INS Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesfifchen Landwirt die Siehener ZamUien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sch«, Umvers.-Buch-u.Stem- druckerei (Pietsch Lrbech Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag SL. August 1SVS SiehenerAnzeiger M General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezugSpret-r monatlich 75 Ps., vierteljährlich Älk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhi^ Zeilenpreis: lokal 12M, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polil. u. allgem. Teilt P. Wittko; für ,Stadt und Land" und .Gerichtssaal*: Curt Plato; sür den Anzeigenteil: Hans Beck. Der österreichisch- der italienische Bot- Noten bei der Pforte türkischen Blättern anfremde, schon verzollte vor- Zoll- hoff- „mit Konstantinopel, 20. Aug. ungarische, der englische und schafter haben durch gleichlautende Protest eingelegt gegen den von gekündigten 2prozentigen Zoll auf licher Minister stattfinden solle, um etwa noch handene Meinungsverschiedenheiten in den Zwei Strömungen. Aus Berlin schreibt man uns unterm 20. August: Die „Deutsche Tagesztg." sagt, daß die Preßäußerungen über den vermutlichen Nachfolger des Vorsitzcrwen des „Bundes der Landwirte", Frhrn. v. W a n g e n h e i m , die „zuständigen" Bundesorgane „völlig kalt lassen". Tann wäre also die Stimmung im Vorstand des ,Mmdes^ eine andere als in den Kreisen der Mitglieder. Dort bringt man den Zeitungsmeldungen über die Entwickelung der Angelegenheit lebhaftes Interesse entgegen, und es wäre darnach der „Dsch Tagesztg.", dem führenden Blatt des „Bundes", nicht bekannt, daß unter den Mitgliedern der Wunsch an Boden gewinnt, es möchte zum Nachfolger des Frhrn. v. Wangenheim, kein Groß-, sondern ein mittlerer Grundbesitzer, und zwar aus „Westelbien", berufen werden. Man wünscht dies im Hinblick auf die allrnählich eingetretene Verschiebung in der Zusammensetzung des „Bundes", in dem jetzt der mittlere und kleine Grundbesitz des westlichen Deutschland den ostelbischen Großgrundbesitz überwiegt. Es bestehen also zwei Strömungen. Bei der Ersatzwahl für Frhrn. v. Wangenheim wird sich zeigen, welche von beiden die stärkere ist. Vom ftanzösischeu Kulturkampf liegen heute nur spärliche Nachrichten vor. In Saint Meen hat die Volksmenge das dem Grafen d'Estournelles gehörige Schloß Craans angegriffen. Tie Dienerschaft wurde gefesselt und das Innere des Schlosses verwüstet. Unter Vorsitz von Francois Coppee und der Baronin Reille faicd in Paris ein Protestmeeting statt. Am Schlüsse einer Ansprache forderte Coppee die zahlreich erschienenen Zuhörer aus, die Steuerzahlung zu verweigern. Ter Kabinettschcs hat ferner ein Schreiben des Grafen Ozhier erhalren, worin dieser mitteilt, daß auch, er entschlossen sei, keine Steuern mehr zu bezahlen und sich schlimmsten Falls mit der Waffe in der Hand verteidigen werde. Ter Präfekt von Brest hat dem Kabinettsches seinen amtlichen Bericht über die Vorgänge in St. Meen, Folgoöt und Ploudaniel zugesandt. Der Präfekt befürwortet darin die gerichtliche Verfolgung gegen eine Anzahl Royalisten wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Unter den Betreffenden befinden sich u. a. der Priester Talin und ein früherer Artillerie-Offizier. Nach einer Meldung aus London besuchte die Königin mit dem König die französischen Benediktinerinnen, die sich in Cowes niedergelassen haben. Das Königspaar verweilte über eine halbe Stunde bei den Nonnen. Das sieht wie eine englische Herausforderung aus und wird in Paris ebenso verstimmen, wie die mitgeteilten Entschließungen des chweizerischcn Bundesrats dort erfreut haben. Die Aurengenerale. In Utrecht kamen am 20. d- M. die Burengeneräle an und wurden von einer großen Menschenmenge bejubelt, welche die Transvaalhymne anstimmte. Die Begrüßung geschah durch Professor de Louter namens der Südafrikanischen Vereinigung, durch Klaarmann vom christlich-nationalen Burenkomitee und de Beer für die israelitische Gemeinde von Utrecht. Die Gencräle fuhren zunächst ins Hotel und darauf zu Krüger, wo sie zwei Stunden verweilten. An der Konferenz nahmen noch teil: Wessels, Wolmarans, Fischer, Reitz, Dr. Leyds, Debruyn, Grobler und Feretra. Am Nachmittag fand eine weitere Konferenz statt, ohne Krüger. Wie verlautet, bildete die Besprechung der Schritte, welche die Generäle in England zu unternehmen gedenken, die Veranlassung zu den Konferenzen. Um 5 Uhr gingen die Generäle und die Deputation nach dem Haag zurück. Neben spaltenlangen Berichten über den rauschenden Empfang der Burengeneräle in England brachten dieser Tage Londoner Blätter auch einzelne kleine Züge von ihren Persönlichkeiten. Ta wird erzählt, daß General Louis Botha nach dem Kriege ein „merkwürdiges Erlebnis" hatte. Waren, die von einem türkischen Hafen in einen anderen transportirt werden. Die übrigen Botschafter werden sich dem Proteste anschließen. New-Port, 20. Aug. Der „New-Pork Herald* meldet aus Willemstad vom 19. August, Deutschland, England und Frankreich erhoben vereint gegen die Blokade der venezolanischen Häfen Einspruch. Venezuela wird morgen antworten. Ausland. London, 20. Aug. Der Schah von Persien ist nach Portsmoth abgereist. Er wurde dort vom Könige empfangen und begab sich sodann mit diesem an Bord der königlichen Pacht. — Ein Telegramm aus Lissabon meldet: Die mit Lord Miln er gepflogenen Unterhandlungen umfassen angeblich den Abschluß des Zolltarifoerbandes zwischen den portugiesischen und den britischen Häfen in Südafrika, sowie die Abtretung eines ansehnlichen Landstriches für die projektierte Eisenbahn von der Swazilandgrenze nach der Küste. fragen auszugleichen. Diese Meldung wird von der „Kreuzztg." im nungsvollen Sinne aufgefaßt und dementiprechend Genugtuung begrüßt." Tas konservative Organ erwartet bei dieser Gelegenheit eine Revision des Standpunktes zu den landwirtschaftlichen Zöllen. Ohne Konzessionen der Regierungen sei der ganze Tarif für die konservative Partei unannehmbar, lieber die landwirtschaftlichen Zölle aber bedarf es bekanntlich keiner Aussprache der Minister mehr. Aus allen größeren Bundesstaaten ist ja doch die wiederholte, präzise Erklärung gekommen, daß die Mindestzölle des Tarifs unbedingt „die Grenze" der Zugeständnisse darstellen. Es kann und wird sich bei der neuen Ministerkonferenz wesentlich nur darum handeln, wieweit den Beschlüssen der Zollkommission auf Abänderung industrieller Tarispositionen ftattzugeben ist. All) glicherw eise wird auch hier das Festhalten am Regierungsentwurf vereinbart werden, damit die Landwirtschaft nicht über Zurücksetzung gegenüber der Industrie klagen kann. Neue Steuern? Tie Finanznot des Reiches ist durch die gestern von uns wiedergegebenen Mitteilungen des „Reichsanz." in grelle Beleuchtung gerückt worden. Ein Fehlbetrag von rund 48y2 Millionen Mark ist auch bei dem Riesenetat des Reiches keine Kleinigkeit, und es mindert den Schrecken nur wenig, daß ein noch größeres Defizit vom Schatzisekretär Frhrn. v. Thielmann in Aussicht gestellt "worden war. Prophezeiungen werden selten tragisch gen nommen; man hat geglaubt, daß Pessimismus die Schätz? ung beeinflusse, oder daß das Reichsschatzamt den Reichstag bei freigebigen Anwandlungen, wie gegenüber den Kriegsinvaliden, ernüchtern wollte, indem es immer wieder konstatierte, das Reich habe kein Geld, um generös zu sein. 9hin ist die ganze unerfreuliche Wahrheit am Tag. Ein bisweilen offiziöse Fühler ausstreckendes Berliner Blatt deutet an, daß zur Zollvorlage die Sorge für die Herstellung des Gleichgewichts im Etat komme, wo ein Ausgleich nur durch Einführung neuer oder erhöhter Steuern geschaffen werden könne. Steuern — das ist ja stets der Weisheit letzter Schluß. Aber wir möchten bezweifeln, daß dergleichen Pläne im Werke sind. Weder ist im Reichstag „Stimmung" vorhanden für eine Erhöhung bestehender Steuern — die Börsensteuer-Erhöhung hat, wie sich erweist, alle Kalkulationen vollständig enttäuscht — noch für die Erschließung neuer Steuerquellen. Graf Bülow hat die Kanalprojekte in Preußen vertagt, er wird auch die Steuerprojekte vertagen, um dem Zolltarif nicht noch mehr Hindernisse in die Quere zu legen. Auf andere Weise muß der Ausgleich zwischen dem Bedarf und den eigenen Mitteln des Reichs erzielt werden. Das Wie ist Sache der Sachverständigen, die sich nicht ungerne „Finanzkünstler" nennen hören. Wohlan, so mögen sie chre Zkunst zeigen. Deutsches Keich. Berlin, 20. Aug. Der in Krakau erscheinende „Csas* meldet, daß Kaiser Wilhelm demnächst in Jaworzimr eintreffen werde, um in den Karpathen auf Steinböcke zu jagen. Das Jagdgebiet ist Eigentum des Fürsten Hohenlohe. — Zur persönlichen Sicherheit des Kaiserpaares während seiner Anwesenheit in Posen werden die weitestgehenden Vorkehrungen getroffen. Die Fremdenlisten der Hotels werden von Polizeibeamten einer regelmäßigen Revision unterzogen, wobei streng darauf geachtet wird, daß Fremde sich hinreichend legitimieren können. — Der Kaiser sandte an die Witwe des verstorbenen sächsiscken Kriegsministers Edler v. d. Planitz ein in herzlichsten Worten gehaltenes Kondolenzschreiben. — Der „Düsseld. Generalanz." erzählt, zum Besuch des Kaisers auf der Düsseldorfer Ausstellung seien die Worte „Freie Kun st" über dem Portal der Neuen Gemäldeausstellung entfernt und durch eine Guirlande ersetzt worden. — Bei seinem Aufenthalt in Potsdam und Berlin wird der König von Italien auch das Mausoleum in Char- lottenburg und die Friedenskirche in Potsdam besuchen, um an den Ruhestätten Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs III. Kränze niederzulegen. — Der „Post" wie einem belgischen Blatte zufolge bestätigt sich die Nachricht, wonach in dem Streit um den Besitz des Kiwusees eine Entscheidung zu Gunsten Deutschlands getroffen worden sein soll. — Wie die „Tägl. Rundschau" aus angeblich sicherer Quelle erfährt, wird der Kriegsminister v.Goßler nach den Manövern zurücktreten. Ueber seinen Nach« folger ist noch nichts bekannt. Fulda, 20. Aug. (Bischofskonferenz.) Ander episkopalen Eröffnungsandacht heute nahm in der Boni- fatiusgruft des Doms auch die Landgräfin von Hesse n, z. Z. auf Schloß Adolfseck, teil. Um 9 Uhr vereinigten sich die Bischöfe im Saale des Priesterseminars zur ersten Sitzung, welcher der Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp aus Breslau präsidierte. Die Herren verhalten sich durchaus nicht abgeschlossen, sondern bewegen sich häufig in der Stadt. Das meiste Aufsehen erregt unser fiüherer Bischof Dr. Kopp in seinem roten Kardinalshut und roten Talar. Stuttgart, 20. Aug. Die Fleischverteuerung veranlaßt auch unsere Stadtverwaltung zu Vorarbeiten behufs Untersuchung der Ursache der Erhöhung der Fleischpreise, sowie zur Prüfung von Gegenmaßnahmen. In nächster Zeit wird dem Gemeinderat zur weiteren Behandlung in seiner inneren Abteilung ein umfängliches Schriftmaterial über die Fleisch- Preise zugehen, das im Auftrage der Stadt Dr. Roessger vom Statistischen Amt auf einer dreiwöchentlichen Reise an den mit Stuttgart verglichenen Märkten wie München, Leipzig, Dresden, Chemnitz usw. gesammelt hat. Politische Tagesschau. Der Kaiser und die „öffenlliche Meinung". Entgegen den Mitteilungen der „Nationall. Korr." macht die „Elb. Ztg." folgende Angaben über die Art, wie sich der Kaiser über Die öffentliche Meinung unterrichte: „Se. Majestät las in früheren Jahren regelmäßig mehrere Zeitungen, später nur noch gelegentlich, jetzt gar nicht mehr. Der Monarch wird jetzt über die öffenlliche Meinung fast ausschließlich durch Zeitungsausschnitte unterrichtet, die von einem gewissen einflußreichen Hofbeamten redigiert werden. Dabei ist es beispielsweise vorgekommen, daß Meinungsäußerungen des sozialdemokratischen „Äw- wärts", die in einem agrarischen Blatte unter deutlicher Quellenangabe zitiert wurden, als von dem agrarischen Blatt herrührend dem Kaiser vorgelegt wurden. Die einleitenden Worte der Notiz „Der „Vorwärts" schreibt" — waren weggeschnitten worden. Wie weit und ob hierbei eine gewisse Absicht vorlag, kann natürlich nicht fest- geftellt werden. Jedenfalls hat Frhr. v. Wangenheim wiederholt im Reichstage und in Bundesper sammlungen darüber gellagt, daß dem Kaiser von interessierter Seite Zeitungs- ausschnitte in die Hände gespielt würden, die die agrarische Bewegung dem Monarchin in ungünstigem Lichte schilderten. In letzter Zeit ist beispielsweise Se. Majestät der vielbesprochene Demagogen- arttkel des Herrn Schweinburg, der die Opposition des Bundes gegen die Regierung scharf kritisierte, als Ausschnitt des „Wehlauer Kveisplattes" nach Norwegen nachgesandt und dem Kaiser unterbreitet worden. Was die sogenannte „Fürstenkorrespondenz" anbelangt, so giebt diese nur solche Preßäußerungen toieber, die an den verschiedenen Höfen keinen Anstoß erregen können. Es fällt ihr gar nicht ein, etwa Bemerkungen aus sozialdemottatischen, freisinnigen oder süddeutsch-bauernbündlerischen Zeitungen abzudrucken. Gerade in diesen Organen aber ist das Kaisertelegramm an den Prinzregenten aus das schärfste kritisiert worden." Graf Bülow und die Bundesstaate». Unter dieser Überschrift giebt die „Münch. Allg. Ztg." eine Zuschrift wieder, in der es heW: „Wie nachträglich bekannt wird, ift bei dem letzten Besuche des Reichskanzlers in Bayreuth auch die Politik nicht ganz fern geblieben. Graf Bülow ist in Bayreuth mit dem ihm befreundeten leitenden badischen Minister, Staatsminister v. B r a u e r zusammengetroffen. Zwischen den beiden Staatsinännern haben mehrfache Besprechungen stattgefunden, in denen nicht allein von Parsifal die Rede gewesen ist. Man geht in der Annahme nicht fehl, daß diese Besprechungen auf mehrere Vorgänge in der Zolltarif-Kommission ausgedehnt wurden, die damit vollständig beglichen worden sind. Aus den Worten des Reichskanzlers ging hervor, daß er, wie er stets ein vertrauensvolles Einvernehmen mit den Bundesstaaten gepflegt habe, auch bei der Weiterberatung der Zolltariffragen dieses Vertrauensverhältnis nicht aus den Augen verlieren werde." Offenbar wird hier auf die Meinungsverschiedenheit des Grasen Posadowsky und des badischen Vertreters über den Zoll auf Ziegelsteine angespielt. Weiter heißt es, daß im Ottober eine erneute Konferenz bundesstaatDie Ermordung des Dr. Ordenstein in Paris, die besonders auch bei uns zu Lande großes Aufsehen erregte, sucht jetzt die französische nationalfftische Presse auf das politische Gebiet hinüberzuspielen. Wir haben bereits gemeldet, daß sie sich plötzlich mit der Unter- uchung wider d en Mörder des Arztes beschäftigt, die bereits abgeschlossen war, als der Mörder Chabaueix behauptete, Ordenstein gekannt zu haben und von diesem einen Brief zu besitzen. Die Nationalisttschen Blätter erklären daraufhin, der Botschafter Fürst Radolin habe den Untersuchstrngs- richter besucht, um auf ihn einzuwirken. In Wirklichkeit hatte die Botschaft sich nur um den Fall bekümmert, um auf Wunsch der Famllie Ordenstein die Auslieferung der Leiche zu erlangen. Tie Pariser Presse aber verlangt Aufklärung über die „Einmischung Rado lins". Ter Zweck ift offenbar, einen neuen Skandal anzuzetteln. Es wäre wünschenswert, daß die französische Regierung diesem sehr durchsichtigen Versuch der nattonallsttschen Hetzpresse energisch entgegenträte. Die heutige Mmmer umfaßt 8 Seiten. Die Hauptversammlung des zur Abstellung des Bettelns gegründeten Unterstützungsvereins (Armenvereins) in Gießen findet Montag ben 25. August 1902, vormittags 11*/, Uhr, in dem Regierungsgebäude (Brandplatz), Zimmer Nr. 15, dahier statt und werden die Mttglieder hierzu eingeladen. Tagesordnung. 1) Vorlage der Rechnung für 1901. 2) Feststellung des Voranschlags für 1902. 3) Beitrag zu den Kosten der Naturalverpflegungsstationen pro 1901/02 an die Kreiskasse. 4) Ergänzung des Ausschusses. Gießen, den 20. August 1902. Für den Ausschuß: Mecum, Bürgermeister. Er fal) in eurem SchMfeiffLr in den Straßen Turbans einige Photographien von der Zerstörung — seines eigenen Hauses! Wahrscheinlich hatte ein britischer Offizier, der sich bei den Truppen befand, die das Haus zerstörten, sie auf- ommen. Botha erkannte den Platz an dem ersten Bild Serie, das die Soldaten um das Haus mit Wagen zeigte, auf denen die Möbel ausgeladen wurden; auf einem war ein kleiner Affe angebunden, der einem Familienmitglied gehörte; das Tier war deutlich sichtbar. Das zweite Bild zeigte das Haus in dem Augenblick, in dem es in die Luft gesprengt wurde, das dritte zeigte die Ueberbleibsel. Der Gouverneur von Natal, der Botha jede Höflichkeit erweisen wollte, bemerkte bei der Unterredung, daß der General selbst wenigstens im Kriege wenig Unglück erlitten habe. Da faßte Botha in die Tasche und zeigte die soeben erstatt - shandeneu Photographien! Es war eine schlagferttge Ertt- nung. Die Photographien befinden sich noch im Besitz Familie. Allerlei Interessantes wird auch von der Seefahrt der Burengeneräle erzählt. Tewet hielt sich während der Reise sehr viel für fich erschien nur selten aus Deck und zeigte eine entschiedene Abneigung gegen jede Gesellschaft. Die Meisten nahmen sein Benehmen übel auf. Aber als sich darin nichts änderte, enthüllte eine Nachfrage bei dem holländischen Geistlichen das Geheimnis: Dewet schrieb ein Buch! Er scheint während des Krieges tägliche Aufzeichnungen gemacht zu haben. Dieses Tagebuch arbeitet er mir Hilfe des Reverend Mr. Kastell zu einer Geschichte des Krieges aus. Jeden Morgen war Dewel um fünf Uhr aus und nach einem kurzen, einsamen Gang auf Deck sperrte er sich für den Rest des Tages ein und ^schien nur zu den Mahlzeiten. Er überraschte den Offizier auf der Brücke eines Tages dadurch, daß er eine ungewöhnliche Wißbegier auf den Kompaß verriet. Er wurde ihm wissenschaftlich erfiärt, und es wurde ihm versichert, daß die Nadel immer nordwärts zeigt. Dewet sah nach der Sonne und sagte: „Sie zeigt jetzt aber nicht nachdem Norden, Norden liegt mehr nach dem Steuerbord!" Er hatte recht, denn der „magnetische Norden" stimmt bekanntlich nicht ganz mit dem „richtigen Norden" überein; aber die meisten Menschen können diesen Irrtum nur mit dem Sextanten entdecken. Ein Tommy, der den Vorfall beobachtete, sagte: ,^Seht, jetzt lehrt er sie, wie sie das Schiff steuern sollen."' Dewet erblickte zuerst mit bloßem Auge Finisterre; erst aus feinen Ausruf setzten sich alle Gläser in Bewegung. Während der ganzen Reise wurden, die drei Generäle um Autographen gebeten und von Photographen belauert. Einmal schwur Dewet, er würde sich in fein Stammbuch mehr ein schreib en, und wenn jemand wieder einen Kodak aus ihn richtete, so würde er. . . Einige Minuten später erwartete ihn ein kleines flachshaariges Diädchen mit bittenden blauen Augen auf der Treppe zum Salon, ein offenes Buch in der einen, einen Füllfederhalter in der anderen Hand. „Sitte, Mr. Dewet", begann sie, stockte dann aber. Da unterlag der General, dessen erster Gedanke die Flucht gewesen war, ohne Murren. „Komm her", sagte er, nahm Buch und Feder und schrieb auf der Treppe sitzend seinen Namen. Botha dagegen schwelgte im Gegensatz da^u in jedem Zeitvertreib, den das Schiff bot. Er war die Liebenswürdigkeit selbst, und sein herzliches, offenes Lachen machten chn sehr beliebt. Er besuchte den Rauchfalon, wo er rauchte und Karten spielle, und er ist auch ein guter Bridgespieler. Delarey spielte gelegentlich mit einem Mitglied der deutschen Burenambulanz Dame und zwar sehr gut. Eines Morgens hatte er durch einen schlecht überlegten Zug das Spiel für sich verdorben. Da durchblitzte ihn ein Gedanke. Plötzlich sprang er auf und rief: „Da ist ein Walfisch,", fein Gegner wandte sich gleichzeitig schnell um, und sie warfen dadurch das Brett um. Inzwischen war aber der Walfisch wieder verschwunden, — ehe die Figuren ausgenommen waren. Delarey entschuldigte sich wegen seiner Ungeschicklichkeit und versuchte vergebens die Figuren aus- zustellen . . . Oft war Delarey auch der Mittelpuntt einer Gruppe britischer Offiziere, denen er erklärte, warum sie ihn bei diesem oder jenem „fontein" nicht gefangen hatten, und mehrmals hielt er auch kurze Vorlesungen über Strategie. Heer und Flotte. Zum Fall Hildebrandt erhall die „Königsb. Hart. Ztg." noch folgende Mllteilung: Im Publikum herrscht über die Ehrung nur eine Stimme, und das ist die der allgemeinen Entrüstung. Denn einmal ging Die ganze Kavalkade nur wenige Schritt am Kirchhof vorüber, wo der Kamerad der Herren, der erschossene Leutnant Blaskowitz, begraben liegt, und andererseits wohnt der Vater des Erschossenen, Pfarrer Blaskowitz, dessen Herz wohl immer noch blutet, tu ewige Kilometer von dem Bahnhose, auf dem vor einigen sDionaten Die Leiche seines Sohnes eintraf unb auf dem jetzt Hildebrandt mit fürstlichen Ehren und mehrfachen ,„Hurras" abgebracht wird. Gleichzeitig wird die Frage besprochen: „Woher bekommen die Herren — meint es bll)ß eine augenblickliche, unter dem Einfluß des ab gehaltenen Abschiedsfestes entstandene Eingebung war — die erste Garnitur mit Helmbusch und allem, was dazu gehört, gleich her? Diese Sachen liegen auf der Regimentskammer, und ihre Ausgabe kann, wie die ganze Eskorte, nur durch Parolebefehl ungeordnet worden sein." Prinz Albrecht von Braunschweig wurde bei feiner letzten Anwesenheit nur mit zwei Spitzenreitern zur Bahn gebracht; Hildebrandt mit zwei Eskorten, die je eine Schflva- dron (?) stellte, Demi es waren in einer Eskorte nur braune, in der anderen nur schwarze Pferde. Bezeichnend für die Stimmung der Stadt ist es, daß hier vor einigen 'Tagen mehrere Bürger (als Protest gegen die Hildebrandtsche Afsaire!) ostentativ vierspännig durch die Straßen fuhren. Aus Kladl und Land. Gießen, 21. August 1902. - Personalien. Dem Pfarrer Adolf Heussel zu Alsheim ist die evangellsche Pfarrstelle zu Dienheim, Dekanat Oppenheim übertragen, der evangelische Dekan des Dekanats Zwingenberg, Friedrich Anthes zu Bensheim, ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner ersprießlichen Geschäftsführung von diesem Amte entbunden worden. — Versammlung israelitischer Lehrer. Am Sonntag Vormittag tagte in Frankfurt die Generalversammlung des israelitifchen Lehrervereins im Großherzogtum Hessen. Den Vorsitz fühtte Lehrer Wettheimer-Heldenbergen, der u. A. ausführte, daß die soziale und wittschaftliche Lage der israelitischen Lehrer uubedmgt einer Aenderung bedürfe. Bisher wurden die Lehrer von den Gemeinden angestellt und bezahlt, dies soll nunmehr vom Staat erfolgen. Obmann Backes vom hessischen Landeslehrerverein richtete als Landtagsabgeordneter einen entsprechenden Wunsch an die Regierung. Der Antrag Backes wurde von der ersten unb zweiten Kammer genehmigt und man versprach, noch dem Wunsch de§ Antragstellers ein Gesetz auszuarbeiten. Wie es ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Lehrer Marx trat für die Gründung einer Pensions- und Witwenkasse für die israelitischen Lehrer em. Die Vorstände der Großgemeinden sollten für die Sache der Lehrer mehr interessiett und gewonnen werden, lieber ,Die Psalmen im Religionsunterricht referierte Volksschullehrer Rothschild- Worms. Im Anschluß an feine Ausführungen befaßte man ich auf Anregung des Rabbiners Tr. Goldschmidt-Offenbach mit der Einführung einer noch festzulegenden und auszuarbeitenden Methode, die beim hebräischen Gebetsunterricht angewandt werden soll. Friedberg, 20. Aug. An der hies. Gewerbe- Akademie hat sich eine katholische Verbindung ^Arminia" gebildet. Sie führte sich dieser Tage durch einen Kommers em, dem der Direktor der Akademie und viele angesehene Mitglieder der katholischen Gemeinde beiwohnten. st. Vom Vogelsberg, 20. Aug. Heute nachmittag gingen trotz der ziemlich kühlen Witterung mehrere Gewitter über unsere Gegend, verbunden mit starkem ©türm und heftigen Regenschauern. Kaum war das eine vorüber, o brach das andere nach kurzem Aufleuchten der Sonne los. Dabei war in Herchenhain eine interessante Lufterscheinung zu beobachten, die aber leider Schaden nach sich zog. Eine Art Windhose, als grauer Nebel sichtbar, kam aus west- icher Richtung und sttich über das Dorf weg, dabei die Be- lachung der Häuser, als Ziegel oder Stroh, mit sich nehmend. Sie begann ihre erste Verwüstung an der Reuning'schen Wirtschaft, von deren neugedecktem Dache sie zirka 50 First - ziegel zur Erde warf, und zog dann in östlicher Richtung übers Dors, in dem sie den ganzen Strich mehr oder weniger beschädigte. Mainz, 20. Aug. Infolge einer Vereinbarung mit Oberbürgermeister Dr. Gaßner hatten, wie wir schon mitteilten, am gestrigen Tage die Mitglieder des Hessischen Viehhändler-Vereins unseren gestrigen Hauptviehmarkt wieder beschickt. Es waren von feiten des Viehhändlervereins auf dem Viehmarkte aber Plakate ange- chlagen, nach welchen der Verein die Erklärung ab gab, daß der heutige Viehmartt infolge einer Uebereinfunft mit dem Oberbürgermeister wieder beschickt worden sei, doch nur unter der Bedingung, daß sich der Oberbürgermeister mit den maßgebenden Persönlichkellen in Darm- tadt in Verbindung setze, damit die auf dem hiesigen Vieb- marlle unb Schlachthofe allein bestehende strenge Handhabung der Fleischbeschau gemildert werde. Sollten nach dieser Richtung bestimmte Zusicherungen in Darmstadt er- olgen, bann würben bie Mitglieder des Hess. Viehhändler- vereins auch für die Folge wieder den Mainzer Viehmartt beschicken. Im anderen Falle dagegen würde wieder der Wiesbadener Martt beschickt. Erwähnen wollen wir noch, daß am gestrigen Martttage bie Viehpreise eine ungemeine Höhe erreicht hatten, beispielsweise würben für Schweine pro Zentner lebend Gewicht 70 Mark bezahlt. Unter solchen Umständen dürfte, wie'in anderen Städten, ein Fleischaufschlag nicht ausbleiben. — Der „M. A." meldet dazu, daß sich Oberbürgermeister Dr. Gaßner nad) Darmstadt begeben hat, wo nun eine Entscheidung fallen muß. Der gestrige Martt war mit etwa 250 Stück Vieh befahren. Mainz, 20. Aug. In verschiedenen hiesigen Geschäften wurden in der letzten Zeit größere Diebstähle von Seide n z e u g e n ausgeführt. Die Nachforschung nach den Dieben führte zu dem Resultate, daß eine m Finthen wohnende Frau schwer belastet wurde. Die Frau ist aber während der Untersuchung irrsinnig geworden und befindet sich dieselbe nunmehr in einer Heilanstalt. — Ein schändliches Verbrechen wurde gestern nachmittag auf offenem Felde in der Nähe von Bretzenheim verübt. Sechs junge Burschen überfielen ein geistig nicht ganz normales Mädchen im Alter von 18 Jahren, roarfen sie zu Boden und vergewaltigten sie. Der Gendarmerie gelang es, bereits drei dieser Burschen zu ermitteln, dieselben zu verhaften und heute Vormittag bereits in das hiesige Gefängnis einzuliefern. — Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich am 18. August in Gau-Odernheim ereignet. Der Streckenarbeiter Georg Balz spielte mit einem Revolver kleinsten Kalibers, derselbe entlud sich und das Geschoß traf die Frau ins Herz. Dieselbe sank zu Boden und war sofort eine Leiche. Die Leute waren fett etwa einem Vierteljahr verheiratet. — Wie der „Han. Ztg." gemeldet wird, wurde bei einem über die Maingegend ziehenden Gewitter in der Nähe von Mülheim ein junger Arbeiter vom Blitz erschlagen. Der Mann hatte unter einem Baume Schutz gesucht. — In Homburg v. d. H. ist der Kulttisminister Studt eingetroffen. Vermischtes. • Breslau, 20. Aug. Zn den rätselhaftesten und zugleich zu den erschütterndsten Kaptteln der Kriminalgeschichte dürste unzweifelhaft der Fall Leichfeld zählen. Wie wir mitteillen, starben drei Mitglieder der Familie an Arsenikvergiftung. Leichfeld und seine 19jährige Tochter wurden in Untersuchungshaft genommen; Leichfeld erhängte fich, feine Tochter wurde wieder aus der Haft entlasten. Leichfeld, ein im 50. Lebensjahre stehender Mann, lebte mit seiner Frau in der glücklichsten Ehe, aus der drei Kinder entsprosten waren, ein hoffnungsvoller, bei feinem Tode 23 Jahre aller Sohn und zwei wohlerzogene Töchter von 19 und 11 Jahren. Alle Familienglieder waren einander innig zugethan. Tie Kinder gehötten zu den besten ihrer Schulen. Tie Führung des Kanzleidieners Leichfeld als Beamter war tadellos, sodaß die gerichtlich vernommenen Beamten ihm das beite Zeugnis ausstellen konnten, und wo die Familie gesellschaftlich verkehrte, rief sie den vorteilhaftesten Eindruck hervor. Ein halbes Jahr ungefähr ist es her, seit das Verhängnis in ferner schrecklichsten Gestalt sich dieser iw stillen Frieden ihres Heims glücklichen Familie genähert hat. Der 23jährige ^ohn ertränkte unter rätselhaften Erscheinungen und starb, 5 Wochen Darauf folgte ihm die Mutter und wieder 4 Monate später das lljähnge Schwesterchen in das Grab. Jetzt schöpfte der Arzt, der das jüngst verstorbene Kind behandell hatte, Verpacht, die Leiche wurde beschlagnahmt und die beiden anderen 1 exhumiert. In allen Leichen wurde Arsenik gefunden. Darauf erfolgte vor etwa 3 Wochen die Verhaftung der überlebenden Familienglieder, des Kanzleidieners Leichfeld und feiner Tochter Elfe, die sich bei Verwandten in der Provinz aufhielt. In der Untersuchungshaft waren Vater und Tochter von einander getrennt. Alle Verhöre, alle Ermittlungen, alle Untersuchungen vermochten bie dunkle Angelegenheit nicht aufzuhellen. Dem Pastor, der Leichfeld im Gefängnis geistlichen Trost zusprach, beteuerte er, daß er vor Goll rein dastehe und die schreckliche That, deren man chn bezichtige, nicht begangen habe. • Zu der Frage: »War der Kaiser als Prinz in Paris?", die in unserer gestrigen Nummer in bejahendem Sinne beantwortet wurde, schreibt C. Köhlis, Direktor des Hotel Kronprinz in Berlin: „Gewiß hat unser jetziger Kaiser die Sehenswürdigkeiten der 1878er Weltaus- tellung in Paris während einiger Wochen genossen. Unter einem gräflichen Namen wohnte der damalige 19jäh- rige Prinz Wilhelm in Begleitung zweier Cavaliere, un strengsten Inkognito in dem von der internationalen Aristokratie damals bevorzugten Hotel Mirabeau. Das Quartier war von dem damaligen deutschen Botschafter in Paris und nachmaligem Reichskanzler, Fürsten Hohenlohe, bestellt, und der Hoteldttektton war strengste Diskretton anbefohlen. Die Direktion wiederum hatte mir aufgetragen, den Prinzen, der natürlicherweise ein ebenso geläufiges rote elegantes Französisch sprach, nur in der Landessprache zu bedienen und „Monsieur le comte“ zu titulieren. Und fo geschah es auch. Immerhin, eines schönen Tages ließ ich mich verleiten, mich dem Prinzen als Landsmann zu offenbaren. Und das ging o zu: „Monsieur le comte“ saß im Salon vor dem Schreibtisch, als mich die elettrische Klingel zu ihm rief. Ich klopfe an die Thür: „Entrez ! Apportez-moi donc, sil vous plait, une untre plume! Une plume — —" „Eine Stahlfeder, j,u Befehl, Königliche Hoheit!" (Wir hatten im Hotel nur die damals noch beliebten Gänfekielfedern.) — Nanu, woher kennen Sie mich denn?! — „Ich werde doch unseren Prinzen Wilhelm kennen, Königliche Hoheit!" — „Nun hort doch alles auf! Vor Euch deutschen Kellnern ist man doch nirgends sicher!" Hierauf folgten noch die üblichenFragen: „Soldat gewesen? Wo zuhause im deutschen Vaterlande nsw." — Von dem Tage ab gab sich „Monsieur le comteu mir gegenüber stets als leutseliger deutscher Prinz und sprach mich immer in unserer, in der Fremde doppelt liebllch lingenben deutschen Muttersprache an." Gerichtssaal. Bonn, 20. August. Der Musketier Felbhausen von der 2. Üompaguie des 58. Infanterieregiments m Koblenz wurde vom Kriegsgericht wegen Straßenraubes zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Felbhausen hatte den Hausmeister des täbtischen Museums in Bonn in der Nacht vom 20. April in den Gartenanlagen übeffallen und chm über 300 Mark bares Geld und die goldene Uhr geraubt Bom Tolstoiprozeß. Aus Leipzig wird telegraphiert, daß in dem bekannten Gotteslästerungsprozeß wegen Veroffenllichung des Brieses an den heiligen Synoo durch Tolstoi bie Leipziger Staatsanwaltschaft ihre gegen das den Direktor Dr. L ö w en s e l d und Buchhändler Diebe richs freisprechende Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision zurückgezogen unb sich dem Irteil unterworfen hat. (Sie hat also bie Aussichtslosigkeit ihres unbegreiflichen Vorgehens schließlich boch noch eingesehen.) Landwirtschaft. Berlin, 20. Aug. Saaten st and in Preußen um Mitte August. Dle eingeklammerten Zahlen sind die vofführigen um Mitte August Winterweizen M (3,7), Sommerweizen 2,6 (3,0), Winteffpelz 1,9 (2,4), Winterroggen 2,5 (3,1), Sommerroggen 2,8 (3,2), Sommergerste 2,6 (2,8), Hafer 2,6 (3,0), Kartoffeln 2,6 (2,7), Klee 2,5 (3,7), Luzerne 2,7 (3,5), Wiesenheu 2,6 (3,6). Trotz der kalten regnerischen Witterung werben Saatenstand unb Ernteaus- ichten noch immer günstig beurteilt Die Fnrcbtsaaten lassen eine gute Mittelernte erwarten, vorausgesetzt, daß bald trockenes warmes Wetter eintritt. Anbernfalls erklären zahlreiche Berichterstatter aus den verschiebenen Bezirken bie ganze Gxnte für gefährdet. Heftige Gewitterstürme mit schweren Regengüssen verursachten viel Lagern, auch gingen Meldungen über verheerende Hagelschläge aus vielen Regierungsbezirken ein. lieber stärkeres Vorkommen von Mäusen wird nur vereüizelt aus einigen Regierungsbezirken berichtet Kandel und Uerliehr. Volkswirtschaft. Hamburg, 20. Aug. In der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrats und Vorstandes der Dampfschisssrheberei von 1889 wurde beschloßen, der auf den 30. September einzubemsenden Ge- neralversammlmig bie Verteilung einer Dividenbe von sieben Prozent (L V. 9 pEt.) nach reichlicher Dotierung bes Abschreibungs- Erneuerungsfonds vorzuschlagen. Königsberg t. Pr., 20. Aua. In der heutigen Aufsichtsrats- sihung der Norddeutschen Kreditanstalt erstattete ber Vorstand unter Vorlage der Semestralbilanz Bericht über bte laufenden Geschäfte, welche sich befriedigend gestaltet unb einen lieber- schuß von 479 295 Mt für das erste Halbjahr ergeben haben. (Im ganzen Vorjahr hatte ber Reingewinn nach 400 000 fDlt. Abschreibungen aus Konsortialkonto unb Effekten 868 334 Mk. betragen. Märkte. Gießen, 21. Aug. Am 10. September finbet auf dem städtischen Marktanlagen von hier Herbstpserbemarkt ftatt_ Der voffahrige Herbstmarkt war mit etwa 300 Pferben, ber diesjährige Frühjahrsmarkt mit etwa 400 Pferden befahren und von Händlern und Landwirten sehr gut besucht, sodaß recht bedeutende Käufe ab- geschloffen werden konnten. Auch in diesem Jahre erhofft man einen guten Markt. Mil dem Markte ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1565 Mark zur Verfügung stehen; bie Prä- miierungskommission besteht ausLekonomierat Schlenke-Hardthof bei Gießen (Vorsitzender), Oberstleutnant von N o r m a n n - Gießen (Stellvertreter), Gutspächter Bene- Oberweimar, Oeko- uomierat Hoffmann- Hofgüll, Schlachthofbirektor Liebe- Gießen und Gutspächter Müller- Neuhof. An Preisen sind die folgenden vorgesehen: 1. Abteilung: Reitpferde: L Preis 50 Mk., 2. Preis 30 Mk. 2. Abteilung: Wagenpferde (paarweise zu prämiierens : 1. Preis 80 Mk., 2. Preis 60 Mk., 3. Preis 40 Mk. 3. Abteilung : Arbeitsschläge (paarweise zu prämiieren): ».schwere: 1. Preis 80 Dik., 2. Preis 60 Mk., 3. Preis 40 Mk.; b. leichte: 1. Preis 60 Mk., 2. Preis 40 Mk„ 3. Preis 20 Mk. 4. Abteilung: Arbeitsschläqe (einzeln zu prämiieren): a. schwere: L Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk; b. leichte: L Preis 30 2JIL, 2. Preis 20 Mark. 5. Abteilung: Arbeitsschläge: Diese Pferde müssen nachweisbar 6 Monate im Besitz von Landwirten sein, die Mitglieder des Landespferdezuchtvereins ober ber lanbwirtschastlichen Provinzial- vereme des Großherzogtums sind: a. (paarweise au prämiieren): 1. Preis 50 Mk., 2. Preis 30 Mk., 3. Preis 20 Alk. ; b. (einzelne Pferde): 1. Preis 30 Mk., 2. Preis 20 Mk., 3. Preis 10 M. 6. Abteilung : Fohlen (kalten und warmen Schlages): a. Dreijährige: 6 Preise von Mk. 50, 40, 30, 30, 20, 20; b. zweijährige: 6 Preise von Aik. 40, 30, 30, 20, 10, 10. 7. Abteilung: Zuchtsiuten (kalten und warmen Schlages). Prämien für inländische Züchter, welche Mitglieder des Landespferdezuchlvereins sind; a. (Mutterstuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt): 8 Preise von Mk. 75, 50, 50, 40t 30, 30, 20, 20. In den Abteilungen 1—4 wird für im Privat- besitz besindliche Pferde, die auf diesem Markt nicht um Geldpreise frnturteren, je! Ehrenpre^ gegeben. In denWtÄkungerr 2, Suitiy 4 werden mir Händlerpferde zugelassen. Der Prämnerungsplan, welcher die näheren Bedingungen enthält, wird von Cefomunieiot Schlenke-Hardthof bei Gießen auf Nachsuchen übersandt. Limburg a. d. L., 20. Äug. Fruchtmark! Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 00.00 Mk„ Weißer Weizen 00.00 Mt_ altes Korn 1L16 Mk., neues Korn 10.68 March Gerste 0.00 DU., Hafer 9.26 Mk., Erbsen 0.00 All., Kartoffeln 0.00 Alk. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine sehr dankenswerte Notiz brachte unlängst Ihre geschätzte Zeitung — Nr. 187 — in dem Eingesandt betreff Aenderuug der Dtraßenbezeicbnungeu. Möchte die Mahnung auch in den Landgemeinden, wo es noch nicht zu spät ist, be- herzigt werden. Es berührt unangenehm, wenn man nach längerer Zett wieder in ein uns bekanntes Dorf kommt und die neuen Bezeichnungen studieren muß und ordentlich weh chut es dem Einheimischen, wenn er nach Jahr und Tag _in feine Heimat zurück- kehrt und liebgewordene Straßen und Plätze mit neuen fremden Namen bedacht vorfindet. Ist vielleicht die bescheidene Gasse weniger schön oder weniger deutsch, als die stolze „Straße?" Letztere Bezeichnung mag bei den Wegen des durchgehenden Verkehrs schon aus praktischen Gründen mitunter gestattet fern, aber freudig empfunden wrrd die Neuerung von Wenigen. Die atthergebrachte Bezeichnung ist erfreulicher Weise in manchen ländlichen Gemeinden treu beibehalten worden. Dort findet der Heimgekehrte noch den wohlbekannten Vornweg, die Tränk g ässe, die ^ahrt, die Unter g a s s e, die Markt g a s s e und andere liebe Namen mehr. Llber auch für die Geschichte des Dorfes find manche ortsübliche Bezeichnungen von Bedeutung und die Lokalgejchichte dient bekanntermaßen — bei gleichzeitiger Beachtung der Flurnamen — erheblich der Erforschung der Landesgeschichte. „Die Fahrt" — Fahrt allein sagt wenig — deutet heute noch die Richtung der ehemaligen Durchfahrt an, obwohl „die Fahrt" z. Z. ein Sackgäßchen ist, deffeu Fortsetzung den Alten als Fußpfad — mit Steg — noch bekannt war. Der Born weg sagt uns, daß seine Bebauung, wie tatsächlich bekannt, in den letzten Jahrhunderten geschehen; anders die Tränkgaffe. Sie führt vom ältesten Test des Dorfes, dem Oberdorfe, direkt nach der — Viehtränke. Der Lindenköppel war mit Linden, unter welchen die Gemeinde zusammenkam, der Luhberg nut Lohbäumen, Eichen, bestanden. Die Schanz, am toten Franzos', der Totenweg, die Heerstraße, Bruder Winter, am Jeedenkrrchhof, Helgenstock, Helgeuberg und die Ofternsteine fordern geradezu auf zu geschichtlichen und selbst mythologischen Studieen. Darum die ergebene Bitte: Behaltet die allen Namen bei im Dorfe und in der Gemarkung. Kirchliche Nachrichten. Hotterdrensi der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbachfeier am 23. August 1902. Vorabend 700. Samstag vormittag 8°°. Nachmittag 4°". Sabbathausgang 8^. Wochengottesdienst: Morgens 6“ Uhr, abends 700 Uhr. Schiffsnachrichtell. Norddeutfcher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 19. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer »Bremen", Kapt. R. Nierich, oom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr morgens wohlbehalten in Skew-York angekommen. Bremen, 19. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrmlbeu - Schnellpostdampfer »Kronprinz Wilhelm , Kapt. 2L Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute .5 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. »Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdanrpfer »Kroonland" der »Red Star Linie" in Ant- /verpen ist laut Telegramm am 18. August wohlbehalten in New-Pork angekommen. Der Postdampfer »Pennland" der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 18. Aug. wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Neueste Mewmlgrn. Originaldrahtmeldungerr des Gießener Anzeigers. Berlin^ 2L Aug. Der ,Zok.-Anz." veröffentlicht eine Unterredung mit Geheimrat Löhnrn g, in welcher derselbe die Behauptung als Thorheit bezeichnet, daß seine Haltung in der Polenfrage für seine Entlassung entscheidend gewesen sei. Der Minister Frhr- v. Rh ein baden sei irre geführt worden. Die Sache laufe auf Angaben hinaus, die ein Untergebener über seinen Vorgesetzten gemacht habe. Oberreg. Rat Gesch habe dem Minister die Geschichte von den Offizieren erzählt, wie sie Gesch zu der n euen CH efeuse beglückwünschten. Daß der Minister sich nach den Angaben des Herrn Gesch gerichtet habe, sei sein Mißgriff gewesen. Eine Haltung gegenüber der sogenannten Polenpolitik habe er, Lüh- ning, gar nicht zu bethätigen gehabt. Er hatte nur eine Meinung. Er sei durchaus für eine agrefsive Pol en Politik, aber über die Form derselben feien er und verschiedene Herren anderer Meinung als die Regierung. Der Oberpräsident v- Bitter habe ihm erklärt, daß seine Ansicht über die Polenpolitik der Regierung chm den Hals nicht brecben könnten. Schließlich bemerkte Geheimrat Löhning, er habe schon geglaubt, als sein Demissionsgesuch lange Zeit im Zivilkabinett lag, es könne dies oder jenes seinen Weg zu Herrn von Lu- eanus und weiter zum Kaiser gefunden haben, dann aber kam seine Entlassung ohne Orden. — Die Mitteilung von dem Rücktritt des Kriegsministers v. Goßler findet an amtlichen Stellen, die zunächst orientiert sein müßten, keinen Glauben. Zum mindesten ist von einer ffiücktrllts- absicht des Ministers in Berlin nichts bekannt. Von Goßler ist gestern abend zum Jmmediatvortrag zum Kaiser nach Homburg abgereist. Altona, 21. Aug. Der Untersuchungsrichter hat die Voruntersuchung in der „Primus" - Katastrophe abgeschlossen. Beide Kapitäne, sowohl Peters wie Sachs, werden sich im September vor dem Landgericht wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten haben. London, 21. Aug. Nach Meldungen aus Windsor trifft der Intendant des Königlichen Schlaffes Vorbereitungen für einen Empfang Kaiser Wilhelms im November. Florenz, 21. Aug. Eine Feuersbrunst zerstörte das große Hotel Valombroso Saltin o. Das Diobiliar, das Gepäck der Reisenden, sowie die von ihnen deponierten Wertsachen sind völlig vernichtet. Personen sind bei dem Brande nicht zu Schaden gekommen. Spezia, 21. Aug. Hier verhafteten Carabinieri zwei Männer, welche seit einigen Tagen in einen Marinebeamten drangen, er möge der französischen Regierung den Plan des Arsenals für 50 000 Lire ausliefern. Kapstadt, 21. Aug. Bei der Eröffnung des Parlaments hielt der Gouverneur eine Rede, in per er ausführte, es würde eine Bill eingebracht werden, durch die Der Gouverneur und alle Beteiligten für dieunter dem Kriegsrecht vorgenommenen Handlungen entlastet werden. Sobald die Bill durchgegangen sei, werde das Kriegsrechjt aufgehoben werdeu Unter anderen Gesetzentwürfen werde sich eine Bill befinden, die die Ermächtigung zur Aufhebung bestimmter Zölle und Steuern während des Durchs die Parlamentsakte festgesetzten Zeitraumes giebt und die Einführung von Eingeborenen aus Asien, mit Ausnahme englischer Untertanen, sowie die Einwanderung mittelloser Personen und solcher, die an ekelerregenden, ansteckenden Krankhellen leiden, verbietet. Der Gouverneur kündigt ferner zahlreiche Gesetzentwürfe an, betreffend Verbesserungen auf dem Gebiete der Eisenbahnen und anderer öffentlichen Arbeiten, sowie einen Entwurf, nach dem von der Kolonie eine FlottenaNgabe von 50 000 Pfund erhoben werben sE. Sc führte aus, daß diese Forderung die Aufwendungen in der Vergangenhell weit überschreite, daß die Entwickelung des Handels die Kosten der Vermehrung aber rechtfertige., Schließlich ermahnte der Gouverneur die Volksvertreter, die Gesetze im Geiste der Mäßigung zu beraten. Die Minister würden, ersülll vom Geiste des Friedens und der Versöhnlichkeit, alles Mögliche thun, um die Autorität der englischen, Krone aufrecht zu erhalten. Er hoffe, daß die Volksvevi tretet sich der parlamentarischen Verfassung würdig erweisen, die ihnen Mitte des vergangenen Jahrhundertss anvertraut wurde, und der vollen ^lbständigkeit, die ihnen vor 30 Jahren gewährt wurde. — Die gesetzg ebende Versammlung nahm einstimmig und debattelos eine Adresse an den König und die Königin cm, in der ausgeführt wird, daß alle stolz seien, dem großem Reiche asuzugehören, und berellwilligst. für beften Integrität einträten. St. Helena, 21. Aug. 997 Buren, darunter Crouje mit Gemahlin, sind am 20. August nach Südafrika ab-- gegangen. Shanghai, 21. August. Amtliche Telegramme berichten, daß ein Aufruhr gegen die Christen in der Provinz Hunan ausgebrochen sei. Ein weiteres Telegramm besagt, man glaube, daß zwei englische Missionäre ermordet worden seien, doch sei hierfür noch keine Bestätigung eingelloffen. Telephonischer Kursbericht« Frankl art ». ü 3*/s°/o Reicheanleihe . . 102.55 30/0 do. ... 92.75 3*/,% Konsole .. . . 102.45 8% do......92.40 SVgO/o Heesen .... 100.20 3% Oberheeeen . . . 99.50 4% Oesterr. Goldretne . . 103.75 4* l/2% Oesterr. Silberrente 102.00 4% Ungar. Goldrente . . 102.20 40/0 Italien. Rente . . . 103.20 4Va% Portugiesen . . . 48.50 3°/t. Portugiesen, . , , , 29.50 1% C. Türken .... 28.75 Türkenlose......113.60 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 43.70 4Va% äussere Argentiner —.— ., 21. August 1902. 3% Mexikaner .... 26.20 4,/b°/o Chinesen .... 91.95 Electric. Schuckert „ . . 841X1 Nordd. Lloyd . . , . 107LH Kreditaktien.....214.90 Diskonto-Kommandit. . . 184.60 Darmstädter Bank . . . 135.70 Dresdener Bank .... 143.80 Berliner Handelsges. . . 155.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 154.20 Lombarden ..... 18L0- Gotthardbahn.....171.70 Laurahütte ...... 195.50 Bochum . ...... 184.40 Harpener......165.20 Tendenz: fest. In raschem Siegeslauf UgLUPZL lm°Seife in wenigen Monaten bei Tausenden von Familien einzu- führen gewußt. Die unvergleichliche Güte der Hygienischen Pris- kalin-Seife sührte nach jedem Versuch zu Nachbestellungen und die eifrigen Empfehlungen von Mund zu Mund haben dann das chre iiir schnellen Einführung der Hygienischen Priskalin-Seise gethan. Wer diese beste aller Seifen noch nicht kennt, mache sofort einen Versuch. Für 50 Pfg. pro Stück ist die Priskalln-Serje in allen Apotheken, Drogerien, Parfümerien und besseren Frijeurgeschaften erhältlich. 5049 Aus dem Geschästsleden. Düsseldorf, 19. Aug. Als einer der Hauptgewinne für die Ausstellungslotterie ist ein prachwolles Mand-Pianino in' modernem Mahagonigehäuse angekaust worden. Ferner tauften, für ihren Prioatgebrauch slllgerechte Mand-Flügel an der 1. Vorsitzende der Deutsch-Nationalen Kunstausstellung, Prof. Röberi in Düsseldorf, und der Generaldirektor der Ausstellung, L Bej»> geordneter Dr. Wilms in Düffeldorf. Dieser Erfolg der berühmten- rheinischenHofpianofabrik Karl Mand in Koblenz, deren unablässiges Streben nach Tonveredelung Instrumente gezeitigt hat, deren bestrickender Klangreiz nicht nur den verwöhntesten Kenner entzückt, sondern auch ht Fachkreisen Aufsehen erregt, ist um so erfreulicher, als damit dokumenttert ist, auf welcher hohen Stufe die< rheinische Klavier-Industrie steht, die sich heute auf dem Weltmarkt! thatsächlich eine ganz hervorragende Position erobert hat. Grummetgras- Versteigerung. Das Grummetgras von den Domanialwiesen der Oberförstereien Gießen und Wieseck wlld versteigert: 1. In der Gemarkung Alten- Buseck Donnerstag den28Llug., vormittags 9 Uhr, in der Wirtschaft des Herrn Otto Rabenau zu AUen-Buseck. 2. In der Gemarkung Wieseck Freitag den 29. August, vormittags 9 Uhr, in der Wirtschaft des Herrn Dorfeld zu Wieseck in der Post. 3. In der Gemarkung Gießen an demselben Tage, nachmittags 3 Uhr, in der Leib'fchen Wirtschaft im Philosophenwald bei Gießen. Arn Schluß der Grummetgras - Verslligerung wird ein Weidenbaum öffenllich versteigert. Großh. Oberförsterei Gießen. Joseph. Großh. Oberförsterei Wieseck. Weiga ndt. Pferde- Versteigemmg. Dienstag den 26. August, vormittags 10 Uhr, sollen im Großh. Hofrnarstalle dahier zwei ausrangierte und seit längerer Zeit kastrierte Land- geslütsbeschäter, sowie einige abgängige Stallgerätschaften versteigert werden. Darmstadt, 15. Aug. 1902. Großherzogliche Landgestüts-Direktion. von Willich. 5866 Bullenrmkauf. Dienstag den 26. August, mittags 1 Uhr, wlld auf dem Hofe des Gemeinde- Sllerstalles in Krofdorf ein fetter Mulle meistbietend versteigert. Krofdorf, 20. August 1902. Der Gemeindevorsteher. ________Pfeiffer. 5862 Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen sxrungfähigen Dullen reiner Vogelsberger Raffe anzukaufen. Reflektterende wollen sich bei der unterzeichneten Stelle schriftlich anmelden. Steinbach bei Gießen, am 19. August 1902. Gr. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 5871 Statt. Schlachthaus. Freibank. Heute: 5812 KiGkisch 48 M Schseinevkisch 40 pfg. Morgen: VchlMeiltz 45 pfg. Neues Sauerkraut Neue Salzgurke« neue Hellerlinfeu X1*115. M. Schulhof. Frisch geleerte We in jeder Größe stets vorrättg bei sö. Schaffner - Mayer, Mainz. DCCODOCOOOOOOOCKiOOaOC O Q Q Die glückliche Geburt eines prächtigen Q o Mädchens zeigen hocherfreut an 03607 o □ A. Füller. g q Familie Weber, q O Giessen, den 20. August 1902. O 000000000000000000000 Waren Ausverkauf im Orpheum früher Lonys Bierkeller. Schanzeustraße 18. Noch eingetroffen: 5881 Gross. Schüsseh, Wanners Kosten Schürzen, Strümpfe, Kardinen. Sämtl. Emailletvaren, Baumtvolltvaren. zirka 20000 Stück jedem annehmbaren Preise. Schluß: Samstag den 83. August, 9 Uhr. C. E. Volland, Sächsischer Mazur. lltne KMM Formaldehytl la. Wetterauer, weiße, ä 3 Mk., — gelbe, Perle von Erfurt, pro EenMer inkl. Sack 3.50 Mk. versendet gegen Nach», ab Echzell A. Simon II. in Echzell in der Wetterau. 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