i» -j w- # L-S- Ste ninin eten- 6563 lux >iq iz 1 . x ß-m. iwÄ*1***! 109] HauShällerm, ihre einen LsfiziershallShr . gef. hat, j. bi§ 1. CiL i. Hsfmavu, Lammfil. 3m Stridtn >«ÄS fi&Sf hobt i* ”e L.» -M J ,,ck' »* Z mestinejf?6 SruMS«^^ j-rs*"”". ; igJs «KL-; S»?»> ä4 GÜUlAart hi^ochrl ^omnra^ nni mchulechm. Cp r 04024 an die HK n- und Verkauf i gebraachtta »M itu, Sletd-rv, »W en nni> -ttt-a, Sole> ll°> S?Vf* Lampt»«" £?f* Mbrru-hm i/AothevbttS«^ L^uioeu gej. '"-’m LauffräuUT^ ^^gejucht. tioibeVS SS Jw*' !°l W WotUbtt Stn yeM, T^zjnw. S(ÄM| :r einen I? ^ahre alten O’OOiMtotgtiih Stellung gefugt 9tyn em Armenüml Ließen. 61? r^löjahngen jungen Ültt mch von außerhalb wird» lDU«Hk tys ht. Derselbe hat bas Sp im bis Lerna besucht ui bereits im väterlichen L t (üJlanufattumaren) >/,gch idjtigL Cifetten beliebe rc rHJ.anbaaleniteint^ Gießen zu senden. Nr. SSS e»f»et*t tietui außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vrsfifcheit Landwirt die Siebener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l Nchm Univ« rs.-Buch-u. Stein- druckerri (Pietsch Lrbech Redaktion. QrpeNltoe und Druckerei: «chnlstraße T. Adresse für Depeschenr «uzetger Gießen. yernsprechanschluß Nr. 51. Zweites Blatt. 158. Jahrgang Montag 22. September 1903 Eichener Anzeiger ** General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen Ve,«g0pret-r monatlich7bPs^ viertel fäbrlich Ml. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.—vierlel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tageenummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpretS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witiko: für ,©tQbl und 2anb* und .Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. pt« heutige Wummer umfaßt 8 Seiten. Gießen, den 18. September 1902. Vetr.: Die Ableistung des HuldigungS- und VerfasiungS- etdeS. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises mit Ausnahme der Amtsgerichtsbezirke Grünberg, Homberg, Hungen, Laubach und Nidda. Die Ableistung des HuldigungS- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hessischen Unterthanen, welche, sich, ohne OrtSbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben stattfinden: 1. der OrtS- und Staatsbürger auS den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Freitag den 3. Oktober d. I., nachmittags 21/2 Uhr, tu dem Rathause zu Lich; 2. der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amts- gerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag den 7. Oktober d. I., vormittags 11 Uhr, in dem Sitzungssaal des Negierungsgebäudes zu Gießen (Brandplatz Nr. 9). Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen bis zum 25. ds. Mts. anzuzeigen, oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Betr.: Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft zur Entwässerung von Grundstücken in den Fluren III, IV, VII und VIII der Gemarkung Steinheim. Nachdem zur Ausführung von Entwässerungsanlagen in Flur 111, IV, VII und VIII der Gemarkung Steinheim Antrag auf Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft gestellt worden ist, und das Großh. Ministerium deS Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die Einleitung des Verfahrens zur Bildung der öffentlichen Wassergenossenschast unterm 12. l. Mts. angeordnet hat, wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Vorarbeiten hierzu vom 26. September bis einschließlich 9. Oktober l. I., auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Steinheim zur Einsicht sämtlicher Grundeigentümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offenliegen. Gleichzeitig werden diese Grundeigentümer zur Versammlung und Beschlußfassung, sowie zur Wahl ihrer Vertreter für das weitere Verfahren auf Mittwoch de« 15. Oktober l. I., vormittags IO1/, Uhr, in das Gemeindehaus zu Steinheim vorgeladen, unter Androhung deS Rechtsnachteils, daß die Nichterschienenen, sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Diejenigen Grundeigentümer und Waffernutzungsberech- tigten, die an dem Unternehmen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen, werden hiermit aufgefordert, etwaige Einsprachen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt würden, und nur noch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden könnten. Gießen, den 20. September 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Politistje Tagesschau. Englische Uebergriffe im deutschen Tschadseegebiet. Vom Oberleutnant Dominik ist aus Dikoa jetzt ein Bericht eingelaufen, der die Mitteilungen des Oberstleutnants Pavel ergänzt. Der letztere hat den Oberleutnant Doniinik zum Kompagnieführer eingesetzt; dieser hat damit die Leitung der Geschäfte über das ganze Gebiet von Garua am Venus bis zum Tschadsee erhallen. Deshalb hat er es für notwendig erachtet, seiuen Sitz in Dikoa nahe der Grenze des britischen Nigeria zu nehmen. Nach Garua hat er den Oberleutnant Madai als Kommandeur der halben Kompagnie daselbst versetzt. Der Oberleutnant. Dominik hat sich schon deshalb entschlossen, selbst in Dikoa zu bleiben, um den Oberleutnant von Bülow, der zum ersten Male dahin kam, dort einzuführen; außerdem wollte er sich selbst noch über die Verhältnisse des dortigen Gebietes weiter unterrichten. Seiner Meldung zufolge hat der Protest des Oberstleutnants Pavel gegen die gewaltsamen Eingriffe der Engländer geholfen. Der Befehlshaber der britischen Truppe an der Grenze hat sich entschuldigt und hat die Grenzsperre sofort aufgehoben. Auch haben sich die beiden Offiziere über die provisorische Feststellung der Grenze geeinigt. Auf der englischen Seite sind mehrere Grenzwachen anfgestellt worden, die da- auf achten sollen, daß der Sultan von Borne Gerbai (nicht Gentail, wie er fälschlich im „Deutschen Kolonialblatt" genannt wird) nicht etwa seinerseits den freien Handel stören könnte. Wenn so auch der einen Beschwerde von deutscher Seite in freundlicher Seite abgeholfen ist, so bleibt die Erledigung anderer von Bedeutung noch übrig. Eine britisch e Truppe unter Führung eines Offiziers ist widerrechtlich in unsere Sphäre eingedrungen und hat den Sultan Gerbai samt seinen Besitztümern gewaltsam nach dem britischen Teile Bornus abgeführt. Den Engländern konnte es nicht zweifelhaft sein, daß sie deutsches Gebiet verletzten, zumal die Franzosen nach dem Erscheinen der deutschen Schutztruppe sofort Dikoa und das deutsche Gebiet bis zum Schari verlassen hatten. Dieses Eindringun einer bewaffneten Macht in unsere Sphäre ist ein Gewalta kt ärgster Art, d er einer Sühne bedarf. Die Schwäche der deutschen Garnison sowohl in Dikoa, wie im ganzen Tschadseegebiete, mag wohl die englischen Offiziere dazu verleitet haben. Aer soziaidemoLratlsche Parteitag ist am SamStag geschlossen worden. Am Freitag beschäftigte man sich zunächst mit der KommunalpolittL Das vom Genossen Lindemann erstattete Referat war ebenso gründlich und weitschichtig, wie das Molkenbuhrs über die Arbeiterversicherung. Die Besprechung nahm aber das sprichwörtlich gewordene Ende des Hornberger Schießens. Der Abg. Singer, der in den kommunalen Angelegenheiten der Reichshauptstadt eine gewichtige Stimme hat, beantragte, der Parteitag möge die Frage von der Tagesordnung absetzen und den Parteivorstand beauftragen, das Referat, die Resolution und die ein gelaufenen Anträge zur Ausarbeitung von Forderungen für die sozialdemokratiiche Gemeindepolitik zu verwenden und sie einem der nächsten Parteitage zur Beschlußfassung zu unterbreiten. Der Parteitag nahm diese Resolution an, und nunmehr erstattete der alte Bebel seinen sehr langen Bericht über die n ä ch ste n Reich stagswahlen. Daß er gegen die Agrarier mit besonders scharfen Geschützen loszog, versteht sich von selbst/ Zwar bestritt er nicht die Not der Landwirtschaft bis zu einem gewissen Grade; aber er behauptete, daß sie in dem Maße, wie sie von den Agrariern geschildert werde, unter keinen Umständen vorhanden sei. Beinahe schlechter noch als der Bund der Landwirte kamen die Christlichen Bauernvereine weg, die, wie er sich ausdrückte, Forderungen gestellt hätten, die an „Unverschämtheit" noch die des Bundes der Landwirte überstiegen. Tann faßte er das Gesamturteil dahin zusammen, daß es keine egoistischere, rücksichtslosere, brutalere, aber auch feine borniertere Klasse gebe, als die Agrarier. Mit besonderem Nachdrucke hob er hervor, daß das Zentrum keine sozialdemokratische Stimme bei den Wahlen erhalten dürfe. Zum Schlüsse begründete er folgende Resolution: „Der Parteitag verpflichtet die Parteigenossen, wie bei den bisherigen, so auch bei der künftigen allgemeinen Reichstagswahl in allen Wahlkreisen, in denen Parteigenossen sich befinden, eigene Kandidaten aufzustellen; dort, wo es noch nötig erscheint, schleuniM die Organisation in den Wahlkreisen auszubauen und vor allem auch auf die Beschaffung der nötigen Geldmittel bedacht zu sein. Kommen die Parteigenossen in die Lage, bei der engeren Wahl zwischen gegnerischen Kandidaten sich beteiligen zu müssen, so dürfen sie nur für denjenigen Kandidaten stimmen, der sich bereit erklärt, im Falle seiner Wahl 1. für uneingeschränkte Aufrechterhaltung des bestehenden Reichstagswahlrechts, 2. gegen Sie Erhöhung der bestehenden Zölle auf Lebensrnittel, 3. gegen jede neue indirekte Steuer oder eine Erhöhung der bestehenden auf Konsumartikel der großen Masse der Bevölkerung, 4. gegen jede Ausnahmegesetzgebung und gegen jede Verschlechterung des bestehenden Rechtszustandes, 5. gegen jede neue Militär- und Marinevorlage, die höhere Lasten erfordert, einzutreten. Ist kein Kandida.1 vorhanden, der bereit ist, diese Bedingungen anzunehmen, so ist strenge Wahlenthaltung zu verkünden." Mumenausstellung. Gießen, 22. September. Die Blumen sind seit jeher die Genossinnen der Mädchensreuden, sie umwinden deS Mädchenlebens Lenzesglück und spiegeln cs in ihren duftigen Kelchen lieblich wieder. Damit die emsige, auf das Nützliche gerichtete Lebensarbeit in unseren Bürgerhäusern in nüchterne graue Alltäglichkeit nicht gar so sehr versinke, damit der Sinn für das Farbige, das Interesse an den staunenswerten kleinen bunten und zarten Wundern der unendlich vielgestaltigen Natur belebt, gefestigt, veredelt und vertieft werde, wurden im Juni d. Js. sämtlichen Schülerinnen der beiden obersten Jahrgänge der Volksmädchenschule Blumenstöcke zur häuslichen Pflege anoertraut. Die kleinen Mädchen erhielten von ihrem Lehrer, Herrn Schaaf, praktische Winke zur Behandlung der ihnen ausgehändigten Pflanzen und wurden darauf aufmerksam gemacht, daß den besten Blumenpflegerinnen nach Ablauf der großen Ferien Preise zu teil werden würden. So wurde zugleich ihr Ehrgeiz angefacht und die Resultate, von denen man sich noch heute und morgen in der Turnhalle der Volksmädchenschule an der Westanlage überzeugen kann, wo die oon den Kindern ein Vierteljahr lang gehüteten Blumen ausgestellt sind, sind dermaßen erfreulich, daß jeder Besucher dieser Blumenausstellung auf das angenehmste überrascht ist. Zunächst erfreut und überrascht das ganze Arrangement. Man glaubt sich schier in eine der vielen Abteilungen des Frankfurter Palmengartens versetzt. Der ganze große freundliche Raum wird von einer Pflanzenfülle eingenommen, die wohl keiner der Besucher erwarten wird. In der Mitte erhebt sich eine mächtige prachtvolle Palme, und um sie herum sind die mit den ersten Preisen ausgezeichneten Kleinmädchenblumen mit Geschmack geordnet. Man sieht da verschiedene Arten Begonien, darunter eine auffallend schöne großblätterige, bann Geranien, Nelken, Rosen, Zimmer- akaziLn, Asm« Fächerpalmen, Droeänen, Fuchsien, Hortensien rc., alle außerordentlich schön gehalten. I«, es leuchtet aus den bunten Blüten und strotzenden Blättern förmlich die Freude über ihr eigenes schönes Aussehen. An den Wänden ziehen sich die mit den zweiten und dritten Preisen ausgezeichneten Pflanzen hin, in gleichfalls dem Auge außerordentlich gefälliger Form arrangiert, und auch diese Pflanzen machen den besten, gesundesten Eindruck. Endlich erheben sich auf einem langen Tische die Preise: die ersten bestehend in zierlichen Blumenständern mit blühenden Alpenveilchen, die zweiten in Vlumenampeln, die dritten in praktischen Zerstäubern, Gießkännchen, niedlichen Blumentöpfchen, Vasen rc. rc. Es hat wohl zum größten Teil andere Ursachen als mangelnde Pflege, wenn die Entwicklung dieser oder jener Pflanze ein weniges zu wünschen übrig läßt: einmal hatte man den Termin der Ausstellung infolge der späten diesjährigen Ferien in eine nicht mehr ganz günstige Jahreszeit verlegen müssen, und dann waren bei diesem ersten, im ganzen zweifellos vorzüglich gelungenen Versuch Erfahrungen zu sammeln. Man hat gefunden, daß diese oder jene Blume nicht besonders geeignet zur Pflege durch Kinderhand ist. Wir möchten für die Zukunft auf die in unseren „Familienblättern" kürzlich empfohlene Primelart verweisen, die erst vor kurzem in den Handel gekommen ist und sich dadurch auszeichnet, daß sie bei guter, aber an sich sehr einfacher Pflege das ganze Jahr hindurch Blüten treibt. Als Preise dürften auch Büchelchen über Pflege der Zimmerpflanzen geeignet sein. Der Totaleindruck ist derartig, daß, bei der im ganzen sehr geschickten Wahl der Pflanzen, man sagen kann: hier ist ein vortrefflicher Gedanke vortrefflich zur Ausführung gekommen. Ganz abgesehen davon, daß diese Ausstellung die zahlreichen Besucher wirklich herzhaft erquickt — die Blumenpflege durch die Kleinmädchenhände hat unzweifelhaft den Kleinen selber di« allerbesten Dienste geleistet. Sie hat diese zur Ordnung und Aufmerksamkeit, zur Freude am Schönen und Hilsbedürftigen angehalten, sie hat sie gelehrt, auf die wunderbaren winzigen Feinheiten der zeugenden Mutter Natur mit Augen der Liebe zu achten, sie hat in ihnen Zartsinn zur Blüte gebracht und Abscheu vor allen an den reizenden Wundern der Natur begangenen unachtsamen Mutwilligkeiten und gar vor allen Rohheiten; sie hat endlich gewiß manches sonnig frohe Lächeln auf das sorgende Antlitz der Mütter gezaubert. So hat denn das vergängliche Blumenleben nicht nur flüchtigen Duft des Augenblicks, sondern reiche Gaben des Herzens den Kindern und den Müttern gespendet und man darf annehmen, daß auch die ethischen Nachwirkungen nicht gering sein werden. Von 190 Kindern haben nur zwei ihre Pflanzen nicht abgeliefert, und diese zwei mögen krank oder verreist sein. Die Ausstellung ist im Laufe des gestrigen Sonntags zahlreich besucht worden. U. A. erschienen auch Provinzialdirektor Dr. Breidert nebst Gemahlin, sowie mehrere Stadtverordnete. Die Ausstellungen der nächsten Jahre aber werden wohl eine noch reichere Anteilnahme der Bürgerschaft anfzuweisen haben. Im Anschluffe hieran möchten wir auf ein anderes vortreffliches Unternehmen zu Gunsten von Schulkindern Hinweisen. Zur W e ckung des Kunstgefühls der Kinder empfiehlt das württembergische Kultusministerium den Schulvorständen und Lehrern die Anbringung eines passenden Wandschmuckes in den Schulzimmern. Vorgeschlagen werden insbesondere die von uns bereits erwähnten vorzüglichen Seemannschen Bilder. Auch wird von der schwäbischen Kultusbehörde empfohlen, daß die Lehrer die Schüler auf etwa in der Umgebung befindliche Denkmale und kunstvolle Gebäude aufmerksam machen sollen. Außerdem wird bekannt gegeben, daß die staatlichen Kunstsammlungen auch außerhalb der regelmäßigen Besuchszeit von Schulklassen nach vorheriger Anmeldung jederzeit besichtigt werden können. Wir kommen da auf unfern vor Kurzem gegebenen Vorschlag zurück, daß die Lehrer mit ihren Schülern von Zeit zu Zeit Aiisflüge unternehmen sollten zum Besuch der Darmstädter ober frankfurter Kunstsammlungen. Solche Reisen würben zweifellos die besten Früchte zeitigen. -tt" Gerichtssaat. M. Gießen, 19. Sept. (Strafkammer.) Ten Vorsitz führte Lanögerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Die Besprechung M Bebelschen Referates, die natürlich die Annahme der Resolution zeitigte, war ohne besonderes Interesse. Genosse Welker meinte, man müsse sich schärfer gegen die Kirche wenden und den Kirckenglauben zu erschüttern suchen, wurde aber von den Abgy. v. Vollmar und Bebel auf den Programmsatz: „Religion ist Privat- fache"" htngewie/en. Genosse Welker suchte oaraushin seine Anschauungen durch Berufung auf Bebels Buch über „Christentum und Sozialismus"" zu rechtfertigen. Bebel wies diesen Versuch in heftigster Weise zurück. Die Bebelsche Rede beschloß man als Agitationsinaterial zu verwenden. In der letzten Sitzung gab der Antrag auf Umwandlung der „Neuen Zeit"" aus einer Wochenschrift in eine Monatsschrift Anlaß, den Streit „Neue Zett wider Monatshefte"" von neuem aufleben zu lassen. Es kam wieder zu recht heftigen Auseinandersetzungen zwischen Kautzky, Wurm, Bebel einerseits, David, v. Elm, Heine andererseits- Der Parteitag wählte in den Parteivorstand wieder die Abgg. Bebel und Singer als Vorsitzende, Auer und Pfannkuch als Sekretäre, Gerisch als Kassierer. Bei der Wahl der Parteitontrolleure unterlag die gemäßigte Richtung; v. Vollmar, David, v- Elm wurden nicht wiedergewählt. Vollmar erhielt nur 84, David 73 Stimmen. Das Resultat wirkte auf den Parteitag, wie man berichtet, geradezu verblüffend und wurde eifrig erörtert. Rosa Luxemburg erhielt als Parieivorsitzende eine Stimme. Der Parteitag genehmigte schließlich die Aufhebung des Beschlusses von Erfurt, durch den außer Schildberger noch andere aus der Gruppe der „Jungen"" aus der Partei' ausgeschlossen waren. Angenommen wurden Resolutionen gegen den Fl ei sch Wucher und gegen die politischen Brutalitäten in Rußland. Nach einer längeren Diskussion über die Alkoholfrage wurde eine Resolution Fischer-Berlin angenommen, die zwar den übermäßigen Alkoholgenuß verurteilt, aber gleichzeitig sagt, daß die Alkoholfrage mit einer politischen Partei nichts zu thun habe, soirdern wissenschaftlicher Prüfung zu überlassen sei. Die Sozialdemokratie wirke dadurch dem Alkohol entgegen, daß sie das sittliche und geistige Niveau der Bevölkerung hebe. Die Schlußansprache hielt Singer, worauf die Versammelten stehend die Ar- beitermarseillaise sangen. Der nächste Parteitag soll in Dresden stattfinden. VtaatSanwaNschast vertrat GerichtSaffessor Dr. Hetzeli — In der Privatllaaesache des Zimmermanns Wilhelm Wien gegen den Taglöhner Gottfried Blumenthal, dessen l^esrau und den Schlosser Karl Blumenthal, sämtlich zu RrHheim vor der Höhe, waren die Angekagten vom Schöffengericht Butzbach von der Anklage der Körperverletzung freigesprochen worden, da zu Gunsten sämtlicher Beschuldigten Notwehr angenommen worden war. Tie umfangreiche Beweisaufnahme vor dem Berufungsgericht ergab, daß nur der Angeklagte Ludwig Faulstroh in Notwehr gehandelt hat. Bezüglich seiner war daher die von dem Prwatkläger eingelegte Berufung als unbegründet zu verwerfen. Bezüglich der drei übriaen Privatbeklagten wurde sestgestellt, daß inhaltlich des Eröffnungsbeschlusses ihnen eine gemeinschaftlich begangene Körperverletzung im Sinne des § 223 a St. G. B. zur Last gelegt wird, mithin ein Vergehen, dessen Verfolgung auf dem Wege des Privat- klageverfahrens unzulässig ist; das Schöffengericht hätte daher nicht ii-uj; Freisprechung, sondern auf Einstellung des Verfahrens erkennen müssen. Tas freisprechende Urteil wurde von der Strafkammer aufgehoben und das Verfahren bezüglich der drei letztgenannten Angeklagten eingestellt. — Gegen die Stickerin Frieda Albert von Bad-Nauheim wird unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen Verbrechens im Sinne des § 176 3 Strafgesetzbuchs verhandelt. Es erfolgte Freisprechung. TieStraf- sache gegen den Landwirt Adam Marstelter von Grü- ningen und ^wei Genossen wegen Beleidigung wird vorläufig ausgesetzt, da ein Angeklagter infolge Krankheit am Erscheinen verhindert und eine Trennung der Verhandlung nicht zweckentsprechkird war. — Auch die Verhandlung gegen den Landwirt Heinrich Bletz II. von Hochweisel wegen Beleidigung wurde vertagt, um weitere Beweiserhebungen zu ermöglichen. — Ter Müllerbursche Melchior Jost in Echzell ist angeklagt, einen Andern mit der Begehung des Verbrechens der Tötung bedroht zu haben, indem er zu chm sagte, wenn er ihn kriege, drücke er ihm den Schlund zu. Tas Schöffengericht Nidda hatte den Angeklagten freigesprochen, da nach seiner Ansicht der Angeklagte nicht angenommen habe, daß diese Drohung von ocm Andern als ernstlich gemeint angesehen werde. Aus dem gleichen Grunde gelangte die Strafkammer zu einem freisprechenden Erkenntnis. — Tie Strafsache gegen Markus und Moses Grünebaum von Groß-Kurben wegen Steuerhinterziehung wird behufs weiterer Aufklärung vorläufig ausgesetzt. — Ter Lehrer Karl Lamprecht von Schwefe ist wegen Betrugs vom Schöffengericht Friedberg zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Auf der Durchreise durch Friedberg hat er einem dortigen Bah», beamten vor geschwindelt, ihm sei im EisenbahncoupS sein Portemonnaie mit Inhalt aus der Tasche genommen worden, er sei Gymnasiallehrer und nach Berlin versetzt und müsse sofort Weiterreisen. Ter Bahnöeamte lieh auf diese Angaben hin dem Angeklagten 10 Mk. Trotz mehrfacher Aufforderung zahlte derselbe den Betraa nicht zurück, bis die Sache zur Anzeige gelangt war. In dem ErmittelunuK- verfahren stellte sich heraus, daß der Angeklagte auch bei dem Bürgermeister in Großenlinden unter den gleichen falschen Vorspiegelungen sich 13 Mk. erschwindelt hatte. TaS Berufungsgericht hielt den Betrug für erwiesen und die vom erstinstanzlichen Gericht verhängte Strafe für durchaus angemessen. — Ter Fabrikarbeiter Wilhelm Bach, der Eigarreumacker Karl Schäfer, der Schuhmachergehilfe Ludwig Rühl und der Taglöhner Ludwig Heck werden beschuldigt, Heck der gefährlichen Körperverletzung, die drei übrigen, den Heck mittels gefährlichen Werkzeugs und gemeinschaftlich körperlich mißhandelt und hierbei demselben das rechte Auge ausgeschlagen zu haben. Sämtliche Angellagten sind zudem rocgeu JBeteiligung an dem vorgenannten Rauf handel angeklagt. Trotz eingehender Verhandlung konnte der Sachverhalt, zumal sich die Vorfälle ohne Zeugen abgespielt patten, nicht aufgeklärt toerben. Tie Strafkammer mußte daher Freisprechung sämtlicher Angeklagten eintreten lassen, trotzdem dies Ergebnis nach Ansicht des Gerichts ein sehr unbefriedigendes sei. — Ter Tienftknecht Franz K r ö ck e l aus Storndors war seinem Tienstherrn, (b.er mit seinen Eltern in Streit geraten war, aus dessen Hilferuf beigesprungen und hatte der Mutter feines Tienstherrn ohne weiteres mit einem rbnüppel derart über den Kopf gehauen, daß eine stark blutende Verletzung entstand. Tas Schöffengericht Nidda hatte den Angellagten mit Rücksicht auf diese rohe That gegenüber einer alten Frau zu einer dreiwöchigen Gefängnisstrafe verurteilt. Tic von dem Verurteilten gegen dies Erkenntnis eingelegte Berufung wurde heute als unbegründet kosten, fällig verworfen. QBg ■ v' 't'Z Ä '/iWs MN „SÄNTIS "ist der beste der Welf. Bekanntmachung. Der Kaminfeger Karl Zwesch in Giegen ist durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts wegen Geisteskrankheit entmündigt worden, was hiermit auf Antrag zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Gießen, 18. September 1902. 6528 ______________Großherzogliches Amtsgericht.______________ Versteigerung. Obst. Versteigerung. Mittwoch den 24. September, von vormitt. 9 Uhr an, soll das Obst der Gemeinde Großen-Buseck, bestehend in bedeutenden Quantitäten Aepfeln, sehr schönes Tafel- und Kelterobst, und etwas Birnen, öffentlich meist- DienStag de« 23. d. MtS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier im Auftrag der Konkursverwaltung über den Nachlaß des Hotelbesitzers (Zum Einhorn) Heinrich Kühne dahier gegen Barzahlung: 1. Weißweine (in Flaschen): Bingener, Oppenheimer, Niersteiner, Ruppettsberger, Rauenthaler, Rüdesheimer Berg, Coseler 1895er, Zeltinger und (Sraager; 2, Rotweine: AßmannShäuser, Ober-Ingelheimer in ganzen und halben Flaschen und verschiedene Sotten Bordeauxweine; 3. Tafcllitörc: Zwetschen, Kirschwasser und einige Flaschen Schiffenberger. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 6544 bietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Straße nach Beuern. Großen-Buseck, am 17. Sept. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. 6477 Obst- Versteigerung. Donnerstag den 25. Sep- Born, Gerichtsvollzieher. Sprechstunden von 8—9*/s und von 2—3Vs Uhr. Uhr, 1^1 TageS-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Vorstandswahl. 4. Gewerbegerichtswahlen. Ortsgewcrbcvcrcin Heneral-Iersammlüng Dienstag den 23. September 1902, abends 81/, im Restaurant Feidel. Sanitätsrat Dr. Haupt prakt. Arzt und Frauenarzt 6565 Von der Reise zurück, h tember, von vormittags 9 Uhr an, soll das der hiesigen Gemeinde zustehende Obst, bestehend in einer großenQuantität Aepfeln und Birnen, versteigert werden. Die Zusammenkunft ist bei der Kirche. Annerod, 19. Septbr. 1902. Gr. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 6503 W-VerftigMU. Dienstag, den 23. Septbr., von vormittags 9 Uhr an, soll daS Obst der Gemeinde Rödgen, bestehend in bedeutenden Quantitäten Aepfeln, sehr schönes Tafel- und Kelterobst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Teich oberhalb des Orts. Gr. Bürgermeisterei Rödgen. Stein. 6537 per Pfund IO Pfennig. 6493 Pfeffergurken per Pfund 50 M. Essiggurken per Sluck 5 M. Gebrüder Berdux 27 Bahnhofstraße 27. 12 Lindenplatz 12. 5. Genossenschaftswesen. 6. Wintervotträge. Zu zahlreicher Beteiligung ladet ergeben^ ein 6499 Der Vorstand. KM roh und gebrannt, per Pfund von 80 Pfg. an bt§ zu 2 Mk. Bei Mehrabnahme enlspr. billiger. HochfeineMisch ungen Prompter Versand. 6233 ChristianWallenfels 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal Telephon 262. Gegründet 1826. Russischen Knöterich x empfiehlt 6386 AKI er-Drogerie, LUterSweg 59. \ Cito ödjftct fijP ■ 2,80.3,50 ktZTHee in 100,000 Familien und an deutschen Höfen getrunken. Probepakete 60, 80 Pfg^ Mk. 1,—, Mk. 1.85. 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