Nr. 846 «rfchetnl täglich autzer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt bk Siegener Kamillen, blätter viermal in der Woche bergelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'sehen Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlftraße 7. Kldrefie für Depeschenr Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß 9k. 51. Erstes Blatt. 158. Jahrgang Montag 80. Oktober 1002 GietzeimAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen Bezna»vr«t», monaiuch7b PI., otertel* jährlich ML 120; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« jür die Tagesnumm« bi» vormittag» 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal lSP^ o*»n>ärt» to Psg. verantwortlich: für den volil. u. allgem. Teil: P. Wittko: jür ,Stadl und 2anb' und .GerichtSsaal'. Curt Plato; jür den Anzeigenteil: pan» Beck. Gießen, den 18. Oktober 1902. 6 etr.t Beitreibung der Gemeinde-Einkünfte. Das Grsßheyagliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien und die Gemeinde- Einnehmer des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 23. Mai 1899 — Amtsblatt Nr. 5 — erinnern wir Sie an die Vorlage der Pfandbefehle gemäß Absatz 5, Ziffer 1 desselben. I. 93.: Dr. Wagner. zj________. ......। ___________ Darmstädter Arief. (Originalartikel des „Gieß. Anz.") Darmstadt, 17. Okt. Unsere LandeSmetropole steht zur Zeit unter dem Zeichen der Marine. Es scheint fast, als ob sich die hessische Residenz über Nacht zu einer großen Seestadt a la Leipzig entwickelt hätte, so wogt und flutet das Gesprächsthema über deutsche Kriegsschiffe und deutsche Marinetruppen von Mund zu Mund, so pflanzt es sich von sämtlichen Starnrn- und Familientischen, vom ältesten Bierbankphilister bis zum jüngsten, ja mit dem nassen Element ohnedies frühzeitig genug bekannt werdenden Säugling fort, da werden zwar nicht Weiber zu Hyänen, aber Männer, deren Landratten- haftigkeit bisher über allem Zweifel erhaben war, werden äu Marine-Enthusiasten, und wohl selten ist der Band mit Dem Buchstaben M vom großen bis zum kleinsten „Meyer" ein so stark gesuchter Artikel in Darmstadt gewesen, wie in den letzten Tagen. Die großen Küstenpanzer und die Schlacht- und Linienschiffe, die Kreuzer, die Panzerkanonen- und Torpedoboote aller Art spuken einem nur so im Kopf herum, und wenn man uns für jedes Traumbild mit donner- arollenden Seegefechten oder wildwogenden Meeresstürmen, das die Darmstädter nächtlicherweise Heimsucht, einen Thaler zahlte, wir lönnten uns gewiß so manches Rittergut dafür kaufen. Und das alles hat mit ihren ViarinebUder-Vorfüh- rungen die hiesige Abteilung des deutschen Flotten- vereins gethan, die jetzt alltäglich dreimal den großen neuen Saal der Durngemeinde bis auf den letzten Platz mit Zuschauern dicht besetzt sieht Aber nicht die wirklich interessanten biographischen Darstellungen allein haben diese „Seemacht-Stimmung" bei uns hervorgerufen, sondern vor allem mit der Umstand, den kühnen, schneidigen, ritterlichen Flottenadmiral Prinz Heinrich mit Familie als Gast unseres Großherzogs in unseren Mauern zu sehen. Bei den biographischen Bildern wird unter vielen anderen eine Szene vorgeführt, in der man den Prinz-Admiral bei einem kriegsmäßigen Manöver de- 1. Geschwaders als Ches desselben unter seinen Offizieren erblickt, wie er für das im Hintergründe auftauchende Geschwader seine Befehle erteilt. Da ist nichts von vornehmer Steifheit oder Reserviertheit zu bemerken, sondern zwanglos und natürlich plaudert und gestikuliert der Prinz mit den Herren seines Stabes, wie etwa der Chef eines HandlungsHauses mit seinen Prokuristen eine klar zu Tage liegende Geschäftssache bespricht. Und diese Schlichtheit und Natürlichkeit zeigt der hohe Gast unseres Großherzogs auch hier in seinem ganzen Verkehr, im Theater, auf der Straße, im geselligen Kreis; sie ist es auch, die ihm seit seinem automobilen Einzug in die Stadt die Herzen im Sturm erobert hat. Als Protektor des deutschen Flottenvereins hat der Prinz am Donnerstag 9Lachmittag auch die beiden Vorsitzenden der hiesigen Abteilung, Oberlehrer Lauteschläger und Dr. Zimmer, in liebenswürdiger Weise empfangen. Auf dem Feld der Politik hat sich in der letzten Woche trotz der nahe bevorstehenden Landtagswahl und dem Politische Wochenschau. Ter Reichstag hat nach der Vertagung im Frühjahr seine parlamentarische Thätigkeit am letzten Dienstag wieder ausgenommen. Tie begonnene zweite Lesung zum Zolltarif, sowie anderseits der Empfang der Burengene- Wiederzusammentritt der Kammer noch kaum ein Lüftchen geregt Die Prophezeiung von gewisser Seite, daß die diesmalige Wahl mit dem direkten Wahlrecht als Parole einen gewaltigen Sturm der Leidenschaften Hervorrufen würde, hat sich bis jetzt weder hier noch anderwärts erfüllt. Es zeigt sich hier wieder die alte Erfahrung, daß Landtagswahlen keine Reichstagswahlen sind, und daß der Wähler sich weniger um die spezielleren wirtschaftlichen, als um Die politischen Dinge im Reich zu kümmern gewillt ist. Thatsächlich beschäftigt man sich in manchen Kreisen schon heute mehr mit der nächstjährigen Reichstagswahl, als mit der in zwölf Tagen stattfindenden Landtagswahl. In Darmstadt selbst sind die Gefechtslinien für die Wahl sch lacht festgestellt. Man hat geglaubt, den beiden nationalliberalen Kandidaten, Oberbürgermeister Morneweg und Landgerichtsrat Dr. Buff, einen geborenen Gießener, zwei Kandidaten „für die antiagrarische Wählerschaft" entgegenstellen zu sollen, den bekannten freisinnigen Buchhändler S a e n g und den Fabrikanten Langenbach. Es herrscht jedoch kaum ein Zweifel darüber, daß die beiden Erstgenannten einen glatten Sieg davontragen werden, denn die große Mehrheit der Wähler kennt seit fahren die politische Thätigkeit des Oberbürgermeisters unt> auch Dr. Buss, der seit Anfang dieses Jahres der Stadtverordnetenversammlung angehört und in der städtischen Finanz korn- mission eifrig thätig ist, erfreut sich eines vortrefflichen Ansehens. Da in der Wählerschaft mehrfach Unklarheit über die Zusammensetzung des verflossenen Landtags herrscht, so sei hier erwähnt, daß sich in demselben 20 Nationalliberale, 7 Zentrumsleute, 6 Sozialdemokraten und zwei Freisinnige befanden, während sich die übrigen 15 als „zu feiner Fraktion gehörig" bezeichneten, von denen 12 die sog. „Freie wirtschaftliche Vereinigung" bildeten. Die Frage der Steuerreform wird voraussichtlich auch int nächsten Landtage wieder eine große Rolle spielen. Es dürfte deshalb interessieren, zu erfahren, daß in unserem Großherzogtum 29 \ 000 Personen vorhanden sind, die Einkommensteuer bezahlen, nämlich 126 000 in der Provinz Starkenburg, 104000 in Rheinhessen und 67 000 in Oberhessen. Als die steuerkräftigste Provinz erweist sich Rheinhessen, deren Einkommensteuerbetrag trotz der fast um ein Viertel größeren Zahl von Steuerpflichtigen Der Provinz Starkenburg nur um 97 000 Mark hinter dieser zurückbleibt. Ein Eintommen von mehr als 30 000 Mk. besitzen in Rheinhessen 210, in Starkenburg 186 und in Oberhessen 57 Personen. Wie jede Stadt ihr „Päckchen" zu tragen hat, so auch die Residenzstadt, deren finanzielle Ausgaben mit dem Wachsen derselben naturgemäß ebenso in die Höhe schnellten. Demnächst werden sich die Stadtverordneten in erster Linie mit dem Erweiterungsbau des städtischen Krankenhauses zu beschäftigen haben. Man beabsichtigt drei dem Krankenhaus benachbarte Hofraiten zu erwerben, was rund eine Million Mark erfordern wird. Trotzdem aber trägt sich die Bürgermeisterei mit dem Gedanken einer späteren Verlegung des Krankenhauses nach einem städtischen Gelände im Osten vor der Stadt, das zunächst wohl nur ein Gebäude für Jnfektionstranke erhalten wird. Mit dem jetzt zu erroeiternben Kranken Hausbau „hofft" man noch eine Reihe von Jahren auszukommen. Man sieht, in Finanzangelegenheiten geht es auch in Darmstadt „tout comme chez nous!" r a I e in Berlin gaben der verflossenen politischen Woche ein seit langem nicht wahrgenommenes interessantes Aussehen. Zwar war auch die Arbeitslosen-Debatte, womit das Parlament nach Erledigung von Formalitäten sowie nach Besprechung eingegangener Petitionen seine Sitzungen begann, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Im Januar bereits war man in der Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation eingetreten, die jetzt erst weiter geführt wurde. Der Winter steht vor der Thür,' dessen Erscheinen die Lage für unsere ärmere und ärmste Bevölkerung zu verschlechtern pflegt. Die weitere Ausdehnung des Arbeitsnachweises allein, so sehr sie auch zu erstreben ist, kann, wie der Zentrumsmann Dr. Bachem Denkt, die Situation einer ohne Verschulden in Not geratenen Bevölkerungs^ahl nicht bessern. Tie Erklärung deS Grafen Posadowsky, Die verbündeten Regierungen wollten in nicht zu ferner Zeit über die Ausgestaltung der allgemeinen Zwangsversicherung gegen Arbeitslosigkeit beraten, wird von federn mit Genugthuuna begrüßt werden, der als nicht hinter seiner Zeit zurückgebliebener Staatsbürger Verständnis und Streben für die weitere Förderung der großen sozialen Aufgaben besitzt, auch bei uns in Gießen, wenn erfreulicherweise auch unsere Stadt, wie wir neulich mitteilen konnten, z. Z. wieder völlig frei von Arbeitslosen ist. Graf Bülow hat in feiner Zolltarif-Rede am Donnerstag mit aller Entschiedenheit das „Unannehmbar der Regierung noch einmal dahin präzisiert, daß die Regierung in Punkto der Mindestsätze bis an die äußerste Grenze gegangen sei, bei welcher das Zustandekommen von HanDelsverträgen noch möglich erschemt; und dann fuhr oer Reichskanzler fort: „Auf eine Erhöhung der Min- oestzölle können die Regierungen ebensowenig eingehen, wie auf eine Ausdehnung der Mindestzölle auf einen andern Artikel." Tas ist unzweideutig gesprochen und in diesem Augenblicke von hoher Wichtigkeit. Was nun? Die „Nad- Ztg." meint, zur Abstimmung über die Mindest- AöHe wird es wahrscheinlich erst am Mi11woch kommen, Da die Rednerliste sehr umfangreich ist, und, nach An tkick und Stadthagen, dieser erstere redete am Freitag 4, der letztere am Samstag drei Stunden, — noch weitere sozialistische Dauerreden zu erwarten sind. Alsdann dürsten voraussichtlich der 7,50 Mk.-Antrag Wangenheim und der neuerdings eingelaufene 6 Mark-Antrag Heim ab gelehnt werden und das sogenannte Ko rnpromiß der Kommission zur Annahme gelangen. Wenn bann die Regierung gleichwohl die Beratung fortsetzen will, so ist e s unausbleiblich, daß angesichts des Umstandes, daß an eine Beendigung der zweiten Lesung vor Reichstags- Schluß nicht zu denken ist, ein allgemeine Jnteresselofig- teit und Versumpfung eintritt. Ter Reichskanzler hatte im Lause des Freitag wiederum Besprechungen mit Dem badischen Finanzminister Buch enber ger, der sich am Samstag sehr entschieden für den Regierungs-Entwurf ausgesprochen hat, und den württembergischen Ministern Dr. von Pis check und von Zeyer. Vielleicht haben darüber, was im Falle der Ablehnung der Zolltarrfvorlage geschehen soll, Besprechungen stattgefunden. Die Reichsfinanzfrage wird sicher mit den Ministern besprochen, weil sie mit dem Antrag Heim zusammenhängt. T-er Reichskanzler steht dem Antrag Heim in gewisser Beziehung nicht unsympathisch gegenüber. Auch dre bayerische Regierung scheint sich in ähnlichem Sinne ausgesprochen zu haben. Sie hat einen brauchbaren Kem in den sozialpolitischen Gedanken gefunden, betrachtet aber den Antrag als solchen als unfertig und überstürzt, und zu noch mancherlei ernsten Bedenken Anlaß gebend. Niemand wird behaupten können, daß das Prestige der amtlichen Kreise nach ihrer deutlichen Absage an die Das Kasispiel von ßharlotte Wiehe und ihre französische Gesellschaft in Hießen. (Freitag, den 24. Oktober.) II. Tas Programm der Dournse, auf der sich Charlotte Wiehe eben mit einer kleinen Schar französischer Schauspieler — an ihrer Spitze der bekannte Mime und Dramatiker Mr. Severin-Mars — befindet, umfaßt die beiden Dersnyjchen Mimodramen „15a main" und ,)L'hvmme aux poupses", das Schnitzlersche Lustspiel „Tas Abschieds- sonper" in der eleganten französischen Bearbeitung von fltaueaire, die Bajazzade „Colombine" von Erich Korn, das Drama „Tie Wolfsjagd" des Italieners Berga und die kleine Komödie von Henri Jean „Le noeud de crabate". Für das hiesige Gastspiel wurden schon im Mai d. I. seitens des Theater Vereins vor allem die beiden Mirno- '-ramen, als diejenigen Stücke, in welchen die Künstlerin mimisch, dramatisch und choreographisch die größten Erfolge in Paris erntete, ausgewählt, sodann das bei den Gastspielen der Wiener Künstlerinnen Adele Sandrock und Hansi Niese an großen Bühnen oft gegebene, hier aber noch unbekannte,Mbschiedssouper" und als Einleitung des Abends als „lener de ribeau" nach französischer Sitte „Le noeud de crabate". Daß die Erwägungen, welche zur Wahl der drei erstgenannten Stücke führten, richtig waren, ist jetzt allerorten durch die Kritik bestätigt worden, die einstimmig das von Mme. Wiehe gerade in ihnen Gegebene als das Beste ihrer Kunst preist. Wir geben heute unseren Lesern den Inhalt der beiden ersten Nummern des Programms. „Le noeud de craD at e" führt uns ein junges Ehepaar vor, dessen weibliche Hälfte (Zozotte) stark an Eifersucht leidet. Paul ist für einen Tag verreist, und da er zur festgesetzten Zeit am Abend nicht zurück ist, so ist Zozotte sofort mit der Vermutung Bei der Hand, daß ihn eine andere Frau gefesselt haben könne. Sie zwingt indes diese Gedanken nieder, erinnert sich ihres Schwurs, nie wieder eifersüchtig sein zu wollen und bedauert chren Mann nur, daß er am Morgen niemanden gehabt habe, der ihm die Cravatte knüpfte — ein Geschäft, das sie ihm jeden Morgen verrichtete. Während sie sich dessen erinnert und in Gedanken seinem Bilde eine Cravatte umlegt, erscheint Paul, herzlich von ihr empfangen, die schon vorher ihm die Pantoffeln, Tabak, die inzwischen angefangften Briese re. schön zurechtgelegt hat. Paul kann sich nicht darein finden, daß er gar nicht nach, der Ursache der Verspätung gefragt wird, er ist vollständig vorbereitet auf einen kleinen Ausbruch der Eifersucht und bittet geradezu um eine kleine Szene. Aber Zozotte bleibt dabei, daß sie nie mehr eifersüchtig fein werde und daß sie ihm vertraue, selbst wenn der Augenschein einmal vollständig gegen seine Treue sprechen würde. Ta erblickt sie, als ihr Mann den Ueberzieher ablegt, seine tadellos gebundene Cravatte und sofort ist sie sich klar Darüber, daß sie so nur von einer Frau geknüpft sein könne, und daß ihr Mann sie betrogen habe. Sie bleibt auch dabei, als er erklärt, nur eine Zugverspätung sei an feinem Ausbleiben schuld, und die Cravatte habe er übrigens ganz allein gebunden; sie versichert, nur bann von einer Trennung absehen zu wollen, wenn er vor ihren Augen den Knoten von neuem knüpfe. Ta ihm das in der Aufregung natürlich nur sehr unvollkommen gelingt, so verläßt Zozotte das Zimmer, Paul aber sammelt sich, knüpft, allein gelassen, einen tadellosen Knoten und gesteht nun der später reifefertig wieder ein tretend en uuo ganz überraschten Zozotte, daß er diese Kunst schon vor der Ehe Der|tanben, aber feiner Frau gern überladen habe, wegen der niedlichen Sitzung, die er ihr jeden Alorgen Dafür gewähren mußte. Tie, wenn gut gespielt, reizende Szene schließt mit der Versicherung Pauls, von seiner Kunst auch fürderhin keinen Gebrauch machen und das Cravattenknüpfen seiner kleinen Frau überlassen zu wollen. Ter Inhalt des Mimodramas „Di e $5 an b" kann wohl als ziemlich bekannt gelten. In das Zimmer der Tänzerin Divette schleicht sich ein Einbrecher, durchwühlt die Schiebladen, wird aber durch die Rückkehr der Tänzerin geftöri und versteckt sich hinter einem Vorhang. Ter Divette be^ gleitende Baron bittet sie, noch etwas bleiben zu dürfen, wird aber von ihr ersucht, sie allein zu lassen, da sie noch eine neue Rolle zu probieren habe. Während sie nach einem Billet sucht, das sie dem Baron für die erste Ausführung des Ballets verehren will, legt Der Baron seinen Ueberzieher hin, um ihn absichtlich zu vergessen und nachher einen Vorwand zum Wiederkommen zu haben. Divette schließt sodann die Thür, hängt den Schlüssel an Die Wand, und beginnt zu tanzen. Der Einbrecher sieht nun die prachtvollen Juwelen, die sie trägt, verschiebt aber, in Bewunderung ihres Tanzes versunken, immerfort Die Absicht, sie zu berauben. Ta erblickt Divette in einem! Spiegel Die aus dem .Vorhang etwas vvrgestreckte Hand des Diebes. Ter Einbrecher bemerkt, daß er entdeckt ifo verschiebt aber ben Raub immer noch, ba er von der Straße ein Pfeifen hört. Es ist der Baron, Der seinen Ueberzieher holen möchte. Divette atmet auf, und mit dem Mut der Verzweiflung beginnt sie wieder ihren Danz, erhascht tanzend den Hausschlüssel und wirft ihn zum Fenster hrnaus. Im selben Augenblick stürzt sich der Einbrecher auf sie, um ihr Die Juwelen zu rauben, während er, von Vivettes Reiz geblendet, nicht den Mut hat, sie zu töten. Der nun eintretenbe Baron macht Bivette fret> schenkt aber aus ihre Bitte dem Einbrecher das Leben. Burena euer ale, die sich cm dtL vereitelte Audienz beim Kaiser schloß, beim deutschen Bolte vermehrt worden ist. Der Empfang, den die Bewohner der Rercyshaupt- stadt Telarey, Botha und Dewet bereitet haben, steht bei- spiellos da. Unter Hochrufen einer dichtgedrängten Stenge, die die Helden mit Blumen überschüttete, hielten bie Generale ihren Einzug in Berlin. Alles aber übertr.sft die Begeisterung, die vor dem Hotel „Prinz Albrecht", dem Absteigequartier der Generale, jum Ausdruck kam. Aus vielen tausend Kehlen erscholl in spontaner Eingebung tote aus einem Munde das Lied: „Deutschland, Deutsch- land über alleS", nachdem die Generale chre Sympcttyie- ansprachen für Teutschland vom Balkon des Hotels an die unten Harrenden gehalten hatten. Will jemand an der Echtheit der Empfindungen noch zweifeln angesichts dieser ganz unerwarteten Kundgebung? Die Worte und das Hurrahrufen genügten nicht mehr, im Gelange fand Ausdruck, was alle beseelte. Und damit auch der Humor nicht fehlt, antwortete man der Berliner Polizei, die in be- Imrnter Fürsorge die Wogen der Begeisterung nicht zu hoch gehen lassen wollte, mit dem drolligen Verse: „Nach Hause gehen wir nicht!" Lange noch blieben die Menschen vor dem Hotel beisammen und sangen Lieder durch die Nacht, und man kann es den Berichten über alle die festlichen Ereignisse der nun beendeten Berliner Burentage glauben, wenn sie von „unvergeßlichem Eindruck'", von „ergreifenden AugenbUcken" zu erzählen wissen. Es wird bestätigt, daß der Kaiser den Wunsch ausgesprochen hat, Offiziere und Soldaten sollten sich an den Ovationen und Versammlungen für die Burenführer nicht beteiligen. Dadurch mag sich erklären, daß zu der am Freitag veranstalteten großen Versammlung, zu der sonst aus allen Klassen der Bevölkerung riesiger Andrang herrschte, nur wenige Offiziere erschienen waren, denen der kaiserliche Wunsch nicht rechtzeitig zur Kenntnis gekommen sein wird. Man wird es allgemein bedauern, daß, nachdem ursprünglich der Kaiser selbst geneigt war, die Burenführer zu empfangen, nun eine so weit gehende offizielle Boykottierung der tapferen und unglücklichen Männer für nötig gehalten wurde. Tie neue st en Kaiserworte von Fehrbellin. daß der Offizier in unmittelbarer Abhängigkeit von seinem Landesherrn stehen soll, scheinen sichtliche Beziehung hiermit zu haben, und ganz besonders auffällig wirken die Schlußworte vom „unbedingten Gehör s a m" des Märkers. Ter Kaiser wünscht, unsere Söhne mögen chre „vornehmste und höchste Pflicht in der Verteidigung des Vaterlandes, die höchste Arbeit im Waffenwert sehen." Nun, man hat soeben in der Reichshauptstadt dem deutschen Kaiser bewiesen, daß rückhaltlose Anerkennung persönlicher Tapferkeit und Vaterlandsliebe, wie sie das kleine Burenvolk in schwerem, langdauernden Kriege gegen die Weltmacht England gezeigt haben, in deutschen Herzen keineswegs erloschen ist. Wer auch der Sinn für Gerechtigkeit ist dem deutschen Volke nicht abhanden ge- tommen, und auch der abseits Stehende hat bemerken können, daß derartige Empfindungen stärker sind als das Verständnis für unklare diplomatische Rücksichten. Wer da glaubte, daß der Empfang der Burengenerale in Berlin infolge irgend welcher nebelhafter Vörgänge hinter den Kulissen der Oesfentlichkeit beeinträchtigt werden würde, muß enttäuscht worden sein und hätte zu der Einsicht kommen können, daß dadurch eher das Gegenteil der beabsichtigte Wirkung hervorgebracht werden würde. Tas Poll läßt sich nicht emsach kommandieren wie eine gedrillte Armee! Im Aus lande sind zwei der großen Ausstände vorüber. Ter Genfer, der bedenklichen Umfang anzunehmen drohte, hat plötzlich mit einer vollständigen Niederlage der Gewerkschaften geendet. Tie Beilegung des amerikanischen Kohlenbergarbeiterstreiks ist offiziell erklärt worden, nachdem er an 22 Wochen gewährt hatte. Ter Einsetzung einer Kommission, der sich anfangs Schwierigkeiten entgegenstellten, haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer schließlich doch zugestimmt, und es muß als ein Erfolg Rovsevelt's angesehen werden, daß die Zusammensetzung der Kommission völlig in seine Hände gelegt worden ist. Ter Führer der Arbeiter, Mitchell, hat bis jetzt die Anerkennung des Arbeiter-Gewerkverems seitens der Grubenbesitzer noch nicht durchsetzen können, aber es ist zweifellos, daß sonst die Arbeiter einen moralischen Sieg errungen haben, denn die Trustleute haben sich dem schiedsgerichtlichen Austrage, den sie zuerst radikal ablehnten, nunmehr doch gefügt, und sich in ihrer Stellung der öffentlichen Meinung unterordnen müssen. Es ist kaum zu erwarten, daß die Frage der Anerkennung des Gewerkvereins ein Hinderniß für die ent)gütige Ausnahme der Arbeit bilden wird. In Frankreich und Belgien dauert der Kohlen- arbeiterausstand unverändert 'an und sein Ende ist vorläufig nicht abzusehen. Born nationalen Bergarbeiterver- bande Frankreichs streiken gegenwärtig 160000 Bergleute und nur 14000 arbeiten. Auch der deutsche Bergarbeiterve r band stimmt diesen Ausständen zu und hat sich verpflichtet, keinerlei Ueberstunden zur Vermehrung der Kohlenförderung zu gestatten. Auch in Spanien ist z. Z. die Arbeiterfrage bedenklicher als im Sommer, und das Ministerium beschloß energische Maßregeln zur Unterdrückung des Konfliktes. In Jerez wurden aus La Linea eintrefsende Anarchisten verhaftet und alle nichtansäfsigen oder dokumentelosen Arbeiter des Nachts aus den Logierhäusern geholt und zum Verlassen der Stadt gezwungen. Es herrscht große Erregung, die Ruhe wurde jedoch bisher nicht gestört. Ter Ausstand crßrift die Bezirke Arcos und Medina Sidonia. In Eadiz wird ein allgemeiner Ausstand befürchtet. Im verbündeten ^lachbarlande Oesterreich ist der Kampf um den Sprachenausgleich zwischen Deutschen und Tschechen von neuem entbrannt Der von der Regierung vorgelegte Gesetzentwurf sand bei beiden .Vvlksslämmen leinen Anklang. Wann wird das schwergeprüfte Land im Innern zur Ruhe kommen l Auch die Ausgleicbsverhand- lungen mit Ungarn kommen nicht von der Stelle. Neuerdings heißt es, daß der ungarische Ministerpräsident v. Szell in absehbarer Heil überhaupt nicht nach Wien reisen wird. An eine Erledigung ist also vorerst nicht zu denken. Auch auf dem Balkon läßt die Ruhe wieder zu wünschen übrig. Es kamen Hiobsposten, daß Macedonier, Sulgamt und Türken auf einander schlagen und es wird von argen Metzeleien und Bränden berichtet, welche Mel- düngen aber offiziös widerrufen werden. Die Zustände sind namentlich in den verschiedenen Grenzbezirken so verworren, daß man dort unten augenscheinlich selber nicht recht weiß, wie der Hase läuft Es scheint drcngend geboten, daß bei Status quo" butt tvLüberhei gestellt wird, — für eine .lüang wenigstens, ^n Serbien ist die Minilterlombü^.wn Zinzar witsch gescheitert. DaS Kabinett Wuitsch verbleibt vorläufig im Amte. Vom süd amerikanisch en Revolutionsschauplatze lauten die letzten Meldungen günstig. Es hat in Venezuela bei La Viktoria eine Schlacht stattgefunden, in der etwa 14000 Mann kämpften. Nach den letzten 'Nachrichten hat sie mit dem vollständiaen Siege des Präsidenten Castro geendet, nach sieben blutigen Tagen, in denen die Aufständischen 3000 Mann verloren. Auch auf Haiti ist die Revolution unterdrückt, die deputiertentammer wird nunmehr die Wahl der Senatoren vornehmen können und die Wahl des Präsidenten der Republik Haitt wird dann wohl auch demnächft stattfinden. Kandidaten für die Präsidentschaft sind Fouchard und Seneque Pierre. Die Kandi- datur Firmin zählt nicht mehr. Heer und Flotte. General v. Deines. Wie das Wölfische Bureau meldet, ist der Kommandeur der 21. Infanterie-Division v. Deines zum kommandierenden General des 8. Armeekorps ernannt worden. Ter neue kommandierende General des 8. Armeekorps, General-'Adjutant des Kaisers und Königs Wolf v. Teines, ist 1845 in Hanau geboren. 1878 Hauptmann im Generalstabe, stand er längere Zeit beim Slvbe des 8. Armeekorps in Koblenz, 1885 zum Major im Generalstabe befördert, wurde er als Militär-Attache zur deutschen Botschaft nach Madrid versetzt. Hier trat er u. a. in persönliche Beziehungen zu dem nach Madrid entflohenen Marschall Bazaine, von dem er für die Kriegsgeschichte wertvolle Aufschlüsse über die Operationen der französischen Nheinarmee am 14., 16. und 18. August 1870 sowie über den Gang der Ereignisse in Metz während der Belagerung erhalten hat. 1887 kam er als Militär-Attachs zur Botschaft nach Wien. Als die kaiserliche Familie ihren Aufenthalt in Wbazia nahm, wurde er von Wien aus dorthin berufen. Hier erwarb er sich das Vertrauen des Kaiserpaares in dem Maße, daß er 1894 zum Obergouverneur der kaiserlichen Prinzen ernannt und nach Plön versetzt wurde, wo ihm insbesondere auch die Ueberwachnng der militärischen und wissenschaftlichen Vorbildung des Kronprinzen und des Prinzen Eitel Fritz oblag. Am 16. Juni 1900 wurde er als Generaladjutant zum Kommandeur der 21. Division in Frankfurt a. M. ernannt. Stuttgart, 18. Okt. Generalleutnant v. Hugo, beauftragt mit der Führung des Württembergischen Armeekorps, in vom König zum kommandierenden Ge- neral desselben ernannt worden. Aus AlM und Land. Gießen, den 20. Oktober 1902. Gedenktage. Am 21. Oktober 1870 wurde ein Ausfall der Franzosen aus Paris von den Werken des Mont Valerien mit 12 Bataillonen und 40 Geschützen unter den Augen des Königs nach dreistündigem Gefecht bei Mal- maifon zurückgeschlagen. Die Vortruppen der 9. und 10. Division und des 1. Garde-Landwehr-Regiments machten mehr als 100 Gefangene und nahmen drei Geschütze des Generals Ducrot. Wenige Stunden später fiel die Pariser Garnison mit drei Bataillonen, Artillerie, Mitrailleusen gegen Champigny aus, wurden aber von den württembergischen Vortruppen tapfer abgewiesen. ** Provinzialausschuß. Am Mittwoch dem 22. d. Mts., vormittags y,9 Uhr, findet im Sttzungssaale des RegierungSgebüudes eine öffentliche Provinzialausschußsitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Festsetzung des Gehalts des Forstwatts Bergt zu Lang-Göns. 2. Herstellung deS Fußsteigs an der Romröderstraße zu Alsfeld. 3. Das Verhalten des Bürgermeisters Falck in Udenhausen. 4. Reklamation gegen den Voranschlag von Vilbel. 5. Die Bürgermeisterwahl in Vockenrod. 6. Die Faselhaltung in Breungeshain. 7. Die Hebamme Jssley in Udenhausen. ** Dienstjubiläum. Wie uns mitgeteilt wird, werden am nächsten Mittwoch dem 22. Oktober fünfundzwanzig Jahre dahingegangen sein, seit Schwester Lenchen Welsch ihren Dienst in unserer Klein- kinder-Bewahranstalt angetreten und ununterbrochen mit Treue und Tüchtigkeit gefühtt hat. Der Anstalts- Vorstand wird in Vereinigung aller seiner Mitglieder der Jubilarin an ihrem Ehrentage, vormittags 11 Uhr, im großen Saale der Kleinkinderschule seine Glückwünsche entgegen« bringen. Wer sonst aus der Stadt der Schwester Lenchen auch einen Glückwunsch aussprechen und dies im Anschluß an den Vorstand thun will, wird gebeten, um 11 Uhr vormittags am nächsten Mittwoch in der Kleinkinderschule sich einzufinden. ♦♦ Zur Außerkurssetzung der Zwanzig- Pfennig-Stücke aus Nickel ist jetzt der letzte Schritt gethan. Während von den silbernen Zwanzig-Pfennig- Stücken für nahezu 36 Millionen Mark ausgeprägt worden waren, sind Nickel Zwanzig-Pfennig-Stücke nur für fünf Millionen herbestellt worden. Von diesen ist übrigens schon der größte Teil eingezogen. ** Auf dem Frankfurter Kongreß zur internationalen Bekämpfung des Mädchenhandels fühtte der Pariser Polizeipräfekt Lepine Folgendes aus: „Ein Hauptaugenmerk ist auf die Presse zu richten. Die Preffe hat eine ungeheuere Macht, denn sie wacht wie kein anderes Organ über die Erfüllung der Pflichten und sorgt durch ihre fortgesetzte Kontrolle dafür, daß die Behörden in allen Instanzen stets ihre Pflicht thun. Ich empfehle Ihnen als ein Mann der Praxis, sich die Zuneigung der Presse dadurch zu erwerben, daß Sie sie fortwährend mit „Aktualitäten^ versehen. Stellen Sie ruhig einen Mann, der für die Rubrik der Tagesneuigkeiten sorgt und sich stets Deffen bewußt ist, daß — kleine Geschenke die Freundschaft erhalten." **EinesehrhübscheSerievonFrankfurter Ansichtspostkarten ist unlängst im Verlage von Heinrich Stoltze in Franfiurt, dem Enkel des berühmten Friedrich Stoltze, erschienen. Alle sind mit anmutigen, köstlichen Versen versehen entweder von dem großen Frankfurter Tialektdichtcr selber, den man mit Recht zu den besten Humoristen Deutschlands zählt, oder von dessen ebenfalls als Lokalpoeten wohl bekannten und beliebten Sohne Wolf. Und alle tragen irgend ein neckisches Bildchen oder eine wohlgelungene Frankfurter Stadtansicht. Kein Zweifel, sie werden auch bei und in Gießen und in ganz Oberhessen viele Freunde finden. § Butzbach, 19. CEt Anläßlich der 50jährigen Wiederkehr des Todestags Jahns veranstallete der hiesige Turnverein heute nachmittag im ? Hessischen Hof" eine würdige Jahngedächtnisfeier. Dieselbe wurde mit dem allgemeinen Liede ,Dcm Andenken JahnS" eingeleitet, worauf Pfarrer Loos die "Festrede hielt. Letztere hatte das Witten und die Verdienste Jahns um die deutsche Turnsache zum Mittelpunkt und schloß mit einer zeitgemäßen Mahnung an die Turner. Alsdann wurden lebende Bilder und turnerische Leistungen bargeboten, wonach das Festlied ,Meister Jahn" zum Vortrag gelangte. Eine gemütliche Familienunterhaltung bildete den Schluß der Feier. ? Lauterbach, 18. Oktober. Die am 13. Oktober vollzogene Einweihung des prachtvollen Neubaues unserer höheren Bürgerschule, hatte ein überaus zahlreiche- Publikum aus Stadt und Land angelockt. Nachdem am neuen Schulgebäude der Weiheakt vollzogen war, fand im Saalbau zum Johannisberg die Feslfeier statt. Tie Tann- Häuser-Ouverture (Klavier vierhändig und Stteichorchesler) eröffnete den Akt. Hierauf hielt Rektor FörmeS die Festrede über die Aufgaben der Schule und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog. Dann setzte wiederum das Schülerorchester mit der^tiuS-Ouvertüre' ein, um das von Assessor F. Fr. Werner verfaßte Festspiel stimmungsvoll einzuleiten. Das flott gespielte Stück machte auf die den Saal in dichten Reihen füllenden Zuschauer einen überwältigenden Eindruck. Lebhafter Beifall begrüßte die Dar- steller, teils frühere, teils jetzige Schüler und Schülettnnen der Anstalt. Der Verfaffer wurde unter lautem Jubel herausgerufen. Darmstadt, 16. Okt. Die diesjährige Jahresversammlung des Hessischen Zweiges der Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission soll, wie die „Tarmst. Ztg." schreibt, am 28. und 29. Oktober in Darmstadt abgehalten werden. Am Dienstag, 28. Oktober, wird ein Festgottesdienst in der Stadtkapelle die Tagung einleiten, worauf am Vormittag des 29. um 9 Uhr eine Versammlung der Ausschußmitglieder, Agenten und Synodalvertreter der Konferenz folgt. Um 1/211 Uhr wird dann im Feierabend" unter dem Vorsitz des Professors Weimar von hier die Hauptversammlung stattfinden, für welche folgende Tagesordnung auf- gestellt worden ist: Eröffnung mit Gesang und Gebet, Erstattung des Jahresbettchts, Vorttag der Rechnung und des Voranschlages. Als Verhandlungsgegenstand ist das Thema: „Verträge in Stadt und Land Über religiöS-sttt- liche Gegenstände von Geistlichen und Laien der Landeskreise" in Aussicht genommen, worüber Pfarrer Korell von Königstädten referieren wird. Ein gemeinsames Mittagessen soll sich an die Hauptversammlung anschließen. --- 1 11 —— 5B Vermischtes. * Paris, 19. Okt. Ein großarligesSchwindel- ge schäft liefert der Pariser Presse reichlichen Unterhaltungsstoff. Eine Frau Civet, welche sehr reich und seit mehreren Jahren getrennt, aber nicht geschieden war, hätte sich gern wieder verheiratet. Ta sie eine gläubige Katholikin ist, so wollte sie der Scheidung aus dem Wege gehen und nahm die Vermittelung eines Salongecken an, der sich für den Großkanzler des Erzbischofs von Smyrna ausgab und behauptete, er fei im Vatikan gut angesehen und werde mit Leichtigkeit die Ehe der Frau Civet durch den Papst für null und nichtig erklären lassen. Nur gab er zu verstehen, daß die Dame gut thun werde, wenn fit die Formalitäten durch Spenden für den PeterSpfennig und die Propaganda beschleunigte. Frau Civet ließ über 70000 Franken durch die Hände des Vermittlers gehen, und vielleicht hätte sie noch mehr gethan, wenn sie nicht plöd- lich entdeckt hätte, daß sie sich in den Händen einer Schwindler-Bande befand. Ein Abbs Guillaumin, Lehrer am Priesterseminar in Nogent le Rotrou, hatte ihr geraten, einen stattlichen Teil ihres Vermögens einem seiner Freunde, einem Bankier Malleval, anzuvertrauen, der es durch geschickte Börsenspekulationen vermehren würde. Sie gab Malleval 500000 Franken, umd als sie einen kleinen Teil davon zurückverlangte, wg er sie bin und floh endlicb ins Ausland. Der Abbö Guillaumin ist jetzt verhallet und der Großkanzler des Erzbischofs von Smyrna ebenfalls. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wir ersuchen die Herren Einsender, ihre Manuskripte nur auf einer Seite beschreiben zu wollen. Die Red. d. Gieß. Anz. Grünberg, 18. Okt. Bezugnehmend auf die Berichterstattung über die 8. Provin* zial-Geflügct-Ausslellung zu Büdingen im „Gieß. Aw>." glaubt Einsender dieses einiges zur Richtigstellung sagen zu müssen. Bor alten Dingen begrüßt es der Referent mü großer Freude, daß die Hamburger Rassen in Büdingen nicht so zahlreich vertreten gewesen seien, wie aus den gleichen Ausstellungen in Friedberg und Nauheim und zieht daraus den Schluß, daß diese Rassen immer mehr in der Abnahme begriffen seien. Doch dann irrt er sich gewaltig. Gerade im Vogelsberg werden gegenwärtig die Hamburger Rassen m noch viel größerer Zahl uud in weit besserer Dualität gezüchtet als vor zwei ober drei Jahren. Dort finden sich Züchter, die mit großer Sachkenntnis und Energie schon seit Jahren an der immer größeren Vervollkommnung dieser schönen Hühnerrasse arbeiten und auch schon recht bedeutende Erfolge erzielt haben. Wenn dieselben nicht in Büdingen, ober boch nur teilweise, nickt ausgestellt hatten, so ist bas wohl nicht in dem Rückgänge ber Zucht begründet, sondern es mögen andere Ursachen maßgebend gewesen fein, die wir jedoch nicht, weiter erörtern wollen. Auch ist der Berichterstatter ganz irriger Meinung, wenn er glaubt, die Hamburger seien für das stäche Land nicht geeignet Es giebt fein Huhn, baß mehr die Freiheit liebt und das eitriger im Scharren und -Luchen ist, als gerade das Hamburger und bei freiem Aus laus entfaltet sich auch erst die Pracht feines Gefieders und wird dann tatsächlich auch zu einer Augenweide, die dem Züchter in der urch assen. B wste, w/- m WWä a W. lirjA Mers gehet am sie nicht t>en einer SchM» umin, LehmM hatte chr gerats, tem .feinet 8«* der es durch p ' würde. Sie S sie einen klewa m und sl°h jetzt ««yj Smyrna eoeM» M Dr.W.Knechts Magenbitter "i|§ÄNTlS ist der beste j M der Welt. J Lieferung von Stratzenlaterne«. Die Lieferung von 7 Straßenlaternen mit 5 Larernen armen und 2 Laternensäulen für die Gemeinde Birklar soll durch Submission vergeben werden. Die betreffenden Angebote sind an Gr. Bürgermeisterei Birklar, dÄ welcher Voranschlag und Bedingungen eingesehen werden können, bis spätestens den 25. d. M. vormittags 10 Uhr einzureichen. Den Angeboten für Laternenlieferung ist eine Musterlaterne beizufügen. Hungen, am 18. Oktober 1002, Lütmann, 7867 Kreisstraßenmeister. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garten strotze 2 (BürgermeistereigebLude) Zimmer Nr. 14. Cer Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dteustboteu und Lehrlinge«) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. th den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Schreibgehülfe, 1 Maschinen- Mlosser, 2 Maschinenschlosser oder Heizer, 1 Heizer, 1 Schmied, 1 Schuhmacher, 1 Einkassierer oder Bureaudiener, 3 Pferdeknechte, 1 Herrschastsdiener, 7 Hausburschen, 1 Packer, 1 Herrschastskutscher, 1 Kutscher, 2 Taglöbner, 2 Lauffrauen, 2 Dienstmädchen, 1 Haus- imidchen, 1 Dienstmädchen zu alleinstehender Dame oder als Haus- haäterm, 1 Waschfrau, 1 Frau zum Brötchenaustragen. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Branntwein-Brenner, 1 Bau- unb Möbelschreiner, 1 Schweizer, 1 Fuhrknecht, 2 landwirtschaftliche Knechte, 1 junger Kutscher, 1 Haushälterin, 4 Dienstmädchen, 1 Küchenmädchen, 2 landwirtschaftliche Mägde, 1 Lauffrau, 1 Lauf- yrädchen. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Kellner, 1 Buchbinder, 1 Bäcker. Beerdigte. MatthäuSgemeinde. Den 11. Orwde-^ Johanette Gwhl, geb. Korell, Ehefrau des Taglohner« Hemrich Giehl, 67 Jahre alt, starb den 9. Oktober. Den 14. Okt. Mftma Schwarz, geb. Reibeling, Witwe des UmversitatSkanzlerdlenerS Peter Schwarz, 67 Jahre alt, starb den 11. Oktober. Eft abeth Hofmann, geb. Rohrbach, Ehefrau des Schremermersters August Hofmann, 41 Jahre alt, starb den 11. Oktober. IohanneS- gemeinde. Den 16. Oft Christian August PrätoriuS, Lehrer . P., 92 Jahre alt, starb den 13. Oktober. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel stunde Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. JohanneSbrief, Kap. Gott ist Licht, Gemeinschaft, Erkenntnis. Pfarrer Dr. Nau- erSWilf** putlibm ge«1”" «K'HL •S*sS t ÄJ tzriolge w nw 3bem9ieicrcnteX.^ ■!$$$ benl6 in iNfli Gerichtssaal. S Gießen, 17. Okt. Schöffengericht. Gegen den Taglöhner t W. war Anzeige ergangen wegen Uebertretuna der Fahr- raiüverordnung vom 10. Oktober 1899. Er soll in so schnellen l-impo durch die Marburgerstraße gefahren sein, daß er nicht au bet Stelle halten konnte, als ihm ein Mann in den Weg kam, so- bcifc dieser umgefahren wurde und eine Verletzung am Arm da- o.-ntrug. Ta es sich in der Verhandlung herausftellte, daß den jl ngeklagten keine Schuld an dem Unfall traf, wurde er von Strafe ucib Kosten freigesprochen. — Der Maurermeister Wilhelm R. aus Heuchelheim war beschuldigt, bei einem Neubau den von ihm d-!'chastigten Arbeitern nicht die gesetzlich voraeschriebene Unterlast geschaffen, auch das Aushängen der bett. Verordnung unter» ! * rt J,QcWm am Ä" d>° fftt! \Wberum das bQ8 stlMkNUNgSvoll Q$e auf bie den luer einen über- W die Dar. Schülerinnen “ lautem Jubel Zlvelges der für Innere Ichrabt, am 28. lten werden. Am -lesdimü in da uf,am Vormittag uöfchußmitglieda, ferenz folgt. Ilm uttcr dem Vorsitz tuptversamm« agesvrdnung auf, lg und Gebet, er Rechnung M egenstand ist bai über religios.siw Kien der Landes. Pfarrer korell »einsames Mittag. ' Mschlteßen. Wer kennt nickt die Schutzmarke ,Iaffee-Onkelk" 6961 Dieselbe schützt die vortreffliche Pfeiffer fit Dillers Kaffee-Essenz in Dosen. Ein Versuch wird Sie hoch befriedigen. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister, Abt. B, wurde heute eingetragen die Firma „Bohrgesellschaft Hessen- Nassau" mit beschränkter Haftung mit dem Sitz zu Gießen, errichtet durch notariellen Vertrag vom 15. September 1902 mit Nachtrag vom 9. Oktober 1902. Gegenstand des Unternehmens: Erbohrung und Fasiung von Mineralwasser- und Kohlensäure-Quellen in Oberhesien und Nasiau, sowie die Verwertung derselben, sei es durch eigene Ausbeutung, durch Verpachtung oder auch durch Veräußerung. Stammkapital 100000 Mark. Geschäftsführer: Bergwerksdirektor Wilhelm Wildenhayn zu Gießen, Adolf Bär, Kaufmann daselbst, Kaufmann Wilhelm Schütz zu Weilburg. Zwei der Geschäftsführer, unter denen sich Wilhelm Schütz befinden muß, find berechtigt, die Firma zu zeichnen. Auf die Stammeinlagen werden folgende den sämtlichen Gesellschaftern nach dem Verhältnis ihrer Stammeinlagen gehörige Vermögensgegenstände im Wert von im ganzen 100 000 Mark eingebracht l 1) der Mineral- quelle in Kirschhofen, einschließlich des bereits angekauften Grundstücks Nr. 393, Kartenblatt 3 der Gemeinde Kirschhofen, Nr. des Stockbuchs 596, des Lagerbuchs Nr. 393 und der erworbenen Rechte an dem Grundstück Kartenblatt 3, Parzelle Nr. 392; 2) der von den Herren Wildenhayn und Tölle, sowie Herrn Schütz erworbenen Gerechtsame zur Auf» suchung von Mineralwasser in der Gemarkung Weilburg Nr. 16, 17, 18, 19, 20, 21, Kartenblatt Fl. 5 und der daselbst bereits begonnenen Bohrung; 3) der von den Herren Wildenhayn, Schütz und Tölle erworbenen Gerechtsame zur Aufiuchung von Mineralwasser in der Gemarkung Löhnberg bezüglich folgender Grundstücke, nämlich: 1. des Grundstücks Stockbuch Nr. Lagerbuch Nr. 4^1 2. der Grundstücke Lagerbuch Nr. 1877, 1978, 1979, 1985 und der daselbst begonnenen Bohrung; 4) der von den Herren Wildenhayn und Tölle erworbenen Gerechtsame auf Mineralwasser- und Kohlensäure-Quellen in Trais-Horloff in Oberhessen und die hierzu gehörenden Verträge mit der Gräflich Solms-Lau- bach'schen Rentkammer und den Eigentümern der an die Quellen angrenzenden Ländereien. Hieran find beteiligt: 1) Wilhelm Schütz mit 17500 Mark, 2) Wilhelm Wildenhayn mit 20000 Mark, 3) Fritz Tölle mit 17500 Mark, 4) Karl Frensdorf mit 8100 Mark, 5) Adolf Bär mit 8100 Mark, 6) Max Bär mit 8100 Mark, 7) Luise Dulheuer mit 8100 Mark, 8) Hans Brarnkarnp mit 8100 Mark, 9) Helene Schütz mit 4500 Mark. Bekanntmachungen erfolgen lasten zu haben. $a8 Urteil lautete auf eine G e ldstrafe von vier Mark -^er Landwirt Balthasar N. war angeklagt sern Rmd durch Stockschläge in ärgerniserregender Weise roh mißhandelt zu haben. In der Hauptverhandlung wurde;edoch sestgestellt, daß er sein Rind nur angegeben hat, ohne besonders roh habet zu ver. fahren. Charakteristisch ist, daß bei der Anzeige seitens eines Dorf- bewohners offenbar der Parteihader wahrend der Burgermeister- wahl eine Rolle gespielt hat. Ter Angeklaate wurde frelgesprochen. - Ter Kreisamtsgehilse Wilhelm B., der Technrker Wilhelm L. und der Postgehilse Heinrich B. waren beschuldigt sich eines Nachts, nachdem sie vorher friedlich miteinander gezecht hatten, gegenseitig durch Stockschläge körperlich verletzt zu Habern Ta das Gericht der Ansicht war, daß ein jeder fern Teil SU der Schlägerei beigetragen habe, wurden die Angeklagten zu je 15 Wit. Geldstrafe und zu dem entsprechenden Teile der Gerichtskosten venrrteilt. - Eme geriebene Person scheint die Elisabeth S. aus Hardenrod zu fern. Dieselbe ist schon wegen Betrugs vorbestraft. Heute hat sie sich wieder wegen dieses Delikts zu verantworten. Unter andern besitzt sie auch ein Mittel gegen Trunksucht, das sie leichtgläubigen Leuten Ür 80 Wit. auszuschwatzen pflegt. Ta sie auch Haus und Hof zu besitzen vorgiebt, hat man ihr gern JBaren auf Sirebit überlasten, ohne nachher bezahlt zu werden. In Wirklichkeit ist sie aber em völlig mittelloses, betrügerisches Weib Tas Gericht hielt in Anbetracht der Raffiniertheit ihres Vorgehens eme Gefängnisstrafe von 10 Wochen für angemessen. — S Bruchleidenden empfehle meine solid und dauerhaft gearbeiteten, Tag und Nacht tragbaren GürtelbruchSänder ohne Federn, Leib- und Borfallbiudeu. Für jeden Bruchschaden Extraanfertigung. Außerordentlich zahlreiche Anerkennungsschreiben. Kein Druck ivie bei Federbändern. Mein Vertreter ist wieder mit Mustern anwesend m Gießen Mittwoch, den 22. Oktober, 2-6 Uhr, Restaurant Riegelmann. 04622 Bandagenfabrik L. Bogisch, Stuttgart, Ludwiaftr. 75. JXagnum bouem billigst frei ins Haus 7215 itletjt wird, kann niemand bestreiten, der die Hühnerhaltung in . 'Lerhessen auf dem Lande auS eigener Anschauung kennt. Mein IIReferat Über die III. Verbands-Ausstellung hat sich überhaupt nicht nil den Zuchtresultaten der einzelnen Hühnerrasten m unserer sagend besaßt, sondern sich nur allein mit der Hühnerhaltung be- || luitigt. Die VerbandS-Ausstellungen sind inS Leben geruien um tl.om Heit zu Zeit ein Bild vorn Stande unserer heimischen Nutzte lügelzucht zu geben, und man darf daher diese Geflugel-Vor- ufcrungen nicht vom Standpunkt deS Rastenzuchters, der in der )crupt acht nur Sportgeflügel züchtet, aus beurteilen. Von diesem Snsichlspunkt aus kann man nur seine Freude daruber aussprechen, ■ .cri das Hamburger Huhn, welches nun ein Mal fein sogenanntes öaiuernhuhn ist, sondern mehr ein Mittelding zwischen Nutz- und sitirhuhn oildet, in Oberhessen verdrängt wird durch die Jtaliener- Mfe, die etwa 12-15° » mehr Eier legt, leichter aufzuziehen ist, irrt) deren Eier auch erheblich schwerer im Gewichte sind als die Hamburger Huhnes, wobei noch bemerft werden muß, daß die libltener alle die vom Herrn Einsender dem Hamburger Huhn nachge- iijmien guten Eigenschaften im vollen Umfange ebenfalls besitzen. Der )scr Einsender erkannte ja unumwunden an, daß das Jtaftenerhuhn, wi er jedoch jedenfalls sagen will, als Nutzhuhn, an der Spitze mrrschiert. Diese Thatsache kam bei ben ersten beiden ^rbands-Aus- tettungen in Friedberg und Gießen nicht so zum Ausdruck, wie bei he-.: Budinger Ausstellung; in beiden Verbands-Ausstellungen über- 5 v.°g das am bürg er Huhn erheblich. Was der Herr Einsender )oat der Qualität der Mmorkazucht sagt, hat nut der tfrage, ob iti diese Rasse für unsere Gegend eignet, nichts zu thun. ^eder Banner der Hühnerhaltung aus dem Lande wird bestätigen, daß ilLe Anstrengungen der Spezialzüchter dieser Rasse (und auch solche ü.ibt es in unserer Provinz) und alle Bemühungen der Geslugel- WerDereine, das Minorkahuhn bei uns heimisch zu machen, bis- ;i-c ohne nennenswerten Ersolg geblieben sind. Dte Grunde dasur Imen in der schweren Auszucht der Kücken, die lange Nicht so rot- )Mstandssähig gegen Wstterungsemflüsse sind, wie die Kucken der Italiener oder m anderer Beziehung rote die der Minorkazucht. tue verständige und in der Hühnerhaltung und Nutzgeflügelzucht , : relrhrene Landwirt ist eben in unserer Provinz dahm gekommen, al:6 landwirtschaftliches Nutzgeflügel das Jtaftenerhuhn 8« beoor- lu aen dafür gab die Büdinger Ausstellung durch dte Vorführung o«ii Proben derjenigen Rasten, welche unser Hühnerhöfe bevölkern, dnien Beweis. Das Jtaftenerhuhn marschiert eben, rote der Herr mfenber zugestehen muß, an der Spitze und nimmt als lanbroirt- !t,astliches Nutzhun in Oberhessen die erste Stelle ein, d. h. die ante reu, srüher starker gehaltenen in Frage kommenden Huhnersorten •äuiat eS an zu verdrängen, bero. hat es teilweise schon verdrängt, ixiran wird auch nichts geändert durch die Liebhaberei^ mtt der diuelne Leute auf dem Lande, die aber keine Landwirte sind, wie , y. Lehrer, Pfarrer rc. z. B. an der Hamburger Raste festhalten ober wohl gar aus Sport Minorkas züchten, für die aber em SBe- beirf bei den Landwirten nicht vorhanden ist. Aisjug aus 6tn tzinhkitbiitzer» der Stadt tzießeii. Evangelische Gemeinde. Getaufte. M a 11 h ä u s g e m e i n d e. Den 12. Okt. Dem . Schneider Heinrich Ludwig Steinbrecher eine ^.ochter, Elli Elise 8 Wlarie, geboren den 28. Juni. Dem Hilssweichenfteller Ludwig I Friedrich eine Tochter, Emma Elisabethe, geb. den 11. September, j Dem Werkführer Philipp Schreiner ein Sohn, Ludwig Heinrich I Martin, geboren den 25. August. Markus gemein de. Den I 12. Okt. Dem Dachdecker Wilhelm Heinrich Schmitt em Sohn, Theodor, geb. den 15. August. Dem Gerber Heinrich Schulz ein Sohn, Wilhelm, geb. den 23. Juli. L u k a s g e m e i n d e. Den 12. Okt. Dem Lokomotivheizer Peter Schaub eine Tochter, Lina Auguste Wilhelmine, geb. den 80. August. Dem Briefträger Hermann Jlgner eine Tochter, Karolina Amafte Katharina, geboren den 29. Juli. Dem Bremser Heinrich Linkmann em ooljn, Otto Ludwig Karl Wilhelm, geboren den 30. August. Erne uneheliche Tochter, Katharina Blondine, geb. den 23. Sept. Sf^onneS- gemeinbe. Den 12. Oktober. Dem Metalldreher Karl Weinhardt ein Sohn, Hans Karl Theodor, geb. den 24. Julu Getraute. Wiatthäusgemeinde. Den 11. Oktober. Johann Heinrich Dörmer, Forstgartenaufseher im Forstgarten bei Ließen und Katharine Engel, Tochter des Landwirts Philipp I Engel zu Rüddingshausen. Am 15. Okt. Philipp Uob Schwarz, Militär-Jntendantur-Bureau-Diätar zu Frankfurt a. M. und Wftnna Karoline Emma Hofmann, Tochter des verstorbenen Wietzger- meisters Slugust Hofmann zu Gießen. M ar t uS g emetnb e. Ten 11. Oktober. Wilhelm Heinrich Schmitt, Dachdecker zu Gießen und Anna Dorothea Katharine Dietz, Tochter des verstarb. Dienst- knechts Johannes Tietz zu Nieder-Wollstadt. GeorgJung, Schlosser □u Gießen und Christine Katharine Röhrig, Tochter des Erdarbeiters Johann Konrad Röhrig zu Gießen. L u k a S g em e i n b e. Den 11. Oktober. Karl Ernst Christel, Hotelbesitzer zu Gießen unb Helene Asch, Tochter bes verstorbenen Schlossermeisters Friedrich Karl Alex. Asch zu Frankfurt a. WL I o h a n n e s g e m e i n d e. Ten 14. Okt. Wilhelm Jakob August Ernst Noll, Schlosser zu Gießen unb Elise Junker, Tochter bes Lohnkutschers Konrad Junker zu Gießen. Ten 16. Okt. Wilhelm Schnabel, Bankbeamter zu Frankfurt a. WL unb Katharine Lina Weeg, Tochter bes verstorbenen Schuhmachermeisters Christian Weeg zu Gießen. I Submission. Für die psychiatrische Klinik oll die Lieferung von 5 Ctr. guten Tafeläpfeln 300 w Kartoffeln 10 „ Weißkraut auf dem öffentlichen Sub- miffionswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen an den Wochentagen auf dem Verwaltungsbureau nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 23. Oktober, vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau einzureichen. 6974 Der Zuschlag erfolgt bis zum 30. Oktober 1902. Gießen, den 3. Oktbr. 1902. Großh. Direktion der psychiatrischen Klinik. Verdingung von Grabenarbeiten. Die in der Gemarkung Bers- Vklßeignmg -es lebenden Inventars vom Hofgut Ulfa am 24. Oft tobet 1902 vormittags 10 Uhr zu Ulfa. 7297 23 Stück Rindvieh (darrunter 9 Kühe und 11 Stück Jungvieh Simmen« thaler Rasse) 9 Zuchtsauen 2 Fohlen (3l/, jährig) 12 Schafe 2 Jährlinge ru 4 Mutter- lämmer. Die gesteigerten Tiere werden gegen Barzahlung ober Bürgschaft gleich verabfolgt. Pächter 60ll"LÜ üalM.Ulfa. zu 460 Mark, sollen Donnerstag, den 23. d. AUS., nachmittags 172 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Bersrob durch öffenttiches Ausgebot in 2 Losen oder im ganzen vergeben werden. Voranschlag unb Bebingungen nebst Projektplan liegen ebendaselbst zur Einsicht offen. 7368 Gießen, ben 17. Oktober 1902. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Der der Gemeinde Ettingshausen gehörige 7374 Basalt- und Pflastersteinbruch soll am 28. Oktober, mittags 2 Uhr, auf dem Rathaus daselbst auf wettere 6 Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen liegen für die Interessenten auf Großh. Bürgermeisterei-Bureau zu Ettingshausen offen. Großherzogi. Büraerrneisterei Ettingshausen. Keil. nach Vorschrift des deutschen Arzneibuches in Paketen und lose [6911 ÄUV.f Bieler, Marktstrasses Prima Kognak f Spezialmarke, garantiert, franz. Verschnitt, ärztftch empfohlen, per Literflasche 2 Wit, ist der preiswerteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gellen meine französischen Kognaks unter Originalverschluß als die besten, welche der Wlarft bringt E. Dort, Wallthorstr. 45. Bekanntmachung, bett.: Das Einhallen der Tauben während der Saatzett. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis aus Art. 79 M Feldstrafgesetzes aufgesordert, ihre Tauben von jetzt bis 81. Ok- laber in den Schlägen einzuhallen. Uebertretungen dieser Vorschrift Essen nach Wlaßgabe des Feldstrafgesetzes zur Anzeige unb Be- lamsung gebracht roerben. Diese Bekanntmachung finbet auf bie Militärbrieftauben keine Slnroenbung. Gießen, ben 16. Oktober 1902. 7837 Grvßherzogtrcye Bürgermeisterei Gießen. ________Mecum._______________ Iergevung von Aauarveitm. Zur Erbauung einer Central-Wafchanftalt für die Kliniken werden folgende Rohbauarbeiten bezw. Lieferungen unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni : 11893 hiermit öffentlich ausgeschrieben: LoS I: Erd- und Maurerarbeiten; darunter 200 cbm Bruchstein-, 309 cbm Backsteinmauerwerk, 59 qm Lungsteinverkleidung; Sos II: Steinhauerarbeit (Lungstein) 3,56 cbm Fensterbänke rc., 19 lfde. Meter Treppenstufen; «os III: Lieferung von Walzeifenträgern, 9975 kg; Los IV: Zimmerarbeiten, darunter 63 cbm Tannenholz, 14 cbm Kiefern-Fachwerksholz. Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbüreau, Frankfutterstraße 83, eingesehen, Angebotsformulare (keine Zeichnungen) zum Selbstkostenpreis dotther bezogen werden. Offerten mtt bezeichnender Aufschrift sind spätestens bis 25. Oktober, vormittags 10 Uhr, dem Eröffnungstermin, ccuf genanntem Bürecm einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 15. Oktober 1902. 7262 Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. Becker. Verband Weimar. Gemeinsamer Einkauf von circa 200 Spezial-Geschäften. "V8 nw——itmaM—rinmiiT n । inm > irii nniatr*nrr-tgTa* mm—*———w Wir empfehlen unseren grossen Spezial-Artikel: Trikotagen für den Winter. Weisse Herren-Unterhosen regulär und ohne Nabt, zu Mk. 1.45, 1.75, 2 —, 2.50, S.—, 3.50 und 4.-. Wollene Herren-Unterhosen zu ML L—, L55, 2.—, 2.50 bis 5.75. Normal-Hemden zu Mk. L—, 1.85, 2.10, 2.55, 3.35, 4.25, 5.50. Normal-Hemdeu, patentiert, Benger's Pallas-Trllot, zu Mk. 6.—. Norma.-Hemden, Benger's Anker, 3.35. Normal-Hemden, Kommet, zu Mk. 2.80. Wollene Unterjacken zu ML. 0.50, 0.85, 1.—, 1.55, 2.45, 2.70, 3.25, 4.—• Seidene Unterzeuge nach Preis und Maß. Anfertigung nach Mass prompt in kurzer Zeit. 696i Seltersweg 20. A. Holterhoff Söll 616, Giessen. Seltersweg 20. ■nMMMMMBBMunHBMWUM—MiannwiMiuio h:lt] ~ jm mn tjl jj uiII im—wm mdkx3S&k jesnGDBMMBKamcrr Ii ! >1 sbb—izunmi Unser Lager in Trikotagen ist bedeutend vergrössert. Sehr billige Preise bei prima Qualitäten. 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Vaucalze. k L’Homme aux Poup6es (Seine Puppe). Mimische Era&hlung in 1 Act. Musik von Henri Ber6ny. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende gegen II Uhr. Tageskaeseeprelee bei Ernst Ohalller und an der Abendkasse: Proscenlumsloge Mk. 6.—, Mittelloge, Seitenloge und Sperrsitz Mk 6.— (hintere Reihen Mk. 8.5U), Estrade (nur an der Abendkasse) Mk. 2.60, Studentenkarten (nur bei E. Challior) Mk. 2,—. Mkiiiischtt Sksailsiklkiil Die heutige Probe fällt aus. Nächste Jroöe: Donnerstag den 23. HLtover: 7872 _____________________Der Vorstand. E. K. G. V. Die Probe« finden jede« Dienstag, abends 8 Uhr, im Probelokal (Realgymnasium) statt. Da eine Verstärkung deS ChorS, besonders in den Männerstimmen dringend erwünscht ist, so wird zum Eintritt in den Verein hiermit eingeladen. Meldungen nehmen die Herren UnioersttätLmustkdirektor Trautmann und der unterzeichnete Vorsitzende entgegen. 6981 Schlosser. 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