Nr. 142 vrsch-t«t tLgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univerf.-Buch u.Steindruckerei (Pietsch Erbech Redaktion, Crpeditioa und Druckerei: Schttlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechcmschlnßNr.bl. Frettag 20. Juni!»<** 152. Jahrgang Zweites Blatt. ve»ua»Pr*isr monatlicb7bPf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abholc- u. Zweigstellen nwnatlich 6o Pf.; durch diePostMk.2.—viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bic Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt unb ßanb'1 u»b „Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger v ■ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Dummer umfaßt 10 Seiten, KcKanntmachung, Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn; hier: den allgemeiuen Meliorationsplan. In der Zeit Dom 25. Juni l. Js. bis einschließlich 8. Juli l. Js. liegt auf dein Bureau Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer 9tr. 2, der allgemeine Meliorationsplan nebst ErläuterungS- bericht und Prüfungsprotokoll 511 demselben tfur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Mittwoch den S. Juli l. I., vormittags von 10*/2 Uhr bis 11 ’/2 im Büreau Großh. Bürgermeisterei Gießen, Zimmer Nr. 2, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einladc, daß die Nichterscheinellden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufasscn, zu begründen und auf Papier in Mtcngröße (mindestens Vs Bogen) einzureichen. Friedberg, den 18. Juni 1902. Der Großh. Bereinigungstonnnissär: S p a m e r, Kreisamtmann. Bekmnitmachung. Betr.: Fcldber'einigung in der Gemarkling Bettenhausen; hier: den allgemeinen Äteliorationsplan. In der Zeit vom 24. Juni l. Js. bis einschließlich 7. Juli 1. I. liegt auf dein Gemeindehaus zu Bettenhauseii der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungs- bericht und Prüfungsprotokoll zu demselben zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendiingen hiergegen findet statt Dienstag, S. Juli l. IS., vormittags von 9l/a Uhr vis lO'/r Uhr, tm Gemeindehaus zu Bettenhausen, wozu ich die Beteiligten unter dein Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendiingen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzilfasscn, zu begründen unb auf Papier in Aktengröße (inindestens Vr Vogen) einzureichcn. Friedberg, 18. Juni 1902. Der Großherzogliche Bereinignngskommiffär: Spamer, Krcisamtmann. Körrig Albert Vvn Sachsen König Albert von Sachsen ist am 19. d. M., abends 8 Uhr 5 Minuten auf seinem Schlosse Sibhllenort sanft und ruhig entschlafen. So meldete das von uns beute, Freitag, in den frühesten M'.- genstunden ausgegebene Ex 1 rablat t. Mnig Albert war einer von den wenigen Männern, airm'Kaiser A'ilhelm der Ehrwürdige von uns, ihm folgte der edle Kaiser Friedrich, lieber dem preußischen Heere wacht nicht mehr die Sorge Roons, Moltke sinnt nicht über Schlacktenplöiie, und das weitsckMuende Autze des Alten vom Sachsenwalde ist gebrochen. Es war eine köstliche W-c der Vorsei,daß ihnen alten, die unserem Herzen nahe- aestaiiden oao fiel des Lebens weit hiuausgeruckt war, daß nur einer von ihnen, Friedrich der Dulder, zu früh den Weg m die Ewigkeit dahrnztehen mußte. Nun ist auch Köllig Albert dahingegangen, im ehrwürdigen Alter von 74 Jahren. Die Urinier des sächsischen Volkes teilt sich den Herzen aller Deutschen mit. Denn König Albert war nicht nur von seiner frühen Juaend an bis zu den letzten seiner Lebensstunden ernst und sorgsam bedacht für das Gedeihen seines Landes, sondern allezeit ein treuer Hüter des Reiches, ein überzeugter Träger des nationalen OK'dankens. Gewiß, die eigentlich große Zeit seines Lebens lag in jenem schicksalsschweren Jahrzehnt, baS die Rache für dänischeil Hochinut brachte, das bei Gitschin und Prvblus den Erben der sächsischen Krone in den Kaurpf führte gegen Preußen, das ihn sah, wie er in harter Arbeit bic ruhmvoll besiegte Armee reorganisierte §11 ruhmvollen Siegel:, das ihm auf ranzösischem Boden reiche kriegerische Lorbeorli brachte nnb den Namen des Helden von Beaumont für alle Zeiten ein- trug in das Ehrenbuch, in bent die besten deutschen Feldherren verzeichnet sind. Aber die Zukunft wird es mit gleichem Danke in ihre Tafeln graben, daß König Albert, als der Kamps ausgefochten war, unb als es galt, die goldene Saat durch lorgfamc Pflege zur Reife 511 bringen, in Wahrhaftigkeit und Treue zu dem Errungenen slanb, niemals bemüht- das eigene Verdienst in den Vordergrund zu teilen, sich der eigenen Thaten zu rühmen, zum Mittel- mutt aller Interessen zu lverden, sondern stets beflissen, bescheiden zur Seite zu stehen, und in dem Bewußtsein der erfüllten Pflicht den elnzigen Lohn zu finden. Nie- luals in den Streit der Parteien sich mischend, st-anb er tets hoch über ihnen; indem er das persönliche Moment weise und würdig in den Hintergrund beäugte, wurde er der Berater des deutschen Volkes. Als ein Fürsteustreit das Volk erregte, mar er der natürliche Schiedsrichter, als Kaiser Friedrich starb, wies er den Erben an den Sachsen- tonig, daß er ihm Mentor sei. Und in später Nachtstunde, ehe der Schicksalstag hereinbrach, eilte König Albert in die Reichshauptstadt, um Worte der Weisheit 111 das Herz des neuen deutschen Kaisers zder Welt erblickt. Der Wvhlthatigkeits- inu der nun verwitweten sächsischen Königin ist nicht mir n Sachsen selbst, sondern in allen Teilen Deutschlands bekannt. Unzählige Stifte und Asyle verdanken ihr Entgehen einzig und allein ihrer Fürsorge und wahrhaft lömg- Irrt)en Freigebigkeit. Sie ist in vollstem Sinne des Wortes eine Wählt Hüterin des Landes, und fand für ihre Thalig- feit auch bei ihrem Gemahl volles Verständnis und Unter- rüg. Die Thronfolge .in Sa ch f cn ist auf den jüngeren Bruder König Alberts, den Prinzen Weorg, übergegangen. König Georg von Sachsen ist am 8. August 1832 als zweiter Soyn des Königs Johann und der Königin Amalie geboren,, imb trat frühzeitig bei der Artillerie ein. 1856 war er Major im 3. Jagerbataillon und zwei Jahre püter Oberstleutnant im Gardereiterregiment. Im Kriege von 1-866 kommandierte er als Generalmajor die 1. Kavalleriebrigade, im deutsch französischen Krieg 1870 71 erst die 1. Division der Sachsen, sodann das 12. (sactififchei Armeekorps au Stelle seines älteren Bruders, welcher das Oberkommando der Maasarmee erhalten hatte. Prinz Georg führte- das Korps in den Vorgefechten bei Nonart und Beaumont und in der Schlacht bei Sedan, daun während der Cernierung von Paris und in den Ausfallgefechten, welche gerade das fächsische Korps sehr Mitnahmen. Am 25. Juni 1888 wurde er zum Generalfeldmarschgll und Generalinspekteur der 3; deutschen Armcein cftion (7., 8. unb 11. Armeekorps) ernannt. Seit 18.‘>.) mar er mit der portugiesischen Infantin Maria Aüna (geb. 21. Juli 1843 unb gest. 5. Februar 18841 vermählt; aus bieser Ehe sinb vier Prinzen unb zwei Prinzessinnen entsprossen. Ter älteste Sohu beö Königs Georg, ber jetzige^Kron- prinz von Sachsen, ist ber bisherige Prinz Fricb - rich August. Er ist am 25. Mai 1865 in Dresden geboren und zur Zeit sächsischer Generalleutnant und Kommandeur der 1. Division Nr. 23, Ehef des 5. Jnf.-Regts. Nr. 104. Er wird außerdem a la suite des 1. (Leib-) Gren..Ngts. Nr. 100 unb des 1. Königs Hus.-Regts. Nr. 18 geführt. Des weiteren if> der Kronprinz auch preußischer Generallejuttuutt imb wirb hier a la suite des Garde-Schuhen DatciillvnS geführt. Auch ist er Oberstinhaber des K. und K. Inf. :liegts. Nr. 45, Ritter des österreichischen Ordens vom G. Vließ, des Schw- A.-O., des St. Hnbertus-O., des Aüdreas-O. re. Seine Universitätsstudien hat der Kronprinz iit Straßburg und Leipzig absolviert. Seine Gemahlin ist hm 2. September 1870 als Tochter Ferdinands IV., Großherzotzs von Toscana und seiner Gemahlin in zweiter Ehe Alice, Prinzessin von Bourbon und Parma, geboren ui.ib seit dem 21. November 1891 vermählt. Dieser Ehe sind fünf Kinder, die drei Prinzen Georg, Friedrich Ehristiair und Ernst Heinrich, und die z wei Prinzesfimleii Margaretha und Maria Mix entsprossen. Auf Schloß Sibhllenort, seinem LieblingsansenO- Haltsort, ist König Albert seinem alten Blasenleiden erlegen. Tas im Tudorstil anfgeführte Schloß gohörte früher dem Herzog Wilhelm von Braunschweig und ivurde dem König Albert von diesem testamentarisch vermacht. Es enthält eine reiche Bibliothek, eine sehr wertvolle Okmftlbe- galcrie unb liegt in einem großen Wilbpark. Fast regelmäßig brachte König Albert bic Zeit „Chibe Frühling unb Anfang Sommer" brot zu, unb stets übte ber dortige Aufenthalt einen sehr wohlthatigen Einfluß aus feine Gesundheit aus. Tas lctzle, zwei Stunden vor bem Tobe ausgegebcnc Bulletin ber Aerztc ließ bas (Silbe nicht so unmittelbar vorauSscheu. Es lautete: Der König zeigte im Laufe des Tages sehr tueniß Teilnahme, das Benommcüscin dauerte mit geringer Unterbrechung an. Puls 100, im allgemeinen noch ziemlich kräftig, Nahrungsaufnahme mangelhaft. Der Fürstbischof von Breslau, Dr. Kopp, stattete dem König noch am Donnerstag Nachmittag einen Besuch ab unb weilte von 3.45 bis 4 Uhr bei ihm. Die. erbprinzlich meiuingifchen Herrschaften weilten von 1 bis •> Uhr nachmittags im Schlosse. Am Morgen hatte ber König noch einige Austern gegessen. Trotz bcs ernsten Zustanbes erinnerte er sich noch am Mittwoch seines Vermahlunastages. Am Totenbett, kurz vor bem Hin scheiden, traf die Jngend- freundiu ber Königin, Gräfin Fünfkirchen, ein, br jeder- zeit an Frcub unb Leid des Königspaares innigen Anteil genommen hat. König Albert wirb in ber katholischen Hofktrchc in Tresbcn, in ber bic Gebeine sämtlicher Herrscher des König- Hauses feine letzte Ruh skat le finden. Die Uebersühxnvg der Leiche findet am Samstag früh und die Beisetzung in Dresden am Montag statt. Aas Aaiscipaar in den Kyeinlanden. B oiiji, 19. Juni. Der Kaiser machte heute morgen mit der Kaiserin einen etwa cuistündigen Spaziergang an der Rheinseite des schanmburgischen Partes. Hierbei nahm er GelePeltheit, (gartenarbeitet, die in der anstoßenden Villa arbeiteten, anzusprechen. Er fragte nach dem Stande der Sn/s Uhr: Hochamt mit Predigt. A Nachmittags um 2Vz Uyr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, den 21. Juni 1902. Vorabend: 7" Uhr. Morgens: 8°°Uhr. Nachmlltags: 4 Uhr Sabatbausgang: 940 Uhr. ____ Neueste Mewungerl.^ Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers» Zum Tode des Königs Albert. Sibyllenort, 20.Juni. Der Tod erfolgte ohne jede kampfattige Erscheinung. Der König atmete einige Male schwer auf. Sanitätsrat Dr. Fiedler sagte: »Es ist auö.^ Thränen stürzten ihm hervor. Er wandte sich ab und ging ins Nebenzimmer. Die Königin kniete am Sterbelager, das Haupt auf die Brust des Toten gesenkt, neben ihr Prinz Georg, Prinzessin Mathilde, die Prinzen und Prinzessinnen, sowie der Hof. Das Gebet des Geistlichen unterbrach allein das feierliche Schweigen. — Unmittelbar nach dem Ableben wurde dem Kaiser, von dem einige Stunden vorher ein längeres Erkundigungs-Telegramm eingegangen war, telegraphisch Bericht erstattet, der ihn in. Villa Hügel bei Esien erreichte. Die Reise-Dispositionen des Kaisers werden wesentliche Aenderungen erfahren. — Im Laufe des Nachmittags traten Fieberphantasien beim König Albert ein. Er glaubto sich auf Reisen, sprach bald von Tyrol, bald von Wien^ fragte, wo die Königin sei und ob er endlich nach Hausei komme. Als Kardinal Kopp an das Krankenlager trat, um* dem König geistlichen Zuspruch zu geben, schien ihn ders Kranke zu erkennen. Der Kardinal hatte nicht den Eindru'H, als ob das Schlimmste bevorstehe. Er kehtte nach Breslcrm zurück. — Um 73/4 Uhr lag der König, im Todeskampsis Draußen gingen schwere Regenschauer nieder. Arn Hirschlhor' des Parkes brach der Sturm eine Pappel. Um 81/* Uhri wurde die Standarte eingezogen. Die Pfotten zum Sterbezimmer thaten sich auf. Dicht gedrängt, in feierlichem Schweigen traten Beamte und Dienerschaft ein, um ihrem König und Herrn Abschied zu sagen. Die Züge des Toten sind friedlich und nur wenig verändert. Er ruht auf einem frei in der Mitte des Gemaches stehenden Lager. Die Königin sitzt neben ihm; in wortlosem Schmerz hält sie die Hand des teuren Geschiedenen. Ihr zur Seite sieht man den Könitz Georg, die Prinzen und Prinzessinnen, die Aerzte, den Präses Matz und den Hofstaat. — Sämtliche Anordnungen,, die das Begräbnis betreffen, sind von dem neuen König dem/ General v. Minckwitz übertragen worden. — Bildhauer Seffnerr aus Leipzig nahm die Totenmaske ab. Autopsie und Ettr-- balsamierung erfolgt heute Nachmittag. Berlin, 20. Juni. Die Kunde von dem Ableben König Albetts erregte hier lebhafte Teilnahme. Wiederi Einer aus der großen Zett, das war der Gedanke, der bev der älteren Generation vornehmlich zum Ausdruck gelangte. Die Blätter widmen dem Verstorbenen spaltenlange Nachrufe, in denen in erster Linie seine Verdienste als Feldherr ge-i würdigt werden. Die „Deutsche T.-Ztg." deren Chefredak-i teur Dr. Oettel ist, der den 9. sächsischen Wahlkreis imj Reichstage vertritt, erscheint mit Trauerrand. — Von beri sächsischen Gesandtschaft erhielt zuerst der Militär-Bevoll-s mächtigte Oberstleutnant Krug zur Nidda Kunde von dem: Ableben des Königs Albett. Er suchte sofott den Gesandter^ Grafen Hohenthal auf, der die Nachricht telegraphisch erhielt^ als er die Gesandtschaft um 91/, Uhr betrat. Dres dem, 20. Juni. Die Morgenblätter widmen dem" König Albert warme Nachrufe, indem sie seine Verdienstri als Feldherr und Regent heroorheben. Ferner bringen sie.« Mitteilungen-über die letzten Augenblicke des Königs. 2)iej Ueberführung der Leiche von Sibyllenort nach Dresden a> folgt am 21. Juni, sodaß die Leiche abends 9 Uhr auf dem, hiesigen Hauptbahnhof eintrifft. In direktem Anschluß daran/ erfolgt die Ueberführung derselben nach der kath. Hofkirche^ Heute Vormittag 10 Uhr fand von allen Kirchen Trauer-s geläute statt. Um 7 Uhr abends beginnt in der Kreuzkirche^ ein Trauergottesdienst. König Georg fährt voraussichttich noch heute von Sibyllenott nach Dresden zurück. Düsseldorf, 20. Juni. Der Kaiser sagte wegen) des Ablebens des Königs von Sachsen den Besuch in Düffel-", dorf ab, doch hoffe er, ihn im August nachholen zu können^ Wien, 20. Juni. Wie die Morgenblätter melden,, wird der Kaiser Franz Josef nach Dresden reisen. D a r m st a d t, 20. Juni. Die Beratung ber Wahlrechts-; Vorlage wird fortgesetzt. Art. 5, betr. die Wahlen zup Ersten Kammer, und Art. 6, betr. Kanteten, werden angenommen. Bei Art. 7 beantragt der Wg. Dr. David/ die Positionen 3—4, Abg. Ulrich die Positionen 5—7 zu, streichen. Doch wird die Vorlage angenommen. Ebenso wird Art 8 ohne Debatte genehmigt, desgt Art. 8a.„ Hiernach wird ein Antrag Leun und Reinhardt, betr. Ausdehnung der Steuerrückstände-Klausel auf ein Jahr/ angenommen. Bei Art. 9, betr. die Wahlpflicht entsteht, eine längere Debatte, doch wird er mit 29 gegen 13 Stimmen" angenommen. Art. 10—26 und weiterhin Art. 27—62 werden ohne wesentliche Debatte angenommen. Danach wird: das ganze Gesetz in erster Lesung angenommen. —/ Nächste Sitzung Dienstag vorrn. 9 Uhr. Metz, 20. Juni. Der kommandirendc General des' 16. Armeekorps, Generaloberst Graf Hacseler, stürzte heute früh in Frescaty vom Pferde. Er erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels. Telephonischer Kursbericht 3‘/8% Reichsanleihe . 3% do. . . 3Vi% Konsole . . . 8% do..... 31/2°/0 Hessen . . . 3li'z% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldretne . 4' ,% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrento . 40/j Italien. Rente , . 4‘/2% Portugiesen . . b°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . , Türkenlose ..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4*/2% äussere Argentiner .Frankfurt a. 31., 20. Ium . 102.90 3u/0 Mexikaner . . . 95.85 4V2'7d Chinesen . . . 102.00 Electric. Schuckort . . 92.40 . 99.95 . 99.25 . 103.00 101.70 . 101.70 . 102.50 . 46.50 . 30.00 . 26.45 . 113.00 44.30 Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatcbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . Tendenz: still. 1902. . 25.50 . 9110 . 104.00 . 10810. . 21400 . 136*00 . 145.70- . 157.70 . 149.50 . 18.90 . 170.50 . 106.00 , 197.50 . 178,00. Danksagung Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Ableben meines unvergesslichen Mannes, des Eäerrn Conni Quandt Giessen, den 19. Juni 1902. L sage ich auf diesem "Wege allen, insbesondere aber Herrn Pfarrer Dr. Naumann und den Herren Inhabern und Angestellten des Hauses A. Heichelheim meinen tiefgefühltesten Dank. Anna Quandt, geb. Hollmann. 4639 Verdingung. Die zur Umänderung der Wasserabflnßrinnen, sowie Anbringung zweier Schutzbleche am Uebergangssteg über die Oberhefsischen Bahnen erforderlichen Schlosser- und Spenglerarbeiten sollen Mittwoch den 25. Juni, vormittags ll8/< Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienst stund en auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 2 — Schreibstube — zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns emzureichen. 4520 Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 18. Juni 1902. Das Stadtbauamt. I. 93.: ©erbet Verdingung. Die Weißbinderarbeiteu zur laufenden Unterhaltung oes städtischen Kasernements an der Grünbergerstraße sollen Dienstag den 24. Juni d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 2 — Schreibstube — zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. — Huschlagsfrist 14 Tage. 4554 Gießen, 19. Juni 1902. Das Stadürauamt. I. V.: ©erbet 4545] Im Konkurs über das Vermögen des Oscar Höpf«er in Gießen habe ich ein Verzeichnis der bei der Schlußoerteilung zu berücksichtigenden Forderungen auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Gießen zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt Die nicht bevorrechteten Forderungen betragen 9026.73 Mk., während die noch vorhandene Masse sich auf 3394.04 Mk. berechnet, sonach noch 37*/z Prozent zur Vetteilung kommen. Gießen, den 19. Juni 1902. I. Boeck, Konkursverwalter. Heugras- Versteigerung. Das Heugras von den Gemeindewiesen in Trohe wird Montag den 23. d. Mts., vormittags 8 Uhr, versteigert. Der Anfang ist in der Weißenburg. Trohe, am 19. Juni 1902. Großh. Bürgermeisterei Trohe. Schmidt. 4535 Stadt. Schlachthaus. Freibank« Heute und morgen: rchNckchisch 45 Pfg. Restaurant Royal. Heute, Freitag, abends 8 Uhr: (ÄOUjJdf Regiments-Kapelle. 4550 H. Elge*. Carlscliulz-Abend unter gütiger Mitwirkung des Herrn Euler Samstag den 21. Juni, abends 8/2 Uhr, im Theaters»*! des Cafö Leib. Eintrittspreise: Loge 1.20 Mk., 1. Platz 80 Pfg^ 2. Platz 60 Pfg, Gallerie «S Pfg. 4551 Vorverkauf: Loge 1 Mk., 1. Platz 60 Pfg., 2. Platz 40 Pfg. in der Musikalienhandlung von Ernst Challler. WH Vkterancn-Vcrem ® Gießen. Ausflug nach dem Attenberg mit feldmarschmäßigem Gepäck (Tagesration für die ganze Familie) Sonntag den 22. Juni. Sammlung morgens 8/t9 Uhr in der Nordanlage, Ecke Ed-rstraße. Der Borsta«d. Vereinsabzeichen und Orden sind anzulegen. 4549 MdellWlCksanMkinGiHil Montag bett 23. Juni, abends. gelegentlich der Probe: Ordentliche Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsablage. 2. Vorstandswahl. 4556 Der Vorstand. Schuhlager Anna Springmann, Vchchsp. 38 1000 Schuhe und Stiefel, nur la. Ware, habe weit unter Preis ein gekauft. Diese Schuhe habe ich in meinem Geschäft ausgestellt und gebe dieselben zu Ausnahmepreiseu ab. 4537 Butter zum Auslassen per Mund 75 Mg. empfiehlt 4548 PH. Herrmann Selteröweg 33. WM Sm verkaufen. sJläl)erc5 bet Georg Schäfer, Zicherstraße 5. 4390 4553] Ein transportabler, emaill. Waschtessel, ein Kinderbett, sowie ein Kinderwagen zu verkaufen. Näheres in der Exped. 3 Bande Die neue Natur- Heilmethode von Platen, noch neu, zu verkaufen. 02714 Näh. in der Exped. d. Bl. Schölte AmiiieOnzcu | zu verkaufen. Nordaulage 28. Kleines Wuhans 8 Zünmer, Veranda, Garten, nelfft allem Zubehör, der Neuheit entsprechend eingerichtet, zu 23000 Mark sofort zu verkaufen. 1118 Näheres bet H. Winn, Hof- mannstraße 14. erhalteste StMivanus-lSeise mit Kallen und Zubehör für 25—30 Mark zu verkaufen. 4531 Ernst Robinson, _______Eigarrensabrik, Kesselbach. 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