Erstes Blatt. Donnerstag Äv. Februar 1902 s iU können. 152. Jahrgang Nr. 43 Erscheint lägttch außer SonntagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesslschen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notattonsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Unioers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Ldreste für Depeschen: «uzetger Gießen. NernsprrchanschlußNr.bl. Berlin, 19. Februar. Das vor mehreren Tagen vom General-Intendanten der künigl. Theater Grasen Hoch berg eingereichte Entlassung sg es uch ist vom Kaiser in einer Kabinetsordre in allergnädigsten Worten gestern vorläufig abgelehnt worden. Die Blättermeldungen, daß der Wiesbadener Intendant v. Hülsen zum Nachfolger HochbergS ausersehen sei, sind unzutreffend. Es werden jetzt als Kandidaten für den demnächst doch wohl vakant werdenden Posten u. a. v. Posiart-München, Baron v. Bcrger-Hamburg, Dr. Paul Lindau, Angelo Neumann-Prag und Barnay-Wiesbaden , genannt. — An Stelle des ausgeschiedenen Professors Eugen Bracht berief der Kultusminister den von der Akademie gewählten Professor Ludwig Passini zum Senatsmitglied der Akademte der Künste für den Rest der Amtsdauer Brachts. Die von der Akademie erfolgte Wahl des Professors Engelbert Humperdinck zum ordentl. Mitglied hat der Kultusminister bestätigt. Newyork, 19. Febr. Der amerikanische Landschaftsmaler Albert Bierstadt ist gestorben. — Die chinesische Bibelübersetzung, eins der schwierigsten Probleme für die christlichen Missionare im Reich der Mille, hat einen wichtigen Fortschritt zu verzeichnen. Bei der vor 12 Jahren in Schanghai gehaltenen Missionskonferenz wurde die Frage einer einheitlichen chinesischen Bibelübersetzung als eine der brennendsten bezeichnet. Man kam überein, die Bibel gleichzeitig im hohen Litteratursiil, im leichten Buchstil und im Mandarinendialekt herauszugeben. Für jede dieser drei Schreibweisen wurde eine besondere Kommission ernannt. Als die dringlichste Aufgabe wurde die Uebersetzung im leichten Buchstil bezeichnet. Gerade von dieser letzteren Ausgabe ist soeben die Revision des Neuen Testaments vollendet und als Probedruck erschienen. In der unter dem Vorsitz des anglikanischen Bischofs Burdon arbenenden Kommission, die diese wertvolle Arbeil geleistet hat, sitzt auch em Deutscher, der Rheinische Missionar Gen ähr. Frankfurt a, M.. 18. Febr. Das Gesuch unseres Heldentenors Aloys Burgstaller um Entlassung aus dem Verbände unserer Oper wurde genehmige Burgstaller wird diesen Sommer in Bayreuth wieder m vollem Umfange thätig fern. Prior bkivrich in brr ommkamschw Komdütur. Aus Newyork wird gemeldet: ,Es wäre erstaunlich, wenn nicht auch der „cartoon', jene Federskizze, die eine Mehrzahl amerikanischer Zeitungen täglich bringt, sich mit dem Prinzen beschäftigt. Gewöhnlich behandell dieser Earton das wichtigste Tagesereignis, meist polüischer Natur, und ist fast ausnahmsweis als Karrikatur gehalten. Jener Pankee- humor, der sich selbst ebenso gern wie andere verspottet, macht da tolle Sprünge. Wer deren Wesen versteht, wird gerade in ihnen den besten Beweis dafür finden, daß sich mit Bezug auf alles Deutsche in Amerika ganz plötzlich ein geradezu verblüffender Umschwung der Gefühle vollzogen hat. Am schlechtesten kommt übrigens stets Onkel Sam im Earton weg. Hat irgend em Trust auf dem Wege legislativer Maßregeln für sich gewinnbringende Privilegien errungen, so erscheint der Onkel mit blauem Auge und „ eingetriebenem Zylinderhut; das Futter der geleerten Taschen, die er mit Thränen im Auge bettachtet, hängt heraus, und im Hintergründe entfernen sich cm paar Bauernfänger mit ihrer Beute. Hat es auf den Philippinen auch nur die kleinste Niederlage gegeben, so amüsiert sich der Pankee königlich, weil diese ihm Gelegenheit bietet, Onkel Sam „m der Suppe" abgebildet zu sehen. Er sitzt dann in einer dampfenden Terrine, deren Deckel ihm über die weißen Haare gestülpt ist, während ein Teil des schweißtriefenden und geängstigten Gesichtes her- uusschaut. ■ Gegenwärtig aber behandelt der Earton lediglich die Prinzen reise. Da sehen wir den deutschen Kaiser durch einen Matrosen des Prinzen Reisetasche offnen lassen und eine große Flasche hineinlegen, deren Ausjchrift mit Bezug auf die zahlreichen Festlichkeiten besagt: , Gut gegen das Gefühl am nächsten Morgen." Aus einer anderen L-kizze sehen wir Columbia und Germania sich die Hand rer -en, erstere trägt am Busen ein Bouquet, aus dessen Manschette geschrieben: „Einladung zum Stapellauf". Germania hat ihr dies also eben überreicht. Im Hintergründe aber kommt John Bull mit einem großen Briefe, besagend: „Einladung zur Krösie immer noch in einer viel besseren Lage als der Arbeiter. Um diesem Missstande wirksam entgegentreten z sei die Schaffung einer selbständigen Reichsbehörde, eineL Ständen eine besondere Notstandsoorlage verabschiedet werde. Er habe nun soeben aus dem Muiidc des Regier- ungsvertreters erfahren, daß eine solche besondere Not* standsvorlage nicht erforderlich sei, weil die im Budget vorgesehenen Mlltel zur Minderung der Arbeitslosigkeit von der Regierimg als unzureichend bezeichnet würden. Indes sei das von der Regierung gesammelte Material nicht einwandsfrei. Besonders in den Industriestädten fei die Lage der Arbeiterschaft unendlich viel trauriger, so besonders in Offenbach. Eine Umfrage bei den Gemeinden hätte vielleicht ein anderes Resultat ergeben. Bor Augen habe er eine Umfrage des GcwerkschaftSkartells in Offenbach. In der Stadt selbst sei am 26. Januar eine ArbeitS- zählung vorgcnommen worden durch Ausgabe von .^65 Zählkarten. Es seien 320 Marten eingegangcn, wonach sich ergeben habe, daß 154 Verheiratete und 166 ledige Arbeiter hierbei in Betracht kämen. Davon seien 90 noch nicht ganz einen Monat, 90 über einen Monat, 91 über zwei Monate, 15 nicht ganz 4 Monate, 18 nicht ganz 5 Monate und 26 mehr als 6 Monate arbeitslos gewesen. Außerdem gebe es viele mit beschränkter Arbeitszeit und eine große Anzahl arbeitete nur die Hälfte der Woche. Für die städtischen Arbeiten seien nicht alle ihres Berufs oder körperlichen Konstttution wegen geeignet, un£> nur wenn sie dem Der- hungern nahe seien, griffen sie auch danach. Namenloser Elend sei über Hunderte von Familien hereingebrochen, und es sei Pflicht des Staates und der Kvmmunalver- bände, hier einzugreifen. Tie Ziffern in Berlin und anderen Großstädten böten noch ein viel grausigeres Bild, weil dort keine Bevölkerung, wie bei uns, vorhanden Jet, die sich wenigstens einen Teil ihres Unterhaltes aus der Landwirtschaft erwerben könnte. Doch genügten diese Ziffern in Hessen, festzustellen, daß der Ausschuß berechtigterweise zu dieser Entscheidung gekommen sei. Die jetzige KrisiS sei schärfer als die seitherigen, zum mindesten zeige sie sich schärfer in ihren Wirkungen. Mit Hilfe der Statistik müßten ihre Ursachen und Wirkungen ergründet werden, um in Zukunft in der Lage zu Jeni, Krisen vorbeugen zu können. Einmal, imJahre 1895,habe dieReichsregieruna einen Anlauf dazu genommen mit einer Zählung der Arbeitslosen. Seitdem habe man nichts mehr davon gehört. In bestimmten Zeiträumen müßten derartige statistische Aufnahmen stattsinden, um die Resultate verwerten zu können. Was nützten da alle Umfragen bei Beamten? Die Arbeiter selbst müßten mitwirken, und in dieser Beziehung wenigstens müsse er die Erklärung des RegieruugsvertreterS einer Kritik unterziehen. Nun sage man, die Unternehmer leiden ebenfalls. Aber selbst wenn diese auch zusetzten, so seien nung" (natürlich Anspielung auf die Anwesenheit von Miss Roosevelt bei der Krönung) gelaufen. Da tritt der ebenfalls anwesende Onkel Sam auf ihn ju, und wie aus seinem Munde kommend sind die Worte geschrieben: „Mach, daß Tu wegkommst, Du kommst zu spät!" Der Umstand, daß fünf Logen des Großen Opernhauses für die Galavorstellung w einer , Königsloge" ausgebaut werden, inspirierte einen Künstler zu einer Skizze, die er unter schreibt: „Nicht wahr, Königliche Hohell, wir haben auch unsere Könige?" Ta sitzt zur Linken des Prinzen Onkel Sam in der Loge. Der erstere ist einfach in Uniform und nach einer Photographie gezeichnet, Onkel Sam aber mußte doch etwas am Zeuge geflickt werden, und so trägt er eine mit Dollarstücken besetzte Krone und renommiert mit einem ungeheuer großen Portemonnaie in der Hand. In den Logen ringsum aber sitzen, möglichst mit Pvrträtähnlichkeit gezeichnet, die Persönlichkeiten, die der Prinz wirklich in ihnen gewahr wird. Alle tragen Krönchen mit einer Inschrift. Diese besagt bei Morgan : „König der Finanz", bei anderen: Kohlen- oder Eisenbahnlönig", dann wieder: „Fürst der Svelulanten", „Königin der Gesellschaft" und bei einer be- sonders mit Juwelen geschmückten Dame: „Diamanten- Königin". _ ... , Natürlich hat eme amerckanyche Zerrung nun auch herausbekommen, warum mcht, wie es zuerst hieß, der Kronprinz zum Stapellauf kommt. Sein kaiserlicher Vater wollte zuerst ihn schicken. Dann aber siel demselben ein, daß sein Erbe auf der Reise mit Amerikanerinnen zusammenkommen würde, und — niemand kann die schönen Yankeetöchter sehen, ohne sich in sie zu verlieben! Ter Kronprinz würde dem Kaiser erklärt haben: „Ich heirate nur eine Amerikanerin!" Und darum kommt Prinz Heinrich, der schon verheiratet ist. Reichsarbeitsamtes, erforderlich. Daran müßten Arbeiterkammern angegliedert werden; die Abteilung des statistischen Amtes sei durchaus ungenügend. Die Frage der Arbeitsvermittlung werde von ihm nicht unterschätzt. Von Reichswegen sei in dieser Beziehung bisher so gut wie gar nichts geschehen, es sei denn bezüglich der Provision oer Arbeitsvermittler. Auch in dieser Beziehung müsste vom Reich eingeschritten werden. Aber alle diese Mittel seien eben doch nur Palliativmittel, ein durchgreifendes Mittel könne nur durch Eingreifen der gesetzgebenden Faktoren in die Produktion gefunden werden, nämlich durch Einleitung einer allgemeinen Beschränkung der Produktion denken ließen, sofort in Angriff zu nehmen seien. Auch sollten Extra-Megebauten, sobald auf besondere Vorlage die entsprechenden Mittel bewilligt seien, vorgesehen werden. Tie Bauabteilung habe die Bauten chres Ressorts thunlichst gefördert, und die Eisenbahnabteilung biete reichliche Arbeitsgelegenheit durch den Umbau der Bahnhöfe Worms, Laubach, Lollar und durch die in Vorbereitung begriffene Ausführung der Linien Lorsch—Heppenheim, Grebenhain— Gedern, sowie durch den Umoau des Bahnhofes in Darmstadt. Nach allem Gesagten sei also in allen Landesteilen ausreichende Arbeitsgelegenheit vorhanden. Zudem hätten die Oberförstereien angezeigt, daß ein vermehrter Andrang selbst zu den leichteren Arbeiten nicht vorhanden sei. Auf Seite der Staatsverwaltung sei somit alles geschehen, was in den einzelnen Ressorts der Verwaltung habe geschehen können. Er könne sich daher darauf beschränken, zu erklären, daß Vs nicht in der Absicht der Regierung liege, mit besonderer Notstandsvorlage an die Landstände heranzutreten, Aumal im Hinblick auf die im Rahmen des Budgets neu zu schaffende Arbeitsgelegenheit. Dieser Teil des Aus- schußberichts sei durch seine momentanen Ausführungen erledigt. Die Kammer könne überzeugt sein, daß die Re- gierung der Sache ihre ernsteste Aufmerksamkeit auch künftighin schenken werde. Nun komme er zum zweiten Punkt des Ausschußberichtes. Was zunächst die kommunalen Arbeits-Nachweise angehe, so könne aus einer erheblichen Subvention im Staatsbudget entnommen werden, daß die Fürsorge der Regierung auf diesen Punkt gerichtet sei. Was nun die Resultate der Arbeitsnachweise angehe, so seien dieselben in den Städten befriedigend, dagegen hätten auf dem Lande sdiiese Nachweise im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse versagt. Was die Frage der Arbeiterstatistik behufs wirksamer Bekämpfung der Arbeitslosigkeit angehe, so sei er selbst Mitglied der Kommission für Arbeiterstatistik und nehme als solches das lebhafteste Interesse an dieser Einrichtung, für die demnächst eine neue ständige Einrichtung zur Pflege der Arbeiterstatistik im deutschen Reiche geschaffen werden solle. Wenn der Berichterstatter des Ausschusses betont habe, daß statt dessen ein selbständiges Reichs- arbeitsamt besser nm Platze gewesen wäre, so ftel/e er dieser Ansicht sympathisch gegenüber. Nun fei noch die Erwägung der Frage der Arbeitslosigkeitsversicherung der Regierung ans Herz gelegt worden. Bis zu einem gewissen Grade sei diese Aufforderung schon dadurch gegenstandslos, daß er selber der Gesellschaft für soziale Praxis an gehöre. Diese Frage sei von ungeheuerster Wichtigkeit, aber auch sehr schwierig. Im Reichstag sei dieserhalb eine Kommission berufen worden, u«m diese Frage zu erörtern. Die Regierung sei stich wohl bewußt, daß sich der Ausführung dieser Versicherung wahrscheinlich nicht übersehbare Schwieng- keiten entgegenstellen werden. Irides werde doch wohl einst der Tag tommen, an dem dem Bau der deutschen Sozialgesetzgebung neben der Witwen- und Waisenversicherung auch die Arbeitslosigkeitsversicherung als Schlußstein eingefügt werde. Und dann werde man dankbar aller derer gedenken, die an diesem stolzen Bauwerk mitgearbeitet hätten, und in diesem Sinne bedeute auch die Resolution der Kammer eine nicht zu unterschätzende Mitwirkung. (Bravo!) Abg. Ulrich (Soz.): Der Ausschußantrag, dessen Annahme er dem Hause nur sehr ans Herz legen könne, fei in aller Form eine Empfehlung des Antrags selbst. Im wesentlichen komme es ihm darauf an, zu erfahren, dass alle Staatsarbeiten möglichst in Angriff genommen seien. In zweiter Linie komme cs auch darauf an, daß von den Vezu flöpretAr monatlich 76911, viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk 2 — viertel- ’ährl. auSschl. Bestellg. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger v Annahme von Anzeige» ir die laqcßnummet S vormittag- 10 Uhr. .ilenpreis: lokal 12Pf, ruswärt- 20 Psg. verantwortlich: • ür den polit. u. aIlgens Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen _____ U -eiqenteil: Han« Beck. Hessischer Landtag. Zweite hesstsche Ständekammer. 79. Sitzung. Darmstadt, 19. Febr. Präsident HaaS eröffnet die Sitzung um 10.40 Uhr. Am RegierungstischStaatsminister Rothe Exc., die Ministerialräte Braun und Breidert, Geheimrat Emmerling. Tie Debatte über den Antrag Ulrich und Gen., ine Milderung der Arbeitslosigkeit betr., wird fortgesetzt. Hierzu liegen folgende Anträge des Ausschusses vor: 1) Lohe zweite Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, der durch die rückläufige Konjunktur unserer Jn- oustrie hervorgerufenen Arbeitslosigkeit fortgesetzt ernsteste Aufmerksamkeit zu widmen und alle zur Milderung des Mißstandes erforderlichen Massnahmen zu ergreifen, erforderlichenfalls den Ständen entsprechende Vorlage zu machen. 2) Großh. Regierung zu ersuchen, in Erwägung zu ziehen, welche Mittel seitens des Reiches oder des Landes zwecks dauernder wirksarner Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen anzuwenden sind, insbesondere auf Einführung einer Versicherung gegen unverschulditte Arbeitslosigkeit hin^uwirken und ihren Bundesratsbevollmächtigten die dieserhalb erforderlichen Instruktionen $u geben. 3) Den Antrag Ulrich und Gen. für erledigt zu erklären. Ministerialrat Brann: Was den Umfang der Arbeitslosigkeit im Lande angehe, so beziehe er sich in dieser Beziehung auf die Verhandlungen der 70. Sitzung. Hier habe die Regierung Auskunft über die Massregeln gegeben, die der Staat und die Kommunalverbmche zur Milderung des Notstandes ergriffen hätten. Tie damaligen Befürchtungen rezüglich einer weiteren Verschlechterung des Tiefstandes eien alucklicherweise gegenstandslos geworden durch die in- olge des gelinden Winters möglich gewordene Ausführung von Bauten in der Staats- unb Gemeindeverwaltung. In einigen Branchen lasse sich bereits eine leichte Besserung verspüren, und es sei in vieler Beziehung eine Wendung zum Besseren eingetreten. Nicht zu verkennen sei, dass diese bedauerllche Erscheinung im wirtschaftlichen Leben vielfach aaitatorisch übertrieben worden sei. So sei eine Notiz der „Frankfurter Zeitung" vom 29. Januar über die Arbeitslosigkeit in Worms, um die fick) die städtische Verwaltung nicht kümmere, nad) einer ausführlichen Darlegung der Großh. Bürgermeisterei Worms durchaus übertrieben und unrichtig. Trotzdem werde sich die Regierung nicht abhalten lassen, im Sinne des Antrags Ulrrch die erforderlichen Anordnungen zu treffen. Auf Anregung des Staatsministeriums, was staatlicherscits in dieser Hinsicht zu geschehen habe, habe das Ministerium des Innern angezeigt, daß durch die Neubauten in Alzey, Oppenheim, Wöllstein rc. für ausreichende Arbeitsgelegenheit in dortiger Gegend gesorgt sei. Auch die anderen Ministerien äußerten sich in gleichem Sinne. So habe das Justizmttttsterium mitgeteilt, daß die Erd und Fundamentierungsarbeiten bei den Amtsgerichten Bensheim und Fürth ununterbrochen fortgesetzt würden; ebenso sollten die im Hauptvoranschlag eingesetzten Neubauten nach der Bewilligung sofort in Angriff genommen werden. Noch umfassender habe das Finanzministerium das Erforderliche in die Wege geleitet. In einem Ausschreiben, das im Tezember an die Oberförstereien ergangen sei, habe das Ministerium angeorduet, daß nicht nur alle vorgesehenen, sondern auch aridere Arbeiten, soweit sich weitere durch Verbot der Kinderarbeit, der schädlichen Frauenarbeit imd der Verkürzung der Arbeitszeit überhaupt. Durch diese Regulierung der Arbeitszeit würden steigende Löhne und bessere Lebenshaltung erzielt und die Landstraßen entvölkert zum Besten der Allgemeinheit. Er erkenne die Be- rnühungen Regierung an, hoffe aber, daß sie auch im Bundesrat dahin wirken möge, daß die von ihm gewünschte Organisation eintrete, da nur dadurch die Möglichkeit weiterer schwerer Nachteile zu verhindern sei. Ministerialrat Braun: Abgeordneter Ulrich sei wohl mit ihm darin einig, daß eine gründliche Abhilfe nur von Reichswegen eintreten könne. Die Angelegenheit gehöre zum überwiegendsten Teil in den Reichstag. Abgeordneter Ulrich habe ferner gesagt, daß nicht alle Arbeiter für die staatlichen Arbeiten tauglich seien. Der Staat könne indes doch nur solche Arbeit zur Verfügung stellen, die in den Geschäfts kreis der Staatsverwaltung fallen. Gerade in Offenbach sei ein nennenswerter Zuzug zu diesen Arbeiten nach den Berichten der Oberförsterei Offenbach nicht zu bemerken gewesen, da dort die Bautätigkeit keine Einschränkung erlitten habe. Was die Nichtheranziehung der Arbeiter bei den Feststellungen anlange, so gebe er die Frage zurück: Was hindere denn die gewerkschaftliche Organisation, der Regierung, bei der sie stets ein offenes- Ohr fände, zur Verfügung zu stellen? Die Einschränkung der Kinderarbeit re. halte er für eine dankbare Aufgabe der Thätigkeit der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz. In Deutschland müsse anerkannt werden, daß stets !in dieser Beziehung darauf hingcarbeitet werde. Abg. Reinhardt (natl.): lieber den Rahmen der hessischen Verhältnisse hinaus wolle er sich nicht äußern. Abg. Ulrich habe nach den Ursachen der Krisen gesucht und wie ihnen zu begegnen sei, und habe behauptet, daß man in den 90er Jahren an Krisen nicht mehr geglaubt und darauf losgewirtschaftet habe. Er sei anderer Meinung gewesen; die Krise habe kommen müssen aus natürlichen Folgen. Gesetzliche Maßregeln dagegen zu treffen halte er für ein Ding der Unmögnchkeit. Aber sie einzuschränken, dieser Weg könne gegangen werden. Aus den Mitteilungen der Regierung habe er entnommen, daß die Zahl der Arbeitslosen in den Städten keine unnormale sei. Auch bei dem Aufschwung der Industrie seien bei vorhandenem Arbeitermangel solche Elemente dagewesen, die nicht Hütten arbeiten wollen. Wenn die Arbeitgeber in den letzten Jabr- Zehnten in reichlichem Maße eine Verpflichtung über die Lohnzahlung hinaus den Arbeitern gegenüber gefühlt hätten, so seien dadurch dvch wohl auch den Arbeitern hieraus Pflichten erwachsen. Abg. Frenay habe gesagt, daß eine Besserung der Verhältnisse nicht eingetreten sei. Hiergegen müsse er entschieden Widerspruch einlegen. Die Eisenindustrie sei wesentlich in die Höhe gegangen, ebenso die Textilindustrie, bei der man sogar noch über Mangel an Arbeiterinnen klage. Auch die Börse sei ein Institut, das einen Fingerzeig für die Besserung der Lage gebe, speziell in Hessen hätten Staat und Gemeinde ihre Pflicht in jeder Beziehung erfüllt. Er habe die Resolution auf- tzefaßt in dem Sinne, daß sie eine Unterstützung der Maßnahmen der Regierung und keine Kritik derselben bezwecke. Abg. Wolf (fr. w. V.): Er habe bezüglich der Arbeitslosigkeit in Hessen den Eindruck, daß hier viel zu sehr 'schwarz in schwarz gemalt werde. An der ganzen Kalamität sei der Zug vom Lande nach der Stadt schuld. Die Stellung der Regierung betrachte er als eine richtige. Eine Notstandsvorlage sei zur Zeit nicht angebracht. Er werde mit seinen Freunden gegen den Ausschußantrag stimmen. Abg. Cramer (Soz.) glaubt, daß besonders die kommunalen Arbeitsnachweise ausgestaltet werden müßten. Es genüge nicht, hierfür eine Summe im Budget einzustetterr, die Verwaltung müsse in unparteiischer Weise geleitet werden. Abg. Reinhardt wolle nur die Folgen der Krise und nicht deren Möglichkeit des Entstehens beseitigen; das wäre genau so, wenn der Arzt nicht nach der Ursache der Krankheit forsche und nur diese selbst heilen wolle. Er empfiehlt den Ausschußantrag. Abg. Euler (natl.) hält eine baldige Gesundung der Verhältnisse für wahrscheinlich; von auswärts gingen mit Ausnahme Englands die Aufträge wieder zahlreich ein. Die Arbeitslosenversicherung sei außerordentlich schwierig; er möchte nicht als Schiedsrichter in einer derartigen Kommission sitzen. Abg. Heidenreich (natl.): Die Erklärung der Regierung habe ihm die Beruhigung gegeben, daß diese Frage allmählich einer Lösung zugeführt werde. Bei der Versicherung gegen Arbeitslosigkeit will er von einer Mobil-* machung von Staatsmitteln abgesehen wissen. Abg. Frenay (Zentr.): Er habe den Eindruck gewonnen, daß sämtliche Redner die Gedanken, die im Bericht ausgesprochen seien, acceptiert hätten. Auch was Abg. Wolf ausgeführt habe, richte sich nicht prinzipiell dagegen. Die Vorschläge seien geeignet, in weitem Umfange Verbesserungen einzuführen. Er billige und freue sich über die Maßnahmen der Regierung, die sie unterstützen und nicht mit der Resolution kritisieren wollten. Er empfehle dem Hause die Annahme der Ausschußanträge. Hierauf wird abgestimmt und sämtliche Ausschußanträge en Marsch nach Bafut antrat, wurde sie vom Beginn des Abmarsches bis zur Ankunft vor Bafut gegen 12 Uhr mittags von den den Weg auf beiden Seiten begleitenden Bandengs auf 400 bis 500 Meter beschossen. Der Weg führt im Grunde, die Bandengs gingen an beiden Seiten auf d en Höhen. Diesseitiger Verlust dabei ein Todter, ein Verwundeter der ersten Kompagnie; die Bandengs hatten eine Anzahl Todte. Um 12 Uhr mittags vor Bafut angekommen und mit der dritten Kompagnie in Verbindung getreten, entwickelte ich zum Gefecht, ließ mit dem Berg- geschütz und den Maschinengewehren das Dorf beschießen und stürmte dann mit den beiden ersten beiden Kompagnien von Südwesten, mit der dritten Kompagnie von Westen Bafut. Es wurde ziemlich hartnäckiger Widerstand geleistet. Es bedurfte nun siebentägiger Gefechte, bis Bafut unbestritten in meiner Hand war. Die Macht der Bafuts ist vollständig gebrochen; sie erlitten in der Zeit vom 10. bis 19. Dezember starke Verluste an Gefallenen und Gefangenen. Diesseits ist Hauptmann Glau n in g leicht am Auge verwundet, zwei Soldaten sind tobt, elf verwundet. Bafut bleibt bis auf weiteres besetzt, und hoffe ich durch die ausgesetzten Belohnungen, durch die ständigen Verfolgungen und dadurch, daß der flüchtige Häuptling von allen Nachbardörfern abgetoiefen wird, bald feiner Person habhaft zu werden. Für den 20. war die Bestrafung der Bandengs angesetzt, und verwendete ich dazu die drei Kompagnien unter Zurücklassung eines Zuges und des Berggeschützes in dem befestigten Lager von Bafut. Hauptmann Glauning mit der dritten Kompagnie wurde am 19. nachmittags nach Adanga im Bamettalande, drei Stunden westlich Bafut, entsendet mit dem Befehl, in der Nacht zum 20. bis an den Westrand von Bandeng zu marschieren und daselbst mit Tagesgrauen den Angriff zu eröffnen. Ich selbst marschierte mit der ersten und zweiten Kompagnie nachts 12 Ubr von Bafut ab und gelangte bei Tagesgrauen an die Nord- und Ostseite von Bandeng. Nach Eröffnung des Feuers liefen die Bandengs in voller Flucht in westlicher Richtung in das hohe Gebirge davon und so dem Hauptmann Glauning in die Hände. Die Bandengs verloren hierbei eine Anzahl Todte und 96 Gefangene, während die Exveditionstruppen keine Verluste hatten. Die Frtedensverhandlungen sind bet Kompagnie in Bafut übertragen worden. Ans Stadt und Land. Der Abdruck der unter dieser Rubrik beftndlichenOriginal-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gietz. Auz." gestattet.) Gießen, 20. Februar 1902. — Aus dem Vorlesungs- Verzeichnis unserer Universität für das Sommerhalbjahr 1902 seien folgende Vorlesungen hervorgehoben, die allgemeineres Interesse haben: Prof. Dr. Kattenbusch liest u. a. über „Geschichte der Beziehungen zwischen Theologie und Philosophie im Protestantismus", Prof. Dr. Bi er mann über „Bürgerliches Recht, Sachenrecht und Konkursrecht", Prof. Dr. Schmidt über „Bürgerliches Recht, Familien- und Erbrecht, Prof. Dr. Jung über „Wechselrecht", Prof. Dr. He im bürg er über „Deutsches und hessisches Verwaltungsrecht", Prof.Dr. Sommer über „Nerven- krankheiten inkl. Elektrotherapie", Prof. Dr. Gaffky über „Schutzpockenimpfung" (nebst Tellnahme an öffentlichen Impfterminen), Prof. Dr. Groos über „Pädagogische Theorien seit Pestalozzi", Prof. Dr. Hansen über „Forstbotanik", Prof. Dr. B i e r m e r über Grundzuge der Agrarpolitik (prakt. Nationalökonomie TeilII)", Prof. Dr. Heß hält einen prakt. Kursus über Waldbau, Prof.Dr. Wimmenauer liest über „Waldwegbau nach seinem Grundriß" und über „ Waldertragsregelung", Prof. Dr. Albert über „ Landwirts chastslehre I. Tell, Betriebslehre, Ackerbau und Wiesenbau", Prof. Dr. O n cken über „Neueste Bismarck - Litteratur" und im historischen Seminar über „Streitfragen der neueren und neuesten Geschichte", Prof. Dr. Höhlbaum über „Die Verfassung des deutschen Reichs", Prof. Dr. Sauer über „Kunstdenkmäler des Großh. Hessen und benachbarter Gebiete" mit Exkursionen in die nähere Umgegend, Professor Dr. Collin über „Geschichte des deutschen Dramas im 19. Jahrhundert", I. Tell, Prof. Dr. Strack über „Das deutsche Volkslied", Prof.Dr. Behrens über „Geschichte des französischen Dramas", Lektor Goetschy hält Hebungen im freien schriftlichen und mündlichen Gebrauch der französischen Sprache, Lektor Shaweroß Hebungen im freien schriftlichen und mündlichen Gebrauch der englischen Sprache; Musikdirektor Trautmann kündigt folgendes an: „Die Romantiker in der Musik mit Beispielen am Klavier", „Elementartheorie und Harmonielehre" und „Hebungen im Partiturspiel, Klavier, Violine, Gesang". ** „Zwei glückliche Tage" wollen uns die Damen Brandau und Feige an einem Abend bereiten, ein Kunststück, das voraussichtlich eine angenehme Heberraschung für zahlreiche Theaterbesucher fein wird. Just zu derselben Zeit, als im Berliner Residenztheater Jung-Deutschland der „Jugend" Max Halbes zujauchzte, ging über die Bretter des Deutschen Theaters, es war im Winter 1893, zum 25. Male jener Schwank der Herren Fr. v. Schönthan und Kadelburg „Zwei glückliche Tage". Herr Kadelburg selber spielte den Sohn vom „römischen Kaiser" — einem Wiener Käffeehause. Das waren damals andere Zeiten, im Deutschen Theater ist längst kein Kadelburg mehr und im Residenztheater keine deutsche Jugend. Damals machten die .Zwei glücklichen Tage-' ihren Siegesflug über die deutschen Bühnen, und es ist wohl anzunehmen, daß der Schwank noch heute mit seiner Fülle scherzhafter Situationen die Zuschauer in frischeste Laune versetzen und sie auf ein paar Stunden alles Unglück unserer Tage vergessen laßen wird. Die beiden liebenswürdigen Benesiziantinnen werden gewiß nach besten Kräften dafür sorgen, daß das alte Hinterhaus der Wallthorstraße nur fröhliche, lachende Gesichter aufweisen wird. Und wenn sie dann am Ende der Vorstellung den Kassenrapport durchblicken, dann möge er ihnen die angenehme Perspektive eröffnen für mehr denn nur zwei glückliche Tage! - Noch einmal Liebknecht. Der Geist der verstorbenen Liebknecht geht roeüer um. Heute schreibt uns Herr RerchS- tagsabgeordneter Köhler- Langsdorf: Eines Tages traf ich in den Wandelgängen des Reichstags- oebäudes den Abg. Liebknecht und kam in ein Gespräch mit ihm, un Verlauf besten ich ihn fragte, ob der G i e ß e n e r Pr o f ess o r Liebknecht, der in der' Mrtte des 18. Jahrhunderts tm Walde m Muschcnheim Ausgrabungen an den sogen. Heidengrabern ver- anstaltet habe und überhaupt ein bedeutender Gelehrter seiner Zeit gewesen sein müsse, etwa sein (des Abg. Liebknecht) Vorfahre sei. Abg. Liebknecht antwortete darauf: .Ja, das war mein Urgroßvater, den man von Wrttenberg her andre Universität Gießen berufen hatte. Er war ein Nachkomme oonDr. MartinLuther. Ja, ich selbst bin jetzt mit meinen Kindern der letzte direkte Nachkomme Luthers. •• Seinen antiquarischen Anzeiger Nr. 63 hat das Antiquariat von Karl Krebs soeben zur Ausgabe gelangen lassen. Er enthält eine Anzahl Erscheinungen aus dem Gebiet der klassischen Philologie. - Reichsbank Fernchecks. Zur werteren Erleichterung der Zahlungsausgleichungen im Verkehr mit Firmen und Personen, welche bei der Reichsbank kein Girokonto besitzen, hat diese die Einrichtung getroffen, daß weiße Checks nach Präsentation durch den Kontoinhaber bei der Reichsbankanstalt, welche sein Konto führt, ohne Verzug bei einer anderen, in dem Check vorher zu bestimmenden Reichsbankanstalt ausgezahlt werden können. Die Gebühren für einen solchen sog. „Ferncheck" betragen ohne Rücksicht auf dessen Betrag 30 Pfennig. •• In den deutschen Münzstätten sind im Monat Jannar für 6 779 900 Mark Doppelkronen und zwar sämtlich au Privatrechnung, für 2 139165 Mark silberne Fünfmarkstücke, für 299 625 Mark Zweimarkstücke, für 1340 486 Mark Einmarkstücke und für 37 594 Mark Zehnpfennigstücke geprägt worden. . — Darmstadt, 19. Febr. Wie man uns mttteut, wird vom 17. März bis 5. April unter Leitung des Großh. Turninspektors ein Privat-Turnkursus stattsinden, durch den nicht nur Lehrerinnen, die bereits im Dienst stehen, sondern auch anderen Damen Gelegenheit geboten ist, die Befähigung für den Turnunterricht sich zu erwerben. Die Anmeldungen haben bis 12. März bei dem Großh. Turninspektor zu erfolgen, von dem auch alle Bedingungen für die Beteiligung zu erfahren sind. — Da heute das Bedürfnis nach auSge- bildeten Turnlehrerinnen nicht nur für Schulen, sondern auch ür Vereine usw. immer mehr sich geltend macht und hierdurch mancher jungen Dame ein neuer Wirkungskreis sich erschließen kann, so darf das geplante Unternehmen als zeitgemäß bezeichnet werden. Vermischtes. * Bamberg, 19. Febr. Der Oberstabsarzt des hiesigen Jnfanterie-Regiments, Dr. Mayer, zog sich mit seinem eigenen Säbel eine unscheinbare Verletzung am Bein zu, die er nicht beachtete. Es entstand Blutvergiftung, der er gestern erlegen ist. • Selbstmord eines Offiz iers. In Wesel er- choß sich der Hauptmann Kirchhoff wegen finanzieller Schwierigkeiten. * Prinz Heinrich als Fürbitter. In Rew- York beschäftigt man sich jetzt lebhaft mit der Erörterung eines echt amerikanischen und recht verrückten Projektes; man will den Prinzen Heinrich bei feiner bevorstehenden Anwesenheit in den Vereinigten Staaten bitten, Fürsprache für ein bildschönes, junges Mädchen einzulegen, das unter dem chweren Verdacht verhaftet wurde, feinen Geliebten ermordet zu haben. Die Affaire der Florence Burns — so heißt die 19jährige Angeklagte — bildet das Tagesgespräch in New-Pork. Mr. Brooks wurde in einem Hotel sterbend mit einer Reoolverkugel im Kopf aufgefunden. Wie die Hotelbediensteten aussagten, hatte den Verwundeten kurz vorher Florence Burns besucht. Da nun Florence, das schönste Mädchen der Brooklyner Gesellschaft, die Geliebte des Brooks gewesen war und dieser gedroht hatte, der Dame seines Herzens untreu zu werden, so fiel der Verdacht auf Miß Burns und sie wurde in Untersuchungshaft genommen. Bei den Vernehmungen erschien sie in hochelegantem schwarzem Kostüm, mit einem malerischen Riesenhut auf den wallenden blonden Locken. Florence stellte jede Schuld in Abrede und die Sympathien der Amerikaner sind auf ihrer Sette. Jetzt schlägt man nun ganz ernsthaft vor, den Prinzen Heinrich namens der Frauen Amerikas zu bitten, er möge bei Präsident Roosevelt die Freilassung der angeklagten Schönen erbitten. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, den 22. Februar 1902. Vorabend: 5" Uhr. Morgens: 9 Ubr. Nachmittags: 3 Uhr Schriftcrklärnng. Sabbathausgang: 6" Uhr. 330. tzottesdierck der israelitischen Aeligronsgesellschast. Sabbathfeier am 22. Februar 1902. Freitag abend 5M. Samstag vormittag 8M. Nachmittag Sabbathausgang 646. Wochengottesdimst: morgens 7°° Uhr, abends 58 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Februar — E jC ■E ^5 JQ - Z 19. 748,8 + 0,8 4,2 749,4 + 0,2 4,3 750,8 + 1,0 4,4 I I Höchste Temperatur am Niedrigste w , 87 NE. 92 NE. 89 N. 19. Februar 19. 2 Bed. Himmel 2 2 Bew. , + 1,6° 0. + 0,2» c. § Das Beste für die Zähne! K Fl. Odol - Mk Lu EHE Die richtige Ernährung der Kinder lohnt sich später tausendfach! Jede Mutter sollte ihren Kindern zum Frühstück uur Kathreiners Malzkaffec mit Milch geben. Das wird von den Aerztcu empfohlen. Die Kleinen gedeihen dabei zusehends, was schon tausendfach erprobt ist. 1482 AMTLICH GlIltZEND BEGUTACHTET» et © Ci - Ä o rs W cn 2 C7 CT CT er. CSD es c - CD o p CT o ct o r-. Q <2 c OS g a -c 60 e VD CD -C a ■—> G, CD - - a VD C .5 & r Q U Q- o 2 CT 41 >e £60 cd . CT CT . « o er ■*’S CDÖ = t: = § 2 »' — CD SL C CD — C = c -t: cd p. c c.» CD c *. C CD 2 S 52 ^7 .c t£) -2 o» — "5 " 3_ s n ° O «ti c S- c -E£ ® 5 Jo A, _ c so : W o ^c § oH CD O C&.: 4 2 C 5 (£) C * « «Sa 2^ CD c- - c 2 C— CO .. CO CO JS .-GO C «s e S o 2: a G» C — 51 c -r 5d cdjq L CD L vj ,2.^5 g 2 £ S *2 O CD .2 -A *2 o a o ’S 1X7 C7— — cv c D Sr £ X. ° o -p © . -- Ä C 2? 8 e .t05- s ® ± o - o C c_« -5‘5 ötJ.Si S O C 6 - « s = 5 CT-— s = S >—* o -2 C y -o ‘S' = -2 ~ «r r 's« _ r- . p LÄ p s 2 --- 42 G» " C» Q o :C ’« rf?' e » - «2^ z s S a c» eöc c .2 o.g r. h ‘h'-S ö?| H § HZ s " c = * iCt. c *— cS c cd ZCT S.(£) c CD« S .-2 s D C» C VD >b — Ü vq Baby-Ausstattungen in grösster Auswahl. 1226 MAGGI'8! 6 Stück Fichtenstcmgen == 854 für wuv mit nuuiyuiicr ouppen. Wasser zuzubcretten. In den verschiedensten Sorten, wie Bohnen-, Kartoffel-, Sagosuppe rc. stets vorrätig bei 1131 H. F. Nassauer, Neuenweg 15. Die Zusammenkunft ist an der frriin. GailHe frimirp Hohensolms, den 18. Februar 1902. 1487 Der Bürgermeister: Huttel. ^tien Gießener Fischbörse la. QnaUtät. 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Februar: Karnevalistische Aöend-Jlntertzattung in Steins Saatbau. Anfang 8l/2 Uhr. Der Vorstand. Die verehrten Mitglieder werden ersucht, in Masken-Kostümen zu erscheinen. 1489 im ganzen Fisch 20 '•ÄH" ISlufi- unb SM». Haematogen per Flasche 2 Mll 0231 Gust. Walter, Mäusburg 13. Bon heute bis 10 März Inventur- Räumungs- Ai$Vett ^söter, Konzebühl, Langeberg und Wehrholz: Buchen: 46 rm Scheiter, 100 rm Knüppel, 18 rm Stocke, 1000 Hellen; Eichen: 100 rm Knüppel, 48 rm Stöcke, 1100 Wellen: 10 rm Birken-, Linden- und Nadelholz-Knüppel: 27 Fichten-Dcrb- stangen = 2,32 fm — sämtlich aus dem Distrikt Höler. Unbesehen wird im Höler mikverkauft: Das Wlndfallholz im sronzebuhl, etwas Buchen- und Eichen-Scheiter, -Knüppel, -Stöcke und-Reisig zusammen ca. 5 rm und die Wellen: im Langeberg ca. 20rm Nadelholz-Stöcke, im Wehrholz ca. 4 rm Nadelholz-Stöcke. , ,, Dre Zusammeickunft ist auf dem Weg von Lich nach Garbcn- teich, beim sog. Holereck (Schutzhütte). Ltch, den 12. 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März 1902, nachmittags 2'/, Uhr, werden auf hiesigem Ortsaericht die Liegenschaften des Wtth. Steinbach öffentlich meistbieterid versteigert werden. 1127 Gießen, 4. Februar 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. __________Gros._________ K. 93/vt Donnerstag den 6. März 1902, nachmittags 2 Uhr, sollen auf hresigem Ortsgericht die vordem Namen des Albert Altvater in Frankfurt a. M. stehenden Grundstticke der Gemarkung Gießen Flur 23 Nr. 45 = 1600 qm Acker am Halben Zehnten, rechts vom Schützgesbrunner Weg, Flur 23 Nr. 46 — 1700 qm Acker daselbst, Flur 28 Nr. 47 — 1700 qm Acker daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2L Januar 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 740 KHelllieserung. Für die Großh. chirurgische Ai Seit Wi Genehm lichen $ (Hl dein daraus! ündet. ®i -Ä je«®1 hie ISÄ und W Mreste Z-trnsprt Das an die Du üblicher meinben in ö wen') !« Uchl-, des Ri TebatI die E in bi naä) 1 erhoben, bünbeir. dann \ arten. Maximc Promißc beck vl Taüf b vor, die ®o. die vor, kein I Liehzr mehr b höbun^ besitz übergehe phium z Bodens treiberei 'undienw !chaft 1 teuert Wellung Äp eines bk Me er Gr verfolgk Sp uder hi Be Bah fuhrung, 13000(X) betret hi>hun< . her irag, h iumaltasi tan9et '«II- fie , Graf onber bhbet °rh und j>Ä . »it