Nr. 45 Erstes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 22. Februar LS»» Erscheint täglich «i inty v*T A monatlich «5Ps.,vieriel- außer Sonntags. Aw jährlich Alk. 2.20; durch trjrirjQEfl|>|AkPIT 17r ZIllArl|T 3S£V/IvIIv IvlUinvIHvl bss bä®.-» w General-Anzeiaer v AV ääs& IWxxftüm, Spedition WVIIV4M» V*llJV»yv< gr ben polit.u. aUgem. S Amts- md Anzeigeblatt für den weis Gießen KM sttrittprechanschluß Nr. 51. _________________________ Gießen, den 20. Februar 1902. Betr.: Die Regulierung der Gewerbesteuer. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 4. Februar d. Js. (Kreisblatt Nr. 19) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert. v- Bechtold. Gießen, den 21. Februar 1902. Betr.: Beitreibung von Gemeindeforderungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Soweit Sie mit Erledigung unseres Ausschreibens vom 80. v. Mts. noch rückständig sind, werden Sie hierdurch entsprechend erinnert. v- Bechtold. Polizeiverordnung. Betr.: Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der Maul- und Klauenseuche. Auf Grund des § 56 b der Reichsgewerbeordnung, und der Entschließung Großh. Ministeriums des Innern vom 8. Juli 1897 wird für den Kreis Büdingen, wie folgt, verordnet : § 1. Der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen ist bis zum 15. März 1902 untersagt. § 2. Mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, im Unvermögensfalle mit Hast bis zu vier Wochen, wird bestraft, wer der vorstehenden Bestimmung zuwiderhandelt. § 3. Gegenwärtige Polizeiverordnung tritt mit dem 16. Februar 1902 in Kraft. Büdingen, den 13. Februar 1902. Großherzogliches KreiZamt Büdingen. I. B.: Dr. Neidhart. Gießen, 21. Februar 1902. Betr.: Die Veranlagung zur Einkommen- und Vermögenssteuer im Laufe der Steuerjahre. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Es ist in letzter Zeit mehrfach vorgekommen, daß die Steuerkommissariate nachträgliche Hebregister über direkte Steuern vorlegten, in welchen Steuerpflichtige ausgenommen waren, die schon längere Zeit in den betreffenden Gemeinden gewohnt haben. Wie die geführten Erörterungen ergeben haben, wurde die verspätete Steuerveranlagung in solchen Fällen meist dadurch veranlaßt, daß die Bürgermeistereien die Verzeichnisse über den Zuzug der Steuerpflichtigen erst geraume Zeit nach dem Zuzug steuerpflichtiger Personen, und nicht, wie vorgeschrieben, allmonatlich bei den Steuer- "ommiffariaten zur Vorlage brachten. Ein derartiges Verfahren hat zweifelsohne nicht nur manzielle Nachteile für den Steuersiskus, sondern auch den Mißstand für die Steuerpflichtigen im Gefolge, daß diese hierdurch vielfach gezwungen sind, mehrere Ziele ihrer Steuer auf einmal zn bezahlen. Wir nehmen hieraus Veranlassung, Sie unter Bezugnahme auf § 2 der Verordnung vom 28. März 1900, die allgemeine Einkommensteuer und die Vermögenssteuer be- reffend, anzuweisen, in Gemäßheit des § 16 der Anweisung ür die Großh. Bürgermeistereien behufs der Mitwirkung bei Regulierung der Einkommensteuer vom 7. April 1870 pünkt- ich allmonatlich die vorgeschriebenen Auszüge über den Zuzug einkommen- und vermögenssteuerpflichtiger Personen den Großh. Steuerkommissariaten einzusenden. v- Bechtold. Politische Tagesschau. Getreidezolle. Der Uebersicht wegen stellen wir hier die Vorschläge über die Höhe der Getreidezölle, soweit sie bisher im Schoß der Zolltarif-Kommission zur Beratung stehen, zusammen. ■ Die in Frage kommenden Teile des § 1 des Zolltarifgesetzes, Abs. 1 und 2 lauten: „Bei der Einfuhr von Waren in das deutsche Zollgebiet werden Zölle nach Maßgabe des nachstehenden Zolltarifs erhoben, soweit nicht für die Einfuhr aus bestinimten Ländern andere Vorschriften gelten. Für die nachgenannten Getreidearten sollen die Zollsätze des Tarifs durch vertragsmäßige Abmachungen nicht unter die beigefügten Sätze ermäßigt werden: Tarifstelle 1. Roggen 5,00 Mk.) g w „ 2. Weizen und Spelz 5,50 „ Ig Kg , 3. Gerste 3,00 „ , 4. Hafer 5,00 , * Die vier ersten Nummern des Zolltarifs bestimmen folgende Zollsätze für einen Doppelzentner: 1. Roggen 1 6,00 -ult, 2. Weizen und Spelz 6,50 „ 3. Gerste 4,00 „ 4. Hafer 6,00 „ Hierzu liegen folgende Anträge vor: I. Der Kompromißantrag G raf . Schwerin- Herold-o. Kardorff, der folgende Minimalsätze ver- langt: Für den Doppelzentner 1. Roggen 5,50 Mk. 2. Weizen mit Spelz 6,00 3. Gerste 5,50 ii 4. Hafer 5,50 ferner folgende Maximalsätze: 1. Roggen 7,00 Mk. 2. Weizen und Spelz 7,50 u 3. Gerste 7,00 II 4. Hafer 7,00 II II. Die Anträge Gothein-Fischbeck: a) § 1 Abs. 2 (Minimalsätze) zu streichen, b) in den Zolltarif einzusetzen folgende Sätze: 1. Roggen 5,00 Nck. 2. Weizen 5,00 „ 3. Gerste 2,25 „ 4. Hafer 4,00 „ III. Die Anträge Bebel u. Gen. (unter Anlehnung an die Nummern des gegenwärtig geltenden Zolltarifs) in Nr. 9: „Getreide und andere Erzeugnisse des Landbaues" statt der Pos. a—f zu setzen zunächst a. Getreide, auch Malz und Hülsenfrüchte....... frei. Außerdem beantragen die Abgg. Speck und Dr. Heim (Z.) ohne Angabe eines bestimmten Satzes den Hopfen ebenfalls unter die Minimalzölle zu stellen, und Abg. Graf Kanitz (kons.) kündigt einen dasselbe Ziel verfolgenden Antrag in Bezug auf Mehl an. Preußisches Abgeordnetenhaus. Beim Ausgabetitel „Ministergehalt" bespricht Abg. Dr. Friedberg (natl.) Vorgänge in Grimmen, wo einer Gasthofbesitzerin vom La n d r a t mitgeteilt rourbe, daß die Kaisergebur tstagsfeier der Behörden nicht bei ihr abgehalten werden könne, weil in ihrem Lokal kurz vorher ein.: liberale Wählerversammi tun g stattgefunden habe. Damit have sich der Landrat im Gegensatz zu den Anschauungen seines obersten Ressort- chefs gesetzt. Wenn nun auch auf dem liberalen Kommerse Dinge passiert, namentlich Lieder gesungen worden seien, die nicht zu billigen seien, so liege doch hier ein Fall von außergewöhnlicher Pflicht- und Amtsverletzung eines Landrathes vor. Der Minister werde dem Landrat begreiflich machen müssen, daß er sich nicht zum Agenten einer politischen Partei machen dürfe. (Beifall links.) Minister Frhr. v. Hammer stein entgegnet, am Geburtstag des Kaisers hätten in jenem Lokal Vorgänge stattgefunden, nenne man es Kommers, Bankett oder Orgie» (Oho! links), bei dem der L a n d r a t in der u n f l ä t i g st e n Meise angegriffen worden'sei. Er, der Minister, könne auf diese Beschimpfungen hier nicht öffentlich ein* gehen, aber er ic^ne es ab, den Landrat zu rektifizieren^' (Beifall rechts, andauerndes Zischen links.) Zahlreiche Beamte hätten erklärt, keinen Fuß in jenes Haus zu setzen. Dadurch sei die Aufsuchung eines anderen Lokals nötig geworden. Abg. Goth ein (frs. Vg.) legt dar, daß der Landrat einen Gemeindevorsteher disziplinarisch bestrafte, weil er einen liberalen Wahlaufruf unterzeichnete. Einen mehrfach bestraften Menschen, den der Landrat nicht als stellvertretenden Gutsvorsteher habe bestätigen können, habe er jetzt als Zeugen gegen den Amtsvorsteher gewonnen. Auch sonst hab«', der L a n d r a t Maßnahmen getroffen, die als Terrorismus bezeichnet werden müßten. Der Landrat habe bewußt die Unwahrheit gesagt, wenn er behaupte, daß die Versammlung sehr unruhig gewesen sei. Bei der vom liberalen Verein abgehaltenen Kaiser- geburtstagsfeier sei es durchaus anständig hergegangen; von Orgien sei ihm, dem Redner, nichts bekannt. Die Begeisterung, mit der das Kaiserhoch ausgebracht worden sei, Gießener AadNheater. Zwei glückliche Tage. Von G. Kadelburg und Fr. v. Schönthan. Allbekannt ist die Geschichte vom unternehmungslustigen Sommerfrischler, der reisefroh sein behagliches Heim verläßt, um nach Wochen das reumütige Geständnis abzulegen, daß die sommerliche Freude nur zwei Höhepunkte — glückliche Tage — hatte: den Tag der Abfahrt von und den der Rückkehr nach Hause. Aehnlich erging es dem wackeren Weinholz, dessen Bekanntschaft wir am Freitag nach Jahren erneuerten. Sein Villenbesitzer-Dasein, dem er sehnsüchtig entgegengeträumt, kennt auch nur „zwei glückliche Tage" — den ersten und den letzten des Besitzes. Was dazwischen liegt, das ist vom liebel: eine Kette von Sorgen und Unannehmlichkeiten , von verwandtschaftlichen Ueberfällen und freundnachbarlichen Liebenswürdigkeiten, eine Fülle von Er- eignissen, die dem unbeteiligten Beobachter unterhaltsam und ergötzlich vorkommen, den Betroffenen selbst aber die verhängnisvolle Villa, mit der er sich gründlich verbaut hat, zu allen Teufeln wünschen lassen. Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg haben diesen billigen Gedanken für eine Zweieinhalbstundenunterhaltung hin und her geschaukelt und damit ihrem Rufe als theatralische Vergnügungsmeister genügt. Schönthan, der selbst glücklicher Villenbesitzer ist und sich in Blasewitz an den Ufern der Elbe einen Herrensitz geschaffen hat, wie ihn sich sonst zumeist nur die ftanzösischen Komödienschreiber vom Schlage des Herrn Eugöne Brieux leisten dürfen, hält sich mit dem Stücke anmutig zum Besten; freilich, wer sich selbst zum Besten hält, braucht noch nicht selber zu den Besten zu gehören! Kadelburg, der zweite Verfasser, schuf in dem Stücke zunächst für sich selber, denn er war einst ein viel beliebter Bonvivant, einen wienerisch plauschenden Seladon, der zwar in der Charakteristik ganz an der Oberfläche schwimmt, jedem begabten Darsteller aber Gelegenheit gicbi, schauspielerische Gewandtheit zu zeigen. Im Uebrigen ist der an sich dürftige Stoff durch eine Reihe wirksamer Zuthaten zu einem den Abend füllenden Stücke ausgesponnen; ein paar Streublümchen liebenswürdigen Humors setzen den aus dem Leben und der Alltäglichkeit gegriffenen Szenen schimmernde Lichter auf; die Rollen sind dankbar, die Charaktere so flüchtig als glücklich gestaltet, und so mußte diese harmlose Satire auf die Luxus-Bauwut auch bei unserem Publikum eine freundliche Aufnahme wiederfinden. Begrüßte man in dieser weltstädtischen Pfahlbürgerkomödie im Grunde doch ganz alte Bekannte, den weiblichen „Störenfried" und den „Onkel Lebrecht" des seligen Benedix, die hypernaive höhere Tochter mit der verfänglichen Reisebekanntschaft aus Mosers „Ultimo", den gemütlichen Vollblut-Oesterreicher ans der „berühmten Frau" u. a. Dutzendgestalten aus der deutschen Schwanklitteratur. Hervorzuheben ist in erster Linie, daß unsere Regie ohne viele Mühe den Intentionen des Verfassers entsprochen hatte. Man glaubte sich in der That in einen der zahlreichen, nur auf den äußeren Eindruck hin so billig und unzweckmäßig als möglich hergestellten „Kasten", wie sie in manchen sogenannten Villenkolonien von Großstädten zu finden sind, -versetzt zu sehen. Die steile und schmale Treppe erinnerte fast an das Darmstädter Olbrich-Haus, in dem man in dem vergangenen Sommer neben vielem Unpraktischen und Absurden fteilich auch so viel Gesundes und Verständiges, so viel Zweckmäßiges und harmonisch Einfaches, architektonisch Schönes und ornamental Wirksames sah. Unsere Regie führte auch an unnötigen, im entscheidenden Augenblick versagenden Sicherheit?- und Be- qnemlichkeitsvorrichtungen Manches mit absoluter Natürlichkeit vor. Das Zusammenspiel aber war leider nicht flott genug, es klappte nicht alles nach Wunsch. Daran trugen die beiden Benesiziantinnen nicht die Schuld. Als des Villenbesitzers Töchterlein Else zeigte Frl. Brand au niedliche Backfischnaivität. Frl. Brandau besitzt Innigkeit, warmes, gefühlvolles Empfinden. Ihre ganze Art ist von ansprechender Natürlichkeit. Schade nur, daß ihr Organ so wenig ergiebig ist. Frl. Feige hatte sich mit einer geringwertigeren Aufgabe begnügt, in der sie sich mit lebhaftem Eifer bestens bethätigte. Den Vogel schoß aber Herr Schneider als Joseph Freisinger ab, der den jungen feschen Wiener gab, allerdings wohl nicht keck und lustig genug; er hätte ganz gut weit mehr aus sich herausgehen können. Frau Jenny und Herr Woisch, der leider so mangelhaft seinen Text beherrschte, daß er die Wirkung, die die ihm so vortrefflich liegende Rolle sonst verschafft hätte, wesentlich beeinträchtigte, nefen gleichfalls viel Heiterkeit hervor. Sonst sind noch die Herren Ramsey er als der „Heuochse" von Villenbesitzer, Zo d er als brüllender Morawetz (übrigens ein unmöglicher, weder littauischer noch masurischer „ostpreußischer" Name), und Herr Gerlach sowie Frl. v. Helbronn zu nennen. P. W. Der 100. Geburtstag des französischen Poeten Victor Hugo fällt auf den 26. d. M. In Paris findet aus diesem Anlaß eine Feier am nächsten Mittwoch statt. Sie besteht aus einer großen Zeremonie im Pantheon. Der Unterrichtsminister im Namen des Staates und der frühere Minister des Aeußeren, Hanotaux als Vertreter der französischen Akademie werden das Wort ergreifen. Die Mitglieder der Akademie begeben sich sodann in Corpore nach dem Denkmal Victor Hugos. Auch in Brüssel wird eine Feierlich- lichkeit veranstaltet iverden. Tie Insel. Auf dem Grabe des Berliner Trianon- Theaters legt Otto Julius Bierbaum das fünfte Heft der „Insel" (Insel-Verlag, Leipzig) nieder. Das Heft enthält die am ersten und letzten Abend gespielten Pro- grammnummern, darunter auch das Singspiel „Die Hir - rin und d e r S ch o r n st e i n s e g e r" von Bierbaum und Blei, das trotz seines Durchfalles viel feinen Geist besitzt. Im Vorwort setzt sich Otto Julius Bierbauni an dieser Stelle mit denjenigen auseinander, die er für das Mißlingen seines Experimentes verantwortlich macht. Ihm tritt Markus Behiner zur Seite, der in dem grotesken Buchschmuck den Widersachern der Bierbaum-Muse allerlei Spott anthnt. sei geradezu erhebend gewesen. Bei den tonferbatiben Herren habe bei dieser Gelegenheit die schönste Keilerei stattgefunden. (Große Heiterkeit.) Die.Besitzerin des Gasthauses habe man zur Abgabe einer öffentlichen Erklärung genötigt, die der Wahrheit widersprochen habe. Das fei niedrig! Abg. Dr. Barth (frs. Bg.) wendet sich gegen den Minister, der von Orgien gesprochen habe. Kenne denn der Minister die schöne Redensart eines Landrats vom Bünde der Landwirte nicht? „Die Minister können uns" — dann solle eine bekannte Redensart gefolgt sein, die im „Götz v. Berlichingen" vorkomme. (Heiterkeit.) Bei dem Verfahren in Grimmen handele es sich um eine Bekämpfung des politischen Gegners. (Beifall links, Zischen rechts.) Abg. b. Brockhausen (kons.) bezeichnet die Rede Gotheins als a u s h e tz e n d im höchsten Maste. Redner lieft Teile der Gothemschen Rede vor, die mit „Sehr richtig! links" begleitet werden. Auch Strophen eines Gedichtes liest er oor, das auf der liberalen Kaisergeburtstagsfeier gesungen wurde. (Rufe: Singen!) Präsident b. Kröcher bemerkt, das Singen sei hier nicht gestattet (Große Heiterkeit.) Abg. Träger (frs. Vg.) brachte hierauf die Nichtbestätigung der Wahl des Stadtrats Ka uf f m an n als Bürgermeister von Berlin zur Sprache. Redner sieht den einzigen Grund für Kaufmanns Nichtbestätigung darin, daß » icjcr vor 20 Jahren als Offizier des Beurlaubtenstandes sich im Gegensatz zur Regierung für Einführung des zweijährigen Militärdienstes ausgesprochen habe, der inzwischen aber doch zur Einführung gelangt sei. Minister Frhr. b. Hammer st ein entgegnet, er stehe ganz aus dem Standpunkte, dast die Selbstverwaltung ein noli me tangere fei. Es sei das gute Recht der Stadtverordneten gewesen, Kauffmann zu wählen; gegen seine Wahl hätten Bedenken Vorgelegen, die man verschieden beurteilen könne, lieber die Grünoe, aus denen die Bestätigung ab- gelehnr sei, verweigere er die Auskunft. Es würde eine Ungebühr gewesen sein, dem Kaiser die Angelegenheit nochmals vorzutragen, namentlich bei den Versuchen, aus der Sache politisches Kapital zu schlagen. Der § 33 der Städteordnung könne ja verschieden ausgelegt werden, er aber werde thun, was er für Recht halte. Abg. Frhr. b. Zedlitz (frf.) führt aus, Dr. Barth sei durch und ourch sozialdemokratisch angekränkelt. (Große Unruhe. Glocke des Präsidenten. Präsident v. Kröcher bezeichnet diesen Vorwurf gegen ein Mitglied des Hauses als eine Beleidigun a und ruft den Redner zur Ord- nu ng.) — Redner (fortfahrend) meint, feine Kommunal- verwaltung habe so Viele Streitigkeiten, wie die Berliner. Man möge nur an die Friedhofsfrage, an die Kranzniederlegung und an die As faire Kauffmann denken. Redner wiederholt dann feine bekannten Vorschläge zur Dezentrali- sierung der Verwaltung. Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 20. Februar H902. Schluß. Betr. Festsetzung der Fluchtlinie für die Marburgerstraße nurd entgegen dem vorgelegten Plan beschlossen, für die Strecke zwischen Nordanlage und Querstraße C. auf die Anlage von Vorgärten zu oerzichten, die Breite der Querstraße auf mindestens 12 Meter festzufetzen, mit Ausnahme der eine größere Breite bedingenden Ringstraße. — Bürgermeister Mecum teilt mit, daß er einen Kostenanschlag über die Mehrkosten für Verlegung des Klingel- Laches, dessen Offenlauf ihm nicht gefalle, Haube ausstellen lassen. Die Mehrkosten würden sich auf 30 000 Mk. belaufen; er habe ferner die Anlieger von dem Vorhaben verständigt und sie unter Hinweis auf die ihnen gebotenen Vorteile um entsprechenden Zuschuß angegangen; die an- geBotene Geländeentschädigung, sowie sonstige Beiträge der Interessenten seien aber so gering, daß er den Antrag auf Ausführung seines Vorhabens nicht stellen werde. Das Gesuch bon Karl Linden struth um Anschluß feiner Hofraite in der Lahnstrahe an die Wasserleitung wird abgelehnt, da Gefuchsteller sich nicht dazu versteht, die 375 Mark betragenden Kosten zu tragen. Tie Rechnungen des Gas- und Wasserwerks, sowie des Realgymnasiums und der Realschule für 1900/01 werden dem Anträge der Prüfungs- Kommissionen entsprechend genehmigt. Bürgermeister Mecum bringt hierauf eine an die Großh. Regierung gerichtete Eingabe, betr. den Ausbau der Realschule zu einer Ober-Realschule vor. In der Begründung wird dargelegt, daß angesichts der Be- bölkerungszahl Oberhessens der Mangel einer Ober-Realschule in der Provinz dazu geführt habe, daß Eltern ihre Söhne nach Darmstadt oder in benachbarte preußische Ober-Realschulen schickten; Erklärungen der Eltern darüber, daß sie ihre Söhne in die neu zu errichtende Oberrealschule schicken würden, lägen bereits vor, auch die Direktion deS Realgymnasiums habe den Plan befürwortet. Die Schul- deputatwn habe den Plan einstimmig beschlossen, ben Eintrag zur Annahme zu empfehlen, es sei eine vollständige, d. h. auch räumliche Trennung der Lehranstalten in Aussicht genommen, zu deren Durchführung ca. 175 000 Mk. an Baukosten nötig erschienen. Die Versammlung erhob den Antrag einstimmig zum Beschluß. Die Vorlage, betr. Erhöhung des S'chulgeldes an den höheren Lehranstalten besagt u. a., daß die Stadt für jede Schülerin der höheren Töchterschule ca. 60 Mk. zuschieße, wobei Verzinsung und Abschreibung an den Baukapitalien der Schulgebäude noch außer Betracht bleibe. Rechne man dazu die städtischen Abgaben und andere Lasten, so ergebe sich, daß die Eltern hiesiger Schulkinder mehr bezahlten, als die der aiidroärtigen, denen alljährlich auf diese Weise eine bestimmte Summe geschenkt wurde. Vergleiche der Schulgeldabgaben mit denen anderer hessischer Städte ergäben, daß mit Ausnahme von Offenbach in Gießen das niedrigste Schulgeld bezahlt würde. Die Schuldeputation hat beantragt, das Schulgeld um 12 Mk. für auswärtige Schulen zu erhöhen. Die Versammlung beschließt im Sinne dieses Antrages, nachdem Bürgermeister Mecum zu dem Vorschläge des Stadtv. Jann, das Schulgeld um 18 Mk. zu erhöhen, erklärt hatte, daß es zweifelhaft erscheine, ob die Regierung mit dem Iaim'schen Vorschläge einverstanden sei. Nach kurzer Debatte, an der sich die Stadtv. Hanau, Krumm und Jann beteiligen, wird ferner beschlossen, das Schulgeld der Vorschule de§ Gymnasiums, Realgyninasiums und der Realschule von 40 aus 60 Mk. zu erhöhen. Zn Gunsten dieses Antrages sprach mit die Erwägung, daß bannt eine Belastung der Wenigerbemittelten, bie ihren Söhnen eine bessere Schulbildung angebeihen lassen wollten, nicht eintrete, weil bie zum Eintritt in bie höheren Schulen nötigen Kenntnisse in den ersten 3 Schuljahren auch in der Volksschule erworben werden können. Die Stadtverordneten-Versarnrnlung vom 12. Sep- ember v. I. ist der Ansicht beigetreten, daß eine militärische Organisation der Schutzmannschast nicht nötig sei. Eme neuerliche Zuschrift des Polizeiamünanns tritt dieser Auffassung entgegen. Umfragen in den Städten Darmstadt, Mainz, Worms, Offenbach und Bingen haben ergeben, daß sich dort die militärische Organisation bewährt hat. Den aus dem aktiven Militärdienst scheidenden Unter- ofsizieren werde die Dienstzeit in der Schutzmannschaft angerechnet, d. h. ihnen die Möglichkeit geboten, sich ben Zivilversorgungsschein in ber Schutzmannschaft zu erwerben. Dies ei von vorteilhaftem Einfluß auf bie Qualität ber Schutz- mannschaft. — Stadtv. Krumm befürchtet, daß mit Ernährung der militärischen Organisation die Stadt' in der Auswahl ihrer Schutzmänner beschränkt werde. — ^Mordn. Georgi spricht sich gegen Zwang zur Anstellung von Militäranwärtern für den Schutzmannschast aus. — Stadtv. Kirch empfiehlt Annahme des die mllitärische Organisation befürwortenden Deputationsantrags. — Beigeordn. Wolff teilt mit, daß zwei Dritteile der Stellen mit Militäranwärtern lesetzt werden müßten; bisher hätten sich Militäranwärter für den Schutzmannsdienst nicht gemeldet. — Stadtv. Dr. Schäfer hält auf Grund seiner Erfahrungen im Gerichtswesen und im Interesse ber Sache wie bes Publikums möglichste Verjüngung ber Schutzmannschaft für nötig unb bezeichnet als bestgeeignet bie Militäranwärter. —Stabtv. Krumm empfiehlt, baß man sich nicht ohne Not den Weg, bie Leute nach Belieben anzustellen, verlegen solle. — Stabtv. Haubach ist ür den Kommissionsantrag, auch er hätt bie Militäranwärter ;ür bestgeeignet zu Schutzmännern. — Stabtv. Schmall empfiehlt, es so lange beim Alten zu belasten, bis von staats- roegen Anregung zur Neuorganisation gegeben wirb; es werde schwer halten, für ältere Schutzleute andere Verwendung zu finden. — Stadtv. Heichelheim spricht sich für den Kom- missionsantrag aus. Die Beschlußfassung wird vertagt. Das Gesuch der Heinrich Bellas III. Witwe um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 76 wirb befürwortet. Deutscher Itotteuvcrew. Die Hauptversammlung des deutschen Flottenvereins and am Donnerstag in Berlin statt. Das Präsidium führte der erste Vizepräsident Otto Fürst zu Salm-Horftmar, weiter waren vom Vorstand zur Stelle der zweite Vize- irasident Freiherr v. Dincklage-Campe, der Geschäftsführer Rmeralmajor z. D. Menges-Darmstadt, Professor Bus- ley, Professor Gering re. Die Abänderung der Satzungen wurde genehmigt. Aus dem Jahresbericht acht hervor, daß die Zahl der Mitglieder von rund 600 Ö00 Ende 1900 auf 626 201 am 31. Dezember 1901 gestiegen ist. Im einzelnen sei hervor- gehoben, daß einem verhältnismäßig starken A b gang in einigen nördlichen Lande steilen ein Zuwach s cm Einzelmitgliedern inSüddeutscbland gegen- übersteht. Die Gesamtzahl der Gruppen und Vertrauensmänner betrug am 31. Dezember 1901 2693. Als neues Element find im Laufe des Berichtsjahres 26 Gruppen beziehungsweise Vertrauensmännerstellen im Auslande mit 754 Einzelmitgliedern und 4 Vereine mit insgesamt 150 Angehörigen in die Organisation des Flottenvereins ein getreten. Für Westafrika hat der Gouverneur von Kamerun, v. Puttkamer, für das südwestasrikanische Schutzgebiet der Gouverneur Oberst Leutwein den Vorsitz übernommen. Der Verein ist beim Amtsgericht I zu Berlin gerichtlich eingetragen worden. Das preuß. Oberverwaltungsgericht hat enlschiedeu, daß der Deutsche Flottenverein ein Verein ist, der „eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezweckt." Durch direkte und indirekte Vermittelung der Präsidial- geschäftsstelle sind im Berichtsjahre 1901 751 Vorträge veranstaltet worden, welche insgesamt 52172.28 Mk. Unkosten verursachten. Bei der Besprechung des Jahresberichts wurde dem Präsidium und der Geschäftsleitung vom Oberpräsidenten v. Bötticher der Dank der Versammlung ausgesprochen. Nachdem Geh. Admiralitätsrat Dr. Feilsch über die Thätig- keit des Kuratoriums für den Chinafonds Bericht erstattet hatte, trat eine Pause ein. In der Nachmittag-Sitzung wurden zunächst die Wahlen des Präsidiums vorgenommen. Durch Zuruf wählte man Fürst Salm-Horstmar zum Präsidenten. Erster Vizepräsident wurde Staatssekretär a. D. H o ll- mann. Das weitere Ergebnis war: Erbl. Reichsrat Frhr. v. Würtzburg-München, zweiter Vizepräsident. Ferner: Erster geschäftsführender Vorsitzender: Generalmajor z. D. Menges- Darmstadt, zwetter Geh. Rat Busley-Charlot- tenburg, Hauptfchatzmeister: Geh. Kommerzienrat Ravens. Beisitzer: v. Bresfensdorf-Leipzig, Graf Dürkheim-Mont- marttn-Hannover, Generalmajor a. D. Keim-Berlin, Professor Dr. Sering-Berlin, Major Toegel-Eisenach, General- oirektor Williger-Kattowitz, Freiherr v. Schorlemer-Lieser- Mosel, Baurat Kyllmann-Berlin, Generalleutnant von Sar- wey-Stuttgart (?) — Die Aus geschiedenen sind Generalleutnant z. D. Frhr. v. Dincklage-Campe, Geh. Kommerzienrat von Mendelssohn und Generaldirektor Marx-Danzig. — Zum Orte der nächsten Hauptversammlung bestimmte man M ünchen. Stehend wurde folgende Antwort des Kaisers angehört, die aus Hubertusstock soeben ein- getrosfen war: „Die von dem Deutschen Flottenverein mir daraebrachte, von wahrhaft patriotischem Geiste durchwehte Huldigung habe ich mit Befriedigung entgegen genommen. Ich bitte Eure Durchlaucht, den Mitgliedern dafür meinen aus richtigsten Dank zu übermitteln. Das Streben des Vereins, das Verständnis für bie Entwickelung Deutschlands zur See im ganzen Vater lande thatkräftig zu fördern, kann ich nur auf das Wärmste anerkennen. Ich werde das Wirken des Vereins auch ferner mit sympathischem Interesse verfolgen." Gerichtssaal. M. Gießen, 21. Febr. Strafkammer. Ten Vorsitz führte Landgerichtsdirettor Dr. Güngerich. Die Anllage- behörde vertrat Gerichtsassessor Dr. Hetzel. — Zunächst wird gegen den Schmiedegesellen Gustav Jäckel ..ms Vutsien «Rußland, wegen v. Zuchten schweren Üicvßaylv v.ryandclt. Er hat fidj ossendar m diebischer 'abju.;: — m einer Nacht des August 1901 in den Saal der Wirtschaft „Zur StadL Marburg" in Gießen eingeschlichen, und wurde von dem Besitzer der Wirtschaft und einigen Nachbarn in flagranti ertappt. Er hat sich während der Untersuchungshaft geistes- kraut gestellt und wurde zur Untersuchung für die ^auer von sechs Wochen in die psychiatrische Klinik m Gießen verbracht. Dort lvurde festgestellt, daß der Angellagte seit dem Jahre 1874 fast ununterbrochen teils in Gefängnissen, teils in Irrenanstalten zwecks Beobachtung seines Geisteszustandes inhaftiert gewesen ist und daß — allerdings meist am Grund kurzer Beobachtungsfristen — die verschiedenartigsten Gutachten über ihn abgegeben worden sind. Bald wurde er für einen Simulanten, bald für einen Paranoiker oder Schwachsinnigen oder moralisch Blödsinnigen erQärt Ju Uebereinftimmung mit dem Gutachten der psych. Klinik in Leipzig gelangt der Leiter der hiesigen Klinik auf Grund längerer Beobachtung in Verbindung mit der Kenntnis des Vorlebens des Angetlagten zu der bestimmten Feststellung, daß es sich hier um eine mit großer Konsequenz durchgeführte Simulation eines höchst gefährlichen Gewolmheits- verbrechers handele. Tas Gericht gelangte auf Grund dieses Gutachtens zu der Verurteilung des Angeklagten zu einer einjährigen Zuchthausstrafe. In der heutigen Hauptverhandlung schrie und schimpfte der Angeklagte — in Verfolg seiner einmal eingenommenen Handlung — derart, daß er während des größten Teils der Verhandlung aus dem Sitzungssaal entfernt werden mußte. — Das Urteil gegen ben Stadtrechner Anton Mantel aus Nidda lautet auf insgesamt 1120 Mark Geldstrafe. Das Gericht erachtete als festgestellt, daß der Angeklagte in der Absicht der Steuerhinterziehung wissentlich unrichtig deklariert hat — und zwar während dreier Jal)re bezüglich der Kapitalrenteusteuer und während vier Jahre bezüglich der Einkommensteuer. Tie vor dem Jahre 1898 stattgehabten Steuerhinterziehungen hielt das Gericht für verjährt. — Die Verhandlung gegen den Stellmacher Christoph Hup seid von Gotha wegen Betrugs wird zwecks Ladung eines weiteren Zeugen vorläufig ausgesetzt. — Der Taglöhner Philipp Schäfer von Butzbach hat mehrmals für eine dortige Firma Kohlenfuhren besorgt und zweimal beim Vorbeifahren an dem Häuschen des Hilfsbahnwärters Georg Kirchner diesem Kohlen von der Fuhre überlassen. Ter Kirchner hat sich durch Entgegennahme der Kohlen der Mitthäterschaft an dem Kohlendiebstahl schuldig gemacht. Die gegen jeden der beiden Angeklagten von dem Schöffengericht Butzbach verhängte fünftägige Gefängnisstrafe wird von dem Berufungsgericht aufrecht erhalten. -- Der wegen Betrugs vielfach vorbestrafte Paul Lehmann aus Sachsen hat mittels eines Briefes, in dem er sich u. a. fälschlich als völlig mittellos hinstellte, von der Fürstin von Büdingen ein Darlehen erbeten und auch einen Geldbetrag von Mk. 5 erhalten. Er wird wegen dieses Betrugs zu einer dreimonatlichen Gefängnisstrafe verurteilt. — Ter Glas-Arbeiter Johann Hoffmann aus Schnappach hat im Juni 1901, als er bei einem Umzüge mithalf, einige Gegenstände von geringem Wert entwendet, und wird deshalb unter Zubilligung mildernder Umstände wegen Diebstahls im wiederholten Rückfall zu 8 Monaten Gefängnis, die mit einer früher verhängten Strafe zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren verbunden werden, verurteilt. — Die Eheleute Heinrich Nachtigall aus Odenhausen waren wegen Körperverletzung von dem Schöffengericht Grünberg zu je 30 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Auf die von ihnen eingelegte Berufung hin werden sie — entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft — freigesprochen. Mainz, 20. Febr. Der 28jährige Hotelhausbursche Ehr. Schiebe! aus Heppenheim (Untertaunuskreis) hat in raffinierter Weife die Fremden in den Hotels und auf den Bahnhöfen bestohlen. Im Oktober v. I. stahl er einem im Hotel wohnenden Deutsch - Amerikaner vier Hundert-Dollarscheine unb versteckte sie in dem Blumenrondell am Bahnhof. Ein Dienstmädchen hatte ihn dabei beobachtet und der Polizei Kenntnis davon gegeben. Im Verlaufe der Verhandlung stellte sich ferner heraus, daß Schiebel schon feit längerer Zeit von der Berliner Staatsanwaltschaft verfolgt wurde, weil er dort im April 1900 int Hotel „Fürstenhof" in feiner Stellung als Hotelhauss-, bursche einem Fremden Kleider gestohlen hatte. Bei einer Haussuchung in seiner Wohnung in Frankfurt (worin er von hier aus übersiedeln wollte), fand man eine große Anzahl von Reisekoffern, darunter einen mit einem 1150 Mark werten Inhalt, der erst kurz vorher einem Fremden int Würzbu rger Bahnhofe gestohlen worden war. Ein weiter vorgefundener Koffer war int hiesigen Bahnhofe einem Japaner gestohlen worden. Er enthielt Kleider, Schmuck unb einen Kreditbrief über 9000 Mark. Den Kreditbrief hatte der Dieb ttach Berlin seinem Freunde, dem Mitangeklagten Herrschaftsdiener Emil Ed. Krüger aus Posen gesendet, damit dieser sich über die fremdländische Sprache erkundigen könne. Krüger schickte denn auch die nötige Anweisung, wie das Papier zu versilbern fei, und forderte einen Teil der Beute zur Gründung eines Geschäftes. Die Herkunft einer weiteren großen Anzahl Koffer und Schlüssel konnte nicht ermittelt werden. Der Angellagte befindet sich auch im Besitz eines Sparkassenbuches mit einer Einlage von 1800 Mk. Die Strafkammer verurteilte Schiebel zu zwei Jahren und Krüger wegen Hehlerei zu zwei Monaten Gefängnis. Kilteratur. Sp em an ns Annalen 1901/02. Zwischen dem Material des Konversationslexikons, das immer nur in längeren Zwischenräumen in neuer Überarbeitung erscheinen kann, und den meist recht dürftigen und unzuverlässigen verschiedenen Jahreskalenbern, bie überdies vielfach bie Ereignisse nicht vom 1. Januar bis zum 31. Dezember, sondern von Oktober bis Oktober behandeln, weil |ie noch vor Weihnachten herausgegeben werden, besteht eine fühlbare Lücke, die namentlich von dem unangenehm empfunden wird, der sich rasch und sicher über die Vorgänge des letzten Kalenderjahres informieren will. Es lehren auf diesem Gebiete so gut wie alle Hilfsmittel, benn bie gebräuchlichen geschichtlichen Jahrbücher bringen, ba sie den Hauptnachbruck auf bie politischen Ereignisse legen, unb hier auch längere Exkurse einflechten, auf anderen Gebieten so gut wie nichts. Man hat zwar versucht, diese Lücken ausLusüllen, aber ein Zeitlexikon, das oor Jahresfrist zu erscheinen begann, war so unhandlich u.nb- unübersichtlich angelegt, daß es als ein mißglückter Ver,uch nicht weiter geführt wird. Dagegen erfüllen die soeben von Joh. Pen zier im Verlage von W. Spemann in Stuttgart erschienenen: Spemanns Annalen 1901/02 (Preis geb. 5,50 Mark) in jeder Beziehung ihre Bestimmung, und könnten ihren Untertitel „ein Konversa- tions-Kalenber für Jedermann" mit Recht führen. Wie dieser Titel sagt, stellt sich das neue, hübsch auogestattete Jltert die Aufgabe, gewissermaßen als ein jährlich er- Wwr't E' •» 1 1 (1) 2 (2) 1 Altersschwäche Angeborene Lebens- schwäche Diphteritis Krebs Bronchiektasie Nierenentzündung Selbstmord Hochfeine, stilvolle Einrichtungen Hande! und Verkehr. Volkswirtschaft. Ostende-Dover. Das belgische Eisenbahnmini fterium bittet uns um folgende Berofsentlrch- una: Verschiedene Zeitungen veröffentlichen von Zett zu Zett mißfällige Artikel gegen die Postdampfer des belgischen Staates, die den Dienst zwischen dem Kontinent und Auauste Margarethe Schmidt, geb. Müller 23 Jahre alt Ehefrau« des^Scklossers Peter Schmidt dahier. 20. Ludwig Künkel, 84 Jahre alt, Reirtner dahier. _____ England über Ostende-Dover versehen Die betreffenden Kritiken sind umso weniger gerechtfertigt als^die belgische Regierung noch nre über ern so vollständig^ und gut beschaffenes Material verfügt hat, als gerade iCht: % Postraddampfer, alle im besten Zustande, srcheni die Regelmäßigkeit der Ueberjahrt, und ern neun^ Dampfer, dessen Wiederherstellung augenblicklich statt- ftndet wird in wrzcr Zeit auch in Tienst g-1.teilt werden tonnen, es ist deshalb jede Drenststorung voll g ausg» schlossen Ter Luxus und der Komfort der belgi.chen Post- Wampjer ebenso wie dw RcgelmastrgteU, WW und Sicherheit der Ucberfahrten werden hoch gesasatzt, und dies beweist die beständige Vergrößerung und Zunahme der Pas sag erzähl, die von 114 560 un Jahre lJOO auf 128 231 im Jahre 1901 gestiegen ist. Diese Zahlen sagen genug und bedürfen keiner weiteren Erlaureruilg. Die chrecklichen Stürme, welche vom 31. Januar bis 3. Fell ruar auf der Nordsee gewütet haben, waren für die belgischen Postraddampfer eine Aivar schwere Probe, welche die:ciben aber zu ihrem Ruhme glänzend bestanden haben, denn der Dienst ist durchaus nicht desorganisiert gewesen, wie man hätte glauben können. Arn 1. und 2 Februar telegraphierte man von Dover, die Abfahrten einzustellen. Eine Landung in diesem Hafen war unmöglich, und es war unnütz, die Reise anzutreten, um dann auf hoher See verbleiben zu müssen. Aus dem Bahnhofe Bruxelles-Nord bat man nur die Reisenden, welche um 10 37 Uhr abreisen wollten, die Abfahrt auf 1,20 Uhr verschieben. Außer dem geringfügigen Unfall erner Radlösung bei einem der Dampfer, hat keine Havarie auf den belgischen Postraddampfern konstatiert werden konnar, obgleich wie die Seeleute einsttmmig versichern, sie ein so wildes und wütendes Meer noch nicht gesehen haben. Wöchentliche Ueberßcht der Todesfälle in der Stadt Gieße». 7. Woche. Dom 9. Februar bis 15. Februar 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 22,08, nach Abzug von 2 Ortsfremden 18,06 u ftarben an: Zusammen: Erwachsene:^ 75g Etablissement allerersten Ranges. Grossh. Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant. Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Hanpi-Kollektion. Ausschläge bei Kindern ■ — —Wieviel Freude machen mrad Saugungen* Kinder ihren Eltern, besonders wenn sie fleut sind. Doch gerade in diesem Stadium machen sie oft den Mütterii Sorge, Hauptsächlich sind es pautaus- fchläge, wodurch oft manches hübsche Kmd ganz entstellt wird und es der Mutter, wenn sie das arme hilstofe Wesen leiden sieht, emen Stich durchs Herz giebt. Wie manche Mutter wird es nut Freude begrüßen, daß nun endlich em Aiittel gefunden, das Kmder und Säuglinge nicht nur von den schrecklichen pautausfchlagen befreit, sondern auch die Haut glatt und schön macktt Es i l dies die ärztlich empfohlene Obermeyers Herbaseffe.- Eim . Mutter schreibt, dan sich die Herbaseife sehr gut bei emcm hartnäckigen Gesichtsausschlag ihres Kmdes bewährt habe, dem es nun wesencktch besser ginge u, s. w. Obermeyers Herbaserfe, bestchend 3 /0 Urntca, 2 /0 Salbei, 1,5°/« arab. Wasserbecherkraut, 3P°/» Harnkraut, 9O°,o Seife ist zu haben in den meisten Apotheken und Drogerien oderdtrekt vom Fabrikanten I. Gioth Hanau a. M. 907 Am 14. Sehr. Ernst ed)umann igahr aü,6obn d-S Fuhr- tnechts Joseph Schumann dahier. 16. Wilhelm Insel, 1/* 3°^ altz Sohn des Friseurs Heinrich Insel dahier. Johanna -ott, geb. ßg 'tahrc alt Ehefrau des Bureaudieners Ludwig Lott da- & 17 Wbeti)= geb. Aiüll-r. 77 Jahre alt Wiitwe dahier. Johannes Trank, 42 Jahre alt, Tagchhner dahrer. 18. Auguste Ebett, geb. Vogt, 52 Jahre alt, Rentnerm dahier. 19. und rn alphobet Ia(lc Gebiete umfassendes und Hilfsbuch für jeden, der an den öffcnt- Nachschlage- und H I ist, zu geben. Vortresslrche Dttnste^ erweisen die Annalen jedem Zeitungsleser, da es ^(Äterdinas unmöglich ist, in unserer hafttg lebenden T ^i?Rechenfolge aller die Oeffentlichkett interefsieren- A^^nge im Gedächtnis zu behalten. ^Taß die An- den Lorg gi gewicht auf die politischen ^ageserergnisse r“1" ÄÄblid) aber muh auf dem öebiete ^Td aier dk- Kunst, der fiitteratur und des Spor - V ptitha len sie alles Wissenswerte, wie sie auch die lebens enthalten , Unglücks älle, Verbrechen usw. registrieren ^uch die Ergebnisse der letzten Volkszahl- unam die Bevölkerungszahlen der größeren Städte des ^n^nd Auslandes finden sich verzeichnet. Sehr dankens- ist es daß nicht zu viele Rubriken geschaffen worden J nbern im Interesse der Uebersichtlichtert die politischen Ereignisse in den einzelnen Ländern und m den deutschen Eanzelstaaten unter deren Namen .^^t «Sh am Kopse dieser Rubriken finden sich immer bie notweittlgen statistischen Angaben über die betrefienden Ästete ©o sind beispielsweise unter ^Snniffe innerhalb des Großherzogtums in zeitlicher Fol/e angegeben Bei ihrer großen Zuverlässigkeit, die wir durch viele Stichproben festgestellt Huben, und bei ttrem bttligen Preise, werden sich „^pemanns Annalen Ls^in vorzügliches Nachschlagebuch jedenfalls sehr bald überall einbürgern. __ Ausiug uus den Kirchenbüchern irr Statt Eicha. Evangelische Gemeinde. toetraute Markusgemeinde. Den 16. tfcbr.. Ltto Ruhl ^ußgendarrn zu Darmstadt und.Marie Katharme Höbe, Tochter^ des Stalionsaufsehers Hemrich Hobel zu Frankmrt a. M. H annesa erneinde. Ten 15. ^ebr. Kafpar Rang, Tlensl- ?ncc^t zu Gießen und Anna Äatt)anna Schroder, geb. Volker, ^“‘'«c'au^^'Täl.Täu§ge“b=Tnde. Ten 16. Februar. Dem Handarbeiter Philipp Franz Esienhuch -'N Sahn WtlhAm Karl Phtlivv qeboren 16. Dezember. Markuvgernernde. ^.en 16. Febr. ^Tem Rohrleger Heinrich Wagner cme ^oclster, Marie, oeboren den 9. Tez. Lukasgemcrnde. >ten 16. tfcbr. xem L cher Heinrich -eib-l -ine Tochter. Anna M.nna Kacharma ge- hnron ho» i ^lobannesgemernde. -tcn 16. ^cDrnai. Dem Fabrikam Kar?Schneider ein Sohn, Hans Herinann ^udwlg geboren ben 22. Dez. M i l r t a r g e m e r n d e. Den 16. tfcbruar. $)em Sergeant Heinrich Wurm eine Tochter, Frieda, geboren den 16‘ ^Beerdigte. M atthäusg emeinde. Den ^16. Februar. Juliane Rillst, Privatin 62 Jahre alt, starb den 13. Februar. 19. stobannnes Trank, Taqlöhner, verheiratet, 42 Jahre alt, starb den 17. Februar. 20. Auguste Ebert, geb. Vogt, Wittwe des Pofffekre- tärs Arthur Ebert, 52 Jahre alt, flarb den 18. Februar. Mar- uSaemeinbT Ten 19. Febr. Elisabeth Laudon geb. Muller Wittwe des Zimmermanns Christian Laudon, 77 Jahre alt' starb den 17. Febr? L u k a s g e m e i n d e. 2cn 15. Febr-uar. Elisabeth Lrb, geb. Stroh, Wittwe des Maurers Johannes Erb, 69 Jahre alt, starb den 13. Febr. 18. Johanna Lott, geb. Jung, Ehcfrau d^ Bureaudieners Ludwig Lott, 69 Jahre alt, starb den 16 Februar. 2L Febr. Auguste Margarethe Schmidt, geb. Atuller, Ehefrau des Schlossers Peter Schmidt, 23 Jahre all, starb den 19. Februar. Hof-Möbelfabrik and Kunstsohreinerei von Kffl Ludwig Alter in Darmstadt Aoepn ms btn Slitiesimtsrfgiflnu drr Sfaiii Sitten. Aufgebote. 11 Febr. Philipp Hofmann II., Maurer in Bersrod nut Muri. Schn-id°?d°^°. 13^ Johann Wi-h°-m Ba-z-r, Schn-.d-r dabtt! mit Marie Finke Hierselbst. 14. Otto Martin Schutte, Ingenieur dahier mit Martha Höltge m Atagdeburg-Buckau^ LV. ^pinrirfi Wahl Bahnarbeiter dahier mit Karolme Wack Hierselbst. -1Ä-A Weder, Lndwmt d-hier mit Auguste Aiargareie tharine Louise Häuser hierselbft. Ehcschließuugeu. Am 15. Febr. Kaspar Rang, Diensttnecht dahier mit Anna Ä-ine Schroder, geb. Völker Hierselbst. Otto Ruhl, Hißgendarm rmstadt xvvtt Marie Katharine Höbel dabier. Meer Koch, R-mgE-r d-hL mit Marcha Lhristi°n° huulme H°,m°nn Geborene. Am 12. F-br. Dem Post-W-nt K-rl Erb eine T-cht-r. Dem Weißbindermeister Johannes Fmk eme Tochter. Dem Dber- postasslstent Wilhelm Kammer ein Sohn. 13. D^m ^uhmachev- meister Christian Weeg eine Tochter. 14. Dem PoMoten Heui.^ch Wilhelm Bollmann eine Tochter, Emma Luise. 18. Dem Backer ^dwig Arnold em Sohn. 19. Dem Restaurateur Marunilmn -Üskowskv eme Tochter, Martha Margareche Lmse Philwpme. Dem?lniversitatsprofeffor, Geh. Justizrat Dr. Arthur Schmürt Summa: 11 (2) 8 (2) 2 1 Annu: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wre mel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Cokespreise graben: zu Buchen-Scheitholz, zu 3a cm Nadel-Stämme 86 rm Nadel-Stöcke, fm, Eichen-Stämme mit 12,55 fm, geeignet zu Wagnerholz, Butzbacher ffi und 17 und 186 11 1531 1518 Lyslem Linzer B. smtgeh. Garantie) zu fflk. 48.—. 52 300 337 0,98 0,84 0,80 40 8 38 2 17 204 4 1 52 2 5 14 10 16 170 122 92 2 23 5 79 5 11 14 110 2 18 9 1 4 58 n ii rm ff Knüppel, Reiser, Stöcke, rm ff mit Der seither Herrn Carl Valentin gehörige und von ihm betriebene Steinbruck ist durch Kauf in meinen Besitz fibergegangen und wird unter Leitung des Herrn Valentin weiterbetrieben. Anfragen und Bestellungen auf Bruchsteine werden an Herrn Carl Valentin oder auch an Der Anfang an beiden Tagen Zusammenkunft im Ort. Homberg—Meder-Gemünden. Dienstag den 4. März d. I., vormittags von 9 Uhr an, auL den Distrikten Schweinstall, Schadenbacher Weg und Köpfchen: ff ist morgens 9 Uhr. 5 Nadel- und 2 Eschen- (Werkscheit) Scheit. rm Buchen-, 26 Eichen-, 13 Nadel-, 4 Erlen- 10 Linden-Knüppel, rm Buchen-, 67 Eichen-, 46 Nadel-, 10 Eschen- 8 Linden-Reis, rm Buchen-, 15 Eichen-, 9 Nadel-Stöcke. Zusammenkunft bei der Herrmnühle. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Jäger. Homberg, am 20. Februar 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Homberg. Repp. 1526 VÄ3.I5.X 5.75.A II.— Verpackung u. bahnfrei hier. Jenckel & Co., Hamburg I. Holzversteigerung im Komöerger Stadtwalde. Es kommen zur Versteigerung: Montag den 3. März d. I., vormittags von 9 Uhr an, aus dem Distritt Hardt: 38 Eichen-Stämme mit 27,36 fm, darunter solche bis 2i/i fm, 66 Kiefern-Stämme mit 67,43 fm, darunter solche bt3 1,30 Mk. 1,35 Mk. Holzversteigerung in den Waldungen der Gemeinde Nersrod. Es kommen zur Versteigerung: Mittwoch den 26. Februar in den Distrikten Hainbach, Unteres-Häuschen und Hohlen^ des Städtischen Gas- und Wasserwerkes Gießen. Für den Centner ab Verkaufsstelle: Stück-CokeS j 1,20 Mk. Nnk-SokeS in 'zwei verschiedenen Korngrößen für l8/4 fm, Fichten-Stämme mit 1,02 fm, Aspen-Stamm mit 0,47 fm, Fichten-Derbstangen mit 2,23 fm, rm Eichen- und 2 rm Nadel-Scheiter, , Buchen-, 10 Eichen- und 10 Nadel-Knüppel, 42 , , 22 „ R-rser, । n Eichen- und 16 Nadel-Stöcke. Zusammenkunft auf der kleinen Brücke an der Kreisstraße 15 m Länge, Eschen-Derbstange mit 0,05 fm, Buchen-Derbstangen „ 0,05 „ rm Buchen- (darunter 4 rm Werkscheit), 4 Eichen „ Eichen-Knüppel, Eichen-Stämme von 13 bis 41 15 m Länge — 8,80 fm, mit 10,80 fm, Fasel-, Zuchtvieh- u. Schweinemarkt sinder Ibl? Donnerstag den 13* März 1903 mit Prämiierung von Faseln und Rindern null reiMiger Verlosung statt. 2o|eaOL sind durch Rechner H. Forbach zu beziehen. 3,35 10,04 2,40 Eschen- „ „ 5,27 „ Fichten-Derbstangen mit 11,19 fm, darunter solche bis Nähmaschinen. Durch günstigen Abschluß eines großen Postens bin ich in der Lage^ zu bedeutend herabgesetzten Preisen zu offerieren: [1520 Donnerstag den 27. Februar in den Distrikten Ober-Häuschen, Wamberg und Rosenberg: Kiefern- „ Fichten- , Buchen- q ff 27,75 ff 0,77 Entzückend! ist ein zarter, weißer, rosiger Teint, sowie ein Gesicht ohne Sommersprossen und Hautunreinigkeit., dah. gebrauche man: Zladebeulrr Atkieumilch-Seife Schutzmarke: Steckenpferd. & St. 50 Pf. bei: P. L Mobs u. Ad. Bieler. 1523 „ Reiser, von 1 bis 5 Centner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Job. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 33 und 34, Gebr. Kahl, ^rankfutterstraße 151, Ed. ttlinket, Bahnhofstraße 10, Smil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Lichersttaße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise der Gascokes samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch tn Mengen unter 5 Zentnern. . Stubercheizung und für weite und enge O f e n s ch a ch t e passend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracrt, gangbarste ©orte . * » ♦ • « ♦ • • Größe Nr. 2, kleiner als durchschmttlrche Korngröße des Aitthracit Wagealaduugen von mindestens 36 Cenwern: Stückeokes . . ( i M i UJ3®» Nußcokcs Nr. 1 . . i f * 1,25 „ Nußeokeö Nr. 2 . r r r » 1^0 „ Sei gleichzeitiger Entnahme von mindestens 200 Centneru: Stückcokeä . » i i . t 1,10 Mk. Nutzcokes Nr. 1 r , : ; t 1,20 , Rußcokes Nr. 2 . » » . . 1,25 » Für Eokesabnehmer, welche zwer und mehr Doppelwagaons baithin, ennäMt sich bet Preis um weitere 6 M. pro Lentner. ° Für Anfuhr au das HauS werden 5 Pfeunrg für den Centner^be^ch Verbringen der Eokes — bis zu 6 Centnern ' auf die bett. Lagerplätze (Keller, Stall re.) mit fernem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Gaswerk findet nur ein Veckauf von über 5 Centner Cokes statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der gkinnethttuf der Gamkes „ Derbstangen „ Reisstangen ä Süsse felnschälige Messina- l Apfelsinen. L Kiste Ton75 St. 150 8t. 3 0 8t. rm Eichen-Knüppel, „ Nadel- „ Eichen-Stämme „ Derbstangen Nadel- „ Eichen-Reiser, „ Stücke, Nadel-Reiser, „ Stöcke. Durchmesser, 6 bis £ den Unterzeichneten erbeten. j €1. Bichler N Brauerei Textor. Bersrod, den 21. Februar 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Bersrod. Stroh, Beigeordneter. 1530 •®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®ee®®®®® r Ausverkauf : in 8 Ähren, Kokd- u. Silßerwaren 8 ® Wegen bevorstehender Aufgabe meines Geschäfts verkaufe den noch vor- D Hand en en Restbestand des Warenlagers d ® zu jedem annehmbaren Preise. Z Ghr. 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