Zweites Blatt. Dienstag 31. Oktober 1903 153. Jahrgang Nr. 347 Orf^etet täglich nutzer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit Sem «elfischen Landwirt die Siegener Kamillen- Hfltter viermal in der Woche beigelegt. gttonSdruck u. Der- der Brüßl'lchen ers^-Buch- u.eDtein- eret (Pietsch Erben) Itedaktton. Erpeditton und Druckerei: Gchulstratze 7. Dldrefse für Depeschen: Anretger Gießen. Fernfprechanschluß Nr. 61. GletzenerMzelßerW w General-Anzeiger " S? Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZWZ _____________________ ** zeigenteit: Hans Beck. Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten Ker Kampf um die ZöLe. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 20. Oktober: Ein „Llbtrünniger gelangte im Reichstag heute zuerst zum Wort. Abg. Graf Schwerin begründete die ablehnende Haltung eines Teils der Konservativen gegenüber dem Antrag Frhrn. v- Wangenheim (7i/3 Mark-Zoll auf Brotgetreide). Die Gründe der Konsequenz hatte der Redner auf seiner Seite, und nicht unberechtigt war es, als er meinte, jetzt den Kommissionsbeschluß (Kompromiß) zu verwerfen, auf dem die Mehrheitsparteien sich geeinigt hätten, erscheine einigermaßen illoyal. Graf Schwerin entwickelte all das in seiner ruhigen, maßvollen Weise, doch er predigte tauben Ohren. Rur wenige der auf den bündlerischen Antrag eingeschworenen Konservativen hörten mit der dem Parteifreunde gebührenden äußeren Aufmerksamkeit zu. Eine gewisse Genugthuung mag es deshalb dem Grasen Schwerin gewährt haben, daß dre Herren vom Bundesrat seinen Ausführungen lebhaftes Interesse zuwandten. Besonders galt dies vom württembergischen Minister b. Pischek, der unmittelbar nach dem konservativen Redner das Wort ergriff, und es gleich im Eingang so wirksam brauchte, daß alsbald Beifall und Heiterkeit sich regten. Tr. v. Pischek hatte im ganzen Verlaus feiner die Annahme der Regierungsvorlage^ empfehlenden Darlegung das Ohr des Hauses. Tie präzise Art des Vortrags erlitt auch keine Einbuße durch mehrfache Unterbrechungen von links; Herr v. Pischek wußte seine volle Ruhe zu bewahren. Als „Geber guter Lehren" trat sodann Abg. Dr. Sattler (nl.) in Aktion. Die Regierung möge nach der bevorstehenden entscheidenden Abstimmung unverzüglich die Konsequenzen ziehen, d. h-, da das Scheitern wohl unausbleiblich, die Vorlage zurückziehen und den Reichstag auflösen. (Große Bewegung, während der Graf Bülow den 3>ie Kriegsartikel in polnischer Sprache. Ter Generalleutnant k D v. Bo guSlawski ver- Mentlicht in der ,>Tägl. Rundsch." einen Aufsatz über die Kriegsartikel in polnischer Sprache, in dem es heißt: Tie Ansicht, daß die Bestimmung, nach welcher Die neuen Kriegsartikel, die übrigens einfach eine kurze Zusammenfassung der alten sind, den Soldaten polnischer Zunge in UeLevsetzung zugänglich gemacht werden sollen, eine neu erlassen sei, ist unrichtig. Es ist stets derartig verfahren worden. Auch der Fahneneid ist den Rekruten, die des Deutschen nicht ganz mächtig sind, in polnischer, bezw. dänischer und französischer Sprache abgenommen worden. Tiefe Maßregel kann man durchaus nicht als im Widerspruch stehend mit den erlassenen Schulverordnungen betrachten. Tenn es ist doch wohl klar, daß ein großer Unterschied zwischen einem Kinde, das Teutsch lernen soll und einem Jungen Manne, der des Deutschen nicht vollkommen mächtig ist, und der die schweren Pflichten des Soldaten st an des übernehmen soll, besteht, Pflichten, deren Verletzung durch Kriegsartikel und Militär- Strafgeisehbuch mit strengen Strafen bedroht sind. Taß ihm diese Pflichten von Anfang an verständlich gemacht und klar gelegt werden, ist durchaus Sache der Militärbehörden, und dies kann eben, wenn der Mann nicht ordentlich deutsch versteht, nur in seiner Muttersprache geschehen. Taß man hierüber möglichste Kenntnis erlangt, liegt andererseits den Heimatsbehörden ob. Tiefe müssen den Ersatzbehörden darüber genaue Auskunft durch vorher- gegangene Recherchen Lei den Schulbehörden geben, und mit entsprechendem Vermerk muß der Mann dem Truppenteil überiviesen werden. Volle Gewißheit kann man darüber allerdings nie erlangen, denn der Mann ist sechs Jahre, und manche Leute sieben bis acht aus der Schule entlassen, wenn er ins Heer eintritt. Im übrigen hat auch die Kompagnie Mittel genug, um einige Tage nach der Einstellung darüber klar zu sein, ob der Mann genügend deutsch versteht. Simulanten müssen streng bestraft werden. Auch beim theoretischen Unterricht wird von alters her das Polnische dort zu Hufe genommen, wo es absolut nötig ist. Man hat eben, indem man einen Widerspruch mit den Verfügungen im Schulfach entdecken wollte, den grundlegenden Unterschied zwischen diesen Verhältnissen und denen des Heeres nicht genug berücksichtigt. Tie Beichteabnahme in polnischer Sprache kann doch km Heere ebensowenig wie in der anderen Bevölkerung Anstoß erregen. Ob Uebersetzungen der neuen Feldgesang- bücher ins Polnische nötig sind, darüber kann man verschiedener Meinung sein. — Mit aller Strenge aber muß daraus gehalten werden, daß die polnische Sprache nicht unnötig gebraucht wird, und daß die Leute Fortschritte im Deutschen machen. — Was die Statistik der Schulbildung in der deutschen und nichtdeutschen Muttersprache anbetrifft, so muß man nicht nur die geringe Anzahl derjenigen in Betracht ziehen, die als ohne Schulbildung und nur mit Schulbildung in der nicht deutschen Muttersprache aufgeführt sind, sondern es werden sich auch in den mit Schulbildung im Teutschen aufgeführten Leuten ganz sicherlich eine bedeutende Anzahl finden, die des Teutschen eben nicht genug mächtig sind, um beim Verlesen in deutscher Sprache sofort den Sinn und die Bedeutung der Kriegsartikel zu erfassen. Die Grundsätze der Billigkeit erfordern, die Rekruten über ihre Pflichten und Bestrafungen nicht int geringsten Zweifel zu lassen. Solange die Schule uns nicht Leute schickt, die des Teutschen vollkommen mächtig sind, kann die Heeresverwaltung nicht anders verfahren. Saal betritt). Es sei doch zwecklos, den Reichstag bann noch Monate hindurch mit Dieser Vorlage zu behelligen, eine dritte Lesung abzuwarten, die doch nichts ändern werde. (Zustimmung.) Tie Bevölkerung dürfe nicht den Glauben an die Festigkeit der Rebierungserklarungen verlieren. (Lebhafte Zurufe; Graf Bülow nimmt den langen Bleistift und einen Bogen Papier zur Hand.) Taß der Zolltarif dieses Ende nehme, sei nicht zuletzt Schuld der falschen Taktik der Mehrheitsparteien, besonders der Taktik der „falschen Freunde" der Landwirtschaft. (Stürmische Protestrufe.) Langen Schrittes eilte nunmehr der stteitbarste der bayrischen Zentrumsmannen, Wg. Dr. Heim, zur Rednerbühne, um Herrn Sattler den Text zu lesen. Er that es .auf so urwüchsige Art, unter Entfaltung so origineller rednerischer Eigenschaften, daß wahre Lachsalven durch den Saal Dröhnten. Seinem Landsmann, Dem Abg. Beckh (Frs. Volksp.) stellte Dr. Heim das trübste Wahlprognösti- fon. „Sie werden nicht wiedergewählt! Suchen Sie sich einen Wahlkreis außerhalb der blauweißen Grenzpsähle!" Geringschätzig winkte Herr Beckh ab. In der Sache selbst begründete der Redner den von ihm selbst gestellten Antrag auf Einführung eines 6 Mark-Zolles auf Brotgetreide, wobei er es an scharfen, ironisch gefärbten Angriffen auf den „Bund der Landwirte" und dessen Direktor, den Abg. Dr. Hahn, nicht fehlen ließ. Er bezeichnete die „Bündeler" als „gefährliche Freunde", von denen man in Bayern nichts wissen wolle. Da Frhr. v. Wangenheim, der erste Führer des Bundes, nicht im Saale war, mußte Dr. Hahn allein den Spott auf sein Haupt nehmen. Selbst Graf Bülow, der in ernste Stimmung durch Sattlers Rede versetzt schien, konnte sich eines Lächelns über diese Auseinandersetzung zwischen Agrariern nicht erwehren. Die Vertreter der bayrischen Regierung, Finanzminister von Riedel und der Gesandte Graf Lerchenfeld, freuten sich auch manches Kernwortes ihres Landmannes — sofern es sich nicht gegen die Vorlage, sondern gegen den Störenfried „Bund der Landwirte" richtete; aber beide Herren schienen peinlich berührt durch die unangemessene Art, wie Dr. Heim den Minister v. Pischek korrigieren zu können glaubte. „Weiß der Minister nicht, daß. . ." In diesem überhebenden Tone, doppelt befremdend gegenüber einem älteren Herren, begann eine Reihe erregter Sätze. Herr v. Pischek, mit der Durchsicht eines Schriftstücks beschäftigt, blickte ruhig auf, hörte zu und setzte ebenso gelassen seine Thätigkeit fort. Abg. Konrad Haußmann (Volksp.), der nach einer kurzen Rede des Elsässers Hinterer — zur Abwechslung einmal für eine wesentliche Erhöhung der Industrie- Zölle — das Wort erhielt, entwarf in drastischen Zügen ein Bild der verworrenen Situation, die der Darifentwurf geschaffen, eine schürf iatyrische Tarstellung des „Kampfes aller gegen alle . Ergötzlich schilderte Haußmann den Zwiespalt der Agrarier der verschiedenen Tonart, das Mißgeschick der Regierung, die sich, auf den agrarischen Stuhl setzen wollte, den man nun der Regierung wegziehe, mit der Zumutung, sich gefälligst zwischen zwei Stühlen niederzulassen, das heimliche Sehnen des Zentrums, auch bei dieser Gelegenheit sich als Retter in der Not zu bewähren, das leise Mißtrauen der Nationalliberalen, ob die Regierung auch wohl unerschütterlich bleiben werde. Mit mancher kräftig spottenden Bemerkung über das Hin- und Herhandeln, die im Reichstag etablierte „Zoll-Auktion", traf Haußmann den Nagel auf den Köpf. „Es ist etws Wahres Drau", das drückten die nachdenkliche Mienen sogar der Herren auf der Bundesratsestrade aus. Ter Reichskanzler solle lieber sagen: „Ich grolle nicht, wenn der Tarif auch bricht". Haußmann monierte die ,/ehr unfreundlichen Tinge", die Abg. Heim dem württembergischen Minister gesagt — Herr v. Pischek und Frhr. v. Varn- b ü l e r befanden sich in unmittelbarer Nähe des Sprechers — aber wenn auch in der Form verbindlicher, war inhaltlich das, was Haußmann gegen die Erhöhung der Getreidezölle und die Auffassung der württembergischen Regierung äußerte, kaum minder entschieden. Tie Volkspartei werde den Vorschlägen der Regierungsvorlage wie den Kömmissionsbeschlüssen ihre Zustimmung versagen. Häufige Beifallskundgeoungen der Linken hatten diese fast frei vorgetragene, in ihrer Knappheit mariante Rede begleitet. Nun wendete sich die Aufmerksamkeit besonders der Rechten wie der von ihren Plätzen eilenden Sozialdemokraten dem bayerischen Finanzminister zu. Frhr. v. Riedel legte, wie nicht anders zu erwarten, den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die umftrittene Frage des Gersten- zolls. Er wiederholte seine in der ersten Lesung abgegebene Erklärung, daß eine Erhöhung des Gerstenzolls über den Satz der Vorlage hinauf „ernste Bedenken" habe. Graf Bülow, der während der Rede des Wg. Haußmann nicht im Saale war, schien befriedigt über die nachdrückliche Unterstützung seitens des Kollegen aus Bayern. Vielleicht wird doch noch die Gerste das Kvmpensationsobjekt, entsprechend den Wünschen des Zentrums. Hier gilt eine mäßige Zollerhöhung in letzter Stunde nicht für ganz ausgeschlossen. „Ein Plaidoyer auf mildernde Umstände" nannte Abg. Tr. Barth (Freis. Verg.) die Darlegung des Frhrn. von Riedel. Im übrigen setzte der freisinnige Redner den Derb. Regierungen die Pistole auf die Brust dadurch, daß er erklärte, die Linke werde, falls die Regierung bei Ablehnung ihrer Zollsätze auf Vrol/nneibe den Entwurf nicht zurückziehe, die pe i n l' rüfung jeder einzelnen Position, also eine planmä^. Obstrnkrion ins Werk setzen, was allerdings mit der Ve., ,r.ppung der Vorlage bis zu den Neuwahlen gleichbedeu^no sein würde. Scylla und Carybdis in alter Form! Wie wird die Regierung das Zolltarif-Schifflein hindurchbugsieren- Die Erwartung, vom Reichsrcmzler heute eine Erklärung zu vernehmen, erfüllte sich nicht. Ta morgen die entsprechende Abstimmung statt- finden dürste, ist sie möglicherweise bis dahin vertagt. Tie Situation hat sich jedenfalls erdenklich zugespitzt. Eine längere Rede beS1 Abg. Säubert (Soz.) machte ben Beschluß der Sitzung. Erwähnenswert ist, daß Abg. Bändert dem Minister v. Pischek den Stuttgarter Oberbürgermeister, Tr. Gauß, gegenüberfteltte, der auf dem Städtetag tn Berlin den Tarifentwurf als ein „nationales Unglück" bezeichnet habe. Politische Tagesschau. Graf Oriola und Frhr. v. Heyl. Bei Besprechung der Resolution des Eisenacher Tele- giertentages, worin sich die nat.-lib. Partei für den Zolltarifentwurf der Regierung und gegen die weitergehenden Forderungen der Agrarier ausgesprochen hatte, war in der Korr. des Handelsvertragsvereins u. a. bemerkt worden: „Es wird von Interesse sein, wie sich die Wag. Graf Oriola, Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Sieg und andere dem agrarischen Flübel der Partei angehörende Abgeordnete zu der Resolution stellen." Mas wenigstens die beiden Erstgenannten betrifft, so ist die Frage beantwortet. Von der „Wormser Ztg." wird geschrieben: „Tiejenigen Reichs taigsmitglieder, die einen höheren Zoll schütz der Laiidwirtschaft, als ihn die Regierungsvorlage bietet, schon bisher anstrebten und, wie wir voraussetzen, auch der Reichst-- tagsabgeordnete unseres Kreises, werden auch in der zweiten Lesung im Reichstagsplenum für die Kompromißbeschlüsse der ZolltarifLommistion eintreten." Ob die Regierung wirklich, zumal in der Frage des GerstenzolleS, sest bleibe, sei noch nicht genau heraus, und schlimmstenfalls wäre zur endgültigen Stellungnahme immer noch bis zur dritten Lesung Zeit." Deutsches Reich. Berlin, 20. Okt. Gestern morgen besuchten bit Majestäten den Gottesdienst in den EommnnS. Um 12 Uhr legte Maler Bohrt Entwürfe vor. Um 1 Uhr empfing der Kaiser den bisherigen dänischen Gesandten v. Bind in Gegenwart des Staatssekretärs Frhrn. v. Richthofen in Abschieds-Audienz, ferner den Hauptmann Frhrn. v. Senden, welcher als Militär-Attachs nach Madrid geht, und den Militär-Attachs in London, Rittmeister Grafen Schulenburg. — Wenn sich auch etwas Bestimmtes betreffs des Reichsdefizits für 1902 noch nicht sagen läßt, so wird doch in den mit der Vorbereitung des Voranschlages betrauten Kreisen nach der ,Rat.-Lib. Korresp." angenommen, der Fehlbettag werde sich niedriger stellen, als bisher verlautete, allerdings aber höher sein, als 100 Millio nen Mark. — Der Prinz-Gemahl Heinrich der Niederlande, welcher nach mehrwöchiger Kür heute die Stadt Aachen wieder verläßt, gab am Samstag Abend in einem dortigen Hotel ein Abschiedsdiner, an welchem nur der Oberbürgermeister Veltmann, Polizeipräsident Wallraf, der niederländische Konsul Jonkheer v. Pelser-Berensberg, sowie der Sa» nitätsrat Dr. Rademaker teilnahmen. — Königin Wil - helmina und der Prinz-Gemahl werden trh Laufe des November von Schloß Het Loo in Mecklenburg-Schwerin eintreffen zu einem mehrtägigen Besuche am Großh. Hofe. Berlin, 20. Okt. Die Abendblätter melden, die Mit« glieder des Aeltesten-KollegiumS der Kaufmannschaft, welche gleichzeitig der Handelskammer angehören, werden in der heute abend stattfindenden Sitzung erklären, ihre Mandate mit dem 31. Dezember niederzulegen, da sie erkannt hätten, daß die prinzipiellen Gegensätze statt eines von ihnen erstrebten friedlichen Ausgleichs zwischen beiden Körperschaften, auch fernerhin in den Vordergrund gestellt werden sollten. —- Seitens der sozialistischen Fraktion sind za § 1 des Zollgesetzes und den hiermit verbundenen Tarif- Positionen iin Reichstag Anträge auf 14 namentliche Abstimmungen vorbereitet worden. Nürnberg, 20. Okt. Laut Meldung des .Fränk. Kur." stellen die Sozialdemokraten in dein jetzt bemokratisch vertretenen Reichstagswahlkreise Ansbach-Schwabach den Feingoldschlägergehilfen Hier! in Schwabach als Kandidaten auf. Düsseldorf, 20. Okt. Heute vormittag fand bei Schlußakt der Ausstellung statt. Geheimrat Lueg teilte mit, daß bis zum 15. Oktober 4 882 459 Personen die Ausstellung besiichten und das Eintrittsgeld 3 184 355 Mk. ergab. Verteilt werden Diplome für 216 goldene, 447 silberne und 566 bronzene Medaillen, zusammen 1229 bei 2800 Ausstellern. 30 Diplome erhalten Mitarbeiter der Aussteller und der Ausstellungsleitung. — In seiner Rede betonte Geheim- rat Lueg die Berechtigung der Veranstaltung von Provinzialausstellungen gegenüber den Weltausstellungen', die zu unübersichtlich seien. Ferner teilte Redner mit,' daß nicht nur den Garantiezeichnern die eingezahlten Beträge znrückgegeben unb _ der rückzahlbare Beittagsfonds von V/4 Millionen zuruckerstattet, sondern auch ein nicht unerheblicher Ueberschuß gemeinnützigen Zwecken zugewendet werden könne. Redner schloß nach dem Ausdruck des Dankes für die Behörden und die städtische Verwaltung mit einem Hoch auf den Kaiser, dessen Gnade die Uebernahme der Schirmherrschaft seitens des Kronprinzen zu verdanken sei. Professor Roeber gab bann ein poetisches Bilb von ber Entstehung der Ausstellung und des neuen Kunstpalastes, dessen Errichtung der Industrie zu verdanken sei. Redner schloß mit einem Hoch auf den Kronprinzen. Oberbürgermeister Dr. Marx gedachte in seiner Rede der Abschiedsstimmung und der materiellen Errungenschaften, sprach Geheimrat Lueg und Prof. Roeber namenS der Stadt Düffeldorf Dank auS und teilte mit, daß die Stadt Lueg daS Ehrenbürgerrecht verleche und für Roeber eine,Gedenktafel im Kunstpalast errichte. München, 20. Ott Der Deutsche Veterinärrat begann mit einer Festsitzung im alten RathauSsaal die neunte Plenarsitzung, der auch Prinz Ludwig beiwohnte. Der Präsident deS Veterinärrats, Geheimrat Effer, begrüßte die Vertreter der deutschen Bundesstaaten und Behörden und betonte, die wichtigste Frage, die die Plenarversammlung be- schäftige, sei die Neugestaltung des Reichsviehseuchengesetz eS. Staatsminister von Feilitzsch begrüßte die Versammlung namenS der bayerischen Regierung. Geheimrat Kelch im Namen deS Reichsamtes des Innern und hob dabei hervor, daß der neue Entwurf des revidierten Vieh- seuchengesetzeS im nächsten Monat im Reichsgesundheitsamt von Sachverständigen durchberaten werde. Sodann begannen die eigentlichen Verhandlungen über das Thema: »Aus welche Seuchen soll das neue Viehseuchengesetz ausgedehnt werden und welche Bestimmungen soll es enthalten? Die Verhandlungen über das Thema werden morgen fortgesetzt. Heute nachmittag findet ein Festmahl statt. Heer und Flotte. — Zu m Komman deur der 21. Division ist General-Leutnant Friedrich Ferdinand v. Hagen ernannt worden. Er ist 1846 zu NeuhaldenSleben geboren, studierte auf der Universität zu Berlin die Rechte, 1865 trat er in daß Kaiser Alexander-Garde-Regiment Nr. 1 ein, machte den Feldzug 1866 gegen Oesterreich mit. Von 1869 bis 1873 war er zur Kriegs-Akademie kommandiert, welches Kommando durch die Teilnahme am Feldzuge 1870/71 unterbrochen wurde, und zwar war Leutnant v. Hagen dem 1. Bataillon 1. Garde-Gren.-Landwehr-Regts. zugeteilt, in dessen Reihen er an den Belagerungen von Straßburg und Paris teilnahm und sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse erwarb. Lurch A. K.-O. v. 15. Juni 1899 mit der Führung der damaligen 4. Infanterie-Brigade (jetzt 2.) beauftragt, erfolgte 1899 seine Beförderung zum General-Major und die Ernennung zum Kommandeur der gen. Brigade. London,' 19. Okt. Wertlosigkeit der draht» losen Telegraphie für den Seekrieg. Das dieser Tage nach England zurückgekehrte Kreuzergeschwader, das an den großen Manöoern ber Kanal- und Mittel- meer-Flotte im Mittelländischen Meere teilgenommen hatte, brachte einige beachtenswerthe Nachrichten. Das überraschendste Ereignis des Manövers war die Thatsache, daß eine im Hafen von Angostoli von einer mehr als doppelt so starken feindlichen Flotte blockierte Flotte von 14 Schiffen auS dem Hafen entkam. Man schreibt dies zum Teil der drahtlosen Telegraphie zu, die vollständig üer- sagte ober sich sogar als schäblich erwies, ba ber Feind ohne Unterbrechung falsche Telegramme schickte, sodaß niemand mehr wußte, welche Telegramme eigentlich galten. Die au8 dem Hafen entweichende Flotte des Prinzen von Battenberg war m ihrer Geschwindigkeit dadurch behindert, daß sie das alte Schlachtschiff ,£)oob" bei sich hatte, bas durch seine Langsamkeit natürlich die Beweglichkeit ber ganzen Flotte ver- minberte. Zum Glück für ben Prinzen lief bie „Hood" auf und die Flotte konnte nun mit Volldampf weiterfahren. Ein anderer Vorfall bewies übrigens, welche Gefahren nächtliche Unternehmungen mit sich bringen. Das Flaggschiff des Prinzen von Battenberg ronrbe nämlich von einem seiner eigenen Torpedobootszerstörer mit einem Torpedo beglückt. In der Kritik der Manöver heißt es, daß es zweifelhaft fei, ob man durch sie etwas neues gelernt habe, bie Manöver hätten jedoch bewiesen, daß vom Admiral abwärts das ganze Personal ber Marine größerer Hebung bedürfe, bannt die Flotte jeber an sie herantretenden Aufgabe gewachsen fei. Kirche und Schule. Der sozialdemokratische Pastor a. D. Göhre schreibt ber sozialbem. Chemnitzer „Volksstimme": „Wenn ich hätte Karriöre machen wollen, Hütte ich Pastor in Frankfurt a. M. bleiben müssen. Ich hatte, selbst nach ben „höchsten* Kreisen hin, ohne mein Zuthun, Aussicht auf vorzügliche und nützliche Verbinbungen. So ist nur glaubwürdig nutgeteilt worden, daß auch z. B. der Kaiser sich eine Zeitlang für mich besonders interreffiert hat (Anfang ber 90er Jahre); baß er mein Buch über meine Arbeiterzeit in Chemnitz genau gelesen, unb baß er gewünscht habe, baß ich, ber Sachse, in Preußen angestellt werbe. Ja, eines Tages erschien bei mir ein Geheimer Rat (aber nicht auS bcm Zivilkabinet beS Kaisers) unb legte mir nahe, eine Audienz nachzusuchen. Dasselbe ist mir später einmal von einem hohen Offizier offeriert worden. Hotte ich bie Aussichten auSgenützt, so wäre ich vielleicht heute schon irgcnbroo Hofprediger. Ich habe es nicht gethan, weil ich keine „Karriere* wachen wollte. Ich bleibe was ich bin, ein ganz gewöhnlicher sozialdemokratischer Agitator." Kolonialpost. Aus dem Deutschen Kolonial-Kongreß sprach u. a. über bie Bebeutung ber christlichen Mission für bie Entwickelung unserer Kolonien Superintendent D. Merensky, Berlm. Der Redner betonte bie Wichtigkeit ber Eingeborenenfrage, mit beren Bedeutung auch bie Bebeutung der christlichen Mission gegeben sei, bie an ber Lösung bieser Frage mitarbeitet. Er wies bie Behauptung zurück, baß bie Eingeborenen auSftcrben würben, am allerwenigsten neigten die afrikanischen Völker dazu, was er durch Beispiele erläuterte. EL sei also klar, daß wir im Blick auf bie Zukunft in unseren afrikanischen Kolonien und auch auf Neu- Guinea unb ben östlich davon liegenden Inselgruppen mit ben Eingeborenen werden rechnen müffen. Ihre Entwicke- lungSfähigkeit sei erwiesen; Pflicht unb eigenes Interesse gebiete uns, diese Entwickelung zu leiten, also bie Leute zu erziehen. Diese Erziehung sei einerseits Aufgabe des Staates, anbercrfeitS SUfgabe ber Kirche, also gegenwärtig die Mission. Der Staat werde für Ordnung sorgen, Frieden und Rechtssicherheit schaffen, Arbeitslust wecken, nützliche Thätigkett fördern unb bie Eingeborenen gegen Unterdrückung, Ausbeutung, lasterhafte Emflüffe schützen müffen. Er könne aber nicht Religion in die Herzen pflanzen. Das Christen- um könne die Hindernisse hinwegräumen, welche sich unter heidnischen Böllern der Entwickelung wahrer Kultur entgegenstellen. Zu diesen Hinderniffen gehöre vor allem ber Aberglaube, ber erfahrungsmäßig zu Gedankenlosigkeit unb Mangel an Verantwortlichkeitsgefühl führe. Das Christentum sei auch imftanbe bie Polygamie zu bekämpfen, welche häufig, so bei allen Afrikanern, bem Mann gestattet, ein aules und unthätiges Leben zu führen. DaS Christentum bringe den Naturvölkern bie Grundlage für alle Sittlichkeit, es wecke auch baS Bewußtsein vom Wert beS Lebens unb 'pende Trost im Unglück. Schließlich wies ber Redner darauf hin, daß die Arbeit der Mission auch deshalb wichtig fei, besonders für Afrika, well nur bie Einführung des Christentums dem Umsichgreifen des Islam wehren könne. Was in 100 ober 200 Jahren von Afrika nicht christlich sei, werde muhamedanisch sein. DaS deutsche Volk aber möge die Missionen unter den Heiden kräftig unterstützen. Ausland. London, 20. Okt. (Unterhaus.) CH am b er lain teilt mit, bie Regierung habe bie Höhe des Beitrages noch nicht festgesetzt, der von Transvaal unb ber Oranjekolonie zu den Kriegskosten zu leisten sei. Parlamentsuntersekretär Cranborne erklärt bezüglich der Operationen im Somaliland, daß ein indisches Bataillon und ein Teil des afrikanischen (ringebomenen- bataillons als Verstärkungen der Abteilung des Obersten Sw ahne zur Verfügung stehen würden. Weitere Ver- tärfungen würden, falls notwendig, entsandt werden. Ausgedehntere kriegerische Operationen und die Verwendung größerer Truppen körper, als zuerst erwartet, würden erforderlich fein. Der Staatssekretär für Indien, Lord Hamilton, erklärt, der verstorbene Emir von Afghani- ’tan habe Schußwaffen und Kriegsvorräte in Deutschland gekauft. Er habe damit aber nicht gegen das Abkommen mit der englischen Regierung gehandelt. — Wie Reuters S&ureau erfährt, leite der Staatssekretär für Indien mit der indischen Regierung Verhandlungen über die Möglichkeit der Entsendung weiterer Verstärkungen aus Indien nach Somali land zum Kampfe gegen den Mullah ein. (Vgl. unsere Depesche in der Parlamentsbeilage. D- Red.) — In einer gestern veröffentlichten amtlichen Depesche über das Gefecht im Somaliland heißt es wörtlich: „Der Mullah, welcher in Verbindung mit Kail Inger in der Richtung nach dem Webbfluß stehen soll, zieht von allen Seiten Verstärkungen heran." Hierzu bemerkt Reuter: Die Worte „Kail Inger" sind zweifellos telegraphische Verstümmelung für „Karl Inger". Der Ausländer dieses Namens, man glaubt ein ehemaliger österreichischer Offizier, wurde wiederholt in Verbindung mit Somaliland und dem Mullah genannt. — Weitere Depeschen aus Domaliland schildern Die Lage als sehr ernst. Oberst Swayne zieht sich vor Mullah, der über Streitkräfte in Stärke von 15 000 Mann verfügt, zurück, seine Verbindungen sind unterbrochen. Paris, 20. Okt- Der Nationalist Ernest Roche beantragt die Dringlichkeit für feinen Gesetzesvorschlag auf Trennung von Staat und Kirche und auf Kündigung des Konkordats. Der Ministerpräsident Co mb es erwidert, die Regierung lasse der Kammer volle Freiheit, wie sie stimmen wolle. Es sei chm persönlich unmöglich, zu unterscheiden, ob der Antrag ehrlich gemeint, oder nur darauf berechnet sei, der Regierung Berlegenhetten zu bereiten. (Beifall links.) Der Sozialist Dejeante erklärt, seine Partei stimme für die Dringlichkeitt unter der Voraussetzung, daß mit der Kündigung des Konkordats alle Kongregationen unterdrückt werden. Die Sozialisten brachten einen entsprechenden Antrag bereits im Frühjahr ein und Dejeante beantragt die Priorität für die Abstimmung über diesen Antrag. Ter Radikale Brisson erklärt sich gegen die Dringlich kett. Die Frage der Trennung von Staat und Kirche sei nur in Verbindung mit der definitiven Regelung des Unterrichts- und Ordenswesens zu lösen. Die Priorität für den Antrag Dejeante wird mit 237 gegen 219 Stimmen abgelehnt. — Die Kammer lehnte die Dringlichkeit für den Antrag Roche mit 286 gegen 179 Stimmen ab. — Der frühere Generaldirektor des Kabinetts Waldeck-Rousseau, de Magny, ist geworben. — Der Minister des Innern wies den Direktor im Kultusministerium, Dumay, an die Bischöfe, welche das am 9. Oktober von verschiedenen Blättern veröffentlichte Schreiben der französischen Erzbischöfe und Bischöfe mitunterzeichnet haben, so lange nicht zu empfangen, bis der Ministerrat sich am nächsten Dienstag hierüber schlüssig gemacht haben wird. R o u e n, 20. £ft Der sozialistische Deputierte Saures hielt gestern hier einen Vortrag, in welchem er u. a. die Abrüstungsfrage besprach unb ausführte, die Kriege müßten abgeschafft werden. In Elsaß-Lothringen, Polen, Finland und Südafrika werde das Recht von der Machit unterdrückt, es gebe aber in der Welt hinreichend Ge- rechtigkett, um diese Provinzen den Ländern, denen sie früher gehörten und denen |ie entrissen seien, wiederzugeben. Rom, 20. Oft In vatikanischen Kreisen fällt es auf, daß einen Tag nach der Abreise des Monsignore Guibi, des neuen apostolischen Delegaten auf den Philippinen, der Erzbischof Chapelle aus New-Orleans in Rom eintraf. Er soll den Papst auf die „Ungerechtigkeiten" aufmerksam machen wollen, die den Franziskanern, Augustinern unb Tominikanern in Amerika brohen. Außerbem klagt er bie von Monsignore Jrelanb geführte katholische Partei in ben Vereinigten Staaten an, baß sie aus politiichem Interesse bie kirchlichen verraten habe. — Ter „Secolo" versichert, noch vor Jahresschluß würben deutsche und italienische Delegierte in Venedig zum Studium der Präliminarien der Hanbelsver- tragsver Handlungen zusammen treten. — Nach dem „Corriere bi Napoli" sandte ber Papst an ben Kaiser von Oesterreich unb an ben Prinzregenten von Bayern Schreiben, in bcnen er um Gastfreundschaft für bie französischen Kongreganisten bittet. — Ein Spezialkurier bes Zaren ist in ^an Rosore eiijgctroffen, wo augenblicklich König Viktor Emanuel toeilt Ter Kontier hat bem König mitgetcilt, baß der Z ar (eine Reise nach Italien früher antreten werde, als beabsichtigt, und baß bie Aenberungen des Programms mit ben Vorgängen im Orient zusammen hängen. Tie Reise werbe bereits im Dezember erfolgst Stockholm, 20. Oft. Zum schwedisch-norwegische» Marineattach ee in Berlin und Petersburg wurde Korvettenkapitän G. F. Krack ernannt Kop enhag en, 20. Oft (Folke thing.) Bei der heutigen Beratung des Budgets kündigte der Ministerpräsident an, er werde eine Vorlage bett. Reform beS Kommunalwahlrechts einbringen, sobald eine Ansicht, wenn auch nur eine geringe, wir Durchführung derselben vorhanden sei; ferner einen Gesetzentwurf betr. vollständige Umänderung des LotsenwesenS. Ter Kultusminister kündigte eine Vorlage betr. Einführung der obligatorischen bürgerlichen Ehe an. Belgrad, 20. Oft Tas neue Ministerium ist nun* mehr, wie folgt, gebildet: Präsidium und Bauten Peter Welimirowitsch, Aeußeres Oberstleutnant Wasa Antonitsch, Inneres Kronanwalt Tvdorowitsch. Finanzen Professor Rabanowitsch, Justiz Aron Nint schic, Kriog General Pawlowitsch, Unterricht Professor Markowitsch, Volkswirtschaft Dr. Nikolic. Tas Kabinett besteht mithin aus vier Radikalen, zwei Neutralen unb zwei Fortschrittlern. Conftanza, 20. Okt. Gestern würbe in Anwesenheit ,es Prinzen unb der Prinzessin von Rumänien, ber Minister, ber fremden Gesandten unb ber Militär- attachees, sowie der Mitglieder der Tonaukommission der Donaukanal zwischen Dultsche unb Sulina, burch ben bie Strecke um 22 Kilometer verkürzt würbe, eröffnet Auf bie Ansprache bes Vorsitzenden ber Tonaukommission, österreichisch-ungarischen Generalkonsuls Borhek, gedachte der Prinz von Rumänien der Thätigfeit der Tonaukommission und brachte einen Trinkspruch auf die delegierten der Großmächte aus. Darauf statteten Prinz und Prinzessin von Rumänien und die Minister Besuche an Bord der anwesenden fremden Stationsschiffe ab. Bei dem sich anschließenden, von der Tonaukommission gegebenen Festmahl trank der österreichisch-ungarische Generalkonsul Borhek auf das rumänische Königshaus. Der Prinz erwiderte mit einem Trinfspruch auf die vertretenen Souveräne und Staatsoberhäupter, indem er der Dankbarkeit Rumäniens für die Arbeiten der Tonaukommission Ausdruck gab. Konstantinopel, 20. Oft Nach einer Meldung bet „Fr. Ztg." haben sich sowohl Italien wie Englanb in der letzten Zeit wiederholt, aber erfolglos an die Pforte gewandt, damit sie dem zun e h m e n de n P ir a t en - U n- wesenimRotenMeere energisch steuere. Tie Kühnheit der Piraten ging soweit, daß sie kürzlich die zu Massauah gehörige Insel Telhas ausgcplündert und mehrere Einwohner fvrtgeschleppt haben. Angesichts der Unthätigfett der Türfei errichtete Italien im Roten Meere mehrere Sambucks und armierte sie mit Mitrailleusen. Diese Sam- bucks wurden unter den Schutz deS Kreuzers „Tiemontie" und eines Kanonenbootes gestält DaS Ergebnis ber Jagd auf die Piraten war, daß mehrere derselben getötet und eine größere Anzahl gefangen genommen wurde. England ahmt das italienische Beispiel zur Säuberung deS Roten Meeres nach. Saloniki, 20. Oft Ter Bandenführer Ob er st lend nant Janfow wurde von bulgarischen Bauern, die von der revolutionären Bewegung nichts wissen wollten, in einem Torfe im Vllajet Monastir gefangen genommen. Aus Stadt und Saud. Gießen, 21. Oktober 1902. — Hofnachrichten. Wie uns auS Darmstadt telegraphisch gemeldet roirb, sind der Großherzog und der Prinz Heinrich heute Vormittag um 8 Uhr mittelst Automobll in das Jagdrevier Nicolaipfort bei Moerfelden gefahren. — Personalien. Der Kreisbauinspektor deS Kreises Dieburg Karl Zimmermann ist zum KreiSbauinspektor deS Kreises Heppenheim ernannt worden. Dem technischen Eisen» bahnsekretär in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Gustav v. Hößlin wurde die unkündbare Anstellung verliehen. Der Hochbauauffeher bei dem Hochbauamt Mainz Jakob Bolz ist zum Hochbauauffeher bei dem Hochbauamt Darmstadt und der BauaufsehcraSpirant Ludwig Geyer auS Darmstadt zum Hochbauauffeher ernannt worden. = Klein-Linden, 20. Okt. lieber die Errichtung einer hiesigen Postagentur schweben z. Z. Verhand- lungen. Dieser Tage wellte der Ober-Postinspektor hier. Darmstadt, 21. Okt. (Eig. Draht der icht.) Heute Vormittag um ’/*12 Uhr fand in Gegenwart deS EtaatS- minifterß Rothe unb deS Professoren-Kolle giumS die feierliche Uebergabe deS Rektorats sellenS des Geh. HoftatS Prof. Dr. Schering an den Geh. Baurat Prof. Dr. Pfarr statt. Mainz, 20. Okt. Die Mombacher Eingemein» bungSfrage. In der Konferenz zwischen Vertretern von Mainz unb Mombach erklärte bie städtische Verwaltung, daß sie auf der Grundlage der von Mombach gestellten Bedingungen in eine Beratung ber Eingemeindungs- Angelegenheit nicht eintreten könne, überhaupt auf eine Eingemeindung verzichte, wenn die unerfüllbaren Forderungen nicht beseitigt würden. — Künftigen Donnerstag findet im Kasino zum ,Frankfurter Hof eine außerordentliche Generalversammung deS Vereins der Zentrumspartei statt, in welcher Bericht über die bevorstehende Landtagswahl erstattet wird und die Prokla- mierung der Centrumskandidaturen erfolgt. — ®in hiesiger Kohlenhändler, der am Samstag eine Partie Holz in seinem Kohlenhofe klein hacken wollte, geriet beim Zuschlägen mit der linken Hand unter daS Beil und hieb sich dadurch den Daumen von der Hand vollständig ab. Der Verletzte kam ins Vincenzhospital. Biebrich, 20. Okt- lieber bie von unS in ber gestrigen Parlamentsausgabe gemeldete Zugentgleisung werden folgende Einzelheiten bekannt: Als am 19. V Tc. Vormittag ber Personcnzug 9.38 Uhr von Wiesbaden nach Mosbach abfuhr (derselbe wurde auf der letzteren Station dem Frankfurter Zug nach Köln angehängt^, kam es in der giäfje von Mosbach, unweit Kurve, auf dem hohen lamme zu einem Schienenbruch. Durch bie Geistesgegenwart des Lokomolioführers Batt er wurde großes Unheil vermieden. Als letzterer einen furchtbaren Stoß bemerkte, bremste er sofort unb ließ ben Dampf ab, aber auch schon im nächsten Momente stürzte bie Maschine unb ber Tender ben Tamm hinab, wobei sich bie erstere tief in das Erdreich eingrub. Zwei Wagen, die hinter der Maschine hingen, einen 3. unb 4. Klassewagen, blieben in ber Böschung bes Dammes hängen, zum Glück waren beide Wagen unbesetzt. Der Heizer He cht aus Kassel wurde ta*» "ti Sei k„ Blte S-N ,W ®r»n ^!ch, Unter, ym L »«« > b°r Biiitäl ””®ifii»it der LM *Ä .Weit bet Spruch aus die statteten Prinz Mer Besuch? Schiffe ab. § wmmission ge, uische (ifaieroi* "gShaus. Ter die vertretenen r der Tankbar. maukommijsion er Meldung bei England in der die Pforte ge* Giraten.Un* :e. Tie Kühnheit >ie zu Massauah d mehrere Sin. der Unthätigkeit Meere uiebrs? sen. Tiefe M ers „Sienwi? gebnts dü'W len M und wurde Ligland run-deS Noten tya Obechlaü» mern, die von ’(m wollten, in gen genommen. tobet ^atxn^abi te* ;erzog und btt n 8 Uhr mittelst ct bei Moerfelden leftor M W igbauinfpeftor des technischen Dstn- ^ahngerneinschast Anstellung ver- chbauanü Mainz 3em hochbauamt wigDeyrra-^ rden. )ie Erri^uig t J Z. Ltlhm* SL *Ä** et @i«9fffleln* L »lii-t-r" °« £:t= Etzen •f'T«««:’ V'-Xf über die s ®?bi $rofl«‘ i-Ngb.- 6 Hbl’ St» tgab- unS g°""7g l H n ®ieT gtati»« äna1!' Lm 6’5 di- 8 IW ob, «*? SSfS? t5*w -- nnnt-en W betit B^...^chEE, I der Ä S i fTsaben» m di-Wohnung dis AnUsrich.-^ W^7r i efe soll m e h r er e Hunder t tansenv \erauSL ^Äls^dem^B-ch/e im S^IangSzimmee Sra^r r s betragen. MnEminister brachte eine T“ Ä 7aU» «° b-ltz^ bte WMagJä g«Ä Sil »» Ä» I L-Schu (Tjo^e te®tü^™?artmtitop^Ä seit sechs Jahren, keinen Gebrauch macht. Es geht also auch so! Vermischtes. Gottesdienst in der Synagoge, tzüdantage. ■Anl. 4 äussere Argentiner Neueste Meldungen. fiTSshmftrfp-n^ Kiel eingetroffen. 101.90 91.85 102.10 91.80 100.20 99.70 103.00 101.90 101.60 103.10 50.30 81.80 28.40 120.80 44.50 3V2% 8% 8*/,% 8% SW 4°/u Italien. Rente 4V2% Portugiesen 3°/ Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 4% Griech. Monopo’ jurn (Kreis Emden), ist auf der Fahrt von Archangel nach Liverpool am 9. d. M. an der Murman-Küste verloren gegangen. Die Mannschaft des Schiffes ist gerettet und in Alerandrowsk gelandet worden. — Der russische Kreuzer „Dschigit" ist heute Morgen, von Kronstadt kommend, m hm begu- Z3. der Unfall tz^er und tlco _________„____ . um die Strecke ftM saß. heraus rufen. Als er dem Becker im Empfangszimmer n»« . . ci. _. _ _r. I 1 Ar' (•/ l ..f'iLfiAt» AtnAn Wönnin^r nornnr imh flrth icnuberftano. gemeldet. , • Schiffsunfälle. Drei Tage lang tobte m der letzten Woche im Kanal und in den englischen Gewäffern em heftiger Sturm, in dem verschiedene schwere Schiffsunfälle vorgekommen sind. Vor Liverpool wurde nachts die Bark! Matador" aufs Land getrieben. Die Rettungsbote „New- sitömotise'' h2'"sich tief' Ins Erdreich" emgewühll 8% Mexikaner . . . 4,/2% Chinesen . . . Electric, öohuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Konunandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . . Lombarden . . . . Gotthardbahn .... Laurahütte ..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: still. • Köln, 21. Okt. Oberhalb der Station Kalk über- r fuhr ein Zug zwei Kinder eines dort bediensteten Bahn-I< beamten in Gegenwart des Vaters. , I; • Dresden, 20. Okt. Gestern Abend feuerte m einem ; Anfall von Geistesstörung in einem Restaurant im Vororte? Plauen der Lithograph Barth einen Revolverschuß auf den Eisenbahn-Angestellten Stolz ab und verletzte ihn am Kopfe schwer. Stolz ist heute früh seinen Verletzungen erlegen. Der Thäter wurde zur Beobachtung seines Geistes-1 zustandeS einer Nervenklinik überwiesen. .... * Dünkirchen, 19. Okt. Die amtliche Statistik über die Rückkehr der isländischen Fischer stellt fest, daß von 91 Booten, welche dieses Frühjahr ausfuhren, 8 verschollen sind. 48 Mann von den Besatzungen fanden den Tod. . Paris, 19. Okt. Ein Attentat wurde gestern gegen einen Eis en bahn zu g bei Grand Serre versucht, indem ein schwerer Balken an die Schienen gebunden wurde. Die Lokomotive räumte aber ohne große Beschädigung das Hindernis hinweg, sodaß eine Entgleisung verhütet wurde. • Bozen, 20. Okt. Heute Nacht stürzte^ mJ>en| Gfriller Wäldern eine verirrte Bäuerin von i hohen Felswand ab und bliebtot 1 tappte ^heute "Nacht “m Zimm^ne-' Stieftochter bereu 1Stück^M^W Liebhaber, einen verheirateten Müllergesellen und tötete ihn durch Messerstiche in die Leistengegend. \\_. - Jerusalem, 20. Okt. Nach den amtlichen AuS- 84 . weisen beträgt die Zahl der Choleraerkrankungen in bt^-7. Gaza seit dem 14. Oktober 186, uic Zah^ «er ~5rc*'i—e I ßiter 18 Psg. Aevfe 138, in Lydda sind 56 Personen erkrankt und 28 geftorben. I «tauben 00-00 Psg. * Früher Winter. In Ober-Steiermark ist-- starker Temperatursturz mit Schneefällen eingetreten. Die Temperatur ist bis auf 1 Grad gesunken. Auch aus Re- mioemont in den ftanzösischen Vogesen wird Schneefall Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen 8% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 41/3% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 26.56 . 92.90 . 80.10 . 10L70 . 212.70 . 187.50 . 185 JO . 142.50 . 155.70 . 152.00 . 20.10 . 180.00 . 197.00 . 169.80 . 168.75 sch en Grenze festgestellt wurde, hat ergeben, daß der Diebstahl auf französischem Boden begangen worden ist. Sämtliche Einschreibebriefe der 15 Briefsacke die nach Süd^ amerika bestimmt waren, sind entwendet worden. D« Berlin, Li. Okt. Graf SigismuR^RacrYns. Hbßtzr RMÜöläöll 061 KMÜLl'll ki, Besitzer des Raczynski'schen ^mrliNi-^deirommrsiesl . in der Provinz Posen und der Raczynski schen Gemäloe- Galerie, erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, Ist mit feiner ganzen Familie aus der katholischen und der dreiprozentigen konsolidierten außerm Schuld, t>te in Gemäßheit der bei Gericht erhobenen Reklanmtione« werden abgestempelt werden müssen, sollen den Charakter der äußeren Schuld hinsichtlich der Couponszahlungen irr Franks, Pfund Sterling oder in Mark bewahren, hingegen wird keine neue Frist zur Forderung der Abstemstelung bei anderen Titres gewährt. Ter zweite Artikel besagt: Vom 1 Januar 1903 ab werden die Coupons der äußeren Schuld in Gold gezählt, welches auch die drationalitat des Inhabers fein mag, um der Erklärung vom 28. Juni 188^ keinerlei Abänderung erleiden zu lassen. Ter Artikel 3 setzt fest: Ter Finanzminister ist ermächtigt, die Stucke bei abgestempelten Schuld durch andere umzutauschen. Zu beim Umtausch kann er schreiten, falls er es für ange< Kirche ausgetretem . Stolp i. P-, 21. Okt. In Daberkow rm Kreise Stolp erschlug der Mbeiter Bantin mit einer Axt die Witwe Sumo. Als er dann Raub begehen wollte, kam eme Frau Grünst mit ihren drei Kindern hinzu. Bantrn erstach alle vier und entfloh dann. Bis letzt konnte er nicht verhaftet werden. . . . _ Hamburg, 2L Ort- Die Rhederei des e n gl i sch en Dampfers „Firsby" welcher bekanntlich in der Nacht vom 23. zum 24. Juni das T o r p e d o b o o t S. ^überrannte und zum Sinken brachte, wobei der Kommandant des Bootes und 3 Mann ihr Leben verloren, h marineamt gezahlt und somit die Schuld ihres Kapiwns anerkannt, die seiner Zeit auch durch den Spruch des Seeamtes festgestellt worden war. Haag, 21. Okt. Die Buren ge nerale werden, wie verlautet, heute mit dem Ministerpräsidenten Kmvpers eine Besprechung haben und sodann nach England abreisen. Bordeaux, 21. Okt. Tie Untersuchung über einen schreibt Herr Med.-Rat Pros. Dr. F. in D., dirig. Arzt be8 Kindw ttankenhauses, am 17. Juni 1902: Teilen Ahnen hierdurch mit, daß wir mit Ihrer Oberweyers Herba-Seise^ in mehreren Fallen von chronischen Ausschlägen und Wundsein der Kinder gute Resrü- tate erüelt haben. h. in Apotheken, Drogerien u. Fabrckant I (BtaÄnäui Seft: 90% Stift, L°/. Staiica, 2»/. Sataei, L6/. Wasserbecherkrt., 8,5°/0 Harnkrt. 0712 Telephonäscher Kursbericht« franktart *. jH«f 21. Oktober 1902. I Eisen, 20. Okt. Zur Beschäftigung der Syndikatzechen hört K. s^rssiüi gliedern mitgeteilt, daß sie von ihrem Kundigungsrecht, wie I ber?ert haben, daß die genannten Zechen die Forderung bisher im r.x.» ft-t..»- mohrnitrh mfirht Es aebt allo I düsenden Monat stall um die vorgesehenen 24 pCt., nur um durchschnittlich etwa lb pEt. haben einzuschränken brauchen. Gegen den Pormonat, der noch eine thatsächliche Mmderforderung gegenüber der Beteiligung von über 20 pCt. auswies, bedeutet dies eme er- l)CbhC9Rann5?im,’ 20. Okt. (W. B.) Die heutige erste Gläubiger- Versammlung der Akt.-Ges. sür chemische Jnöustrie Rhernau- Mannheim in Konkurs beschloß nach der „M Bcw. Ldsztq. , den Betrieb fortzusühren. Nach dem vorgelegten Status betragt die thatsächliche Unterbilanz Mk. 5 035 000. Der provisorische Gläubiger-Ausschuß wurde bestätigt und von 3 auf 9 Mitglieder Zahlreich sind die Toiletteseisen, welche zur Schönheitspflege mit den größten Versprechungen dem Publikum angepriesen wurden aber rote sie gekommen, jo sind auch viele wieder verschwunden da sie das Versprochene nicht gehalten haben. Die „Patent- Myrrholin-Seise" hat infolge ihrer Reizlosigkeit, Milde und unüber, troffenen Wirkung bei den verschiedensten Hautstörimgen und zul Erzielung eines schölien Teints das Feld behauptet. Für die zarteste Haut der Frauen und Kinder ist sie von unschätzbarem Wert. Tie fortwährend zunehmende enorme Verbrellung, welche die „Patent-Atyrrholin-Seife" gefunden hat, sind der beite Beweis, daß sie als hygienische Toiletteseife zum täglichen Gebrauch von Jedermann daueriid benutzt wird, der ihre Vorzüge und bev , überaus wohlthclligen Einfluß auf die Haut kennen gelernt hat/ Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich, woselbst auch bie 4w hochinteressanten Myrrholin-Bilder gratis zu haben smd. -vtan ^nchme keine andere Seife. ergan^^ 2Q Oktober. Die außerordentliche General-Ver- fammlung der Straßenbahngesellschaft nahm mit großer Mehrheit ba§ Kaufangebot der Stadt an und werden den Wtwnaren für 1000 Mk. Aktien 2100 Alk. dreiprozentige Stadtobligationen gegeben. Die Uebernahme von der Stadt erfolgt am 1. Januar. — Vereinigte Pinselfabriken in Nürnberg. Die Gene-1 ralversammlung genehmigte die Vorschläge der Verwaltung. Die vorgeschlagene Dwidende von 11 Prozent — 110 Mk. pro Aktie — wie im Vorjahre gelangt sofort zur Auszahlung. a 1:d Bochumer Bergwerkö-Aktien-Gesellschaft. Der Ausweis pro September ergiebt einen Ueberschuß von 21179 Nlk. gegen 14194 Mk. September 1901 und 21179 im Vormonat (August 1902). Die abgelaufenen 9 Monate d. I. ergeben 149 124 Mk. I — Der Umtausch der Aktien der früheren Bank für Rheinland und Westfalen in Aktien der Rhemischen Diskonto- Gefellschast ist bis längstens Ende November d. I. oorzunehmen. Märkte. Gerichtssaal. Oldenburg, 20. Okt. (Ein Bankier als Mörder.) Das Mord-Attentat des hiesigen Bankiers Baden-Bruns auf den Oberamtsrichter Becker (ein Bruder beS ®ieener Dber- leutnants B. D.Red.), das im Sommer d.Js. großes Aufsehen erregte, beschäftigt heute und die folgenden -tage baS bielige Schwurgericht. Der angeklagte Bankier Baden, genannt Bruns, war bis zu feiner Verhaftung Direktor der „Oldenburger Vollsbank , die zu ihren Kunden hauptfächlich kleinere Geschäftsleute und solche industriellen Unternehmungen zählte, die mit „faulen Wechseln zu operieren gezwungen waren, um sich über Wasser halten ju können. Indem die Bank solche Wechsel diskontierte, ließ sie sich so erhebliche Zinsen und Provisionen zahlen, daß sie allgemein als eme Wucherbank galt. Eine ganze Reihe von Unternehmungen erlut durch diese Machenschaften Schiffbruch, und als die altangesehene Delmenhorster Ringofen-Ziegelei infolge der roudjerifcfjen Ausbeutung ihrer Notlage durch den Angeklagten bezw. seine -Bonk im vorigen Jahre zusammenbrach, befaßte sich auch das Gericht mit ber Volksdank". Der Ober-Amtsrichter Becker, welchem die Regelung des Delmenhorster Konkurses übertragen worden war und nurä te ui otn । Gieße«, 21.Okt.MarktberichL Auf demheutigenWochenmarkt § ■ onn kosteten: Butter pr.Pfd. 0,90-1,00 Mk., Hühnereier vr. St. 7—8 Pfg., einer 200 Mir. L oo—00 Pfg., ©änfeeier 00—00 Pfa., Enteneie 0—0 Psg., Käse no vuev i o u vr. Stck. 5—9 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 19 Psg. Der Taglöhner Anton Rainer er- Linsen pr. Liter 82 Pfg., Taubenpr. Paar 0,60—OVO Mk^ Hühner pr. St beren 1,00-1,80 Alk„ Hahnen pr. Stück OM-0,85 M., Enten pr. Stück 2 00—2,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 60—65 Pfg., Ochfenfleisch pr. Pfund 66-76 Pfg., Kuh-und Rindfleisch pr. Pfund 60-64 Pfg., Schwem^ fleisch pr. Pfund 70-80 Pfg., Schweinefleifch, ge alzen, pr. P und ■1 Darmstadt, 21. Okt. (Orig.-Beri.cht deS „Gieß. Anz.") Die Uebergabe des Rektorats der Technischen Hoch- schule fand heute vormittag in der Aula in feierlicher Sitzung statt, an welcher seitens der Staatsregierung der Staatsminister Rothe teilnahm. Prorektor Geh- Hofrat Professor Dr. Schering hieß den Vertreter der Staatsbehörde und die übrigen Anwesenden herzlich willkommen und berichtete über die Tbätigkeit der Hochschule wahrend der beiden letzten Jahre. Sie seien wiederum Jahre des Foill- schrittes, was die erfreuliche Thatsache beweise, daß rm letzten Winter die Zahl der Hörer auf über 1800 jhe& Nach dem Tank an die Regierung für die freudige Forderung, der Interessen der Hochschule, die sich durch die galanten Erweiterungsbauten beweise, teilte Redner mit, daß auff l einstimmigen Beschluß der Ingenieure deS Senats die Herren Regierungsrat Prof. Heinrich Müller-B^slau und Baurat Anton Ruppel, Direktor der Vereinigten Maschmen- Fabriken Augsburg und Nürnberg, zum 'Doktor Ina. ernannt wurden. Hieraus erfolgte die Verlesung der Ergebnisse der Preisaufgaben in den letzten Jahren und der Tank des bisherigen Rektors für die ch.m von allen Seiten erwiesene Unterstützung. Hieraus wurde dem neuen Rektor Geh Baurat Pros. Pfarr die goldene Kette mit Würde, überreicht, der mit Herzlichem Tank für die AusKeichpungen das neue Amt antrat. Ten Schluß der Sitzung bildete eine akademische !Borlesung über Kraft und Energie beä Meeres-Wassers. , Israelitische Religionsgemeinde. Donnerstag, den 28. und Freitag, den 24. Oktober 1902: Laubhüttenfest-Enbe. 8. Tag. Borabend: 5 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. I Nachmittags 4 Uhr. 9. Tag. Borabend 6 Uhr. Jugend-Gottesdienst mit Predigt. Morgens 8.80 Uhr. Abends 5 Uhr. Bem.: Während der Wtntermonate beginnt der > «-•i.-e.— C*— S.„v. SA«. V.AV. QinomAnl ftnh I ö ° - nf, „ Hottesdmch bet »rarlitischeu Keligion-gesellschast. bracht hält. , , r ,,r Mailand, 21. Okt. Ein Komitee hat beschlossen, die B ur e n - G e n e r a l e einzuladen, einen Besuch, ta Italien zu machen. . t m „ Wien, 21. Okt. Der Ober-Jngemeur der Berliner Union, Elektrizitäts-Gesellschaft, Liethammer wurde zum ordentlichen Professor des ElektrotechnikumS au der deutschen technischen Hochschule in Brünn ernannt. Bu d ap e st, 21. Okt. ImNagybutyiner P o st am t wurden die Geldanweisungen seit Monatsfrist nicht weiter befördert. 12 000 Kronen sind verschwunden. Da die Posten regelrecht eingetragen sind, glaubt man, daß । bie Gelder auf der Post-Ambulanz verschwunden sind. Budapest, 21. Okt. Aus den nach Klausenburg abgehenden Personenzug wurde bei Maoo em Attentat versucht, indem das Geleise mit großen Schienen belegt wurde. Trotzdem der Zug noch rechtzeitig zum Stchen gebracht werden konnte, wurden doch die Lokomottve und einige Wagen erheblich beschädigt. Von den Reijendau ist angeblich niemand verletzt. , Wilkesbarre, 20. Oft Die Aufforderung, welche Mitchell an die Konvention der Grubenarbeiter richtete, daß die Vorschläge des Präsidenten Roosevelt angenommen werden sollten, wurde mit sturmftchem Beifall ausgenommen. Nach einigen formellen GeschäftK- erledigungen vertagte sich die Konferenz aus morgen. Donnerstag, den 28. und Freitag, den 24. Oktober 1902: Schluß-Fest und Gesetzcsfreude. 1. Tag: Vorabend: 5“ Uhr. Morgens 800 Uhr. Nach- Tag ^Vorabend 610 Uhr. Morgens 800 Uhr. Sabbathfeier am 25. Oktober 1902 Freitagabend 5°° Uhr. Samstag Vormittag 880 Uhr. Nachmittags 3M Uhr. Sabbathausgang 6^ Uhr. Wochengottesdienst: Nlorgens 7 Uhr, abends 4 Uhr. brighton" und ,..... . - • n. , . Mannschaft von 9 Köpfen. In der Bai von Liverpool smd. nicht weniger als drei Segelschiffe und ein Dampferi gestrandet. Sie sind alle Opfer des letzten Sturmes. Die Dampfjacht „Maria", ein Schiff von 549 To., kam in furcht-1 bar mitgenommenem Zustande in Queenstown an. Das Schiff war am vergangenen Sonntag von Greenok abgefahren und entging nur mit knapper Not am Dienstag dem Untergang, als es 120 Meilen von der Nordwestküste von Irland entfernt war. Die Decks, Kammern und Lagerräume standen unter Wasser, und die Mannschaft war beständig an den Pumpen. Schließlich mußten sich die Leute im Takelwerk festbinden und das Schiff seinem Schicksal überlassen. Sieben- ^«1 undzwanzia Stunden verbrachten sie m dieser Lage, leben Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Augenblick den Untergang erwartend. — Das deutsche Hanau, 21. Okt Ter 8Nährige Musiklehrer.Konr^ Barkschiff „Elli" (Kapitän Bodeewes), beheimatet in Older- Kämpfer wurde aus dem Stadtgraben «um lKreis Emden), ist auf der Fahrt von Archangel nach läudet Ob Selbstmord oder ein Unfall vorliegt, stcht noch äbtoütfunam &>on, ebenso einige Passagiere. ®et u’“e^m^nT^b" »«Weben«. Ronfurätan.inen das Drecken ber Reisenden war eilt geroaltig«, f.e fregaim @ctoäMX86ren desselben einer absälligen KrNik Daraui. §ich zu Fuß nach der Station Mosbach. Von Kastel tiaf | ^egau sich Baden-Bruns m die Wohnung des alsbald ein Rettungswagen mit Aerzten an r“ “ " »eile ein. Viele Arbeiter sind beschäftrgt, um die Strer^ ftüd - bk Ärts.«Stära rr ssüsäm»“ s?Si " " motive hat sich tief ins Erdreich eingewuhll, ^er"r Beit gelangtes, den Rasenden zu überroalhgen. Man Hte muß auseinandergenommen und ui em-elnen Tellen zuerst an. daH er geifteSaeftört fei, ^ne Internierung m drtaeschasst werden. An der Herstellung des beschädigten L^r g?rCuanfta/t ergab jedoch, baß er durchaus mit Vorbedacht 1 ‘ --------° —gestern eifrig gearbeitet - gehandelt hatte. Baden-Bruns hat sich daher roeaen vorsätzlicher Bis vorgestern Wend waren Lötung des Amtsrichters Becker zu verantworten. Die xVostsbank ™ . a, . y ... Konkurs geraten, und da die Ankiagebehorde wie i mit dem Gedanken umgeht, die materielle 'ieit eingehend zu verhandeln, so werden ..... eme Woche in An- . Seiest es und Dammes wurde gestern eifrig gearbeitet ferner wird noch gemeldet: dr— «nfumh hin' ^»ie Schienen wieder gelegt und die entgleisten Wagen, bis ist inzwischen in «°nd toi vordersten, auf Lesthicht^'W-l-genh-U eingch-nd zu ° heutigen Tages auf daS Geleise zuruckbrmgen zu können. E——- Kandel und MrKrhr. Volkswirlschasl. » ebenfalls an llusallstelle. s « SDeiialtarifä 8 xu erlangen, war für den Nachweis der Ausfuhr Kleine Mitteilungen aus Hefsen und^^nl ^i^ölfmonattgeFrist festgesetzt. Rücksichtlich der gegenwärtigen Nachbarstaaten. Vom 1. Dezember an soll die 'inlänbifeen Sudermartte§ ist diese Frist auf 18 Monate steiasperre auf den Stationen der Frankfurt-H ombur-I^briängert worden. ger Bahn eingeführt werden. —Dian berichtet aus Hanau: QA 0,4 Danksagung Gut empfohlene Lehrers Jean Mann Die trauernden Hinterbliebenen. Wöllstein, Hungen und Siefersheim, den 21. Oktober 1902. 7401 5209 Kirchstraße 8. zu vermieten. 7375 Gebr. Zutt, Steinstraße 84/36. Zimmerwohnung Stcphaustr. 11. 4833] 5—6- Prima 7404 6353 Licherstraße Ü. I, II. 7402 Hamburg. 6599 vermieten. Expedition d. Bl. 04696 7484 auf sosort gesucht. W. Engelhardt. Xüdjtiße Htijikrtt in der Exped. d. Bi. 7406 ofvn gesucht. 7898 Fuhrmann Kreiling, Wiesett. WWGWft Äen!o!l6 lirrfrljifhniM Offene Stell ph Du rVvniicÄ insbesondere für die liebevolle und aufopfernde Pflege im Militärlazarett zu Giessen, dem Herrn Pfarrer Euler für die trostreichen Worte, sowie den Herren Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der 8. Kompagnie des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm* und den sonstigen teilnehmenden Freunden für das Ehrengeleit zum Bahnhof sagen wir hiermit unseren tiefgefühlten Dank. 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