Samstag 22. März INGA 152» Jahrgang Zweites Blatt. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Nr. 69 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'scheu Untvers^Buch- u.Slelr»- druckerei (Piets ch Erdens Rebaftum, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Vezugspret-r monatlich 75 Ps., vrertel-, jährlich Lik. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen nronatlich 6o Ps.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und LandE , Gerichtssaal ":R.Ditb mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger v yie yeulige Mnmmer umfaßt 18 Seiten. zia wertende. Fina.nzmiuisler Freiherr von Rhein ßens sei durchaus günstig, aber man dürfe nicht vergessen, daß der Rückgang der wirtschaftlichen Konjunktur unsere Finanzlage ungünstig beeinflußt habe, und wir ans das Reich Rücksicht nehmen müssen. Die Regelung des finanziellen Verhältnisses zum Reiche halte er für unbedingt nötig. Unter diesen Umständen sei es ein ernster Schritt, das -Ordinarium dauernd mit 10 Millionen zu belasten. Von Herrn von Levetzow wird beantragt, daß tee Gutsbezirte in das Dotations- recht mit einbezogen werden sollen. Nach längerer Debatte wurde der Antrag von Levetzow angenommen, und mit dieser Aendernng die gesamte Vorlage. Im Abgeordneten hause wurde die erste Lesung rer Eisenbahn-Vorlage beendet. Die Vortage wurde an >ie Budget-Kommission verwiesen. Preußischer Landtag. Tas Herrenhaus beriet am Freitag den Gesetzentwurf betr. Ueberweisung weiterer Dotationen an Provin- b a b e n führt Amerikanische Repressalien gegen Deutschland. Mr meldeten gestern bereits, daß das Ackerbauamt zu Washington eine Liste von solchen importierten Nahr- ungs- und Genußmitteln ausarbeite, die Bor- oder andere Säuren enthalten. Me skeptischen Stimmen, die anläßlich der Amerikafahrt des Prinzen Heinrich ihre Meinung dahin äußerten, daß die Vereinigten Staaten, unbekümmert um Besiegelung politischer Freundschaft, ihren handelspolitischen Kurs beibehalten würden, erhalten hierdurch über Erwarten schnell Recht durch die Thatsachen. Als einen er st en Schritt zu Repressalien gegen das deutsche Verbot der Einfuhr von Fleisch, welches Borsäure enthält, wird dieses Vorgehen von amerikanischer Seite selber bezeichnet. Der „erste" Schritt — der erste Schritt — das klingt ja recht verheißungsvoll! lind wenn die Amerikaner sich mit der bloßen Annahme von Säuren in den Einfuhrwaren, mithin hauptsächlich Lebensrnitteln begnügen, so sind den Zoll-Chikanen Thor und Thür geöffnet. Beispielsweise könnte gegen Weine, wenn man will, der Verdacht der Beimischung von Säure geäußert werden. In Washington konnte man immerhin etwas weniger eilig sein mit diesem eigenartigen Epilog zu den Jubeltagen. Deutsches Reich. Berlin, 21. März. Der Kaiser hat an Professor Anton von Werner nachstehende Depesche gesandt: Kiel, 20. März. Wieder hierher zurückgekehrt, erfahre ich, daß — was wir gefürchtet — traurigste Gewißheit geworden. Mich erschüttert tief das bittere Geschick, welches Ihnen jetzt den hoffnungsvollen Sohn raubt, nachdem erst vor wenigen Wochen die Gruft über Ihrer Gemahlin sich geschlossen. Halten Sie sich meiner innigsten Teilnahme versichert! Gott sei mit Ihnen in dieser schweren Zeit! Wilhelm." — Ter Kaiser begab sich heute nach seiner Rückkehr aus Kiel zum Reichskanzlerpalais und hatte dort eine längere Unterredung mit dem Grafen Bülow. Von HV2 Uhr ab fand im Tattersall in der Luisenstraße vor dem Kaiser das Preisreiten des Berlin-Potsdamer Reitervereins statt. — Tie Enthüllung der Denkmäler des Kaisers und der Kaiserin Friedrich vor dem Brandenburger Thor, die für den 18. Oktober d. I. geplant war, ist auf ein Jahr hinausgeschoben. — Auf der Werst der Aktiengesellschaft „Weser" in Bremen läuft morgen der kleine Kreuzer „G" vom Stapel. Die Taufe vollzieht im Auftrage des Kaisers, welcher damit den Frauen-Vereinen Deutschlands eine besondere Ehrung zugedacht hat, die Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins in der Provinz Hannover, die Gräfin zu Stolberg-Wernigerode, Gemahlin des Oberpräsidenten der Provinz Hannover. Ferner sind als Repräsentationen deutscher Frauenvereine aus Befehl des Kaisers eine Reihe von Damen geladen. — Ter Reichskanzler Graf Bülow hat den Ehren- vorsitz des Festkomitees des studentischen Bismarckausschusses übernommen, der am 3. Mai zum Zwecke der Errichtung einer Bismarcksäule bei Friedrich s- ruh in Berlin ein Fest veranstaltet. — Wie die „Rat. -Ztg." hört, ist zum Leiter des preußischen Volks schulwesens als Nachfolger des Ministerialdirektors Dr. Kügler nun doch ter Direktor der kirchlichen Abteilung im Kultusministerium, Geheimrat Dr. Schwartzkopff in Aussicht genommen. Die Leitung der kirchlichen Abteilung soll Unterstaatssekretär Wever übernehmen. — Nach der „Dtsch. Tagesztg." stehen einige deutsche Regierungen, so namentlich die sächsische, heute noch der Einführung von Tagegeldern an die Reichstagsabgeordneten ab lehnend gegenüber. Auch im preußischen Ministerium seien die Meinungen noch geteilt. Sollte jedoch in Preußen der Widerstand seitens der Krone aufgegeben werden, dann dürste sich eine überwiegende Mehrheit für die Diäten im Bundesrate finden. Braunschweig, 2L März. Gegen den Pastor Petri ist wegen seiner heftigen Angriffe auf die nicht w elfisch gesinnte Bevölkerung ein Diszrplinar- Verfahren eingeleitet worden. Karlsruhe, 21. März. Die Kommission der Zweiten Kammer hat den Staatsvertrag fischen Baden, Preußen und Hessen über die Main-Neckarbahn mit allen gegen eine Stimme gebilligt. Sie hat, soweit >er Bericht ein Urteil gestattet, die finanziellen Vortelle ür so groß angesehen, daß sie auf die Geltendmachung verschiedener staatsrechtlicher Bedenken verzichten zu können glauote. Stuttgart, 21. März. Ter bayrische Minister-Prä- ident Graf Crailsheim ist in Begleitung seiner Tochter heute abend hier eingetrosf-en. Er wurde am Bahnhöfe vom bayrischen Gesandten 0. d. Pfordten und dem Kabi- nettsches des Königs Frhr. v. Gemmingen empfangen. Am Wend wurde Graf Crailsheim vom König und der Königin empfangen und später zur Tafel zugezogen. Der Aufenthalt ist auf zwei Tage berechnet. München, 21. Vkärz. Prinzregent Luitpold hat dis Ernennung des Bamberger Domprobstes Dr. Lingg zum Bischof von Augsburg unterzeichnet. Dr. Lingg, rüherer Erzieher des Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern, gilt als ein Prälat gemäßigter versöhnlicher Richtung. Volttische Tagesschau. Rekruten und Zolltarif. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt nntmn 21. März: Es dürfte noch in Erinnerung sein, daß im preußischen Abgeordnetenhause zu Gunsten ter Kanalvorlage auch mi litär ische Gründe geltend gemacht und von einem Generalstabsofsizier in formvollendeter Rede vorgetragen wurden Zur Befürwortung des Zvlltarifentwurfs sind solche Gründe bisher noch nicht angeführt Worten; es ist auch nicht anzunehmen, daß die Regierung darauf zurückgreist. Wohl aber dürfte das geschehen seitens der für eine größtmögliche Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle eintretenden Parlamentarier. Den nächsten Anlaß dazu bietet diesen die voraussichtlich nach den Osterferien stattfindende Beratung des konfervativeu Jnitiativ-An- trags, in den jährlichen Berichten der Militärverwaltung über das Heeresergänzungsge schäft nicht nur den augenblicklichen Wohnort der ausgehobenen Mannschaften, sondern auch ihre Herkunft und den elterlichen Beruf statistisch äu berücksichtigen. Der Zweck des Antrags ist, nachzuweisen, daß die Landwirtschaft einen größeren Prozentsatz tauglicher Rekruten liefert, als die Industrie — was bekanntlich von einigen Nationalökonomen bestritten wird —, uub daß die Erhaltung der Landwirtschaft, in erster Reihe durch „ausreichenden" Zollschutz, für die Wehrkraft des Reiches unbedingt notwendig ist. Das an sich schwerwiegende militärische Motiv wird die Regierung kaum anderen Sinnes machen in Bezug auf die Hohe der künftigen Getreitezölle. Von der Berliner Börse wird uns unterm 21. März geschrieben: Das Vörsenbarometer steht wieder auf dem Tiefpunkt, der Geschäftsgang ist schleppend, das Interesse äußerst beschränkt. Selbst der Wschluß ter letzten russischen Anleihe, die doch für Deutschland zum mindesten ein Objekt von 100 Millionen darstellt, hat den Finanzmarkt kaum aus der Lethargie aufgerüttelt. Ebenso wenig Eindruck erzielte ti'as nach jahrelangen Verhandlungen endlich abgeschlossene ArrangementPvrtugals mit seinen Auslandsgläubigern. Die Gestaltung ter Dinge in China hat schon längst aufgehört, ein Gradmesser für die Börsentendenz zu sein. Durchgreifende Wirkung auf diese könnte nur ein Ereignis der inneren Politik ausüben, und ein solches kommt zur Zell allem Wschein nach nicht in Frage. Man hat sich bereits mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß die Börsennovelle dem Reichstag erst zum Herbst vorgelegt werden wird. Die Verzögerung dieser Angelegenhell hatte in Finanzkreisen, wie sich nicht leugnen läßt, eine gewisse Mißstimmung gegen den preußischen Handelsminister Möller hervorgerufen. Neuerdings gewinnt jedoch die Wffassung Raum, daß die Verantwortung nicht Herrn Möller allein treffen könne. Man erwartet, der Minister werte bei Eröffnung ter neuen Berliner Handelskammer sich über die Frage der Börsengesetzreform äußern. Zur Frauenbewegung. Ans Berlin, 21. wiärz^ wird uns geschrieben: Heber den Empfang der Wordnung des „Vereins für Frauenstimmrecht" durch den Reichskanzler herrscht in den beteiligten Kreisen eine gehobene Stimmung. Wer, genau betrachtet, ist einstweilen nur Grund zur Befriedigung inj0ferne, als ter erste Beamte des Reiches die Wünsche der Frauen persönlich entgegengenommen hat. Tie Antwort des Grafen Bülow ist, tote nicht anders zu erwarten war, äußerst verbindlich ausgefallen; als positives Zugeständnis gab Graf Bülow indessen nur die Nachricht des preußischen Kultusministers mit auf den Weg, daß man an eine Reform des Mädchenschulwesens denke. Für die zunächst hauptsächliche Forderung um Vorlage eines Reichsgesetzes zur Aushebung ter vereinsrechtlichen Beschränkungen ter Frauen in sämtlichen deutschen Bundesstaaten stellte der Kanzler „einstweilen" nur feine „wohlwollende Unterstützung" in Aussicht. Tiefe Unterstützung hat vorläufig im Bundesrat ebensoviel oder ebensowenig Aussicht auf Erfolg, wie die Forderung ter Reichsdiäten, die auch die Zustimmung des Grafen Bülow findet. Die Frauen müssen also in ihren Bemühungen fortsahren und sich an die maßgebenden Stellen in den Bundesregierungen mit ihrem Antrag wenden. Uebrigens soll die Frauenbewegung dadurch einen neuen Impuls erhalten, daß, wie wir vernehmen, die Begründung einer in Berlin erscheinenden täglichen Frauenzeitung großen Stils ins Werk gesetzt ist. An Mitarbeitern, die sich in den Dienst ter Sache stellen, dürfte es dem neuen Preßunternehmen nicht fehlen. Jetzt werden also über die politischen Ereignisse und Tagesfragen auch die Frauen diskutieren. Jedenfalls aber werden sie auf einem Gebiet den Waffengang nicht scheuen dürfen: auf dem Gebiet der Polemik. Die Parlamentarier und Politiker, die das Bestehenlassen gewisser „Barriören" gegen die Frauenbewegung angezeigt halten, werden eine scharfe Klinge gegen sie führen. Ob die neue Frauenzeitung ganz und gar, auch in ihrem geschäftlichen Teile, von Damen geleitet werten soll, wissen wir nicht. Sollte es in der Absicht liegen, so könnte daran leicht das Unternehmen scheitern, denn die hierbei in Betracht kommende praktische Erfahrung und Kenntnis der Organisation zu gewinnen, hat in Deutschland wenigstens bisher keine Fran Gelegenheit gehabt, da das Unternehmen in dieser Art eben das erste sein würde. Ausland. London, 21. März. (Oberhaus.) Lord WemyH ragt den Ersten Lord der Wmiralität, ob England im Falle, daß es mll einer oder mehreren europäischen Mächten in Krieg gerate, sich bezüglich des Schutzes gegen feindliche Invasion vollständig auf die Flotte verlassen könne. Selborne bemerkt: Ich glaube, es wäre ein chlimmer Tag für England, an dem es die Flotte nicht mehr als Waffe betrachten würde, in die es sein Verttauen auf den Schutz gegen einen Einfall setzen könne. Der Platz der britischen Flotte in einem solchen Kriege wird immer dort sein, wo Schiffe zu finden surd. Paris, 21. Ällirz. „Echo de Paris" erfährt, man sei überzeugt, daß Oberst Grimm nicht bloß den russischen Mobllmachungsplan und die Grenzvefeftigungen, sondern auch das französisch-russische M il i tär ab ko m- men und die darin vereinbarten Feldzugsplänever-i rat en hat. — Ein Gelbbuch über den Konflikt mit bet Türkei ist heute zur Verteilung gelangt Es enthüll eine Anzahl von diplomatischen Schriftstücken, aus denen hervor- geht, daß die russische Regierung die französischen Forderungen sehr nachdrücklich bei der Pforte unterstützte, dagegen enthält das Gelbbuch keinerlei Bestätigung für die in ter Kammer ausgestellte Behauptung, daß Rußland der französischen Aktion im letzten Augenblick Halt geboten habe. Die Antwort der deutschen Regierung wird in olgender Noll des Marquis de ddoailles an Delcasss mitgeteilt: In Anwesenheit des Staatssekretärs Freiherrn von Richthofen sprach ich den Unterstaatssekretär v. Mühlberg, im Auswärtigen Amt und teilte ihm die Entschließungen der Regierung ter Republik, sowie die Beweggründe, welche sie leiteten, mit Herr v. Mühlberg ertoioerte mir, dis deutsche Regierung habe keinerlei unmittelbares Interesse im Mittelmeer; sie habe zu unseren Intentionen alles Vertrauen, fürchte jedoch, daß von gewisser Seite versucht werde, die Erregung sich zn Stutzen zu machen, welche die Aktion unserer Flotte in den türkischen Gewässern verursachen könne. Die Berichte des Frhrn. v. Marschall, sagte mir der Unterstaatssekretär, be* sagten, daß der Sultan im Grunde wünsche, uns Genug- thuung zu geben, daß jedoch das Haupthindernis in der Geldnot des türkischen Schatzes liege. Wien, 21. März. Die Budgetposten für ein e z e chi-, sches Gymnasium in Troppau und slovenische Parallelklassen in Cilli wurden angenommen. Das Abstimmungsresultat wurde von den Czechen, Polen und Clovenen mit stürmischen Beifallssalven aufgenommen, was auf ter Linken, namentlich bei den Alldeutschen, lebhaften Widerspruch hervorrief. Me Alldeutschen schreien, ballen die Fäuste, bearbeiten die Pulte undpfeifen. Man hört aus ihren Reihen Rufe: „Hoch die deutschen Habsburger!", „Das Parlament soll der Teufel holen!", „Abzug Koerber", „Klerikaler Kuh- händler Härtel!" Auch in den Reihen der Deutschen Volkspartei wird auf die Pulle geschlagen und geschrien. Tie Italiener, die die Ablehnung der Resolution ent- fchieden, wurden mit Vorwürfen überhäuft. Es wird ihnen zugerufen: Italienisch-kroatische Majorität, wir werden es Euch vergelten! Ter Lärm wird immer stärker. Der Präsident kann des Tumultes nicht Herr werten und schließt die Sitzung. Im Saale dauert ter Lärm fort In; einer Gruppe ruft der Christlichsoziale Loser dem Alldeutschen Wolf zu: „Ruhig, Wolf, der Seidel kommt." Wolf: „Wenn Sie mir das noch einmal sagen, bekommen Sie eine Ohrfeige." Mit Mühe werden Wolf und Loser auseinantergebracht. Me Bewegung dauerte noch lange im Saale an, der sich nur langsam leerte. Unter diesem peinlichen Drucke trat das Abgeordnetenhaus in die Osterferien. Konstantinopel, 21. März. In den letzten Sagen wurden neuerdings fünf Generale aus politischen Grünten nach Aeman verbannt. Ser zum Tode verurteilte General Nazim Pascha wurde begnadigt und erhält eine seinem Range entsprechende Zivilanstellung in der Provinz. Der armenisch-katholische Bischof von Aterna, Therzian, wurde wegen verschiedener der Regierung heftig kritisierender Publikationen verhaftet und hierher ttansportiert Hongkong, 21. März. Meldungen aus Kanton besagen, ter Vizekönig erhielt Telegramme ans Lungtschou an der Grenze von Tonking, nach dem sämtlicheTruP- pen des Marschalls Su zu d e u Au s st än d i s ch e n ü b er- gegangen seien. Wenn das wahr ist, erhalten letztere einen Zuwachs von 20 000 auf europäische Art bewaffneten aus, die Finanzlage Preu ruck» ausgebildeten Mann, die im stände sind, jede Truppe, welche ine Kaiserlichen noch, ins Feld stellen können, zu schlagen. Der Bericht sagt weiter, das Land sei zweifellos reif für einen Ausstand. Fortwährend kämen Plünderungen vor. Die Trockenheit verhindere die Aussaat voil Fruhjährsreis. Die Landarbeiter ernährten sich daher jetzt durch Räubereien. Wahrscheinlich stehe eine Hungersnot bevor. Gut unterrichtete Leute seien der Ansicht, daß ein Aufstand drohe, ähnlich der Taiping- rebeUion. Washington, 21. März. Der Senat nahm die Vorlage betr. Aufhebung der zur Zeit des Krieges mit Spanien eingesührten Kriegssteuern, und die Bill zum Schutze des Präsidenten an. Danach wird selbst bei einem Versuch, den Präsidenten, Vizepräsidenten oder ein Kabinettsmitglied zu ermorden, aus To des- strafe erkannt. Ferner soll der Präsident eme beson- oere Wache erhalten. Aufreizung zu diesen Verbrechen .wird mit Gefängnis bestraft. Born Burenkrieg. Bougutunterrichteter Seitewirduns aus Lpndvn mitgeteilt, daß die Widerrufung der in der viel genannten Proklamation Lord Kit- chen ers enthaltenen Klausel, die Verbannung aller gefangen genommenen Burenführer betreffend, unmittelbar bevorstehen soll. Der König, der durch die Freilassung und Behandlung Lord Methuens (bekanntlich einer „perfona gratis) ima" bei den Atajestäten) seitens des -Generals Delarey auf das tiefste berührt worden ist, hat wie es heißt, den Kriegsminister zu sich beschießen und diesem seine Willensmeinung in einer Weise kund gemacht, die der obersten Kriegsleitung nur den Ausweg lassen dürfte, dem Wunsche des Königs zu entsprechen. — In den einsichtigeren Kreisen des englischen Volkes ist man schon leit geraumer Zeit zu der Ansicht bekehrt worden, daß die Prollamation eitel Schall und Rauch sei und am besten gar nicht erlassen worden wäre. Das ist die Ansicht vieler einflußreicher Engländer. Mr. Winston Churchill erklärte dieser Tage im Konservativen Klub in Manchester, er sei für ein Kompromiß mit den Buren. Ein Telegramm aus Volksrust (Transvaal) meldet mit Bezug auf die militärischen Operationen zwischen ine) er Grenzstation gegen Natal und Standerton: „Nur wenige Buren kamen uns zu Gesicht, das Land ist aber von halb wild gewordenen Pferden, durch? aus in bester Kondition, überlaufen. Wir fingen einige ein, den Rest aber brachten wir um, damit er nicht in die Hände des Feindes falle. An einem Tage erschossen wir nicht weniger als 350." — Die „St. James Gazette" bemerkt hierzu: „Was sollen wir dazu sagen? Wir senden Monat um Atonal 10 000 unklimatisrerter Pferde, Tausende und Tausende von Meilen über das Meer nach Südafrika, was uns jeden Monat eine viertel Million Pfund kostet. Dort sind'unsere Leute in einem „vom Feinde gesäuberten" Landesteile, in einem nur einige Meilen von Johannesburg entfernten Bezirk, mit guter Eisenbahnverbindung und schi eßen„Pferdeinbester Kondition" ineinem Tage zu Hunderten ab. Wenn das Sparsamkeit ist, was ist dann Vergeudung? Wenn das eine rationelle Kriegsführung ist, wozu brauchen wir dann, im Namen des gesunden Menschenverstandes, ein Remonteu-Departe- ment? Wir geben es auf, das Rätsel zu lösen. Mag baS Kriegsministerium gethan oder unterlassen haben, was immer — wer fragen wir, wird mit der viel kritisierten Botschaft des Kriegsministers nicht üb er einstimmen, die da fragte. „Wir können nicht unablässig Monat um Monat 10 MO bis 12 000 Remonten nach senden, die dann von den Kommandanten der Kolonnen binnen wenigen Tagen auf- gebraucht werden." Zum Kapitel „Agrarzölle" erhalten wir von der Sv l m s-L a ub ach scheu Rentkammer folgendes Schreiben: In Nr. 64 Ihrer Zeitung vom 17. März 1902 schreibt ein Herr E. Krumm unter der Überschrift: „Agrarzölle, eine Antwort an Herrn Professor Hetz" wörtlich: „für das Pachtland wird ein Steigen der Getreidepreise erhöhte Pachtpreise im Gefolge Haven und dem Bewirtschafter glitte nur ein größeres Stück Geld durch die Hand, aber nichts davon käme in seine Tasche. Einem großen Pächter in Utphe bei Hungen wurde bereits vor einigen Wochen 16 Mark pro Hektar mehr gefordert, mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die durch erhöhte Zölle zu erwartenden höheren Getreidepreise." Insoweit der Vordersatz*) des Herrn E. Krumm von diesem etwa durch das nachfolgende Beispiel des Hof- gutes Utphe mit Gründen belegt werden soll, ist die Beweisführung verfehlt. Denn 1. sind weder 16 M k. pro Hektar für das Gräfl. Hofgut Utphe mehr gefordert, noch werden sie mehr gefordert werden! Der Pachtvertrag des alten Herrn Pächters lautet seit 24 Jahren auf 80 Mk. pro Hektar. Der gleiche Preis wurde bei der Neuverpachtung gefordert. Als der alte Pächter sich weigerte, ihn zu zahlen, ist öffentliche Konkurrenz der Pachtliebhaber veranlaßt. Unter mehreren ernstlichen und landwirtschaftlich erfahrenen Bietern ist einem der Gräfl. Verwaltung genehmen Herrn der Zuschlag zum Preise von 88 Mark pro Hektar, — also 8 Mark und nicht, wie Herr Krumm berichtet, 16 Mark pro Hektar mehr erteilt. Den Artikelschreiber hat vielleicht der Umstand irre geführt, daß in den letzten 5—6 Jahren auf Anträgen des Pächters die anderweite Verpachtung einzelner Grundstücke des Hofgutes an kleinere Pachttiebhaber genehmigt worden war. Diese ergab sehr viel höhere Preise, welche dem alten Pächter aus seine Bitte zu Gute gerechnet wurden. Die dadurch gewährte Vergünstigung sollte allerdings jetzt mit Beginn der neuen Pachtperiode in Wegfall kommen. 2. Wie schon aus dem Vorhergehenden sich ergiebt, ist die im Laufe der Verhandlungen dem alten Pächter gestellte Forderung von mindestens 80 Mk. pro Hektar aus dem Grunde geschehen, um das Gut nicht von seinem alten Preis abkommen zu lassen. Diese Forderung ist auch keine unbillige, oder eine etwa durch „den ausdrücklichen Hinweis aus die durch die erhöhten Zölle zu erwartenden höheren Getreidepreise" zu motivierende gewesen. Das hat auch der Ausgang der Verhandlungen erwiesen. Uebrigens liegt es für den unbefangen Urteilenden auch auf der Hand, daß ein solcher „Hinweis auf die Zölle" bei der erst kürzlich gefchehenen Neuverpachtung hätte erfolglos fein müssen. *) Wir erachten übrigens diesen Vordersatz ohnehin nicht als zutressend, würden vielmehr bei Zustandekommen ausreichender Getreidezölle auch für unsere Herren Pächter die ihnen von uns gern gegönnten Vorteile sicher erwarten. Denn bereits seit Monaten ist das Schicksal der Zolltarifvorlage höchst zweifelhaft. Ueberdies würden doch wohl solche vagen Hinweisungen auf mögliche Zollerhöhungen schwerlich die Gutspachtpreise in die Höhe schrauben gege- über erfahrenen, sachverständigen Landwirten und Pachtliebhabern eines großen Hofgutes, welche doch selber rechnen können und müssen. Die Preisbildung bei der Neuverpachtung von U t p h e ist eben völlig unabhängig von der Z o l l - frage erfolgt unb lediglich verursacht durch ernstliche Konkurrenz in der Nachfrage nach einem für wertvoll gehaltenen Wetterauer Gut, dessen andere, in kleinen Stücken verpachteten Parzellen durchschnittlich 116 bis 120 Mark pro Hektar jährlich bringen. Dieser Fall der Preissteigerung bildet eine Ausnahme, welche offenbar allein durch die Wertschätzung gerade dieses Wetterauer Gutes verursacht ist; bei anderen Neuverpachtungen von Vogels- be r g er Hofgütern Gräflichen Besitzes sind in den letzten Jahren die Pachtpreise überall sehr erheblich zurückgegangen (z. B. Obernseener-Hof, Henrietten-Hof)." Aus Atuöl und KlindV Gießen, 22. März 1902. ** „Großherzog und Sozialdemokrat." Nach der „Frkf. Ztg." soll S. K. H. unser Großherzog Ernst Ludwig auf dem letzten parlamentarischen Abend das Gespräch mit dem sozialdemokratischen Abg. Ulrich mit folgenden Worten eröffnet haben: „Man hat sich da§ vorigemal hüben und drüben sehr darüber aufgeregt, daß ich mich mit Ihnen unterhalten habe. Mir hat es ja nichts geschadet, wohl aber Ihnen bei Ihren Genossen!" ** Souder-Personenzüge. Ans Anlaß des. Osterverkehrs verkehren in der Zeit vom 27. März bis 1. April im Eisen- bahndirektionsbezirk Frankfurt Sonderzüge, von denen wir die für Gießen in Betracht kommenden hervorheben. Auf der Strecke Gießen-Köln werden folgende Züge abgelassen: Am 1. April ab Gießen 12.30, an Köln 5.12, am 27. März und 1. April ab Gießen 5.15, an Köln 10.37 abends. Auf der Strecke Köln-Gießen: Am 1. April ab Betzdorf 9.22, an Gießen 11.36; am 28. März ab Köln 9.50, bis Betzdorf 12.15; am 29. März, 1. und 2. April ab Kalk 12.23, an Gießen 4.47; am 27. und 29. März ab Köln 2.57, an Gießen 7.40 abends; am 29. März ab Köln 7.25 abends bis Betzdorf. Auf der Strecke Marburg—Frankfurt: Am 27. und 29. März und 1. April ab Gießen 11.46, an Frankfurt 2.03, ab Friedberg 7.46 abends, an Frankfurt 8.40 abends. Am 29. und 31. März und 1. April ab Gießen 8.08 abends, an Frankfurt 10.08 abends. Auf der Strecke Frankfurt—Marburg: Am 27. und 29. Marz und 1. April: Ab Frankfurt 2.40, an Gießen 4.47; am 26. und 27. März ab Frankfurt 5.30, an Gießen 7.38 abends. Auf der Strecke Gießen—Fulda: Am 27. und 29.März ab Gießen 5.00. Am 1. April ab Fulda 2.12, an Gießen 4.31. Wir empfehlen den Reisenden, nach Möglichkeit diese Vorortzüge zu benutzen, weil diese auf den Abzweigungs- tationen die Anschlüsse an andere Züge sicherer erreichen, als die nachfolgenden Hauptzüge. Sämtliche Züge haben 4. Klasse. Die Beförderung erfolgt zu gewöhnlichen Fahr- -reisen. Die Ar b eiter züg e, die sonst am Samstag ahren, werden auch am Donnerstag, 27. März, und diejenigen, die sonst am Montag fahren, werden auch am Dienstag, 1. April, ab gelassen. ** Neue Schnellzüge. Die am 1. Mai ins Leben treten» een neuen Schnellzüge zwischen München-Frankfurt und in umgekehrter Richtung erhalten Blitzzugsgeschwindig- keit und werden nur in Ansbach, Würzburg, Aschaffenburg/ Hanau und Offenbach anhalten. Die ganze Strecke wird in 6* 1 2/! resp. 63/4 Stunden zurückgelegt. ** Auf dem Verbandstag deutscher Gafiwirtsgehilfen, der gegenwärtig in Mainz tagt, hielt Ullmann-Dresden am Mittwoch einen Vortrag über die Stellenvermittelung im Gastwirtgewerbe. Daran schloß sich eine lebhafte Diskussion, in der u. a. Oefelein-Mainz Vorfälle bei einem Mainzer Vermittler schilderte, der sich nicht scheue, armen Kellnerinnen 30 Mk. abzuverlangen trotz des ministeriellen jessischen Erlasses, der derartiges verbietet. Es wurde schließlich folgende Resolution gefaßt: „Die von den Zentralbehörden erlassenen Verfügungen, betreffend die Geschäfts- ührung der Kommissionäre, sind nicht geeignet, die Schädigung des Vermittlerunwesens zu beseitigen. Trotzdem haben diejenigen Ortsverwaltungen, denen eine solche Verordnung zur Seite steht, sie zu Gunsten der Gehilfen möglichst aus- j Unützen. Des Ferneren werden die Ortsoerwaltungen beauf- : ragt, alles Material (Uebertretung des Erlasses) zu sammeln und der Hauptverwaltung einzusenden. Die Hauptverwaltung wird beauftragt, das Material den Zentralbehörden zu unterbreiten und eine Verbesserung der einschlägigen Gesetzgebung (U fordern. Im Uebrigen erklärt der Verbandstag die voll- tänbig kostenlose reichsgesetzlich geregelte Arbeitsvermittelung ür das zu erstrebende Ziel." ** Frühliugscrwachcn. Der Verfasser des unter dieser Stichmarke gestern von uns veröffentlichten Gedichts heißt nicht Louis Rompf, sondern Louis Roloff. ][ Lauterbach, 21. März. Die unter der Leitung des großh. Oberlehrers und Rektors Foermes stehende hiesige höhere Bürgerschule war im Schuljahre 1901/02 nach dem oeben erschienenen Jahresbericht von 72 Knaben und 19 Mädchen besucht. Davon stammten 76 aus Lauterbach, 12 aus anderen hessischen Gemeinden und 3 aus anderen beut» chen Staaten. 87 waren evangelisch, 1 katholisch, 9 israel. An ber Anstalt unterrichteten 10 Lehrkräfte. Im Laufe bes Jahres traten im Lehrkörper folgenbe Veränberungen ein: Lehraintsasseffor F. Franz würbe mit Wirkung vom ersten April ab mit Verwaltung einer Lehrerstelle an ber Real- unb Lanbwirtschaftsschule zu Groß-Umstabt beauftragt. An seine Stelle trat Lehramtsaceessist Werner, vorher Mitglieb bes päbagogischen Seminares in Gießen. Seinem Wunsche ent- prechenb würbe Schulvenvalter Kurz zum Verwalter einer Lehrerstelle an ber Musterschule zu Friedberg ernannt. Für ihn trat Schulamtsaspirant Rühl aus Maar als Schulverwalter in das Kollegium ein. Da mit Genehmigung des Ministeriums die Zahl der Lateinstunden erhöht wurde, übernahm Pfarroerwal ter Müller in Maar von Herbst ab in Lauterbach als Hilfslehrer in 2 Klaffen den Lateinunterricht. Im Laufe des Wintersemesters wurde er definitiv als Stadtpfarrer hier angestellt. Das Schuljahr schloß am 19. März. Das neue Schuljahr beginnt am 7. April. Offenbach, 21. März. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte gestern das Gesuch des Gastwirtevereins von Offenbach und Umgegend, betreffs die Einführung der Bedürfnis frage bei der Erteilung von Konzessionen zum Betrieb von Gast- und Schankwirtschaften einstimmig ab. Frankfurt a. M., 20. März. Der Frankfurter Magistrat will die Messe vom nächsten Jahre ab auf 14 Tage vermindern und den Juxplatz völlig aufheben. Die Altstadt, die große Vorteile von der Messe zu haben behauptet, protestiert dagegen und verlangt, daß der Beschluß solange hinausgeschoben werde, bis die völlige Erschließung ber Alt- stabt durchgeführt sei. Vermischtes. * Straßburg, 21. März. Gestern Nacht 10 Uhr kam am hiesigen Bahnpostamt ein Kurssack abhanden. Amtliche Feststellungen haben ergeben, daß er kurz nach zehn Uhr vor dem Bahnhof angekommen ist. Er ist dann aus dem Postwagen in einen Karren verladen und durch den Auszug auf den Bahnsteig befördert worden. Der Postschaffner, ber bie Verantwortung hatte, mußte die Treppe hinaufgehen. Als er oben ankam, war der Sack verschwunden, der über 34 000 Mark enthielt. Es liegt zweifellos Diebstahl vor, der mit solcher Raffiniertheit ausgeführt ist, daß der Thäter mit den Verhältnissen unbedingt genau Bescheid haben muß. Em bestimmter Verdacht hat sich bisher nicht ergeben. Der Postschaffner kommt nicht in Frage, er ist aber sofort vom Dienst suspendiert worden. * Paris, 21. März. In Privas wurden bei den Auf- räumungsarbeiten eines durch eine Feuersbrunst zerstörten Pachthofes drei Kinder erstickt aufgefunden. * Bern, 21. März. Im Hotel „Beau Rivage" iw Lausanne schoß der Marquis de Lagoy auf seinen Schwiegervater Lamee de la Salle mit einem Revolver zwei Schüsse. Der Zustand des Verwundeten ist befriedigend. Die in den Kopf gedrungene Kugel ist noch nicht gefunden. Der Marquis stellte sich selbst der Polizei. Bilin, 21. März. Die Berglehne der Sauerbrunnenanlage ist durch eine Erdrutschung in Bewegung geraten. * Eine Universität in Liv erp o ol zu gründen ist das Ziel einer eifrigen Agitation in der Stadt. Um diese Bewegung zu fördern, hat ein reicher Schiffsrheder von Liverpool, Johnston, 25 000 Pfd. Sterl. gespendet. Gerichtssaal. M. Gießen, 14. März. Strafkammer. Den Vorsitz führe Landgerichtsbirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat ber seitherige Staatsanwalt Zimmermann. — lieber bas Vermögen des Kaufmanns Sally Strauß in Friedberg, der daselbst ein zur Buchführung verpflichtendes Geschäft betrieben hat — der Umsatz betrug jährlich ca. Mk. 60 000 — wurde im Dezember der Konkurs eröffnet. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte jahrelang Bllanzen zu ziehen unterlassen hatte und daß auch die Buchführung derart mangelhaft war, daß sie keine Uebersicht über den Vermögensbestand zuließ. Es ergab sich, baß eine Ueberschuldung in Höhe von Mk. 30 000 vorhanden und die Gläubiger um ca. 80 Prozent ihrer Forderungen beschädigt worden waren. Mit Rücksicht auf diese schwere Schädigung Dritter, sah das Gericht von Zubilligung mildernder Umstände ab und verurteilte den Angeklagten wegen einfachen Bankerott3 zu einer Gefängnisstrafe von zehn Tagen. — Der Gastwirt Theodor Schädel von Oberlais lebt seit längerer Zeit mit der Wittwe Schäfer von- dort, die ein uneheliches Kind von ihm hat. in Feindschaft, die bereits verschiedentlich zu Thätigkeiten zwischen beiden geführt hat. Gelegentlich eines Sühnetermins vor dem Bürgermeister m Oberlais mißhandelte der Angeklagte die Schäfer mit einem Holzscheit, weshalb ihn das Schöffengericht Nidda wegen einfacher Körperverletzung zu Mk. 15 Geldstrafe verurteilt hatte. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hob die Strafkammer das Urteil auf, indem sie den Stock als gefährliches Werkzeug, die Strafthat mithin als gefährliche Körperverletzung ansah, und verurteilte den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von Mk. 50. — Der Landwirt Heinrich Walz aus Bönstadt ist vom Schöffengericht Altenstadt wegen Mißhandlung seiner Ehefrau zu 2 Monaten 4 Tagen Gefängnis verurteilt worden. In ber heutigen Verhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte ferner Ehefrau mit solcher Wucht in bie Seite gestoßen hatte, daß ein Rippenbruch erfolgt war. Ta — nach dem objektiven Besinden — eine Entzündung des Rippenfells in der Lunge durch die Verletzung hätte herbeigeführt werden können, so hielt bas Gericht bie Körperverletzung als mittels das Leden gefährdender Behandlung erfolgt und beließ es — unter Verwerfung der Berufung des Angeklagten — bei ber zweimonatlichen Gefängnisstrafe. — Der Leinweber Friedrich Warnung aus Langenschwarz, gegen den Anklage wegen Betrugs im wiederholten Rückfall und wegen Körperverletzung erhoben ist, ist in dem heutigen Verhandlungstermin unentschuldigt aus-- gdblieben; die Verhandlung wurde vertagt und Haftbefehl gegen ihn erlassen. — Der Arbeiter Otto Reisdorf aus Bergvorwerk i. Schlesien hat einem Kameraden eine Taschenuhr gestohlen, bie derselbe ihm kurz zuvor mit aoberen Wertsachen gezeigt hatte. Er erhält wegen bes un Rückfall begangenen Diebstahls eine 6monat- liche Gesängnisftraie. — Die vielfach vorbestraften Pflästerer Joh. Schröder aus Nidda und Schuhmacher Karl Stumps aus Lich sind des Betrugs im wiederholten Rückfall beschuldigt. Sie haben in einer Wirtschaft in Gießen durch die Vorspiegelung, Schröder habe eine Kuh im Schlachthaus stehen, durch deren Berkaus er in wenigen Stunden eine größere Barsumme erlange, den Wirt bewogen, ihnen Speisen und Getränke zu kreditieren, ohne daß sie dann Zahlung leifteten. Schröder wird zu 9 Monat, Stumpf, der nur Beihilfe leistete, zu 2 Monat Gefängnis verurteilt. — Die (Strafgefangenen Kaspar Debus unb Peter Schmitt aus dem Landeszuchthaus in Marienschloß gerieten eines Tages in — durch Debus veranlaßen — Streit, in dessen Verlauf Debus nach Schmitt mit einem Messer stach, während dieser eine sogen. Klemme bei ber Schlägerei benutzte. Mit Rücksicht darauf, daß die Strafthat in einer Anstalt verübt wurde, bie gerabe zur Besserung der An- jeflagten bienen sollte, hält das Gericht eine exemplarische Be- trafung angebracht und verurteilt Debus als den Anstifter unb Hauptbeteiligten zu 1 Jahr, Schmitt als den in den Streit Hinein- gezogenen zu 2 Monat Gefängnis. — Der Taglöhner Wilhelm Stadter aus Pollenzig hat gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, das gegen ihn wegen Bettelns auf 6 Wochen Haft und Ueberweisimg an die Lanbespolizeibehörbe erkannt hat, Berufung eingelegt — mit bein Erfolge, daß bie Freiheitsstrafe aufrechterhalten bleibt, die Ueberweisung ms Arbeitshaus dagegen aufgehoben wird. Frankfurt, 20. März. In dem Prozeß der Koickursmaffe der Tabakhandlung Königsberger u. Eie. mit der Kommerz- unb Dis kontobank, der von jener Firma Tabak im Werte von 230000 Mark als Faustpfand überwiesen wurde, war von dem Konkursverwalter Dr. Berg dieser Betrag angefochten worden. Aus den vor Kurzem gepflogenen Verhandlimgen hatte sich ergeben, daß die Tabakfirma, um sich zu halten, Wechselreiterei getrieben und ber Bank auch fingierte Forderungen überwiesen hatte. Der ganze Rechtsstreit drehte sich nun um die Frage, ob bie Bank bei Abschluß des angefochtenen Faustpfcmbvertrages die bevorstehende Zahlungseinstellung und die Absicht des EridarS kannte, bie übrigen Gläubiger zu Gunsten der Bank zu benachteiligen. Die Bank will lediglich an eine vorübergehen de Zahlungs schwierig- fei t, wie sie auch sonst vorkomme, geglaubt haben, alles andere ei ihr unbekannt gewesen. Das Gericht erkennt in feinem Urteil baß zwar einige Indizien vorhanden feien, bie für bie Annahm' Geschäfls-Empfshlung u. -Erinnerung Meiner werten Kundschaft und verehrlichen Gönnern zur gefL Nachricht, daß ich neben meiner Schuhmacherei mit Maßgeschäft auch fertige Schußwaren aller Art von den feinsten bis zu den kräftigsten Arbeiterschuben angelegt habe. Bei nur prima Ware bin ich in der Lage, die billigsten Preise einzuräumen. 0-1217 EMnrich Ai, 11 Bruchstraße 14. 14 Bruchstraße 14. SDOO MH MM« »M NM Telephonischer Kursbericht . 26.40 g'J/o Mexikaner Emen s©§wnen Teint auch in den Apotheken erhältlich. per ■öM 100.70 44^0 26.85 28.20 115.00 44L0 wurde freigesprochen. Hamburg, 22. März. Das erste Geschwader wird, wie in Marinekreisen verlautet, gelegentlich der Großjährigkerts- eier des spanischen Königs in den spanischen Gewässern anwesend sein. München, 22. März. Aus dem Postwagen des heute rüh 5.40 Uhr nach Augsburg abgehenden Zuges wurde ein Po st beutel mit 5500 Mark entwendet. Straffburg, 22. März. Unabhängig von dem gestern gemeldeten großen Postdieb stahl ist an der Briefausgabe auf Postamt I im Laufe des Nachmittags ein Werth stück von mehr als 2000 ML verschwunden. Ueber die Thäter fehlt jeder Anhaltspunkt. London. 22. März. „Daily Telegraph" berichtet aus Malta: Dr. Mazzi, Führer der italienischen Partei, habe erklärt, die italienische Sprache müsse auf der Insel den Vorrang behalten. Es sei dies das Minimum der Forderungen seiner Freunde und man werde sich weigern, das Budget anzunehmen, falls diese Forderungen nicht berücksichtigt würden. Man glaubt, daß der Kolonialminister Chamberlain infolgedessen die Aufhebung der Verfassung für Malta verfügen werde. — Die hiesigen Blätter berichten, daß 2000 Mann Kolonial trupp en aller Waffengattungen an den Krönungsfeierlichkeiten teilnehmen werden. — Nach Meldungen aus Pretoria sind die großen Operationen Hamiltons gegen Louis Botha in der Nähe von Ermelo gescheitert. — Wie aus Kapstadt telegraphiert wird, nimmt die Herzschwäche Cecil Rhodes zu. Die Besorgnis unter seinen Freunden ist groß. — Aus Tokio wird depeschiert: Baron Kodama hat seine Demission als Kriegsminister gegeben, um sich «^schließlich seinen Funktionen als Gouverneur der Insel Formosa zu widmen. Der bisherige Unterchef des Generalstabes, Terauchr, ist an seiner Stelle zum Kriegsminister ernannt worden. Paris. 22. März. Der Gemeinderat faßte eine Resolutton, in der die Minister und die Mehrheit der Depu- tterten wegen des Beschlusses über die Verlängerung der Dauer des Deputiertenmandats getadelt und als Verräter gegen die Republik bezeichnet werden. Rom, 22. März. Gestern Nachmittag wurden sämtliche Geschäftsläden und Restaurants zum „Protest gegen die Mißbräuche der Konsum-Vereine" geschlossen, selbst die deutschen Buchhandlungen. Obschon Forderungen. Wien, 22. März. Der dem General-Gouverneur von Moskau, Großfürsten Sergius, zu besonderen Dienstleistungen zugeteilte Offizier sowie dessen beide Schwestern wurden, als sie aus dem Auslande von dem Leichenbegängnis ihres Vaiers zurückkehrten, an der Grenze bei Sosnowice von russischen Gendarmen verhaftet. Großfürst Sergius gab telegraphisch die verlangte Bewilligung zur Leibes-Visitation der Verhafteten, bei welchen Drucksachen und Schriften gefunden wurden, die be» weisen, daß die Verhafteten einem revolutionären Komitee angehören. Der Offizier und seine Schwestern wurden in die Warschauer Zitadelle gebracht. die Ruhe nirgends bedroht ist, sind die Magazine der „Union» militare" durch zahlreiche Polizei geschützt. In Malland, Florenz und anderen Städten wurden gestern Nachmittag die Läden gleichfalls geschloffen. In Varese und Umgebung wurde ein allgemeiner Streik proklamiert. Auch die Bäcker sind in den Ausstand getreten. Die Gas-Anzünder werden von Soldaten begleitet, indeß ist bisher keinerlei Ruhestörung vorgekommen. Auch die norditalienischen Landarbeiter- Streiks zeigen noch keine Zeichen ihrer Abnahme. Die Gutsbesitzer wollen prinzipell nicht mit den Führern der sozialisten Vauern-Ligen verhandeln und lieber ihren Betrieb einstellen und das Vieh verkaufen. Sie machen sich gegenseitig verbindlich, keine Ligen - Mitglieder mehr emzu- stellen. Andererseits beharren auch die Ligen auf ihren 40/., Italien. Rente . . 4*/3% Portugiesen . . SO/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose ..... 4% G riech. Monopol.-Anl. 41l„% äussere Aigentiner 4y, /,) Chinesen . Electric. 8et,ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . Diskonto-Kommandil Darmstädter Bonk Dresdener Bank . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . , Gotthardbahn . , Lanrahütte . . . Bochum . , « . flarpenor . , . S’/gO/o Reichsanleihe 3»/,) do. 3Vi% Konsols , . 3°/o do ... 3*/2°/o Hessen • . 3% Hessen . . . 4% Oesterr. Goldretne Seidenste isä von Eiten & Keussen, JÄ Krefeld. 101.70 92.45 101.65 92.20 102.90 102^90 erzielt man nicht durch scharfwrrkende sog. SchonHecks- rnittel, sondern durch vernünftige Hautpflege; hierzu eignet sich in ganz hervorragender Werse nach ärztlichen Aussprüchen die „Patent-Myrrholm-SeffeL So schreibt ein bekannter Arzt über dieselbe: In einem Falle von unr e ine m Teint, der bisher allen Seifen trotzte, einen glänzenden Erfolg erzielt. Man nehme zum tägttchen Gebrauch nur die „Patent-Myrrholin-SeifeLUebtzrall, Les Klägers sprächen, diese seien,edoch mcht durchschlagend genug, der gesetzliche Vertreter der Bank habe zu schworen sre habe b« dem Abschluß des Vertrags von der Notlage des jetzigen Crrdars gewußt und es sei chr auch nichts davon bekanntg ew es en, daß sie von Königsberger u. Cie. vor den cmdern Gläubigern bevorzugt werden solle. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Darmstadter Bant. Die Bank hat zwei Bank- und Pro- ^mktengeschäste in Güstrow und Waren (in Mecklendmg) mvorben. löaiit für Rheinland und Westfalen in Köln. Dre gestrige Generalversammlung genehmigte die Bilanz, erteute Ln lastung und stimmte der beantragten Zukammeillegung der Aktten rm DerhälMis von 6 zu 5 zu, wodurch oie U.ntervllanz von Marr 1174009 gedeckt ist. Durch das Herabsetzen des Aktienkapitals auf qjlt 8,33 Millionen bleibt »wch ein Reservefonds von 4J2790 Air. Don einzelnen Aktionären wurde die Geschäftsführung einer scharfen ^C^$)ie Generalversammlung der Plälzifcheu Hypothekenbank Lat einstimmig die Anträge der Verwaltung genehmigt. ES rom- ruen 9 Prozent zur Verteilung. Ungarische Konversion. Der Fmanzmmister fuhrt w den Motivenbericht des Zionversionsgesetzes an, er habe sich >ur 'Aronenrentc entschieden, well die Valutaregulierung so wert vor> -geschritten ist, daß das Ausland die Kronenwäbrung beinahe als «owWährung betrachtet. Die Ausgabe von Goldrente hatte dreies Äerttauen erschüttert, auch babe der Finanzmimster aus den Berichten der Baillgruvpe erschen, daß die deutschen Platze letzt sehr urumahrnefähig für Kronenrente sind. , ttniou Elektrizitäts-Gesellschaft. Der Aussichtsrat wirb iS Prozent gegen 10 Prozent im Vorjahr vorschlagen. Dre Verringerung der Dividende gegen das Vorfahr hat ihren Grund zum großen Teil darin, daß den gesetzlichen Vorschriften entsprechend der Effektenbestand nach dem niedrigen Kursmveau des 31. De-ember 1901 aufzunehmeu war. Die Aussichten für das laufende Jahr wurden als gut bezeichnet. , __ Lnb 60 Aiark für die Aktte Lit. B. beanttagt; berdes rote rm ^^Bei der Frankfurter NückversicheruNgs-Gesellschaft soll die fDividerllre mit 10 Mark wie im Vorjahr pro Aktte vorgeschlagen '■naben. _, .. , , . Schuettprefseufabrik FraukeuthaL Dre Dividende wrrd tauf 10 Prozent geschätzt (unter Vorbehcllt) gegen 12 Prevent rm Worjahr. , Der Begebungskurs der bereits von uns erwähntw dchro- fzentigcu Mtttelfrankischeu KreiSauleihe von ML 2‘/4 Mlll. dürfte sich auf etwa 103*/, stellen. . Die Gesellschaft fLr elektrische Hoch- rmd UMergruud- Vahnen in Berlin, deren Unternehmen für dre Verkehrso^hal^ nisse der Reichshaupsstadt epochemachend wirtt und voraussichtlich nicht ohne Einfluß auf andere Großstädte Deutschlands sein wird, hat ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1901 an die zum 5. April berufene 6. Generalversammlimg veröffentlichL Dre Lange der Bahn beträgt 40 Kilometer 141 Meter. Die Kosten der Gesamtstrecke mtt den noch hinzuttetenden Erweiterungsbauten und Umänderungen einschließlich Wagenpark, Kraftwerk, Betriebsbahnhof, Werkstätten, sowie der Bauzinsen werden sich nach dem gegenwärtigen Stande der Abrechnung auf rund 321/, Millionen Mark 'belaufen. Zieht man von dieser Summe den durch die veranschlagten Mietsernnahmen und aridere Nebenquellen sich verzinserrden 'Kapitalbetrag ab, so verbleiben für die eigenttiche Lahnanlage als Kosten, deren Verzinsung au5 den Verkehrseinnahmen erfolgen soll, tetaxx 28 Millionen Mark. Märkte. 4*/a% Oesterr. Silberrente 101.60 4% Ungar. Goldrente . . 101.15 In dem herrlich gelegenen, von Berg und Wald umgebenen Schlosse zu Kestrich (Oberhessen) ist eine neue Fortblldungs- und Haushaltungsschule gegründet worden. Der Sommerkursus beginnt am 10. April und dauert dis Oktober. Der Haushaltungsunterricht umfaßt: Kochen, Backen, Einmachen von Feichten und Gemüsen und allen dazu erforderlichen Vorarbeiten; Besprechung und Eintragung von Kochrezepten; die Behandlung der Wasche; weibliche Handarbeiten. Auf Wunsch wird auch Unterricht in Wissensch., Sprachen, Musik rc. erteilt._____________________________ Gießen, 22. März. MarktberichL Auf dem heutigen WoHen- Lnarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,00—1^0 Mk^ Hühnereier 2 Stück H—14 PL GLnseeier 13—14 Pfg^ Enteneier 8 Pft Käse pr. Stück S—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 0—0 Psg^ Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,90—1,20 All., Hühner pr. Stück i 00—1,70 AtL, Hahnen pr. Stück 1,20—1,70 ML, Enten pr. Stück 2,40—2,70 Mk^ Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg^ Schweine- fleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweürefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg^ Hammelfleisch pr. Pfund 60—70 Pfg^ Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,20—4,00 ALL, Weißkraut per Kriefkagen der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt. A. F. Sie sind im Irrtum. Es giebt außer unserem Gießen ein Torf dieses Namens in den Niederlanden an der Maas und ein Schloß Gießen in Würtemberg, wo übrigens der dieser Tage verstorbene bayrische Kammersänger Franz Nachbaur ibdb zur Welt kam. ^lcucste Utelduiigeii. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Kiel, 22. März. Die Besatzung der StationS-Yacht „Alice Roosevelt* sandte eine Ergebenheits-Kund- gebung an die Tochter des Präsidenten Roosevelt. Ktel, 22. März. DaS Kriegsgericht verurteilte den Wachtmeisterinaat Nietz wegen zahlreicher Mißhandlungen von Schiffsjungen des Schulschiffes „Charlotte" zu dreiwöchentlicher Gefängnissttafe. Der Obermatrose Galm . 88.75 . 109.70 218*40 . 194.00 . 141.40 . 137 L0 . 155.90 . 144.70 . 18.60 . 167.60 . 200.00 . 196.^0 . 165.00 Stück 00—00 Pfg» Zwiebeln pr. Zeiitner 7,50—8,60 ML, Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 5—15 Pfg., m Korben 12—15 Ptg. Trauben 35—50 Pfg»■ Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustraste 2. Angebot der Arbeituchmer: 1 Bäcker, 6 TaglShner, 1 Fuhrmann, 1 Hausdiener, 1 Kellner, 2 Laufirauen, 1 Büreaugehllfe. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Schreiner, 2 Arbeiter, 1 Tag- löhner, 1 Hausbursche, 2 Schreinerlehrlinge, 2 Lauffrauen, 1 Dienst- wadchen, 1 Köchin und Stubenmädchen gegen hohen Lohn. Bekanntmachung. In der Zett vom 15. bis 22. März 1902 wurden in hiesiger Stadt Gefunden: 1 Knabenmantel, 1 Federboa, 1 Paar Manschetten mit Knöpfen und 1 Koppelkette. Verloren: 1 goldenes Kettenarmband. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben chre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, 22. März 1902. Großherzogttthes Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekaruttmachrmg. Die Rechnung der Stadt Gießen pro 1900/01 nebst Verwaltungsbericht, sowie die Rechnung des Gas- und Wafferwerks und des Stadterweiterungsfonds pro 1900/01 liegen in Gemäßheit des Art. 87 der Städteordnung während 8 Tagen auf dem Bürgermeisterei-Bureau — Zimmer Nr. 15 — zu Jedermanns Einsicht offen. In der gleichen Frist können Bemerkungen zu denselben bei uns eingereicht werben. Gießen, am 22. März 1902. 2412 Großherzogttche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Kaufmanns Wilhelm Seuling in Gieße« habe ich die Schlußrechnung sowie das Verzeichniß der bei der Schlußvertheilung zu berücksichtigenden Forderungen bei der Gerichtsschreiberei am hiesigen Amtsgericht zur Einsicht der Betheiligten 8 Tage lang offen gelegt. Die nicht bevorrechtigten Forderungen betragen 86844 Mk. 29 Pf., die vorhandene Masse berechnet sich auf 15379 Mk. 60 Pf., sonach kommen 17,709% zur Vertheilung. Gießen, 20. März 1902. Carl Loos 2387 Konkursverwalter. Mobiliar- Versteigerung. Dienstag, den 25. März nachmittags 2 Uhr werden in dem Hause Ludwigstraße 56 II nachverzeichnete Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert: 1 Plüfchgarnitur, 1 Chaiselongue, 1 Ausziehtisch, 1 runder Tisch, Spiegel u. Bilder, 1 Blumentisch, verschiedene Sessel, ein Waschttsch, 1 Secretgir, ein Büchergestell u.s. w. 2408 I. A.: Schneider. IköHeitr AsZtWer hat abjuqeben 01197 Oekorwm Preis, Wetzlarerw. 80. Uergetmng von Kauaröriten. Die für den inneren Ausbau des neuen Schulhauses, die Errichtung eines Nebengebäudes und die Herstellung des Schulhofes in Liudenstruth erforderlichen Arbetten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Mittwoch, den 2. April L Js. Bormittags 9 Uhr bei Großh. Bürgermeisterei Lindenstruth, woselbst Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, portofrei einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: M. Erd- u. Maurerarbeiten 265,42 Steinmetzarbetten 37,16 Zimmerarbeiten 414,20 Dachdeckerarbeiten 168,00 Spenglerarbetten 41,75 Schlosserarbetten 537,90 Glaserarbeiten 871,92 Schreinerarbetten 2613,61 Weißbinderarbetten 1495,86 Tapezierarbeiten 85,80 Pflasterar betten 560,00 Materiallieferung 729,13 Eisen- u.Röhrenlieferung 90,79 Basaltgrusüeferung 130,00 Gießen, am 21. März 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor 2393 StahL Dergebung vmr Klmardeiten. Die für den inneren Ausbau des neuen Schulsaales, die Errichtung einesAbort- gebäudes mrd die Herstellung des Schulhofes in Hattenrod erforderlichen Arbetten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Mittwoch, den 2. April l.Js. mittags 12 Uhr bei Großh. Bürgermeisterei Hattenrod, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, portofrei einzureichem Die Arbetten und Lieferungen , sind wie folgt veranschlagt: Erd- und Diaurer- Mk. arbetten 1996,40 Stemme tzarbetten 119,30 Zimmerarbeiten 148,60 Dachdeckerarbetten 63,00 Spenglerarbetten 22,75 Schlofferarbeiten 348,35 Glaserarbetten 392,72 Schreinerarbeiten 834,79 Weißbinderarbetten 477,87 Pflasterarbetten 245,00 Eisen- u. Röhrenlieferung 44,80 Rouleaux-Lieferung 52,00 Basaltgruslieferung 120,00 Gießen, am 21. März 1902. Der Großh. Kreisbauinspector. Stahl. 2392 Vorhänge in weiß und cröme. Großer Posten v. 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Danksagung. die vielen Beweise herzlicher Tellnahme bei un- rem schweren Verluste, sowie für die zahlreichen Blumen- enden und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer o gt sage« wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Hainer Jestsche Logge (»),| Ljährig, großes, bildschönes Tier, prerswüroig zu verkaufen. Zu er- fragen Westanl. 31, Dern & Eomp. T odes-Anzeige. Heute morgen 3 Uhr verschied unsere liebe Mutter, Grossmutter, Schwester, Schwiegermutter und Tante Frau Elise Fürst Wwe. geb. Strack nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 59 Jahren. Die Beerdigung findet Montag den 24. d. Mta., vormittags 10% Uhr, vom Sterbehause, Stephanstrasse 11, aus statt. 2883s Gasthaus oder Wirtschaft suche bei hoh. Anz. direkt, auch an kleinerem Platz, vom Ement. zu kaufen. Ausführl. Off. unt. T. 3 an Haaseusteiu u. Bögler, A.-G.,Kraukfurta.M. MMte KreWge | kaufen gesucht. Näh, in d, Exp. Eine getane Kopierpreje zu kaufe« gesucht. 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