Nr. »46 Ursch-»»« täglich außer SormtagS. dem Gießener Anzeiger »»erden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siegener Zamiliev« blätter viermal in der Woche beigelegt. Notatton-druck u. Verlag bei Brüh l'schen ttnwers.-vuch- u.Slein- drucke rrt (Pietsch ürben) Heboftton. Expeditio» und Druckerei: Gchnlstraße 7. Üdresie für Depeschen» «uzetger Gieße». ß^rnsprechanschluß 92t. 5L Zweites Blatt. 152. Jahrgang Montag 20. Oktober 1902 GietzeimAiMiger u General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ®ca«g»>reUt monatIich7bPft oterteU jährlich Mk. SL0; durZ Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pf.: durch diePoft Ml Dlertd» fährt. au6ld)L Bestellg. Annahme von Anzeige« für bie TageSnummrr bis vormttlogS 10 Uhr, ßetlenprei»; lokal ISPf^ au-wärt- 20 Pfg, Veraalwortlich: für den poltt u. allgem, keil: P. Witiko: fü, .Stadt und Land^ und ^SerichlSsaal': 6 nrt Plato, für den Anzeigenteil: Han» Beck. 5>ie heutige Yummer umfaßt 12 Seite». ei?. ... uum* . . . 11 — Nie ASreise der Auren-Kenerale in Uerlin. Die Buren-Generale haben, wie wir bereits in unserem heutigen Morgenblatte meldeten, am SamStag Abend die Reichshauptstadt wieder verlassen. Nachmittags konferierten sie noch mit ihren Sekretären und soupierten abends im Hotel mit dem Burenkomitee. Gegen halb 9 Uhr verabschiedete sich Dewet von demselben und fuhr mit seinem Sekretär und einigen anderen Herren nach dem Bahnhof Zoologischer Garten, wo um 10 Uhr mit dem Kölner Schnellzug die Abfahrt nach dem Haag erfolgte. Auf dem Wege nach dem Bahnhofe wurden Dewet wieder stürmische Ovationen bereitet, hauptsächlich am Bahnhofe selbst hatte eine große Menschenmenge Aufstellung genommen. Auf den verschiedenen Perrons waren mehrere Tausend Menschen versammelt, welche Dewet, als er kurz nach 9 Uhr auf dem Bahnsteig für den Fernverkehr eintraf, mit Hurrarufen begrüßten. Bis zur Abfghrt des Zuges verweilte Dewet im Stations-Dienst- raum und unterhielt sich mit zahlreichen Herren, unter denen sich auch der Abg. Liebermann v. Sonnenberg befand. Als der Zug in den Bahnhof einlief und Dewet mit seinem Sekretär ein für ihn reserviertes Koupee erster Klasse bestieg, wiederholten sich die Hochrufe und dauerten an, bis der Zug die Halle verlassen hatte. Immer wieder verneigte sich der Gefeierte zu beiden Seiten des Perrons. Wenige Minuten später trafen Botha und Delarey auf dem Bahnhof ein, ebenfalls auf das lebhafteste von den Anwesenden begrüßt. Sie fuhren mit dem Nord-Expceßzug, der ausnahmsweise auf dem Bahnhofe Zoologischer Garten hielt, um 11 Uhr 15 Min. direkt nach Brüsiel und werden heute (Montag) mit Dewet in London Zusammentreffen. Bei ihrer Abfahrt erneuerten sich die Ovationen seitens der zahlreichen Menschenmenge. Die Generale führten eine große Anzahl von Kränzen mit sich, die ihnen während ihres Berliner Aufenthalts überreicht worden waren. Wir tragen noch die Rede Dewets vom Frühstück des Alldeutschen Verbandes nach. Er führte aus: Nicht nur die Mitglieder des Alldeutschen Verbandes begrüße ich in Ihnen, sondern ich meine alle Deutschen zusammen. Es sind angenehme Augenblicke, die ich in Deutschland erlebte, ich habe nicht gedacht, daß wir so viele Freunde hier im Lande haben. Wir haben viele Freude erfahren und viele Ehre. Aber glauben Sie auch, wir sind so matt geworden. Seit Atonalen haben wir keine volle Nachtruhe mehr gehabt, zwei, drei, fünf Stunden höchstens. Jetzt kommen wir als Bittende; wir wollen, daß unser Volk nicht untergeht. Und es wird nicht untergehen. Wir Afrikaner sind tief heruntergesunken in den Morast, aber wir halten die Nase steif nach oben, und wenn sogar die Nase versinkt, dann bleibt doch der Nacken steif. Bleiben Sie auf dem Wege, dem aftikanischen Volke zu helfen. Wir sind ein Volk von afrikanischer und deutscher Abstammung. (In diesem Augenblicke flammte unvermutet das Blitzlicht zum Photographieren auf, em leichter Schrecken flog über die Gesichter, Dewet aber stand da mit einem herzlichen Lrchen auf den sonst so unbeweglich ernsten Zügen, und lachend rief er in den Saal: »Ich wäre beinahe weggelaufenI") Dann fuhr er fort: Sagen Sie, daß Ihr Volk Gutes an uns thut. Ich danke Ihnen, daß Sie uns so ehren. Mein Leib wird müde dabei. Aber die Ehre gilt nicht uns, sondern unserem Volke. Darum erfrischen sich auch die Glieder wieder. Wir haben nichts mehr, wir haben Alles, Alles geopfert. Und der Ruhm ist nicht unser, an ihm werden sich unsere Kinder und Kindeskinder erfreuen, was Euer Volk Gutes an uns gethan hat. Zum Schluß betonte er, wie sehr er sich freue, daß Pfarrer Großkopf aus Bloemfontein seine Rede verdolmetsche, er sei nicht nur sein persönlicher Freund, sondern ein lieber Freund des ganzen Burenvolkes, er habe unendlich viel für dieses in seiner Not gethan und schon vor dem Kriege sei er ein lieber Freund gewesen, der oft mit Gebet die gesetzgebenden Versammlungen eröffnete. Botha allein spricht außer dem aftikanischen Hollän- disch, das durch seine vielen Gutturallaute eigentümlich auffällt, auch noch englisch, Dewet aber hatte — so sagte er — in seiner Jugend, als er Schafe hütete, leider keine Gelegenheit gehabt, fremde Sprachen zu erlernen. Dafür spricht er seine eigene mit einer Fertigkeit und einem Geschick, daß — wenn einem solchen Mann gegenüber Neid aufkommen könnte — auch gelernte Redner, selbst Parlamentarier darunter, uoch von ihm lernen könnten — ließe so etwas nur sich lernen. Er übt die Redekunst des unbefangenen Menschen, wie sie sich auch in unserem Lande manchmal bei ganz einfachen Leuten findet, die auch in ihrer Jugend Vieh gehütet oder sonst grobe Arbeit verrichtet haben. Es ist ja wohl die Beredsamkeit des Herzens. Er svricht fließend, unterhaltend, fesselnd und hinreißend. Daß ihm der Schelm im Nacken sitzt, machte sich auch in manchen Stellen seiner Rede bemerbar. Auch Dewet, wenn er nicht sprach, anzusehen, machte einem Vergnügen. Wie hübsch aß er, der Bauernsohn, am ersten Abend im Hotel „Prinz Albrecht" seinen Fisch mit Gabel und Semmel! Vom Wein aber nippte er nur. Die drei Männer, Botha, Dewet und Delarey haben in diesen Tagen Berlin ganz für sich erobert. Was brachte das zu Wege? Die Bescheidenheit, die ihrem Heldenmut sich paart, ihr Zartgefühl in kleinen und großen Dingen, der Takt, der sie davor bewahrte ein ÜNoli tangere zu berühren, ihre mit Klugheit so wunderbar verbundene Einfalt, ihre herzgewinnende Liebenswürdigkeit, die sie, die einfachen Bauern, auch den Frauen gegenüber zu den echtesten Kavalieren macht. Gegen Ende der langwährenden Versammlung in der Philharmonie ging etwas überaus Reizendes in Scene, das war die Begrüßung der Burengenerale dprch drei Berliner Fräulein: Mit goldenen Kränzen traten drei Mägdlein in den Saal Und reichten dar die Kränze den Recken von Transvaal. Die nahmen sie und gaben den Dank gar zierlich kund: Sie neigten sich zu den Mägdlein und küßten sie auf den rochen Mund. Deutsches Reich. Berlin, 19. Okt. Ter 18. Oktober, der Geburtstag des großen Dulders und Helden Kaiser Friedrich, hat mehreren deutschen Kommunen die erwünschte Gelegenheit zur Errichtung bleibender Denksteine an die Träger einer großen Vergangenheit unter den Hohenzollernfürsten geboten. In Fehrbellin und Mys- lowitz erhielt die diesem Zweck gewidmete Feier einen besonderen Glanz durch die persönliche Anteilnahme des Kaisers, bezw. des deutschen Kronprinzen- Kaiser Wilhelm wollte es sich nicht versagen, der hohen Verehrung seines großen Ahnen, des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, dadurch einen neuen Ausdruck zu leihen, daß er ihm nicht nur auf der geschichtlichen Walstatt von Fehrbellin ein Denkmal in Erz nach dem Vorbilde des Kunstwerks in der Berliner Siegesallee errichtete, sondern auch bei der Enthüllung desselben einen ehrenden Nachruf widmete. Ter Kronprinz traf in Myslowitz am Samstag vormittag mit dem Oberpräsidenten Herzog zu Trachenberg und dem Fürsten zu Pleß zur Enthüllung der Denkmäler Kaiser Wilhelms und Kaiser Friedrichs ein. Nach einer Rede des Bürgermeisters von Myslowitz fielen auf Befehl des Kronprinzen die Hüllen der beiden Denkmäler. An die Ent- hüllllngsfeier schloß sich ein Frühstück in der festlich geschmückten städtischen Turnhalle. Um 12i/3 Uhr fuhr der Kronprinz nach Kattowitz, um sich von dort nach Pleß zu begeben. — Für den Kaiser an gekauft wurde das in der Romintener Heide im ostpr. Kreise Goldapp idyllisch be- legene Gasthaus des Luftkurorts Jagdbude, und zwar gelegentlich einer Zwangsversteigerung für die Summe von 2 6000 Mark. Das Gebäude soll in ein Jagdhaus umgewandelt werden. — Tie Kaiserin legte am Samstag vormittag 9 Uhr am Sarkophage Kaiser Friedrichs einen Kranz nieder. Um 9,45 Uhr traf der Kaiser im Mausoleum ein, um ebenfalls einen Kranz niederzulegen. Auch Abordnungen verschiedener Regimenter, denen Kaiser Friedrich nahe gestanden hatte, überbrachten Kranzspenden. — Nachdem der Reichskanzler Graf v. Bülow am Freitag mit dem badischen Finanzminister Tr. Buchenberger und den württembergischen Ministern Tr. v. Pischek und v. Zeyer Besprechungen gehabt hat, empfing er gestern vormittag den bayerischen Finanzminister Frhrn. von Riedel in längerer Unterredung. — Abg. Tr. P ach nicke hat im Reichstage den Antrag auf Einführung einer Verfassung in Mecklenburg ein gebracht. — Wie man von angeblich wohlunterrichteter Seite erfährt, hält man in einflußreichen Kreisen der konservativen Partei mit Bestimmtheit an der Hoffnung fest, daß es in der Frage des Zolltarifs zu einer Verständigung mit der Regierung kommen werde. Tie konservative Fraktion 'hat beschlossen, nach der ersten entscheidenden Abstimmung über die weiterhin einzunehmende Haltung in Verhandlungen mit dem Zentrum einzutreten. — Eine dieser Tage von der anarchistischen Föderation einberufene Volks-Versammlung, in welcher der Schriftsteller Schütte über „Tie alten Griechen" sprechen wollte, wurde vom Polizeipräsidenten, wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verboten. — Tie augenblickliche Stärke der Fraktionen des Reichstags gestaltet sich folgendermaßen: Es zählen: Konservative 52, Reichspartei 20, Antisemiten 10, Zentrum 106, Polen 14, Nationalliberale 53, Freisinnige Vereinigung 14, Freisinnige Volkspartei 26, Deutsche Volkspartei 7, Sozialdemokraten 58, fraktionslos sind 56, im ganzen 396 Abgeordnete. Erledigt ist der Wahlkreis 6. Liegnitz durch den Tod des Stadtrats Kauffmann. — Tr. Karl Peters ist mit den Burensammlungen in Deutschland nicht einverstanden. Er schreibt der „Hannov. Allg. Ztg.": „Ich finde, es giebt Not in Deutschland selb st genug für deutsche Mildthätigkeit, und wir haben kaum nötig, damit über See zu gehen. Es giebt etwa 50 000 Burenfamilien in Südafrika. Ihnen sind mehr als hundert Millionen Mark von England bewilligt. Dies macht für jede Familie mehr als 2000 Mark, neben dem Besitz der Farm, welcher ihr verblieben ist. Glaubt man, daß im Deutschen Reich ein ähnliches Turchschnittsmaß an Wohlstand existiert?" Mannheim, 19. Okt. Heute fand hier die Feier des 50 jährigen Jubiläums des zweiten badischen Grenadier- Regiments Kaiser Wilhelm und in Verbindung damit die Enthüllung des Moltkedenkmals auf dem Zeughausplatze statt. Ter Großherzog mit Gefolge, sowie der Erb- großherzog und Prinz Karl von Baden trafen zur Teilnahme an dieser Feier hier ein; die Großherzogin folgte heute. Von da bewegte sich der Zug, welchem sich sämtliche Vereine Mannheims anschlossen, nach dem Zeughaus- Platz, zur Enthüllung des von Professor Uphucs-Äerlin geschaffenen Moltke-Tenkmals. Anwesend waren die groß- herzoglichen Herrschaften, ferner u. a- der frühere Kommandeur des Regiments, jetziger Generalinspelleur der Feldartillerie, Generalleutnant v. P e r b a n d t- £;e Festrede hielt Generalkonsul Steiß. Nachdem die Hülle unter Salutschüssen und Fanfaren gefallen war, übernahm Ober- bürgermciftcr Beck das Termnal im Namen der Stadt. Hieraus hielt der Großher^og eine Ansprache. Er dankte dem Denkmalskomitee und feierte die unvergänglichen Thaten Moltkes als Feldherr, gedachte der großen $eit Kaiser Wilhelms L und schloß mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. Ausland. London, 19. Okt. Meldungen der „Daily Mail" über den Versuch Rußlands, mit der Tür kei eine Allianz anzuknüpfen, veäüenen ernstere Beachtung. Auch eine Pariser Korrespondenz des „Observer" erklärt die Meldung von icnnehi Allianzangebot Rußlands an die Türkei für vollwmmen richtig und fügt hinzu, Rußland habe seit einiger Zeit mit Beunruhigung bemerkt, daß der dominierende Einfluß in der Türkei der Deutschlands ist und daß der russische wie der englische Einfluß in Konstantinopel nur noch der Schatten von dem sind, was sic früher waren. Namentlich kommerziell ist die Türkei in den Händen Deutschlands. In dieser schwierigen Lage richten die russischen Staatsmänner ihre Blicke auf England und glauben, wenn englisches Kapital ebenso für die Entwickelung der Türkei interessiert werden £ännte, wie das deutsche, dann könnten Rußland und England in gemeinsamer Arbeit dem deutschen Einflüsse zunächst ein Gegengewicht bieten und ihn vielleicht schließlich verdrängen. Von einer ersten Autorität wird versichert, daß Rußland nur zu gern England auf halbem Wege entgegenkommen möchte, um Deutschland seinenvor- herrschenden Einfluß im Jildizkiosk durch friedliche Mittel zu entreißen. — Amtlich wird gemeldet: Tie Kolonne SwayneS hatte zwei Zusammenstöße mit den Streitkräften Mullahs bei Erego in der Nähe von Mudug am 6. Oktober. Nach lebhaftem Kampfe wurde Mullah mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Tie Engländer verloren zwei Offtziere und 50 Mann tot, zwei Offiziere und 100 Mann verwundet. Ta die eingeborenen Truppen sehr erregt waren, zog sich Swayne nach Bohotte zurück, um Verstärkung zu erwarten. Mullah führt von allen Seiten Verstärkungen herzu. — Meldungen über eine Verpachtung derportu- giesischen Kolonien an England würden keine Beachtung verdienen, wenn sie nicht Reuters Bureau verbreitet hätte. Thatsache ist, daß England jetzt nicht daran denkt, irgendwelche portugiesische Kolonien zu pachten. Die Hineinziehung Deutschlands und des deutschen Kaisers in die e rfunbene Geschichte gilt als vollends absurd. Paris, 18. Okt. Lord Kitchene r ist gestern abend hier eingetroffen und begab sich sofort nach der englischen Botschaft, wo er mehrere Tage Gast des Botschafters sein wird. — Ministerpräsident C o m b e s ließ dem Erzbischof von Bordeaux, der morgen in Audienz empfangen werden sollte, Mitteilen, daß er ihn nach seiner Teilnahme an einer Manifestation gegen die Regierung nicht mehr empfangen könne. Madrid, 19. Okt. Eine Depesche meldet, es verlaute, daß alle europäischenAngestelltenauSFezaus- gewiesen seien. Wien, 18. Okt. In der Olmützer Handelskammer obstruierten ^ehn tschechische Kammermitglieder gegen die Konstltuierung. Sie stürmten daS Pr äsidium; einer läutete unaufhörlich mit der großen Glocke, indes andere schrille Pfiffe aus Pfeifchen ertönen ließen. Als sie den Deutschen die Stimmzettel aus den Händen reißen wollten, wurden sie zurückgedrängt. Die Tschechen streuten den Inhalt von Stinkdüten, welche mit Chlorkalk, Salpetersäure und Schwefelsäure gefüllt waren, in den Saal. Wiederholt kam es zu Raufereien. Ein deutsches Kammermitglied erhielt eine Ohrfeige. Ter tschechische Abg. Reichstädter schlug mit dem Stock mehrere Wasserglliser zusammen. Tie Lärmszenen dauerten dreiviertel Stunden, als plötzlich unter stürmischen Heilrusen Bürgermeister Brandhuber als Präsident der Handelskammer, mit 35 deutschen Stimmen gewählt, proklamiert wird. Tie Tschechen erheben Protest. Ter neue Präsident hält seine Antrittsrede, worauf sich die Lärmfzenen erneuern. Kammersekretär Honig wurde ohnmächtig. — Tr. v. Körber richtete anläßlich seiner lieber* nähme des Justizministeriums ein Rundschreiben an die Obergerichte und Oberstaatsanwälte. An letztere schreibt Körber: Tas freie Wort, wenn es nur aus patriotischem Herzen kommt, scheint mir keine Gefahr; im Gegenteile erachte ich eine freie Presse als eine wichtige Ableitung der durch mannigfache Verhältnisse hochgesteigerten Leidenschaften. Was der Kritik erliegt, hat kaum Lebensfähigkeit besessen. Ferner betont Ministerpräsident v. Körber unter Hinweis auf die Unabhängigkeit des Richterstandes, daß einerlei Recht für jedermann fein und das Recht vor niemandem gebeugt werden solle. Tas Schreiben gedenkt der in Aussicht stehenden Reform des Strafrechts und bezeichnet es insbesondere als notwendig, daß kein De- schuldigter vor der Fällung des Urteils als Strafwürdiger betrachtet oder behandelt werde. Aber auch als eigentlicher Zweck der Strafe sei die Besserung im Auge zu behalten. Tas private und das Familienleben der Stats- bürger solle mit aller Energie geschützt werden. Port Arthur, 19. Okt. Finanzminister Witte traf am 14. Oktober in Mukden ein und empfing im Salonwagen den Gouverneur Shang^Shun, dem er bald darauf einen Gegenbesuch machte. Der Gouverneur trank auf das Wohl des Zaren und des Kaisers von China, und betonte mit Befriedigung die ausgezeichneten Beziehungen, die zwischen den ch ! n e sis ch en Behörden und ben ruffi- sch en Truppen beständen und sprach die »Öffnung aus, daß eine enge Freundschaft beide VöM verbinden möge. Minister Witte erwiderte, der Aar sei van der Friedensliebe erfüllt. Die Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Beziehungen hänge von den Chinesen selber ab. Ter Aufenthalt des Ministers in Mukden war nur von kurzer Dauer. Pretoria, 18. Oft Eine Abordnung einflußreicher Harrn er hat sich an den Vizegouverneur von Transvaal, Lawley, gewandt, um chn um Geldunterstützung für die erforderlichen Neubefchaffungen zu bitten. Lawley erwiderte, die Regierung sei gewillt, hierfür Geld auszusetzen. Die Summe, jedoch nicht über eine halbe Million Pfund, solle gegen erste Hypothek auf den Landbesitz zu 4y8 Prozent geliehen werden. Tas Geld solle jedoch ausschließlich zu dem genannten Zweck verwendet werden dürfen. Aus Stadt und Kaud. Gießen, 20. Oktober 1902. - Hofnachrichten. Aus Darmstadt wird uns telegraphisch gemeldet: Der Großherzog fuhr heute Morgen 9,45 Uhr mit seinen hohen Gästen, dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich und der Prinzessin Ludwig von Battenberg über Mainz und Bingen nach Schloß Rhein st ein, um dieses zu besichtigen. Heute abend 5,10 Uhr werden die Herrschaften wieder zurückkehren. * * Hofnachrichten. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Am Samstag vormittag machten Prinz Heinrich nebst Gemahlin und Prinz Georg von Battenoerg einen Automobil-Ausflug durch das Mühl- thal und kehrten über Roßdorf zurück Nachmittags fuhren Prinz Heinrich, der Großherzog und Prinz Sigismund per Automobil nach dem Kranichsteiner Park. Heute Sonntag nachmittag fuhren Prinz Heinrich und der Großherzog mit dem Automobil nach dem Kranichsteiner Schloß, woselbst sich die Prinzlichen Familien zu Wagen eingefunden hatten. Am Samstag abend beehrten der Großherzog und Prinz Heinrich das Offizierkorps des Art.-Regts. Nr. 61 in dessen Kasino mit einem Besuch. Am Tienstag vormittag wird der Großherzog mit seinem hohen Gast voraussichtlich mit dem Automobil die Jagd besuchen. * * Audienzen. Ter Großherzog empfing am 18. Oktober u. a. den General der Infanterie v. Linde- quist, kommandierenden General des 18. Armeekorps, den Oberlehrer Bölzing, Rektor der höheren Bürgerschule in Hungen, den Oberlehrer Dr. Kraus von Mainz, den Oberlehrer Dr. Nehb von Worms, den Lehrer Geißler von Altheim, den Güterexpedienten F r i e d s a m von Mainz, den Vorarbeiter Müller, den Polizeiamtmann Gebhard, den Glasmaler Müller, den Professor D. Krüge r, Rektor der Universität Gießen, den Oberbürgermeister Dr. Gähner von Mainz, den Buchhändler Stern von Worms. * * Personalien. Der Oberregierungsrat Wilhelm Best, sowie der Oberregierungsrat Dr. Karl Usinger ind von den ihnen seither übertragenen Stellen eines tündigen und eines stellvertretenden ständigen Mitglieds >es Landesversicherungsamts entbunden; der Oberregie- rungsrat Franz Hölzinger ist zum ständigen Mitglied des Landesversicherungsamts und der Regierungsrat Dr. Eugen Wagner zum stellvertretenden ständigen Mitglied bei der genannten Behörde, beide im Nebenamte ernannt worden. )( Die Arbeiten an dem Provinzialfiechen- h a u s gehen allmählich ihrer Vollendung entgegen. Gegenwärtig werden die letzten Anstreicher-, Schreiner- und Jn- stallateurarbeiten ausgeführt. Tie Pflasterung des Hofes und der Rinnen, die Chaussierung der Fahrwege, sowie die Einfriedigungen des Geländes und der einzelnen Abteilungen des geräumigen Hofes sind ebenfalls begonnen. Tie Kanalisierung, die Anlagen der Dampfheizung und der Wasserleitung sind ziemlich vollendet, an den elektrisch>en Leitungen wird noch gearbeitet. Am Freitag sprang ein Rohr der Wasserleitung — wahrscheinlich hatte es hohl gelegen — im Nu wühlte das Wasser den Boden auf, überschwemmte den südlichen Teil des Hofes und setzte die Kellerrüume des südlichen Gebäudes teilweise unter Wasser. — Die Anstalt umfaßt das Verwaltungsgebäude an der Licherstraße, dahinter nach Westen in der Mitte des Ganzen die Speiseküche, in der vier große Kessel stehen, daran anschließend die Waschküche, in deren Kellergeschoß die Zentralheizung mit drei großen Tampfkesseln untergebracht ist. Seitwärts von diesem Gebäude befinden sich die Kohlenräume, aus denen die Kohlen mittels Rollwagen in die Feuerungsschächte gebracht werden. Noch weiter westlich steht ein kleines Oekonomiegebäude, um den Kranken einige Beschäftigung zu bieten. Neben diesem Gebäude befindet sich ein Thor, von dem aus ein frisch chauffierter Weg nach dem oberen Friedhvssweg führt. Südlich und nördlich, etwa 30 Meter von der Speiseküche entfernt, stehen die beiden eigentlichen Krankenhäuser; das nördliche ist für die männlichen, das südliche für die weiblichen Kranken bestimmt. Jedes der beiden Gebäude ist einschließlich des Mansardenstocks dreistöckig und hat nach Westen hin noch einen einstöckigen Anbau, in denen die mit besonderen Leiden behafteten Kranken untergebracht werden. Tie innere Einrichtung und Ausstattung der Anstalt mit Möbeln, Betten rc. wird in aller Kürze in Angriff genommen, sodaß man voraussichtlich anfangs Januar das Gebäude seiner Bestimmung übergeben kann. ** Bücher- und Lesehallen. Die Stiftungen und Stifter für die Grittidung von Bücher- und Lesehallen mehren sich nun auch in Teutschland, nachdem in England und Amerika darin längst vorangegangen, in erfreulicher Weise. In Görlitz hat der Kommerzienrat Otw Müller der Stadl eine Schenkung von 100000 Mk. zum Zweck der Gründung einer solchen Anstalt gemacht; in Dortmund hat der Oberbergrat Dr. Weidemann der Stadt die Summe von 100 0 0 M k. zu gleichem Zwecke überwiesen. Bei den sich täglich steigernden Allsprüchen, welche an die Gießener Lesehalle erhoben werden, wären solche größeren Zuwendungen freudig zu begrüßen. * * Fernsprechverkehr. Boni 1. Mwember ad ist Gießen zum Sprechverkehr nut Barmen, Benrath, Bochum, Borbeck, Tüsscldors, Elberfeld, Essen (Ruhr), Gerresheim, Langenberg ^Rheinlmrd), Neuß, Neviges, Ratingen, Steele und mit den in der "Nähe dieser Orte gelegenen öffentlichen Sprechstelleli zu gelassen. • * Zu den Landtagswahlen. Aus Grünberg wird uns geschrieben: Einen reichlichen Unterhaltungsstoff bietet soeben für Grünberg und Umgegend tue Landtags- wahl. Ter aufgestellte Kandidat Moll oon Grünberg lehnte ab, und als Der inzwischen in Apotheker Welker- Allendorf gefundene Er,u - lelegraphisch ebenfalls eine Kandidatur ablehnte, nahm '.'.'toll in einer Samstagabend in Grüirberg avgehallenen, aber schwach besuchten Xkiiamm- hmg toieber tzie Kanadarur an. Als der Tritte im Bunde erscheint jetzt aber der Kaufmann Ranft von Grünberg, der sich ebenfalls um das Mandat bewerben will. Ranßt hat sich als langjähriger Vorsitzender des Kriegervereinsbezirk Grünberg die Gunst seiner Kameraden in hohem Grade erworben. So dürfte der Ausgang des Wahlkampfes nicht uninteressant roerben. * * Stadttheater. Blumenthals neues Lustspiel „Die Fee Capriee", welches am 7. d. M. hier erstmalig mit größtem Erfolge zur Aufführung gelangte, wird auf vielfachen Wunsch am Dienstag, den 21. d- Mts., noch einmal gegeben werden. Es wird dies voraus- ^016 letzte Aufführung des beliebten Lusffpiels er Saison sein. — Die Direktton ist im Begriffe, mit dem Heldendarsteller des Frankfurter Schauspielhauses, Herrn Richard Kirch, ein Gastspiel abzuschließen. Dasselbe findet wahrscheinlich am kommenden Sonntag, den 26. d- M., statt. Herr Kirch spielt hier den „Othello", eine seiner hervorragendsten Rollen. - Der Sängerchor des Turnvereins feierte am Sonntag in der Turnhalle sein erstes Stiftungsfest. War s. 3. bei Erörterung der Frage über die Erweiterung der Turnhalle mit der Umstand maßgebend, daß den an Zahl zunehmenden Mitgliedern beS Turnvereins mehr Unterhaltung wie bisher geboten werden müsse, so kam nach Fertigstellung deS Umbaues die Erkenntnis, daß der Verein im eigenen Heim auch in der Lage fein müsse, aus sich heraus für Unterhaltung und zwar nicht nur turnerisch zu sorgen. Nach dem Vorgänge vieler deutscher Turnvereine trat bald ein Sängerchor zusammen, der bei der Weihnachtsfeier deS IahreS 1901 debütierte, vor die weitere Oeffentlichkeit aber beim Sommerfest deS IahreS 1902 trat. Einen genußreichen Abend wußte gestern der „Sängerchor deS Turnvereins" seinen Besuchern zu bieten. Besonders sei die Mitwirkung deS Fräul. Daubert aus Frankfurt a. M., einer Schülerin deS Hochschen KonseroatottumS, erwähnt, die in ernsten und heiteren Liedern zu fesseln wußte. Ihre Glanzleistung war jedoch ohne Zweifel die Atte aus „Samson", da in derselben die schöne, volle Stimme der Sängerin recht zur Geltung kam. Ferner imponierte der Dirigent des SängerchorS, Herr Kasten, durch seine in zwei Klaoierpiöcen dargethane technische Sicherheit und künstlerisches Spiel, sowie durch sein decenteS, sich anpassendes Begleiten der Lieder. Was die Gesangsleistungen des SängerchorS anbetrifft, so war man wirklich überrascht über die außerordentlich gut gelungenen Gesänge. Man merkte, daß die Sänger unter energischer, umsichtiger Leitung stehen, sonst wäre in der kurzen Zeit deS Bestehens deS Vereins eine so schöne Gesangsleistung unmöglich. Nach einem weiteren Arbeitsjahr wird gewiß das, was noch mangelt, erreicht fein. Darin waren jedenfalls alle Hörer eines Sinnes, es ging ein frischer Zug durch die ganzen Darbietungen und dieser Zug möge die junge Vereinigung immer weiter tragen. Gut Heil in Sang und Klang! — Erwähnt mag noch werden, daß das Konzert sehr gut besucht war, die Turnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. ** Ter Gesangverein „Cäeili a" aus Lich stattete am Sonntag den hiesigen Gesangvereinen Heiterkeit, Harmonie und Bauer'schen Gesangverein einen Besuch ab. Tie Vereine kommen alljährlich einmal zusammen, um einige vergnügte Stunden zu verleben. ®S ist Regel, baß bei diesen Zusammenkünften die Vereine auch Proben ihres Könnens ablegen. Ter „Sängerkrieg" im Kleinen fand auf der Liebigshöhe statt. Die Liedervorträge der Gäste wurden von den Gießener Sangesbrüdern beifällig ausgenommen und mit Chor- und Quartettgesängen der Heiterkeit und des Bauer'schen Gesangvereins belohnt. Tie nächste Zusammenkunft findet wahrscheinlich in Lich statt. — Tie „Bürgergesellschaft" unternahm einen Ausflug nach dem Windhof. Der Sängerchor brachte mehrere Lieder zu Gehör, die übrige Zeit füllten Klavier- und Violin-Vorträge aus. ** Der Marine - Verein Gießen beging am SamStag den 18. und Sonntag den 19. Oktober sein zehnjähriges Stiftungsfest. Die Feier wurde durch einen Herrenkommers im Lenz'schen Felsenkeller eingeleitet, wozu die eingeladenen Gaste zahlreich erschienen waren. Nach einer Begrüßungsansprache deS 1. Vorsitzenden und Absendung von Huldigungstelegrammen an den Kaiser, den Großherzog von Hessen und den Prinzen Heinrich begann die allgemeine FidelitaS. Für gute Unterhaltung durch Musikvorträge und KoupletS war reichlich gesorgt. Letztere wurden zum größten Teil von alten Veteranen in sehr witziger Weise vorgetragen. Gegen Morgen wurde erst an den Aufbruch gedacht. Die Hauptfeier fand Sonntag Abend in Steins Gatten mit Theater, lebenden Bildern und Ball statt, wozu die eingeladenen Damen und Herren so zahlreich erschienen waren, daß der Saal sie kaum zu fasien vermochte. Die Festrede deS 1. Vorsitzenden, in welcher derselbe die Entwickelung deS Vereins schildette, sowie einen Ueberblick über unsere jetzigen Marineverhältnisse gab, endigte mit einem Hipp Hipp, Hurra! auf den Kaiser und den Großherzog von Hesien. Hierauf erhob sich der Vorhang und zeigte ein höchst sinniges lebendes Bild: „Huldigung deS Kaisers und deS GroßherzogS von Hesien." Nunmehr gelangten zwei Einakter: „Die Musterung auf dem Meeresgrund" und „Die Seemannsbraut* zur Aufführung. Ersterer machte auf die Zuhörer tiefen Eindruck, letzterer brachte dagegen den Humor in bester Weise zur Geltung. Besonders exakt wurden die Rollen des Obermaaten vom „TranSoaal", des Schiffsjungen der „Gneisenau" und deS Rentiers Kiebitz gespielt. Tie Damen fanden sich ebenfalls sehr gut mit ihren Rollen ab. Die Pausen wurden durch Musikpiöcen und KoupletS auS- gefüllt. Gegen 1 Uhr wurde mit dem von den Damen lang ersehnten Tanz begonnen, der bis tief in die Nacht dauerte. So kann der Mattne-Verein mit Genuglhmmg auf dieses Fest zurückblicken. — Sonntag den 26. Oktober findet ein Ausflug und eine Nachfeier auf TextorS Terrasse statt. Erwähnt sei noch, daß Prinz Heinrich auf das an ihn gesandte Telegramm folgendes antwortete: Darmstadt. 20. Oktober. Für die mir vom Mattne-Derem Gießen üoerfanbte Depesche anläßlich des lOjädrigen Stniungssesies des Vereins sage ich meinen aufrichtigsten Dank, mit welchem ich die besten Wünsche für weiteres Gedeihen des Marine-Vereins verbinde. Heinrich, Pttnz von Preußen. ♦♦ Der Landesausschuß hessischer Feuerwehren, wählte in seiner letzten Sitzung einstimmig den Feuerwehrinspeltor und feiiljerigen zweiten Vorsitzenden Keller- Mamz zum Vorsitzenden des Lan. oerbandes, und zum Stellvertreter Kreisfeuerwehrinspektor Müller-Offenbach. Es folgte eine Besprechung über die Ausführung der in Bad-Nauheim gefaßten Beschlüfse. In erster Linie einigt man sich nach längeren Auseinandersetzungen dahin, daß für die Folge bei Hessischen Feuerwehrtagen, wie dies ja auch schon früher bei Hessischen und Provinzialfeuerwehrtagen eingeführt war, „von dem Landes-Ausschuß die Art und Weise der vorzuführenden Hebungen bestimmt und von demselben eine Kommission aus den vertretenen Wehren zur Kritik dieser Uebunaen eingesetzt werden soll." — Ferner soll für eine Neubearbeitung des Uebungsbuches für Feuerwehren im Großher^og- tum Hessen eine öffentliche Aufforderung erlassen werden, wonach Anträge auf Aenderung der bestehenden Bestimmungen sachgemäße Anwendung finden sollen. Ter Abdruck der Sanitätsvorschriften wird nach Erledigung des in der letzten Tezemberversammlung hierüber gefaßten Beschlusses ebenso erfolgen. — Bezüglich Einführung der einheitlichen Gradeabzeichen soll um gesetzliche Regelung bei der Regierung nachgesucht, die früheren Beschlüsse aber dabei zu Grunde gelegt werden. — Ter Landesausschuß soll beim Großh. Ministerium sämtliche Verordnungen und Vereinbarungen einholen, welche Bezug haben auf Befreiung vom Feuerlöschdienst nach Artikel 11, Absatz 2 und 3 der Landesfeuerlöschordnung, um solche in der Feuerwehr-Zeitung zu veröffentlichen. ** Frischgepflückte Walderdbeeren wurden uns heute von mehreren Seiten übersandt. Ein Sttäußchen solcher Erdbeeren kann auch bei dem Gastwirt Schadeck in Salzböden bewundert werden. Von Gießener Ausflüglern sind kurz vor dem Schiffenberg ebenfalls frische Erdbeeren gefunden worden. ):( Stockhausen (Kreis Gießen), 19. Cf:. Gestern gegen abend ereignete sich zwischen hier und Flensungen auf der Staatsstraße Mücken-Freienseen ein Unfall, der jedoch noch verhältnismäßig glücklich ablief. Ter hiesige Landwirt B. schickte feinen 13jährigen Sohn mit einem Pferde zur Schmiede nach Flensungen, um es beschlagen zu lassen. Nachdem dies geschahen war, ritt der Knabe gegen abend, als es schon stark dämmerte, noch Hause. Unmittelbar hinter Flensungen warf nun das Pferd dnr kleinen Reiter ab, phne daß dieser Sck)aden nahm, und lief dann in rasendem Galopp die Straße entlang nach Stockhausen zu. Hier kam ihm der Brotwagen des Bäckers Kraft aus Freienseen entgegen, in welches es, durch die Laterne am Wagen geblendet, hineinrannte. Infolgedessen siel der Wagen um und die Laterne wurde zertrümmert. Brot und Brötchen sielen aus dem Wagen, der ebenfalls starke Beschädigungen aufwies. Ter Bäcker selbst fiel unter das Fuhrwerk, ohne größeren Schaden zu nehmen. Tas durchgegangene Pferd rannte, wie es schien, unverletzt seinem Stalle zu. Als sich der Bäcker un;ter dem umgestürzten Wagen hervorgearbeitet hatte, kam der abgeworfene kleine Retter des Weges und erklärte dem brot- und brötchensammelnden Bäckermeister, wie alles gekommen wäre. Kraft schätzt den verursachten Schaden auf 50—60 Mark. )( Aus dem Lumdathale, 19. Okt Im Auftrage des Vorstandes der Kriegerkameradschaft Hassia hiett Lehrer Volk aus Schadenbach in Treis und Allendorf patriotische Vorträge, welche von den zahlreich erschienenen Kameraden und anderen Zuhörern mit Beifall ausgenommen wurden. In Treis sprach der gewandte Redner gestern abend über: „Tas politische Treigesttrn der Freiheitskriege", in Aliendorf heute mittag über: „Königin Luise und chre Zeit" und in einem zweiten Bortrage über: „Bismarck". Tie Zuhörer hegen den Wunsch, daß ihnen auch in Zukunft folcfye stimmungsvoll vorgetragenen Lebensbilder geboten werden. Frie dberg, 20. Okt. In der 28. Sitzung der Großh. Handelskammer wurde u. a. vom Donnerstag, den 9. Oktober, bettchtet, wie sich die Verhättnisse des Arbeitsmarktes z. Z. gestaltet haben, ob und in welcher Industrie Arbeitsentlasiungen etngetreten, oder Feiertage ober Kürzungen der täglichen Arbeitszeit ein- geführt sind, und ob eine Zunahme ober Abnahme der Arbeitslosigkeit für den kommenden Winter im Vergleiche zum Vorjahre zu gewärtigen ist usw. — Die Kammer hat sich das erforderliche Material für ihr gesamtes Gebiet durch Rundfrage bei ihren Mitgliedern, den größeren Firmen, dem Gewerkschaftskartell Vilbel, und der OrtS- trankenkasse Friedberg verschafft. Wir stellen aus diesen Einzelberichten fest, daß eine eigentliche ArbeitS- n 01 im Kreise Friedberg nicht existiert, wohl aber ein größeres Angebot von Arbeitskräften. Aus dem Bezirk Vilbel wird insbesondere über Arbeitsmangel ui dem Baugewerbe, der Metallbranche und in den Schuh fahri- len geklagt. — Die in der Umgegend von Friedberg beschäftigten Bauhondiverker sind meist von der Zuckersabttk Wetterau ausgenommen worden, doch wird befurchtet, daß sich im Dezember größerer Arbeitsmangel fühlbar machen wird — in Bad-Naubeim ruht das Baugewerbe vollständig. — Aus dem greife Bübingen wird berichtet, daß Tank der Glas- und Steinindustrie die Lage des Arbeitsmarktes günftig ist und auch die Landwirtschaft noch Arbeiter benötigt. — Im Bezirk Nidda herrschte im großen und ganzen lein Arbeitsmangel, — jedoch fehlt es noch an landwirtschaftlichen Arbeitern. — Im Kreise Schotten sind die Ar- beitsverhältnisse dieselben wie im Vorjahr, es ist genügend Besck-ästigung vorhaiiden, Zigarrenfabriken klagen über Arbeitermangel, auch fehlt es an landwirtschaftlichen Arbeitern. )( Schotten, 19. Okt- Unter dem Vorsitze des Kreis- schulinspeltors Backes wurde gestern im Lehrerheim „Vogelsberg" die amtliche HerbsttonferenzdesBeKirks Schotten abgehalten. 4üich Mitteilungen, die Schulen und Fortbildungsjchulen betreffend, referierte der Vorsitzende selbst über die modernen Bestrebungen, das Ziel und die Methode .deS Zeichenunterrichts in der Volksschule. Lehrer Gr e m m-Eichelsdorf zeigte dann in seinem Referat, wie einfache Buchführung auch in unseren ländlichen Fortbildungsschulen getoinnbrnigenb für die Beteiligten zu betreiben sei. )( 'Benin gS, 18. Cft In dem Wald bei Merkensritz wurde dieser Tage eine, noch geladene Granate von der Beschießuiig des Galgenberges herrührend, von einem Bauersmann gesunden. Ebenso wurde ein Blindgänger von einem Weningser Burger nach Hause georaau. inn früherer Artillerist besichtigte das Geschoß und bemerke, daß es noch geladen sei. Auf Anzeige bei der Ortspolizei wurde von Tarmstadt ein Cberfeuenoerter nach Wenings beordert. Tie Geschosse wurden aufs Feld getragen unb mittels langer Zunoschnur gesprengt. Im Galgenberg liegen wohl noch manche Gescholse, die nicht krepiert sind. (-) Darmstadt, 19. Olt. Im Saal zur „Stadt Pfungstadt" hierselbsl war heute vormtttag der Lanbesau s s ch u ß der nationalliberalen Partei in Hessen zu einer Längeren Besprechung zusammengetreten, die sich fast ausschließlich mit der in aller nu^e stattfindenden Landtag s w a h l beschäftigte. Tie Verhandlungen waren 1‘trenf Telephonischer Kursbericht« Gies 3Va% 3% 3*/,% 3°/o 87»% 103.20 50.60 31.90 28.55 121.40 44.50 Gründer«, 18. Oktober. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 1b.60 bis 15.70 ML, Korn 14.00 bis 00 00 M Gerste 13.14 bis 00.00 Ulk., Hafer 13.08 bis 14.00 Ulf., Mk . Linien 28.00 UU.,Lein 00.00 Mf, Wicken 00.00 Reichsanleihe do. Konsols . do. . . Hessen preise. Hum -verlause panoen. oc— |ui, xo« reich, 63 Lullen, 0 aus Oesterreich, 920Kuyc, Fersen, eticre und Rirwer, 0 aus Oesterreich, 222 Kalber, 61o Schase und Hämmel, ßo/o Mexikaner . . , 47»% Chinesen . , . Electric, tiohuckert . . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Beniner Handelsges. . Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden .... üotthardbahn .... LauraLütte..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: fest. ii'ruiikiurt ». 2i., 20. Oktober Drieskasteil der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Familien Nachrichten. Gestorben: Freifrau Agnes von Biegeleben, geb. Freiin von Löw zu Steinfurth, in Cransberg bei Usingen. von Eiten & Haussen, »äg Krefeld. _ii en, 20. Okt. Tie Sonn- und Monltasgs-Ztg. will . , von verläßlicher Seite erfahren haben, daß es sich bei b. Wieseck, 19. Okt. Bei dem gestrigen vierten Preis- her vorgestrigen geheimen Konferenz in Belgrad, und Abkegeln des Kegelklubs .Gut Holz" erhielten den Geringeres, als um den vom Kö n i g Al e x an - ‘ " f kundgegebenen Willen handelt, den Bruder seiner ' den>^Prels^Karl Kerbel, Oberleutnant Lunjevttza, zum ferbi- den sch en Thronfolger zu proklamieren._________ 4°/ Italien. Rente . . 47,56 Portugiesen . . 3°/ Portugiesen. . . . , 156 C. Türken . . . Türkenlose 4% Oriech. Monopol.-Anl. 47,56 äussere Argentiner 1902. . 26.50 . 93.15 . 80.50 . 130.60 . 213.00 . 188.00 . 185.20 . 142.60 . 156.00 . 152.20 . 20.20 . 180.40 . 197.50 . 178.20 . 179.10 Als Oberbürgermeister war Franz Adickes schon manches Jahr. Lum Angedenken an die Zett, Die er sich unserer Stadt geweiht, Zu Frankfurts Ruhm und Frankfurts Glanz Lauf ich Dich nun, .den langen Franz." Der Himmel sei Dir gnädig, Sonst gehts wie in Venedig. Die Versammlung schien auf diesen Schlager nicht vor- leraitet, denn es flog, als Herr v. Hoven geendet, ein Engel !mch das Turmgemach. Aller Blicke wandten sich dem Oberbürgermeister zu; als dieser aber mit freundlichem lä.heln den „langen Franz" sanktionierte und als Paten- bub acceptierte, da gab es allgemeine laute Heiterkeit. Nun vwrde der Knauf auf die Spitze des Turmes gebracht, und ilL er dort festsaß, erscholl ein Hoch auf die Stadt Frankfurt. ^traulich, es sei deshalb nur erwähnt, daß in ein geh en- Vx Besprechung ein Wahlprogramm angenommen tncbe, welches in den nächsten Tagen zur Veröftentlichung brnmen soll. Das Programm deckt sich inhaltlich in den reiften Punkten mit dem (in unserer Freitagsnummer zum Lbtirud gelangten) Wahlaufruf der Wormser Nattonal- Erbsen 16.00-00 Mk., Linsen 28.00 All —- . Mark, Samen 00.00-00.00 Mk., Kartoffeln 4.50 bis 0.00 Ulf. fo. Frankfurt a. 2)1., 20. Okt. (Telegr. Orrg.-Berrcht des ' ' ."). Amtliche Dotierungen der heutigen Viehmarkt- .um Verkaufe standen: 522 Ochsen, 156 aus Oesler- o mis Oesterreich. 920 Kühe, Fersen, Stiere und . 102.00 . 91.90 . 102.10 . 91.80 . 100.15 3 56 Öberhessen . . . 99.70 456 Oesterr. Goldrente . . 103.10 4"/ 56 Oesterr. Silberrente 101.00 456 Ungar. Goldrente . . 101.60 tN-genommen: „Die Versammlung, einberufen in dem trriften Zeitpunkt unmittelbar vor Entscheidung über unsere fcundelspolitik, erklärt die Zolltarifvorlage, zumal in ihrer tu ich die Beschlüsse der Reichstagskommission weitaus Der» Dsch Lrften und verschlechterten Form, für eine durchaus " in genügende Grundlage der abzuschließenden Handelsver- icc.ge. Tie Versammlung spricht die Erwartung aus, daß len Reichstag angesichts der ernsten Schädigungen, die derlei i schon die Volksernährung betroffen haben, keinen o-Ktarif annehmen werde, der die wichtigste Grundlage ses Volkes gefährden, und die Stellung des deutschen Reichs / cu f dem Weltmarkt schwer erschüttern könnte." Frankfurt, 19. Okt. Das Richtfest des neuen f KctthauseS fand gestern nachmittag statt. Im Namen der hmhitekten und der Bauleitung begrüßte Ludwig Ne her die ■ Er schienenen und gab nach einigen einleitenden Worten den lext der Urkunden bekannt, die, wie es ein alter Brauch ii, in den höchsten Knauf eingelegt werden. Altfrankfurtisch, IHIoß der Redner, ists gedacht, neufrankfurttsch ists gebaut mÄ wird — so vertrauen wir Baumeister — für Jahrhunderte den Bürgern der Stadt ein Wahrzeichen ihrer gütigen Handwerks-, Kunst- und Machtblüte sein. Nach hqen Dankesworten des Oberbürgermeisters AdickeS wurden ' sie Urkunden unterzeichnet und in den Knauf gelegt, dessen lefsnung alsdann verlötet wurde. Ueber den Knauf sprach Mtzr anz von Hoven den folgenden Richtspruch: Wir haben Dich errichtet hier Der alten Mainestadt zur Zier, 1138 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. BezMt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 70—71 ML, 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 60—62 9)11.; Bullen 1. Quall 60 bis 62 Ulf., 2. Qual. 57—58 Mk.; Kühe 1. Qual. 64—66 Ult, 2. Qual. 60—62 Ulf., 13. Qual. 51—53 Mk, 4. Qual. 42—44 Ulf., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—82 Pfg., Lebendgewicht 50—00 Pf., 2- Quall 72—74 Pfg., Lebendgewicht 45—47 Pfg., Schlacht- gewicht^63—66 Pfg., Zchase: 1. Qual. Schlachtgewicht 63—65 Pfa, 2. Quall 59—61 Pfg., 3. Quall 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 69-00 Pfg., Lebendgewichts Pfg., 2. Qual. 67—68 Psg., Lebendgewicht 537» Pfg., 3. Qual. 0O—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvich mittel, Ueberstand betrüchüich; bet Kleinvieh gut Alles verkauft. , v fc. Frankfurt a. M., 20. Okll (Orig.-Telegr. des ^Dietzen. Anz.") Amtliche Notterungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen UlL 15.50—15.75, Kurhessischer Mk. 15.75—16.00, La Plata M. 17.25—17.50, Kansas Ulf. 17.25—17.50, Roggen (hresiaer) Mark 14.00—14.25, Gerfte (Wetterauer) UlL 10.25—16.00, Franken» selber Mk. 00,00—00,00, HaferMk. 14.50—15.00, Mais Mk. 13^0—00.00, I Weizenmehl 0 Ulf. 25.20—25.75, 2. Qualität Mk. LL25 bis Ulf. 23.75, 3. Qualität Ulf. 21.25—21.75, Roagenmehl 0 Mk. 23.00—23.50, 1. Qualität Mk. 21.75—22.00, Weitzenklete ML 8.75 bis Ulf. 9.00, Roggentleie ML 9.50—10.00, Maisfeime UlL 10U0 bis Ulf. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. • Prinz Friedrich Leopold von Preußen, der schon mehrfach seiner Sympathie für die Buren Ausdruck gegeben hat, hat neuerdings im Parke seiner Besitzung Glienike eine Anordnung getroffen, die seine Burenfreundfchaft besonders darthull Die Aufseher, Lakaien und Parkwächter des prinzlichni Privait- besitzes trugen bisher die bekannte blaue Uniform der königlich preußischen Hausbeamten. Jetzt hat der Prinz Ungeordnet, daß sie Burentracht anzulegen haben. So sieht man sie denn im Parke von Glienike mit grauen Lollew- anzügen, gelben Gamaschen und dem bekannten Burenhut, den Hirschfänger an der Seite, überall umherlaufen. * Ueber die Ursachen des Einsturzes des Campanile bringen venezianische Blätter letzt aufsehenerregende Aufklärungen. Es wurde, nachdem die Fort- chaffung der Trümmer nahezu beendet ist, festgestellt, • ’ aus dem uralten Alauerwerk, welches die Stützpfeiler ■ ' ' j.. die Stabilität chen^- "^der. "von dem fu? * N» h6tei,S8ti»Kis d°- eint) itlS’ "9. bei betT S .altt baiei ■ÄSrs ’ ^uerivehr-Zej, leeren wurden Sträußchen Lchcheck «ttt Asslüglern srhcheErdbttren M Gestern und Flensungen M Unfall, der ses. Ter hiesige ^hn mit einem m.e- beschlagen utt der hohe rte, nach Hause, das Pserd den aden nahm, und lße entlang nach ^agen des Bäcreiz es es, durch, die le. Jusolgeöesser rde zettrüniMN m, der edenM c selbst fiel unter su nehmen Tas imverle^ seinem cm umgesiulM bgeivorsene tot )t- und totdp imen mm iuft 1—60 Ärnk )ft Zll! LstlG W hielt Lehm mdoispatwM lenen wtiba lommen wurden "tem abend übet: ieae", in Wien' ihre Zeit" imb ueb". 'Im ftu* $&otai kM a. vom Mrü' । die Berstich t haben, rö llü etngetieten, i Arbeitszeit m- der Abnahme bn itei im Lergleiff. Die trainier M : gesamtes Öebü- r, den großem l, und der Ort- stellen aus W icke Arbeit' existiert, krasten. Aus de Aibeitsmangel - in den Schuhs von Suedber m der NTC M'ätt fe es AbeilSinar^ W nod) jf, •Ä*. Iorsitzk 18«- w- M»aä jid -»uns«- g bl' * Ä i« Sc-»"' eilten e 6etÄN W «ti« & Ätz Deibniz Jöiscuits Zu haben bei i:oll. J. Ikoui, tieLersweg No. 25. 8535 tl abtrat Flinfch, der zweite Direktor Tr. Losberg-Rekow- betlin. Ohne Widerspruch wurde folgende Resolution lb«rralen. . (!) Marburg, 19. Okt. Eine Anzahl hessischer Kon- Mmvereine gründeten heute hier eine Einkaufsver- ti nigung mit dem Sitze in Marburg. Morgen eröffnet iev hiesige Konsumverein seine zweite Verkaufsstelle in 'm nahen Dorfe Ockershaufen. a. Marburg, 19. Okll Tie feierliche Einfübrung e;s neuen Rektors der Univerfiitüt fand heute iargen 11 Uhr in der festlich geschmückten Aula statt. Aus fern Jahresbericht, den der scheidende Rekwr Prvf. Jü- i her erstattete, ist zu erwähnen, daß das gespannte Der- daß aus dem uralten Älauerwerk, welc MtniS, das zwischen einzelnen studentischen Korporationen I des elften trug, ^c^^lrßt^^e, . teiitebt und verschiedentlich zu unliebsamen Reibereien ge- deS Gebäudes wichtige Teile mittels Stemm- iOtrt hat, bedauerlicherweife nicht hat beigelegt werden eisens aus gemeißelt waren, um die im Turme be- !önnen, daß aber zu erwarten sei, daß in Zukunft von sindliche Wohnung des Turnwachters zu erweitern. 2luf| leiben Seiten jedwede Provokation unterbleiben werde. Tie diese Weise wurden die Maueni ost bis auf die Dicke eines! in die Aula bestimmten großen Gemälde von Professor halben Meters abgetragen. Außerdem aber waren in bie (nfen in Düsseldorf werden im Laufe des nächsten Wände zum Zwecke der Ventilation kleine Fenster gebohrt, Emmers die Wände derselben, die zu diesem Zwecke bereits die die Tragfähigkeit des Gemäuers minderten. ES ist n Felderabgeteilt sind, schmücken. Der neue Rektor Pros. Weifellos festgestellt, daß diese baulichen Veränderungen Ziirt sprach nahezu eine Stunde über das Thema: Wie die Festigkeit der Tragmauern minderten, die sich unter enrteiUe man die Kunstwerke im llassischen Altertum? | ber ungeheuren Last zur Sette neigten. -e.iängsvorträge bes akabemischen Konzertereins, unter I ar.»» hont rrnitihrtirficn AusrtandSaebiete ;entung von Musikdirektor Prof. Jenner leiteten bie «US dem französtfchen AuSftanosgevlete. !e er ein und beschlossen dieselbe. Die von Prof.Richar ds< Das Syndikat der Grub en arb eite r m Pas de Ea- avfaßte Festschrift trägt den Titel: Ueber Temperctturver- iais erließ eine Kundaebung, m der die Arbeiter aufgefordert Kngfn In Mustlich auf- und abbewegter Lust. werden, bis zum vollständigen Siege mutig un Ausstande zu ver- Frankfurt, 19. Okll Der hiesige Ortsausschuß des I arre$Qg Referendum der Weber von Roanne ergab für den ^Qndelsvertragsvereins ist nach längerer ^om-1 463 und gegen denselben 4035 Stimmen. Das Syndikat lie-rpause wieder an die Öffentlichkeit getreten. Eine Ber- Metallarbeiter zu St. Etienne sprach sich dahin aus, finnüung der Mitglieder des Vereins nahm heute vor- daß der Grubenarbeiterausstand nur eine diese Korporation an- nittag zwei Referate entgegen. Der erste Redner war' - ‘ ~ ' *• ' '*** '* *L k f-..«»—»*♦-«- H. O. Ein Irrtum liegt keineswegs vor; es giebt hier sehr wohl einen Herrn dieses Namens, der Postschaffner isll Grotzeu-Liudcn. Der hier anzuziehende Attikel des hessischen Polizeistrafgesetzes lautet: „Wenn bei Aufführung neuer Gebäude der im vorhergehenden Artikel bezeichneten Art (u. a. Gebäude mit einer Feuerungsanlage) der von der Polizeiverwaltungsbehörde über die Art deren Ausführung genehmigte Plan vup uei ®iuvtiiuvucuuuu8|*u..v ,•”** ’*VrVr7**'K\L:f’lnicht einaehalten.....wird, so trifft den Bauherrn..... gehende Frage sei und lehnte es ab, an dem Generalausstand I (gtraje/ P^n einem gesetzlichen Zwang, die Räucherkammer ber- zunehmen und^sich mit den GrubenarbeMrn für solidarisch^ zn er-1 kann ;ebenfalls fiine Rede sein. Wir halten auch klaren. Ter Sekretär der französischen Do ckarbeiter erklärte Bestrafung für ausgeschlossen, da es sich nicht um eine andere in einem Briefe an den Sekretär der Flüchen Do ckarb ei ter, die der Ausführung handelt und die ratio legis doch die ist, daß Docker erwarteten von der Regierung die Einführung des ^^1-1 gieuaufführuna einer Feuerungsanlage die nötige Sicherheit slundentages. Es sei Augenblick aekommen, um gegen den jst. Diese kann aber durch Weglassen der 9läu^^et> ^wemschastlichen Feind, ^a§ ifl^ri5^neil”tp8nen* e,.^ ^rrL;en ' I tämmer durchaus nicht gefährdet fein. Gleichwohl würden wir sucht alle Docker, sich internatwnal zu gruppieren. In äwmmy l^^ raten, Ihre Absicht der Polizeibehörde zur erneuten Geneh- fand ein Zusammenstoß statt zwischen Streckenden und der Gen- N^en a e 0 barmerie. Die Streikenden bewarben die Gendarmen, welche von u ____________-------- mit Stemen^ Eine" Pe^on wurde verhastell Die dem Syndikat der Neueste Meldungen. neto=namüC30im ©Hmmen bifl^Tur Originaldrahtmeldung-.. »es Gi-ki°ner ««zeigers. oorgeleqte Frage, ob sie vom Auslande kommende Schiffe aus- ' Berlin, 20. Okll Aus Madrid wird ^telegraphiert, laden sollten. Ueber die Haltung der dem Syndikate nicht ange- daß Nachrichten aus Tanger zufolge der Sultan allen hörigen Auslader ist nichts bekannt. Ingenieuren, Photographen, Telegraphisten und anderen Eharleroi, 19. Okll Das Nationale Komitee der Gruben- Dienst genommenen europäischen Beamten die sofortige arbeitet faßte heute sehr wichtige Beschlüsse, deren Inhalt noch guS Fez anbefohlen hat, um den religiösen Fcmw> nichl betont ist ,u deren Durch.uhrnng es ober die GrubenarbeUer i Bevölkerung zu beruhigen. Tie Maßregel wird mtet'a uV.ine bmen ein Beweis dafür ausgesaßt, daß die innere Lage des wieder aul,unehmen. Sultanats sich verschlechtert hat. lUtlTottrrltitft Berlin, 20. Okll Unter dem Vorsitz des Geh. Ober. $lun|l UHv Medizinalrats Professor Dr. Kirchner fand gestern im Berlin, 19. Okll In einer heute stattgehabten Versammlung, Bürgersaal des Rathauses unter außerordentlich -ahl- an ber u. A. Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, I reicher Beteiligung aller Seichten der Mvollerung die sowie Pros. v. Bergmann-Berlin tellnahmen, konstituierte sich die konstituierende Versammlung der deutschen Gesell- »Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechts- c a ? t zur Bekämpfung von Geschlechtskrankkrank hei tenL Zum Vorsitzenden wurde Pros. Neißer-Breslau, i t e n statt. Verschiedene Regierungs-Behörben hatten zum stellvertretenden Vorsitzenden Prof. Leffer-Berlm, zum Generl- ber Silluna Delegierte entsandt. sekretär Dr. Blaschko-Berlm gewahlll (Stuttgart, 20. Okll Ter Generalabjutant, General -------- der Infanterie, Frhr. v. Bilfinger erlitt einen Un* ÄNivLrlltÜtS'UaÜirichteN. fall. Bei einem Ausrillt scheute das Pferd vor einer j j Straßenwalze. Ter General erlttt eine Verzerrung des Der Andrang zu den Universitäten ist zur Zett noch immer Mckgrats aÄXSZKRÄ tVro bU ^bei^omtnek « bezogen heben. Während die Anzahl der Universitäten, mit allei- ein Giebel ein und begrub zwei Feuerwehrleute, niger Ausnahme der 1871 gegründeten Universität Straßburg, keine die beide getötet wurden. Einem dritten Feuerwehrmann Vermehrung erfahren hat, ist die Universitätsfrequenz innerhalb wurden beide Füße abgequetfchll der letzten 7 Jahrzehnte mehrfachen Verschiebungen unterworfen London, 20. Okll Die „Times" Mvelden ans Fez gewesen. Bemerkenswert sind die verhältnismäßig hohen Besuchs- 13. d. M.: Ter Grenzstreit zwischen Algier undMa-: vkkv istbet ^?on S?tban',eum .mab?ehute/ den »U SrankrKchs betr. Einfang Von da an beginnt ein beispielloser Aufschwung bis 1899. Nur von Vorzugsstellen in den Zollhäusern an der Grenze das Winterhalbjahr 1899/1900 zeigt einen geringen Rückgang. Am in Erwägung zu ziehen. schwächsten war der Universitätsbesuch im Sommersemester 1843 Rom, 20. Ott- Einem römischen Blatte zufolge wird mit 11819 und am stärksten im Sommersemester 1899 mit 83 006 ^er öar öor Ende des Jahres dem König Viktor Emanuel I immatrikulierten Studenten, annähernd der dreifachen Besuchsziffer I c^inen Gegenbesuch äbftatten. 4lormrfrfitt>a Ibc8 Jahres 1843. | Rom, 20. Ott- In hiesigen diplomcttischen Kreisen £ULUll|Uju:?. , verlautet, daß König Alexander von Serbien wegen der * London, 18. Okll Aus Glasgow werden Situ* Gerlchtssaal. Schwierigkeiten, welche dem Besuch des Königs- !L-ntenunruhen gemeldet. Bei der letzten Rektorate Kmntsb ata» beute abend mit- Paares am russischen Hofe entgegenstehen, an den sahl hatten .sich politische Einflüsse geltend gemachll Ta- ®chr/nto9'3 H d) e r gegen ba§ brannte italienifd)en König sich um Vermittelung gewandt und ber* eo;en protestievten die liberalen Studenten m ^eftlgeI beim Reichsgettcht 9?e v i s i o n ange- sprachen habe, wenn die Vermittelung von Ersolg fei, ben Lsiise. Gestern abend gerieten zwei Gruppen von Studenten, “^n Prinzen Mirco von Utontenegro zum Kronprmzen von Ser- lenen sich eine große Menge Publikum angeschlossen hatte, -------- bien zu proklamieren. nut Unionisten zusammen. Auf beiden Setten standen JfttlArf Wi en, 20. Okt. Tie Sonn- und Monstasgs-Ztg. wM illließlich 3—4000 Personen, welche sich mit Steinen be- gipULU | oon verläßlicher Seite erfahren haben, daß es sich bei Harfen. Tie Polizei war völlig machtlos und Lomtte erst L. M , w iim Mitternacht die Ruhe wieder Herstellen. unb Abkegeln des Kegelllubs .Gut Holz" erh * Wien 18. Okt. In ber Lerchengasse stürzte ein ein- 1. Preis Wilhelm Eckhardt, den 2. Preis Heinrich Mg°z Wohnhaus «in. Er gelang der Feuerwehr, die den 3.Bubn,ig ner, b GeoraKeller Lewohner in Sicherheit zu bringen. Ken 7 ajrei§ Heinrich Siebert, den 8. Preis Karl Leib, bei. ♦ Konstantinopel, 18. Okt. Gestern ereignete sich 9. Preis Karl Walter, den 10. Preis Gustav Schnabel; den tufs ber nach Stambul führenden Brücke ein schwerer, Extrapreis erhielt Ludwig Werner. Lnialücksf a ll. Ein Knabe war ins Wasser gefallen und —---- |Q:ib hatte sich auf der Brücke eine große Menschenmasse an-! Haiidel und Verkehr. Volkswirlschafl. iGmmeli. Das Geländer der Brücke gab nach und ©erün, 18. Okt. Der Geh. Kommerzienrat Karl Spindler il.e Zuschauer stürzten in die Tiefe. Die Zahl der Inhaber der weltbekannten chemischen Waschanstalt W. Spindler, tanäücftTn ist noch nicht bekannt. Berlin-Spindlersseld, ist heute morgen nach längeren Leiden ver- Konstantinopel, 18. Okt- Zwei Warnte der ^Ette I st o r b 17. Okt. In Sachen der in Konkurs geratenen ,‘ujnque, die im Bezirke von ^erres mit Einziehung Hannoversche Landesbank" fand heute je^ntenabgaben betraut waren, sind nach Depeschen, die erste Gtaubigerversammlung siatll Es wurde festgestellt, daß iem Präsidium der Dette zugegangen, vor drei ^agen ejn Passioenbestand von rund 3 830 000 Mark vorhanden ist, dem Ion Revolutionären ermord et worden. ein thatsächlicher Aktivbestand von 1839000 Mark gegenübersteht. 'Athen 18 Okt. Ein Cyklon riß im Otte Gosto- Nach Schätzung des Gläubigerausschusses und des Konkursver- - in El.s mehrere Häuser um und richtete auch sonst mehr. w°U°^°1°nb°n mindestens 7^Pr-, enV°rt^.^L°- hä)e Verwüstungen an. Einige Personen wurden ver- bie Spareinleger und die Kontokorrentgläubiger in Betracht |hb;f. Zur selben Zeit erhob sich auch in Athen em fungt-1 tommen< haer Sturm. I SRtotte. — - * New York, 19. Okll Ein Telegramm aus Kingstown lufi St. Vincent meldet: Die vulkanischen Aus- !r ii ch e am 15. und 16. d. M. haben die Kolonie mehr denn : vorher heimgesucht, und weite Strecken des Landes, die is-her als außerhalb der vulkanischeii Zone angesehen mibe, zerstört. Die nach der Insel über bie Winde hin «Eigenen Straßen nach i^ergtown sind unwegsam. Hier W die Lage hojsuungslos. Aus der entgegengesetzten Sette ||(t verhältnismätzig weniger Schallen ang.erichtet wordetL Gießen, den 18. Oktober 1902. 7366 Gießen, den 20. Oktober 1902. 7377 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Vaters, Großvaters und Urgroßvaters sagen aufrichtigen Dank Kamille Sokgt. Kamille Hrünig. Die Beerdigung findet Dienstag den 21. d. MtS., nachmittags 8 Uhr, in Rlem-Linden statt. 04667 Todes-Anzeige. Wir machen die traurige Mitteilung, daß unser innigst geliebter Gatte und Vater Johann Weigel V. SamStag nachmittag 31/, Uhr nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die tieftraueruden Hinterbliebenen. Klein-Linden, 6L Blästen, den 18. Oktober 1902. Danksagung. ftflt die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem unS so schwer betroffenen Verluste unseres lieben, guten KindeS, sowie für die trostreichen Worte deS Herrn Pfarrer Euler, für die überaus reichen Blumenspenden und die fürsorgliche Pflege der evangelischen Schn extern sagen ihren innigsten Dank Die tiestrauerndeu Hinterbliebene« r Familie Bomcud. FamUie Preis. Wir schlagen zum Kandidaten für den Wahlkreis Grüuberg den Kaufmann Ranft vor. Herr -lauft ist als angesehener, achtbarer Mann hinreichend bekannt und die Interessen des Wahlkreises roerben bei ihm in den besten Händen liegen. Wir bitten, nur Wahlmänner zu wählen, die für den Kandidaten Raust c mir eien. 04666 Biele Landbewohner. 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