N 118 »rftetnt ««glich tufett Sonntags. Dem Gießener Anzeiger «erden Im Wechsel mit dem Hessischen Lasdwltt die Lietzener Samtlien« MÄttef viermal in der Woche beigelegt. -iotationSdruck u. Verlag der Brüh l'sche» Unwers.-Buch- u.®teü»» druckerei (Pietsch Erben) Rebafttxm. Grpeditton und Druckerei: Schnlstratze f. Adrefle für Depeschen: Anzeiger Sieben. Fernsprechanschluß Nr. 51. Freitag 23. Mai 1008 152. Jahrgang Erstes Blatt. Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis» monatlich 7b P1^ viertel jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen' monatlich Ko Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertelt jährt. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tageünuinm« vis vormittags 10 Uhr^ ZeilenpretS: lokal ILPf, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. öligem. Teil: P. WiUko: für ,Stadt und Land^ und ,Gerrchtssaal':N.Dtt^ mann; für den Anzeigenteil: Hanb Beck. GletzenerAnzerger " General-Anzeiger w '** c Politische Tagesschau. Amerikanische Kohle ist, Berichten and Hafenstädten zufolge, in diesem Jahre nicht in solchen Mengen nach Europa verschisst worden, als die Ankünfte im vorigen Herbst vermuten ließen, lieber den Umfang der Lieferungen amerikanischen Anthrazits an Rußland fehlt es einstweilen an statistischem Material. Was den Absatz nach den Mittelmeerländern betrifft, so ist die Amerikanisch« Kohlen-Transpvrt-Gesellschast bemüht, durch ihre Zweigniederlassung in Algier den Vertrieb aus-ugestalten; mit welchem Erfolge, darüber ist nichts bekannt geworden. In Algier befindet sich auch ein deutsches Kohlendepot, begründet von den Hamburger Rhedereien Sloman, Freitas, der Levantelinie und anderen am Mittelmeerverkehr beteiligten Firmen. Die deutschen Dampfer nehmen also jetzt in Algier deutsche Kolhen ein, anstatt, wie früher in Malta englische. Da auch in Port Said ein deutsches Kohlendepot eingerichtet ist, kommt das amerikanische Feuerungsmaterial für die deutsche Mittelmeerschiffahrt nicht in Betracht, ebensowenig das englische. Frankreich verbraucht ständig in nicht unbeträchtlichen Mengen amerikanische Kohlen, auch die Schweiz ist hier zu nennen. Durch einen von den fran- züsischen Eisenbahnverwaltungen bewilligten Ausnahmetarif stellen sich die Kosten für den Transport an der Küste Frankreichs nach der Schweizer Grenze niedrig genug, um den erfolgreichen Wettbewerb des amerikanischen Produktes auf dem schweizerischen Markte zu ermöglichen. Prof. Ehrhard und der liberale Katholizismus. Der Verfasser des vielberühmten Buches „Der Katholizismus und das 20. Jahrhundert", Prälat, Prof. Dr. theol. Ehrhard, der bekanntlich aus Men und Oesterreich durch die Jesuiten hinausgeärgert, einen Ruf als Nachfolger des Professors Kraus nach Freiburg angenommen hat, hat nunmehr die angekündigte Verteidigung gegen seine Krittler im „Vaterland" und in den Innsbrucker Jesuitenblüttern, gegen die Festreden des Paters Schweykart, des Barons Morsey und anderer, aber auch Einigermaßen gegen seine wohlwollenden Kritiker in libe ralen Blättern veröftentlicht. Die Schrift führt den Titel „Ltberaler Katholizismus. .Ein Wort an meine Kritiker." Die Jesuiten Pater Rösler und Pater Michael Hofmann, Dvmpfarrer Dr. Braun und andere Hutten Ehrhard hauptsächlich vorgeworfen, er habe Uneinigkeit in das katholische Lager bineingetragen, sein Buch sei eine Parteischrift des liberalen Katholizismus, sein Ziel der Aussöhnung der modernen Welt mit dem Katholizismus gehe thatsächlich auf eine Verminderung der Autorität des Papstes und der Kirche hinaus. Ehrhard antwortet, nicht er habe die große Frage der Versöhnung der Kirche mit der modernen Welt aus die Tagesordnung gebracht. Sie habe sich, wie alle großen Fragen, selbst auf die Tagesordnung gesetzt. Ehrhard empfiehlt die Einschränkung der Forderungen der Kirche an die Welt auf das notwendige Maß Die Lehrautorität des Papstes und der Kirche sei auf das eigentliche kirchliche Dogma zu beschränken und allen sonstigen Kundgebungen des Papstes und der Bischöfe gegenüber müsse volle Meinungsfreiheit gelten. Diese Auffassung sei aber keineswegs als „liberaler Katholizismus" zu verketzern, wie es seine Gegner gethan hätten, denen Ehrhard die Worte Goethes zuruft: Habt ihr einmal das Kreuz vom Holze tüchtig gezimmert, — paßt ein lebendiger Leib freilich zur Straft daran. Ehrhard erklärt: „Ich verurteile den liberalen Katholizismus so, wie ihn die katholische Kirche verurteilt, ich verwahre mich aber dagegen, daß die katholische Richtung, der ich huldige, der von der Kirche verurteilte liberale Katholizismus fei." Er werde auch in Zukunft der Aufforderung, seiner Richtung zu entsagen, „Den zähesten Widerstand entgegen» etzen, so lange diese katholische Richtung, die gemäßigt ortschrittliche im besten Sinne des Wortes und im Gegen- atze zur extrem-konservativen, sich jener freien Bewegung und jener Anerkennung ihres echt katholischen Charakters erfreuen wird, welches das autoritative Lehramt der Kirche innerhalb ihrer berechtigten Grenzen niemals versagt hat." Diesem etwas verwickelten Bedingungssätze fügt Ehrhard die bestimmtere Erklärung hinzu: „Den Versuch, diese Richtung in der Gegenwart durch die Bezeichnung „liberaler Katholizismus" als nichtkatholisch, unkirchlich, ja sogar als unbewußt kirchenfeindlich zu brandmarken, weise ich mit aller Entschiedenheit zurück." In seiner persönlichen Polemik geht Ehrhard den jesuitischen Gegnern ziemlich scharf zuleibe, geißelt ihre unübertreffliche Oberflächlichkeit und schämt sich der Inferiorität ihrer Kritik, die den ehrlichen Versuch einer Auseinandersettung mit den Gegnern des Katholizismus nicht gelten lasftn wolle, um schließlich zu dem Spruche zu gelangen: „In necessariie unitas, in dubiia liberias, in onmibu« caritas u Aus SIM unö Land. Gießen, 22. Mai 1902. ** Ernennungen. Der Großherzog hat den Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg und derzeitigen provisorischen Lehrer an der Victoriaschule und oem Lehrerinnenseminar zu Darmstadt H en sing zum Oberlehrer an den beiden letzteren Anstalten ernannt. — Der Großherzog hat den Kanzleiwärter am südlichen Kol- legiengebäude Hofmann zu Darmstadt zum Kanzleidiener bei dem Ministerium des Innern ernannt. Ferner wurde der August Thewald zu Mainz zum Kreisamts- Schreibgehilfen ernannt. ** Der Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer stimmte gestern, wie zu erwarten war, in feiner Mehrheit dem Main-Neckar-Bahn-Vertrag im Sinne der Regierungsvorlage zu, ebenso dem Darmstädter Theaterumbau, sotvie der Errichtung der beiden neuen Irrenanstalten. Die neue Irrenanstalt für Oberhessen soll zuerst gebaut werden. Als Ort wurde auch seitens des Ausschusses Gießen der Vorzug gegeben. ** Konkurrenzeröffnung. Erledigt ist bie mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 5. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schlitz, im Kreise Lauterbach, mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. Dem Grafen von Schlitz-Görtz, steht das Präsen- tationsrecht zu. ** Erledigte Stellen im Bereich des 18. Armeekorps. Eiserseld (Amt), Polizei-Wachtmeister, jährlicher Gehalt 1500 Mk. steigend bis zum Höchstbetrage von 2100 Mk. nebst 250 Mk. Wohnungsgeld und 100 Mk. Kleidergeld. Fechenheim, Orts-Polizeibehörde, oPlizeidiener für den Tag- und Nachtdienst, während der Probezeit monatlich 100 Mk. nach der definitiven Anstellung auch 150 Mk. Teuerungszulage jährlich, außerdem freie Dienstkleidung, Frankfurt (Main) I, Garnison-Baubeamten, Baubote, 3 Mk. Tagegeld. — Großh. hessisches Landeshojpital Hofheim, Großh. Tirektton des Landeshospitals. 4. Bureaugehrlfe, jährlicher Gehalt 500 Mk. bar und vollständig freie Station. ** Gemeindesteuern. Die Stadt Gießen erhebt für das Rechnungsjahr 1902/03 697 229.40 Mk. Gemeinde- teuern, und zwar 100 Proz. von der Einkommensteuer gleich 370 281 Mk., 200 Prvz. von den Grundzahlen der Grundsteuer aus 81679.35 Mk. gleich 163 358.70 Mk.; der Gewerbe teuer aus öö 704.00 Mk. gleich 111408 Mk., der Kapital« rentenfteuer aus 26 090.85 Mk. gleich 52 181.70 Mk. Ferner kommen zur Erhebung von den Mitgliedern der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde 10 Proz. von der Einkommensteuer und 20 Proz. von den Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuer. — An nachträglichen Gemeindesteuern, von denen z. B. im Jahre 1900/01 12 520.88 Mk. erhoben wurden, sind vorgesehen 8000 Mk. ** Der kath. Lehrerverein für das Groß- Herzogtum Hessen hielt seine 9. Generalversammlung am 19. und 20. d. M. in Friedberg ab. Aus den sehr umfangreichen Verhandlungen sei folgendes mitgeteilt: Ter Verein, der vor 12 Jahren gegründet wurde, gliedert sich in 15 Bezirksvereine mit zusammen 917 Mitgliedern. Tas Vereinsorgan, „Die Hess. Schulblätter" erscheint in einer Auflage von 1100 Exemplaren. Tie vor drei Jahren gegründete Sterbekasse zählt 209 und die Hilfskasse der Schulverwalter 87 Mitglieder. Tas Vermögen der sterbe* taffe beträgt 8230 und das der Hilfskasse bereits 12 400 Mark. In Der Ersatzwahl des Vorstandes wurden Weber- Dromersheim und Platz-Dieburg wieder, und für Ries- Worms, der eine Wiederwahl nicht mehr wünschte, K'astell-- Worms gewählt. Tie Vorversammlung am Pfingstmontag war von 80 delegierten und die gestrige Hauptversammlung von 300 Mitgliedern aus allen Teilen des Landes besucht. An den Großherzog und den Bischof wurden Ergebenheitstelegramme abgefandt. Kreisrat Fey, Schulinspektor Süß, Justizrat Jöckel, Beigeordneter Hieronimus, die Professoren Tr. Seidelberger und Dr. Kübel u. a. hatten die Versammlung mit ihrem Erscheinen beehrt, während Ministerialrat Tr. Eisenhuth und Oberschulrat Dr. Scheuermann ihr Fernbleiben entschuldigt hatten. Wohlthuend berührte es, daß bei der Beratung über die in letzter Zeit so viel genannte Kirche na ufsichtssrage alle Anwesenden einmütig betonten, daß es für Den katholischen Lehrer eigentlich keine sogenannte Kirchenaufsichtsfrage gebe, da er es vielmehr für selbstverständlich betrachte, seine Kinder in der Kirche zu beaufsichttgen. Lehrer Weber- Tromersheim empfahl folgende Resolution zur Annahme: „Ter kathol. Lehrer hält sich durch das Kirchengebot zum Besuche der hl. Messe an Sonn- und Feiertagen gebunden. Er fühlt sich aber auch als Erzieher und Religionslehrer im Gewissen verpflichtet, Die ihm an vertrauten Kinder Dazu anzuhalten unD Dabei zu beaufsichtigen." Tie Resolution fanD einstimmige Annahme, lieber Die Frage der Orga- niftenbefoIDung referierte Lehrer Schäfer-Bensheim. Nach langer Matte tour De auf Antrag Des Dekans Bayer- Gießen eine Einigung dahin erzielt, zuerst Erhebungen über Leistungen und Bezahlung Der Organisten anzustellen und auf GrunD Dieser Erhebungen bei den vergesetzten Behörden weitere Verhandlungen anzuregen. *♦ Prof. Falbs Prophezeiungen sind für die erste Hälfte des Wonnemonats mit unheimlicher Genauigkeit eingetroffen. Dagegen ist et mit seinen Voraussagungen für die zweite Hüfte des Mai bis jetzt gründlich hereingefallen. Nach ihm sollen Die Aussichten für Die zweite Maihälfte nicht ungünstig fein. Es stünden allerdings zahlreiche Gewitter bevor, doch sonst bleibe es verhältnismäßig trocken. Nun, bis jetzt war von der Trockenheit noch nichts zu merken. Für die letzten Tage des ^fauberdea aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Sportfreude» der Pfiugßwoche. — Ausgebliebene Maigäste. — Die Not der Fremden in Berlin. Das war wieder mal ein Pfingstwetter, cm das sich die ältesten Leute nickt erinnern könnten, selbst wenn sie nicht schon gestorben wären. Es goß in Den schönsten Schrägstreifen, bildete richtige kleine Ententtmvel und weichte alle ungepflasterten Wege mit vieler Sorgfalt auf: trotzalledern, Die Berliner waren unterwegs. Das Pfingstkonzert, das Die Regentropfen zur Nacht auf Den Fensterl,lechen vollführt hatten, genügte ihnen nicht. Und so sah man sie denn in dichten Schwärmen hinansziehen, jedesmal, wenn eine kleine Gießpause eintrat; unsere Küchenfeen selbstverständlich in sommerlichster Tracht, die bei der Heimkehr allerdings einen etwas kläglichen Eindruck machte; hinaus nach Halensee, dem Tanzparadies; nach der Hasenheide, dem ewigen Jahrmarkt; einen Teil auch nach dem Kurfürstendamm, wo Arendt mit Taylor, Dem schwarzen Amerikaner, um Die Siegespalme im Radfahren ringen, ringeln aber radeln sollte. Atme auf, banger Leser, Die Ehre Berlins, Deutschlands, nein ganz Europas ist roieDer mal gerettet dank der Waden- muskeln des göttlichen Willy. Um eine Pneumatiklänge bat er den Mobren geschlagen, und die Stadt Der Intelligenz hat ihn gefeiert, wie es die Leuchten Der Menschheit verdienen, herrlich bekränzt Durchfuhr er nach errungenem Siege die Bahn, und Da es gerade Pfingsten war___so loderte natürlich das Feuer der Begeisterung um so höher, und kein Regenschauer konnte es auslöschen. Ueberhaupt: der richtige — oder wie es momentan heißt: Der richtig gehende Berliner hat sich von Falb und Genossen vollständig emanzipiert und genießt das Leben wie die Chokolade, toarnt und kalt, fest und flüsfig, und es beionunt ihm! Was wäre sonst aus Dem Berliner Sportklub „Komet" geworden, Der für die Pfingsttage einen Dauermarsch Dresden-Berlin veranstaltet hatte unD Dabei sogar einen neuen Weltrekord erzielt hat? In etwa 27i/4 Stunden legte der Sieger — natürlich ein Vegetarier, Denn wir Fleischvertilger nützen das schöne Wetter ja nie richttg aus — die 200 Kilometer zurück, und traf „völlig frisch" am Ziel, im Licht-, Luft- und Sportbad am Kur- fürstendamm ein. Da der Himmel für fortwährende Erfrischungen gesorgt hatte, war das eigentlich kaum verwunderlich. Nach ihm langten noch etliche Andere an. Etliche waren allerdings des Wetters wegen unterwegs schnöde in eine Bahnstation geschlichen und hatten charakterloser Weise die Eisenbahn benutzt. Hoffentlich werden sie durch Nachexerzieren gestraft und im Wiederholungsfälle zwangsweise in den Automobilklub abgeschoben. Ein pflichtvergessener Kunde ist in diesem merkwürdigen Wonnemonat auch der Maikäfer in Berlin. Zwar stand in einer unserer «unfehlbaren Zeitungen schon eine Plauderei über den braunen Gesellen und iren flotten Handel, Den unsere Jungen Damit treiben, unb wie die Preise Dafür schon gefallen seien. Aber Das waren entschieden keine frischen, sondern Konserven-Maikäser, Die der findige Reporter gesehen hatte! Scherz beiseite, es giebt dies Jahr wirklich keine, wenn sie nicht etwa noch kommen, und wenn nicht unsere Gardefüsiliere wären, die bekanntlich scherzweise „Maikäber" heißen! Ter Berliner behauptet von diesem Regiment, daß der Kaiser mit Vorliebe dort seine Flügel- abjutanten wähle, weil eben Maikäfer dafür am besten geeignet seien; ebenso bezeichnet er bie Chausseestraße, in ber ihre Kaserne liegt, als die wärmste Gegend von Berlin, weil dort Die Maikäfer sogar im Winter hausen! 2en strammen Jungen, Die viel Besuch hatten zum Feste, wäre auch ein bischen mehr Sonne zu gönnen gewesen. Uebrigens zeigen Diese Hochfluttage des Verkehrs, wie unprakttsch man vielfach bei Der Taufe Der Berliner Straßen Dorgegangen ist. Ter einfache Landmann, Der von seinem kleinen Torfe nach Berlin kommt und nicht an ber Bahn gleich in Empfang genommen werden rann, irrt mitunter wie Der selige Odysseus ratlos durch das Gewirr her Häusermassen. Sein Gedächtnis ist viel zu ungeschult, als daß er Lindenstraße, Linbengasse unb Unter Den LinDen stets auseinanderzuhalten wüßte; vielleicht will er nach Dem Mühlen w e g unb gerät in bie Mühlen straße; auch einen Mühlen Damm unb einen Mühlen grab en haben wir zur besseren Uebersicht her Riesenstadt angelegt. Dann die Unzahl von gleich? beginnenben Straßen unb Ufern ober Alleen, bie Reihe von Kirch gaffen, Die auf bie heilige Elisabeth ober Hebwig, den tapferen, Georg, Michael, Nikolaus, Immanuel, Jakobus ic. getauft s tnb. Auch eine Königin Augusta-Straße unb eine Kaiserin Augusta-Straße zeugt von bem feinen UnterfcheiDungsvermögen unserer Namengeber; ebenso kann sich eine „Friedel"- neben einer „Friedeu"sttaße sehen lassen. Tie Behrenstraße, die Großbeeren- und bie Meinbeerenstraße bilden gleichfalls ein hübsches Triumvirat, unb wer in Die Straßburger Straße will unb nachher in ber Straußberger umherirrt, mag sich damit trösten, daß »er nicht Der erste und nicht der letzte ist, dem dieses Pech beschert ward. Schlimmer noch sinh die Straßen, die eine ältere oder „kleine" Schwester haben, wie die Leipziger unb Die Schutzenstraße, neben denen eine „Alte" Leipziger unb „Alte" Schützenstraße existiert, und bie „Stralauer und die Jägerstraße,' welche mit „kleinen" Straßen gleichen Namens als Konkurrenz behaftet sind. Vergegenwärttgt man sich dazu noch frie Gruppe der „alten" und „neuen" Jakobs-, Grün-, Wilhelms-, Friedrichs- ic Straßen, sowie bie Parallelbenennungen in Den benachbarten Vororten, so kann man sich nicht wundern, wenn die biederen Märker auf her Heimfahrt wettern unb fluchen über den Berliner „Kudhelmubdel", dem fte zum Opfer gefallen sinh, ehe sie ihre Frennbe unb Berwanbte gefunben haben. Auch für den brieflichen Verkehr ist dieser Fingerzeig nicht ohne Interesse. So mancher Brief kommt zu spät, so mancher gar nicht an, weil vielleicht „Simsonstraße" schlecht geschrieben für „Simeonstraße" gelesen würde unb umgekehrt. A. R. Monats prophezeit Herr Falb Landregen. Gegen Ende des Monats sei ein Rückgang der Temperatur wahvschein- lich. Hoffentlich fällt er auch mit dieser Vorhersage herein. Aehnlich wie der Mai, sagt Herr Falb weiter, dürfte auch der Juni verlaufen. In der ersten Woche herrsche ausgebreitetes Regeuwetter bei verhältnismäßig niedriger Temperatur; namentlich dürfte sich der 6. Juni als ein kritischer Termin erster Ordnung bemerkbar machen, und zwar wahrscheinlich schon vom 3. ab. Zu dieser Zeit seien selbst Schneefälle in den höheren Regionen nicht ausgeschlossen. Nach diesem Termin werde es ziemlich trocken. Doch träten zahlreiche Gewitter ein, die allerdings die Trockenheit stellenweise empfindlich unterbrechen dürften. Vom 21. Juni an, einem kritischen Termin dritter Ordnung, seien wieder ausgebreitete Regen und unmittelbar zuvor zahlreiche Gewitter zu erwarten. Es werde verhältnismäßig kühl. Auch im Monat Juli dürfte die Temperatur meist unter der normalen, das ist, unter derjenigen sein, welche der Jahreszeit am betreffenden Orte entspricht. Gewitter seien daher während des ganzen Monats verhältnismäßig selten und häufiger in Oesterreich als in Deutschland. Der 5. Juli sei em kritischer Termin erster Ordnung. Um diese Zeit seien Gewitter, in den Hochgebirgen Schneefälle zu erwarten. Vom 16. ab seien namentlich in den Alpenländern die Gewitter zahlreich, am häufigsten um den 20., einen kritischen Termin dritter Ordnung. In den Zwischenzeiten bliebe es ziemlich trocken. In den letzten Tagen des Monats aber würden die 'Niederschläge stellenweise sehr ergiebig. Die Temperatur steige. Im Monat August seien normale Temperaturen wahrscheinlich. Die erste Woche verlaufe ziemlich trocken. Der 3. August sei ein kritischer Termin erper Ordnung, welcher jedoch wegen der Trockcnheitstendenz nur schwach zur Geltung kommen dürste. Um den 10. seien ausgebreitete und ergiebige Niederschläge zu erwarten. Darauf werde es sehr trocken und warm. Der kritische Termin des 19., zweiter Ordnung, werde nur stellenweise stärkere Meder- schläge bringen. Erst vom 25. an sei eine größere Ausbreitung der Niederschläge zu erwarten; zu dieser Zeit seien auch die Gewitter zahlreich. — Die Aussichten ;ind also für den Sommer, wenn Herr Falb recht hätte, nicht gerade verlockend. Zum Glück hat er bis jetzt meist nicht recht gehabt; nur das darf vorläufig für uns immer noch ein Trost sein. Seinen Sommerrelfeplan nach Herrn Falbs Prognose einzurichten, dürfte jedenfalls niemand zu raten sein. () Gleiberg, 22. Mai. Das sog. Reisbreifest, das in jedem Jahre durch das Pflegeamr des Frankfurter Waisenhauses für die Pfleglinge demselben abgehalten wird, fand heute auf dem Gleiberg statt. § Kirchgons, 22. Mai. Das neunte Bundesfest des Wetterau-er Turnerbundes wird in Verbindung mit der Fahnenweihe des hiesigen Turnvereins „Vorwärts" am 28., 29. und 30. Juni in unserem Ort begangen. Als Festplatz dient der schöne Wiesengrund am östlichen Dorfende. Tie Einwohnerschaft nimmr regen Anteil an den Vorbereitungen zum Feste. Viele Vereine aus der Umgegend Haben ihr Erscheinen zugesagt. —r. Eber st ad t, 22. Mai. Unser im März neugewählter Bürgermeister H. Gör lach IX. wurde am dritten Psingstfeiertage durch den Provinzialdirektor Geheimrat v. Bechtold in sein Amt eingesührt. Morgen wird er auch in seiner Eigenschaft als Standesbeamter bestätigt werden. r. Wetzlar, 22. Mai. Der Oekonomiekommissar Brase hier ist als Hilfsarbeiter in das preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten berufen worden. § Herchenhain, 21. Mai. Ein von hier gebürtiger Arbeiter stürzte in Kcrülstoß so unglücklich vom Rade, daß er sich erhebliche Verletzungen am Kopfe zuzog. h. Sichenhausen, 22. Mai. Die Bohrarbeiten des Frankfurter Tiefbauamtes unweit unseres Ortes nehmen ihren ungestörten Fortgang. Es handelt sich hauptsächlich um die Feststellung der Qualität des B a s a l t s e l s e n s,. auf dem die Thalsperre errichtet werden soll. Voraussichtlich wird bei Errichtung der Sperre ein Teil des Dorfes Sichenhausen verschwinden. —i— Feldkrücken, 22. Mai. Am 15. und 16. Juni begeht unser Kriegerverein das Fest der Fahnenweihe. Zahlreiche Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt. §§ Gedern, 22. Mai. Gegenwärtig wird zwischen dem Hof „Zwiefalten" und hier eine telephonische Verbindung hergerichtet. O. Ober-Ohmen, 22. Mai. Eine hiesige Witwe wurde seit einiger Zeit durch Postkarten und Briefe voll des unflätigsten Inhaltes belästigt. Dem Gendarmen Dörr von Ruppertenrod gelang es, die Verfasserin in einer Frau aus Großen-Eich^n zu ermitteln. Tie Briefschreiberin, die auch noch andere anonyme Schriften verfaßte, wurde zur Anzeige gebracht und sieht ihrer empfindlichen Bestrafung entgegen. () Ruppertenrod, 22. Mai. Tem Haushofmeister des Grohherzogs Kratz von hier, dessen Sohn, der als Zahlmeisterapplikant bei der Marine stand, bekanntlich seinen Angehörigen durch einen jähen Tod an der Küste von China entrissen wurde, ist ein neuer Schmerz nicht erspart geblieben. Der Vater hatte um die Herfendung der Leiche seines Sohnes nachgesucht, um ihn in heimatlicher Erde zu bestatten. Diie Genehmigung wurde auch gegeben. Jetzt aber erhielt der schwergeprüfte Vater die Nachricht, daß die Leiche seines Sohnes in das Meer versenkt morden ist. m. Büdingen, 22. Mai. Fürst Bruno zu fysen- burg-Büdingen, der vor einiger Zeit in der Schweiz einen Schlaganfall erlitten hatte, ist fair bollständig wieder genesen. § Aus dem Vogelsberg, 22. Mai. Infolge der Kälte und Nässe der letzten Zeit hat man geglaubt, die Aussichten auf eine Obsternte seien vernichtet. Dem ist aber nicht so, wie eine aufmerksame Untersuchung der abgeblühten Obstbäume ergiebt. Es sind recht viele Frucht- an sätze erhalten geblieben, worüber man sich eigentlich wundern muß. Tie Apfelbaumblüte beginnt jetzt erst; die Aepselbäume zeigen einen sehr reichen Blütenansatz. b. Mainz, 22. Mai. Der wegen We chsel fälsch - ung jüngst verhaftete Fabrikant Krauter von hier ist gegen Stellung einer hohen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Worms, 21. Mai. Die seit dem 18. August v. I. aus Hannover verschwundene sechsjährige Elise Cassel ist am Samstag bei der verdächtigen Zigeuner- b an de in der Nähe von Frankenthal gefunden worden. Die Bande, bei der man das entführte Kind vermutete, hat sich in den letzten Tagen in der Gegend von Hohen-Sülzen herumgetrieden. Ein Einwohner von dort, der das Kind bei der Bande gesehen, und den Fahndungserlaß gelesen hatte, fuhr chr nach und veranlaßte ihre Festnahme in Frankenthal. Die ganze Bande wurde verhaftet; sie war schon einmal wegen Kindesraub in Untersuchung, mußte aber damals mangels Beweise frei- gesprochen werden. fc. Frankfurt a. M., 22. Mai. In einem Prozeß, den die Stadt gegen die Familie Zeitmann führt, die sich weigerte, ihr Haus an der Ecke der Gallusgasse und Roßmarkt (die sogenannte Zeitmannsche Ruine) abbrechen zu lassen, betragen die Kosten 80 000 Mark. Davon trägt laut Vergleich die Stadt zwei Drittel, die Familie Zeitmann ein Drittel. — Gestern abend erschoß sich der 22 jährige Kommis Georg Dauth aus Niederrad aus dem Mainseld dahier. Was den aus achtbarer Familie stammenden, lebenslustigen jungen Mann in den Tod getrieben hat, ist unbekannt. Wiesbaden, 21. Mai. Ein hiesiges Blatt, dem wir die Verantwortung für die Wahrheit überlassen, berichtet: Die Szene spielt im „Nassauer Hof". Einige Hotelgäste, im Smoking, die Zigarette iin Munde, ftrciten sich über die beste Regierungssorm. (Auf welche dummeu Gedanken kommt man nicht bei deni schlechten Wetter!) Einer enthusiasmiert sich leidenschaftlich für die Republik. Ein hoher distinguierter, alter Herr hört lächelnd zu. — „Sie sind gewiß ein Monarchist", herrscht ihn der Freund der republikanischen Negierungsform an. „Dürfte ich vielleicht Ihren Grund wissen?" — „Gewiß", antwortet der hohe distinguierte, alte Herr, indem er noch immer lächelt, „ich habe einen sehr triftigen Grund — ich bin der König von Schweden!" Gelnhausen, 21. Mai. Der seit vorigem Jahre flüchtig gegangene, von der Staatsanwaltschajt wegen Sittlichkelisvergehens steckbrieflich verfolgte ftühere Frhr. v. Stumm'schc Rentmeister I e s ch l e von Ramholz bei Schlüchtern wurde in Zürich verhaftet und an die deutschen Behörden ausgeliefert. Keutjcher JelJmlag Chemnitz, 22. Mai. Die Deutsche Volksschullehrer-Veriamuttung wurde Dienstag unter großer Beteiligung und im Bei;ein zahlreicher Vertreter hier eröffnet. Der Vorsitzende des ^eucjchen Lehrervereins, Claus- n itz er-Berlin, begrüßte die Versammlung und richtete die Mahnung an die Versammelten, alle wnfessionellen, politischen und Standesunterschiede draußen zu lassen, und daran zu denken, daß sie in erster Linie Lehrer und Erzieher des deutschen Volkes seien Man teilt uns mit, daß 103 000 deutsche Lehrer durch 294 Delegierte vertreten seien. Ten ersten Vortrag hielt Universitätsprofessor Dr. R e h m k e - Greifswald über „Universität und Volks- schullehrer." Die deutsche Lehrerschaft wünscht, daß das Semtnarabgangszeugnis ohne weiteres znnsi Besuch der Universität bereajrigt. Auf Grund des Lehrplanes der Seminare ist man berechtigt, auch diese als höhere Schulen zu bezeichnen, obgleich sie keine fremden Sprachen im Lehrplan ausgenommen haben. Aber auch ohne deren Studium könne man reif werden für den Besuch der Universität, denn auch die Lehrerschaft braucht Leute, die selbständig sind und nicht einfach mit bent erworbenen Seminarschulgut programmmäßig weiter wirtschaften. Wer nicht nur Schule halten, sondern auch Schule leiten will, muß frei dastehen, frei über seine Berufspflichten urteilen können, und drese Freiheit giebt ihm nur die wissenschaftliche Bildung. Die Universitäten müssen es sich zur Ehre rechnen, in diesem Sinne in den Dienst der Volksschule zu treten. Den zweiten Vortrag hielt Lehrer P r e tz e l-Berlin über „D i e Bedeutung der Volksbildung für die Volks sittlich keil". Bildung ist Cmporbtldung aller Ziräfte der Natur; sie schließt die Entwickelung der intellektuellen, ästhetischen unb unmoralischen Eigenschaften in sich. Welche sittlichen Schäden soll die erhöhte Volksbildung nach Ansicht der modernen Bildungsgegner herbeigesührt haben? Diese sagen, Uuzuftiedenheit mit den bestehenden Verhältnissen, Auflehnung gegen die Autoritäten, Abnahme der Religiosität, Lockerung des Familienlebens, Ausbreitung der Unsittlich keil, Zunahme der Kriminalität in jeder Gestalt. Abgesehen davon, daß Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen und unter Umständen Auflehnung gegen Autoritäten oft einen sehr sittlichen Hintergrund haben, treffen die Behauptungen der Bildungsgegner nicht zu. Die sittlichen Schäden müßten dort im geringsten Umfange vorhanden sein, wo man die Bildungsseuche ferngehalten hat. Das ist aber keineswegs der Fall. Norwegen ist wohl das Land mit der besten Volksschulbildung, babei rühmen alle Kenner Norwegens die sittliche Tüchtigkeit der dortigen Bevölkerung; der Rückgang des Alkoholismus in Norwegen ist eine sittliche That ersten Ranges. Ein Gegenbild zu Norwegen bildet Belgien. 'Dort sind unter 1000 Erwachsenen noch jetzt 269 Analphabeten. Tie Kriminalität ist in Belgien eine viel höhere wie in Norwegen. Auch in Rußland ist der sittliche Tiefstand der Bevölkerung notorisch. Nun'sagt man, die Zahl der Verurteilungen in Deutschland habe in den letzten Jahren zugenommen. Auf die schweren Verbrechen trifft das nicht zu. Diese haben entweder abgenommen oder sind konstant geblieben. Die Zunahme der Verurteilungen mit der Steigerung der Volksbildung in Verbindung zu bringen, ist eine Perfidie. .Neben der Volksschule und der Fortbildungsschule muß auch für die Erwachsenen Gelegenheit geschafsen werden, sich toeiter zu bilden durch Volksbibliotheken usw. Nach längerer Debatte gelangten folgende Leitsätze zur Annahme: 1. Die von Gegnern der Volksbildung ausgestellte Behauptung, daß durch gesteigerte Bildung die Sittlichkeit des Volkes geschädigt werde, widerspricht ebensowohl den Thatsachen wie den Lehren der Psychologie. Dagegen muß es als unzweifelhaft gelten, daß in unseren Kulturverhältnissen eine höhere geistige Bildung die Vorbedingung und eine Stütze des sittlichen und legalen Handelns ist. 2. Alle der Hebung der Volksbildung dienenden Veranstaltungen, vornehmlich die Volks- und Fortbildungsschule, üben um so mehr auch auf die sittliche Entwickelung des Volkes einen günstigen Einfluß aus, als sie nicht etwa einseitig die Vermehrung verstandesmäßig angeeigneten Mssens erstreben, sondern abwehrend und aufbauend die Entwickelung sittlicher Persönlichkeit - direkt fördern. Zum Schluß sprach noch Lehrer A g a t h - Ripdorf über gewerbliche Kinderarbeit. Auch die Kinderarbeit in der Landwirtschaft werde später gesetzlich werden müssen. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, in der u. a. zwecks Herbeiführung einer baldigen Regelung auch der land- wirtscbaftlichen Kinderarbeit amtliche Erhebungen gewünscht werden. Ten ersten Vortraa am Mittwoch hielt Hauptlebrer H. Wolgast-Hamburg Wer „Die Bedeutung der Kun st für die Erziehun g". So gern das Kind Bilder und Puppen hat, noch stärker ist sein Drang, das, was in ihm lebt, selb,st zu malen unb zu gestalten. Die bisherige einseitige Verstandes«-' und Willensausbildung droht zu einem Hindernis der Entwicklung zu werden. Leider aber findet man die Freude an der Kunst bei den ärmeren Klassen meist als Zerrbild. Ter Mensch muß daher künstlerisch erzogen werden und zwar in unseren Schulstuben. Tas Fundament unserer gesamten Arbeit ist die Anschauung. Das echte Kunstwerk ist aus der Volksseele entstanden und muß national empfunden werden. Daher ist das echte Kunstwerk für ein Kind besonders geeignet, das deutsch ist nicht im politischen Parteisinne, sondern im Sinne des deutschen Denkens und der deutschen Auffassung. Daher sind die Volkslieder eine so vorzügliche Kost für daH Kind. Tie Landlehrer sind bei der künstlerischen Erziehung der Kinder oft im Vorteil. Tie herrliche Watur haben sie aus erster Hand. Aus Schülervorstellungen, Betrachtungen von Kunstwerken in den Museen wird die Schule nicht verzichten können. Hat nun aber der Lehrer einiges kunstleri- jches Empfinden in die Kinderseele gepflanzt, bann zerstört das Erwerbsleben mit rauher Hand die ersten Blüten. Der Fortbildungsschule steht Dividieren mit Brüchen höher wie Empfinden jur edle Musik. Tie Kunst wird in den Seminaren viel zu wenig gepflegt. Wir brauchen im nächsten Jahrzehnt ein energisches Arbeiten an uns selber und ein leife vorsichtiges Versuchen an der Jugend. Es muß allmählich ein Geschlecht heranwachsen, gleich fähig zum Genuß wie zur Arbeit. 'Rach längerer Debatte wurden die vom Referenten vor> geschlagenen Thesen abgelehnt, dagegen nachstehende Resolution Ries-Frankfurt a. M. angenommen: „Tie deutsche Lehrerversammlung begrüßt die neuen kunstpäoagogifchen Bestrebungell mit Freuoe und ist überzeugt daß Schule und Leben eine innere Bereicherung und Veredelung daraus schöpfen werden. Sie hält aber zur Zeit die neu aufgetauchten Probleme noch nicht für genügend geklärt, um jetzt schon bindende Beschlüsse fassen zu tonnen." Nach kurzer Pause sprach Lehrer F. Wolgast-Kiel über das Thema: „Wie stellen wir uns zur Ein- führ ung des Hausyaltungsunterrichts in oe m Lehrplan der Mädchenschulen?" In vielen Familien herrscht ein sozialer Notstand, verursacht durch Die fehlende Wirtschaftlich leit der Frau. Oft zwingt kärglicher Lohn deS Mannes die Frau zur Lohnarbeit, 16 Pvoz. der Frauen müssen der Lohnarbeit im Hauptberuf nach- getjen, 15 Proz. im Nebenberuf. Der HauShaltungsunter- richt ist wahrscheinlich kein Allheilmittel gegen die soziale Not. Zur tätigen Hausfrau gehört viel Mehr wie Kochen und Reinmachen. Tie Frau deS Meinen Mannes muß mit dem Verdienst des Mannes auskommen, sie muß rechnen, gut mit ihrer Zeit umgehen können. Ist denn überhaupt oie Volksschule oer geeignete Ort, um die Kinder im Kochen und Reinmach en zu unterrichten? Ich behaupte: sJtein. Das Vormachen nutzt gar nichts, weil damit fein anschaulicher Unterricht verbunden ist. Tie praktischen Vorgänge am Kochherd und in der Küche am heimischen Hero werden durch den Unterricht in der Schule nicht ersetzt werben. Dazu kommt, daß die praktische Anwendung des gelernten Stosses auf Jahre hinausgeschoben werden muß. Welche anderen Unterrichtsgegenstälide soll man streichen oder emengen, um Platz für den Haushaltungsunterricht zu schaffen? In London ist dieser Unterricht eingesührt, aber die Hamburger Kinder sind durchschnittlich ein Fahr den Londoner Kindern in der Schule voraus. Ten Sinn für Ordnung unb Reinlichkeit muß die Schule hegen und pflegen, wollte sie damit warten bis zum tzaushaltungsunterricht, dann wäre es zu spät. Dagegen ist der hauswirtschaftliche Unterricht in o b l ig a t o r i s ch e Fortbildungsschulen, die auch für Mädchen ein geführt werden müssen, zu verlegen, ©üb» Deutschland ist darin schon vorangegangen. Nach weiterer Diskussion wurden folgende Leitsätze angenommen: 1. Die allgemeine Einführung des Haushaltungs-» Unterrichts in den Lehrplan der Mäbchenschulen ist abzu-, lehnen, weil durch diesen Unterricht die Ausgabe der Mädchenschule als einer allgemeinen Bildungsanstalt nicht gefördert wird, der Unterricht keinem allgemeinen Bedürfnis entspricht unb bie hauswirtschastliche Unterweisung Iber Mädchen zunächst Pflicht des Hauses ist. 2. Wo in großen Städten unb Jnbustnebezirken die sozialen Verhältnisse dem Hause bie hauswirtschaftliche Unterweisung unmöglich machen, ist sie im Interesse der Erhaltung des Familienlebens der Fortbildungsschule zu überweisen. 3. Wo diese fehlt, muß bie Ueberweisung in besondere Kurse unter Anlehnung an bie oberen Klassen der Volkse schule erfolgen. Der erste Vorsitzende schloß sodann mit Dankesworten die Hauptversammlung. Ter nächste Lehrertag findet in Königsberg j. Pr. statt. Vermischtes. * Berlin, 21. Mai. lieber eine SittlichkeitL» Affäre, welche die Kriminalbehörden beschäftigen soll, berichten Berliner Blätter. Danach ist ein noch nicht 13 Jahre altes Mädchen, Else Danker, während eines Geschäftsganges von einer Kupplerin verschleppt worden. Das Mädchen, das von der Gelegenheitsmacherin 4 Wochen festgehalten wurde, ist in dieser Zeit verschiedenen Männern zugeführt worden. Nach Angabe des „Berl. Tagebl.", das zugleich mitteilt, das Kind sei an den Folgen dieser Lebens- weise schwer erkrankt und schwebe in Gefahr, dauernd krank zu bleiben, sind die Namen einiger der Herren, die den Umgang mit dem Mädchen pflogen, der Behörde bekannt und ein 67jähriger Mann namens Eisenhauer sei schon verhaftet worden. Gleichzeitig wird jedoch auch erwähnt, daß daS Mädchen, Tochter sehr achtbarer Eltern, leichtsinnig war und einen Hang zum Herumtreiben hatte. * Berlin, 21. Mai. Juwelen im Werte von 17 000 Mk. wurden von Einbrechern in der Nacht zum 2. Feiertage in dem Goldwarengeschäft von Greve in bei Friedrichstraße 30 gestohlen. Alle minderwertigen Sachen ließen sie liegen, die Goldwaren dagegen und die Brillanten nahmen sie mit. Von den Einbrechern fehlt noch jede Spur. * Neuß, 22. Mai. Aus Anlaß des Eisenbahn» Unglücks sind der Kölner Eisenbahndirektionspräsibent, ein Beamter der Düsselborfer Staatsanwaltschaft und mehrere Herren auS bem Elsenbahnministcrium hier eingetroffen. Es ist nunmehr festgestellt, daß bas Unglück herbeigesührt wurde durch ein Mißverständnis zwischen dem Stationsassistenten und dem Weichensteller, der bie Weichen eingelassen hätten. Märkte. von Conrad IMetz, Bankgeschäft, Gießen, Johannesstraße 1 für den Güterzug zu bedienen hatte. Der Weichensteller soll eme telephonische Anfrage des Assistenten, der Güterzug könne wohl noch abgelasien werden, als einen Auftrag, das Abfahrtsignal zu geben, aufgefaßt haben. DeS Weiteren sind noch bestimmte Vorschriften nicht beachtet worden. An der betreffenden Weiche soll auch die oorgeschriebene Sicherheits- Vorrichtung nicht angebracht gewesen sein. 'Barmen, 20. Mai. Ein schweres Unglück er- eignete sich am 1. Feiertage nachmittags in Barmen-Ritters- Hausen. In einem Vergnügungslokale daselbst gab eine Künstlertruppe Vorstellungen, und etwa 50 Kinder und Erwachsene hatten sich als Zaungäste emgefunden. Die Kinder waren, um die Produktionen der Künstler sehen zu können, auf die das Lokal einfriedigende 2 Meter hohe und mit einem Eisengitter versehene Mauer geklettert. Plötzlich gab das Gitter nach und auch die steinernen Pfeiler, in denen es befestigt war, stürzten mit großem Getöse zusammen. Achtzehn Kinder stürzten mit hinab und wurden zum Teil schwer verletzt. Zwei Knaben im Alter von 9 und 12 Jahren waren sofort tot, einem anderen wurden beide Waden weggerissen, wieder andere erlitten schwere Kopfverletzungen. ' Der .Diktaturparagraph". Die „Straßb. Post erzählt das folgende, nach chrer Versicherung wörtlich wahre Geschichtchen: Am Samstag Abend wurde einem biederen Straßburger die Neuigkeit kundgethan, daß der Diktaturparagraph aufgehoben werd«. .Gott sei Dank/ sagt er schleunigst, .daß dies Dings, die Bäpperei mit bene Jn- validekarte wider ernol ewäk fummtl" Der gute Straßburger hatte also den Diktaturparagraphen in dem — Jnvaliden- versicherungSgesetz vermutet. Schotten, 21. Mai. Zu unserem gestrigen Prämiierungsmarkt waren 41 Bullen, 112 Kühe und Rinder und 250 Schweine ausgetrieben (in Rindvieh ca. ein Drittel, in Schweinen die Hälfte weniger als voriges Jahr.) Die Ungunst der Witterung mag Biele zurückgehalten haben, den Markt zu bcfoljren. Die Preise für Bullen waren sehr hoch, 350—550 Mk., sowohl für Vogelsberger als Simmeilthaler; Vogelsberger waren sehr gesucht, es war sogar Mangel an ihnen vorhanden, die Simmenchaler wurden dagegen nicht alle verkauft. Ter Handel in Kühen und Rindern war bei hohen Preisen schleppend. Schweine fanden bei hohen Preisen guten Verkauf. An Prämien kamen im Ganzen 460 Mark zur Verteilung; und zwar für Vogelsberger Bullen 135 Mark, V. Kühe 40 Alk., V. Rinder 55 Mark, Sinunenthaler Bullen 140 Placks S. Kühe 35 Mk., S. Rinder 55 Mk. gleichem Urteil gelangt. Rumänien yar lernen »xredn im huStono chon aufs Aeußersle in Anspruch genommen und eine Katastrophe wird nur abgewendet werden können, wenn Rumänien noch weiter die Hilfe des Auslandes in Anspruch nimmt. Dies ist jedoch mir dann möglich, wenn ganz ausreichende und unzweifechasle Garantien dafür geboten werden, daß der totaat unter Kontrolle eine sparsame und ehrliche Finanzverwaltung führt, und die demagogischen Umtriebe em iür allemal keinen Einfluß mehr aus die wirtschaftliche Entwicklung des Landes haben rönnen. Was bet der aus alten, jahrzehntelangen Sünden eniftanbenen, sehr erlisten Finanzlage Rumäniens verlangt werden muß, sind keine Zahlengruppierungen, die außerordentlich wohlfeil siiid, und die nichts bebenten, sondern reale Garantien für eme Wirtschafts- und Finanzpolitik, die das Land wenigstens allmählich zur Gesundheit führt. Rur ivenn es Rumänien gelingt, das Bertrauen seiner Geldgeber wiederzugewinnen und einen Umschwung in der Öffentlichen Meinung Westeuropas zu erzielen, kann das Land sehr schweren Erschütterungen und die Besitzer ri.mänischer Papiere vor sehr schweren Verlusten bewahrt 3proz. Sächsische Rente. Die Subskription auf die 50 Mill. Mark neue Anleihe wird m der nächsten Woche erfolgen. Phönix, Alt.-Ges. für Bergbau und Huttcubetrieb. Wie aus Verwaltungsratskreisen verlautet, wird die Gesellschaft für das laufende Geschäftsjahr ferne Dividende verteilen können. Im Vorjahr wurden 4 Prozent bezahlt. äproz. iuucrc Mexikaner. Bei dem bevorstehenden Zu- sammentrill der merikanlschen Kamniern wird der Frnanzniinister die Ermächtigung zur Ausgabe einer 5. Serie der inneren amortir sablen Schuld nachsuchen. Diese Serie soll bie letzte der bproz. amortisablen inneren Anleihen sein. Ueberschüsse von Bergwerlsgesellschafteu. D»e Berg» werksgesellschafl „Hibernia" hat im Monat April einen Uebev- schuß von 646,348 Mk. erzielt oder 55,994 Mk. weniger als im Atonal März. Gegenüber dem gleichen Atonal des Borjabrs ergibt sich ein Ausfall von 154,805 Mk. Seil 1. Januar dS. Js. beträgt der Ueberschuß 2,775,175 Alk. oder 676,545 Mk. weniger als im April des Boriahrs. Tie Gelsenkirche nerBergwerkS- g e s e l l s ch a f l haue im April 958,901 Mk. Ueberschuß, 61J69 Mk. weniger als im März und 220,403 Mk. weniger als im Avril des Vorjahrs. Seit Januar beträgt der Ueberschuß 4,118,933 M. oder 1,278,021 Alk. weniger als in out ersten 4 Atonalen des Vorjahrs. Argentinische Anleihen. Für die argentinischen Staats- papiere ivird wieder eine Periode der Kursbesserung erwartet, da m London Nachrichten emgclaufen sind, laut ivelchen zwischen Argentinien und Chile »iunmehr die Abrüstung vereinbart wurde. Es wäre für die beiden Staaten auch das Dümmste gewesen, was sie hätten lhun können, wenn sie sich in kriegerische Verwicklung«» Kunst und Wissenschaft. — Mit einem neuen Schnelltclegraphcu werden zur Zeit Versuche bet dem Kaiserl. Haupttelegraphenamt in Berlin gemacht. Erfunden ist der neue Apparat von einem Journalisten Marray aus Australien. Ganz wie bei dem Wheatstonetelegraphen werden die aufzunehmenden Depeschen mit Hilfe einer Schreibmaschine aus einen fortlaufenden Streifen gelocht. Auf der Empfangsstation nicht der Apparat aber nicht Morsezeichen wieder, die bekanntlich aus Strichen und Punkten bestehen, sondern wiederum gelochte Streifen. Mit HUfe einer Art von besonders hierzu hergestellten Schreibmaschinen werden die Zeichen des Bandes in Schreibschrift übertragen. Die Maschine kann sogar gleichzeitig acht Durchschlage machen, ebenso wie bei den gewöhnlichen Schreibmaschinen. Die Leistungsfähigkeit des Murray-Telegraphen wird vom Erstnder bei zweifachem Betrieb, d. h. bei gleichzeitiger Benutzung derselben Leitung für beide Richtungen, aus 14 000 Worte m der Stunde angegeben. Trier, 21. Mai. Aus den Verhandlungen der Deutschen ökologischen Gesellschaft sei folgendes mitgeteilt: Zweck der Gesellschaft ist die Förderung der Ohrenheilkunde und die Pflege persönlicher Beziehungen unter den deutschen Ohrenärzten, -tie wissenschaftlichen Jahresreserate freiten. am ersten Schungstag die Professoren Bezold-München und Tr. Korner-Rostock über fre Behandlung der akuten Mittelohrentzündung und ^r. Röpke-^olmgen über die Unsallverletzungen des Gehörorgans und die prozentua.e Abschätzung der durch sie herbeigeiuhrten Einbuße an Erwerbs fäbigkeu im Sinn des Unfallversicherungsgesetzes. Enten breiten Raum in den Verhandlungen des ziveuen ^.ages nahmen die Aenderungen der Satzung m Anspruch, deren vollständige Erledigung bis zum näch'ten Jahre verschoben wurde. Zum L-or- sitzenden wurde Prof. Siebenmanii-Basel wiedergewahlt. Zn einem Denkmal des verstorbenen Ohrenarztes Tröltsch in Wurzburg wird der Verein 5000 Mk. beisteuern. Für bie Errichtung eines er,len Ordinariats in Teutschland in der Universitätsstadt Rostock und dessen Besetzung durch Prof. Körner hat der Vorstand dem Grotz- hcrzog oon 'Hkdlenburg den Tank der Gesellschaft abgestaltet, wöbet dieser den Wunsch aussprach, daß man an allen deutschen Hochschulen der Ohrenheilkunde einen Lehrstuhl errichten möge. An- genommen wurde ein Antrag, bei der JahresversarnmlungZ>eutscher Naturforscher dahin zii wirken, daß die bis jetzt vereinigten Sektionen iür Ohrenheilkunde und Halskrankheiten getrennt wurden. Ein zweiter zur Annahme gelangter Antrag fordert die Hinzuziehung eines Ohrenarztes bei Schädelverletzungen zur Abschätzung der Erwerbsfähigfeit im Sinn des UnfaUversicherungSgesetzes. Die nächstjährige Versammlung soll Pfingsten in Wiesbaden abgehalten werden. Eine Reihe wissenschaftlicher Vortrage und Demonstrationen beschloß den wissenschaftlichen Teil der Tagung. Arbeiterbewegung. Neu-Isenburg, 22. Mai. Der Aus stand ist am Tiens tag beendigt worden, nachdem er ein Vierteljahr gedauert hat. Von den Ausständigen wurde die Arbeit bedingungslos wieder ausgenommen. Die gekürzten Löhne, die Ursache des Ausstandes, bleiben in Giltigkeit. Manche Betriebe, denen eme Mobelgattung in ihrem Vorräte ausgegangen war, hatten in den letzten Wochen wieder Arbeiter eingestellt, allerdings bet gefurzten Löhnen. Tie '^jahl der Ausständigen ist auf weniger als die Hälfte der ursprünglichen Bestände durch Abreise nirüefgegangen. Man schätzt die Kosten des Ausstands auf rund 12000 Mark. Der Vorrat der Schreinereien ist durch das Ruhen deS Betriebes natürlich bc- deutend gelichtet worden. _____ Handel und Verkehr. Uotziswirtschast. Die Lfleubacher Stadtauleihc ist nunmehr auch an der Frankfurter Börse zum Börsenhandel zugelassen worden. Lcstcrreichischc Staatsbahu. Die Verstaallichungsaussichten haben eme anhaltende Steigerung der Aktien dieser Bahn hervor» gerufen. Auch die Aktien der Oesterreichis chen Kreditanstalt haben bis jetzt von diesen Aussichten profitiert, da kalkuliert wird, daß bei der Verstaatlichung em größeres Geschäft für diese Gesellschaft herauskomnien wird. Es wird nämlich angenommen, daß der Kreditanstalt die Aufgabe zufällt, den Montan-resp. industriellen Besitz der StaatsbahngeseUschast zu finanzieren. Gotthardbahu. Tie Verwaltung wird wieder 34 tfr. gleich 6»/, Dividende ivie im Vorjahr beantragen. Die Subventionsstaaten erhalten also nichts; diese haben erst Dividendenanteil, wenn über 7 Prozent zur Auszahlung gelangen. Rumänische Finanzen. In einer jüngst erschienenen fachmännischen Brochüre wird bargelegt, daß die Finanzlage Riimäniens eine sehr ernste ist. Dies werden selbst Beurteiler zugeben mutzen, die den Verhältnissen des Königsreichs keineswegs m prinzipieller Feindschaft gegenüber stehen. Die gesamte sachkundige Presse ist zu Ächtnng! Die neuen Modelle von Opel- und Panther-Fuhrrädern sind eingetroffen. Modelle 1902 m- viele Tret‘ D R -P Nr, 87228. Das schönste und leichtest laufende Rad der Welt. Alleiniger Inhaber: Adam Opel, Kussel »heim. ' Ausserdem hab, noch einen Poeten rnriiekge.Mzter Damenräder Mk. 120.-, Herrenräder Mk 100 auf Lager. Sämtliche Zubehörteile zu den billigsten Preisen. Besteingerichtete Reparaturwerkstätte für Fahrräder aller Systeme. I Rad-Verleibaustalt. \ Motor-Wagens.» -Räder | Rad-Verleiiianstalt. 7 Bleichstrasse 7 Wilhelm ESameL 7 B™.Te 7 Telephon b. Ae1testeg U11j grösstes Fahrrad- und Motorwagen-Geschäft am hiesigen Platze, ___________________ oa G Conrse vom 22 J5. I15./5. Z rn 1 Course vom 22./5. 115./5. 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Aeuß. v. 1897 . 101.30 72’75 66.90 101.80 7T55 66.10 3/2 8‘/. 4 Pfälzische . . Südd. Eisenb. . Braunschweig. Lds.-E.-B.U.E. 98.80 94.55 102.— 98.75 94.50 102.— 95.- 37a 4 4 37a Ser. 141—250 do. 46—190 . Memlng. Hyp. do. neue . . . do. unk. 1907 , 100.10 95.40 100.30 103.- 96.— 100.- 95.45 100.20 101.50 96.- 88.50 393.9V 214.- 174.70 124.50 87.50 394.— 215.- 173.45 85 — Lisenb.-AMen. Oester. Staatsbahn . . . Oesterr. Südbahn 149.- 14.40 146.— 15.— 3H 4 Bayer. St.-Obl. Hess. St.-Obl. . 100.05 104.90 100.15 101.50 5 6 Chinesische Anl. Chinesen. . . 99.80 105.- 99.85 105 — 4 Aüg.dlsch.Kleinb. k Preuß. Hypbk. . do. 190a . . 95.20 90.50 94.75 90.- Gotthardtbahn. Jura Simplon 169.20 167.— 8* Z do..... 99.60 89.45 99.75 89.55 blA V/i ’ v. 1898 99.80 89.40 89*60 Ausländische. 101.95 101.95 37- Rhein. Hypbk. unk. 1904 96.50 96.50 Princ Henry . Rorthern Pac. 95L0 93L0 3M 3H 3H Württemberg. . Bremen v. 1899 100.- 100.20 100.15 99.80 3H 3 Egypt. prw. . „ garant.. 104.- 25.70 103.60 98.90 4 4 Elisab.-B. strsr. Kaschau-Oderbg. 37, Westdtsch.Boden- credu in Cöln 95.70 95.70 „ Kontinent Nürnbg.. „ Helios . „ Lahmeyer 59.50 24.50 102.50 56.50 22.25 105.80 Transvaal . 174.20 Hambg. v. 1899 100.— 100.20 5 5 Mexico v. 99 . do. Ser. I-IV.. 101.10 41.^0 101.10 41.80 4 v. 91 . . . Lombarden . 100.50 88.40 — 4 Ung. Lds.-Crr.. 96.40 96.40 Lose in Prozenten. 3 do. Silber . . 25.70 25.75 3 do..... 63.— 63.50 „ Schuctert 100.— 100.50 Ausländische. 4 Oest. Staalsb.. 102.— 101.90 Diverse. „ Siemens 136.50 101.50 77.— 132.- 164.— 162.80 125.- 250.— 106.05 271.— 44.- 219^0 189L5 114.- 4 Bad. Thlr. 100 144.— 5 4 4 3 4 47. 3 5 4)4 3 5 4 4 SH 4 Griech.E.B. von 1890 . . . (Kriech. Monop. Jraüeuer Rente do..... Oester. Goldrte. Oester.Sitberrte Oest. Lokalbahn „ Galiz. Karl- Ludw.-Bahnln ©über . ■ . Ponug. Staat. do..... Rum. am. Rte. Rumän. v. 1890 Russen v. 80 . Russen Gold« Anl. . . . Rufs. Staats- Rle., Rubel . 3820 44.— 102.10 68.— 102.95 101.75 82.80 45*20 28.95 97.10 88.30 100.- 96.50 33.05 44.— 68.- 103.— 101.70 45*20 28.75 96.90 83.90 100.- 96.60 3A 3A 4 3'Ä 1 4 3X 3A 3A 4 4 4 4 4 4 4 4 47, Ztädte-Gdlig. Gießener (alte). do. v. 96 . . Aiainzer . . . do..... Offenbacher. . Wormser . . do..... Frankfurt a. M. T armstabt . . Mannheimer . Münchener . . Nürnberger. . Pforzheim . . Wiesbaden . . Babenhausen . Lissaboner . . Rom ii-vm. Buenos-AireS . 98*60 103’50 103*80 103*30 76*35 101.75 1 1 1 1 1 ISS 1 £23 1 IS33 1. 1* f f 1 1* ISS 1*383 1 1 3 3 3 3 4 3 3 4 5 4 4 4 4 5 3 do. I-V1II . do. v. 85 . . do. Erg.-Retz . Prag-Dux 96 . Raab-Oedenbg. (alle- . . . do. v. 97 . . Rudolf Gold . Jlat. gar. E. B. Livornefer . . SiZil. v. 91 . Toscanier . . Rufs. Süd ost . do. Südwest Rjäsan-Uralsk. Wladikawkas . Anatolier . . Salon.-Mon. . 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Ser. 27 . 100.70 96.50 96.50 100-- 10L20 100.70 1 96.50 ! 96.50 100.— 10L20 ! Milletdifch. \ Rationatbk. 1 Oest. Cred.-Akt. j Wien. Bankvcr. 110.- 110.90 214.70 114.20 110L0 110.- 213.60 114.50 121.- 238.— 127.— 194.— 325.50 193.75 167.50 132.50 240.75 138.75 200.- 323.76 194.50 167.25 Heu eröffnet! Heu eröffnet! Cossmann’8 Kaffee-Geschäft Einem geehrten Publikum von Giessen und Umgegend erlaube ich mir hierdurch ergebenst anzuzeigen, daß ich in Giessen, Lindenplatz — Ecke Wallthorstrasse eine VerkaufsteSBe meiner seit langen Jahren als durchaus vorzüglich anerkannten und höchst prämiierten Kaffee’s errichtet habe. Durch direkte« Einkauf auf de« Weltmärkte« ohne jeden Zwischenhändler entsprechen meine Kaffees den höchsten Anforderungen in Wohlgeschmack, Kraft und Ergiebigkeit, und zwar empfehle ich meine Kaffees in allen Preislagen, hell oder dunkel gebrannt. EcMe chmesäsche Thee’s allcnieuester Ernte, direkter Bezug. garantiert rein nach holländischer Art. 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