Nr. 17 Srscheut tägNch außerSonnlags. Dem Gicener Anzeiger werden n Wechsel mit dem kftlchen Landwirt die Siesner Zamilien- blLtter ermut in der W02 beigelegt. RotatioSdruck u. Verlag deiB rü h l'sche.. UnioerlBuch- u.Stein° drucker>(Pieisch Erbe«) Sttdaktn, Expedition un Druckerei: Sch lstraße 7. Adreff für Depeschen. Auztger «teßen. F^rnsp-chanfchluß Nr. 51. Zweites Blatt. 15S. Jahrgang Dienstag 31. Januar 1903 Ä Bezugspreis: Cb Q monatlich75Pf.,viertel» Ar MB ▼ jährlich Mk. 2.20; durch GichenerAnMgers« General-Anzeiger v «t:« v für den poht. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Politische Tagesschau. Frankreich und die Buren. In der französischen Depuiiertenkammer standen am Montag ein paar die Transvaalfrage behandelnde Interpellationen zur Verhandlung. Dec Ralliierte Berry führte ti. a. au§; Wenn man die Beweggründe des von England gewollten Krieges gegen die Buren kennt, rind die Grausamkeit, mit der er geführt wird, so fragt man sich, warum Europa nicht einschreitet. Sollte es nicht möglich sein, den. 1899 zu Beginn des Krieges von den Vereinigten Staaten gemachten, aber von England abgelehnten Vermittelungsvor- chlag zu wiederholen? Heute hat ein solcher Vorschlag vieleicht mehr Erfolg, denn die Sprache des Lords Salisbury am 16. Januar war recht verschieden von der, die die englischen Minister vor drei Jahren führten. Der Redner gibt eine breite Schilderung der englischen Kriegführung in Transvaal, die aller Menschlichkeit Hohn spreche, und der Zustände in den Konzentrattonslagern nach dem Buche der Miss Hobhouse. Er schließt: die Anklagen gegen England sind zu einem riesigen Strome angewachsen. Frankreich hat seine Unterschrift unter die Haager Uebereinkunft gesetzt und dadurch das Recht erworben, von England die Beobachtung der Uebereinkunft zu fordern. Frankreich muß die erste Macht sein, die den Ruf des Mitleids für die Frauen und Kinder ausstößt, die man hinmordet. Es entspricht das seiner Ueberlieferung. Möge die Regierung sprechen, ehe der letzte Bur auf den Trümmern seines Vaterlandes stirbt, indem er ausrust: „Gott ist zu hoch und Frankreich zu rveitl" Clo vis Hugues (Soz.) bespricht die hohe Sterblichkeit in den Konzentrationslagern und verlangt, daß die, welche im Namen Frankreichs die Haager Uebereinkunft unterzeichnet hätten, versuchen sollten, die „Konzentratton Europas in der Gerechtigkeit" vorzunehmen, wie sie Frankreich gegen die Barbarei vorgenommen habe. Abbä Lemire: Auch wenn die Haager Uebereinkunft nicht bestände, müßte Frankreich Einspruch erheben gegen das, was sich in Transvaal zuttägt. Präsident Krüger kam zuerst zu uns, weil er wußte, daß unser Land immer eine gastliche Stätte für den Heroismus und die Freihett war. Unser Bündnis mit Rußland muß uns eine Kundgebung unserer hochherzigen Absichten erlauben können. Frankreich hat das 18. Jahrhundert damit beschlossen, einem Volke zu helfen, frei zu werden. Es ist zu wünschen, daß wir den braven und treuen Kriegern in Südafrika nicht bloß beistehen mit unserem Herzen und mtt unseren Almosen, sondern auch mtt unserer Diplomatie. (Lebhafter Beifall.) Sodann spricht Leon Bourgeois, her Vertreter Frankreichs auf der Haager Konferenz. B. erkennt an, daß die Haager Konferenz bisher nicht die erwarteten Ergebnisse gehabt habe, aber man dürfe an der Zukunft nicht verzweifeln. Die Mächte hätten die Ausschließung der südafrikanischen Republik von der Haager Konferenz angenommen, um zu dem Resultat zu kommen. Im Uebrigen habe die Konferenz kein obligatorischeh Schiedsgericht eingesetzt. Minister Delcasso erklätt, man sei immer sicher, ein Echo zu finden, wenn man sich an die Gefühle der Menschlichkeit wende. Die Redner, welche dies gethan, würden es aber auch natürlich finden, daß der Minister des Auswärtigen anderen Erwägungen gehorche. Er erkläre, die Signatarmächte der Haager Konferenz haben sicher die Schrecken des Krieges vermindern wollen, sie hätten aber hmzugefügi, man müsse gewissen Umständen Rechnung tragen. Nach weiterer Debatte wird folgende Tagesordnung; „Die Kammer billigt die Erklärung der Regierung und geht zur Tagesordnung über," mit sehr großer Mehrhett angenommen. Deutsches Keich. Berlin, 20. Jan. Der Kaiser sprach heute beim Reichskanzler Grasen Bülow vor und hörte später int königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucamrs< — Das Prinzenpaar Heinrich stattete gestern nachmittag dem amertkanischen Botschafter einen Besuch ab. — Der Erzbischof von Stablewski läßt durch seinen GeHeim-Sekretär in der „Nat.-Ztg." erklären, daß die Nachricht von einer angeblichen Instruktion an den polnischen Klerus über dessen Verhalten in der Sprachenfrage vollständig erfunden ist. Ein derartiges Schreiben ist überhaupt nicht ergangen. Tie „Nat.-Ztg." bemerkt dazu, daß der Erzbischof es also nicht für nötig gehalten habe, im Anschluß an die letzten Ereignisse die Geistlichkeit zu ermahnen, silch der deutschen Katholiken besser anzunehmen und sich der Mitarbeiterschaft an radikal-polnischen Bestrebungen zu enthalten. — Im Reichstage brachten die Abgg. Bass ermann, Hi tze,Paasche, Pachnicke und R o e s i ck e den Antrag ein: Der Reichstag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, baldmöglichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, wodurch die landesgesetzlichen Bestimmungen aufgehoben werden, die der Teilnahme von Frauen an sozialpolitischen Bestrebungen in Vereinen und Versammlungen entgegenstehen. — Im Abgeordnelenhau.se brachten die Abgg. Langer- hans und Barth den Antrag auf Ern führ ung der fakultativen Feuerbestattung in Preußen wieder ein. — Ter „Reichsanzeiger" meldet: In Spanien ist durch Erlaß des Finanzministers vom 28. Dez. 1901 der Regalienzoll auf die im Auslande hergestellten, für Privatpersonen eingehenden Zigarren vom 1. Jan. 1902 ab auf 30 Pes. für 1 Kgr. (einschließlich feiner Verpackung) erhöht worden. Der bisherige Zollsatz betrug 20 Pes. für 1 Kgr. — Nach der vom Reichs-Schatzamt der Zolltarif-Kommission imtgeteilten Statistik beträgt die städtische Fleisch- u n b Geflügel st euer in Breslau 1900 000 Mark jährlich. Danach kommt Dresden mit 914 000 Mark städtischer Steuer auf Fleisch und Fische und 640(000 Mark efe heutige Dummer umfaßt 10 Seiten« Autcpessationen im preußischen Aögeordnetenhause 5a£ preußische Abgeordnetenhaus besprach am Montag S>ft Die Interpellation Knapp und Gen. betr. den Kulenkampff. Abg. v. Knapp (nl.) begründet die pellation. Justizminister Dr. Schoen st ed t stellt den -achverhalt dar und erklärt, er glaube, daß Herrn tiuleckampsi keine bessere Genugthuung gewährt werden könn. als daß er öffentlich vor dem Hause sein Bedauern ausspeche, daß er das Opfer einer unglückseligen Per- sonenerwechselung geworden sei. Die Behörden könnten nichs thun, als nach den bestehenden Gesetzen zu erfahren. (! Also mehr nicht? Vorsicht zu üben habet sie nicht nötig? D. Reo.) Diese seien in dem vor- Hegetben Falle nicht verletzt. Minister des Innern von Ha nm er st ein sagt, er erkläre hier vor aller Oeffent- lichket, daß Herr Killenkampff unverdientermaßen in das Gefügnis überführt worden sei, und dort eine Behandlung erlittu habe, die er, der Minister, auf das tiefste beklage, und die ihm zum schärfsten Einschreiten Beran- lassuig gegeben habe. Der betreffende Hllfsaufseher sei entlasen worden. Der Minister schließt seine Ausführ- ungei mit dem nochmaligen Ausdrucke des Bedauerns über den Vorfall. Abg. v. Loebell (kons.) bemerkt, als Genugthuung mag es Herrn Kulenkampff genügen, daß das ;anze Haus für ihn eingetreten sei, und die Minister ihr Bebauern ausgesprochen hätten. M weiteren Verlause ber Besprechung wird der Fall des RebatteurS Bredenb eck-Dortmund berührt. Der Minister bes Innern erwidert darauf, Bredenbeck war nicht llutersuchungsgefangener, sondern Straf- gefargener; allerdings habe es sich nur um ein Preß- verzehen gehandelt, aber Brxdenbeck sei auch kein höhet gebildeter Redatteur, sondern lediglich ein sozialdemokratischer Bergmann, der von der Partei als, .Sitz- redakteur engagiert worden war. Also wenn der Mann ein einfacher Arbetter ist, bann kann er, ob sein Vergehen auch ganz gering ist, gleich einem schweren Verbrecher behandelt werden? .Sonderbare Logik! Dock) zurück zum Fall Kulenkampff. Der preußische Minister des Innern, Frhr. v. Hammerstein, erklärte il a. auch, es müsse ein Unterschied gemacht werden zwischen Vagabonden und unbescholtenen Leuten. Eins treffende Bemerkung. Wenn aber solche berechtigte Forderungen erhoben worden sind, wenn man geltend machte, der Verdächtige sei noch nicht der Verurteilte, und eine Situation, die dem Landstreicher oder dem Obdachlosen vielleicht ganz komsortabel erscheine, erlege dem gebildeten Menschen Qualen auf — dann heißt es kaltblütig „Gleichheit vor dem Gesetz". Nein, es' ist eben keine Gleichheit, es ist die Ungleichheit, die den Protest hervorruft, denn der Bagabond und ber unbescholtene Mann nehmen eine ganz verschiedene soziale Stellung ein, haben ganz verschiedene Lebensansprüche und Gewohnheiten. Dem einen wird gegeben Wärme, Kleidung, Nahrung — der sich nach dem Gesängnis sehnende alte Hallodri in Morres „Nullerl" ist ein vortreffliches Beispiel dafür; dem anderen, wie dem Bauer Etchepare in Brieux' „Rote Robe", fast alles genommen an Behaglichkeit, und als eine Vergünstigung betrackstet, wenn man ihm die Uhr beläßt- Für den einen ist die Zelle etwas lang Entbehrtes, ein Obdach ohne den Kamps um die Existenz; für den andern ein grausiger, öder, zur Verzweiflung bringender Kerker. Wie kann da von „Gleichheit vor dem Gesetz" gesprochen werden? — Der Justizminister meinte, bei dem Fall Kulenkampff hätten Uebereifer oder Mangel an Erfahrung bei den betreffenden Beamten Vorgelegen. Wolle man solche Vorkommnisse verhüten, so müsse man das ganze Untersuchungsverfahren umgestalten. Tas ist in der That das einzige Radikalmittel! Es müssen bessere Garantien zum Schutze der persönlichen Freiheit geschaffen, die Bestimmungen über die Verhängung der Untersuchungshaft einer gründlichen Revision unterzogen werden- Dafür ist die Neichsgesetzgeb- ung zuständig, und dementsprechend ist im Reichstag durch Jnitiatrvanträge nachdrücklich der Hebel anzusetzen- Gleichwohl kann aber auch schon auf dem Verwaltungswege Sorge, getragen, werden für eine Behandlung der Unter» fuchungsgefangenen, die soweit als möglich Rücksicht nimmt aus die Verschiedenartigkeit der Lebensstellung. Es genügen ministerielle Anordnungen, um dies Prinzip aufzustelleir und zur Pflicht zu machen- Gewiß, Irrtümer können überall passieren- Aber Beamte, die sich böswillig Uebergriffe oder gar Rohheiten zu Schulden kommen lassen, sollten unnachsichtig und zum warnenden Exempel entfernt werden-. Ein Richter, der Zentrumsabg. Kirsch, empfahl, die Entschädigung unschuldig Verhafteter in Erwägung zu ziehen. Es ist bezeichnend, daß in wachsendem Maße auch aus Richterkreisen solche Ueberzeugungen laut werden. Abg. Schmidt-Elberfeld nannte die Gefängnisverhältnisse in Elberfeld „unter aller Kritik". Auch das war ein Verdienst der Debatte, daß sie hierauf die allgemeine Aufmerksamkeit gelenkt hat- städtischer Steuer auf Brot und sonstige Nahrungsmittel. L>ohe Fleischsteuern haben Wetter: Aachen mit 640 000 Mk., Kasselmit 316 000 Mk., Mainz mit 295 000 Mk., Wiesbaden mit 295 000 Mk. B r o t st e u e r n in größerem Umfange erheben: Augsburg 135 000 Mk., Karlsruhe 107 OOG Mark, Nürnberg 433 000 Mk., München 266 000 Att., Würz- bürg 113000 Mk., Kassel 63 000 Mk. Die vorliegende Statistik erstreckt sich lediglich auf die Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern. Stuttgart, 20. Jan. Der König wirb sich am 26. Januar zum Geburtsfest bes Kaisers nach Berlin begeben. Stuttgart, 20. Jan. Die Deutsche Partei hielt gestern ihre Generalversammlung ab. Landtagsabg. v. Geß sprach über die Landespolitik. Er erklärte die Steuerreform für notwendig, berührte auch die Getreidezölle und bemerkte, die deutsche Partei werde bezüglich ber Interessen der Landwirtschaft und der Industrie die richtige Mittellmie innezuhalten suchen. Zur Eisenbahnfrage übergehend erklärte Redner, die ungünstige finanzielle Lage nötige zur Angliederung der württembergischen Eisenbahn an ein größeres Verkehrsgebiet. An eine Reichseisenbahngemein« schäft sei vorläufig nicht zu denken, dagegen könne ein Vertrag mit Preußen die Grundlage für eine Verständigung über Den einheitlichen Betrieb der deutschen Bahnen bilden. Württemberg müsse sich das Recht der-Mitwirkung bei der Verwaltung sichern. Eine allgemeine Tarifreform sei jetzt bedenklich. Die Einführung der Einheitsmarke begrüßt Redner mit Genugthuung, bedauert aber, daß die Regierung mit dem Landtag sich nicht verständigt habe. Reichstagsabg. Hieb er spricht über den Z o lltarif, den er verteidigt. Die nationalliberalen Partei werde für Minimalzölle eintreten. Ausland. Lonbon, 20. Jan. (Unterhaus.) Gibson Bowles fragt den Staatssekretär des Auswärtigen Crandorne, ob er jetzt Aufschluß geben konnte über den Zweck des geheimen Abkommens zwischen England und Deutschland von 1899, und ob er dem Hause versichern könne, daß das Uebereinkommen sich nickst auf die projektterte deutsche Eisenbahn in Kleinasien beziehe. Cranborne erwidert, das Uebereinkommen sei geheim, er könne darum keinen Aufschluß geben. Brüssel, 21. Jan. Die hiesigen Behörden hoben beschlossen, nunmehr auch eine Radfahrabteilung bei der Gendarmerie einzurichten. — Die französischen Delegierten zur Zuckerkonferenz beharren, wie verlautet, aus der Forderung, daß Deutschland und Oesterreich gegen die Kartelle gesetzlich vorgehen sollen. Hoffnungen auf irgend ein Resultat werden in hiesigen politischen Kreisen kaum noch gehegt. Paris, 20. Jan. Die „Patrie" veröffentlicht ein Telegramm aus Genua, wonach der italienische Gesandte in Paris und der französische Minister des Auswärtigen eine enbgiltige Verständigung abgeschlossen haben über die Frage, welche die beiden Nationen interessiert. Dasselbe Blatt will wissen, daß eine Reise König Victor Emanuels nach Paris beschlossen ist. Man nimmt an, daß diese Meldung, wenn nicht erfunden, so doch verfrüht ist. Bom Burenkrieg. Wieder einmal haben die Engländer eine kleine Schlappe erlitten. Eine Patrouille von 50 Mann Bürgergarde von Tarkastad wurde am 20. d. M. von einem Kommando Wessels in der Nähe von Maraisburg überrascht- Einige Verwundete kamen zur Stadt zurück, das Schicksal der Uebrigen ist unbekannt- — b. h. natürlich soviel als, sie sind umgekommen oder auch gefangen genommen. In Berliner Börsenkreisen war gestern das angeblich aus London stammende Gerücht verbreitet, in England seien die Rekrutierungen und die Absendung weiterer Truppensendungen nach Südafrika eingestellt worden. Eine Bestätigung dieses nicht eben glaubhaft klingenden Gerüchtes ist bisher von keiner Seite gekommen- Vielmehr ist es bemerkenswert, daß int englischen Unterhaus e von liberaler Seite, dem Abg- Camley, folgender Antrag gestellt werden konnte: Die Kammer unterstützt alle Maßnahmen, die geeignet sind, zur wirksamen Fortführung des Krieges- Sie ist der Ansicht, daß die Politik der Regierung und ihre Haltung gegenüber der Beilegung des Streites zu einer nahen Beendigung des Krieges und zur Herstellung eines dauernden Friedens geführt hätten- Cawley fragt sodann, ob das Gerücht, daß Gesandte der Buren Friede ns Unterhandlungen eröffnet hätten, wahr sei. Kolonialminister Chamberlain unterbricht den Redner und bemerkt, das Gerücht sei unbegründet- Dilke erklärt, über die unheilvolle Wirkung der Verlängerung des Krieges in Südafrika sei Europa einig- Weshalb sei denn jetzt Chamberlains Traum von einem Bündnis mit einer Militärmacht gänzlich verstummt? Weshalb sei jetzt Englands langes Änvernehmen mit Italien durch dessen Einverständnis mit einer anderen Macht ersetzt, und weshalb ist England in ber Welt isoliert? Aus Stadt und Kand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets wilkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, den 21. Januar 1902. ** Weitere Ordensverleihungen aus Anlaß des preußischen Kronungs- und Ordensfestes. Cs er- hielten: netz a«geschlossen sein. Die Zahl der Anschlüsse beträgt bis . Die Postverwaltung erhebt für jeden Anschluß eine jetzt 22 TeSegsüwmscher Kursbericht 4*/ß% Oesterr. Silberrento 100.90 Tendenz: Das jüngste Kind ist bereits ge. Die Erschießung des Büren- . 101.25 . 100.50 . 43.00 . 27.20 . 27.60 . 105.80 . 42.40 sals durchschnitten, orben. Brüssel, 21. Ian. 101.50 90.25 101.50 90.35 100L0 102*70 am 6. Februar im Cafe Leib ein Maskenkränzchcn veranstalten. Wie wir hören, sind Vorbereitungen getroffen, die den Mitgliedern einen heiteren Abend verschaffen dürsten. ** Gefaßter Einbrecher. Im November v. I. brach der wegen Einbruchs unter Haftbefehl stehende Schlosser Jeckel _ _ Der Großherzog wird am Samstag Abend zu der Kaiser-Geburtstagsfeier nach Berlin reifen, aber am Dienstag wieder hier eintreffen und am Mittwoch Audienzen erteilen. Morgen trifft die Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe, bekanntlich die zweite Schwester des Kaisers, zu einem eintägigen Besuche hier ein. . 27.10 . 87.95 . 123.80 ' 205*80 . 186.30 . 131.80 . 137.70 . 145.60 . 142 50 . 20.30 . 170.40 . 196.50 . 184.20 . 163.00 3u/o Mexikaner . . 4,/2 ,/o Chinesen Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . , Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdi ner Bank . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn , Lombarden . . . Gotthard bahn . . . Laurabütte . . . . Bochum . . . , . Harpener . , . . schwach. Wiesbaden, 20. Jan. Die Veruntreuung en des Jnseraten-Redakteurs des „Wiesbadener Tageblattes", Julius Ebert, sollen die Höhe von 60 000 Mk. erreichen. kommandanten ScheeperL ruft in Burenkreisen große Ent- rüstung hervor und wird als gemeiner Mord bezeichnet. Alle Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Die auf heute, Dienstag den 21. Januar, verabredete Zu- anunenkunfl der neukonfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde int Schwesternhaus findet erst 8 Tage später —am 28. Januar — statt. Pfarrer Euler. .Frankfurt a. 31., 21. Januar. B'/gO/o Reichsanleihe 30/o do. 3*/i% Konsole . . 3% do. ... 3‘/2°/o Hessen . . 3% Hessen . . . 4% Oesterr. Goldrente 4% Ungar. Goldrente . . 4°/. Italien. Rente . . , 4% % Portugiesen . . . «°/ Portugiesen . . . 1% C. Türken . . . . Türkenlose ..... 4% Üriech. Monopo 1-Anl. 47s % äussere Argentiner Mainz, 19. Jam Wie wir mitteilten, wurde vor einigen Wochen von Theaterdirektor Steinbach die Kündigung seines Vertrages mit der Stadt Mainz zum Schluß der Saison 1902/03 eingereicht. Allgemein war man über dieses Vorgehen des Herrn Direktors überrascht, noch mehr aber, als bekannt wurde, daß dieser auffällige Schritt erfolgt sei, weil die Theaterdeputation ihm nicht genügend entgegengekommen sei. So lautet die Begründung in dem Kündigungsschreiben. Die Deputation hielt gestern Abend in Gemeinschaft mit der Schott-Braumasch-Knmmission eine Sitzung ab, in der die Kündigung zur Besprechung stand. Nach einer über V/2! Stunden langen Beratung wurde dem Wunsch des Herrn Steinbach entsprochen und die Kündigung angenommen. Zugleich wurde beschlossen, daß die Direktion unseres Stadttheaters in öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben werden soll. Hain-Gründau und Hof-Allenrod je bei 1, in Metzlos, Kh Lauterbach, bei 1, in den £)rten des Kretses Schotten: Burkhds bei 4, Nainrod bei 2, Eichelsachsen bei 6, Sichenhausen und Hlstoß js bei 1. I )5”.7'7 ----17 ’2LX, -v. * «uv * uviuu, uv Jhttel- ------®runÖQU, Kr«§ Büdingen. bei 3 Schafen, in Eschenrod und chäfer wurdeI Ober-LarS, Kreis Schotten, bei 1 Rind und 1 Schaf. — sSwernerotlauf wurde fcstgestellt in den Orten des Kreises 'Gießen: Steinheim und Muschenheim je. bei 1, Gießen, Rodheim ’ 1 Ober-Gleen, Kreis Alsfeld, bei 3, in Kandel und Verkehr. Dolkswirlßaft. — Neue 3proz. Rcichsanleihe und preußische tzusolS. Die Niederlassungen von deutschen Banken in Londo sowie deutsch-amerikanische Bankhäuser in N e w - P 0 r k nehiin Anmeldungen auf die neuen Anleihen entgegen. — Neue Karlsruher Stadtauleihe. Die Stadt Flsruhe giebt demnächst 41/» Millionen Mark 3^, proz. S(lldoer> schreibungen aus. — Hörder Bergwerks- und Hüttcn-Berciu. Die on uns unter allem Vorbehalt gemachte Mitteilung, daß der HördlVerein 5000 Tonnen Bleche um 7*/2 Alk. über den Verbandspxs abgeschlossen habe, beitätigt sich nicht. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins detscher Eisen- und Stahtindustriellcr belief sich die Roheisenproiktion des Deutscheir Reichs (einschl. Luxemburgs) im Monat Dember 1901 auf 641 545 Tonnen; darmUer Puddelroheisen und Spieleisen 120186 Tonnen, Bessemerroheisen 37 941 To., Thoinascheisen 351709 To., Gießereiroheisen 131709 To. Die Produktn im November 1901 betrug 627 356 To., im Dezember 1900 72010 To. Dom 1. Januar bis 31. Dezember 1901 wurden preuziert 7 785 887 To. gegen 8 422 842 To. im gleichen Zeitrcuu des Vorjahres. — Betriebsergcbuisse deutscher Eiseubahneu. As 74 deutscheir Bahnen wurden int Dezember 1901 vereinahmt Alk. 123147 005 d. i. Mk. 5 386 357 weniger als in der gichen Periode des Vorjahres. — Kupfermarkt. Infolge der Krisis auf dem Kupsenarkt ließ die Mansselder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft eir Ermäßigung an Normalschichrlöhne vom 1. Februar ab ein: et en. Sowohl die Arbeiter ivie die Beamten werden davon beioffen. Die Maßregel war notwendig, um Arbeiterentlassungen z vev- meiden. — Börsenbericht. Die Börse läßt sich nicht davon abbmgen, daß eine Befferung der industriellen und wirtschaftlichen Vrhält- nisse bevorsteht und treibt die Kurse der Jndustriepapier nach aufwärts. Wir müssen dies als ein gefährliche^ Beginnen b e z e i ch n e n, w e i l i h m d i e U n t e r l a g e ß h l t. Der Konsum hat sich durchaus noch nicht aus die volle Hqe der Produktion gehoben und wenn man die VerhälMisse kühlenBlicks übersieht, sst dies auch nicht, weingstenZ für die nächste Zei nicht zu erwarten. Hüttenaktien und Bankenwerte waren heute nieder zu steigenden Kursen gefragt und von den letzeren die Aktin der Dresdener Bank besonders bevorzugt. Deutsche Fonds seh fest. Von Elektrizitatsaktien stiegen Schlickert wieder 3.70 Prozeß und stehen jetzt 122.50. Konstantinopel, 20. Jan. Die Einnahmen der Tü rk i ch eit Tabak-Regie-Gesellschaft betrugen im Monat Dexmber 1901 15 300 000 Ps. gegen 14 800 000 Ps. in der gleichen Priode des Vorjahres. Märkte. Gießen, 21. Januar. Marktbericht. Auf dem heitigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,00—0,00 Mk., Hihner-. eier pr. Stück 8-9 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 5-7 Pf., Käsematte 2 Stück 0—0 Psa., Erbsen pr. Liter 20 Psg., Linscn per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,40 Mk., Hahnen pr. Stück 1,20—1,90 Alk., Enten pr. Stück 2,20—2,50 Mk., Gänse pr. Pfd. 60—75 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfuitd 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,50—0,00 Dik., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg.. Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 Dtk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—15 Pfg., in Körben 12—15 Psg. Trauben 35—50 Pfg., Tomateit per Pfd. 18—20 Pfg. Dauer der Märktzeit von morgens 8 Uhr bls nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht im Umherziehen feilgeboten werden. Briefkasten Ser Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) , Nach Keffelbach. Es giebt folgende Zeitschriften für Hunde- uebgaber: „Sportblatt für Züchter und Liebhaber von Rasse- himden" m Frankfurt a. M., „Pferdemarkt und Hundefreund" in Bielefelds „Hundezucht und.Sport" in Köln und Mannheim. Verlangen Sie von den betr. Expeditionen Probenummern. Herr H. Wagner, Burkhardsfelden. Ihr uns zu der betr. Notiz m Nr. 2 gesandtes Schreiben war so abgefaßt, daß wir annehmen mußten, daß Sie selbst der Neujahrsschütze gewesen seien. Demgemäß nahmen wir die Notiz cmf. Wir nehmen aber gern Notiz davon, daß Sie der Schütze nicht waren, sondern diesem nur die Waffe abnahmen. New-Aork, 13. Jan. Der Soldat Rakowski aus Chicago der gedroht hatte, den Präsidenten Roosevelt Mac Kinleys Schicksal zuzufügen, wurde zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. der Mittelgieoel des Zuschauervaums ein, um 4 Uhr geriet noch das Döaschinenhaus und um 5 Uhr das Foyer in Brand. Die an das Theater grenzenden Dienstgebäude wurden fast gänzlich zerstört. Längere Zeit war auch das RefidenzschloH, das mit dem Hoftheater durch einen Bodengang verbunden ist, in hohem Grade gefährdet, doch gelang es, dasselbe „_o_„ xvvjvmvv vuuunu c u t; 11Die Nachricht, daß der Hoftheaterbraird durch! aus der hiesigen Jrrenklinik, wohin er zur Beobachtung seines Kurzschluß entstmiden sei hat sich noch nicht bcstcrtigN An- Geisteszustands aebracbt worden mar au^ und imnr beceriett§ N Mch das nicht sehr glaubwürdige Gerücht ver- be ien r^cteil ^a ber bur^ ben HeizungÄanal in den Zuschauerrairm gedrückt besondere aus Börsenreform. Es ist dabei die Absicht, daß roorbetl lö^r* m t . im Gegensatz zu den früheren Vorträgen nunmehr über ein-L- T bn § gelne besonders wichtige Gebiete der Volkswittschaft eine Wassermusien wurden S $,c * * Mänucr-Tnrnverein. Der Männer-Turnverein wird Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Berlin, 21. Jan. Wie aus Abgcordnetenkreiseu mitgeteilt wird, soll der in weiten Kreisen auch außerhalb seiner Partei beliebte Abg. Falkenhausen, der Vater des Durllgegners des Landrats v. Bennigsen, durch die jüngsten Vorgänge so tief er* chüttert sein, daß er den Entschluß gefaßt haben soll, sich von jeder öffentlichen Thätigkeit zurückzuzieheu. Zittau, 21. Jan. In dem benachbarten Oybin hat der Südfruchthändler Jager, dessen Frau wegen Verdachts der Brandstiftung verhaftet wurde, aus Erregung hierüber seinen drei Kindern uud sich selbst mit einem Rasiermesser den Den Roten Adlcrorden 2. Kl. mit Eichenlaub: Legung des Kabels für die S^adtfernsprechleitung bc- Kehrer, Generalmajor und Kommandeur der Feldartillerie- gönnen. Bis'zum 1. April soll Alsfeld an das Telephon- Schießschule; den Roten Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife: netz angeschlossen sein. D' ~ §rhr. Rüdt v. Collenberg, Oberst und Kommandeur jetzt 22. ~"_‘l__________K_________M 1. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 115, v. Schmidt, jährliche Gebühr von 60 Mk.' alle Gespräche in der Stadt Oberst und Kommandeur der 25. Kavallerie-Brigade (Großh. i Alsfeld sowie im Umkreis von 5 Klm. Luftlinie sind frei, Hess.); den Roten Adterorden 4. Kl.: v. Böhl, Rittmeister während für Gespräche über diese Entfernung hinaus bis zu im 2. Großh. Hess. Dragoner-Regt. Nr. 24, kommandiert als 25 Klm. eine Gebühr von 20 Pfg., bis zu 50 Klm. von Adjutant bei der 15. Division, v. Klein sch mitt, Hauptmann >25 Pfg. und bis zu 100 Klm. von 50 Pfg. bei 3 Minuten im 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 117, kommandiert als I Gesprächsdauer zu entrichten ist. Alle Orte von 5 Klm. in Adjutant bei der 31. Division, Frh r. v. Preuschen, Haupt-1 der Luftlinie können den Anschluß unter denselben Bedingungen mann im 1. Großh. Hess. Feldartillerie-Rcgt. Nr. 25, körn- wie die Einwohner von Alsfeld bewirken; die Postverwaltung mandiert als Lldjutant beim Generalkommando des 11. Armee-! errichtet indeß auch die nötigen Leitungen gegen eine ein- TorpS, Frhr. Schenck zu Schweinsberg, Kurt, Haupt- malige Abfindungssumme, die verhältnismäßig gering sein mann im 1. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 115, Schnitt-! wird, wenn die Leitung, wie in anderen Landestcilen, z. B. sp a bn, Postdirektor zu Worms, Selz am, Rittmeister im in Rheinhessen, von Dorf zu Dorf geht. 1. Großh. Hess. Dragoner-Regt. Nr. 23, Stahl, Großh. ti. Darmstadt, 20. Jan. Als voraussichtlicher Abschluß Hess. Regierungs- und Baurat, Mitglied der Eisenbahn- der Hoffestlichkeiten der Wintersaison fand heute abend im direktion zu Halle a. S., v. Stülp nagel, Hauptmann im alten Palais ein Hofball statt. Es waren 285 Gedecke auf- 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 117, Frhr. v. Ilngern-Igelegt und war das Menu folgendes: Consomme, Chaufroix Sternberg, Hauptmann im 1. Großh. Hess. Jnf.-Regt.Ivon Seezungen; Longe de veau ü la romaine, Feldhühner- ^Ir. 115, Dr. Web er, Oberstabsarzt und Regimentsarzt des! Pastete, Welschbratcn und Salat, Macedoine de tenits; die Jnf.-Regts. Nr. 137; den Königl. Kronenorden 2. Kl.: Graf Musik wurde durch das Artillerieregiment Nr. 25 gestellt, v. Kanltz, Oberst, beauftragt mit der Führung der 49. Inf.- Die Tanzordnung bestand aus 2 Walzern, 2 Quadrillen, Brigade; den Kömgl. Kronenorden 3. Kl.: Dietlein, 1 Lanzier, 1 Tischwalzer und 1 Blumenwalzer. Der Groß- Oberstleutnant, beauftragt mit der Führung des!h erzog wohnte dem Feste mit feinen hohen russischen 4. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 118; den Kronenorben 4. | (Säften in der Uniform feines russischen Dragonerregiments Kl.: Hölzel, Postverwalter in Hungen, PraetoriS, Ober- bei. Großfürst Sergius trug die Uniform des Leibgardc- zahlmeister beim 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 117; das Regiments Nr. 115. An dem Tanz nahm der Großherzog Kreuz des allgemeinen Ehrenzeichens: Hilge, Musikdirektor nicht Teil. Die russischen Herrschaften werden Samstag Vor- lm 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 115, Stützet, Musik-! mittag nach Petersburg zurückrcisen. dwellor im 2. Großh. Hess. Drag.-Regt. Nr. 24; das All-' gemeine Ehrenzeichen: Hanauer und Hechler, Postschaffner zu Darmstadt. Friedens Verhandlungen wurden sistirt. Botha wird nunmehr den Befehl zu blutigen Repressalien geben. Ncwyork, 21. Zan Gestern kam es zu einem Treffen im Hafen von Panama. Tie Insurgenten erzwangen siegreich die Landung. General Alban, der Oberbefehlshaber der Re- gieruugslruppen, wurde getötet. Berlin, 21. Jan. In seinem Bunten Theater ergriff gestern abend Ernst v. Wolzogen anläßlich des Eintritts in das zweite Ueberbrettl-Jahr die Gelegenheit, in einer Ansprache an das Publikum sich gegen die vielfachen Angriffe in der Presse zu verteidigen. Mit diesem Jahrestag fiel das Wicderauftreten von Cäfar Strauß und BozenaBradskY nach ihrer Versöhnung mit ihrem ehemaligen Lehrvater zusammen. Von den gestrigen Novitäten verdient der Einakter „Steppke" von John Lehmann Erwähnung. Der Verfasser konnte für die freundliche Aufnahme der Berliner Episode, die das Kinder-Halte-Wcsen geißelt, persönlich danken. Stuttgart, 21. Jan. Wie der „Schwab. Merk." hört, hat sich die Reichsbankverwaltung bereit erklärt, den von der Finanzkommission der Kammer zu dem Markenvertrag geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen- — Der Theaterbrand wird neuerdings aus einen Defekt in dem noch vom alten Lusthause herrührenden Kamin zurückgeführt. London, 21. Jan. Der Zudrang zu der zur Ablösung der in Südafrika befindlichen Yeo- manry bestimmten Abteilung übertrifft alle Erwartungen. Infolgedessen sind die Rekrutierungslisten für dieses Korps geschlossen worden. Es waren nur 2000 Mann verlangt; über 3000 Mann ließen sich jedoch in die Listen aufnehmen. Sie gehen Ende dieses Monats nach dem Kap ab. London, 21. Jan. Im Unterhause erklärte Chamberlain, die Konzentrationslager seien geschaffen worden infolge des Vorgehens Bothas, die Weiber nicht in den Meiereien zu belassen. Mit einer in der Kriegsgeschichte absolut beispiellosen Humanität habe die Regierung für die ihr aufgedrängten Frauen und Kinder gesorgt. Für das beklagenswerte Elends und die Sterblichkeit in jenen Lagern seien die Befehlshaber der Buren verantwortlich. (Beifall.) Was die Bedingungen zur Lösung der Krisis betreffe, so fei es wahr, day die Buren bis zur Zeit bei den Unterhandlungen ziilcheners mit Botha von nichts anderem hören wollten, als von Unabhängigkeit. Er halte es für unselig, daß Ro.ebery sagte, die Buren seien gescherdt genug, um zu wissen, daß sie zu jeder Zeit die von Kitchener angebotenen Bedingungen erhalten könnten. Wenn die Buren das glaubten, so seien sie im Irrtum. (Lauter Beifall.) Falls die Buren Friedensrerhandlungen eröffneten, so gebe es zwei Punkte, über die die Regierung Versicherungen zu fordern berechtigt sei: 1) über die Bcglaubigungspapiere derjenigen, die sich den Engländern näherten, 2) falls Männer gefunden seien, m'.t denen England verhandeln könnte, müßten sie ihre Bedingungen auf den Tisch legen, damit man sehe, ob sie an und für sich vernünftig seien und Aussicht aus emen soliden Frieden böten. Chamberlain weist alsdann Campbell Bannermanns Vorwürfe gegen die Regierung zurück. Es sei lächerlich, von einer Ausrottungspolitik in Südafrika zu sprechen. Niemand sei wegen Hochverrats erschossen worden. Die Erschossenen seien wegen Mordes erschossen worden. Wenn man dauernden Frieden haben wolle, müsse die geschlagene Nation ihre Niederlage anerkennen, was sie ohne Demütigung thun könne. Die Regierung sei nicht gewillt, einen Schritt zu thun, der wie Schwäche aussehe. Was die Amnestie betreffe, so ser die Regierung bereit, eine Politik anzunehmen, die, nachdem der Friede wiederhergestellt sei, darauf abziele, größtmögliche Amnestie zu gewähren. Er glaube, daß die Regierung das Vertrauen des Landes besitze. London, 21. Jan. Nach einer Meldung der Mo» aenblätter aus New-York ist der Panama-Steamship-Couv^ pann von ihrem Vertreter in Panama die Nurchricht zu> gegangen, daß es den Aufständischen gegluckt sei, beti Sadina Truppen zu landen. Rom, 21. Jan. Als der sozralrstrsche Professor Ferrr gestern seine Vorlesungen begann, entstand eine große- Rauferei zlvischen monarchipischen Studenten, die dem Apostel der Obstruktion niederpfeifen wollten und ihn mckj Schimpfnamen wie Prahlhans, Gascogner, Cyrano em* pfingen und sozialistischen Studenten, welche srch am Em^ gange des Lesesaales aufstellten und den Monarchisten mit Gewalt den Eintritt verweigerten. Als Carabinieri ein^ traf, mußten fünf Studenten, welche durch Stock- und Schlüsselhiebe verletzt waren, durch Ambulanzwagen inss Hospital geschafft werden. — An der Anastasia-Kirche zw Verona predigte vor 4000 Menschen Monsignore Mansüü gegen die Ehescheidungs-Vorlage. Infolge eines antikleri^ tälen Zwischenrufes entstand in der Kirche eine arge Schlägerei und Panik. Ein Sozialist wurde dabei vory Frauenhalbtotgeschlagen. New-York, 21. Jan. Ter Generaldirektor der Panama-Cif enbahn teilte dem hiesigen Bureau der Gesellt schäft mit, daß in der Panamabai drei Schiffe der Auß, ständigen und zwei der Regierung gesunken seien. New York, 21. Jan. Die Truppen des Präsidenten Castro erlitten bei Barquisimeto eine empfindliche Niedert läge von feiten der venezolanischen Insurgenten. Washington, 21. Jan. Der Kommandant desk Kreuzers „Philadelphia" berichtet aus Panama: DeL Dampfer „Padilla" hat gestern den Dampfer „Lantaro" angegriffen, dessen Mannschaft von Bord entflohen war. Das Schiff brennt augenblicklich und ist im Sinken begriffen. Der General-Verwalter der Panama-Eisenbahn telegro phierte, daß be üder gestrigen Seeschlacht im Hase« angeblich zwei Schiffe der Regierung und drei der Jnsm> genten schwer besä-ädigt worden und teilweise gesund seien. Holz-Versteigerungen in Kräflicher Höersörsterei Saubach. I. Donnerstag de« 30. Januar d. I., nach Zusammenkunft vormittags 10l < Uhr bei der Eselsbrücke, auf der Schottener Staatsstraße, L im EsttsKopf bei Laubach: Buchen: 740 rm Scheiter, 166 rm Prügel, 87 rm Stocke, 90 rm Reiserprügel; 2. aus Scheppmaksdickalig und Aorftwlese: Buchen: 30 rm Stöcke, 62 rm Reiserprügel; Elchen: 2 Stammabsämitte von 74 und 105 cm Drchm., 2,5 und 3,2 m Länge; 7 Stamme von 15—19 cm Durchm. — 1,55 cbm; 24 Stangen von 10—13 cm Durchm. (Wagnecholz), 11 rm Scheiter (zum Teil Glaserholz); Nadelholz: 5 rm Prügel; 3. aus Airkeu: Buchen: 142 rm Stamm- und Zopfreiser (Schichten), Eichen; 16 rm Prügel (zumTeil Nutzholz); Nadelholz; 20 rm Prügel (1,5—3 m lang), 17 rm Nutzreiftg; 4. aus vorgenannten Schlägen: Kohlreiser flächenweise. n. Freitag den 31. Januar d. X, nach Zusammenkunft um 101/« Uhr in den Hirschröcher Wiesen, 1. im Kirschroth bei Villingen: Buchen: 490 rm Scheiter, 110 rm Prügel, 27 rm Stocke, 300 rm Reiser; 2. aus Sikvach: Buchen: 3 rm Scheiter 1L Klasse, 29 rm Stöcke, 55 rm Reiserprügel; Aspe rc.: 12 rm Prügel; Kohtreiser flächenweise. Das Holz unter Nr. L 2.-4, II. 2., sowie auch das in der Abt. 1 von Hirschroth sitzende kommt mittags nach 1 Uhr beim Feuer zum Ausgebote. Üaubach, den 17. Januar 1902. 691 Gräfliche Obersörsterei. Hohversteigerung im Gießener Stnbtwalb. Montag, dcu 27. Januar, vormittags 91/, Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, in den Distrikten Zollstockswäld- cheu, Mühlberg. Hochwarte u. Ltchtenctche versteigert werden: 233 Fichten-Derbstangen mit 9,48 Festm., 6 rm Buchen-Scheüholz, 210 rm Eichen-Scheitholz 1 rm Erlen-Scheckholz, 103 rm Eichen-Knüppelholz, 17 rm Nadel-Knüppelholz, 126 rm Eichen-Stockholz, 8 rm Naoel-Stockholz, 1 rm Erlen-Stockyolz, 170 Wellen Buchen-Reisig, 3220 Wellen Nadel-Reisig, 1950 Wellen Weichholz-Reisig, 3800 Wellen Nadel-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße an derHappels- wiese. ' 686 Gießen, am 20. Januar 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Hohversteigerung Montag, den 27. Januar 1902 soll im Staufenberger Gemeindewald, Distr. Lahnkopf, Birken und (Maistrauch beim Pflanzengatten Hach- bornerstraße) nachverzeichnetes Holz vcrsteigett werden. 242 Fichten-Stämme 2483 , Derbstangen bis 18 m lang 14 Eichen-Derbstangen 535 Fichten-Reisstangen Dienstag, den 28. Januar 1902 in den Distrikten Mühl- wald und Birken 693 71 Eichen-Stämme, darunter 32 Stämme Schnittholz 44 rm Buchen-Scheit 368 ,, Eichen-Scheit, darunter 20 rm Küferholz 117 „ Buchen-, Eichen-und Nadel-Knüppel 154 „ Buchen-, Eichen-und Nadel-Stöcke 6375 Buchen-u.Eichen-Wellen 320 Stadel-Wellen und 24 Schichthaufen, welche sich zu Bohnenstangen eignen. Der jedesmalige Anfang ist vormittags 9 Uhr am ersten Tage an der Staatssttaße diesseits der Ticfenbach, am zweiten Tage im Distrikt Bitten am Steinbruchsweg; bemerkt wird, daß am zwecken Tage das Bauholz zuerst zur Ver- fteigenmg kommt. Staufenberg, 20. Jan. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. Ban- unb NHch-Berkaus. Dienstag den 4. Februar von vormittags 11 Uhr an kommen im Jnteressentenwalde zu Weipoltshausen zum Verkauf : Distr. Kreus: 40 Eichenstämme bis zu 14 m Länge und bis 57 cm Durchmesser, 38,37 fm. Ganz besonders für Schreiner geeignet, 11 Fichtenstämme von 11 bis 16 m Länge und 11 bis 34 cm Durchmesser. 688 Distr. Hanick: 16 Eichenstämme bis zu 10 m Länge und bis 33 cm Durchmesser. Für Wagner geeignet. Zusammenkunft bei Witt Rücker. Der Waldvorstand. Willershausen. BauWerfteigerilug. Im Ettingshausencr Gemeindcwald (Distt. Riedstein) kommt Dienstag, 28. Januar, morgens 9»/? Uhr folgendes Holz zur Versteigerung: 5 Stämme Fichten-Schnittholz 28 bis 32 cm Durchmesser, bis 22 m Länge, 7,43 fm 297 Stämme Fichten-Bauholz 12 bis 27 cm Durchm., bis 22 rn Länge, 131,66 fm 11 Stämme Fichten - Derbstangen 10 bis 11 cm Durchm., bis 7 m Länge, 1,41 fm. 692 Sämtliches Holz ist ohne Rinde gemessen. Brennholzversteigerung. Mittwoch, 29. Januar, Distttkt Gabttclszimmerplatz, Sandhecke und Grauerborn morgens 9'/z Uhr kommt folgendes Holz zur Versteigerung: 280 rm Buchen-Scheiter 126 n Buchen-Knüppel 13 „ Eichen- , 467 „ Buchen-Astreisig 45 „ Eichen- „ 85 „ Buchen-Stöcke 7 Eichen- „ Der Anfang ist jedesmal morgens 91/2 Uhr, am ersten Tag int Distr. Riedstein bei Holz Nr. 75, am zweiten Tag im Distt. Gabttelszimmerplatz bei Holz Nr. 90. Ettingshausen, 20. Jan. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Ettingshausen. 692 Keil, Beigeordneter. Versteigerung. Donnerstag, den 23. d. M., nachmittags 27. Uhr, sollen dahier im Otto Lüft'sche,: Saale, Neuenweg 28 1 großes neues Warenregal, 1 zweiteil. neue Ladentheke mit Schreibpult, 1 Paar neue, pol. Bettstellen u. 0. a. versteigert werden. Die Versteigerung sindet bestimmt statt und können dieSachen Vormittags dortselbst besichttgt werden. 700 Gießen, 21. Januar 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. WMMWM Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgeu: Schmkisegeisch 50 pfg. KaWM 50 |Jfg. WchenerNjchiör>e MarttPlatz 5 — Telephon 50 Fttsch eingettoffen: la.Anstern per Sttick 15 Pfg., 1 Dutzend 1.65 Matt. 702 Feinste Seemuscheln per 100 Stück 60 Pfg. Louis Bühl, MarttPlatz 5. Telephon 50. Lcbeick Lahnhechte Spiegelkarpfen, Backsijche, sowie alle Sorten Seefische. 0290 M. 8in>on, Astcrweg 1. Körbe und Stühle werden billig geflochten. Ferdinand Parthier Wwe., Settcrsweg 81. Prima Vatter * w. 1S. Lahr, Dampftnolkerei Gießen. 0280] Täglich frische Milch __Karl Euler, Hammsttaße 5. Chr. Wallenfels 17. Marktplatz 17. Am Krieger-Denkmal. Telephon 262. Gegründet 1826 empfiehlt Weiße Rhein- nnh Moseltveiite per Flasche von 60 Pfg. an. Devtsche Md |ran$. ätotweine per Flasche von 80 Pfg. an. UaliellWe weihe n. rote Tisch- u. Taselmeiae per Flasche von 85 Pfg. an bis zu den feinsten Sorten. Südweitle (Dessert- u.StärkungS-Weiue), panischer, portugiesischer, gttechi- cher und ungarischer Provenienz m feinen und feinsten Sorten. 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Gestern abend 58/4 Uhr entschlief sanft nach kurzem Serben meine hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter besonderen Mitteilung hiermit die schmerzliche Nachricht, dass es Gott gefallen hat, unseren unver 1848 er. Altersgenosse Georg Stephany ist gestern nacht nach langem, schwerem Leiden verstorben. Die Altersgenossen werden gebeten, sich bei der am Mittwoch den 22. d. Mts., vorrntttags 11 Uhr, von Ebel- straße 3 aus stattfindenden Beerdigung zahlreich m beteiligen. Namens des Ausschusses: Schützend ereirr. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser verehr!. Mitglied Hm Georg Balser, Knsmm, vergangene Nacht infolge eines Schlaganfalles sonst entschlafen ist. 704 Gießen, den 21. Januar 1902. Der Vorstand. Sie Beerdigung findet am Donnerstag den 23. d. M., nachmittags 3 Uhr, statt und bitten wir unsere Mitglieder um recht zahlreiche Beteiligung. Herrn Georg Stephany Grossherzoglicher Eisenbahn-Betriebswerkmeister nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden heute nacht D/2 ühr im Alter von 53 Jahren durch einen sanften Tod zu erlösen. Um stille Teilnahme bitten Die Beerdigung des verstorbenen Kameraden ’ar Wßim Wer TP findet Mittwoch den 22. L Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Wetzsteinstraße 7, aus statt. Zusammenkunft bei Kamerad Förtsch. 683 fuhrung vertr. jung. Mann sucht in Engros- oder Fabrikgesch. per sofort Stellung. Gefl. Off. u. Nr. 0216 an die Exped. d. Bl. 0234] Bess. Mädchen, welch, in Küche und Hausarbeit erfahr, ist, sucht Stelle in besserem Hause. Näheres Edcrstraße 4, I. Herrn Georg Balser, Agent sich zu rufen. Oswaldsgarten. $ Eine 5-Zimmerwohnung per 1. April zu verm. SLeustadt 78. 127] 5 - Zimmerwohnung im mittleren Stock per 1. April ober früher zu verm. Kirchstraße 13. 28] Im Hause Wallthor- straße 44 ist die 2. 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