Samstag 21« Juni 1908 153. Jahrgang Erstes Blatt. und ein- Und so sehen wir denn, daß sich das Reich, obwohl noch jung, in sich selbst von Jahr zu Jahr kräftigt, während das Vertrauen zu ihm von allen Seiten immer stärker sich befestigt. Das mächtige deutsche He er aber gewährt einen Rückhalt dem Frieden Europas. Dem Charakter der Germanen entsprechend,b eschränkenwirunsnach außen, um nach innen unbeschränkt zu sein. Weiterhin zieht unsere Sprache ihre Kreise auch über die Meere, weithin geht der Flug unserer Wissenschaft und Forschung, kein Werk aus dem Gebiete der neueren Forschung, welches nicht in unserer Sprache abgefaßt würde, und kein Gedanke entspringt der Wissenschaft, der nicht von uns zuerst verwertet würde, um nachher von anderen Nationen angenommen zu werden, und dies ist das Weltimperium, das der germanischen Geist an streb e. Wollen wir nun nach jeder Richtung unseren großen Aufgaben gerecht werden, dann dürfen wir nicht vergessen, daß der Urgrund, worauf das Reich entstanden ist, wurzelt in der Einfachheit, Gottesfurcht und den hohen sittlichen Anschauungen unsererVorfahren. Wie hat die prüfende Hand unseres Gottes zu Anfang des vorigen Jahrhunderts auf unserem Lande gelegen, und mächtig hat der Arm der Vorsehung das Eisen geschmiedet und geschweißt am Ofen des Elends, bis die Waffe fertig wurde. So erwarte Ich auch von Ihnen allen, daß Sie mir helfen werden, ob Geistliche oder Laien, die Religion im Volke aufrecht zu erhalten. Zusammen müssen wirarbeiten, um dem germanischen Stamm seine gesunde Kraft und die sittliche Grundlage zu erhalten; das geht aber nur, wenn man ihm die Religion erhält, und das gilt in gleicher Weise für beide Konfessionen. Um so größer ist heute Meine Freude, den Herren der Kirche, die hier vertreten sind, eine Nachricht zu bringen, die Ihnen mitteilen zu können Ich stolz bin. Hier steht General v. Los, ein treuer Diener seiner Könige. Er wurde von Mir gesandt nach Rom zum Jubiläum des hl. Vaters, und als er ihm Meine Glückwünsche und Meine Jubelgabe überbracht und ihm in einem intimen Gespräch Aufschluß gab, wie es aussieht in unseren deutschen Landen, hat ihm der hl. Vater geantwortet: er freue sich, ihm sagen zu können, daß er stets hoch gedacht habe von der Frömmigkeit der Deutschen, zumal des deutschen Heeres. Er könne ihm aber noch mehr sagen, und das solle er seinem Kaiser bestellen: Das Land in Europa, wo noch Zucht, Ordnung und Disziplin herrsche, Respekt vor der Obrigkeit, Achtung vor der Kirche, und wo jeder Katholik ungestört frei seinem Glauben leben', könne, das ser das Deutsch e Reich, und das danke es dem deutschen Kaiser. Dies berechtigt Mich zu dem Ausspruch, daß unsere beiden Konfessionen nebeneinander das eine große Ziele im Auge behalten müssen: die Gottesfurcht und Ehrfurcht vorder Religion zu erhalten und zu stärken. Ob wir moderne Menschen sind und ob wir auf diesem oder jenem Gebiete wirken, ist einerlei. Wer sein Leben ni ch t a u f d i c B a s i s d e r R e l i g i o n st e l l t, i st verloren. So will auch Ich da an diesem Tage und an diesem Orte es sich ziemt, nicht nur zu reden, sondern auch zu geloben, Mein Gelöbnis hiermit aussprechen, daß Ich das ganze Reich, das ganze Volk und Mein Heer durch diesen Kommandostab vertreten, das Reich selb st und Mei n Haus unter das Kreuz st e l l e und unter dem Schutz dessen, von dem der große Apostel Petrus gesagt hat: Es ist in keinem anderen Heil, und es ist auch kein cmderers Name den Menschen gegeben worden, darin sie sollen selig werden, und der von sich selbst gesagt hat: Himmel und Erde zureichen. Friedberg, den 18. Ium 1902. Der Großh. Bereinigungskommissär: (5p am er, Kreisamtmann. vormittags von lO1/^ Ufyr bis ll'/z Uhr, im Bureau Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer Nr. 2, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen auf Papier in Altengröße (mindestens % Bogen) p Die Grafschaft Mörs hat ihrer altbewährten und langen Treue ein sichtbares äußeres Zeichen dadurch gegeben, daß sie meinem Vorfahren, dem König Friedrich I, ein Standbild gesetzt bat in dankbarer Erinnerung, daß er sie gekettet hat an die aufblühende junge Macht Branbenburg-Preußen, welche auch in der Lage war, das Heine Land zu entwickeln und kräftig, zu beschützen. Als sein Urenkel und Nachfolger an der Krone danke ich den Grafschaftern von ganzem Herzen für den hoch- berftgeu Entschluß, zugleich danke ich Ihnen rm Namen der Kaiserin und meinem Namen für den herzlichen, beaeisterten und warmen Empfang, den sie uns bereitet haben Ich bin überzeugt, daß die Wärme der Gefühle meiner Graftchafter entsprungen rst aus der Ueberzeugung, d^e iic beim Rückblick aus ihre Geschichte der ver,!°„enen Mei Jahrhunderte geschöpft haben, nämlich, daß der Grafschaft die Zugehörigkeit zu Preußen und zum Szepter der Könige von Preußen, zum Segen gediehen ist. Der lwhe Herr, der in Erz gebildet vor un4 steht, chatte damals ja erst der Stellung Brandenburgs, äußeren Are Aachener Kaiserredeu. Die Rede, die der Kaiser bei dem Ehrenttmnke im Rathause auf die Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters Veltmann hielt, haben wir bereits ausHüglich mitgeteiljt. Der Wortlaut ist folgender: „Im Namen der Kaiserin und m Meinem Namen spreche Ich Ihnen von ganzem Herzen tiefbewegt Unseren Dank für den unbeschreiblich patriotisch und begeisterten Empfang aus, den alle Teile der Stadt Aachen Uns bereiteten. Es war Mir ein Herzensbedürfnis, die Stadt Aachen zu besuchen, und Ich danke Ihnen für die Gelegenheit, die Sie Mir durch die Einladung geboten haben. Wer sollte auf so historischem Boden, wie es Aachen ist, nicht mächtig erfaßt werden von dem Wehen und Rauschen der Vergangenheit und Gegenwart. Wer sollte nicht an die Fügung des Zimmels denken, wenn er die Geschichte der Jabrhunderte überblickt, die unser Vaterland durchgemackft hat in der Verbindung mit Aachen? Aachen ist die Wiege des deutschen Kaisertums, denn hier richtete der große Karl seinen Stuhl auf, und von feinem Glanze gewann auch die Stadt Aach>en einen Widerschein. So bedeutend, so groß war die Figur diqsas gewaltigen Bekanntmachung. Das Königliche Proviant-Amt in Hanau kauft bereits gut gewonnenes Pferdeheu neuer Ernte; auch wird der Ankauf von Roggen-Flegel- und Roggen-Maschinenstroh nach Maßgabe der vorhandenen Lagerräume fortgesetzt. Beide Strohsotten müssen gesund, trocken, ohne Mäuse- fraß, Abfall, Gemüll oder Spreu, glatt gelegt und fest gebunden sein. Bei Bahnsendungen ist die Adresse für den Frachtbrief: Hanau Bahnhof Nord. Die Abfuhr von der Bahn wird für Rechnung des Verkäufers übernommen, und kostet der Zentner Heu oder Stroh 15 Pfg. Bei gutem Wetter kann jeden Tag geliefert werden. Weitere Anfragen sind an das Proviant-Amt in Hanau zu richten. Gießen, den 18. Juni 1902. Großherzogliches Kreis amt Gießen. v- Bechtold. Aas Kaiserpaar in den Kyeinlanden. Essen, 20. Juni. Das Kais er paar fuhr heute Vormittag kurz vor 8 Uhr nach Mörs ab. Mörs, 20. Juni. Das Kaiserpaar traf um 9Uhr 20 Min. vormittags hier ein. Der Kaiser schritt die Front der Ehrenkompagnie ab. Bei der Begrüßung durch die Stadtvertretung und die Deputationen der Grafschaften, der Stadt- und Landgemeinden lobte der Kaiser wiederholt die Grafschaft wegen ihrer Treue zu Kaiser und Reich. Nach der Begrüßung wurde ein Ehrentrunk eingenommen. Au der Fahrt zum Bismarckplatz wurde der Wagen von einer Schwadron Düsseldorfer Ulanen eskortiert. Nach dem Eintreffen daselbst erfolgte die Enthüllung des Denkmals König Friedrichs I. Bei Entgegennahme des Ehrentrunks hielt der Kaiser folgende An- VezugSpreiS: monatlich 75Pf.,mertel- fährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswätts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für .Stadt und Land" und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. germanischen Fürsten, daß von Rom ihm die Würde eines alten römischen Cäsaren angetragen wurde und er ausersehen wurde, die Erbschaft des imperii romani anzutreten. Gewiß eine großartige Anerkennung für die Leistungsfähigkeit unseres eben erst in der Geschichte auftretenden germanischen Stammes. Denn versunken war das römische Szepter der Cäsaren den Händen ihrer Nachfolger; zerbröckelt und morsch wankte der römische Bau, und erst das Erscheinen der s i e g e s f r o h e n Germanen mit ihrem reinen Gemüt e war imstande, der Weltgeschichte den neuen Lauf zu weisen, den sie bisher genommen. Da verstand es sich von selbst, daß der gewaltige Karl der Große, der Frankenkönig, die Blicke Roms auf sich lenkte, welches in ihm einen Schutz und Hort erblickte. Allein die Aufgabe, das Amt eines römischen Kaisers mit der Würde und Bürde eines germanischen Königs zu verbinden, war zu schwer. Was er mit seiner gewaltigen Persönlichkeit vermochte, das versagte das Geschick seinen Nachfolgern, und unter der Sorge um das Welttmperium verloren die späteren Kaisergeschlechter das germanische Volk und Land aus dem Auge, sie zogen gen Süden, um das Weltimperium aufrecht "zu halten, und vergaßen darob Germaniens. So mußte allmählich unser deutsches Land und Volk verkommen, gleich wie bei ib,er Aloe, wenn ihre Blüte treibt und die ganze Kraft der Pflanze sich zu dieser einen Aufgabe aufrafft, hoch emporstrebend Blüte aus Blüte entwickelt und das Auge des staunenden Beschauers fesselt, derweilen nun die Pflanze selber zusammenbricht und ihre Wurzel verdorrt. So erging es auch dem römischen Kaisertum deutscher Nation. dttrnmehr ist ein anderes Kais er tum erstanden, dem deutschen Volke ist sein Kaiser wieder geworden, den es sich selbst geholt hat. Mit dem Schwerte in der Faust, auf dem Schlachtfelde ist die Krone erworben worden, und das Reichspanier flattert wieder hoch in den Lüften. Aus derselben Begeisterung und Liebe, womit das deutsche Volk an seiner alten Kaiseridee gehangen, ist das neue Kaiserreich ins Leben getreten. Allein die Aufgaben sind andere; nach außen beschränkt aus die Grenzen unseresLandes, um uns von neuem innerlich stählend auf die Aufgaben vorzubereiten, die unserem Volke jetzt werden und die im Mittelalter nicht erfüllt werden konnten. Nachdem der Kaiser einen Parademarsch über die Ehren- kompagnie aügenommen hatte, verließen die Herrschaften Krefeld. . Essen cl d. R., 20. Junr. Der Kaiser und die Kaiserin trafen von Krefeld kommend heute nachmittag auf Villa Hügel ein. Glanz und neue Würde verliehen. Nunmehr ist aus der $ Königskroi^e die Kaiserkrone geworden, durch Gottes t gnädige Fügung, die Kaiserkrone, deren Wurzeln im ( märkischen Sande ruhen,, und unter deren Schutz Preußen < und die Grafschaft Mörs, so Gott will, noch Jahrhunderte 1 gedeihen ff ollen. D en Willkommentrunk, den mir die j Grafschaft bietet, trinke ich auf das Wohl aller meiner i Grasfchafter mit dem Wunsche, daß Gott es verleihen : möge, daß in Frieden sich die Sicherheit und Wohl- ! fahrt der Grafschaft mehr und mehr entwickeln möge. Der Graf von Mörs trintt auf seine Grafschaft. Die Grafschaft lebe hoch, hoch, hoch. K r e s e ld, 20. Juni. Der Ka iser und die Kai s er rn sind hier eingetroffen. In Begleitung des Kaiserpaares befanden sich u. a. die Minister v. Rheinbaben und von Hammerstein. Am Kaiser Wilhelm-Museum war eine Ehrenkompagnie des 65. Regiments aufgestellt. Das Kaiserpaar nal)m dort Ausstellung unter einem riesigen Baldachin. Hier hielt Oberbürgermeister Geh. Regierungsrat Kulper eine Ansprache. Der Kaiser dankte dem Oberbürgermeister mit einigen Worten. Hierauf ging das Kaiserpaar in das Museum und besichtigte die Ausstellung der Krefelder Seiden- und Sammttndustrie. Hierauf wurden die Stadtverordneten vorgestellt und dem Kaiser ein Ehrentrunk angeboten, den er entgegennahm, indem er folgende Ansprache hielt: Die Stadt überreicht mir einen Pokal, gefüllt mit deutschem Wein. Wenn ich ihn ansetze, so trinke ich damit auf das Wohl der Stadt Krefeld in einem Jahre, wo der Rückblick auf die Geschichte, wie er von dem Herrn Oberbürgermeister entworfen ist, die Stadt mit Dank an unser Haus gefesselt hat. Ich glaube wohl, daß die Stadt Kre- eld das Gefühl haben kann und Recht thut, dem Ausdruck zu geben, daß die Regenten des Hauses Preußen chr Wohl sich stets haben angelegen sein lassen, und daß sogar ein so großer Fürst und Kriegsherr, wie Friedrich der Große, es nicht verschmäht hat, auch im Detail einzugreifen und dafür zu sorgen, daß ihr die richtigen Wege gewiesen wurden, auf denen ihre Industrie sich entwickeln sollte. Nun, unter dem Szepter meiner Vorfahren hat sich die Stadt zu einer ungeahnten Höhe entwickelt. Ihre Erzeugnisse isnd weit und breit in der Welt bekannt. Sie wissen aber auch, daß der Fleiß, den Sie in Ihre Erzeugnisse stecken, nur dann gedeihen kann, wenn ein kräftiges Szepter der Welt den Frieden erhält. Das haben aber meine Vorfahren und ich gethan, soweit wir es nach unseren Kräften konnten. Jetzt, seitdem Preußen und Krefeld nicht nur zusammengehören als ein Land, sondern ein Stück des großen Deutschen Reiches ausmachen, ist die Macht geschaffen, die es ermöglicht, daß Europa in Ruhe und Frieden seinen Aufgaben nachgehen kann. Unser deutsches Heer steht schirmend um unser Land, und Achtung und Vertrauen begrüßt uns von allen Seiten. Sie aber, die Sie doch eine Handelsstadt sich nennen, begreifen, daß außer dem Heer noch ein anderes Ding notwendig ist, und das ist unsere Flotte. Sie haben empfunden im Laufe Ihrer Entwickelung, was es heißen will, wenn mit einem Male an fremden Gestaden die deutsche Flagge entfaltet wird, und Respekt vor den deutschen Kriegsschiffen bei der Bevölkerung der berührten Länder erwacht. Für Sie ist nun notwendig, daß eine starke mächtige Flotte die Handelsflagge beschirmt, damit Sie in Ruhe Ihre Erzeugnisse überall absetzen können. Damit glaube ich in der That für alle die Städte, welche Industrie und Handel pflegen, das Sicherste und das Beste geleistet zu haben, was ich konnte, indem ich meine ganze Kraft einsetzte, unsere Macht auf dem Wasser zu entwickeln. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß mit jedem Kriegsschiff, welches den Stapel verläßt, die Sicherheit und Un g e stör th eit des F r i e d e n s z u n e h m e n wird, und damit auch die Sicherheit für Ihre Arbeit. Diesen Becher erhebe ich mit dem innigsten Wunsche für das Wohl der Stadt Krefeld und mit dem herzlichsten Dank namens I. M. der Kaiserin und in meinem Namen für den wunderschönen und großartigen Empfang, den die Bürgerschaft in der Ausschmückung ihrer Stadt und in begeisterter Stimmung uns entgegengebracht Nr. 143 erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstscheu Landwirt die Siebener LamUlen- HMter viermal in der { Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bc< Brüh lösche" Unwers. Buch-u.Steii btuderei (Pietsch Erben) sytedakm.., Expeditwi i 1 utu Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: «uzeiger Gieße«. .Kernsprechanschluß Nr. 51. GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Bekanntmachung. Be tr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Bettenhausen hier: den allgemeinen Meliorationsplan. In der Zeit vom 24. Juni l. Js. bis einschließlich Juli 1. I. liegt auf dem Gemeindehaus zu Bettenhausen der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zu demselben zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahtt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt Dienstag, 8. Juli l. Js., vormittags von 9l/2 Uhr bis lO’A Uhr, km Gemeindehaus zu Bettenhausen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Richterscheincnden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens >/r Bogen) einzureichen. Friedberg, 18. Juni 1902. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär: S p a m e r, Kreisamtmann. Bekanntmachung, Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn; hier: den allgemeinen Meliorationsplan. In der Zeit vom 25. Juni l. Js. bis einschließlich 8. Juli l. Js. liegt auf dem Bureau Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer Nr. 2, der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zu demselben $ur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier- aeaen findet statt: Mittwoch den 9. Juli l. I., werben vergehen, aber meine Worte vergehen nicht! Ich trinke auf das Wohl der Stadt Aachen in der festen lieber» zeugung, daß die Worte, die Ich gesprochen habe, in ihr einen guten Boden finden werden, wie er Mich ja auch^, was ich heute von der Bürgerschaft dieser Stadt, Alt und Jung, gesehen habe, sicher macht, daß auch in der Zukunft in seinen Mauern unser Haus und unser Thron eine feste Stütze finden wird. Tie Stadt Aachen lebe hoch! hoch! hoch! Tie Rede, womit der Kaiser im Münster auf die Ansprache des Prälaten Dr. Belleshcim erwiderte, lautete: „Ich danke dem Stiftskapitel von ganzem Herzen für diese herrliche Ansprache, die Ich soeben hier vernommen habe. Wenn alle Geistlichen Ihrer Konfession im deutschen Lande so denken wie Sie, dann ist es nm die Zukunft des Vaterlandes wohl bestellt. Es ist Mir eine hohe Freude, daß Ich das Werk der Fortführung der Ausschmückung Ihrer Kirche persönlich fördern und beschützen kann. Es ist eine Fortführung im Sinne Meiner Vorfahren. Schon Mein hochseliger Großvater und Vater empfanden es als notwendig, diesem schönen Gotteshause seinen Glanz wieder zu verleihen, den es dereinst besessen hat, und wir führen nun das Werk fort, was Kurl der Große einstens unbefangen hat. Durch alle Jahrhunderte hindurch geht bei den Germanen ein Zug durch ihr Empfinden: die Liebe zur Natur, die uns der Schöpfer in das .Herz gepflanzt hat als echt germanisches Erbteil. Dieselbe übertrugen sie in ihre Kun st zum Schmuck ihrer Gotteshäuser; von den dadurch entstandenen Vorbildern kann kein Deutscher sich los machen, und für den Landesh errn wird ihr Schutz zur Pflicht. Ich werde froh fein, wenn der Himmel es Mir gestattet, am Wend Meines Lebens noch die Vollendung dieser Kirche erleben zu können." * • * Den Höhepunkt der ersten, der großen Aachener Kaiserrede bildet für die Politik zweifellos der von Wilhelm II. zitierte Ausspruch des Papstes. Die so überaus günstige Meinung Leos XIII. von der Anerkennung des Katholizismus ist umsomehr geeignet, Aussehen zu erregen, als gerade in den diesjährigen reichsparlamentarischen Debatten lebhafter und schärfer noch als bei früheren Gelegenheiten vom Zentrum über Zurücksetzung der katholischen Bevölkerung, über ungenügende Rücksichtnahme auf ihre Empfindungen, ja jagar über „Verfolgung" Klage geführt wurde. Auch die Polen-Debatten gaben zu ähnlichen Beschwerden Anlaß, wie denn die Polen von jeher sehr geschickt verstanden haben, beim Zentrum die Saite der Glaubensgemeinschaft anzufchjagen. Graf Bülow stellte demgegenüber wiederholt und nachdrücklich fest, es handle sich in der Polenfrage um politische und wirtschaftliche Gesichtspunkte; absolut fern liege ihm irgend welche Beeinträchf- tigung der kathol. Kirche. Wenn der Papst, als die höchste Autorität in Glaubenssachen, den Katholiken deutscher und polnischer Zunge eine so rückhaltlose Befriedigung über das Maß von Glaubensfreiheit, das sie in Deutschland genießen, zu erkennen giebt, so kann das unmöglich ohne Wirkung bleiben. Und es ist besonders bemertenswert, daß Leo XIIi. zu solcher Ueberzeugung gelangt ift, obwohl der Antrag aus Aufhebung des Jesuitengesetzes und ebenso der „Toleranzantrag" keine Aussicht auf Mehrheitszustimmung im Bundesrat haben. Tas „B. T." wirft die Frage auf: „Was werden juun angesichts dieses päpstlichen Zugeständnisses gewisse heißblütige Zentrumsstreiter anjangen?" Tas Berliner Organ der ausschlaggebenden Parrei, die „Germania", nimmt noch nichl Stellung zu der Kaiserrede, aber die „Germania" hebt den ganzen Abschnitt der Kundgebung vom Ausspruch des Papstes an durch den Druck hervor und bemerkt einleitend, die Rede werde „überall in deutschen Landen jubelnden Beifall finden." Darnach scheint der erste Eindruck im Zentrumslager sehr sympathisch und kräftig zu sein. Man darf sich dessen freuen, in dem Wunsche, daß die Aachener Ansprache dazu beiträgt, den konfessionellen Frieden zu fördern und zu stärken, der in neuerer Zeit leider etwas beunruhigt erschien durch Hervorf- holen alter Streitpunkte. Der Leipziger Bankprozetz. v. Leipzig, 20. Juni. Ms Zeuge wird heute zunächst Prokurist Wuthe vernommen, vormals Prokurist der Leipziger Bank. Er sagt aus, bis 1898 sei eine Buchhaltung im Sekretariat eingerichtet gewesen, bis Ende 1898 seien die Konsortialkonten von den Hauptbuchhaltern geführt. Im Sekretariat wurden alsdann Konsortial- und Kontokorrent-Konten geführt, darunter auch die Trebertonten. Tas Sekretariat habe niemals Geldwerte zu verwalten gehabt. Es handelte sich für dasselbe nur darum, die Werte zu buchen, die ihm brieflich angegeben wurden. In der Korrespondenz habe das Sekretariat nicht die Selbständigkeit gehabt, die allgemein angenommen worden sei. Die Hauptbuchhaltung habe auch Treberkonten gekannt. Wuthe sagt weiter aus, er habe die Briefe, die von Exner verwahrt wurden, nicht gekannt, glaubt aber, daß Dr. Gentzsch über das Treber- obligo orientiert war. Er führt aus, daß etwa im Jahre 1900 genaue Heber sichten über die Treberengagements in Mappen geführt wurden, zur Zeit, als eS nötig war, die Angelegenheit recht übersichtlich zu gestalten. ES war Wuthe bekannt, daß ein Teil der Briefe für das Sekretariat in Verwahrung Exners verblieb. Es äußern sich dann die Sachverständigen Direktor Hermann, Ptauth-Kassel und Professor Lambert-Frankfurt a. M. über die Buchführung. Plauth und Lambert halten die Ausführungen Wuthes über die Einrichtung des Sekretariats für völlig korrekt. Lambert meint, daß aus Zweckmäßigkeitsgründen das Tre- bertonto auf Kontokorrenttonto zu führen gewesen wäre. Des Weiteren wird Buchhalter Bremsler, Buchhalter im Sekretariat der Leipziger Bank, vernommen. Er sagt aus, daß wichtige Trebertonten vierteljährlich abgeschlossen wurden, und daß er für seine Abschlußbuchungen von Exner Instruktionen über Zinsen und Provisionen empfangen habe. In der Hauptsache habe er mit Exner verkehrt, aber nie mit Gentzsch über Trebertrocknung gesprochen. Man kommt zum Protokoll vom 30. April 1898, in dem Mitteilungen über den Stand des Obligos der Trebertrocknung durch die Direktion der Trebertrocfnung und über den Semestralbericht der Leipziger Bank durch die Direktion gegeben wurden. Nach Ausweis der Revisionsprotokolle vorn 29. August sind vorher sämtliche Obligos, Konsortialkonten und Te- bitorenauszüge nachgesehen und ohne Beanstandung von der Obligokommission gelassen worden. Tann wird ein Bries Schmidts an Exner verlesen, daß ihm vor der bosnischen Gründung graue. Er wolle am liebsten weitere Betriebsergebnisse abwarten. Ein anderer Brief Schmidts ergänzt diese Ausführungen über Bosnien. In der Antwort sagt Exner, die Trebergejellschaft brauche wieder enorm viel Geld, sie lasse täglich große Summen trassieren und erhebe, nachdem sie erneut um Einstellung der Trassierung gebeten sei, große Barbeträge. Angesichts des gewaltigen Engagements in Aktien- vorschüsfen und zur Zeit unrealisierbaren Werten, direkten und indirekten Konten sei es ganz ausgeschlossen, weitere große Summen zu gewähren, einerlei, ob garantiert oder ungarantiert. Man könne einfach nicht weiter. Man sei sehr erstaunt darüber, daß die Trebergesellschaft ohne Wissen der Bank an das bosnische Ministerium eine Million Gulden bezahlt habe. Exner fragt, wie die Treber- gesellfchaft denn Dividende bezahlen, wie der Aufsichtsrat seine Verbindlichkeit aus der zweiten Emission regulieren wolle. Ter Vorsitzende stellt fest, daß die T r e b e r g e s e lisch a f t i n 5 M o n a t e n 13 M i l l i o n e n verbraucht habe. Gentzich will von den verlesenen Briefen zwischen Schmidt und Exner keine Kenntnis gehabt haben. Ein weiterer Bries Schmidt's motiviert die Ansprüche der Trebergesellschaft damit, daß die hohen Summen erst zurückfließen könnten, wenn die Werke laufen, und schlägt einen neuen Feldzugs- plan vor. Er bedauere die Nervosität Exners, und verspreche vertrauliche Uebermittelung des Entwurfs der Treber- bilanz. Aus einer Reihe von Briefen Schmidt's und- Exner's weist der Vorsitzende die fortlaufenden Beziehungen Beider nach, und deutet auf ihr Zusammen - g eh e n in allen Trebertransattionen hin. Nach einer kurzen Mittagspause verliest der Vorsitzende eine Reihe von Briesen, unterzeichnet von Exner und Gentzsch, in chronologischer Reihenfolge über die Fortentwickelung des Trebergeschäftes, sowie eine Anzahl Bilanzen. Alsdann gelangt ein Bilanzentwurf zur Sprache, der der Bank von der Trebergesellschaft unterbreitet ist. Nach Ansicht des Sachverständigen Direktor Herrmann hat sich die Bank darauf beschränkt, einfach die Zahlengruppie- rungen von Kassel entgegenzunehmen, und sie mit verschönender Hand übersichtlich darzustellen, zur Zeit, als die junge Aktienemission von 6 Millionen Mark gemacht werden sollte. Direktor Herrmann steht auf dem Standpunkt, daß der vorbereitete Bilanzentwurf schon in Anbetracht des ungeheuren hohen Obligos einer eingehenden Prüfung hätte unterworfen werden sollen. Es kommt dann zur Sprache, daß Exner Schmidt mit Rat und That zur Seite gestanden und die verschiedenen Transaktionen der Trebergesellschaft eingeleitet hat. In der Korrespondenz erwähnt Schmidt, daß in der Bilanz von Kassel auf die Schuld an die Bank nicht hingewiesen, daß sie aber so eingerichtet werden solle, daß der Verwaltung kein Vorwurf der Verschleierung gemacht werden tonne. Später spricht Schmidt von Mutlosigkeit und der Unmöglichkeit, anderweitige Kredite in Anspruch zu nehmen. Er fragt an, ob er noch weiter die Unterstützung der Leipziger Bank in Anspruch nehmen könne, obgleich die Engagements außerordentlich hohe seien. Man habe die Engagements nun einmal auf dem Hälfe und müsse durch. Es bleibe nichts anderes übrig. Darauf wird die Verhandlung vertagt. Jeder Bürger und Bauer hat die Pflicht, angesichts der außerordentlich wichtigen politischen Vorgänge unserer Tage, vornehmlich angesichts der Verhandlungen über die neue Wahlrechtsvorlage im Hessischen Landtage, die uns eine Anzahl städtischer Abgeordneter mehr und obendrein das direkte und geheime Wahlrecht bringen will, eine gut unterrichtete, größere hessische Tageszeitung zu lesen. Der Gießener Anzeiger ist die am besten bediente, reichhaltigste, größte und verhältnismäßig billigste Zeitung Oberhessens. Bestellungen für das dritte Vierteljahr sind im Interesse der pünktlichen Zustellung sofort aufzugeben. Uermischtes. * Berlin, 21. Juni. Gestern abend fuhr im Hochbahnhofe Schlesisches Thor ein einfahrender Zug auf einen haltenden Hochbahnzug. Durch Glassplitter ober Verstauchungen wurden 13 Personen leicht verletzt. * Köln, 20. Juni. Auf dem Bleiwerte Glücksthal in Witterscheid, Kr. Rheinbach, ist das Speisehaus durch eine Explosion zerstört und ein Schlepper getötet worden. Die Explosion ist vermutlich durch Sprengstoffe verursacht worden, welche ein Arbeiter liegen ließ. * Paris, 20. Juni. Wie der „Gaulois" erfährt, ist Frl. Eva Humbert von ihrer Mutter gewaltsam in ihren Wagen gesteckt worden, als die Familie an dem kritischen Slbcnb die Flucht ergriff. Diese Erklärung stammt aus dem Munde eines Bedienten des Humbert'schen Hauses. * Budapest, 20. Juni. Infolge des Austritts des Szamosflusses sind die Stadt Dees und zahlreiche Ortschaften überschwemmt. Die Galgoer Mühle wurde von den Fluten weggerissen, sämtliche in derselben befindliche Personen ertranken. In Bethlen sind ebenfalls Menschen ums Leben gekommen. * lieber den Fackelzug der Bonner Studentenschaft anläßlich des Kaiserbesuches entnehmen mir einem Berichte folgendes: „Zu Ehren der Bonner Studenten sei es gesagt: Alle Studentenkorporationen, die katholischen und die evangelischen, die schlagenden und die nichtschlagenden, die farbigen und die „schwarzen", die Korpsstudenten und die Finken, alle nahmen sie an dem schier endlosen Zuge teil. Die Führung hatte der Wingolf durchs Los erhalten. Der Wingolf bei einem Korpsjubiläum! Sein Erster mar der Sprecher vor dem Kaiser. Etwa um halb 10 Uhr begann der Zug am Hofgarten, ging um diesen herum und quer durch, direkt an den Rhein, um sich dann etwa li/i Kilometer die schnurgerade Rheinpromenade entlang bis an die Stelle hinzuziehen, wo der Park der Villa Schaumburg an dm Rhein stößt, und wo ein mit rotem Tuch ausgeschlagener Baldachin für das Kaiserpaar errichtet war. Davor hielten lampiongeschmückte Boote, die vereint mit der Feuerstraße der Fackeln tausend glitzernde goldene Streifen auf das silber- schlmmernde Rheinwasser zauberten. — Zusammen mit der Musik bei dem prächtigen Wetter ein kleines Venedig . . . . Kurz vor der Villa stiegen die sechs Chargierten, die von den einzelnen Gruppen abgeordnet waren, mit dem Rektor Geheimrat Ludwig aus dem Viererzuge, der sie vor dem Fackelzuge hergeführt, und traten in das Zelt, wo der Kaiser im dunklen Heb erzieh er mit Stock und Stürmer, die Kaiserin in reichem weißen Pelzmantel, der Kronprinz ebenfalls im Stürmer, andere fürstliche Mitglieder der Korps, das Prinzenpaar Schaumburg und andere Gaste den Zug ab- warteten. Der Rektor stellte die Studenten vor, und der 1. Chargierte des Wingolf, Stud. Theodor Meyer, sprach dem Kaiser den Tank dafür aus, daß er den Fackelzug angenommen habe, und fuhr dann fort: „Wie unsere Fackeln zum Himmel lodern, so sind unsere Herzen entflammt in begeisterter Ergebenheit für unseren Kaiser und König, für Ew. Majestät erhabene Person, den Schirmherrn der akademischen Jugend, vor allem derjenigen unserer geliebten Bonner Universität. Wir erinnern uns heute ganz besonders der unvergeßlichen Worte, die Ew. Majestät bei der Einführung Seiner Kaiserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen an die Studentenschaft zu richten geruhten, die Worte: „Männer sind es, die wir brauchen mehr als je!" Wir wollen dahin streben, Männer zu werden, die, treu ergeben ihrem angestammten Herrscherhause, allezeit bereit sind, ihre ganzen fträftc in den Dienst des Vaterlandes zu stellen. Das gelobt Ew. Majestät am heutigen Tage die Bonner Stildenkenschaft, erfüllt von heiligem Patriotismus uktd durchglüht von Liebe, Ergebenheit und.Treue gegen Ew. Majestät, unseren allergnädigsten Kaiser, König und Herrn." Der Kaiser dankte der Studentenschaft für ihre Huldigung und sprach besonders seine Freude au§, daß die Worte, die er ün vorigen Jahre gesprochen, nicht vergessen seien. „Möchten sie doch," so schloß er, „auch künftigen Generationen ein Ansporn sein." Er trat dann an die Studenten heran, reichte jedem die Hand, und nachdem er sie verabschiedet hatte, bat er den Rektor, zu bleiben, damit er ihm die einzelnen nun Vorbeiziehenden und ihre Prinzipien erkläre. Auch bie Kaiserin, die hier zum ersten Male mit dem Bonner Studentenleben in Berührung trat, zeigte dafür lebhaftes Interesse. Bei dem langen Vorbeimarsch zog der Kaiser vor jeder Gruppe bei jedem „Hurra" den Stürmer. Die Korps, die, mit den Borussen voran, in einigen Abständen mit besonderen Musitkorps vorbeizogen, lüfteten auf Verabredung nur die Mützen, ohne Hochrufe auszubringen. Als der Fackelzug vorbei war, zog sich das Kaiserpaar nach vorherigem Dank an Professor Ludwig in die Villa Schaumburg zurück, indessen der Zug sich dann die Koblenzer Straße entlang noch dem Markte hm bewegte. Kunst und AUffenschaft. — Wie den „M. N. N." aus Tegernsee gemeldet wird, starb dort der englische Historiker Lord A e t o n Atdenham. Universitäts-Nachrichten. Bonn, 20. Juni. Die Jubelfeier des Korps „Borussia" fand ihren Abschluß durch eine festliche Fahrt nach Remagen. Arbeiterbewegung. New-Aork, 20. Juni. Ein bewaffneter Pöbelhaufen drang in eine Kohlengrube in der Nähe von Williamstown (West-Virginia) ein, um 25 Arbeiter zu veranlassen, die Arbeit einzustellen. Als die Arbeiter sich diesem Gebot nicht fügen wollten, schleuderte der Hausen Dvnamit in dieGrude, wodurch eine Explosion entstand. 5 Mann wurden getötet. Als die lleberlebenben aus der Grude herauskamen, gaben die Ausständigen Schüsse auf sie ab und verletzten viele. Auszug aus dru Staudesamtsreglstnu drr Stadt Hießen. Aufgebote. Am 15. Juni. Jakob Hiirkler, Fabrikarbeiter in Steinberg mit Margarethe Wagenbach dahier. Am 16. Juni. Wilhelm Krätzer, Wirt dahier mit Barbara Maier Hierselbst. Am 17. Ium. Lud- .wig Geiß, Bäcker dahier mit Karoline Luise Krafthöser Hierselbst. Rudolf Hermann Grams, technischer Betriebsleiter in Leihgestern mit Lina Katharine Georgine Sier dahier. Georg Mayer, Großh. Geometer 1. Kl. dahier mit Auguste Stute in Höxter. Am 19. Juni. Heinrich Leinberger, Lagerarbeiter dahier mit Elise Deiß hierselbst. Eheschließungen. Am 14. Juni. Friedrich August Louis Wilhelm Peter Konrad Benk, Eisendreher dahier mit Auguste Frank hierselbst. Friedrich Karl Adam, Spediteur in Butzbach mit Ottilie Pfaff dahier. Theodor Wilhelm Karl Martin Kungelmeyer, Schreinermeister dahier mit Auguste Stoll hierselbst. Friedrich Karl Schmidt, Schlossermeister dahier mit Katharine Schneider hierselbst. Geborene. Am 8. Juni. Dem Bautechniker Peter Grode eine Tochter, Maria Gertrude. Am 10. Juni. Dem Schmied Heinrich Becker VI. ein Sohn, Wilhelm Friedrich Heinrich. Am 15. Juni. Dem Geometer 2. Kl. Philipp Eisenhardt ein Sohn. Am 16. Juni. Dem Schlosser Wilhelm Kahn ein Sohn. Dem Lokomotivheizer Heinrich Linkmann ein Sohn. Am 17. Juni. Dem Kutscher Johannes ©d) ar mann eine Tochter. Gestorbene. 77 Am 15. Juni. Arthur Fourier, 17 Jahre alt, Telegrammbesteller dahier. Am 16. Juni. Georg Volpreckt Wenzel, 5 Monate alt, Sohn des Taglöhners Johann Friedrich Wenzel dahier. Konrad Quandt, 33 Jahre alt, Kaufmann dahier. Am 17. Juni. Otto Steiß, 18 Jahre alt, Schretnergeselle dahier. Aili 18. Juni. Marie Kreiling, geb. Franke, 67 Jahre alt, Lausfrau dahier. Am20.Juni. Karl Tickhardt, 51 Jahre alt, Möbelschreiner dahier. Verlobte dE verlangen von der Darmstädter Möbel-Fabrik, Darmstadt, Offerte nebst Katalog und Preisliste. 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