Montag 22.Dezembev 1908 152. Jahrgang Zweites Blatt Der Krupp-Prozeß tu Italien. 3>te yeutige Mmmer umfaßt 10 Seiten Nr. 300 Urschet»« ««glich außer Sonntag?. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien-. ßlätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Antvers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) ftebtiftton, Expedition und Druckerei: echul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Uuzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.51. Kie Verhaftung der Iamilie Kunibert. Wie ein schlechter Scherz erklang zuerst ernt Samstag abend eine MeLung aus Paris, daß die ganze Familie Humbert in Madrid verhaftet worden sei. Mer es ist Wahrheit, sie sitzt jetzt wirklich hinter Schloß und Riegel. Nach 'mehr als srebenmonatlichen vergeblichen Recherchen nach den raffinierten Millionenschwinolern ist eS der Madrider Polizei gelungen, die Humberts und Tau- rignacs, die in der Calle de Ferraz ein auf das eleganteste eingerichtetes Haus bewohnten, aufzuspüren. Herr Combes wird erleichtert aufatmen, denn das spurlose Verschwinden des Gaunersextetts, das zur Zeit, als man in dem Geld- schravk wirklich noch hundert Millionen vermutete, aller- oings mit einigen hochgestellten Persönlichkeiten in Fühlung war, gab den Gegnern der Regierung, speziell den Nationalisten, Veranlassung zu dem schmählichen Verdachte, daß die Regierung die Humberts absichtlich habe laufen lassen, um verschiedenen Kompromittierungen vorzubeugen. Diesem Verdachte ist nun der Boden entzogen, und es wird sich bald Herausstellen, inwieweit die. von den Verhafteten ausge^ stoßenen Drohungen gegen verschiedene bekannte Persönlich? leiten Frankreichs begründet erscheinen. lieber die Verhaftung der Familie Humbert werden folgende Einzelheiten gemeldet: Seit meH als zwei» Mo-, Mitische Tagesschau. Anwesenheilsgelder für den Reichstag? Wie dem,Zokalanzeiger" aus Bundesratskreisen mitgeteilt wird, sind nunmehr bei den maßgebenden Stellen die Bedenken zurückgetreten, welche bisher einer Gewährung von AnwesenheitÄgeldern an die Mitglieder des' Reichstages vntgegenstaÄerr. Der Bundesrat würde noch im Laufe des Winters dem vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwurf näher treten und ihn voraussichtlich mit sehr großer Mehrheit annehmen. Tie Anwesenheitsgelder sollen jedoch erst mit Beginn der nächsten Legislaturperiode gezahlt werden. Hab er d»en Drvzeß gegen die Verleumlder Krupps schreibt man aus Neapek: ,Lsn Italien scheinen die Verleumder Kfupps nicht so billigen Kaufes davon- lommen zu sollen wie in Deutschland. Der neapolitanische Untersuchungsrichter Solari hat auf Antrag deS Staatsanwalts gegen den verantwortlichen Redakteur der neapoli- tonischen Zeitung „Propaganda" ein Strafverfahren eingeleitet Tie AnschüLigung lautet auf „Verstou gegen die gute Sitte vermittelst der Presse" und nimmt auf den bekannten Kruppartikel des Blattes vom 20. Oktober 1902 Bezug. Wie man aus Capri schreibt, hat der Fremden^ustrvm nach der Insel infolge der Kruppangelegenheit in auf- 'allender Weise abgenommen. Deutsche kommen fast gar nicht mehr nach Capri, während sie früher zwei Drittel der Fremden ausmachten. Nur Franzosen und Engländer besuchen noch die Insel, aber auch diese in geringer Zahl. Um den guten Ruf Capris zu wahrest, ist eigens eine Capreser Zeittmg „Pro-Capri", gegrüichet worden, die aber unter den Fremden keine Verbreitung findet, da sie und Polizei sein und unter der moralischen Verpflichtung tehen würde, sein eigene- Urteil zu vollstrecken: überries würde die Entscheidung sicherlich die Feindschaft der einen oder anderen Partei erwecken, und deshalb wäre die Unterbreitung der Angelegenheit an das Haager Schiedsgericht tocit vorzuzuiehcn. Wenn sich dies jedoch nicht erreichen läßt, so ist e's wahrscheinlich, daß Präident Roosevelt, ehe er die Streitigkeiten zum Acußerstcn wmmen sieht, sich, wenn auch mit Widerstreben, zur Uebernahme des Schiedsrichteramtes bereit erklärt, um Blutvergießen, Zerstörung von Eigentum und eine Beeinträchtigung bedeutender Handelsinteressen vorzubeugen. In den venezolanischen Hafenstädten hat die erwartete Blockade schon frt den letzten Tagen der vorigen Woche starke Schatten vorausgeworfen, insbesondere eine empfindliche Steigerung der Lebensmittclpreise verursacht, )ie sich nach Meldungen aus Caracas beim Mehl und Brot- aetreide auf 20 Prozent beläuft. Die Danken lehnen Dis- ontierungen ab. Die brittschen Bewohner von Trinidad ind außer sich über die Blockade-Androhung, weil die Insel durch die Handelssperre viel empfindlicher gettoffen werde, als das von Zufuhr unabhängigere Festland. vez«g»pret»r monattich7bPß, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal ILPf* auswärts 20 Psg. Verantwortlich für. den polit. u. allgem. Teil i.V.: Fr.Hannernann; für „Stadt u. Land* und -Gerichtssaal*: Curt Plato; für den Anzeigenteil: HanSBeck 2>te Kriegsbrok ade in Venezuela. Tie seitens der verbündeten deutsch-englischen Flotten angekündigte Blockade über die venezolanischen Häfen von Puerto Cabello tmd Maracaibo ist am Samstag verhängt worden, ttotz der inzwischen eingeleiteten Verhandlungen bezüglich eines ev. zu konstituierenden Schiedsgerichts. Ter „Reichsanzeiger" veröffentlichte am Samstag abend folgende vom selben Tage datierte Bekanntmachung des Reichskanzlers: „Nachdem die Regierung der Vereinigten Staaten von Venezuela es abgelehnt hat, den ihr mitgeteilten Forderungen der kaiserlichen Regierung zu entsprechen, wird die Blockade über die Häfen von Puerto Cabello und Maracaibo verhängt. Die Blockade tritt am 20. Dezember 1902 in Wirksamkeit. Schiffe unter anderer als venezolanischer Flagge, die vor dem Datum dieser Bekanntmachung aus westindischen oder ostamerikanischen Häfen abgesegelt sind, erhalten eine Frist, und zwar Segelschiffe 20 Tage, Dampfer 10 Tage. Aus allen anderen Häfen erhalten Segelschiffe eine «Frist von 40 Tagen, Dampfer eine solche von 20 Tagen. Schiffe unter anderer als venezolanischer Flagge, die an dem Tage dieser Bekanntmachung in den blockierten Häfen liegen, erhalten eine Frist von 15 Tagen. Schiffe, welche versuchen, die Blockade zu verletzen, werden den Maßnahmen unterliegen, die völkerrechtlich und nach den Verträgen mit den neutralen Mächten zulässig sind." In der amtlichen „London Gazette giebt am Samstag öaS englische Auswärttge Amt ebenfalls bekannt, daß, da Venezuela es unterlassen habe, den Forderungen der englischen Regierung nachzukommen, die Blockade der Häfen La Guayra, Carenero, Guanta, Cumana, Carupüno und der Orinoko-Mündungen durch die brttischen Seestteitkräfte erhärt wird und daß die Blockade vom 20. Dezember an effektiv aufrecht erhalten werden wird, wobei Schiffen, die vor dem Tage der Veröffentlichung dieser Mitteilung von den westindischen Häfen oder von der Ostküste Amerikas abgegangen sind, eine Gnadenfrist von 10 Tagen für Dampfer unb 20 Tagen für Segelschiffe, Schiffen aus allen anderen Häfen eine Frist von 20 Tagen für Dampfer, 40 Tagen für Segelschiffe und schließlich Schiffen, welche in den jetzt für blockiert erklärten Häfen liegen, eine Gnadenfrist von 15 Tagen gewährt wird. Inzwischen werden selbstverständlich die diplomattscken Verhandlungen über eine schiedsgerichtliche Bei-- legung des Konfliktes fortgesetzt, und wenn sich bisher keine der Mächte zu einem Desinittvum entschließen konnte, so liegt der begreifliche Grund darin, daß man bezüglich der Durchführung des Schiedsspruches seitens Venezuelas, das weder Geld noch eine stabile Regierung besitzt, auf gewisse Garantten Anspruch erhebt. Nach dieser Richtung bewegen sich die fortgesetzten Verhandlungen der verbündeten Mächte mit der amerikanischen Regierung, und es bleibt abzuwarten, ob die Letztere ihrem Bestteben zur schiedsrichterlichen Beilegung des Konfliktes durch Uebernahme einer wenn auch beschränkten Bürgschaft irgendwelchen realen Nachdruck zu verleihen bereit fein wird. Im Prinzip ist das Schiedsgericht bereits von beiden Großmächten angenommen, wie folgende offiziöse Mitteilung aus Berlin beweist: Aus Newyork und Washington werden wieder Meldungen verbrettet, wonach die Annahme des Schiedsgerichtsgedankens zur Erledigung des venezolanischen Streites durch die Haltung Deutschlands erschwert und verzögert werde. In Wirklichkeit ist bereits gestern dem Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin die Mitteilung gemacht worden, daß die deutsche Regierung ebenso wie die englische im Prinzip bereit sei, auf den Vorschlag wegen einer Einberufung einer Schiedsgerichtsinstanz zur Erledigung ihrer Forderungen gegen die venezolanische Regierung einzugehen und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika das Schiedsamt anzubieten. Ucfccr die Vorbehalte, die sowohl die deutsche wie die englische Regierung hierbei zu machen hat, ist vorher unter beiden eine Verständigung erfolgt, und so wird die deutsche Rote, deren Ueberreichung unmittelbar bevorsteht, in allen wesentlichen Punkten mit der englischen überein stimm en. Daß es den beiden Großmächten jetzt bitterer Ernst mit der Blockade ist und sie nicht länger gewillt find, sich von dem südamerikanischen Raubstaat auf der Na,e ki^umtanzen zu lassen, beweist folgende Meldung des Reuter sch en Bureau aus London: Tie Blockade der Vene- zolanischen Häfen werde nicht eher aufgehoben, bis sich eie Reaierunci von Venezuela geneigt geigt, nut Aufrichtigkeit die allein die Miichte befriedigen kann vorzugehen, und nicht eher, als RS die endgiltige Beilegung unter den dem Falle zukommenden Vorsichtsmaßregeln erreicht ist - Weiter schreibt die „Nordd. Allg. 3tg": Tre gleich, seittg in Berlin und London amtlich veröffentlichte WadeLrllärung steht mit d-r für en gegen, kommenden Haltung Deutschlands und Englands in, der Aa^ der lckiedsrickterttchen Lösung der venezolanischen Wirren nicht int Widersvrucb. ?^o?,gimmmna^^u hnrfi»r daß die grundsätzliche Zustimmung zu dem Gedanken des Schiedsgerichts die zwischen Deutschland unb England vereinbarten, dvlkerrcchtlich hergebrachten Zwangsmaßnahmen nicht aufhalten ®«nj,nlno an Von der deutschen und der englifchen Regierung ift an den V r"äsidenten Roosevelt das Ersuchen um lieber- nähme des Schiedsri^hteramtes gestellt worden Roosevelt trägt indessen kein Verlangen danach, als Schiedsrichter auszutreten. Man meint in Washington haß N tu dieser Eigenschaft zugleich Richter, Gerichtshof italienisch geschrieben ist." Die katholische Fakultät in Straßburg. Das mit der römischen Kurie getroffene Abkommen wegen Errichtung einer katholisch-theologischen Fakultät bei der Universität Straßburg ist gestern in Rom und in Straßburg veröffentlicht worden. Das Abkommen enthält fünf Artikel. Arttkel 1 beschränkt die künftige Aufgabe des Großen Seminars' in Sttaßbstrg, welchem bisher die gesamte Ausbildung der angehenden Kleriker obgelegen batte, auf die praktische Schulung zur Ausübung des geistlichen Berufes. Arttkel 2 zählt die einzelnen Fächer auf, die in der Fakultät vertreten sein sollen. Artikel 3 bestimmt in Betreff der Ernennung der Professoren,. daß dieselbe nach vorherigem Einvernehmen mit dem Bischof zu erfolgen habe, und daß die Professoren vor ihrem Amtsantritt das Glaubensbekenntnis nach den Formen und Regeln der Kirche in die Hände des Dekans der Fakultät abzulegen haben. Artikel 4 des Abkommens nimmt hinsichtlich des Berhälttttsses der Straßburger Fakultät und ihrer Mitglieder zu der katholischen Kirche und den kirchlichen Organen lediglich Bezug auf die entsprechenden! Bestimmungen der Breslauer und Bonner Fakultäts- statuten. Artikel 5 Betrifft den Fall, daß durch kirchliche Autorität der Beweis geliefert wird, daß ein Professor,, sei es wegen mangelnder Rechtgläubigkeit, sei es wegen gröblicher Verstöße im priesterlichen Wandel als unfähig angesehen werden muß, sein Lehramt forttusetzen. In solchen Fällen erübrigt nur, eine Ersatzprofeflur einzurichten. — Am Schlüsse der Bekanntmachung heißt es, bei diesem Abkommen seien weder Staat noch Kirche zu weitgehende Konzessionen gemacht, sie hätten sich vielmehr wechselseitig nur zugestanden, was dem Interesse der Sache zu dienen geeignet sei. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger v w Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen tzandelSvertragSverhandlungen. In der österreichischen Presse tritt mit größer Bestimmtheit die Angabe aus, daß die Verhandlungen über die Erneuerung Der Handelsverträge zwischen dem Deutschen Reich, Oesterreich-Ungarn, Italien und Rußland int März oder April nächsten Jahres in Berlin stattfinden würden. Gerade wegen der schernbaren Genauigkeit in der Bestimmung von Ort und Zeit kann diese Meldimg nur ein Fühler ein. Ten Sitz der nächsten Haudelsverttagsverhandlungen chion jetzt vorherzusagen, läuft auf ein Rätselraten hinaus Ls ist fraglich ob alle Verhandlungen an demselben Ort geführt werden und schließlich kann bas Wo hier doch nur als ein Umstand von minderer Bedeutung gelten.. Was aber die oben erwähnte Zeitangabe Betrifft, so bleibt es dunkel, weshalb man genaue int März oder im April mit den Verhandlungen Beginnen soll. Ist der Januar nicht auch dazu geeignet? Bisher sind selbst vorbereitende Schritte zu den neuen Unterhandlungen nicht geschehen. Es liegt aber kein Grund vor, nach dem Jahreswechsel noch lange damit zu warten. Jedenfalls steht nach Annahme desReichs- zolltarifs auf deutscher Seite der Eröffnung int er nationaler Besprechungen ein Hindernis nicht mehr entgegen und man wird im neuen Jahr auch ohne Kündigung der alten Verträge in die Verhandlungen eintreten können. Deutschlands Außenhandel von Januar bis November. Nach! dem soeben vom Kaiserlichen Statistischen Amte herausgegebenen Novemberheft der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel beträgt in den 11 Monaten Januar bis November 1902: L Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 Kgr.: 40 044 216 gegen 41060 764 und 42137 265 in den beiden Vorjahren, daher weniger 1016 548 und 2093 049. Edelmetall-Einftihrr: 1106 gegen 1161 Und 1114. Bei 23 von 43 Zolltarifnummem ergiebt sich eine Zunahme. Hierunter ragen hervor: Materialwaren (mehr 192 774), Getreide (mehr 122 722) und Vieh (mehr 41565). Namentlich gingen mehr Schweinefleisch, frische und gesalzene Heringe und aridere Seefische, Südfrüchte, Kakao, Dörrobst, Reis, Salz, Sioggen, Gerste, Kvpra, Zuckerrüben, .Stroh ein. Mit einer Abnahme der Einfuhr fallen auf: Holz (weniger 606 556), Erden, Erze (317 200), Kohlen (175 674), Eisen und Eisenwaren (125 428), Abfälle, Oel und Fette, Steine. Wohl den größten Ausfafl erfuhr die Maiseinfuhr mit einem Rückgang von 278054 Tonnen wegen der um 737 400 Donnen geringeren Einfuhr aus den Vereinigten Staaten von Amerika. 2. Tie Ausfuhr in Tonnen zu 1000 Kgr.: 31 892 382 gegen 29 459 008 und 30 043 340 in den beiden Vorfahren, daher mehr 2 433 374 und 1849 042. Edelmetall-Ausfuhr: 377 gegen 336 und 325. 34 Zolltarifnummern zeigen eine Ausfuhrsteigerung, die stärkste, mit einer Zunahme von 895 707 Tonnen, Eisen und Eisenwaren. Hiervon entfällt ein großer Teil auf die gesteigerte Ausfuhr von Roheisen und Schienen, von denen große Mengen nach Belgien, Holland, England und den Vereinigten Staaten von Amerika gingen. Letztere waren die bedeutendsten Schienenabnehmer (73 553 gegen 776 und 44 in den Vorfahren. Stark war auch die Zunahme Bei Kohlen (mehr 826 617), Erden, Erzen (mehr 337 344 — 134 811 Tonnen entfallen auf die vermehrte Cementcmsfuhr, an der namentlich die Vereinigten Staaten von Amerika mit einem Mehr von rund 132000 Tonnen beteiligt sind), Materialwaren (mehr 217 454, woran besonders Kartoffelmehl, Gries, Roggenmehl. Reis, Salz und wegen vermehrten Bedarfs in Großbritannien Roh- unb Weißzucker betttligt sind). Einen wesentlichen Ausfall zeigen nur Getreide und andere Landbauerzeugnisse (weniger 56174). Deutsches Reich. Berlin, 91. "Dez. Der Kaiser hörte' aeftern fm hiesigen Schlöffe den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts und fuhr dann nach dem Neuen Palais zurück. ’r— Die Ordensverleihungen an den Reichskanzler und die Staatssekretäre Graf Posadowskv, von Thielmaun und von Richthofen werden heut int „Reichs. anzeiger" amtlich bekannt gegeben. Danach erhielt Gra>s Mlow das Kreuz der Großkomthüre des Königlichen Hans- ordenS von Hohenzollem. — Der „Staatsanzeiger" meldet amtlich die Abberutz ung des bisherigen Gesandten am bayrischen Hofe, Grasen v. Monts, behufs anderweitiger dienstlicher Verwendung. — Ein parlamentarischer Berichterstatter will wissen, daß nicht der Kaiser persönlich, den preußischen Land- tag eröffnen wird, sondern Graf Bülow. — Tie durch die Weihn achtsf eiertage und das Neujahrsfest bedingte Pause in den Plenarsitzungen des Bundesrats wird diesmal, wie der „Lor.-Anz." hört, kürzer als sonst sein. Die nächste Plenarsitzung des Bundesrats wird bereits am 2. Januar stattfinden. Es hängt dies damit zusammen, daß sich die Beratungen des neuen Reichshaushaltsetats noch tm Rückstände befinden und dieser nach^ den Absichten der Verbündeten Regierungen dem Reichstage in der zweiten Januarwoche zugehen soll. er H6l«iprin, roBöttiqer toi!: billigen Hchi. !llere SNujttt ltNrla unter Bür H hle ich Ql9 prtüiw ftes Kaiserau-^ b°> io M.iixJ üeniahlentv 2 Der Wm sAliche titk flwig Steife hon 346. W'! Ui L | Gum»1 1 tisch' I decken' liolmath rlle und v- r *5 rw!' I Pi« Familie Humbert zeigte, gab der Heit, daß die Betreffenden die Fa.milre Humbert seien. Balo nach der Berhcrftmrg der Familie Humbert begab ttch der französische Bottchaster nach ihrer Wohnung, iw eie von Polizeibeamten bewacht wurden, und hatte eine Unterredung mit den Familienmitgliedern. Später stattete der Botschafter dem Präfekten einen Besuch ab und sprach Lhm seinen Glückwunsch wegen der Berhaftung auL. — Tie Verhafteten wurden ins GefängniA gÄracht, die Frauen getrennt ins Frauenaesängnis und dre Männer in Zellen deö Lauptgefüngnisses. Ein Berichterstatter durfte mit Er- naan wären der PoUM Dorr MrdrD Pehmen vervWMg Vvrgekonrmen, welche ein Haus in der Talle die Ferra- bewohnten. Gestern sah tin Polizetbeamter Romain Tau- rignac in das HauS eftltreten. Der Beamte verschaffte sich sofort die gerichtliche Ermächtigung zum Betreten des Dauses, dessen sämrliche Zugänge bewacht wurden. Er mutete an der Pforte- es antwortete aber niemand^ doch hörte er im Innern leise sprechen. Ter Beamte läuteLe hierauf zum zweiten male und forderte im Namen des Gesetzes auf, die TLüren Ku öffnen. Nach 20 Minuten wurde geöffnet. TLe Polizei drang in die Wohnung ein und verhaftete das Ehepaar Humbert, deren Tochter Eva, Romain aufsuchen. Er fand Romain Taurignac erregt über die spanische Polizei und die ihm und den anderen Verhafteten fluten gewordene Behandlung, die sie nicht erwarteten. Varis, 20. T^. Die Regierung erfuhr die Verhaftung her Familie Humbert durch eine Depesche, welche der ,.Ag. Kavas" aus Madrid zuging. Sobald der Ministerpräsident Kenntnis von dieser Depesche erhielt- benachrichtigte er den Minister des Mustern und ersuchte ihn, bei der französischen Botschaft in Madrid mizufragen, ob die Nachricht wahr sei. Ter Minister des Mustern, Txlcassö, telegraphierte sofort tn dem gewünschten Sinne und erhielt die telegraphische Antwort, daß die Verhaftung nach^ts erfolgte. — Ter Justizminister drückte in einer Unterredung seine Freude über die Berhaftung aus, fügte hinzu, die Auslieferungs- Formalitäten würden nicht viel ZÄt beanspruchen und ord- vete an, daß alle für die Auslieferung notigen Schriftstücke «och heute abend nach Madrid übermittelt würden. Tie ausgesetzte Belohnung von 25000 Frs. werde den spanischen Polizeibeamten ausgezahlt werden, welche sie wohl verdienten. Einige französilche Polizeibeamte würden sich sofort nach Maorid begeben, um über den Aufenthalt der Familie Humbert in Spanien Ermittelungen anzustellen und die Verhafteten in Empfang zu nehmen, sobald die Auslieferung bewilligt sei. Eine weitere Meldung aus Madrid besagt: Als die Polizei in die Wohnung der Humberts eindrang, bemächtigte ich der Frauen große Bestürzung, die Männer waren geätzter. Die Haussuchung dauerte mehrere Stunden. Jn- ,wischen sahen die Verhafteten um den Kamin, Frau Hnm- >ert bat, sie nicht von ihrer kranken Tochter zu trennen. Ls wurde den Damen gestattet, Toilette zu machen. Die hinzu, daß sie seit dem 9. Mai in Madrid seien und sich von Paris blieft dorthin begeben hatten. In der Wohnung der Verhafteten wurden SchmucksachM im Werte von etwa 10000 Franks. Awei Lose und 2276 Pesetas in Gold ao> strnden. An das Haus wurden Siegel angelegt und die Verhaftung, um sie sicher zu machen. Ter Präfekt ersuchte ben König um Belohnungen der' an der Verhaftung beteiligten PolizeLbeamten. Einem Berichterstatter gegenüber äußerte Romain Taurignac, sie seien bestohlen worden, man habe chnen gegenüber eine große Niederträchtigkeit begangen, und fügte hinzu : Wenn wir nach Frankreich kommen, werden wir offen sprech,en und unsere Unschuld beweisen. Tie Familienmitglieder Humbert legten sich, während des Aufenthaltes in Madrid falsche Namen bei. Frederic Humbert gab sich als Gatte der Tochter aus. Tie Angaben eines Postboten, welchem ein Polizist die Photographie der : und Emil und Marie Daurignac. Auf Befragen die Verhafteten, sie seien das Opfer einer großen wurde durch die Gendarmerie vereitelt. Die Polizei vermutet, daß die Familie Humbert, ehe sie das Haus dem Beamten öffnete, wichtige Papiere vernichtete. Tie Verhaftung der Humberts in Madrid erfolgte am .Samstag um ein Uhr morgens. Tie weiblichen Mitglieder der Familie hatten die testen Tage in einem Kloster tn Barcelona verbracht; durch eine Korrespondenz die sie mit den in Madrid wohnenden Taurignacs führten, wurde die Polizei auf die Spur der ganzen Familie gebracht Früh 8i/2 Uhr wurden sämtliche Mitglieder der Familie Humberv Taurignac nach der Präfektur gebracht In ihrem Besitz wurden 2760 Frs, in Noten der Bank von Spanien, 1350 Frs. in Noten der Bank von Frankreich und 410 Frs. in französischem Gold vorgefunden. Ter Präfekt begab sich zum Könige und teilte ihm die Verhaftung mit woraus der König ibn beglückwünschte mit dem Hinzufugen^ er sei erfreut, daß es der spanischen Polizei gelungen wäre, Frankreich einen Dienst zu erweisen. Der Aäfekt erklärte, die Anwesenheit der Familie Humbert tn Madrid sei ihm feit sechs Tagen bekannt gewesen, er wartete aber mit der Wohnung der Humberts, welche sie seit fünf Monaten inne haben, ist bescheiden eingerichtet. Sie kostete monatlich 120 Pesetas. Romain Daurignac erklärte, sie seien bisher niemals belästigt worden. Sie hätten gleich nadj ihrer Ankunft in Madrid eine Haus ein richtung nm 3000 Pesetas gekauft, sich stets mit einem Dienstmädchen begnügt und bescheiden gelebt Die Familie sehe dem Prozeß ruhig entgegen. Sie sei das Opfer einer großen Infamie besondeirs der französischen Presse. Nach einer Pariser Depesche erklärte Frau Humbert einem Berichterstatter gegenüber, sie werde sich an Eattani rächen, und stieß Schmähungen gegen den Justizniinister Balte aus. In der letzten Zeit fühlten sich die Humberts in Madrid so sicher, daß sie Ausfahrten unternahmen, sie machten sich aber dadurch verdächtig, daß sie mit großem Eifer französische Journale tauften, und daß sie spanische Nationaltracht anlegten. Man glaubt, daß sich eine Mitschuld der Eva Humbert nicht wird erweisen lassen. Tie französische nationalistische Presse ist über die Ver- häftung der Humberts äußerst verwirrt, nachdem sie die Regierung fortgesetzt beschuldigt hatte, die Verhaftung zu verhindern. Rochefort schreibt im,^Zntrausigeand': Er sehe in der Verhaftung die Hand Waldeck-Rousseaus, der die Humbert-Affaire beseitigt wissen wolle, ehe er wieder das Ruder der Regierung ergreife. Er sei überzeugt, daß man vor der Verhaftung mit der Familie Humbert verhandelt und ihnen bedingungsweise Verurteilung zugesagt habe. Tas nationalistische Gemeinderatsmitglied Galli versichert, die Regierunc; habe durch die Verhaftung die Aufmerksam- feit des Volkes von der Gallifet-Angelegenheit ablenken wollen. Bankier Cattani, auf dessen Betreiben hin das Verfahren gegen die Humberts begonnen wurde- äußerte einem IvnÄraWen gegenüber seine Frercke über Re erfolgte Verhaftung und fügte hintzu, er kenne jedoch hohe Persöunry- t eit en, denen die Verhaftung nicht so angenehm sei. — Tie Pariser Poltzei erklärt, sie habe auch, die Spur der Geliebten TaurignacS nicht verloren. Dieselbe habe sich bor wenigen Worein nach Buenos Ahres eingeschifft. Mit ihr seien aleichgeitig vier Sicherheitsagenten dahin avgereist. Wester wird fettend der Polizeibehörde versichert, daß sie die Gewißheit habe, daß sich die Familie Humbert nur in Spanien aufbaiten konnte, sodaß ihre Verhaftung auch ohne Mitwirkung der Madrider Polizei erfolgt wäre. Unter den beschlagnahmten Gegenständen befand sich ein kostbares mit Brillanten besetztes Halsband. Rouen, 2L Tez. Die Polizei verhaftete hier den ftüheren Intendanten der Familie Humbert, Parayre. Er wurde heute abend nach Paris geschafft Ter bisherige Botschafter in Madrid, Patenotre, wirv morgen vormittag hier Eintreffen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Dezember 1902. • * Die Briefabholung an der Stadtpost, welche auf Wunsch der Handelskammer an den Wochentagen abends um 11 Uhr zmn letzten Male erfolgt, geschieht auch an den Sonntagen zu der gleichen Zeit. * • Das Wasserwerk der Stadt Gießen bei Queckborn wird im nächsten Jahr vergrößert werden. Eine weitere Maschine mit 50 Pferdekrästen wird aufgestellt und die Baulichkeiten entsprechend vergrößert. Die vorhandene Darnpfkeffelanlage ist für die Vergrößerung ausreichend. Die Quellfassungen müssen ebenfalls erweitert werden; ob dies durch Anlage eines zweiten Brunnens oder in anderer Weise geschieht, ist noch nicht bestimmt. Der Mehrbedarf an Master ist durch die im Bau begriffene Kanalisation der Stadt Gießen, den Neubau der Kliniken, der Veterinäranstalt usw. bedingt. — Kunstverein. Bei der am SamStag in Darmstadt stattgefundenen Verlosung von Oelgemälben, Aquarellen und Prachtwerken, sind nachstehende 11 Gewinne an hiesige Mitglieder gefallen. Oelgemälde: »Bergpredigt" von A. Noack, an Herrn Professor Müller. »Winterlanb- schast" von F. Wucherer, an Herrn Güterexpeditions-Vor- steher Menzel. Farbige Zeichnung: »Wimpfen", an Herrn Stadtverordneten Leib. Radierung: »Kuhhandel", an Herrn Photograph Zimmer. Bader Mappe 12 Steinzeichn^ an die Herren Prof. Dr. Groos und Amtsrichter Wiener. Prachtwerk Düsseldorfer Kunst, an Herrn Brauereibesitzer Bichl er. Mappe des Radiervereins in München, an Herrn RegierungS- rat Dr. Heinrichs. Mappe des RadiervereinS in Berlin, an Herrn Fabrikant A. Bock. Gewinn des KunstveremS in München, an Herrn Profestor Dr. Holtzmann. Vautter»Arn Brunnen" Photogravüre, an Herrn Kaufmann C.W.Nowack. Gleichzeitia können wir auch den Mitgliedern des Kunst- vereinS mitteiken, daß das »Vereinsblatt" in Bälde gurVerteilung gelangen soll und daß dafür eine Radierung von Prof. Halm, München, ein Dtetiv auS der Umgebung von Darmstadt, gewählt ist. * * AuS dem Theatrrbureau. Dienstag den 28. Dezember gelangt als volkstümliche Vorstellung das vier- attige Schauspiel „Preziosa" von PiuS Alexander Wolf unter Mitwirkung der hiesigen Regimentskapelle zum letzten Male zur Aufführung. Freitag den 26. Dezember, nachmittags 4 Uhr wird »Alt-Heidelberg" gegeben und zwar zu kleinen Preisen, abends 8 Uhr wird zum ersten Male baß breiaktige Lustspiel »Im bunten Rock" von Franz von Schönthan unb Freiherrn von Schlicht in Szene gehen. • * Kanarien-AuSstellung. Der in Gießen be- stehenbe Verein »Kanarta" wirb, wie man uns mitteilt, bie im vergangenen Jahre mit so großem Jntereste aufgenommene Ausstellung ebler Kanariensänger Enbe Januar k. IS. im Saale beß »Einhorn"-Hotels wiederholen. Hb. Daß kaufmännische LehrlingSheim hielt gestern abenb in ber Turnhalle eine Weihnachtsfeier ab, bie von Mitgliebern bes Kaufmännischen Vereins unb vielen Gästen gut besucht war. Durch baß Weihnachtßlieb »Sülle Nacht" würbe bie Feier eröffnet. Hierauf sprach Herr G1 e n k einen Prolog, bem ein von Mitgliebern beß Vereins, ben Herren Luh unb SenSfelber, sehr hübsch vorgettagenes Viosin-Duett folgte. Aisbann bestieg ber Leiter ber kaufmännischen Fachschule, Herr Hauptlehrer Knauß, bie Bühne, erörterte, einen kurzen Rückblick auf bie Entstehung bes Lehr- lingsheimS werfenb, in treffenber Rebe ben Zweck unb bie Bebeutung bes Lehrlingsheims, unb richtete bann bie Bitte an bie Eltern unb Prinzipale, ihre Söhne, bezw. Lehrlinge ins LehrlingSheim zu senben unb ste baburch vor ben Verlockungen bes Lebens nach Möglichkeit zu schützen. In ernsten Motten mahnte er ferner bie Schüler zu Fleiß unb AuSbauer, bamtt sie zu recht brauchbaren (Slicbern bes Kauf- mannstanbes heranwüchsen. Hierauf folgte ein musikalischer Vortrag, ein Duett unb baß Theaterstück »Ein Ctünbchen im Kontor", welch letzteres inSbesonbere allgemeinen Beifall fanb. Der übrige Teil bes Programms beftanb aus einem Zither- Duett, sowie mehreren humoristischen Darstellungen, benen oft stürmischer Applaus folgte. • * Christbescheerung ber Kleinkinberbewahr- ansta It. Gestern Nachmittag fanb in ber Johanneskirche bie Feier ber Christbescheerung ber von Pfarrer Dr. Naumann geleiteten Kleinkinber-Bewahrcmstalt statt. Die Kirche, in ber wir unter anberen auch ben Herrn Oberbürgermeister erblickten, war von Eltern unb Kinbern in froher Wcihnachts- sümmung bicht besetzt. Vor bem Slltare strahlten in schim- membem Kerzenlicht zwei große, reich geschmückte Christbäume. Um 8l/j Uhr begann bie Feler mit bem gruppenweise georb-- neten, von ben Schwestern gefühtten Einzuge ber ber Klein- kinberschule angehörcnben Knäblein unb Mögblein, bie sich unter Singen beß Weihnachtsliebes »Ihr Kinberlein kornmef vor ben Christbäumen aufstellten. Dott beklamietten bie Kleinen, teils einzeln, sich gegensettig ablöfenb, teils im Thor bie frohe WeihnachtSbotschast unb fangen in kinblicher Begeisterung eine Anzahl unserer bekannten Weihnachtsliebcr. Schon biese Leistungen ber Kinber zeigten, mit weich' liebevoller Sorgfalt sie in ber Anstalt erzogen unb zur eigentlichen Schule vorbereitet unb herangebilbet werben. Nach bem Gebet sprach ber Vorstanb ber Kleinkinberbewahranstalt Pfarrer Dr. Naumann, im Anschluß an bie schönen Verse 1. Ep. Joh. K. 4, V. 10 unb 11: »Darinnen stehet bie Liebe: nicht, baß wir Gott geüebet haben, sonbern baß er uns unb gesandt seinen Sohn zur Verföfyncto für unsere Sünben. Ihr Lieben, hat uns Gott also gelieb? so sollen wir unß auch untereinanber sieben". Dr. Naumann gebuchte unter anberenber Anstaltsschwestern, bie nun wiebe, ein Jahr in voller Hingebung sich ihrer oft sehr schwer« Aufgabe geroibmet hätten, von benen eine sogar vor Kurzem ihr 25jähr. Dienstjubiläum habe feiern bürfen; er gebockte ber Frauen im Vorstanb, bie zur heutigen Bescheerung un- ermüblich Gaben sammelten, ber Loge als Grünberin der Anstalt, ber Spar- unb Leihkaffe Gießen, frommer Stiftungen unb ber Presse, bie berufen ist, ben Gebanken hinauSzutragen in bie weiteren Schichten bes Volkes. Mit bem gemeinsam gesungenen Weihnachtssiebe »O bu fröhliche, 0 bu felige" schloß bie für Jung unb Alt erhebenbe Feier in ber Kirche. In ber Kleinkinberschule selbst fanb bann bie Verteilung der Christgaben unter bie beglückten Kleinen statt, bie nach dieser schönen Feier um so mehr ihre Anhänglichkeit an 'bie Anstalt wahren werben. • * Der letzte S0nntag vor Weihnachten, btt sog. golbene Sonntag, brachte basselbe trübe und feuchte Wetter, wie bie voraufgegangenen Wochentage. Es büche wohl manchen, ber noch Weihnachtseinkäufe zu besorgen hatte, abgehalten haben, ber Stabt einen Besuch abzustatten. $Q- burch würben bie einen befferen Erlös trhoffenben Geschäfte etwas enttäuscht. Nur wer seine Einkäufe nicht mehr aus- schieben konnte, weil ihn an Wochentagen bie Zeit mangelte, wanderte gestern in die Stabt, kehrte berfeiben aber nach Erlebigung seiner Geschäfte balb ben Rücken. Der Veckauf war sonach im Durchschnitt ein mittelmäßiger, auf einen Ausgleich zum befferen wirb man sich im allgemeinen in biesen £agen vertrösten müßen. — Die weihnachtlichen Vereinsfest- licht eit en nahmen am Sonntag ihren Fortgang. Die Weihnachtsfeier bes kaufmännischen Lehrlingsheims fanb in ber Turnhalle statt unb verlief unter zahlreicher Beteiligung ber Mitglieber beß kaufmännischen Vereins, der Angehörigen unb ber Prinzipale ber Zöglinge aufs Schönste. — Der Verein »Geselligkeit" feierte sein Weihnachtsfest un »Rolanbseck". DaS reichhaltige Programm würbe mit Geschick unb sonach zur Befriebigung aller Teilnehmer durch, geführt. — Die Gießener Buchdruck er (Deuffcher Buchdruckerverband) hielten ihr Weihnachtsfest im Verein mit Kollegen der bem Bezirk angehörigen Nachbarstäbte im Lenzschen Felsenkeller. Bescherung für Groß unb Klein, Theater, Bor- träge 2c. füllten bie rasch bahin eilenben Stunben aufs an« genehmste aus. — Diejenigen, bie nicht burch heitere ober ernste Vereinsarbeit in Anspruch genommen waren, halfen sich mit sonstiger Kurzweil über ben finster barem schauenbm Sonn- tag hinweg. — Eine ftbele Gesellschaft verschaffte sich das zu einer Bierrunbe nötige Klemgelb baburch, baß sie Hüte und Mützen ihrer Mitglieber »oerfünbigte", wie ber terminus technicue sonst in ber Wanberburschensprache heißt. Am Samßtagabenb stieg noch bie Fibulität so hoch, baß ein vom schnöben Mamon völlig Entblößter seine Unaussprechlichen für 1 Mark auf bem »Tisch bes HauseS", baS bieSmal ein Wirtshaus war, nieberlegte. Diese Vorlage würbe einstimmig en bloo angenommen. — Anscheinenb bauernd ober vorübergehenb inS Philifterium berufene Musensöhne waren eS, bie gestern nachmittag im Gänsemarsch, mit Cylindem bebeckt unb mit Kinbersübeln bewaffnet, burch bie Stabt zogen unb zur Belustigung beS Publikums beitrugen» Wo, wie unb warm bie Schlacht, zu ber ste offensichtlich auSzogen, enbigte, weiß unser Berichterstatter leiber nicht zu melden. — Unter allgemeiner Teilnahme, rote seit Jahren, ging die Christbescherung ber Klein-Kinberschule vor sich, zunächst bie kirchliche Feier in ber Johanneskirche unb bann die Bescherung an 210 Kinber tn ber Anstalt selbst. Dank der Opferroilligkeit ber Einroohner unb bem Eifer ber Sammler unb Sammlerinnen konnte ben von ber Jugenbsonne sonst spärlich ober gar nicht beschienenen Klemen eine freudige Stunde bereitet roerben. — Schmerzlich vermißt wurde diesmal bie Feier, bie burch ein halbes Jahrhunbert der zu Anfang dieses Jahres verstorbene Lehrer Curschmano den Schulkindern beretiete. Zwar roerben biese nicht leer auß- gehen, ba eine ben Namen beß eblen MenschenfteunbeS tragenbe, burch befonbere Zuroenbungen unb Vermächtnisse verstärtte Stiftung vorhanben ist, unb für bie Kinber Kleiber unb Schuhe beschafft werben, aber berjenige, ber bie Gaben in so herz- gewinnenber Weise zu sammeln unb zu verteilen verstand, ist nicht mehr. Das Andenken an Curschmann aber wirb fort- bauern, unb zwar nicht nur bei benen, bie in ihrer Jugend seiner Wohlthätigkeit teilhast würben. 88 Michelbach bei Schotten, 20. Dez. Die Erbauung einer Quellwasserleitung ist beschlossene Sache. Mä Beginn bes Frühjahrs soll ber erste Spatenstich bazu gethan werben. Da bie hiesige Gemeinbe am »Gaikerstein" Gelände mit ergiebigen Quellen besitzt, so wirb ber Kostenaufwand verhältnismäßig gering fein. Niederbiel, 20. Dez. Vor einigen Tagen starb hier» selbst ein 15 jähriger Praparand, der die Präparandenschule in Wetzlar besuchte, an Blutvergiftung. Derselbe hatte sich beim Schlittschuhlaufen eine kleine Verletzung am rluße zvgezogen, woraus sich durch das Tragen rotgefärbter Strümpfe, unb weil bie Wunbe anfangs nicht beobachtet würbe, trotz hernach zugezogener ärztlicher Hilfe bie tätlich verlaufene Enizünbung entwickelte. x Krof bvrf, 19. Dez. Tie Einwo hnerzahl bet hiesigen vereinigten Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach betrug nach ber biesjährigen Personenstanbs-Anfnahme 9308. Mithin hat bie Bürgermeisterei innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von 176 Personen zu verzeichnen. Bei ber Viehzählung am 1. Dezember ergab bie Zusammenstellung 237 Pferbe, 5053 Stück Rmbvich, 1267 Schafe unb 3689 Schweine. a. Bieber b.Robheim, 20. Dez. Der in biesen Tagen von hier gemelbcte Unglücksfall, von bem ein fünfjähngeS Mäbchen betroffen wurde, hat den Tob bes KinbeS zur Folge gehabt. Drr Vater, ber in ber Ferne wellte und aus telegraphischem Wege herbeigerufen würbe, fanb sein Kind nicht mehr lebend vor. . s. Wetzlar, 19. Dezbr. Die vom hiesigen Stadt« verordncten-Kollegium gebildete Marktkommission hat am 5. Dezember getagt und beschlossen, für das Jahr 19 folgende Markttermine in Vorschlag zu bringen: A. Kram- unb Viehmärkte: 24. Februar, 23. Marz, 4. Mai, 22. Ium, 27. Juli, 24. August, 21. September, 19. Oktober, 7. und land bestehen. Märkte. . 101.25 . 103.45 . 49.60 . 31.40 . 00 00 . 121.40 . 44.70 8°/q Mexikaner . . 4,/t*’/o Chinesen . . Electric. Schuckort . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit, DarmstSdtor Bank . Dresdener Bank . , Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . * « Gotthard bahn . . . Lanrabütte .... Bochum . . , . . Harpener .... Tendenz: ruhig. 40/ Italien. Rente . . . 4*4% Portugiesen . . < RO/ Portugiesen. . « . < 1% C. Türken . . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41/,% äussere Argentiner KriefKasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bletbeu nnberücksichtigt.) Schl. DaS Gedicht liegt zum Abholen in unserer Expedition für Sie bereit. Zum Abdruck war e? leider nicht verwendbar. Skutari das Militär Löscharbeiten vornahm, krachte plötzlich eine Salve aus Martini-Gewehren und eine Anzahl Soldaten wurden aus dem Hinterhalt erschossen. DaS Attentat wird als ein Racheakt klerikaler Albanesen, denen Schaktr Pascha die Wallfahrt nach Rom verboten hatte, angesehen. Preßburg, 22. Dez. Gestern fand in dem erzherzoglich Friedrich'schen Palais die Verlobung der Tochter des Erzherzogs Friedrich, Erzherzogin Maria Anna, mit dem Prinzen EliaS von Parma statt. Petersburg, 21. Dez. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge dauert das Erdbeben im Kreise Andichan, namentlich bei dem Dorfe Aflaki fort. 197 Verschüttete ind bisher aufgefunden. Die Ausgrabungen ,werden fortgesetzt. Caracas, 22. Dezbr. Die Ankündigung der Blokade hat eine Krisis herbeigeführt. Der Wechsel-Diskont ist um 5 Prozent gestiegen. — In La Guayra wurden zwei kleinere ftanzösische Schiffe, welche die venezolanische Flagge führten, von dem englischen Kriegsschiff .Tribüne" beschlagnahmt. Eine Deputation begab sich an Bord deS Kriegsschiffes, um die Freilaffung zu beantragen mit dem Hinweis darauf, daß die Beschlagnahme erfolgt sei, ehe die Blokade in La Guayra verkündet wurde. Die Engländer lehnten aber diese Forderung ab. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. M., 22. Dezember 1902. . 102.25 . 91.40 . 102.10 . 91.40 . 100.70 . 99.80 . 103.00 . 84.40 . 90.70 . 76.00 . 95.00 . 211.90 . 188.90 . 134.45 . 143.20 . 156.80 . 145.78 . 16.90 . 179.00 . 205.00 . 171.50 . 165.75 Beim Einkauf von KnCtorioh-Thee und -Bonbons acht© man auf den Bussen. Siehe heutige Annonce. 7815 S % Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente 4‘/,% Oesterr. Silberrente 101.60 4% Ungar. Goldrente, Neueste Meldungen. Originaldrahtrneldnngen deS Gießener Anzeiger. Hannover, 22. Dez. Gestern abend brach in dem Warenhause von JoSke Groß feuer aus, welches das dreistöckige Gebäude vollständig einäscherte. Paris, 22. Dez. Zur Verhaftung der Familie Humbert verlautet noch: Im Moment der Wegführung auS dem Hause der Ferrazstraße umarmte die Frau Humbert die Portiersftau und versuchte, ihr einen Rententitel über 240 000 Peseta zuzustecken. Die Portiersfrau war aber ehrlich genug, daS Wertpapier an die ftanzösische Botschaft in Madrid abzuliefern. Der verhaftete Vertrauensmann der Frau Humbert, Parayre, war früher Schullehrer, bevor er die Leitung des Humbert'schen Hauswesens übernahm. Der Untersuchungsrichter nahm bei ihm eine, eingehende Haussuchung vor und soll eine Anzahl wichtiger Dokumente beschlagnahmt haben. Parayre und seine Frau waren Landsleute der Frau Humbert und lebten in deren Hause. Sie bekleideten die intimsten Vertrauensposten. Trotzdem behaupten sie, nichts von den Machenschaften der Familie gewußt zu haben. Rom, 22. Dez. Ein römisches Blatt berichtet von einem Racheakte albanesischer Christen gegen die türkischen Behörden. Als bei einem Brande in der Artillerie-Kaserne zu fa. Frankfurt a. M.. 22. Dez. (Telegr. Orig.-B^icht be8 .Gieß. An»/). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- prelle. Zum Verkaufe standen: 431 Ochsen, 136 mrs Oesterreich, 86 Bullen, 0 auS Oesterreich, 916 Kühe^ Fersen, Stiere und Mtnbet, 0 auS Oesterreich, 513 Kälber, 291 Schass und Hämmel, 1219 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt wurde für 100 hfund^SZlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 69-72 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk^ 8. Qual. 59—62 2$.; Bullen 1. Quast 62 bis 64 Mk. 2. Qual. 58—59 Mk.; Kühe 1. Qual. 61—62 Mk., 2. Qual. 56—57 'ML, 8. Qual. 45—47 Mk, 4. Qual. 89—41 Mk., 5. Qual. 00-00 Mk. Kälber-: L Qualität78-80Psg.,Lebendgewicht 47-48 Pf., 2. Quast 70—78 Psg^ Lebendgewicht 41—43 Psg., Schlachtgewicht 58—61 Psg., Schale: 1. Quast Schlachtgewicht 62—64 Psg., 2 Quast 58—60 Psg., 3. Quast 00—00 Psg.; Schweine 1. Quast 65 Psg., Lebendgewicht 61,5 Psg., 2. Quast 68- 64 Psg., Lebendgewicht 51—Ito Pfg^ 8. Qual. 00—00 Pfa., Lebendgewicht 00—00 Psg. — Geschäft: bei Hornvieh schleppend, bei Kleinvieh groß. Alles verkauft. Ueberstand unbedeutend. ftx. Frankfurt a. M., 22. Dez. (Orig.-Telegr. deS „Gießen. Mm.*) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mst 15.50,-15.75 Kurhessischer Mk. 16.75—00.00, La Plata M. 17.00—17.25, Kansas Mk. 17.00—17.25, Roggen (hiesiger) Mark 14^0—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—16.50, Franken- «elder Mk. 00,00-00,00, HaferMst 14.75-15.00,Mais Mk. 14.50-00.00, Weizenmehl 0 Mst 25.50—25.75, 2. Qualität Mk. 23.50 biS Mst 28.75, 8. Qualität Mst 21.60—21.75, Roggenmehl 0 Mk. 28.00—28.75, 1. Qualität Mk. 21.75—22.25, Weizenkleie Mst 8.50 bis Mst 8.75, Roggenkleie Mst 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 372% Reichsanleihe 3"/ö do. 87,o/o Konsols « 3°/n do. . . 81 /«% Hessen biS Mk. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried Tö. 00.00—00.00. Aves per 100 Kg. ab hier. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der JohanueSkirche. Dienstag, den 23. Dezember, nachmittags 8% Uhr: Weihnachtsfeier der Kinder auS der Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch, den 24. Dezember, nachmittags 8 Uhr: Weihnachtsfeier der Kinder auS der LukaSgemeinde. Pfarrer Euler. Die Angehörigen der Kinder, sowie die Gemeinde-Angehörigen werden zu diesen Feiern freundlichst eingeladen. Bl. Dezember; B. Viehmärkte allem: 9. März, 87. April, 9. November. Auch ist dem Komitee zur Aufgabe gemacht, Schritte zu thun, damit sich die hiesigen Märkte für die Folge eines regeren Besuches erfreuen und dieserhalb auswärtige Märkte zu besuchen. Frankfurt a. M., 22. Dez. Heute vormittag wurde am Strahlenberger See ein verheirateter Streckenarbeiter namens Lehmann aus Neu-Isenburg von dem von Elm kommenden Bebraer Zuge totgefahren. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Limburg, 21. Dez. Die Kalk werke an der Lahn haben vom 1. Januar 1903 beginnend, vorerst auf mn Jahre, sich zu einem VerkausS-Verein für Grau- und Weißkalk mit dem Sitze K Diez a. Lahn verbunden. - Wie wir hören, sind die Firmen in Gießen dem Syndikat nicht beigetreten, wahrend Butzbach dazu gehörst Wie man erfährt, soll auch im benachbarten West- ialen unter den Kalkwerken daS Bestreben sein, einen Zusammen- chlub herbeizuiühren. Thatsache ist, daß die Bestrebungen in der lalkindustrie, sich z« veremigen, in letzter Zett in ganz Deutsch- Bekanntmachung. In daS Handelsregister Abst 1 wurde heute eingetragen, daß die Fttma .Konrad Dietz" zu Gießen erloschen isst Gießen, am 19. Dezember 1902. 8840 ______________Großherzogliches Amtsgericht.______________ Olts-KmkMch Gießen. Durch Beschluß der General-Versammlung vom 12. November 1902 und mit Genehmigung Großh. KreiSamtS Gießen vom 15. Dezember 1902 erhält das seither bestandene Kaffen- statut folgende Aenderungen: L 95ei 8 2 wird Absatz 1 gestrichen. IT, Der § 5 hat nunmehr folgende Faffung: 1. Berechtigt, der Kaffe als Mitglieder beizutreten sind a) die in Betrieben der in § 1 bezeichneten, ohne Ge- halt oder Lohn beschäftigten Personen; b) die in Kommunalbetrieben und im Kommunaldienft beschäftigten Personen, auf welche die Anwendung deS tz 1 des Gesetzes nicht durch anderweite reichS- gesetzliche Vorschrift erstreckt ist; c) diejenigen Angehörigen von Gewerbetreibenden der in § 1 bezeichneten Art, welche in den Betrieben der Letzteren zwar beschäftigt werden, aber nicht auf Grund eines Arbeitsvertrages; d) diejenigen Personen, welche von der Verpflichtung, der Kaffe anzugehören, wegen ihrer Beteiligung an einer dem 8 genügenden Hilfskaffe befreit sind; e) Dienstboten; t) selbstständige Gewerbetreibende der m 8 1 bezelch- neten Art, welche nicht regelmäßig einen Lohnarbeiter beschäftigen; ff) Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken. 2. DaS Recht zum Beitritt fällt für die unter Ziffer a—e aufgeführten Personen fort, sofern ihr jährliches Gesamteinkommen 2000 Mk. übersteigst Die Aufnahme der unter a—g aufgeführten Beitrittsberechtigten erfolgt nur dann, wenn sie sich durch ein Attest eines Kaffenarztes über ihre Gesundheit ausweisen. HL Bei § 15 erhält der letzte Absatz folgende Faffung: Die im Krankenhause Untergebrachten erhalten, wenn sie Angehörige haben, deren Unterhalt sie bisher aus ihrem Arbeitsverdienst bestritten haben, die Hälfte des jeweiligen Krankengeldes, anderenfalls i'e des in § 13 als durchschnittlichen Tagelohn festgesetzten Bettages. IV. § 22 erhält folgende Fassung: Für die in ihrem Haushalt lebenden, dem Ver- sicherungszwange nicht selbst unterliegenden Familien- angehörigen (Ehefrauen und Kinder unter 14 Jahren) wird den Kaffenmitgliedern gewährt: 1 im Falle der Erkrankung, sofern nicht Kur und Ver- ’ pflegung in einem Krankenhause erforderlich ist, freie ärztliche Behandlung durch die Kaffenärzte für die Dauer der Krankheit, höchstens jedoch für 13 Wochen, im Laufe eines Zeitraumes von 12 Monaten. Spezial- ärztliche Behandlung ist ausgeschlossen.') Außerhalb des Kaffenbezirks wohnende Mitglieder erhalten, falls die Behandlung der bett. Angehörigen nicht durch einen Kassenarzt erfolgen kann, auf die Aerzterechnung folgende Sätze vergütet: a) für eine Konsultation in der Sprechstunde des Arztes ober für einen Besuch am Wohnort des Arztes 60 Pfg. b) für einen Besuch außerhalb des Wohnortes 1 Mk. 2. Im Todesfälle der Eheftau ein Sterbegeld tn Höhe •) Geburtsärztliche Hille gemäß den Art. 136 a und b, 137 138 141 und 142 der ärztlichen Gebührenordnung wird von der Kasse lst Vertragsabschluß mit den Herren Kassenärzten honorierst ber Hälfte, eines Kinbes im Sitter von 6—14 Jahren in Höhe von einem Viertel, unb allen unter 6 Jahren in Höhe von einem Fünftel bes dem Mitgliebe nach 8 21 beS Statuts zustehenden Sterbegeldes. Das Sterbegeld für die Eheftau und Kinder wird, wenn solche nicht selbst Mitglieder der Kaffe sind, nur dann gewährt, wenn daS Mitglied vom Todestage rückwärts gerechnet, in den letzten 6 Monaten mindestens 13 Wochen der Kaffe angehört hast V. 8 31 erhält der letzte Absatz folgende Faffung: Für Mitglieder, welche innerhalb der drei ersten Wochentage (Montag, Dienstag, Mittwoch) in die Kaffe eintteten oder innerhalb der drei letzten Wochentage (Donnerstag, Freitag, Samstag) auS derselben aus- scheiden, ist der volle Wochenbeittag zu zahlen. Für Mitglieder, welche innerhalb der drei ersten Wochentage auS der Kaffe ausscheiden oder innerhalb ber brei letzten Wochentage in bieselbe eintreten, ist ein Beitrag für bie bett. Woche nicht zu enttichten. Für Mttglieber, welche in ben brei letzten Wochentagen eintreten, aber in ber bem Eintritt folgenben Woche in ben brei ersten Wochentagen roieber austreten, wirb ein voller Wochenbeittag in Ansatz gebrachst 8836 Der Vorstands Gg. Dahmer, I. Vorsitzenber. Kleinkinder-Bewahranstalt. Nachdem am gestrigen Sonntag die Christbeschernng für die Kinder unserer Anstatt durch Gottesdienst in der Johanneskirche und durch Gabenausteilung in der Kleinkinderschule stattgefunden hat, ist eS uns Herzenssache, unseren innigsten Dank allen auszusprechen, die unS zur Ausführung der Christbescherung für die 207 Kinder der Anstalt freundlichst unterstützt haben. Hauptsächlich danken wtt den vielen Wohlthätern, die durch chre reichen Gaben an Geld, BekleidungSgegenständen, Kleiderstoffen, Konfekt u. s. w., sowie durch Handarbeit es uns ermöglicht haben, unseren Anstaltskindern und auch deren Angehörigen eine große Freude zu bereiten. Wtt teilen nachfolgend besonders mit, welche Geldbeträge für unsere Christbescherung gespendet wurden: Durch Frau Rechtsanwatt Grünewald 141 Mk., Frau Johanna Haas 25 Mk., Frau Rechnungsrat Kalbfleisch 109 Mk.,^au Professor Leist 68 Mk., Frau Oberbürgermeister Mecum 64 Mk., Frau Pfarrer Naumann 168 Mk., Frau Luise Ottens 46,50 Mk., Frau Fabrikant Lina Schmal! 16 Mk., Fräulein Luise Wortmann 71,50 Mk., durch die Schwestern der Anstalt 138,50 Mk., vom Stammtisch im Hotel Prinz Carl 40 Mk. Außerdem wurden durch die Lehrerinnen Fräulein Anna Singer und Elisabeth Weiß 122,51 Mk. gespendet, die ihnen von ihren Schülerinnen in der höheren und erweiterten Mädchenschule übergeben worden waren; den genannten Lehrerinnen, sowie den Mädchen, die so treu und eifrig die Gaben zusammengetragen haben, xmb auch deren Ettern sei ein besonders herzlicher Dank ausgesprochen. Ä t Möge die unserer Anstatt und deren Kmdern wiederum reichlich bewiesene Liebe und Opferwilligkeit auch fernerhin, Gebern und Empfängern zu Freude und Segen, uns erhalten bleiben. Gießen, den 22. Dezember 1902. Der Borstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. 8846 Dr. Naumann. Pfarrer Dr. Friedrich Grein t Nachruf mit Bild des Verewigten. 3»reis IO Pfennige. BrtihPsche Druckerei, Schulstraße 7. Auch bie ZeitungSträger beS Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen entgegen. 8790 Herkules-Schirme (Garantie) 8844 welche in de« letzte« rage« alle wurden, komme« heute wieder tn größeren Quantitäten ans der Arbeit. Schirmfabrtt M. Levi. fcttstermätttd empfiehlt 8257 in neuer großer Auswahl Ernst Bloedner ___________________Seltersweg.__________________ Regenschirme in großer Auswahl kauft man am billigsten bei J. Zufall, KreuzM 4. 7978 AettesteS Geschäft hier am Platze. Eigene Fabrikation. Reparatur u. Neberziehen sosoch Zurück gesetzte Jinoleum-Vorlagen werden, um damit zu räumen, zu sehr billigem Preise ausverkauft 8778 Ernst Bloedner, Seltersweg. Simons-Brot Lederwaaren große Partie billigst 8501 Brieftaschen Gigarrenetuis Portemonnaies. Heinrich Holl 7 Mäusburg 7. 7 Mäusburg 7. „„ ---------- -------------------....... IW Aoggen-, Weizen- unb Hervürz-Wrot leicht verdaulich, gut bekömmlich unb sehr nahrhaft, wöchentlich dreimal frisch bei 7376 Mar« 21. a, & 8. Wallenfels. Telephon 46. Vorzüglich bewahrt bei 'S H US TEN. HEISER KE! 1 ö VERSCHLEIM UNO. Erhältlich in den meisten ' APOTHEKE/!u. DROGERIEN Packer 25.30.50 u.1004. t 5' WA Giessen, Hauptdepot: Victoria-Drogerie. Ad Bieler, Marktstrasse 5. AHmenen und Toilettmittel «ich°s Lager bei Q^Q SclMaf, SMsM 39. Puppen, Spielwaren s°m- Schuhwaren Werden von heute ab zu jedem annehmbaren Preise abgegeben. 8661 & h G M »Th. Brück zu vermieten. 8848 Röbgen, den 82. Dezember 1902. 8847 t-i. ev. pcrfi Off. mit GehaltSang. Marburg, VLN. 77, hanptpostl. 8M Sich, Gießen, Lmibach, Straßburg, den 20, Dezember 1903. 8849 ff zu vermieten. ff 8589 ff erlernen. » 8824 Srreifttinntn älSbSl!"’ 8798 Dammstratze 35. 12 leere ese^sur.'ror-.SoLÄ MWWts - ?u verkaufen MlWWfWe Kßflfl Mf aus erste flute £w- dl/UU Ml. thet von pünktlichem ZinSzahler gesucht. Offert, unter Nr. 05592 an die Cxped. d. Bl. an. zur Verfüg, tellnug. genaue Wer schnell u. billig Stellung ind.wichverlangeperPostkarte die „ Deutsche BaKarnenpoN "Eßlingen. Kutsche n. Wsche AnthrGtkutzleu WSIserSh. Klötze Rhciuische Briketts (Marke DonatuS) Wohnung mit 3 oder 4 Zimmern, möglichst parterre, zu mieten gesucht. Offerten mit Preisangabe unter Nr. 05580 an die Erped. dss. Bl. Magdal. Räuber, Neuenweg 36. 6iyL KmtüOIfcjhnk 05569 Ludwigsttatze 24, II. geb. Balser sowie für die erhebenden und trostreichen Worte des Herrn StistSpfarrer Weber am Grabe der Verstorbenen, ferner für die zahlreiche Beteiligung bei dem Leichenbegängnis und die reichen und schönen Blumenspenden sagen hiermit tiefgefühltesten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Im Namen derselben: Gerhard, Lehrer. Ein mchsaincr SHuntz zu kaufen gesucht. 8795 Näheres Sonnenstr. 6, part. Mädchen können das Weißzeug-Nähen (Hand- und Maschinen-Nähen), oroie Zuschneidcn gründlich $rimo K-Idßch'ch 4 Pfd. 66 Pfg., empfiehlt [05590 Conrad Malkomesius, Diäusburg 19. Im Stricken u.Anftricken von StrüM« empfehle ich mtcb anueleflvn iltM StrickgarneftkkcTilllllEtil habe td) stets vorräug w Preise btatgsi. Ernestine Höptnei Grüubergerstrade 17. Wärmflaslhell empfiehlt äußerst billig 8080 Gg. Wilh. Orbig, Schulstr. 10. Vllchkll- v. TMeilhlilz zu den billigsten Preisen offeriert Dan. Wirths Nohf. Weftanlage 51. 8666 Dir Beerdigung findet Dienstag den 28. Dezember, nach, mittags 2 Uhr, in Rödgen statt. Schloßgaffe 16. Rohrsessel und Blumentische billigste und feinste gcmlniemährl Theetlsche Hocker Sessel Triumph-Klappsessel jeder Lage ohne Aufsteheir verstellbar. Telephon 27. 8861 Seltersweg 87 1. Stock, neu herger. Wohnung, 6 Zimmer mit Veranda, Balkon und Gartenanteil, per 1. April Christbamn-Kerzen feinste Qualität, V, Pfund-Schachtel mit 80 Stück 40 Pfg., bei 8585 L. Ste'n^äusef, Telephon 346. Neuenbäue 17. 6850s Wohnung, 4 Zimmer, parterre, Gartenanteil u. sonstig. Zubehör, Ltebigftratze 64 zu vermieten. Näh. daselbst im 2. Stock bei Herrn Mai. Für die Feiertage empfehle ich: Prachtvolle Trauben per Pfd. 60 Plq. Prima Maronen p. Pst. 20 Pfg. Reue Orangen p.Stck. 8—10 , „ Man dartuen p. Stck. 10 „ „ Datteln p. Pfd. 80 , „ Kranzfetgen p. Pfd. 80 „ Tafel-Feigen u. Datteln in Cartons. 8842 Größte Auswahl in 3®* Präsent-Körben. — JL. Steinhäne-r, Telephon 346. Neuenbäue 17. (ßicfjcner ^tadttheatev. Dienstag, den 23. Dez. 1002: ll.uMmlichMMm Freciosa. Schauspiel in 4 Akten öoii Pius Alexander Wolf. — W* von Karl Maria von Weber. AbonnementSbilletS haben für Loge und vordere Saalrethen Gültigkeit. Eintrittspreise: Loge Ml. 1,20. Saal 50 W., Gallert SO ff. Anfang 8 Uhr. Ende geg. 10 /, Uhr- Freitag, den 26. Dezbr. 190- 4Uhr.ZnklctnenPrel en.4U.it. Nachmittags-Bor tellung. Aft-Keidel6erg. Schauspiel in 5 Akten von Wilh. Mcycr-Förstcr. Abends 8 Uhr. Abend? 8 Uhr. Zum ersten Male: Im bunten Rock. Lustspiel in 3 Akten von Franz v. Schönthan und Freiherr v. Schlicht. Gießener W-Börse. Empfehle für die Feiertage frisch eintrefiend: 05596 Lebeudfrische Weißllchts - Arpfeil per Pfund 65 Pfg. U. tiiiel=3*r per Pfd. 65 Pfg. Ta holländische Versteigerung. Dienstag, den 28. Dez. d. I. nachmittags 2 Uhr versteigere Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: a. 8 Muffe, 15 BoaS und 5 Feder-BoaS, b. einen EiSschrank, 3 Waagen mit Gewichten, 1 Hackklotz, 1 GaSofen u. Möbel aller Art. Die Versteigerung zu a findet bestimmt statt. 8832 Born, Gerichtsvollzieher. Danksagung. Für di« vielen Beweise der Liebe und Teilnahme läßlich des Hinscheidens unserer unvergeßlichen ran 1 Wilhelmine Gerhard Todes-Anzeige. Verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, baß unser innigst geliebter Gatte, Vater, Bruder und Großvater Johannes Schmidt langjähriger Arbeiter am Städt. Gas- und Wafferwerk Sonntag morgen 10 Uhr in der alten Klinik zu Gießen saust entschlafen ist. Die tteftrarrernden Hinterbliebenen. Verkäuferin. Gewandte erste Verkäuferin, von vorteilh. Aeußeru, längen Zeit in großen KonsektionS Ge- schäften thätig gewesen, mit heften Zeugnissen, sucht gleiche ob. ähnl. Stellung nach Weihnachten. 8613s Ein braves, jüngeres Dienstmädchen, am liebsten vom Lande, zum alsbaldigen Tienst- eintritt gesucht. Ebelstraße 14, l. Wegen demitächstiger Verheiratung meines Dienstmädchens uche bis spätestens 1. Februar ein Mädchen, das kochen kann. Frau Anna Brück, Brandplatz. Wohnung mit 3 oder 4 Zimmern, möglichst parterre, ev.Hinterhaus,zu mieten gesucht. Offerten mit Preisang. unter Nr. 05594 an die Exp. 88381 Ordentlicher, gebildeter junger Mann intelligent, angenehme Erscheinq., anspruchslos, sucht Stelle. Näh. zu erfahren in der Ervcd. d. Bl. 05548s Junger Kaufmann, mit allen Kontorarbciten, eins, und dosp. Buchführttug vertraut, sucht per bald Stelle in hiesigem Kontor. la Zeugnisse vorhanden. Gest. Anerbieten unter 31. H. hauvttoül. hofi. erbeten. 0555Hs Beffere Haushälterin sucht Stell. durch Fran Hütten- bergev, Seltersweg 67. per Stück 15 Pfg. sämtliche Fluß- und Seefische zum billigsten Tagespreis. Grösste Auswahl in Räucherwaren, Marinaden und Fischkonservcn. Zs. Marktplatz 5. Telephon 50. Giessener Zither-Club (WohlthätigkeitSoerein). Grotze Weihnachts-Bescherung für 50 hiesige bedürftige Kinder am 25. Dezember (1. Weihuachtsfeiertag) im Ieffsaale des Gast Leiv Konzert, Theater re. Wb" Tanz Anfang abends 8 Uhr. Eintritt jedermann gestattet. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein 8845 Der Vorstand. LSLW LaudgerichtSrat^HolzaPfcl. 05531s Zimmer mit Küche zu vermieten.________Neustadt 47. Mansarde, 3 Zimmer und 2 Kabinette, Küche und Zttbehör, per 1. April 1903, cd ent. auch früher, zu vermieten. 8829 CH. SchönhalS, Nordanlage. 8294s Eine HerrschaftS-Par- terrewohuung mit 7 Zimmern, Bad und allem Zubehör, ist zu vermieten im Neubau Wilhelm- straße 12. Desgl. eine elegante 4-Zimmer-Wohmmg mit Bad, Balkon in Wilhelmstt. 6. Desgl. eine 6- und eine 7-Zimmer- wohnunq in Wilhelmstt. 8 u. 10 und Frcmkfurtersttaßc 27. Näh. Frankfnrtcrstratze 29. In unserem Neubau am Brandplatz ist noch eine schöne 5-Zimm.- Wohnung mit Erker per 9lpri[ zu verm.: desgl. daselbst 4-Zimmer- wohnungen. 8783 Näh. Frankfnrtcrstratze 29. 4832s 5—6 - Zimmerwohnung zu vermieten. Stcphanstt. 11. 05543s Einige schöitmöbl. Zimmer zu verm. BiSmarcksttaße 17, pt. 8582s Zwei schön möbl. Zimmer zu vermieten. Ludwiqsplatz 6. 8599s Stallung für 2 Pferde u. Kutscherstube per 1. Januar zu vermieten. Bleichsttaße 15. Südanlage 16 Wohnung, neu hergerichtet, sieben Zimmer, Bad, großer Balkon und allem Zubehör per 1. Jan. oder 1. April zu vermieten. Näheres bei Herrn Agent Klees, Südanlage 18.____________8060 Ju meinem Hanse Frank- fnrterstratze 12 ist die Parterre-Wohnung (6 Zimmer) zum 1. April 1908 anderweit 8423] Goethcstratze 21 ist eine 6-Zimmerwohnung in der Beletage mit Bad ver 1. April zu vermieten. Georg Becker. 4678s In meinem erkauften Hause Grünbergerstratzc 5 sind Parterre-sowie Beletage, neu hergerichtet, 6 Zimmer, Badezimmer und allem Zubehör, per sofort zu vermieten. A. Hofmann, Wetzsteinstt. 40. 6178s Beletage, besteh, aus sechs Zimmern, Badez., ger. Korridor unb allem Zubehör, in meinem Neubau Bismarckstt. 38 zu verm. Näheres Löberftratze 16, I. Pelrolmiafässer billig abzugeben. Wo? sagt die Expedition d. Bl.8841 °“°1 flurvr Smmmgtl au oerf., präm. Stamm. Kerlnr Schützenstt.6 zu verk. Frau Müller, [05561 Metzgerei, Ehringshausen a. Dill. Drei rtiurussilie ecihenpnhcl Farbe schwarz, hat billig abzugeben Peter Laudvogt, Rocken- berg, Wetterau.8809 Harzer Kanarienvögel, steiß. gute Sänger, zu verkaufen. 05554 Sonncnstratze 18. Veffere 4-Zimmerwohnung mit GaS per sofort zu vermieten. 7085___________Gebr. Zntt. 7819] Mansarde mit 5 Zimmern, Küche und Zubehör Hrünberger- stratze 17 au verm. Näh. bei B. Wolf, Bahnhoffttaße 32. Für den Verttieb eines Häusl. Bedarfsartikels wird ein fleißiger junger Mann alsEinkafsierer nud Verkäufer gesucht. Kleine Kaution muß gestellt werden. Be- n'icksichtigt werden auch intellig. junge Leute auS dem Handwerker- und Arbeiterstand. Offerten unter H. 8817 an die Expedition dieses Blattes erbeten.8817 05595s Suche sofort kräftigen, "WTO,m.Qitcrf)t für Müllerei und Landwirtschaft. __Christ, Mui)le, Heuchelhetm. 8837s Ein ordentlicher Jung« k°N" «15 pejfer Jifnet eintteten in das chemische Labo° ratorinm, Ludwigsttaße 21. 05591 ] Lanfmädchen oder -Frau gesucht. Marburgerstr. 11, part. EhrißbäiNe I empfiehlt Dienstmann Bökner, Seltersthor und bei Frau Jenßen. Christbäume ; zu haben per Stück von 20 Pfg. an aus dem Brandplatze bei der alten Kaserne. Ferber, Dienstmann. Freie 40 Pfff. Ent^ros-Vertrieb Gustav Weth, Frankfurt a. M. [7914 Kartoffeln, mp.X donum u.gelbeMäuSchen, empfiehlt 8554l_3. Weisel, Sonnenstr. 6. 05544] Ktnderseffel, Papier- imb Waschkörbe empfiehlt billigst F. Pru-tkier hVwe.. Seltersweg 81. Prmu Nußkuhlm I n III vorzüglich bwribrtbei Husten SKJnfltienzaü.Helserfceil njtacwhi