sich auch ber Gedanke internationaler Vereinbarungen zum Ausbau bes Arbeiterschutzes Bahn. Wie bas Ausland uns beeinflußt, so werden auch wir in bie Ferne wirken. „Unb selbst die heutigen Völker, welche ben Forberungen ber Humanität in ihrer Gesetzgebung Rechnung zu tragen nicht geneigt sinb, werden durch die Erfahrung belehrt werden, daß die zeitweiligen Vorteile, ivelche ihrer Industrie aus ber uneingeschränkten reien Bewegung erwachsen, boch nur ein Zehren von dem Kapital ber Zukunft sind, und daß sie zur Ausbildung einer dem Stande ihrer Industrie entsprechenden Gesetzgebung schließlich durch die Gebote der Selb ft er Haftung gezwungen werden". Kaum einem Beratungsabschnitt des Reichstages hat man feit dessen Bestehen mit so großer Spannung entgegen- gesehen, wie der Nickte Oktober beginnenden Fottsetzung der gegenwärtigen Session. Soll doch über das Schicksal deS neuen Zolltarifs bie Entscheidung fallen. Schweren parlamentarischen Kämpfen sehen wir entgegen, in denen die Partei- und wittschaftlichen Gegensätze in einer Weise auf- einander platzen werden, welche die höchsten Anforderungen an die taktischen und politischen Fähigkeiten der Patteiführer und an bie Geschicklichkeit des Reichstagspräsidenten stellen wird. Auch im Hessischen Landtage sind in der nächsten Session eine Reihe sehr lebhafter Sitzungen zu erwatten. Namentlich werden einige Vorgänge, die seit Schluß der vorigen Tagung die Gemüter erregt haben, em sehr kräftiges Echo irn Landtage finden, so die zu ermattende neue Wahlrechtsvorlage und ber Antrag auf Errichtung einer hessischen Landwirtschaftskammer. Unter diesen Umständen liegt eß im dringendsten Interesse von jedermann in Stadt und Land, sich in den Besitz einer Zeckung zu setzen, aus der man ein zutreffendes Bild ber parlamentarischen Vorgänge zu gewinnen vermag. Im Hinblick hierauf lenken wir die allgemeine Aufmerksamkeit auf bie von uns herausgegebene selbständige Parlaments-Beilage und laben zum Abonnement auf unser Blatt ein. Der große, sehr ausführliche Reichstagsbericht, hergestellt von geübten Stenographen, ist durchaus unpatteiisch gehalten und entspricht nach Umfang und Inhalt allen Forderungen, die an eine erste Provinzial-Zeitnng gestellt werden dürfen. Die Herstellung deS Reichstagsberichts wird berart be- schleunigt, baß er schon am frühen Vormittag deS nächsten Tages in bie Hänbe unserer Stadtabonnenten gelangt; unsere auswärtigen Leser erhalten ihn am Nachmittag mit der ganze» Tagesnummer. Neben dem großen Reichstagsbericht taffen wir in unserer Parlamentsbeilage einen umfänglichen unb voll er» schöpfenben, gänzlich parteilosen Landtagsbericht erscheinen. Tiefer Bericht, auf besten unbebingte Korrektheit und Tadellosigkeit selbstverständlich ebenfalls die peinlichste Sorgfalt verwendet wirb, ist bie Originalarbeit unserer als Stenographen besonbers tüchtigen eigenen Darmstäbker Korresponbenten. Hochachtungsvoll Der Gießener Anzeiger. da- sondern W sich Mabe. «rbeMb sirrung gk der tW in die m gleich eins weil nach bu fogentuntf < können, bie i obtt diesen Mneden ’ ®tmtmbtn Uhren unb emrdumt u tMingllos Ichliegung slehenden' meinbe in Zürmen rc aus Erslall seyt eine g derselben I ganz einja mt ben N conbetaui bie ersorb deshalb e Ausgabe, ist im Lei bie zum i allen tiem Hebung bi tmpioljltn „ kiefeni Eeckretser wollen ihr« unserem Bl . bt oaß bie ft G.eß t I. a) Q d) K c) H« 111 ») D( b)3li a) H «)5i SDlüm Meinbe,? Mi ben o-?4 20 bll9atotiiZ9. Iefni» Wr 'M ""tarite |.r d-r •‘»Vai Eilten Mb W" °> ""hoffe ffNtt hauen t>,„ W o «etniL1, "«! 10 ‘S 91ei^ Sw J? LNK7, äs N--h^ L *6" Üti j? UlungdüZ^ Ääg» M]o werden Ach Ä ?ie Wertigen : *?n Zehren von dem ' I'-M entsprechenden ti. e ver Äetbsterhalvms öej Reichstages hat iec Spannung entgegen, nnenben Fortsetzung bet über bas Schicksal dü ig fallen. Lchwem wir entgegen, in denen sätze in einer Weise aus. höchsten Anforderungen igteiten der Parteiführer hstagspräsidcnten stellen ge sind in der nächsten Sitzungen zu erwarten. ie, die seit Schluß der haben, ein sehr kräftige- Martende neue Wahl. auf Errichtung einer r. »6 im dringendsten ladt und Land, sich aus der man txn p< «ßoi^any V5- ixt die allgemeine N‘ uSgegebene selbstättdige am Abonnement auf unser liche Reichstagsberichl, . ist durchaus unparteiisch : und »»?--- mw*« w ”irb bmtli Vormittag des nächsten innenten chmiüag nut der M Sbericht lassen «« » ML „formet «°d N1 22 gtpk®611' ,, ,ab'2 Elcrit'h* eher u"b l’&rir* rs»-ä |ubt °E " an*1' ■af «•*** ^atlSM J W* ■*?*;»&•*# il* Die SM* ncionbt- ■= iabnnn» L linlster y ber fi nJV *2S^«,ätA «ei# . sprechende Erkenntnis. Ter Angeklagte, der einen Zivilprozeß mit dem Privatkläger führt, hatte in einem Verhandlungstermine gelegentlich einer Eideszuschiebung unter anderem behauptet, der Privatkläger sei meistens betrunken. Nach Ansicht des Schöffengerichts enthiell diese Aeußerung eine straflose Wahrnehmung berechtigter Interessen; auch das Berufungsgericht gestand dem Angeklagten in seiner Eigenschaft als Prozeßpartei das Recht zu, Thatsachen zu behaupten, die imstande seien, die Glaubwürdigkeit seines Prozeßgegners zu erschüttern, vorausgesetzt, daß sie nur zur Wahrnehmung dieses Interesses und nicht in ber Absicht ber Beleidigung vorgebracht werden. TaS Letztere sei vorliegenden Falles nicht erwiesen. __ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gießen, 28. Sept. Marktbericht. Auf bem heutigen Wochenmarkr kosteten: Butterpr.Pfb. 1,15—1,20 Alk.. Hühnereier pr. St. 7—8 Pfa^ 2 tätet 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0—0 Pfg., Käse vr.Stck.5—9Pf.,Käjernatte2Stck.0—OPfg., Erbsen pr. Liter 19 Pf^ Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,6o—0,80 9JIL Hühner pr. St,' 1,00—1,40 M., Hahnen pr. Stück 0,60—0,90 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,30 DU., Gänse pr. Pfb. 00—00 Pfg., Lchsenfleifch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfunb 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfunb 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund, 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfb. 68—70 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00—6,00 M., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. ZenMer 4,00—4,50 Mk., Mllch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfb. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Die Marktzeit bauert von morgens 8 Uhr bis nachmittag- 2 Uhr. Gegenstänbe bes Wochenmarktoerkchrs bürfen vor Beginn ber Marktzett überhaupt nicht unb währenb der ersten brer Stunden ber Marktzeit nur auf ben basür bestimmten unb angewiesenen Verkaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen, seilgeboten werben. If^DrW.Knechts Magenbitter «SÄNTISIsf der beste W derWelL ' üeber Hautjucken _______________________________--------------- Herlanstalt in F., 17. Juli: Habe mit der von Ihnen gelieferten »Obermeyer's Herba- Seife" in einem Falle von schwerem, überaus störendem Hautjucken, in bem alle sonstigen Mittel versagten, ebenso schnellen wie vollständigen Erfolg erzielt. Z. h. in Apotheken, Drogerien und Fabrikant I. Gioth, Hanau 7. 5712 Bekanntmachung. Auf bem Büreau ber Armendeputation ist bie Stelle eines jüngeren Gehilfen au besetzen. Bewerber im Alter bis zu 18 Jahren, welche bereits auf einem Büreau thätig waren, wollen unter Angabe ihrer Gehaltsanspruche and Beifügung eines felbstgeschriebenen Lebenslaufs nebst Zeugnissen ihre Meldungen bis zum 1. Oktober b. I. an bas Armenamt einreichen. Gießen, ben 19. September 1902. 6579 Grvszherzogiiche Bürgermeisterei Gießen. _________Mecum. ___________ Bekanntmachung. Diejenigen, welche für ben beoorstehenben Wnuer Fichteu- Leckreifer aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünschen, wollen ihre Anmeldungen spätestens bis zum 10. Oktober au, unserem Büreau — Zimmer Nr. 15 — erstatten. Die Lieferung erfolgt frei vors Haus und ist der Preis aus 16 Pfg. pro Welle festgesetzt und bei der Anmeldung zu entrichten Gießen, am 19. September 1902. 6574 Großherzogllche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. ___________ Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen, daß die Firma „Christian Duill" zu Gießen erloschen ist. Gießen, am 20. September 1902. 6605 ___________GroßberzogliMeS Amtsgericht.______________ Grosse öbsNerstäftfiiij« besonders Aepfel und etwas Birnen. I. Dienstag den 30. September d. I. a) Groß-Rechtenbach, vormittags von 8 Uhr ab, b) Klein-Rechtenbach, ,, ,» H „ „ c) Hochelheim, nachmittags „ 1 „ „ II. Mittwoch den 1. Oktober d. I. a) Hörnsheim, vormittags von 9 Uhr ab, b) Lützellinden, nachmittags „ 1 „ „ 111. Donnerstag den 2. Oktober d. I. a) Oberkleen, vormittags von 9 Uhr ab, b) Niederkleen, nachmittags „ 1 „ „ c) Dornholzhausen „ „ 4 •• „ IV. Freitag den 3. Oktober d. I. a) Weidenhausen, vormittags von 9 Uhr ab, b) Volpertshausen, „ /, H „ •• c) Vollnkirchen, nachmittags „ 1 „ „ V. Samstag den 4. Oktober d. I. Münchholzhausen, vormittags von 9 Uhr ab. Zusammenkunft jedesmal Vz Stunde vor Beginn bei dem Gemeinde-Vorsteher. Groß-Rechtenbach, den 22. September 1902. 5603 Das Bürgermeisteramt. tor für Mraitirei Hits Fritz befindet sich jetzt 6597 Plockstratzc Sa, II. Bekanntmachung. Infolge Herstellung der Hausanschlüsse an die neu verlegte Hochdruck-Rohrleitung in der Nrarburgerstraße wird die Wasserversorgung der an genannter Straße liegenden Häuser aus der städtischen Leitung am Mittwoch den 24. d. Mts., von morgens 6 Uhr an nicht erfolgen können. Die Leitungen im Wieseckerweg und in der Marburgerstraße vom Schwarzlachweg an in der Richtung nach Lollar werden voraussichtlich von 2 Uhr nachmittags an wieder in Betrieb ein, ebenso wird voraussichtlich dem Bentilbrunnen in der Marburgerstraße von 2 Uhr nachmittags an wieder Wasser entnommen werden können, während die Versorgung des übrigen Teiles der Marburgerstraße voraussichllich nicht vor 8 Uhr abends erfolgen kann. Wir teilen dies den Anwohnern genannter Straßen zur gefl. Beachtung unter dem Anfügen mit, daß es sich für dieselben empfehlen dürfte, am Mittwoch, den 24. d. Mts. ihren Tagesbedarf au Wasser vor morgens 6 Uhr aus der städtischen Leitung zu entnehmen. Gießen, den 22. September 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk. Otto Bergen._____________6586 Betr.: Die allgemeinen Ediktalien; hier: Ediktalladung vom 20. September 1902. Aufforderung. Ansprüche an die unten näher bezeichneten, den beibemerkten Besitzern in den Grundbüchern zugeschriebenen Liegenschaften, die teils veräußert, teils überschrieben werden sollen, sind so gewiß binnen 4 Wochen, vom Erscheinen in den Blättern gerechnet, dahier gehörig begründet vorzulegen, als sonst die vorliegenden Verträge bestätigt, die Beschränkungen gelöscht und die Einträge in das Mutationsverzeichnis verfügt werden. Gemarkung Lollar. Frey, Friedrich Witwe, Elisabetha geb. Christ in Lollar I. 272,5. Gemarkung Steinbach. Haas, Karl VI. und Ehefrau geb. Haas zu Steinbach IX. 548. Gemarkung Alten-Buseck. Becker, Philipp IV. und Ehefrau geb. Sttehl zu Mten- Buseck I. 697. Gemarkung Gießen. Bersch, Adolf Gießen, XXV. 170. Pfaff, Johann Georg in Gießen, XXVI. 29538/100, XXVI. 2 9 5 38/100. Gemarkung Alten-Buseck. Becker, Philipp VI. Ehefrau geb. Siegfried zu Alten-Buseck IX. 168. Gemarkung Launsbach-Wißmar. Klaar, Balthasar zu Wißmar I. 1,4. Gemarkung Steinbach. Mohr, Karl und Eheftau geb. Leinweber zu Steinbach XV. 394, XVII. 280. Gießen, am 20. September 1902. 6606 .Großherzogliches. Amtsgericht, Ausstellung desLandesgeweröevereins für das Großherzogtum Hessen. In den Räumen des städtischen Saalbaues zu Darmstadt findet in der Zeit vom 28. September bis 5. Oktober d. I. eine Au-stellang von Zeichnungen nnd Schüteraröettcn statt, an welcher sich die nachbenannten gewerblichen Unterrichtsanstalten beteiligen werden: 1. die Großh. Fachschule für Elfenbeinschnitzerei und verwandte Gewerbe in Erbach i. O., 2. bie Großh. Webschule in Lauterbach, 3. bie Kunstaewerbeschule in Mainz, 4. die technischen Lehranstalten in Offenbach a. 9JL, 5. die Baugewerk- und Gewerbeschule in Bingen, 6. bie Gewerbeschulen in Alsfelo, Alzey, Bensheim, Büdingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Michelftadt, Nidda und WormS. 7. 25 Handwerker-Sonntagszeichenschulen aus den drei Provinzen des Großher^ogtums. Die Ausstellung ist zur allgemeinen unentgeltlichen Besichttgung von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmtttags, einschließllch der Sonntage, geöffnet. Darmstadt, den 10. September 1902. Großh. Centralstelle für bie Gewerbe. Noack. 6696 Obst- Versteigerung. Donnerstag, den 25. September, von mittags 1 Uhr an, soll das Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln, versteigert werden. Staufenberg, 21. Sept. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Staufenberg. 6600 Stephan. Obst- Versteigerung. Freitag, den 26. September 1902, vormittags 9 Uhr, wird das hiesige Gemeindeobst versteigert. Zusammenkunft am Wirr. Allendorf a. Lunda, den 22. Septbr. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Allendorf a. Lunda. 6604 Rein. Obst' Versteigerung. Donnerstag den 2. Oktober, vormittags von 9 Uhr ab, soll das hiesige Obst an Ort und Stelle versteigert werden. Arbeiter - Kolonie Neu-Ulrichstein. Ritte. 6568 Obst- Versteigerung. Freitag, den 26. Septbr. sollen in Winnerod bei Gießen an den Bäumen versteigert werden: 6515 1. Tafelobst, darunter sehr hochfeine Sorten Goldparmaine, Reinette, Rauau rc. 2. Kelterobst, beides in ganz bedeutender Menge. Zusammenkunft und Anfang vormittvgs l/zl0 Uhr auf der Straße Winnerod—Reiskirchen an der Ziegelei. Winnerod, 17. Sept. 1902. Zimmerische Gutsverwaltung. W-Verfleigerinlg. Donnerstag, den 25. September, von morgens 9 Uhr an, sollen auf der Schmitte, Station Rodheim a. Bieber/ an den Bäumen versteigert werden: 6590 circa 100 Ctr. Tafelobst, darunter sehr feine Sorten, wie Goldparmaine, Casseler Reinette re., sowie Wirtschafts- und Kelterobst. Das Obst ist leicht zu ernten, da die Bäume niedrig sind. Der Bahnhof befindet sich in unmittelbarer Nähe. Freiherrlich van der Hoop'sche Gutsverwaltung. Russischen Knöterich empfiehlt 6386 Adler-Drogerie, SelterSweg 59. Otto Schaaf. Weinfässer in allen Größen. 04116 Kleinmrath, Wetdengasie. ~U4U88J Spazierwagen, und Handwagen, 1 sZcder-Rol wagen, 1 Wagen zum Biehtrank- von «Kälber und Schweine), gebrauchte Dogen empfehlt büligst ®. H Klei», Schmiedemetster, Dtardurq a.L.,Aeideiil)äuicri'lr.44 041 ub] 'Dtehrve tJüume Birne» zu verlaufen. Lübaulagc 20, I. Lüß-Lerßeigenlilg. Freitag, den 26. d. Mt». soll das Obst der Gemeinde R o d h e i m a./B. versteigert werden. Der Anfang ist vormittags V Uhr am Grenzweg nach Kinzenbach. Bemerkt wird, daß meist Aepfel, in einem größeren Quantum Tafel- und Kelterobst zur Versteigerung gelangen. Rodheim a./Bieber, den 22. Septbr. 1902. Der Bürgermeister. Bechtold. 6591 Obst- Versteigerung. Donnerstag, d. 25. September er., von nachmittags 2 Uhr an, soll die diesjährige Aepfelernte von Grube Eleonore versteigert werden. Zusammen, kunst am alten Tagebau am Wege von Breber nach dem Dünöberg. Bieber, d. 22. Sept. 1902. 6592 Götz.__________ LWerßeiMng Donnerstag, den 25. d. M., nachmittags 2 Uhr, der Gemeinde Kinzenbach. Zusammenkunft am Wege nach dem Wald. Kinzenbach, 23. Sept. 1902. Der Gemeinde-Vorsteher. 6607 Mandler.______ Kratze AkMmßeißnmg der Stadt Lich. Montag den 29. September, von nachmittags 1 Uhr an, soll die Aepfelernte der Stadt Lich, bestehend in großer Quantität vorzüglichen Tafel- obsteS, an den Bäumen meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist an der KreiS- straßeLich-Hattenrod,am Wald Lich, 20. September 1902. Großh. Bürgermeisterei. Heller. 6567 Obst- Versteigerung. SamStag den 27. Scp- tember, vormittags von 9 Uhr an, soll das Obst der Gemeinde Allendorf a. Lahn, bestehend in bedeutender Quantität Aepfeln (sehr schönes Tafel- und Kelterobst) öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft im Ort. Allendorf a. d. Lahn, den 20. September 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Allendorf a. Lahn. _________Volk. 6577 Neue Heringe NeuesSauerkraut Mg- und Salzgurken empfiehlt 6594 Beiloff 11 , AUcestraße 20. Neues 6502 Sauerkraut b« Adolf Geisse. Lebcn-e Aale 04077 und Lahuhechtc in jeder Größe. Astcrwcg 1. Sonnenklar! ist d. oorzügl.Wirkung v.tiadebeuler Earbol rhccrschweifcl-Lcifc o. Bergmann L S»., tiabrötul-Prcubtn geg.alle Arten «Lautanretulgäeiten * Stück 50 Pfg. bei Ao. Bieler, Tro§; Ltto Schaaf. 1602 werden chic garniert Hfl. Seng. Aufträge werden SelterSweg 46 tm Laden emgegengenommeu. Fräulein empfiehlt sich u Bügeln V in und außer dem Hause. Näheres Aslerweg 48. 04046 Aml-Waaren Z jeder Art. Preisliste franko. Äd. VrraS, Mannheim 2. Wasche mit Luhns sr Ute GlRATIS UND FRANKO versenden wir auf Verlangen unsere neueste h M t I Sl K M D I I i» hl ?! Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikeln. 5488 Gegründet 1888. Jcsm Bern & Co., Giessen Inhaber: Oskar Gutmann Bureau und Lager: Fabrik: Weetanlage 81, Telephon 21 Frankfrtstr. 114, eign. Bahnanschl. offerieren im Portland-Cement sowie andere erstklassige Cement-Marken zum billigsten Tagespreis. 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