Dienstag SO. Mai 19OÄ ISS. Jahrgang Erstes Blatt. Nr. 115 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießen er Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Univers.-Buch- u.©tem- druckerei (Piets ch Erdens Rebofttxm, Expeditior und Druckerei: Schulstraße 7. Ldresie für Depeschen: Anzeiger Sie sie». Aerusprechanschluß 9hr.51. vezng-pr-IS, monatlich 75^., merlel- iöhrlich Ml. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Mk.2.—vierted» fäI)Tl ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tageonummer btß vormittags 10 Uhr. ZeilenprerS: lokal ISPs^ auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich: für den ooltt. u. allgem. keil: P. Wittko: füe „Stadl und Vanb" und ,GenchtSsaal'.R.Ditt» mann; für den An« zeigenteil: Hontz Beck. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v , Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Gießen, 17. Mai 1902. Betr.: Die Verwendung von Sprengstoffen. Das Grsßheyogliche Kreismnt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 21. April 1902 (®. A. Nr. 94) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung hiermit erinnert. v. Bechtold. Bekanntmachung. Kiel, Dezember 1901. Wilhelmshaven, Dezember 1901. Im Herbst 1902 wird eine größere Anzahl tropendienstfähiger Dreijährig-Freiwilliger für die Besatzung von Kiautschou zur Einstellung gelangen. Ausreise : Frühjahr 19 03. — Heimreise: Frühjahr 1905. Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner u. s. w.) und andere Handwerker (Schuhmacher, Schneider u. s. w.) werden bei der Einstellung bevorzugt. Die dienstpflichtigen Mannschaften erhalten in Kiautschou neben der Löhnung und Verpflegung eine Teuerungszulage von 0,50 Mk. täglich, die Kapitulanten eine Ortszulage von 1,50 Mk. täglich. Militärdie nstpflichtige Bewerber, von kräftigem und mindestens 1,67 Meter großem Körperbau, welche vor dem 1. Oktober 1883 geboren sind, haben ihr Einstellungsgesuch mit einem auf drei jährigen Dienst lautenden Meldeschein entweder: dem II. Seebataillon in Wilhelmshaven: zum Diensteintritt für das III. Seebataillon und die Marinefeldbatterie, oder der III. Matrosenartillerie-Abteilung in Lehe: zum Diensteintritt für die Matrosenartillerie Kiautschou (Küstenartillerie) möglichst bis Ende Februar 1902 spätestens zum 1. August 1902 einzusenden. Kaiserliche Inspektion Kaiserliche Inspektion der Marineinfanterie. der Marineartillerie. Politische Wochenschau. Feiertagsfriede lag int großen und ganzen über dem verflossenen Viertelmonats - Abschnitt. Hätte nicht das Unterseekabel immer neue Meldungen aus dem westindischen Eruptionsgebiet gebracht, es wäre kein alarmierender Vorfall zu verzeichnen. In das furchtbare Elend auf Martinique, St. Vincent leuchtet nun wie ein echtes Gebild aus Himmelshöh'n die Sonne der opferwilligen Menschenliebe. Es ist erhebend, zu sehen, wie dieser Katastrophe gegenüber die gesamte Kulturwelt helfend zusammcnsteht. Hier fallen alle Schranken; die Fürsten wie die schlichten Bürger, in vorderster Reihe die deutschen, werden freudig Träger des H um ani täts- ged an ke ns; die nationale Verschiedenheit tritt vollständig zurück. So wird auch die Hilfeleistung zu einer tiefgreifenden und umfassenden sich gestalten. Auch für die geflederten Lebewesen, gegen bie von gewisser Seite aus seit Jahren ein grausamer Vernichtungskrieg geführt wird, dürften nun bald bessere Zetten kommen. Wie ein offiziös inspiriertes Preßorgan mitteilte, ist Aussicht, daß dem Reichstag baldigst die Vorlage betr. das internationale Voalschutz- Uebereinkommen zugehen wird. Der Bundesrat hat die Zustimmung bereits erteilt. Im Reichstag trat als nimmermüder Anwalt der für die Landwirtschaft nützlichen Singvögel in erster Reihe der freisinnige Abg. Beckh- Kvburg auf; die parlamentarischen Wortführer des Bundes der Landwirte verhielten sich in dieser Frage reserviert. Wie der Kaiser über das Verhältnis zwischen Beamten und Kaufleuten in den Kolonieen denkt, das hat Graf Götzen, der Gouverneur Ostafrikas, im Klubhaus zur Dar - es - Salaam mttgeteilt. ,,E n g e F ü b l - ung zwischen den verschiedenen Berufszweigen" — das ist es, was der Kaiser wünscht. An den Kaufleuten und anderen Privaten liegt es nicht, wenn das so wenig schöne Gewächs des Kastengeistes rwch immer in Deutschlands Kolonien wuchert. Das bat noch jeder objektiv Urteilende, der „draußen" war, bestätigt. Schon Fürst Bismarck klagte bekanntlich über den BureaukratismuS und Assessorismus in den Schutzgebieten, sein Ziel war der regierende Kaufmann. Nun, wir sind diesem Ziel nicht wesentlich näher gerückt; aber außerhalb des Dienstes, im gesellschaftlichen Verkehr sollte auf so opponierten Posten unter allen Umständen ein harmonisches Verhältnis zwischen den Deutschen obwalten. Man braucht gar nicht so weit zu gehen, um die Schädigung zu erkennen, die der nationalen Sache durch solchen Kastengeist erwächst. In der Ostmark beispielsweise soll es nichts Ungewöhnliches sein, daß höhere preußische Beamte mit hem polnischen Adel anstandslos verkehren, gesellschaftliche Beziehungen zu mittleren preußischen Beamten aber ostentativ ablehnen.' Mußte doch jüngst sogar ein höherer Beamter dort um seinen Abschied einkommen, weil er sich unterfing, die Tochter eines Subalternbeamten zu ehelichen, was die „höheren" Familien wie auf Kommando mit der gesellschaftlichen Boykottierung des Paares ahndeten. Im „gelobten" Lande Preußen geht's eben mitunter wunderlich her. Der Zolltarif-Protest von 700 Vertretern 77 deutscher Städte, der am Dienstag in Berlin vom Stapel gelassen wurde, hat die verschiedenartigste Beurteilung erfahren. Auf der einen Seite hieß es: „Es war eine imposante Kundgebung des deutschen Bürgertums" — auf Der anderen Seite spricht man vom „sogenannten" Städtetag, vom „Bürgertum", das durch nicht weniger als 68 sozialistische Gemeindeabgeordnete vertreten gewesen sei. Tas zutreffende Urteil dürfte auch hier in der Mttte liegen: es war keine Kundgebung der deutschen Städte, denn viele derselben sind emer Erhöhung der landwirtschaftlichen Schutzzölle durchaus geneigt. Andererseits aber kann dem Protest der 700 städtischen Vertreter Bedeutung nicht abgesprochen werden, am wenigsten aus dem Grunde, weil sozialdemokratische Stadtverordnete mitstimmten. Die Bundeshauptstadt Washington wird binnen kurzem das Bronze standbild Friedrichs des Großen in ihren Mauern haben. Unlängst wurde das Denkmal eines anderen Mannes auf amerikanischem Boden enthüllt, der die junge Republik „aus der Taufe" heben half, des Marschalls Rochambeau. Er führte im Unabhängigkeitskampf das ftanzösische Hilfskorps mit außerordentlichem Erfolge gegen die englischen Rotröcke. Aus die Zeit des Entstehens der ttansatlanttschen Republik nahm auch Kaiser Wilhelm in seiner Depesche an Präsident Roosevelt Bezug, als er ihm die Zueignung der Statue des großen Preußenkönigs an das amerikanische Volk anzeigte. Die lieben „Vettern" jenseits des Kanals werden von dieser neuen Bekräftigung der deutsch-amerikanischen Freundschaft schwerlich mit Behagen Kenntnis nehmen, und der Verdruß läßt sich recht wohl nachempfinden. Wer nur erst aus der südafrikanischen „Haut" heraus könnte! Die Aussichten auf Beendigung des Krieges werden trüber und trüber. Joö Chamberlain hat's seinen politischen und geschäftlichen Freunden in Birmingham ziemlich unumwunden zugegeben. Er selbst, der Mann mit Den eisernen Nerven, ist triegsmüde; Lord Kitchener hat sicherlich schon lange keine Freude mehr am kriegerischen Handwerk solchem Partner gegenüber. Also männig- lich würde aufatmen, wenn die Streitaxt begraben werden könnte; man erwartet stündlich eine entscheidende Nachricht über das Resultat der Friedensverhandlungen. Und der Tag der Krönung Kömg Eduards rückt näher und näher. . . Der Jüngling Alfons XIII. hat nunmehr vom Erbe seiner Väter Besitz ergriffen. Die Geschicke des Landes persönlich zu entscheiden, fehlt es ihm natürlich an poli- ttscher Erfahrung. Ob er überhaupt der schweren Aufgabe gewachsen ist, wird sich kaum vor einem Jahrzehnt beurteilen lassen —* wie s freilich bis dahin dem Lande des Weins und der Gesänge ergehen wird, das mag der Himmel wissen. Schlimm wäre es, wenn der junge König unter den Einfluß der Militärpartei (General W e y l e r) oder der Kleriker geriete. Das würde den Republikanern massenweise Anhänger zuführen und den Bestand der Monarchie auf's ernsteste gefährden. Präsident L o u b e t hat die bei der naßkalten Wüter- ung nicht eben genußreiche Fahrt durch Nord- und Ostsee hinter sich und ist auf der Rhede von Kronstadt ein- getroffcn. Hoffentlich fällt der BcgrüßungStrinflpruch deS Zaren so warm aus, daß Herr Loubct den etwas frostigen. Abschied aus Paris und Brest darob vergißt. Berniittlich wird Nikolaus II. den Präsidenten der Teilnahme Rußlands an dem Unglück Frankreichs auf Martinique versichern. Den Nationalisten in Paris wäre ungleich angenehmer, zu hören, daß „Väterchen" die Republik feiner Teilnahme und thatkräfngen Hilfe in der Affaire „Elsaß- Lo ihr in gen" versicherte. Doch „Väterchen" denkt: „O rühret, rühret nicht daran!" — und schweigt. DaMische Tagesschau. Ein Fall Krosigk in der niederländisch ostindischen Armee. In Meester Cornelis, einer bedeutenden Garnisonstadt in der Nähe von Batavia, ist auf einen Offizier ein Mordanschlag verübt worden, der lebhaft an den Fall Krosigk erinnert Ter Kapitän der Infanterie, L. F. Schröder, der Kommandeur der 4. Kompagnie des 11. Bataillons, wurde, als er in dem Kompagniebureau saß, durch den Infanteristen van Deventer überfallen, der, einige Worte äußernd, aus denen seine Absicht hervorging, den Offizier mit gefälltem Bajonett angriff. Kapitän Schröder versuchte den Stoß abzuwehren, doch das scharfe Bajonett verwundete ihn zuerst am Arm und drang chm dann tief in die linke Brust ein. Der Getroffene brach sofort zusammen, und van Deventer, die Waffe aus der Wunde ziehend, fluchtete aus dem Bureau, sah aber seinen Weg durch den Sergeanten Frohen versperrt. Van Deventer faßte nun sein Gewehr bei der Mündung und versuchte dem Sergeanten mit dem Kolben auf den Kops zu schlagen. Der Sergeant bückte sich, der Schlag traf einen Pfahl und war so ftarti geführt, daß der Kolben des Gewehrs in Splitter ging. Der Infanterist erreichte nun den Kasernenhof, wo er laut ausrief, daß er den Kapitän getötet habe. Inzwischen hatte sich Sergeant Frohen, der gefolgt war, ihm genähert und faßte ihn von hinten um den Leib. Van Teventer leistete keinen weiteren Widerstand und ließ sich ruhig zur Wache führen. Als man ihm Handschellen anlegte, sagte er: „Ihr braucht mich nicht zu fesseln, ich weiß sehr gut, was darauf steht und werde nicht lveglausen." Die That hatte inzwischen begreiflicherweise alle Käsernements in Bewegung gebracht; wegen der Haltung der Mannschaften wurde die 4. Kompagnie konsigniert und eine Wache vor ihrer Kaserne etabliert. Dio Untersuchung, die sofort eingeleitet wurde, ergab zunächst, daß van Deventer schon lange einen tiefen Haß gegen seinen Kapitän hegte, der ihn seiner Meinung nach unrechtmäßig bestraft hatte, außerdem soll er ihm in jeder Weise das Leben schwer gemacht haben, van Deventer, der in Indien geboren ist, hat auf Atchin und Lombok gedient und ist wegen Tapferkeit ausgezeichnet worden. Er zeigte keine Reue: er sagte, daß er wohl wisse, daß seiner eine schwer« Strafe harre, doch hielt er sich zu dem Mordanschlag für berechtigt. Er gab volftoändig zu ,daß er (ben Kapitän Schröder töten wollte. Der Offizier schwebt in hoher Lebensgefahr, es ist wenig Aussicht vorhanden, ihn am Leben zu erhalten. Sie vulkanische Katastrophe. Die vulkanischen Ausbrüche auf den kleinen Antillen haben sich weithin bemerkbar gemacht. So ist auf Jamaica, wie uns am Samstag aus Kingston telegraphiert wurde, Lava staub in großer Menge niedergefallen, auf den Höhen weniger als in der Ebene. Der Staub ist wahrscheinlich von St. Vincent gekommen und durch den Wind über eine Entfernung von 1800 Kilometer getragen worden. Der auf die Bergspitze fallende Staub sah wie eine blaue Flamme aus, und die Sonne ging jeden Morgen vollständig weiß auf, welche Erscheinung insbesondere unter den abergläubischen Eingeborenen viel besprochen wurde. — Dem „Newyork Journal" zufolge hat auch ein Ausbruch eines Vulkans verbunden mit Erdbeben in der Nahe von Momo-Tombo in Nicaragua stattgefunden. Dem Bureau Laffan wird aus Newyork über die Lage auf der Insel St. Vincent telegraphiert: Eine 100 Fuß tiefe Schlucht, wo sich die Quelle des Rabacca- Flusses befindet, ist ganz angefüllt; Wallibou ist zum Teil unter dem Meere, das ganz in der Nähe befindliche Richmond hat sich dagegen gehoben, die Dörfer Rabacca und Lot Fourteen sind vernichtet, während die Orte Orange Feuilleton. fc. Fran kfurt a. M., 19. Mai. Unser langjähriges Bühnenmitglied Clemens Grün ist gestern nachmittag gestorben, nachdem sich die Aerzte am Samstag genötigt gesehen hatten, den Stumpf des rechten Beines durch eine zweite Operation bis hoch in ben Oberschenkel zu verkürzen. Rom, 16. Maß Aus dem Forum wurde eine Statue der Kaiserin Faustina in mehreren Fragmenten entdeckt. Nur das Gesicht ist etwas beschädigt. Ueber prähistrische Pygmäen in Schlesien macht Professor Tr. Thilenius-Breslou im Globus interessante Mitteilung. Bei der Durchsicht der prähisto- rischen Skelettreste, die in dem Museum schlesischer Altertümer in Breslau ausbewabrt werden, ergab sich bei einer Reihe von Individuen die Körperlänge als eine so geringe, daß man von Pygmäen sprechen kann. Diese Reste stammen aus der fruchtbarsten Gegend Schlesiens, zwischen Breslau und dem Zobtcn, die daher auch eine ununterbrochene Besiedelung von der neolithischen Zeit her erkennen laßt. Nach dem Verhalten der Röhrenknochen handelt es .sich bei den Resten um vollständig erwachsene Personen. Die gefundenen Maße schließen sich den von Kollmann für die Pygmäen von Schweizersbild festgestellten an. Von großem Interesse ist die zeitliche Verteilung der Pygftiäen in Mitteleuropa, die nach Professor Thilenius folgende ist: Im Rheinthale gehören sie der neolithischen Zett an, in Schlesien teils der ersten Periode der Bronzezeit, teils römischer, teils slavischer Zeit. Damit sind die mitteleuropäischen Pygmäen bis auf ein Jahrtausend etwä der Gegenwart näher gerückt, in der sowohl im Westeyi wie ttn -Osten gesunde und proportionale Individuen beiderlei Geschlechts von 145 Zent^ncter Körperlänge nicht yu den Seltenheiten gehören. Einen wichtigen Fund bei den Ausgrabungen inKarthagv hat jüngst, wie Dr. F. E. ?/eis er aus Tunis der von ihm her aus gegeben en Orienta-ttstischen Litteratur-Zeitung mitt eilt, der verdienstvolle Direktor der tunesischen Altertümer P. Gauckler gemacht, Unterhalb der Fundamente einer römischen Bill« stieß er /auf einen punifdjen Töpserofen, der so gut erhalten war, daß die ganze Anlage genau festgestellt werden kann. Dabei zeigte es sich, daß eine ganze Reihe von Thon- fabrikaten, die man früher für importiert ansah, nach Ausweis der Formen in Karthago selbst hergestellt worden sind. Eine eingehende Veröffentlichung ist bald zu erwarten. Mandolinenschule Dd.18. Wie früher die Guitarre Mode war, so ist eS heute die Mandoline, jenes lautenähnliche Instrument, das seine Heimat in Italien und Spanien hat. Die Mandoline ist nicht nur ein vorzügliches Begleitungsinstrument, sondern sie vermag, in geübter Hand, große Konzertstücke zu bewältigen, sie jubelt in hellen Tönen der Freude und flaat in wehmutsvoller Trauer gleich der Nachtigall in duftschweren Nächten. — Für dieses Instrument ist soeben bei P. I. Tanger in Köln eine theroetisch-praktische, auf neuer Methode beruhende Schule in deutscher und englischer Sprache, zum Preise von Mk. 1.—, schön und stark kartoniert (Tangers Taschen-Album Bd. 18- erschienen, die wir allen Freunden der «andoline emvsehlen, namenttich auch solchen, die auf Selbststudium angewiesen sind. Hill, Tour am a, Mount Bentimk, Lang und Bypark zum Teil zerstört sind. — Ein kleines Zimmer in Georgetown, das als Hospital dient, enthält 36 Kranke. Sie liegen lauf dem Fußboden, weil keine Betten vorhanden sind. Das Zimmer ist nur von zwei Lampen erleuchtet; zwei andere Zimmer sind in ähnlicher Verfassung. Neben dem Hospital ist eine Schreinerwerkstatt, in welcher Särge gemacht werden. Die Kranken können durch das Fenster hindurch sehen und auch hören, wie für sie Särge gemacht werden. 5000 kaum bekleidete heimatlose Flüchtlinge füllen die Straßen von Kingstown und Georgetown. Die anderen Inseln schicken Lebensmittel. Das Kriegsschiff „Jn- defatigable" brachte 25 Tonnen Lebensmittel aus Trinidad. Nahrung ist setzt reichlich, aber die Unterkunft ist mangelhaft. Schulen und Regierungsgebäude dienen zur Beherbergung der Flüchtlinge. In Sandy Bay fanden verschiedene Erdstöße statt und der Gouverneur befahl den 400 Einwohnern, den Ort zu verlassen. Sie flüchten fetzt nach Kingstown und Georgetown. In den nächsten Monaten wird die finanzielle Lage in St. Vincent noch schlimmer werden, da das Land verwüstet ist und die Produkte zerstört sind. Die Regierung muß dann die Bevölkerung ernähren, bis das Land wieder bepflanzt ist. Von den erschütternden Szenen, die sich in dem friedlichen Waxtezimmer des Florapavillons in Paris seit mehreren Tagen abspielen, entwirft der „Figaro" ein Stimmungsbild. Hierher strömen vom Morgen bis aum Abend die Unglücklichen, die von der Angst um das Leben geliebter Wesen aus Martinique gefoltert werden. Trotz der schrecklichen Gewißheit einer Katastrophe, bei der fast kein Leben geschont wurde, hoffen die meisten noch, daß ein Wunder die Lieben, deren Namen sie nur weinend sagen, gerettet hat. . . . Die Beamten, die sie empfangen, sind vor Ermüdung und seelischer Aufregung völlig abgespannt. „Seit Freitag schlafen wir nicht drei Stunden in der Nacht", sagte einer von ihnen. Und der düstere Vorbeimarsch der Besucher fahrt fort. Wilde Szenen der'Verzweiflung spielen sich in den Bureaus ab, und am ersten Tage nach dem Unglück, als die Namen der wenigen Ueberlebenden, deren Liste telegraphiert war, bekannt wurden, sah man unter den Verzweifelten andere, die die Freude förmlich unzurechnungsfähig machte. Ein Unglücklicher, der erfahren hatte, daß sein Bruder gerettet war, sprang und heulte wie ein Verrückter: „Es giebt einen Gott! Es giebt einen Gott!" Man bat ihn, an die Weinenden im Nebenzimmer zu denken, deren Schmerz durch den Rus vergrößert werden mußte. Senator Knight, einer der wenigen Geretteten von St. Pierre, welcher den interimistischen Gouverneur von Martinique Lhuerre bei dessen Besuch im Norden der Insel begleitet hat, richtete an den Kolonialminister ein Telegramm, in welchem er die Ruhe und Würde hervorhebt, mit der die Bevölkerung das traurige Ereignis erträgt. Die Zuckerrohrplantagen in Macouba, Basse Pointe und Le Lorrain sind in gutem Zustande. Die Besitzungen in Basse Pointe sind von dem Unglück völlig unberührt geblieben, sie haben weder unter der Eruption des Mont Peläe, noch unter Plünderungen zu leiden gehabt. Im Süden hatten die bestellten Länhereien überhaupt nichts durchzumachen. Die Bevölkerung der Insel ist durchweg geneigt, die Arbeit wieder auszunehmen Wann das geschieht, hängt größtenteils von den Eigentümern der Besitzungen und deren Stellvertretern ab. Die Bank von Martinique hat den Betrieb wieder ausgenommen. Sie gewährt allen denen Kredit, welche genügende Sicherheiten bieten können. Nach einer Meldung von Fort de France vom 17. ist bei Nordwestwind auf Martinique reichlicher Regen eingetreten; es fällt weißliche Asche. In Earbet herrsche in der Bevölkerung immer noch Panik, und die Stadt wird geräumt. Man hat von neuem unterirdisch esRollen verspürt. Das letztere bestätigt auch der Pariser „Matin", dem aus Fort de France telegraphiert wird: In den letzten Nächten wurden hier etwa 15 heftige Detonationen, welche von Blitzen begleitet waren, verspürt, gleichzeitig wurde der Ausbruch des Berges stärker. In der Umgegend von Precheur haben sich neue Krater gebildet. Auf dem fünften Teil der Insel ist alles durch Feuer vernichtet; der Rest ist von Asche bedeckt. Tie Bewohner der nördlichen Hälfte, welche nach der südlichen gebracht worden waren, kehren wieder nach den Gegenden, in welchen sie früher gewohnt haben, trotz der drohenden Gefahr, zurück. Die Sammlungen für die Geretteten nehmen guten Fortgang. Auch der Groß-Rabbiner von Frankreich hat an alle Rabbiner Frankreichs einen Aufruf zu Gunsten der Opfer von Martinique erlassen. Ebenso haben die Erzbischöfe von Paris und Dijon an alle Kirchen ihrer Sprengel die Aufforderung gerichtet, Ausrufe zu Gunsten der Opfer der Katastrophe von Martinique zu erlassen. Der PariserGemeinderat hat eine Unterstützung von 50 000 Frs. für die Opfer aus der Insel Martinique ausgeworfen. Der türkische Sultan übergab dem französischen Botschafter Constans 20000 Frs. für die Notleidenden. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." bemerkt zu dem auf Anregung der Kaiserin vom Centrälkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz verbreiteten Aufruf zu Sammlungen für die Hilfsbedürftigen auf Martinique, sie glaube aus die Zustimmung weiter Kreise rechnen zu dürfen, wenn sie aus das Unterstützungswerk mit dem Wunsche Hinweise, daß seine Durchführung in einem der Größe des Unglücks und der hochherzigen Initiative der Kaiserin entsprechenden Umfange gelingen möge. Durch das organisierte Vorgehen der Vereine vom Roten Kreuz erhalte die deutsche Hrlfsthätigkeit für die Ueberlebenden der furchtbaren Katastrophe eine wirkungsvolle Zusammenfassung und werde dadurch nach außen als Gesamtrundgebung der deutschen Nation gekennzeichnet. Das Blatt schließt: „Im Namen der schwer betroffenen Angehöriger: des ftanzösi- schen Volkes, dem wir unsere menschliche Teilnahme durch die That beweisen wollen, hoffen wir, daß die von der ersten deutschen Frau gegebene Anregung auf fruchtbaren Boden fallen wird." Aus Stadt und $aui. Gießen, den 20. Mai 1902. LU. Von der Universität. Auf die neuerrichtete außerordentliche Professur der Mathematik ist Herr Dr. Josef Well st ein, Privatdozent in Straßburg, berufen worden. W., der dem Rufe Folge leistet, wird seine Vorlesungen unmittelbar nach Pfingsten beginnen. — Wie die „Darmst. Ztg." meldet, ist er bereits vom Großherzog am 17. Mai zum außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Landesuniversität, insbesondere für das Fach der Mathematik, mit Wirkung vom 1. Juni, ernannt worden. ** Octroi Einkommen der Stadt Gießen. Nach dem Jahresberichte des Octroi-Jnspektors Mäser pro 1901/02 beträgt: A. Das Octroi-Einkommen der Stadt Gießen: • 1900/01 1900^02 Mk. Mk. 1. Von Schlachtvieh . , . 2. Von Fleisch, Fleischwaaren 36 884,63 6 475,88 37 439,12 7 272,10 und Wildpret .... 3. Von Brennmaterialien . . 38 601,93 36 025,17 4. Von Mühlenfabrikaten und Hafer. . . . 5223,13 5 644,83 5. Von Getränken .... 32 073,09 33 316,11 Im Ganzen 119258,66 119,697,33 Daher in 1901/02 mehr Mk. 438,67 B. Die Rückvergütungen betragen 1. Für gefallenes Vieh und ausgeführtes Fleisch . . 856,00 822,25 2. Für ausgeführtes Brenn- material ...... 608,93 600,33 3. Für ausgeführte Mühlenfa- brikate und Hafer . . . 2 568,24 3 246,93 4. Für ausgeführte Getränke . 5 944,82 2 611,82 6 761,68 5. An das Militär .... 2 686,62 Im Ganzen 12 589,81 14 117,81 Daher in 1901/02 mehr Mk. 1528,00 C. Abschluß. Von dem Einkommen . . . 119 258,66 119 697,33 Die Rückvergütungen ab . . 12 589,81 14117,81 Bleibt Einkommen 106 668,85 105 579,5F~ Daher in 1901/02 weniger Mk. 1089,33 ** Bezüglich der zusammenstellbaren Fahrscheinhefte macht die preußisch-hessische Staatsbahnverwaltung noch besonders darauf aufmerksam, daß innerhalb des Staatsbahngebiets, wenngleich nur für bestimmte, aus dem Verzeichnis zu ersehende Strecken Fahrscheine aufliegen, die Reise dennoch von einer beliebigen an der Fahrscheinstrecke Gelegenen Zwischen st ation aus angetreten und auf dieser beendet werden kann, ohne daß deshalb die ganze Strecke bezahlt zu werden braucht. In solchen Fällen werden für die Zwischenstrecke Blanko-(Ergänzungs-)Fa hrscheine dem Hest eingefügt, deren Preis nach der kilometrischen Entfernung besonders berechnet wird. ** Vo:: d er Eis enb ahn. Der Eisenbahnminister hat verfügt, daß die Ermäßsigung der Fahrpreise auf Eisen- bahnsahrten für Schülerfahrten (Lehrlinge, Schülers) dahin geändert werde, daß von jetzt an die Hälfte des Fahrpreises für die dritte Wagenklasse in Anrechnung kommt; Schüler unter zehn Jahren zahlen von diesem Satz wieder die Hälfte. Diese 50prozentige Ermäßigung soll auch auf den Tarif der Rückfahrkarten dritter Klasse gewährt werden, sodaß für Schüler- resp. Turnfahrkarten das Kilometer hin und zurück nur 3 Pfennig kostet. Es wird natürlich vorausgesetzt, daß Hin- und Rückfahrt auf der Strecke erfolgt, und daß die Zeitdauer der bezüglichen Rückfahrkarten nicht überschritten werde . ** Darmstädter Schloßfreiheitslotterie. Die Direktion der Hess. Landeslotterie schreibt uns: Zu einer Stadtverschönerung, also zu einem gemeinnützigen Zwecke, erfolgt demnächst die Ausspielung einer ebenso eigenartigen wie gewimrreichen Geldlotterie. Es ist dies die Darmstädter sog. Schloßfreiheitslotterie, deren Ueberl- schuß zur Befreiung des die Staatsbibliothek enthaltenden Teils des Darmstädter Schlosses von einer dasselbe allzu nahe beengenden Nachbarschaft helfen und zugleich int Mittelpunkte unserer Landeshauptstadt einem dicht zusammengedrängten alten Stadtteile mehr Licht und Luft schaffen soll. Eigenartig ist diese Lotterie, weil sie eine Klassenlotterie mit nur 2 Klassen ist, die den Teilnehmern nicht so lange, wie dies sonst der Fall ist, Geduld aufnötigt, besonders gewinnreich, weil die Lotterie ohne Inanspruchnahme eines Unternehmergewinnes von der Direktion der Landeslotterie ausgeführt wird. Die Gewinne werden vollkommen abzugsfrei ausgezahlt, und man kann im günstigsten Falle auf das ganze Loos 250000 Mk. bar gewinnen. Da man schon für 3 Mk. in jeder Klasse ein Zehntellos, für 6 Mk. ein Fünftellos usw. erwerben kann, dürfte die Beteiligung rege werden. — Der Verkauf der Lose findet durch die Kollekteure der Landeslotterie statt. ** Ein vermißtes Kind! Verschwunden ist seit dem 18. August v. I. nachmittags 2 Uhr 30 Min. aus Hannover die sechsjährige Else Kassel, Tochter des zu Hannover Roscherstraße Nr. 6 wohnhaften Kutschers Kassel. Das Kind war zur bezeichneten Zeit auf die Straße gegangen, um zu spielen, und ist nicht wieder zurückgekehrt. Den Umständen nach muß angenommen werden, daß das Kind verschleppt, von Zigeunern entführt oder sonst von anderen Personen festgehalten worden ist; dasselbe ist sehr aufgeweckt und vermag Namen, wie Wohnung deutlich anzugeben. Ein Kind, das mit der nachstehend näher bezeichneten Else Kassel aus Hannover Aehnlichkeit hat, ist am 3. d. M., abends bei einer Zigeunerbande von drei Ndännern und drei Frauen angetroffen worden, als diese in Station Kronweiler (Fürstentum Birkenfeld) den nach Bingerbrück fahrenden Eisenbahnzug benutzten. In Münster a. Sd verließen die Zigeuner mit dem Kinde dön Zug und verschwanden, nachdem sie ihre Habseligkeiten auf einen Karren geladen hatten. Der Führer legitimierte sich durch eine Bescheinigung des Magistrats in Hannover als. Künstler Reichrat (oder Reichard). Er gab an, nach Schwalb ach zu dem Meister der Bande ziehen zu wollen. Wa^en besaß die Bande nicht. Jedermann, der die bezeichnete Bande antreffen sollte, wird gebeten, sofort die nächste Polizeibehörde bezw. den am schnellsten anzutreffen- den Polizeibeamten, Gendarmen rc. hiervon zu benachrichtigen. Gegebenenfalls wäre auch das Polizei-Präsidium zu Hannover telegraphisch in Kenntnis zu setzen. Die verschwundene Else Kassel ist etwa 1 Meter groß, schlank, hat hellblondes, lockiges Haar, volle, runde, rote Backen und als besonderes Kennzeichen in der linken Hand eine Warza. Bei seinem Weggänge war das Kind mit einem blau und weiß hellkarierten Wischkleid, blau und weiß gestreifter Schürze, hellbraunem Unterrock, schwarzen Strümpfen und schwarzen Knopfstiefeln bekleidet. Die Eltern, des Kindes bitten bei ikn Recherchen nach demselben insbesondere um die Mitwirkung des Publikums. ** Frühauf! Das Frühaufstehen hat mit Recht bei allen Naturvölkern stets in großem Ansehen gestanden. Erstens verlängert es wirklich den Tag und somit die Arbeitszeit. \ Wer einmal ins lange Schlafen kommt, der wird nie fertig. Die Langschläfer sind den ganzen Tag mißmutig, träumerisch, und so geht die Arbeit nicht vom Fleck. Der Vomcktternachtsschlaf ist der b^ste. Das ist darum besonders wahr, weil diese Redensart aus der reinen Ev^ fahrung heraus entstanden ist. Der Schlafmangel einet Vormitternachtstunde verlangt mindestens zwei Stunden Nachholung am Morgen, wenn dieselbe Stärkung erfolgen soll. Noch nachteiliger wirkt der Schlafmangel der Nach mitternachtsstunden. Denn der Sonnenstand hat unbedingt Einfluß auf den Organismus des Körpers, das sieht man an den Tieren, namentlich an den Vögeln, die mit Sönnern Untergang schlafen gehen. Die Wirllmg der aufgehenden Sonne ist eine andere, wie die der niedergehenden. Die Morgenfrische hat besonderen, gesundheitlichen Wert. Bei allen Frühjahrskuren und in den Bädern spielt das Frich aufstehen eine anerkannte Rolle. Im Frühjahr, zur Zell des Sprossens und Blühens, ist das Frühaufstehen unendlich empfehlenswert. Zu keiner Zeit duftet der Garten, Wiese und Wald so angenehm, frisch und erquickend, wie des Morgens. Jeden Morgen feiert die Natur ihr Auferstehungsfest aufs neue. Während des Tages mattet sich die Vegetation immer mehr ab. Der Naturfteund begreift nicht, wie während der schönsten Herrlichkeit in der Natur so viele Menschen schlafen können. Sie lernen die wahre Schönheit der Natur nicht kennen. So bringt das Frühaufstehen nicht nur Wohlstand, Gesundheit und Weisheit ins Haus, sondern es verschafft auch einen wahren, reinen Lebensgenuß. Also: Frühaus! ** Landes-Konferenz des Vereins der Freundinnen junger Mädchen. Hofkaplan Palmer-Schönberg eröffnete die Tagung, die am 16. in Mainz stattfand, mit einem Gebet, dem er eine Schilderung über die Zwecke des Vereins auf religiöser Grundlage anschloß. Hierauf hieß Gräfin Viarie zu Erbach-Schönberg, geb. Prinzessin von Battenberg, die Anwesenden mit einer herzlichen Ansprache willkommen. Sodann erstattete Frau Oberkonsistorialrat Walz den Rechenschaftsbericht, welchem wir, nach dem „M. Tgbl.", folgendes entnehmen: Im allgemeinen hat der Verein feit etwa 10 Jayren einen erfreulichen Aufschwung genommen und sein Mitgsliederstand ist auf 353 angewachsen, hat sich also feit 8 Jahren fast verdoppelt. Dieser rasche Zuwachs ist hauptsächlich dem Wirken und Werben zahlreicher Pfarrsrauen zu danken. Im Großherzogtum ist der Verein an 136 Orten vertreten. Mainz hat 17 Mitglieder. In Darmstadt ist die langjährige und verdienstvolle Lokalvorsteherin Frl." Wider aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten; an ihre Stelle wurde Frau Hauptmann Kühne berufen. Das in Darmstadt errichtete „Marthahaus" wurde stets stark in Anspruch genommen, dabei wurde jedoch die Beobachtung gemacht, daß die Ladnerinnen leider das Haus wenig, dagegen Kindergärtnerinnen und Näherinnen desto mehr in Anspruch nehmen. Eine besondere Berücksichtigung sand in dem Bericht die schon seit einer Reihe von Jahren mit gutem Erfolge in Bad-Nauheim getriebene sogenannte Bäder-Mission. Aus den Lokalberichten, die erstattet wurden, ging in erfreulicher Weise hervor, daß das segensreiche Wirken des Vereins gute Früchte getragen und auch überall Anerkennung und Entgegenkommen gefunden hat. Vielfach wurden neue Anregungen gegeben, die sicherlich Berücksichtigung finden werden, wie zum Beispiel das beantragte ausgedehntere Plakatwesen und der Wunsch, daß, mehr wie seither, alle Konfessionen die Wohlthaten des Vereins genießen möchten. Die stellvertretende Vor-, sitzende des deutschen Nationalvorstandes, Fräulein A. Vollm ar-Berlin, hielt alsdann einen Vortrag über die „Ziele und Grenzen der Freundinnen arbeit", die sie in anregendster Weise zu schildern verstand. Wov 25 Jahren auf einem in Genf ab gehalten en Kongreß gegen die Sittenlosigkeit wurde der Verein der „Freundinnen junger Mädchen" ins Leben gerufen, und feine Fürsorge: jungen Mädchen in der Fremde helfend und beratend zur Seite zu stehen, erstreckt sich heute auf alle Länder und auf alle Konfessionen. Die Aufgaben des Vereins zerfallen in drei große Abteilungen, in eine internationale, eine nationale und in eine lokale. Etwa 6 Millionen Frauen und Mädchen stehen heute im öffentlichen Erwerbsleben. Will ein Mädchen nun z. B. eine Stelle im Auslande annehmen, so kann es durch den Verein die näheren Anhaltspunkte über die angebotene Stelle erfahren und sich später am neuen Platz bei den Bereinsmitgliedem Rat und Unterstützung holen. Sehr thätig arbeitet ferner der Verein mit Hilfe der Polizei gegen den Mädchenhandel, und es ist ihr gelungen, oft noch kurz vor Abgang eines Schiffes den Mädchenhändlern ihre Opfer zu entreißen. Bekannt ist ferner die Thätigkeit des Vereins für durchreisende Mädchen, und auf den Bahnhöfen natürlich kann der Verein um so wirksamer schaffen, je größer die Zahl seiner Mitglieder ist, die sich thatkräftig an der Erreichung seiner hehren Ziele beteiligen. Zum Schlüsse regte die Vortragende an, darauf hinzuwirken, daß auch in Mainz recht bald ein „Heimatsbaus" erstehen möchte. Ueber den „Wochentag uno Sonntag in Heimaten der Freun« binnen" sprach Frl. H. Voll mar - Berlin, die Sch3O. Spezialität der 3735 Löwen-Drogerie, W Kilbinger KMiiiPMW in modernster Ausstattung von den billigsten bis zu den hochfeinsten Sorten, sowie eine größere Auswahl Marktwagen empfiehlt Friedrich Kashne sen. 2 Asterweg 2. 2456 Kirr-, Wem- und WchnMiche Flaschenabfüllschläuche Verdichtungen jed. Art, Treibriemen sowie alle technischen Artikel für maschinelle Betriebe. 2789 Telephon 249. Hetstüder Ae0tg Wallth-rstr. 24. iw ü ßasheizöfen ^Vertreter an fast allen Plätzen. Borzügliche SößrahN-Tchlbilttrr Schweizer-, Wmer- R«hm-, Limburzer- " HM-, Kröllter- Z Stililgeiikümmel- tzamemöerts-, Kronen-, IrüstflücKs-Käse empfehlen in frischer feinster Ware ,u billigsten Preisen 703 A. & G. Wallenfels 21 Markt 21. 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