Nr. 92 Erscheint täglich außer SormtagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Zamilien- blittter viermal in der Woche beigelegt. Rotalronsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Skeii>- druckeret (Pietsch Erbens Redaktion, Grvedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Montag 21. April 1903 Zweites Blatt. 152. Jahrgang GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis» monatlich 75 Pü viertel^ jährlich Lik. 2L0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auLschl. Besteüg. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnumm« bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpretS: lokal IS Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den volit. u. allgem. Teil: P. Wtttko: für .Stadt und Land^ und ,GerichtSsaal*:R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Ate heuttge Nummer umfaßt 10 Seite». Die letzten 15 Semester Die in den zum Die sieben Jahren vom Winter 1894/95 (mit 528) bis Winter 1901/02 (mit 947 Studenten) beträgt 419. mindestens nicht unwahrscheinlich, weisen folgende Zahlen auf: Der 1000. Student. Gießen, 21. April. Vor sieben Jahren, im Wintersemester 1894/95 zählte die Gießener Universität 528 immatrikulierte Studenten, im verflossenen Wintersemester 1901/02 waren es deren 947. Wird im laufenden Semester die Zahl 1000 erreicht werden? Die Art, wie die Frequenz gestiegen ist, macht es relative stellt sich sonach auf 79, im Jahresdurchschnitt auf 11,7 vom Hundert. Vergleicht man dagegen die Zahlen vom Sommersemestcr 1895 (mit 568) und 1901 (mit 916 Studenten), so ergiebt sich im Zeitraum von sechs Jahren bei einer absoluten Zunahme von 348 eine relative von 61, im Jahresdurchschnitt von 10 auf das Hundert. Da nun das Sommersemester 1901 916 Studenten aufwies, würden rvir bei gleicher (lO^ger) Zunahme wie bisher 916 4- 92 = 1008 Studenten für das kommende Sommersemester zu erwarten haben. Zu einer noch etwas höheren Ziffer gelangen wir, wenn wir annehmen, daß das Sommersemester 1902 sich in gleichem Maße über das Wintersemester 1901/02 hebt, wie es während der vorhergehenden vier Jahre geschah, wo die Sommersemesterziffer die des vorher- hergehenden Winters um 59, 97, 53, 69 übertrafen, d. i. im Jahresdurchschnitt um 80. Setzen wir nur den geringsten Zuwachs der letzten Jahre an, nämlich 53, so würde damit, da im Wintersemester 1901/02 947 Studenten immatrikuliert waren, genau die Ziffer 10 00 erreicht werden. Mil dem heutigen Tage (21. April) beginnen die Immatrikulationen für das neue Semester. Die Leiter der Stadt- verwaltung werden gut thun, sich baldigst die Frage vor- zulegcn, ob und wie sie das für Stadt und Hochschule gleich bedeutsame Ereignis „des 1000. Studenten" feiern wollen. Revolverschuß den Koloß des russischen Staatsgebäudes in Trümmer legen? Dex Schuß bedeutet vielmehr das Signal für alle reaktionären Clemente zu erneuter Thätigkeit, die jetzt weitere unzweifelhafte Erfolge zeitigen wird. Dachte der Mörder nicht daran, oaß dieser Schlag im Zentrum des staatlichen Rußlands noch an den letzten Enden gesvürt wird, wo in den Morgen Sibiriens unter gemeinen Verbrechern politische Sträflinge und Glaubensgenossen schmachten? Das geistig, wirtschaftlich und technisch mächtig aufstrebende Rußland wird sich seine Selbftregieruna erringen, wenn seine Zeit gekommen ist. Niemals aber durch ein Attentat auf einen einzigen Vollstrecker absolutistischer Urteile und Gesetze! Rußlands Minister des Innern, Ssipiagin, wurde von dem russischen Studenten Malyschew in Petersburg erschossen. Es liegt kein persönlicher Racheakt vor, sondern der Minister fiel als Opfer russischer Politik. Mit moralischen Erwägungen imponiert man heute nicht sonderlich; wem aber nutzt die Mordthat? Will man mit einem Politische Wochenschau. Von der Tarifkommissivn nichts neues! 2&> rrigstens nicht in Hinsicht auf das Ergebnis der Beratungen. Es wird im großen und ganzen weiter erhöht. Bei der Position für Vieh und Fleisch gerieten Graf Posadowsky und der Adg. Dr. Heim wieder mal aneinander. Ersterer wiederholte die alte Litanei mit dem bereits populären Schlüsse „Unannehmbar", woraus der Zentrumsbündler erwiderte, daß für chn nur ein über die Vorlage hinaus erhöhter Viehschutzzoll in Betracht käme. Um bei den ewig gleichen Erklärungen nicht die Geduld zu verlieren, üben sich unsere Politiker in der Bildersprache. Graf Posadowsky wurde auf seinen Vergleich des Zolltarifs mit einem Marmorblock, aus dem doch noch eine schöne Bildsäule werden würde, von seinen Widersachern höhnisch ausgelacht. Dr. Heim aber will den „Forellen auf die Beine helfen", sich aber nicht länger „Schwielen am Trommelfell ansitzen". Tie letzte Metapher ist übrigens nicht so schief, wie man denken könnte: Sitzt doch mancher einer auf den Ohren und will absolut nicht hören, was man ohne Unterlaß ihm vorpredigt. Zur größten Ueberraschung sämtlicherKommtssions- mitglieder wurde der Antrag auf Streichung des 3 Mark- Zolles für das Faß gesalzener Heringe angenommen. Ter „Germania" erscheint es unwahrscheinlich, daß der Reichstag schon vor Pfingsten geschlossen oder vertagt werden soll. Tie Hauptaufgabe des Reichstages liege gegenwärtig in der Zolltarif-Kommission, und wenn über den Zolltarif eine Verständigung zwischen den Parteien und der Regierung herbeigeführt werden soll, bann sei das wohl kaum möglich, wenn der Reichstag geschlossen oder vertagt sei, da die Fraktionen sowie deren Führer bann die Verbindung untereinander verlieren. Für st Heinrich XXII. Reuß ä. L. ist am Samstag nachmittag kurz nach 5 Uhr -nach schwerem Todeskampfe gestorben. An anderer Stelle unserer heutigen Nummer sprechen wir über diesen Todesfall ausführlicher. Auf der gZocbfee führte unser neuester Schnelldampfer ,^ronprinz Wilhelm" eine illustre Gesellschaft an Bord. Minister, Offiziere, hohe Verwaltungsbeamte, Marinemaler und Kommerzienräte schüttelten den Berliner Staub von den Schuhen und folgten dem Kaiser auf seiner Fahrt ins offene Meer. Verwaist waren Parlamente von den höchsten Vertretern der Regierung. 9tui Posadowsky, der Unentwegte, blieb daheim. Acht Minister waren zu Schiff gen Farsund, demnach zwei Minister mehr auf der Vergnügungsreise, als neulich Abgeordnete im Reichstage waren: sechs ganze VoWvertreter hatten sich nach Berliner Berichten zu Beginn der Beratung über die Seemannsordnung eingefunden. Freilich ist es angenehmer, die erfrischende Luft auf offenem Meere zu atmen, als über die dienstlichen Verhältnisse der Seeleute lange und verzwickte Erörterungen zu führen. Dafür konnten aber die zu Hause Gebliebenen den Ansflüglern nachher aber die zu Hause Gebliebenen den Ausflügler:: mannsorduung ist in zweiter Lesung zu Ende gebracht worden! Tas gleiche schwere aber glückliche Resultat hat der preuß. Landtag mit der zweiten Beratung des Eisenbahnetats zu verzeichnen. Auch diese kam zur Erledigung. Es waren hauptsächlich Fragen und Wünsche lokaler Art, über die man lange und breite Beratungen pflog. Etwas für die Allgemeinheit Ersprießliches, etwa die Forderung auf Herabsetzung der Personentarife, ist bei den Verhandlungen nicht herausgekommen. Was bei den dumultuarischen und blutigen Kämpfen um Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Belgien herauskommen wird, läßt sich mit Bestimmtheit heute nicht sagen. Das Schießen hört nicht auf, trotz der Toten auf feiten der Ruhestörer und trotzdem Vandervelde und seine sozialistischen Unterführer energisch und eindringlich ihre Genossen vor Gewaltthätigkeiten täglich warnen. Und obendrein ist die weit wirksamere moderne Waffe im Kampfe um politische Machtentfaltung in Thätigkeit, der allgemeine Ausstan d. Die Zahl der Ausständigen wird auf über 300 000 angegeben. Die progressistische Partei faßte am Samstag den Beschluß, in bepi der König zur Intervention aufgefordert wird. Der Bürgermeister von Brüssel erließ am ^amstag eine Bekanntmachung, die den Ausnahmezustand aufhebt und der Bevölkerung die volle Freiheit zurückgiebt. Während die Arbeiterschaft von Mons die Fortsetzung des Streiks bis aufs Messer beschloß, ist doch schon ein, wenn auch noch leichtes Nachlassen der Streikbewegung bemerkbar. Eingeweihte Persönlichkeiten bezweifeln nicht, daß der Generalrat der sozialistischen Partei in kurzem die Aufhebung des Generalstreiks oerfügen wird. Optimisten glauben, daß ihnen dahin Zusicherungen von hoher Stelle gegeben seien. Tie deutschen Sozialdemokraten haben beschlossen, die Ausstandischen mit einer Summe bis zu 50000 Mark zu unterstützen. „Peuple" veröffentlicht Telegramme aus Amsterdam und Leipzig sowie anderen Städten, in denen die belgische Arbeiterpartei ersucht wird, im Aus- stande zu beharren. Dem Blatte „Pettt belge" sind in den letzten Tagen mehrere Trchbriefe zugegangen. Tas Blatt erläßt eine Erklärung, worin es heißt, daß, falls einem seiner Redakteure ein Unheil zustoßen sollte, Vandervelde dafür verantwortlich gemacht werden würde. In Brüssel demonstrieren auch die Mitglieder der Bürgerwehr. In dem (Safe des Bolkshauses erhoben sich Iciücre plötzlich von ihren Sitzen, hoben die Gewehrkolben hoch und sangen die Marseillaise. Es befanden sich barunter atoei Offiziere und ein Korporal. Der Brüsseler Polizei wurpe das Verschwinden von drei Personen angezeigt. Sie sind seit vorigen Sonntag nicht in ihre Wohnunaen zurückgekehrt Lrnd man nimmt an, daß sie sich unter den un Volkshause untergebrachten Verwundeten befinden. Ueber die Lage in Süda frika sind positive glaubwürdige Nachrichten nicht vorhanden. Man weiß nur bestimmt, daß aus Pretoria die Bur en führe r am 18. April abends zur Beratung mit den im Felde stehenden Buren abgereist sind. Daraus darf man vielleicht schließen, daß die Friedensverhandlungen nicht g a n z resultatlos verlaufen werden, wenn man auch nicht in der Lage ist, sich für diese Auffassung auf bestimmte politische Thatfachen zu stützen. Der Londoner „Expreß" will wissen, daß trotz aller Dementis eine Spa l tun g im Kabinett Salisbury über das Budget und das Unterrichtsgesetz bestehe. Nur die Friedensverhandlungen ließen den Konflikt bisher nicht zum Ausbruch kommen. — Die liberale Sektion der Unionisten, darunter Chamberlain und Lord Heresord, seien absolut gegen die Kornzölle und gewisse Zuwendungen an die unter geistlichem Einfluß stehenden Privatschulen. Sollte das Unterrichtsgesetz angenommen werden, so meint der „Expreß", würden Chamberlain und Heresord aus dem Kabinett austreten. (?) Eine etwaige Vereinigung dieser Elemente mit Lord Rosebery könnte die neue liberale Partei wieder auf den Damm bringen. Tie Börse, ein feines Barometer, beginnt sacht aber stetig anzuziehen in Erwartung des baldigen Friedensschlusses, aber Englands Sprache ist noch ebenso hochmütig und bedingungslos wie srüher. 21000 neue Truppen sollen nach dem Kriegsschauplätze abgehen oder sind schon unterwegs. Ter Schatzsekretär Hicks Beach selbst bezeichnete den Kornzoll nur als vorübergehende Maßnahme; niemals würde England zum Schutzzollsystem zurückkehren. Rußlands Minister des Innern, Ssipiagin Wintersemester Sommersemester 1894/5 528 1895 568 1895/6 558 1896 630 1896/7 626 1897 663 1897/8 674 1898 733 1898/9 717 1899 814 1899/1900 802 1900 855 1900/1 847 1901 916 1901/2 947 1902 9 absolute Zunahme der Hochschulziffer Aus Stadt und Zand. Gießen, 21. April 1902. **Schutz dem brütenden und setzenden Wild! Die Thätigkett der Tierschutzvereine, die sich so segensreich bemerkbar macht, fehlt bisher ganz auf einem Gebiete, auf dem die Tierwelt ganz besonders einer energischen Fürsorge des Menschen und eines wirksamen Sck)utzcs bedürfte: Es fehlt an dem Schutz des brütenden und setzenden Wildes, int Frühjahr. Noch bieten die Fluren dem Feldhuhn, das fein Gelege bereitet, dem Häslern, das seinen erjtcn oder vielleicht gar schon zweiten Satz auf Aesung führt, keine genügende Deckung; die noch nicht fußhohe Winterfrucht reicht nicht aus, um diese Tiere vor ihren Feinden zu verbergen. Aber nicht das wilde Raubzeug ist es allein, das öen harmlosen puynern und Hasen nachstellt, gar oft find es auch die jagdlustigen Hunde, die den Hasen hetzen, den Junghasen greifen! Trotz bestehender Gesetze, trotz der Bekanntmachung, die in jedem Frühjahr behördlicherseits von neuem erfolgt, sieht man täglich, daß Spaziergänger, Radsahrer rc. ihre vierbeinigen Freunde nach Herzenslust in den Feldern jagen lassen, obwohl die Hunde nicht einmal auf Feldwegen frei laufen dürfen, sondern nur auf Straßen, Chau,,een und anderen wirklichen Verbindungswegen, von denen )ie nicht mehr als 100 Schritte abgehen dürfen. Kommt der Flurfchütz zufällig dazu, bann bringt er Die beit*. Hundebefitzcr sicher zur Anzeige. Am Freitag konnten Passanten an der Frankfurterstraße beobachten, daiß ein Hund, den drei Spaziergänger; stet laufen ließen, einen Hasen au ft hat, nach der Bahn zu hetzte, wo der Geängstigte unter einen Zug geriet und überfahren wurde. Im Herrnwalde wurde dieser Lage eine träaiiige Rehgeitz von Kunden gejagt und zerrissen! — An einer anderen Stelle wurden drei junge Hasen funden, die, wie Spuren bewiesen, von einem Hunde tot* gebissen waren. Es ist angesichts solcher Vorkommnisse begreiflich, wenn der Jäger von der Befugnis, die die Gesetze ihm gewähren, zuweilen Gebrauch macht und den wildernden Hund niederschießt. Gar mancher Hundebesitzer irxirtt es schon bereut Haven, daß er seinen Hund achtlos laufen lieh, wenn sein Liebling eines Tages nicht ivie der kehrte. Deshalb richten wir in ihrem eigenen Interesse die Mahn* ung an die Hundebesitzer, ihre Tiere im Feld und Wald an der Leine zu führen, auch auf Wegen und Schneisen. Es ist das ja auch nur ein Gebot der Rücksichtnahme auf die Rechte anderer, andererseits aber auch eine Pflicht für jeden Tierfreund und jeden Menschen, der ein Herz hat für die Geschöpfe, die die Natur beleben, und besonders eine Pflicht in der Satz- und Mstzeit im Frühjahr. ** Ein spanischer Schwindler. Seit Jahren versuchen spanische Schwindler,' durch Briefe, die sie nach allen Gegenden Deutschlands schicken, deutsche Bürger, deren Adressen sie sich auf irgend eine Weise zu verschaffen wußten, zur Hergabe von Geldsummen zu bewegen unter der Vorspiegelung, daß in der Mhe des Heimatsortes der Betreffenden ein großer Schatz verborgen sei, den sie selbst aber nicht Hebei: könnten, da sie als Opfer ihrer politischen UeberzeuH-, ung im Gefängnis schmachteten. Natürlich sollen die Adressaten einen großen Teil des Schatzes erhalten, falls sie auf die Vorschläge der Gauner eingehen. In der Presse ist zwar schon oft vor diesen Schwindlern gewarnt worden. Aus der Thatsache aber, dag sie sich immer wieder mit ihren Briesen nach Deutschland wenden, Darf man wohl schließen, daß sie ab und zu doch noa) Leute finden, d:e auf ihre Schreibereien hereinfallen. Ein solcher Brief, der vor wenigen Tagen an einen unserer Leser gerichtet wurde, wird uns von diesem freundlichst zur Verfügung gestelll. Wir geben ihn lim folgenden zur abermaligen Warnung wieder: Geehrter Herr! Hier wegen Entnahme verurteilt, wende ich mich an Sie, fragen ob Sie mir um wieder in dem Besitz einer! Summe von sechshundertfünfundsiebzigtausend in Banknoten zu gelangen, behilflich sein wollen Summe die ich in einer eisernen Bickse sorgfältig verpakt in einen gewisen Orte der Umgegenden Ihrer Aufianthatortes zu vergraben mich gezwungen sah, allein as ich Jhen aufklären Wirde wenn ich hoffe Sie mir Ihren Beistand liestin und nach hier kommen un meine siebzehnjährigen Tochter welche huit zu Tag noch in einen span. Pensionat: ist, abzuholen und im das wa^> ich den Pensionoti schulde, ziL bezahlen um auf diese Weise einen mit Geheimfach versehenen Reisekosser meines Eigenthiems, in welchen ich! den ortsbeschreibenen Plan um die Bükse wiedersinden zu tönen einglegt habe, zu haben. In Belohnung dafür werde ich Ihnen den dritten Teil der Summe die retten in Rede steht gern geben Sie müssen aber die Reisekosten meiner Töchter bis zu Ihnen vorschtessen, sowie auch die Spesen die zu machen sind um den fragt. Riesekoffer von dor wo er deponirt ist darzuloesen. Fürchtend da ich Jher Adresse nicht sehr fteuer bien daß diese zeilen in Ihren Händen nicht kommen, so lasse ict) diesen Brief durch einen Mann der die diutsche Sprache nicht kennt, abschreiben und nur nach Empfana Ihrer Antwort Werpe ich mit meiner Hands hrist schreiben um Ihnen m. Geheimnis anzuvertrauen und mit m. Name zu zeichnen und da es mir nicht möglich ist Ihre antwort hier direkt zu empfangen, so bitte ich Sie Ihre annahme durch eine Depesche laut einlieg ^zettelchen tinnen zu lassen. Dieser Mann wird Ihre Depesche empfangen und mir dieselbe ohne Gefahr aus händigen. Ich bitte Sie verschwiegen zu sein und in Erwartung Ihrer Antwort zeichne ich nur mit L. C. Als Vorsichtmaßregel bitte mit Ihrem Name nie 'zu zeichnen sondern mit den Kenntniszeichen des Zettet dun, und per Draht und nicht per Post zu antworten. Zettelchen und Couvert also advesse schreibe ich selbst Niemand darf wisen an wemrch schreibe. Telegrammadresse: Ernesto Bruno LLsta telegrafvs Mntaro Spanien. Eisenbahn-Zeitung. Emer kürzlich ergangenen Anordnung des Eisenbahn- vrinisters zufolge tritt die besondere Bestimmung, wonach mit Rückfahrkarten die Hinreise innerhalb der Geltungsdauer beliebig angetreten werden darf, am 1. Juni außer Kraft. Sämtliche Rückfahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs berechtigen von diesem Zeitpunkte ab zum Antritt der Hinreise nur noch am LösungStage und an dem hierauf folgenden Tage. Wir hatten vor einiger Zeit Kenntnis von dem das gesamte Publikum interessirenden Prozeß gegeben, welchen Justizrath Wagner aus prinzipiellen Gründen gegen den Msenbahn- fiskus wegen Ueberfüllung der Wagenabtheile angestrengt hatte. Justizrath Wagner hat außer seiner Klage bei Gericht wegen Ueberfüllung des Wagenabteils auch Beschwerde bei dem Minister der öffentlichen Arbeiten erhoben. Auf diese Beschwerde ist jetzt nachstehender Bescheid ergangen: ^Jm Namen des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten erwidern wir Ihnen auf die an denselben gerichtete Eingabe vom 15. Januar d. I., indem wir Ihnen nochmals unser Bedauern über die erlittene Unbequemlichkeit aussprechen, ergebenst folgendes: Wir haben die Stationsvorstände von neuem angewiesen^ mtt Nacbdrnck darauf zu hallen, daß den Anträgen der Fahrgäste, ein ülerfülltes Abteil zn raumen, entsprochen und der Ueber- füliung der Wagenabteile im Stadt-, Ring- und Vorortverkehr nach Möglichkeit vorgebeugt wird. Ein wirksames Mittel, jede Ueberfüllung abzuwenden, wird sich nicht finden lassen, ohne dem Verkehr und dem Publikum unerwünschte Beschränkungen aufzuerlegen uno den Betrieb in unzuläffiger Weise zu hemmen." Reutlingen, 19. April. Bei der Eröffnung der Nebenbahn Reutlingen-Gönningen sprang auf der Station Gomaringen die vorderste der beidrn Lokomotiven des Festzuges, in welcher sich auch der Ministerv.Soden befand, infolge unrichtiger Weichenstelluug aus dem Geleise. Mll halbstündiger Verspätung konnte der Zug mit einer Lokomotive die Fahrt fortsetzen. Iandwirtschaft. Saateuftaud iu Preußen von Mitte April: Winterweizen 22, Winterfpelz 2,2, Winterroggen 2,3, Klee 2,7, Luzerne 2,5, Wiesen 2,8, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 Mittel, 4 gering bedeutet. Die wegen Auswinterung, Mäusejchaden und Schneckenfraß um- gepflügte Anbaufläche beträgt bei Winterweizen 0,15 Prozent, Winterspelz nichts, Winterroggen 0,09, Klee 0,78, Luzerne 0,35. Die Ziffern des Saatenstandes von SDlitte April vorigen Jahres waren 3,9, 2,0, 3,0, 3,3, 2,9, 3,0 und die Ziffern der umgepslügten Anbaufläche: Winterweizen 26,6, Winterspelz nichts, Winterroggeu 3,7, Klee, Luzerne 2,2. In den Bemerkungen der Statistischen 5korrespondenz heißt es: Sowohl die Weizen- wie die Roggen- saaten seien allgemein gut durchwintert. Selbst im östllchen Staatsgebiete, wo die Februarkälte etwas stärker war als im Westlichen, sei ein nennenswerter Frostschaden nicht vorgekommen. Die bis zum Abschlüsse der Zusammenstellung eingegangenen 4483 Berichte melden mit verhältnismäßig wenig Ausnahmen, daß der zu Anfang des lausenden Monats im ganzen Staatsgebiete eingetretene Nachwinter den Saaten geringen Schaden zugefügt haben wird. Genaueres über den Umfang der Umackerungen werde sich erst im nächsten Monat berichten lassen. Sie wurden bei den Futterpflanzen anscheinend weniger durch den eigenllichen Winterschaden, als durch die Dürre des vorigen Sommers, sonst aber auch, wie bei den übrigen Fruchtarten, durch tierische Schädlinge, besonders Mäuse, veranlaßt. Auch Klee und Luzerne haben durch Auswinterung wenig Schaden gelitten. Gerichtssaal. L. Gießen, 19. April. Schöffengericht. Unter der Beschuldigung, sich von einem hiesigen Apotheker unter Vorspiegelung falscher Thatfachen Arznei verschafft zn haben, war die Ehefrau eines Schuhmachers ans Gießen unter Anklage wegen Betrugs gestellt worden; sie wird aber freigesprochen. Dagegen erhält eine hiesige Wäscherin, welche ihren vertrauensseligen Kunden Wäsche- gegenstände gestohlen hat, wegen Diebstahls eine Gefängnisstrafe von 4 Wochen. Wegen des gleichen Delikts wird eine Gefängnis- strase von 14 Tagen Über eine jugendliche, aber bereits vorbestrafte Dienstmagd aus Gießen verhängt, welche chrer letzten Dienstherrschaft gleich am Lage ihres Diensteintrilts ein Paar Stiefel und einen Hausschlüssel entwendete. Sicherheitsgurte!. August Kilbinger Spezialgeschäft und Ausstellung für Kinderwagen: Bahnhofstrasse 22. Haupt-Geschäft: Seltersweg 19. Kinderwagen und Sportwagen Kinderwagen 10. Sportwagen Bycicle-Rädem Mk. 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Im Baubureau, Licher Straße 59 (Gasthaus zur Stadt Lich) sind die Zeichnungen und Muster einzusehen und die Bedingungen und Verdingungsanschläge gegen Zahlung oder Portofreie Einsendung der folgenden Beträge zu erhalten: 60 Pfg. für die Bedingungen, 75 , „ Los I, 30 , , , n, 30 , n n m, und 60 , , , IV. Zeichnungen und Muster werden nicht versandt. Die Angebote sind bis Frellag den 9. Mai d. Js., vormlltags 10y2 Uhr an das Baubureau einzureichen, woselbst um diese Zell die Eröffnung derselben erfolgen wird. Zuschlagsfrist bis zum 20. Mai d. Js. Gießen, den 18. April 1902. 3134 Namens des Provinzial-Ausschusies der Provinz Oberhessen. Jergebung von Aauarbeiten. Die zum Bau eines einklassigen Schulhauses mll Lehrer- tvohuuug uud Abortgebäude erforderlichen Rohbauarbeiteu sollen in öffeMlicher Submission vergeben werden und zwar: L Erd- uud Maurerarbeit. 2. Steiuhauerarbeit: Lungsteine 11,583 cbm, Sandstein 7,067 cbm. 3. Zimmerarbeit: Eichenholz 1,31 cbm, Tannenholz 33,346 cbm. 4. Dachdeckerarbell: 205,87 qm Schieferdach. 5. Speuglerarbeit. 6. Blitzableiter-Anlagen. 7. Grobschlosserarbeit: 152 kg Anker, 40kg Binderschrauben, 48 lfd. m Schneesanggitter und 3 Stück Kaminleitern. 8. Eiseulieferuug: 5235 kg I-Träger, 350 kg Abortrohre, 375 kg ungetheerte Rauchröhren, 3 Dachfenster 2c. Voranschlag, Pläne und Bedingungen liegen zur Einsicht der Jntereffenten bei unterzeichneter Stelle bis Montag den 12. Mai d. I., norm. llMr, offen. Die Offerten sind bis zur genannten Zell portofrei, ver- schloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen an unterzeichnete Stelle einzureichen. Die Oeffnung der eingelaufenen Offerten erfolgt alsdann in Gegenwart etwa erschienener Submittenten. Blanketooranschläge werden, insoweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis abgegeben. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Burkhards (Kreis Schotten), den 11. April 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Burkhards. Klein. 3173 Matador Q. Qj Nur die besten Zutiiaten für mein Kleid sind die billigsten: Ich wünsche nnr VORWERK's Gardinenband mit Ringen. Jedes bessere Geschäft führt VOBWEEKs OriginnltOnalitäten, die Original-Fabrikate, welche den Namen des Erfinders VORWERK oder die bekannte Fächermarke tragen: Velourschutzborde Mohair-Borde „Primissima“ Schweissblätter (Tricot- und Gummi- Platten) Kragen-Einlage, speciell „Practica“ (mit Carton-Aufdruck, „VORWERK“) Gascokes. Infolge Stadtverordneten-Beschlusses vom 10. April d. Js. tritt eine PmskMWWg unferer tecofts ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festg