Nr. «8 Erscheint tägNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen blättcr viermal in der Woche beigelegt. Ziotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Univers.-Buch- a. Stein- druckerei (Pietsch (Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Frrnsprechanschluß Nr. 5L Zweites Blatt. 152. Jahrgang Freitag 21. Marz LN«S JSWjF ® Wf © monat?ich7bPß,viertel-, GlehenerAmelger« ” General-Anzeiger " W v v für den polit. u. allgern. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MW v U zeigenteil: Hans Beck. Sie heutige Kummer umfaßt 10 Seilen. Zur KhinapotittL. Der russische und der französische Botschafter überreichten am Mittwoch persönlich bem Reichs- kauzler Grafen Bülow folgende Note: Die diplomatischen Vertreter Frankreichs und Rußlands haben den Ministern der auswärtigen Angelegenheiten der Mächte, welche das Protokoll von Peking am 7. September 1901 unterzeichnet haben, folgende Erklärung mitgeteilt: Die verbündeten Regierungen von Frankreich und Rußland, denen der englisch-japanische Vertrag vom 30. Januar 1902 mitgeteilt worden ist, — ein Vertrag, der abgeschlossen wurHe, um den Status quo und den allgemeinen Frieden im äußersten Orient zu sichern und die Unabhängigkeit Chinas und Koreas, die für den Handel und die Industrie aller Nationen offen bleiben sollen, aufrecht zu erhalten, waren völlig befriedigt, in diesem Vertrage die wesentlichen Grundsätze vorzufinden, die sie selbst zu wiederholten Malen ertlärt haben aufzustellen und die die Grundlage ihrer Politik bleiben. Die beiden Regierungen sind der Ansicht, daß die Respektierung dieser Grundsätze zugleich eine Garantie ist für ihre speziellen Interessen im äußersten Orient. Gleichwohl gezwungen, ihrerseits den Fall ins Auge zu fassen, wo eine aggressive Aktion dritter Mächte oder neue Wirren in China, welche die Integrität und die freie Entwicklung dieser Macht in Frage stellen, zu einer Drohung für chre Interessen werden könnten, behalten sich die beiden verbündeten Regierungen vor, eventuell auf Mittel bedacht zu sein, um sich einen Schutz zu sichern. Der Schwerpunkt dieser Erklärung liegt darin, daß die Unantastbarkeit des beiderseitigen Besitzes im äußersten Osten vertragsmäßig gewährleistet wird. Die Hand, die Japan nach Korea, England nach der M a n d s ch u r e i, beide vereint nach Frankreichs Interessensphären in Jndochiua und Hinterindien auszustrecken Lust hätten, würde unfehlbar von Rußland und Frankreich mit festem Griff gepackt werden. Der europäische Zweibund ist somit auf Asien ausgedehnt, und wenn 6er erweiterte Allianzvertrag nicht schon vorher veröffentlicht sein sollte, so dürfte bei der Anwesenheit des Präsidenten Loubet in Petersburg die offizielle Ankündigung erfolgen. Die Begeisterung der Franzosen für die Allianz hatte sich bekanntlich etwas abgekühlt, Rußland kam immer nur, um zu nehmen; es mußte der Republik einmal etwas geboten werden, das realen Nutzen versprach Dem Scharfblick der Petersburger Diplomaten entging nicht, daß der englisch- japanische Bündnisvertrag in diesem Sinne fruk- tificiert werden konnte; fühlt sich doch Frankreich durch das Vordrängen Englands und Japans in seinen indochinesischen Besitzpngen und den siamesischen Grenzdezirken stark beunruhigt. Da ist denn Rußland „hilfreich" dem Alliierten zur Seite getreten und hat dessen Sache mit der feinigen verbunden. Deutschlands Chinapolitik wird durch einen französisch-russischen Vertrag ebensowenig berührt, wie durch den englisch-japanischen. Eher werden sich beide Verträge, vom deutschen Standpunkt betrachtet, im wesentlichen ausgleichen. Als ein der Erhaltung des Friedens dienendes Gegengewicht gegenüber dem englisch-japanischen Bunde wird die Note von der deutschen Presse aufgefaßt. Durch die Art der Uebermittelung wird die Aufmerksamkeit noch erhöht; es ist insbesondere von Seiten der französischen Regierung ein erfreulicher und aus gute Beziehungen deutender Akt. Die Londoner Blätter wollen natürlich nicht merken lassen, daß man in England recht unliebsam überrascht ist von dieser formellen Erweiterung des russisch- französischen Bündnisses. „Times" und andere Zeitungen geben sich den Anschein, als sei der Gegencoup zu erwarten gewesen und eine Nachahmung des dem „Frieden dienenden" englischen Beispiels.^ Die „Daily News" aber sind aufrichtig genug, aus ihrer Sorge kein Hehl zu machem Frankreich und Rußland, schreibt das Blatt, führen eine ernste Sprache. Die Lage fei ernst und drohend. Beide Mächtegruppen stehen jetzt einander von Angesicht zu Angesicht iim fernen Osten gegenüber. Uebrigens klang die französisch-russische Note anfangs etwas schärfer. In der unkorrigierten des W. T.-B. hatte der Schlußsatz etwas Alarmierendes, es war von „aggressiver Aktion der beteiligten Mächte" die Rede, wogegen die beiden verbündeten Regierungen sich schützen wollen. Das Wort „beteiligt" nahm unmittelbar Bezug auf England und Japan; der Ausdruck „dritter" Mächte ist allgemeiner gehalten. Ein feiner Hohn ist zwischen den Zeilen der Erläuterung zu lesen, welche die russische Regierung im „Regierungsboten" und „Journal de St. Petersbourg" der Note giebt. Englands und Japans Ziele seien in Ostasien dieselben wie die „von der russischen Regierung unwandelbar verfolgten"; die von England und Japan bekundete Absicht der Mitwirkung könne nur den Sympathien Rußlands begegnen. Rußland hält an der Unabhängigkeit und Integrität Chinas und Koreas fest. So verkündet feierlich die russische Regierung. Es entbehrt nicht des Humors, mit welcher kraftvollen Ueberzeugung von Petersburg aus immer wieder betont wird, Rußland erstrebe in China nicht den mindesten Soudervorteil — trotzdem die Festsetzung Rußlands in der Mandschurei aller Welt offenbar ist, und die Chinesen selbst daran verzweifeln, die ungebetenen Gäste wieder loszuwerden. Die russische Diplomatie „sympathisiert" mit England und Japan, aber das hindert gleichzeitig nicht, daß Rußland und Frankreich „für alle Fälle" sich •gegen IXebergriffe eben dieser so sympathischen Mächte bereit halten. ÄLan schüttelt sich die Hand und greift mit der freien Hand nach der Waffe.... Für die französische Presse liegt der Wert der Abmachung namentlich auch darin, daß um Frankreich und Rußland ein neues Band geschlungen ist. Das Bündnis kann den Franzosen gar nicht fest genug gemacht werden. Politische Tagesschau. Neber die Ursachen der Notlage der Landwirtschaft hat kürzlich Minifterialdirektor Dr. Thiel vom preußischen landwirtschaftlichen Ministerium im Klub der Landwirte in Berlin sich ausgelassen. Die Not der Landwirtschaft ist nach Ansicht des Redners wesentlich dadurch verstärkt worden, daß so viele Landwirte nichtgenügendKapital haben, beziehungsweise daß sie mit zu kleinem Kapital zu großen Besitz erwerben. Es habe ja Zeiten steigender Tendenz gegeben, wo es thatsächlich vorteilhafter war, statt 1000 Morgen voll auszuzahlen, 3000 Morgen zu kaufen und Schulden aufzunehmen, weil der Bodenwert schneller wuchs als der Zins. Diese Zeiten seien jetzt aber vorbei. Wie diese ganze Entwickelung sich vollzogen, gehe aus den Pachtergcbnissen hervor. 1849 wurden pro Hektar im Durchschnitt 14i/2 Mk. erzielt. Diese Summe sei dann immer mehr und mehr gestiegen und habe 1887 mit 42 Mk. den Höhepunkt erreicht. Seitdem sei die Tendenz fallend, und jetzt sei man mit 38V2 Mk. wieder auf dem Niveau von 1881 angelangt. Graf Caprivi hat seinerzeit eine ähnliche Auffassung bekundet. Graf Bulow über die Frauenfrage. Der Reichskanzler Graf v. Bülow empfing am Donnerstag eine Deputation des deutschen Vereins für Frauenstimmrecht, die aus den bekannten Führerinnen der Berliner Bewegung Fräulein Augspurg, Frau Cauer, Frau Lina Morgenstern, Fräulein Dr. Helene Stöcker und anderen Führerinnen aus Danzig, Görlitz, Stralsund, im ganzen aus einigen 20 Damen bestand. Fräulein Augspurg war die Wortführerin und trug in längerer Rede die Wünsche vor, die dahin gehen, daß die vereinsrechtlichen Bedrückungen der Frauen in allen deutschen Bundesstaaten aufgehoben werden. Sie bitten ferner um Aufhebung der Ziffer 6 des § 361 R.-Str.-G.-B., dessen Wirkung ein unerträgliches Ausnahmegesetz für alle deutschen Frauen bedeutet; sie bitten endlich, daß durch Reichstzesetz bestimmt werden möge, daß nach vollgültig abgelegter Maturitätsprüfung das weibliche Geschlecht das gleiche Anrecht auf Immatrikulation an Hochschulen habe, wie das männliche, daß bei der in Aussicht gestellten Reform des Mädchcn- sch ulwesens in Preußen eine Anzahl sachverständiger Frauen zur Mitarbeit heranaezogen werden, daß der privaten Initiative bei Reformversuchen für Mädchenschulen durch Konzessions- verfagung seitens des KulMrministeriums nicht länger hindernd in den Weg getreten wird und daß die Errichtung obligatorischer Fortbildungsschulen für Mädchen eingeleitet werde. Der Reichskanzler antwortete: „Ich danke Ihnen für Ihre freundlichen, beredten Worte, ich danke Ihnen für Ihr Erscheinen, und bitte Sie, davon überzeugt zu sein, daß ich mir der außerordentlichen Bedeutung und des Ernstes der Frauensrage wohl bewußt bin. Was die angeregten Punkte betrifft, so werden Sie selbst wissen, daß ich, wo es sich um die Bestimmungen, die hinsichtlich des Versammlungsrechts gelten, bandelt, sowie auch um die betreffenden Paragraphen, welches so schmerzliche Erscheinungen zur Folge hat, nicht allmächtig bin, vielmehr ist dies alles gebunden an Die Bestimmungen der gesetzgebenden Körperschaften. Was die Frage der Frauenbildung betrifft, so ist dieselbe in Verbindung mit den Grundlagen der Volkserziehung vom Kultusministerium in Erwägnng gezogen. Es ist Ihnen bekannt welche Stellung zu dieser Frage der Kultusminister einnimmt. Eine nachdrückliche Unterstützung der Mädchenschulen von Seiten der Unterrichtsverwaltung wie von Seiten der Stadtgemeinde ist in Aussicht genommen und durch neue Lehrpläne werden im Unterricht verschiedene Verbesserungen angestrebt. Dagegen verhält sich die Unterrichtsverwaltung ablehnend hin- sichtlich der Errichtung von besonderen Mäochengymnasien, sowie Aufnahme der Mädchen in die höheren Lehranstalten. Dagegen sind einzelne private sechsjährige Gymnasialkurse versuchsweise genehmigt, und es sollen nach dieser Richtung weitere Erfahrungen gesammelt werden. Hinsichtlich des berührten Punktes der Zuziehung sachverständiger Frauen zur Beratung bin ich dafür, diese sehr luiajttae Frage anzuregen und zu sehen, ob es möglich sein wird, daß Frauen zugezogen werden. Jedenfalls können Sie meines Interesses sicher sein. Ich werde, soweit es an mir ist, das° selbe beim Bundesrat und Reichstag zum Ausdruck bringen." Mit freundlichen Worten wurde dann die Deputation von dem liebenswürdigen Reichskanzler entlassen. Hleue Anträge an die Zweite Kammer. Tie Abcj. Erk und Gen. beantragen bei der Zweiten Kammer, die Regierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die Haltestelle Ranstadt an der Oberh. Eisenbahn an die Straße Ranstadt—Ober-Mockstadt, nahe dem Bahnübergang verlegt werde. Tie Abgg. Joutz und Genossen beantragen, die Koestn der Unterhaltung des Gebirgsbaches Ufa innerhalb der Gemarkungen Langenhain—Ziegenberg, Ober-Mörlen und Nieder-Mörlen auf .die Staatskasse zu übernehmen. Tie Abgg. Joutz und Genossen beantragen, die Kosten ung zu ersuchen im Hauptvoranschlag für 1903/04 die an Beamten des Staates vorzusehenoen Tagegelder und Reisekosten bei den einzelnen Kapiteln getrennt aufzuführen, überhaupt die ganze Frage der Tagegelder und Reisekosten der Staatsbeamten einer einheitlichen baldigsten Regelung zu unterziehen. Tie Abgg. Bähr und Genossen beantragen, die Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, der Kammer alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, inhaltlich dessen das Gesetz vom 12. August 1899 die Vermögenssteuer betreffend, dahin ab geändert wird, daß Haus mobilien als steuerpflichtige V e r m ö ge ns b e st and teile angesehen werden. Auf die Anfrage des Abg. Bähr, die Bureaukosten der Bürgermeister betreffend, und des Abg. Weidner, das Diensteinkommen der Bürgermeister betreffend, erwidert Staatsminister Rothe, daß infolge der Beschlüsse der Zweiten Kammer die Kreisämter Auftrag erhalten haben, mit den Ortsvorständen in Gemäßheit des ersten Teils dieser Beschlüsse in Verhandlung zu treten. Nach den vorliegenden Berichten hat daraufhin allgemein eine Prüfung der Bureaukosten der Bürgermeister stattgefunden und es trat, zumeist nach Aufstellung einheitlicher Grundsätze für den ganzen Kreis vielfach eine Erhöhung der Bureaukosten ein. Zum Teil find diese Verhandlungen, welche mitunter auch die Verwaltungsgerichte beschäftigen, noch nicht vollständig zum Abschluß gelangt Doch ward auch, namentlich in Rheinhessen, Die Erhöhung der Bureaukosten als nicht notwendig und den Bürgermeistern selbst nicht erwünscht bezeichnet. Bezüglich des zweiten Beschlusses im Verordnungswege entsprechende Gebührensätze für alle diejenigen Amts-Verrichtungen der Bürgermeister festzusetzen, bei welchen es sich im wesentlichen um die Wahrung eines Staats- oder Privatinteresses handelt, haben alle Kreisämter, mit einer Ausnahme, sich gegen eine Erweiterung des Gebührenbezugsrechts der Bürgermeister ausgesprochen, einmal wegen der Belästigung, welche die Bevölkerung hierin sieht, und bann auch, weil den Bürgermeistern selbst eine Gebührenanforderung für ihre Dienste nicht unangenehm sei, und deshalb die zur Zeit schon ihnen zustehenden sehr häufig nicht erhoben werden. Es ist desyalb von Erlaß einer neuen Gebühren-, Ordnung abgesehen worden. Preußischer Landtag. Das Herrenhaus nahm am Donnerstag eine Resolution an, das Ministerium der öffentlichen Arbeiten folle getrennt von den allgemeinen Fahrplänen für Vieh- transporte einen Fahrplan heraus geb en für die B e - Handlung von Renn- und Zuchtpferden. Zu dem Entwurf betreffend den Erwerb weiterenBerg- werkseigentums für den Staat, der en bloc angenommen wird, stimmt das Haus einer Resolution zu, auch die für die Arbeiterwohlfahrt und namentlich, für die kirchlichen Bedürfnisse derselben die erforderlichen Mittel zu gewähren. Im Laufe der Debatte über diese, Resolution weist Graf Hoensbroech auf die Gefahr, hin, zu welcher die stetig wachsende polnische Ar bei-, terschaft in Rheinland und Westfalen wird, da sie infolge der mangelhaften Seelsorge den Lockungen bet । Sozialdemokratie keinen genügenden Widerstand entgegen»' setzen kann. Der Kultusminister legt demgegenüber dar, daß die Wünsche der Polen nach national-polnischer Seelsorge stets unerfüllbar bleiben würden. In rein deutschen Gebieten solle keine slavische Insel geschaffen werden. Im weitiren Verlauf nimmt das Haus den Antrag an, die Regierung zu ersuchen, dem Landtag einen die Herabsetzung des Fideikommißstempels betreffenden Gesetzentwurf vorzulegen. Im Abgeordnetenhaufe wurde die erste Lesung der Nebenbahn-Vorlage fortgesetzt. Abg. Macco (nL) brachte Wünsche vor bezüglich neuer Bahnlinien im We sterw ald! und für das Sauerland. Auch andere lokale Wünsche wurden zur Sprache gebracht. Deutsches Keich. Berlin, 20. März. Aus Kiel wird gemeldet: An der heutigen Mittagstafel bei dem Kaiser an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." nehmen Prinz Heinrich, Kriegsminister v. Goßler, und der Chef des Militärkabinetts Graf v. Hülsen-Haeseler teil. Heine mittag stattete der Kaiser dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich einen Besuch im Schlosse ab. Die Abendtafel fand wieder an Bord statt. Der Kaiser reifte heute abend elf Uhr nach Berlin ab. — Ter Kaiser hat feinem Dank an die Tochter des ame», rikanif chen Präs identen, die Tauspathin seiner neuen Docht s „Meteor", dadurch besonderen Ausdruck gegeben, daß er,, wie aus Wilhelmshaven gemeldet wird, der Stationsyacht „d 2" den Namen „Alice Roosevelt" verlieh. — Auf ein vom Magistrat der Stadt Lingen anläßlich des 200. Jahrestages der Vereinigung Lingens mit Preußen an den Kaiser gesandtes Huldigungstelegramm ging von diesem folgende telegraphische Antwort ein: Tem Magistrat danke ich von Herzen für die mir ausgesprochenen treuen Gesinnungen der Bürgerschaft, die in einer beinahe 200 jährigen Vereinigung mit dem Königreich Preußen sowohl in den schweren Zeilen wie in den Tagen blendenden Ruhmes mit Volk und Heer in patriotischer Gesinnung mir und meinem Hause die Treue bewahrt hat. Möge das Blühen und Gedeihen i der Stadt und ihrer Bürgerschaft in der Vereinigung \ mit unserem deutschen Vaterlande für alle Zukunft ein glückliches und gesegnetes sein. — Reichskanzler Graf Bülow wird auch während seines kurzen Osterurlaubes die Leitung der Geschäfte in, der Hand behalten. Zur Erledigung der laufenden Angelegenheiten wird ihn der Gesandte Prinz Lochnowsky nach.Italien begleiten. — Wie die „Nat.-Ztg." mitteitt, ist in der jüngsten, Unterredung des Reichskanzlers mit dem Reichs-« tags-Präsidenten eine Verständigung über den’ bei der Gewährung von Diäten für die Mitglieder der Zolltarif-Kommission einzuschlagenden Weg erzielt worden. — In unterrichteten Kreisen wird neuerdings, angenommen, daß der Gesetzentwurf in der Form, wie ihn der Bundesrat beschlossen hat, auch dem Reichstage vorgelegt werden wird, obwohl sich inzwischen Bedenken gegen die Gewährung eines Pauschquantums ergeben Haven. Cs verlautet, daß auch die Zentrumsfraktion einstimmig beschlossen habe, an der Diätenforderung jü.r den ganzen Reichstag unbedingt sestzuhalten. — Eine Gedächtnisfeier für den ermordeten deutschen Gesandten in Peking, Frhrn. von K e t t e l e r wird $um 20. Juni, dem zweiten Jahrestage jenes Verbrechens, tn Berlin geplant. Es wird dazu eine besondere Dichtung vorbereitet und die ersten künstlerischen Kräfte sollen mit- w ticken. — Dem römischen Korrespondenten des „Berl. Tgbl." wird aus der Umgebung des Papstes bestätigt, daß die Ernennung des Erzbischofs Sim ar von Köln zum Kardinal im nächsten Konsistorium erfolgen wird. Die deutschen Jubiläumsmissionen des Generalobersten v. Loö und des Fürsten v. Dettingen hätten int Vatikan einen so vortrefflichen Eindruck gemacht, daß die Beziehungen zu Deutschland erheblich gewonnen hätten. — Seitens der chinesischen Regierung ist nunmehr, wie die „Germania" mitteilt, die letzte Rate der vom deutschen auswärtigen Amt für die Zerstörung des deutschen katholischen Missions- Eigentums in Tsining ausbedungenen Entschädigung gezahlt worden. Breslau, 20. März. Reichstagsersatzwahl Breslau-West. Nach vorläufiger Feststellung betrug die Zahl der abgegebenen gütigen Stimmen 25 890. Hiervon erhielten Eduard Bernstein (Soz.) 14692, Rechtsanwalt Heilberg (frei). Volksp.^ 6408, Bellerode (kons. klerikaler Kompromißkandidat) 4426, v. Mosch (Antis.) 322 St. Glogau, 20. März. Auch die für heute angesetzte Verhandlung gegen den Grafen Pückler-Klein- Tschirne wegen Vergehens gegen den § 305 des Reichsstrafgesetzbuchs wurde vertagt, da Pückler nicht erschienen war. Der erlassene Haftbefehl war nicht auszuführen, weil der Aufenthalt Pücklers nicht zu ermitteln war. Vor Gericht wurde beschlossen, den neuen Termin erst anzuberaumen, wenn Pückler verhaftet und in das hiesige Landgerichtsgefängnis eingeliefert ist. Weimar, 20. März. Der Kronprinz traf mit dem Großherzog von Sachsen von Eisenach hier ein. Die beiden begaben sich nach dem Goethehaus. Heute abend fand im Residenzschloß Galatcrfel und danach im Hoftheater Galavorstellung statt. München, 20. März Die „Münch. N. Nachr." melden, der Kaiser und die Kaiserin hätten auf die Einladung des Prinzregenten zur Teilnahme an dem süns- zigjährigen Jubiläum des Germanischen Museums Antrag, welcher sich auf eine Vermittelung bezog. Ausland. Stockholm, 20. März. Der König gedenkt am 2. April zu mehrwöchiaem Aufenthalt nach Biarritz abzureisen. Von dort aus wird sich der König nach Ems zur Brunnenkur begeben und auf der Hinreise die Königin in Honnef besuchen. London, 20. März. Der Admiral Lord Charles Beresfortrßgte gestern bei einem Bankett der Marinearchitekten verschiedene Mängel der Marine, indem er erklärte, er würde von Stadt zu Stadt ziehen, um diese Mängel aufzudecken, selbst aus die Gefahr hin, vor ein Kriegsgericht gestellt und aus der Marine entfernt zu werden. Amsterdam, 20. März. Die Bekanntgabe, daß die Königin dieses Jahr nicht den traditionellen Aprilbesuch in Amsterdam mache, bestärkt die hiesigen Gerüchte, daß bie Königin dringend der Schonung bedürfe. Paris, 20. März. Im Senat greift Lamarzelle die Regierung wegen ihrer Finanzpolitik heftig an. Redner ;Iegt dar, daß England, Deutschland und die ,Vereinigten Staaten andauernd fortschreiten, während Frankreich stehen bleibt und sich den Rang ablaufen läßt. Hierbei führt er die Ansicht stdes russischen Finanzministers Witte an und liest ein Interview desselben vor, indem er nachweist, daß Frankreich sich begnüge, seinen Wollstrumpf mit Titres vollzupfropfen und weder eine Besserung in der Industrie herbeizuführen, noch auch neue Absatzwege zu finden suche, ja, sogar sich in Militärischer Hinsicht überflügeln lasse. (Bewegung.) M a g n i n erklärt, es sei nicht möglich, daß Herr v. Witte sich so ausgedrückt habe hinsichtlich einer Nation, die seinem Lande sieben Milliarden geliehen habe. Was Deutschland angehe, so habe es soeben eine Krisis durchgemacht, wie sie Frankreich noch nicht zu bestehen gehabt habe. (Zustimmung.) Gottervn fragt, ob es richtig sei, daß die französische Regierung von derdeutschen Regierung hinsichtlich einer Verständigung über den Kolonialbesitz Portugals gemachte Anerbieten abgelehnt habe. Minister des Aeußern D e l e a s s e erwidert, das sei durchaus unrichtig. Gotteron fährt trotzdem fort, unter großem Lärm des Hauses dem Minister vorzuwerfen, daß er die I n t e r e s s e n F r a n k r e i ch s v e r r a t e n habe. D e I c aj f 6 erklärt nochmals auf das allerformellste, daß weder Hanotaux noch ihm jemals der Vorschlag eines deutsch-französischen Abkommens gemacht worden ist. Wien, 20. März. Abg. Breiter hat heute im Abgeordnetenhause eine Interpellation eingebracht, in der die Regierung angefragt wird, ob sie mit Rücksicht auf die Ausweisung slavischerStudenteu von den deutschen Hochschulen sich nicht veranlaßt sehe, auch die reichs- deutscheu Studierenden von den österreichi- schen Universitäten auszuweisen. Der Polenklub brachte eine ähnliche Interpellation ein. Belgrad, 20. Viärz. Da die Mehrheit der Skupsch- tina der Regierung das Vertrauen kundgab und sich durch eine an den Ministerpräsidenten abgesandte Abordnung zu jeder Genugthuung bereit erklärte, zog das Kabinett Wuitsch seine Demission zurück und verbleibt im Amte. - New York, 20. März. Das Ackerbauamt wird eine Liste von solchen importierten Nahrungs- und Genußmitteln ausarbeiten, die Bor- oder andere Säuren enthalten. Washingtoner Berichte erklären, dies fei der erste Schritt zu Retorsionsmaßregeln gegen die deutsche Fleisch-23erordnung. Ackerbausekretär Wilson erklärt, Borsäure sei in den bei amerikanischem Fleisch verwendeten Mengen nie für schädlich erachtet worden. ~sind angeblich wegen einer Verschwö - ,'P1 Verhaftungen vorgenommen worden. Unter beluden sich der Oberrichter Beurjolly und GeneralDestouche. J Ucöcr die Dinge in Südafrika bat am Donnerstag im englischen Unterlaufe Campbell Bannermann um Auskunft. Er sagte, die Mitglieder der Opposition werden, wann sie an Ine Regierung Anfragen hinsichtlich des Krieges richteten, Pro-Burs und Freunde der Feinde des Landes genannt Derartige Bezeichnungen seien böswillige Verleumdungen. Der Redner weist auf die Zahl der Mannschaften hin, die aus der Kapkolonie zu den Buren gestoßen seien. Kolonialminister Chamberlain wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners. Es kommt zwischen beiden zu einem heißen Wortgefecht über den Vorwurf des Letzteren hinsichtlich der mangelhaften-Mitteilungen über die Angelegenheiten in Südafrika. Chamberlain bestreitet den Vorwurf, daß die Regierung mit Mitteilungen über den Fortgang der Operationen zurückhielte. Er sagt, die Zahl der im Felde weilenden Buren werde auf etwa 9000 geschätzt. Die Regierung habe Grund zu der Annahme, daß die Zahl derjenigen, die beim letzten Einfall der Buren in die Kapkolonie zu diesen stießen, gering sei. Tie Frage der Pazifizierung des Landes und feiner Zukunft nach Beendigung des Krieges werde von der Regierung beständigerwogen. Er schaue optimistisch in die Zukunft und befürchte keine schlimmen Folgen aus Rassegefühl, wenn erst einmal die britische Vorherrschaft feststehe. Eine Anzahl Burghers hätten auf englischer Seite gefochten und mit den Engländern mehrere bedeutende Generale und Kommandos gefangen genommen. Der Redner weist auf einen Bries Vilonels an Tew et hin, in dem es heißt, die wahren Feinde des Landes seien die Männer, die den hoffnungslosen Kampf fortsetzten. Dillon ruft: Vilonel ist ein Verräter. Chamb erlain entgegnet: Das ehrenwerte Mitglied ist ein guter Richter übet den Verräter. Dillon bemerkt, sich zu Chamberlain wendend: Ich wünsche zu sagen, daß der sehr ehrenwerte Gentleman ein verdammterLügner ist. Der Sprecher verlangt, daß Dillon den Ausdruck zurücknimmt. Dillon verweigert dies, worauf der Sprecher ihn zur Ordnung ruft. Balfour beantragt die Ausschließung Tillon's für eine Woche. Der Antrag wird angenommen. Im französischen Senat antwortete der Minister des Aeußeren De le ässe auf eine Anfrage über die von den Engländern in Transvaal festgenommenen Franzosen: Von den betreffenden Personen wurden mehrere mit Waffen in der Hand gefangen. Für sie war jede Intervention ausgeschlossen. Andere, die einen Aufenthaltsschein besaßen, wurden unter dem Vorwand verhaftet, daß sie an allerhand Manövern gegen die Engläirder teilnahmen. Die französische Regierung ist der Meinung, daß eine Festnahme nur auf dem Schlachtfeld erlaubt ist. England erkennt diese Anschauung nicht an, ließ jedoch zwei Gefangene frei. Für einen noch gefangenen Dritten setzen wir unsere Bemühungen fort. 2000 weitere Mann für Südafrika hat die Regierung des südaustralischen Bundesstaates beschlossen abzusenden. Tie Demorkraten haben im Washingtoner Kongreß beschlossen, Sympathiebeschlüsse für die Buren durchzusetzen. Tie Versammlung verwarf jedoch einen schärferen Antrag, welche sich auf eine Vermittelung bezog. Aus Stadt und Saud. Gießen, den 21. März 1902. * * Die Ueberfiihrung der Leiche des Oberstleutnants Herrlein. Heute Vormittag 10 Uhr wurde die Leiche des in der Nacht zum Mittwoch verschiedenen Oberstleutnants Herrlein vom Sterbehause in der Südanlage feierlich zum Bahnhofe übergeführt. Vorher fand im Trauerhause eine Trauerandacht statt, an der außer den Angehörigen des Verblichenen Oberst o. Dewitz und eine Anzahl Offiziere teilnahmen. Dekan Bayer richtete eine tröstende Ansprache an die Hinterbliebenen, worauf die Einsegnung der Leiche erfolgte. Von Unteroffizieren unseres Regiments wurde der mit Kränzen und Palmenwedeln reichgeschmückte Sarg in den Leichenwagen getragen. Unter den Klängen von Lrauermärschen, die unsere Regimentskapelle spielte, setzte sich der Zug in Bewegung. Vor dem Sarge marschiette eine Abteilung Soldaten. Hinter ihm schritten zunächst die Hinterbliebenen; anf diese folgte das Offizierkorps unseres Regiments, dem sich die übrigen Leidtragenden, unter ihnen die Spitzen der staatlichen, städtischen und sonstigen Behörden, anschlossen. Aus dem Bahnhofe erfolgte die nochmalige Einsegnung der Leiche, die nach Fulda übergeführt wird, um dort zur letzten Ruhe bestattet zu werden. * * Von der Universität. Unter den letzten Nachrichten konnten wir gestern mitteilen, daß die durch den Tod des Geheimrats Prof. Dr. Löh lein erledigte Professur wieder besetzt i)t. Leider hat sich in der Meldung wieder einmal ein recht unliebsamer Druckfehler eingeschlichen, indem - aus dem Prof. Pfannenstiel ein Prof. „Kannenstiel" wurde. Ueber die Thätigkeit des Schularztes an den hiesigen Volksschulen entnehmen wir dem Verwattungsbericht der Bürgermeisterei für das Jahr 1900/01 folgendes: Die Funktionen des Schularztes wurden bis Ende Juni 1900 von Medizinalrat Dr. Haberkorn in dankenswetter Weise provisorisch versehen, nachdem der frühere Schularzt, Dr.Tj a den, in das Reichsgesundheitsamt berufen war. Von da ab übernahm Kreisassistenzarzt Dr. K ö n i g e r, welcher als Nachfolger des Dr. Tjaden durch Beschluß der Stadtverordneten-Ver- sammlung vom 26. Juli 1900 zum Schularzt bestellt wurde, die Geschäfte. Aus dem umfangreichen Bericht des Schul- arztes sei Folgendes mitgeteilt: Sämtliche Schulkinder wurden im Schuljahre 19U0/01 zweimal untersucht. Die Untersuchungen erstreckten sich wie in den vorhergehenden Jahren auf Größe, Gewicht, Ernährungszustand, Reinlichkeit, Haut, Brustumfang, Brustkorb, Bauch (nur bei Knaben), Wirbelsäule, Extremitäten, Mund, Nase, Sprachstörungen, Augen, Ohren und chronische Krankheiten. Außerdem wurden Kinder, die bei den Hauptuntersuchungen ausgefallen waren, noch mehrmals untersucht. Die Untersuchungen wurden auch zur Auswahl derjenigen Kinder benutzt, welchen die Wohlthat eines warmen Frühstücks zu teil werden sollte. Bei den Untersuchungen wurden ferner diejenigen Kinder genau geprüft, bei welchen die Lehrer Grund zur Annahme von Schwachsinn oder von einem sonst abnormen Geisteszustand hatten, und mit den Oberlehrern die notwendigen Maßnahmen beraten. Weigerungen, sich den Untersuchungen zu unterziehen, kamen in ernstlicher Weise nicht vor. Die den Eltern erteilten Ratschläge, den kränklichen Kindern ärztliche Behandlung angedeihen zu lassen, wurden in ziemlich zufriedenstellender Weise befolgt. Bei den Untersuchungen wurden die9 Kinder über richtige Handhabung der Reinlichkeit uber-- haupt, besonders über Zahn-, Mund- und Haarpflege be- lehrt. Mit den Lehrern wurde besprochen, welche Plätze: den Kindern je nach ihrem Gesundheitszustand am besten anzuweisen seien. Schwächliche Kinder, die noch kein diesbezügliches, ärztliches Zeugnis vorgelegt hatten, denen aber Befreiung vom Unterricht oder von Teilen desselben dringend nötig war, wurden bei dieser Gelegenheit vorgemerkt. Bei der letzten ärztlichen Untersuchung der ans der Schule zu entlastenden Kinder wurden denselben Ratschläge über den zu wählenden Beruf in gesundheitlicher Beziehung erteilt. So wurde versucht, Knaben, die einen für ihre Körperbeschaffenheit zu schwer erscheinenden Beruf ergreifen wollten, wenigstens vorläufig von demselben zu-» rückzuhalten. Ferner wurden einzelne Mädchen, die Störungen des Nervensystems zeigten, gewarnt, zunächst einem Beruf, der zu sitzender Lebensweise zwingt, sich zu widmen. Bezüglich der Hygiene der Schulgebäude stellt der Bericht des Schularztes fest, daß die im Berichtsjahr fort* gesetzten Beobachtungen ergeben haben, daß die Döcker- s ch e n B a r a ck e n im großen und ganzen als provisorische Schulräume befriedigt haben, und daß kein Siebenten in gesundheitlicher Beziehung gegen ihre Verwendung .vorliegt. Insbesondere war die Zahl der Erkranb- ungsfälle unter den in den Baracken untergeb rächten Kinder nicht erheblicher, als unter den übrigen Schülern. Umfangreichere Untersuchungen fanden statt bezüglich der Helligkeit, der Luft- und Temperaturverhältnisse. Die Lichtmessungen bestätigen bei der Knabenschulbaracke, daß ihre Beleuchtung eine gute bis vorzügliche ist. Die Baracken bei der Stadtmädchenschule stehen für den Licht- einsall nicht so günstig, wenigstens befindet sich der östlichen Baracke gegenüber ein Haus, so daß unmittelbare^, Himmelslicht nur schräg von Nordwesten einfällt. Sie leidet in dieser Hinsicht an demselben Nachteil, wie der Schulsaal Nr. 3 der Stadtmädchenschule. Die nach Süd- westen zu gelegenen Plätze' sind nicht zur Zufriedenheit beleuchtet. Diesem Uebelftanbe wurde durch anbertoeite Aufstellung der Schulbänke abgeholfen. * * Justizdienstuachricht. Der bisherige Rechtsanwalt Gerichtsassessor Hoos ist mit der Wahrnehmung der Dienste Verrichtungen eines Staatsanwalts an Stelle des bekanntlich zum Amtsrichter ernannten bisherigen Staatsanwalts Zimmermann betraut worden. * * Mit dem Verkauf der neuen Postwertzeichen, sowie dem Umtausch alter Wertzeichen gegen neue ist gestern bei sämtlichen Postanstalten des Reichspostgebiets, sowie Württembergs begonnen worden. Wir weisen darauf hin, daß die« neuen Postwettzeichen vor dem 1. April zur Frankierung von Postsendungen nicht giltig sind, bis zum 31. März einschließlich müssen vielmehr noch die bisher gebräuchlichen Postwertzeichen verwendet werden. Das Publikum muß daher in den nächsten Tagen beim Einkauf von Freimarken an den Postschaltern den Schalterbeamten angeben, ob alte oder neue Postwettzeichen gewünscht werden, je nachdem, ob sie vor oder nach dem 1. April Verwendung finden sollen. * * Die 1. Kammer der Stände ttttt am Montag, den 24. d. Mts. zu ihrer 16. Sitzung zusammen. Zur Beratung und Abstimmung kommen u. a. der Hauptvoranschlag der Staats - Einnahmen und -Ausgaben, der Entwurf des Finanzgesetzes; der Entwurf eines Gesetzes, die Regentschaft betreffend; der Antrag der Abgg. Ulttch und Genossen, die obligatottsche staatliche Mobiliarversicherung betreffend; der Antrag des Abg. Köhler (Langsdorf), die Errichtung einer staatl. Mobiliar-Feuerversicherungs-An- stalt für das Großherzogtum betreffend; die Mitteilung der -Zweiten Kammer bezüglich des Antrags der Abg. Ulttch und Gen., die obligatorische staatl. Vieh- und Schlachtviehversicherung betteffend. * • Von der Familie Reinecke. Der Jagdaufseher Korn- dörfer fing gestern einen starken Fuchs im Eisen und erlegte außerdem eine Füchsin mit sechs etwa 8 Wochen alten Jungen im Jagdrevier Allendorf a. d. Lahn. Es ist außergewöhnlich, daß so früh und so zahlreich ein Gehege junger Füchse gefunden wird. * * Mittelrheinischer Fabrikantenvereiu. In der März- versammlung hielt Eisenbahnbetriebsdirektor Schönfeld-« Lippstadt einen Vortrag über das Thema „Eisenbahnen und! Wasserstraßen". Redner erläuterte in übersichtlicher Weise die Verschiedenartigkeit der beiden Verkehrswege, beleuchtete die' Vorteile und Nachteile, die jedem derselben anhasten unb; kam, nachdem er der Ansicht Ausdruck gegeben hatte, daß der Ausspruch des Kaisers „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", sich nicht allein auf die Seeverkehrswege, sondern auch auf die Binnenschiff ahrtsst raßen beziehe, auf den so viel genannten Mittellandkanal zu sprechen. Auch bie: Vorteile dieses Kanals legte der Redner in überzeugender Weise dar, widerlegte eine ganze Reihe der gegen denselben geltend gemachten Bedenken und schloß seine Ausführungen, indem er auf den Ausspruch des Staatsministers Thielen: „Gebaut wird er doch", hinwies. Redner gab schließlich dem Wunsche Ausdruck, daß es in Zukunft nicht mehr heißen möge Kanal oder Eisenbahn, sondern Kanal und Eisenbahn. Im Anschluß an die Versammlung wurde eine Besichtigung der Maschinenfabrik Johannisberg Klein, Forst u. Bohn, Nachfolger in Geisenheim, vorgenommen. Nach der Besichtigung wurde von der Firma ein kleiner Imbiß geboten. ** Hypnotismus. Gestern abend gab Herr Freyd! Nelson im Hotel Einhorn die erste der beiden angekün- digten Soiröen über Hypnose. Nach einleitenden Bemerkungen über das Wesen dieses eigenartigen Zustandes schritt er zu praktischen Versuchen mit Personen ans der Zuhörerschaft. Leider erwies sich von den drei Herren, die "sich ihm zur Verfügung stellten, nur einer als ein einigermaßen brauchbares Medium. Herr Nelson suggerierte ihm, indem er ihm einen zusammengefalteten Mantel reichte, u. a., daß dieser ein Kind sei; und der Suggerierte wiegte das Kind auf die Aufforderung Nelsons recht emsig in seinen Armen, warf es aber sofort weg, als ihm suggeriert wurde, es sei ein Wolf. Ebenso eifrig bückte er sich, um auf die Forderung des Hypnotiseurs auf der Bühne Veilchen zu pflücken, band diese mit einem Stück Papier zu einem Sträußchen und reichte es mit einer tiefen Verbeugung einem der Zuschauer. Am gelungensten aber war es, als er auf die Suggestion Nelsons hin, nachdem dieser dreimal in die Hände geklatscht, aufwachte und mit kräftiger Stimme rief „Hoch lebe der Kaiser". Während sonst Medien sich nach bcni Erwachen gar häufig schlaff fühlen, war bei diesem Herrn nicht das geringste davon zu m er fern Sodann zeigte sich Herr Nelson auch als Meister auf dem Gebiete der Kunst des Gedankenlesens und der Magie- die [en Bormittags Nachmittags Telephonischer Kursbericht. .Frankfurt a. Ä». 2L März an Tendenz:, fest. 3u/0 Mexikaner 41/2 Io Chinesen . Electric, botuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelages, Oesterr. Staatobahn Lom Karden . . Gotthardbahn . , Laurauütte . . t Bochum ...» Harpener . . » 100.80 4-4.50 28.40 115*20 44.90 begleiten. M Vom südöstlichen Vogelsberg, 18. Murz. Gewöhnlich reißt man sich bei Gemeindewahlen um die Da die Verletzung nur sehr unbedeutend war, vernachlässigte er sie. Jetzt ist er an Blutvergiftung schwer erkrankt. — Die Nachricht der „Neuen Bad. Landesztg.", daß in Handschuhsheim ein Metzger und Wirt seinem 5jährigen Kinde wegen Zerreißens eines 100 Markscheines beide Hände auf dem Hackklötze abgehauen habe, ist falsch. Das schauerliche Gerücht beruht, einer hier eingetroffenen Privatnachricht zufolge, auf böswilliger Erfindung. — Bürgermeister Stenner inBretzenheim, der, wie wir gestern telegraphisch mitteilten, starke Brandwunden erlitt, ist seinen Verletzungen erlegen. erbeten. ,, .. rx Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Pfarrer Dr. Grein. 1902. . 20.55 . 89.30 . 111L0 219*10 . 194.60 . 141.25 . 137.00 . 156.00 . 145.00 . 18.60 . 167.80 . 199.00 . 196.50 . 164,50 Abends 8 Uhr Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Karfreitag den 2 8. März. Vormittags 9-/2 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heil. Abendmahl für dre Lukas- und die Johannesgemeinde. Amneldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. ., , ... Am Karfreitag nach allen Gottesdiensten Sanimlung jur die evangelischen Anstalten m Jeruf alem. 372% Reichsanleihe 30/j do. 31/,0/g Konsols . 3°/o do . . 3l/2% Hessen 3% Hessen . . 40/ haben. Rente . . . 47g % Portugiesen . . . jO/" Portugiesen. . . . . 156 C. Türken . . . - Türkenlose..... 4«/o ürieoh. Monopol -Anl. 4’/»% äussere Argentiner Beicht hören. Sonntag den 23. Marz. Palmsonntag, von 6 Uhr an: Gelegenhett zur heil. Beicht, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der Heu. Som» - Am 2. Osterfeiertag, den 31. März. Konfirmation bet Kinder aus der Johannesgemeinde; un Anschluß daran Feier des heil. Abendmahls. Die Beichte findet am 1. Oster« fei er tag, nachmtttags 5 Uhr, statt. Am 2. Osterfeiertag, nachmtttags 2 Uhr, Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Lukasgemeinde. Die Som- firmation findet am Sonntag nach Ostern statt. Katholische Gemeinde. Samstag den 22. März. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Nachmittags von 3—6 Uhr und abends von 8—10 Uhr und Sonntagvormittag von 6 Uhr an wird ein fremder Priester 'Tafätensvielerckunststücke, die er leistete, riefen nicht ^ringel Heite^eit hervor. Die Schlußnummer bildete bas Auftreten der Antispiritistin, Frl. Fay, die, obwohl an HMitenimd Füßen gebunden, aus einem anscheinend,l^ren Raume1 tee Zuschauer mit allerlei Gegenständen bombardierte oder Laer von ihren Geistern bombardieren ließ. Leider war tee. Vorstellung nicht gerade zahlreich besucht. Herr^Nelson giebt heute ab erst) noch eine Vorstellung, die wohl besser besucht sein ^ir^tte/t)6tr9# 20. Marz. Am Sonntag beschloß der diesige Musikoerein die Konzertsaison mit der Aufführung der Kreuzfahrer" von Nills W. Gade und der „Ersten Walpurgisnacht" von Mendelssohn. Die Darbietungen schloffen fich in jeder Beziehung würdig den früheren an. An Solisten waren Frl. S. Schäfer, August Leimer von Frankfurt a. M. und Nicola Dörfer von Mainz gewonren worden. Zu nennen ist noch Dr. K. Schmidt von Laubach, der m mustergiltiger Weise die Klavierbegleitung zur Ausführung brachte. __ Heute beenden acht Kandidaten der Theologie chren Kursus auf dem Prediger-Seminar; die feierliche Entlastung findet am 1. April in dem Festsaale des Prediger- Seminars statt. Grünberg, 20. März. Den philosophischen Doktorgrad .erlangte dieser Tage an der Universität Würzburg Lehramts- astessor Koch von hier, gegenwärtig Assistent an dem Museum für Völkerkunde in Berlin. Dr. Th. Koch ist durch .ferne Teilnahme an der Meyer'schen Spedition im Xingue in Brasilien, sowie durch seine litterarische Thätigkeit über dieselbe weithin bekannt. Im Juni wird er dem „Darmst. Tägl. Anz." zufolge im Auftrage der ethnographischen Gesellschaft in Berlin zu einer neuen Entdeckungsreise nach Südamerika gehen. Es gilt ein zwischen den Staaten Paraguay und Bolivia liegendes, an Grüße Deutschland gleichkommendes, von etwa einer halben Million Einwohner bewohntes, Jndianergebiet näher zu erforschen. Zwei Gelehrte haben' mit größeren Expeditionen die Durchquerung nach den Eor- dilleren vergeblich versucht; der eine (ein Italiener) ist ermordet worden, über das Schicksal der andern Expedition ist nichts bekannt; dieses näher zu erforschen, hat sich Dr. Koch, der nur mit einem Begleiter, von Asuncion am Paraguay aus, seinen Weg ins Innere nehmen wird, zur wesentlichen Aufgabe gestellt. Den unerschrockenen, mutigen, jungen Forscher werden die besten Wünsche seitens seiner Vaterstadt Universitäts-Nachrichten. — Der Dozent Dr. Delius von der technischen Hochschule tu Aachen ist vom auswärtigen Amt als Haiidels-Sachverstandiger beim General-Eonsulat in Shanghai berufen. munion. , 8 Uhr: Die zwette hell. Meße. „ 9 Uhr: Palmweihe. _ 97« Uhr: Hochamt mit Predigt. um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Passions-Andacht. gegen Dte k-snzrere georauujvc. wx. *;en Stellwagen zu einem Monat und den Derchmann zu vierzehn Tage Gefängnis. Gerichtssaal. Mainz, 20. März. Der Landwirt Peter Stellwagen und der Tagelöhner Franz Deichmann aus Framersheim! sollen bas Offizierskorps der 8., 9. und 10. Kompagnie des 18. Infanterieregiments in Worms beleidigt haben. Die drei Kompagnien befanden sich im September während des Manövers in Framersheim im Quartier. Am Morgen des 21. September wurde bei einer Schießübung trotz des Befehls „Stopfen" noch geschossen, was zur Folge hatte, daß der Haupnnann einen Teil der Mannschaften zum Nachexerzieren auf den Nachmittag befahl. Emige dortige Einwohner, darunter die Angeklagten, waren erbittert, daß die Soldaten nach dem vorhergehenden anstrengenden Dienst nachexerzieren follten. Sie machten ihrem Groll dadurch Luft, daß sie die anwesenden Offiziere beschimpften und beleidigten. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Frankfurt a. M., 21. März. Wegen Zusammenrottung von Arbeitslosen im Anfang Januar wurden heute vom Schöffengericht 12 Personen zu 5 Tagen bis 6 Wochen Gefängnis verurteilt. M ü u ch e n, 21. März. Hier ist der bayerische Karmner- sänger Nachbaur im Alter von 57 Jahren gestorben. London, 21. März. Nach einer Depesche der „Times" aus Peking reisen heute 50 auserwählte chinesische Studenten von Paottngfu nach Japan, um in die Militär- schule zu Tokio einzutreten. — Die „Times" teilt ferner mit: Gestern erhiellen wohlunterrichtete Kreise von Teheran Telegramme, denen zufolge Persien mit Rußland ein Abkommen geschloffen haben, wonach Persien ein neues An- lehen von 10 Millionen Rubel erhält und Ruß. land die Baukonzession für eine neue Straße TaebriS- Tehercm giebt. _ . London, 2L Marz. Reuters Bureau meldet aus Johannesburg vom 19. März: In der Jahresschung der Minengesellschaft wurde die finanzielle Lage der Gesellschaft für sehr günstig erklärt. London, 21. März. Die „Times" melden, daß dre Buren im Oranje-Freistaat in Heine Trupps von 300 Mann verteilt sind. Im westlichen Transvaal verfügen sie über Geschütze und genügende Munition, ebenso über ausreichende Transportmittel. „r Rom, 21. März. Hier erhält sich das Gerücht über eine bevorstehende Besitzergreifung von Tripolis. Die italienischen Behörden sollen bereits Anordnungen getroffen haben, um eine notwendige Verproviantierung der Truppen zu sichern. In der Umgebung des französischen Botschafters soll man erklären, zwischen Frankreich und, Italien herrsche diesbezüglich völliges Einvernehmen. Budapest, 21. März. Einige Hörer des hiesigen Polytechnikums haben einen Apparat erfunden, welcher den Rückstoß des Gewehres aufhebt. Nachdem der Apparat sich zu bewähren scheint, werden demnächst auch Versuche von einer Militär ko mmission vorgenommen werden. Budapest, 21. März. Die Polizei verhaftete einen internationalen Juwelendieb, der sich Horti nennt und behauptet, ein Berliner Tenorist zu sein. Man glaubt, daß der Verhaftete mit dem berüchtigten Juwelendieb Hefka identisch ist. In seiner Wohnung rourten große Mengen Juwelen und Uhren gefunden. W a r s ch a u, 21. März. Der aus Nizza zuruckberufene General Puzyretoski hat sich direkt nach Petersburg begeben. Auch der verhaftete Oberst Grimm wurde gestern dorthin befördert, nachdem er im Gefängnis einen Selbstmordversuch verübt hatte. Wegen Begünstigung ter Spionage wurde die Frau des ehemaligen Obersten Berg- ström verhaftet. , r Newyork, 21. März. Die Burentelegierten Wol- mar ans und Wessel haben gestern die Rückreise aus Amerika angetreten. Sie sagten, es sei nicht notig, Munition nach Südafrika einzuführen. Die Buren bekämen alles umsonst von den englischen Soldaten. Es könnte daher auch in Hobvken bei dem Dockbrande für die Buren bestimmte Munition nicht zer-, stört worden sein. Ihre Reise sei durchaus von Erq folg gewesen. 101.85 92.60 101.60 92.40 100.25 4% Oesterr. Goldretae . . 103.00 47a% Oesterr. Öilberrente 101.50 4% Ungar. Goldrento . . 100.10 Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anftageu bleiben unberücksichtigt. K. D. hier. Eine Erstattung der geleisteten Beiträge findet im vorliegenden Falle nicht statt. Sie können sich jedoch freiwillig weiterversichern und sind späterhin zum Bezug einer Rente berechtigt, sofern und insoweit die Ihnen geroährte Pension oder Wagegeld oder ähnliche Bezüge unter Hinzurechnuna der nach dem Invalidenversicherungs-Gesetze zugesvrochenen Rente den 7»/,fachen Grundbetrag der Invalidenrente nicht übersteigt. Außerdem haben Sie dann Aussicht, daß im Erkrankungsfalle auf Arttrag das Hellverfahren für Sie übernommen wirb. Wir machen jedoch auf § 46 des Jnvalidenversicherunas-Gesetzes besonders aufmerksam ss. im klebrigen Jnvalidenversicherungsgesetz, erläutert in Scherf- Arbetterfiirforge). ~!■SS Es wurden auch Dröhn »gen geaen die Offiziere ausgestoßen. Um weiteres zu vermeiden, wurde das Nachexerzieren abgebrochen. Als die Offiziere den Heimweg antraten, wurden Ne mit Steinen beworfen. Die Thäter konnten jedoch nicht ermittelt werden. Die ganze Bevöllerung von Framersheim nahm, nach den heuttgen Zeugenaussagen vor der Strafkammer, damals eine bedrohliche Haltung gegen die Offiziere em. Am Abend des 22. September kam es abermals zu einem Akt gegen die Offiziere, wobei der Angeklagte Stellwagen Beleidigung-— gegen die Offiziere gebrauchte. Dre Strafkammer verurteitte fr In der Johanneskirche. Palmarum den 2 3. März. Dormtttags 97, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. An diesem Tage nach allen Gottesdiensten Sammlung für hilfsbedürftige evarigelische Gemeinden unseres Landes, die Orten mit überwiegend kacholischer Bevölkerung bestehen. Gründonnerstag, den 2 7. März. Vormittags 97, Uhr: Vorstellung uni) Prüfung der Konfirmanden aus der I 0 h a n n e s gern einde. Pfarrer Dr. Naumann. Frühtiugserwachen! Zum 2L März. Wacht auf! schon dringt durch die Natu- Des Schöpfens mächtig Wort „Es Werde", Und rings umher in Ham und Fliw Schmückt sich mtt Grün die wette Erde. Es braußt hinaus wie Sturmeswogen Der Frühling kam in's Land gezogen? Wacht auf! schallt es im Busch uni) Wald Aus langer Wintersnacht und Träumen, Und unterm Laub mtt Allgewalt Beginnt ein Rauschen, Knospeii, Keimen Im Buchenschlag, von hohen Erchen Töm Vogelsang aus allen Zweigen. Wacht auf! es rauscht in Thal und Höh'n Vom Eis befreit das Bächlein nieder, Es singt von Lieb und Aufersteh'n Der Hirtenknabe frohe Lieder. Schallmei und Glockenklang der Herden Verkünden Frühlingszett auf Erden. Wach auf auch du, 0 Menfchenherz! Der Frühling will nicht länger warten. Vergiß dre Alltagsnot, den Schmerz, Und ell hinaus in Gottes Garten. Dort jubett es an allen Enden. Nun muß sich Alles, Alles wenden! Kehr' ein, du blütenreiche Zeit, Und bring uns Frieden, Gluck und Liebel Auf allen Fluren wett und breit Laß mild gedech'n die zarten Triebs Hilf Armen, Kranken hier auf Erden, Dann wird's für Alle Frühling werden. Lours Rompf. Kunst und Wissenschaft. Wie die deutfche „St. Petersb. Ztg.- mitteilt, ist von der Nordppol-Expedition des Barons von Toll der Schiffs- rocSnna; mu« |tu, v« -------- — ,arat der Yacht Sa - l°",Dr. Walter g°st°-b°n. D,° Ebre Büraerrneister Beigeordneter oder Gemeinterats- „Sarja" überwintert tei der Insel Kotelnyi. . , Anz." geschrieben wird, tec Ort F le f ch enbach^ Da ter I .. > i Verabrärungen vor dem WähUermin zwischen den Wählern Handel und Verkehr. Uslksloittschaft. nicht ftattgefunten Hutten, so war's nicht zu verwundern. __ ö(Ut£ für Handel und Industrie. Wrr machen auch an daß keiner der drei aufgestellten Kandidaten die absolute dieser Stelle auf das in unserer heuttgen Nummer befindliche Jn- Stirnrnenrnehrheit erlangte. Bei der notwendig gewordenen serctt der Bank für Handel und Industrie aufmerksam,^ unb bemerken Stichwahl vereinigten sich die meisten Stimmen auf einen babei, daß die hiesige Zweigstelle g^ Mann, der die überschrittene Altersgrenze als Mlehn- die Aktien der Bank für Handel und Industrie und die Aktten der ANgsgrund in Anspruch nahm. Demselben kEdrek^ D-nk st.- Wd°npch^°md d Der Auffchtsr-t h-t Grund um so gelegener, als sein sog. „Gegner" sich ^^üen eme Dividende ^on 57, pEt. gegen 8 pEt. i. V. m Vorseine Wahl von seinen guten Freunden auss eindringlichste besichtoffm, eme Ganzen werden für Dividende. Ab- unh nicht umsonst verbat. Infolge ter Ablehnung gab§ *retbimaen rc.^3366137 Mk. verwendet gegen 4434248 Mr. i. V. eine neue dritte Wahl. Aber auch hier keine enbgiltige _ Aohleumartt wird gemeldet, daß die Situation sich Entscheidung, dagegen ein nachdrückliches und energisches in keiner Weise gebessert hat. Obgleich die Eisenindustrie durch Bemühen von seiten ter zwei „Bedrohten", die Wahl! jüngst eingegangene Auftrage zufriedenstellend beschäftigt ist^ nlmmt von sich abaulenlm. Sogar Drohungen von «viger Feinst, der K°hlenb-b°r! mcht den UmlMg^d-r^notw-nd^^wa schäft fielen, die sich zunächst tn der ^s^ehung ter urch ^roeben Berhandlungen über eine Vereinigung des Vergünstigung, Wasser aus dem Brrnnnen eines ter ^£§Lnbtfat§ mtt dem Kohlensyndikat. , titelten zu entnehmen, zeigen sollte. Das rettete den Rheinische Bank in Mühlheim a. d. R. Wre wir be- Brunnenbesitzer. Da sich der andere Herr ebenfalls Nicht reü§ nüttettten, schweben zwischen Großaktionären des Jn- müßiq zeigte, so kam denn auch niemand zur Wahl, und und der Dresdener Bank Verbandlungen darüber, ob die nur mit drei oder vier Stimmen, die wohl sämtlich von Rheinische Bank fortbeftehen solle. Man hat sich darüber g^migt, der Kommission abgegeben wurden, ist der Nichtbrunnen- nach Tilgung ter Unterbilanz der Rheinischen Bank durch Zu- beiiber als Beigeordneter für die folgenden neun Jahre jammenlegung ter Aktien em Garanttekonsortium zu bilden, das toeil mchL Luderes ubrrg btteb, ^^nst° stie Würde aus ftch genommeu. berart geplant, baß bas 10mill.Su. Darmstadt, 20. Aiarz. Die Mitglieder der Kinder- ^96^ ^enkapttal im Verhältnis von 5 ^u 2 zusammengelegt beputation, welche am 11. März während der Vorstellung ^ird, also auf 40pEt. Die Dresdener Bank übernimmt für das -oon „Es war einmal" im Hoftheater der Prin z ess in Konsortium 4 Mill. Mk. neue Aktien zu lObpSt. ru Elisabeth mtt Blumen graduierten sind jetzt bued, ^fSÄ^a^Iungen ™=genein" sendung je einer Photographie mit eigenhändiger Unter- in be„ Aufsichtsrat angeknüptt. schrift des Prinzeßchens aus Nizza erfreut worden. Mainz, 20. März. Gestern wurde durch einen hiesigen ^rtfhlifhp MlldTridltolL Gefangenenaufseher der 50jährige Metzgergeselle Buhn aus Gießen, der sich hier vor der Strafkammer verantworten sollte, Mävji. nach Hochheim in die Irrenanstalt verbracht. Buhn iZandes-Buß-und Bettag.^ ' wurde kürzlich von der Strafkammer in Frankfurt wegen Gottesdienst. Betrugs zu 3l/2 Jahren Zuchthaus verurteill. Er hatte da- 3n bcr Siadttirche. mals in der Verhandlung dem Präsidenten im Gerichtssaal Vormittags 972 Uhr: Psarrer Schlosser, ein Tintenfaß entgegengeschleudert. Man scheint jetzt zu der Vormittags 11 Uhr: Kttiderkirche für die Matthäusgemeinde. Überzeugung gekommen zu sein, daß der Mann geistes- Abends 6 Uhr: Pfarrassistent V oftt^ Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten.! Vormittags 97, Uhr: Dorpellung und Prüfuna der Kon- Daß man aud) die geringste Wunde nicht vernachlässigen soll, fa^anten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer S ch l o f s e r. lehrt folgender Fall: Ein Gastwirt in Mainz wurde vor Abends 6 Uhr: Beichte und heil. Mendmahl für die Matthäus- einigen Tagen von seinem Papagei in den Finger gebissen, und Markusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder ■ ‘ ...... 1 Gemeinde erbeten. „ Karfreitag, den 28. Marz. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Mendmahl für Matthaus- und Markusgemeinde. Anmeldung vocher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde Schulranzen Sattler. «’i ä Sattler, Marktstraße ForaiaSin J Lampen Meßen, den 20. März 1902. 01176 8 2850 von Henchelheim, Wies eck, den 21. März 1902. 2851 Glessen. Schnletraeae 7. empfiehlt 2346 -g. Psychiatrische Klinik, -tnai -«en.(2313 . ftraZ GLe Bekanntmachung. I Verdingung Die bei der öffentlichen Vev- Die Ausführung von 16 J stergermrg am 18. d. Mts. bei Gleisumbau bei Bonames Slein-Ltndeu gemachten An-» L)orkstad6>D5i»niii6«»ini infi auf Rim. 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Bei den diesjährigen planmäßigen Verlosungen wurden tot Schuldverschreibungen Nr. 47, 56, 64, 76 und 130 des Jahres 1865 und Nr. 4, 93 und 134 des Jahres 1892 zur >Rückzahlung am 1. Juli d. I. bestimmt, an welchem Tage .'deren Verzinsung aufhört. Gießen, den 20. Marz 1902. Der Vorstand der Israelitischen ReligionSgememde Gießen. I. D.: N. Stamm. Wohlriechender ©ffeniiaclk der beste Itostschutz, der glä«° zeudste Ueberzua für Oefeu, Ofenrohre, Ofenbleche, Kohlen einrcr rc. rc. 2142 Große Flasche 60 Pfg. Adter-Arogcrie Settersweg 39. Otto Schaaf. Tüchttgc MMÄktgtsiileli Hänzatogen Flasche 2 Mk. 2332 ^icUria-Orogerie Adolf Bieler, Marttstratze 5. DkllW ZMk Mk),Z 2jährig, großes, bildsciwnes Tier, vreiswürdig zu verkaufen. Zu erfragen Westaul. 31, Lern & Lamp. Grosses Papier- xer* Lager. —Sacbalsch-ThürlniriccheB Tsdmtkum Ri.-dclstedi. nWwre unt! mittlere Fachschule für Architekt«, Ban-hgenienre, Hochbau-, Tiefbau-, Stoinraets- und Vcrmessnnge- Teohnlker. Tisohlerlachschule. 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