Nr. 16 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesstschen Landwirt die Gießener Zamilien- Nätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93er > lag der Brü h l'schc.. Unioers.-Buch- u.Stem- dcuckerei (Pietsch Erben, Redaktion, GrpebiHoit und Druckerei: Schulstrabe 7. Adrefle für Depeschen. Anzeiger Gießen. Fernsprcchanichluß Nr. 51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Montag 3V. Januar LSVL Bezugspreis: , monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch, Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viettel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Ps^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WM zeigenteil: Hans Beck. HW~“*iw-WM' fTT r।lk.utu wwu. *■** -“**MIZ MISE GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger Die heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. Das Krönuugs- uud Krdensfest. Berlin, 19. Jan. Im Königlichen Schloß wurde heute das Krönnngs- itnb Ordens fest gefeiert- 9Nachdem die Mitglieder der Ge- neralordenskommission die UeLerreichung der Orden an die mit Auszeichnungen Bedachten vorgeuomnren hatten, erschien nach 11 Uhr das Kaiserpaar. Nach Begrüßung der Prinzen und Prinzessinnen und Entgegennahme der Meldung des Präsidenten per Eeneralordenskommission, Generalleutnants Prinzen Salm-Horstmar, begab sich das itaif crpaar in feierlichem Zuge unter Vorantritt des Oberhofmarschalls Grasen zu Eulenburg nach dem Rittersaale zur Abhaltung einer Cour. Hinter dem Kaiserpaar schritt der unmittelbare Dienst, sodann der Kron- Prinz mit der Prinzessin Heinrich, Prinz Eitel Friedrich mit Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Heinrich mit der Herzogin von Albany, die übrigen Prinzen und Prinzessinnen, Fürstlichkeiten und das Gefolge. Im Ritter- saale, wo sich die Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler und die Staatsminifter bereits eingefunden und die Neudekorierten ausgestellt hatten, traten das Kaiserpaar vor den Thronbatdachin, die Prinzen links, die Prinzessinnen rechts. Prinz zu Salm-Horstmar stellte die neuernannten Ordensritter vor. Darnach erfolgte in der zweiten Paradekammer die sei-erliche Vorstellung der neudekorierten Damen- Darauf begab sich um 121/4 Uhr das ü'aiserpaar zu dem feierlichen Gottesdienst in die Schloßkapelle. Diese war von einer glänzenden Versammlung dicht gefüllt. Gegenüber dem Altar saßen das Kaiser- vaar, ihnen zunächst die Prinzen und Prinzessinnen. Auf den werteren Bänken saßen zahlreiche Fürstlichkeiten, der Reichskanzler, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, das diplomatische Korps, der Bundesrat, die Minister und Staatssekretäre, ferner eine große Zahl Ordensritter und 9Leuüekorierter. Auf den Gesang des Domchors folgte Gemeindegesang und Liturgie. Konsiftorialrat Hosprediger Kritzinger hielt die Festpredigt. Der Gesang des niederländischen Daukgebets schloß die Feier. Nach dem Gottesdienst fand Tafel im Weißen Saale, in der Bildergallerie und den angrenzenden Gemächern statt- An der Haupttafel saß wie immer neben den Fürstlichkeiten, Botschaftern und Ministern auch eine Deputation der Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens und des Eisernen Kreuzes, Krongardisten, Wachtmeister und Unterbeamte. Der Kaiser saß rechts neben der Kaiserin, rechts vom Kaiser saßen Prinzessin Heinrich, Prinz Eitel Friedrich, Prinzessin Earl von Hohenzollern, Prinz Friedrich Leopold, Prinzeß Alice von Großbritannien, Prinz Albrecht, Fürstin Anton Radziwill, Prinz Friedrich Wilhelm usw- Links von der Kaiserin saß der Kronprinz, Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Heinrich, Herzogin von i!llbany, Prinz Friedrich Heinrich, Prinz Joachim Albrecht, Prinz Chlodwig von Hessen-Philippsthal, Prinz Albrecht zu Schleswig, Erbprinz von Hohenzollern. Den Majestäten gegenüber saß der Reichskanzler zwischen dem italienischen und österreichischen Botschafter. Neben dem italienischen Botschafter folgten der russische und türkische Botschafter, die Generalobersten v. Loe und Hahnke; neben dem österreichischen Botschafter saßen der französische Botschafter, Generalfeldmarschall Gras Waldersee, Fürst Pleß und der Herzog zu Trachenberg. Um 2y2 Uhr verließen die Majestäten den Weißen Saal, um Cercle zu halten, wobei sie viele Anwesende durch Ansprachen ans- zeichneten. Es erhielten u a. das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub: Frhr. v. Hammerstein- Loxten, General der Inf. und Chef der Landgendarmerie. Den Roten Adlcrorden erster Klasse mit Eichenlaub: B a r k- hausen, Wirtl. Geh. Rat, Präsident des eoang. Ober- Kirchenrats, Frhr. v. Bis sing, kommand. General des 7. Armeekorps, Frhr. v. Gemmingen, Präsident des Reichsmilitärgerichts. Den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Kl. mit Eichenlaub uud Schwertern am Ringe und der königl. Krone: Frhr. v. Schelc, Generalleutnant und Kommandeur der 16. Division. Den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe: v. Beneckendorff und v. Hindenburg, Generalleutnant und Kommandeur der 28- Division, Ehrhardt, Vizepräsident des Rechnungshofes des Deutschen Reichs; den Stern zum Röten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub u.. .a. Tr. jur. Frhr. v. Richthofen, Staatssekretär des Auswärtigen Amts; den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub: Dr. Olshausen, Geh- Medizinalrat und Ordentl. Professor an der Univ. Berlin, Tr- Olshausen, Oberreichsanwalt zu Leipzig, Dr- Petri, Unte^'taatssekretür im Ministerium für Elsaß; den Kronenorden zweiter Klasse: Gebhardt, Professor, Maler in Düsseldorf, Dr. Schaper, Generalarzt, Geh. Obermedizinalrat und ärztlicher Direktor des Charite- Krankenhauses in Berlin, Georg Prinz von Schon- aich-Carolath. Politische Tagesschau. Im preußischen Abgeordnctenhause stand am Samstag an erster Stelle die Interpellation über das Altenbekener Eisenbahn-Unglück auf der Tagesordnung. Nach Begründung derselben durch den Abgeordneten v. Savigny (Centrum) erklärte in Vertretung des erkrankten Eisenbahnministers Unterstaatssekretär Fleck, so- wett ein Verschulden der Beamten die Angelegenheit betreffe, unterliege diese der gerichtlichen Untersuchung, und es empfehle, sich daher nicht, jetzt näher darauf einzugehen. Redner schildert sodann die äußeren Vorgänge bei dem Unfall. Es herrschte Nebel, über dessen Nichtigkeit die Angaben verschieden sind. Auf den Stationen der Strecke sei seit 1894 die elektrische Blockung eingefühtt, die sich überall gut bewährt habe. Hierauf erläutert Redner die Einzelheiten dieses Dienstes und die Obliegenheiten des Blockwätters. Der Dienst sei in keiner Weise anftrengenb. Bei Nebel seien besondere Sicherheitssignale vorgesehen. Bei dem Altenbekener Fall hätten nach den bestehenden Instruktionen Knallsignale ausgelegt werden sollen, was unterblieben sei, weil alle Beamten mit der Wegschaffung der überfahrenen Pferde beschäftigt waren. Auf weitere Sicherheits-Einrichtungen werde Bedacht genommen. Es bestehe eine besondere Abteilung der Verwaltung, die Neueinrichtungen und Vorschläge genau zu prüfen hat. Abg. Funk (Freis. Volksp.) betont, daß in Sachen der Verkehrssicherheit nicht gespatt werden dürfe. Ministerialdirektor Schroeder crwidett, die Verwaltung thue alles, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Bei richtiger Durchführung der bestehenden Vorschriften wäre das Unglück unmöglich gewesen. Im weiteren Verlauf der Sitzung nimmt der Unterstaatssekretär F l e ck die Eisenbahnbeamten gegenüber Vorwürfen des Abg. Ost Haus in Schutz, speziell auf unser Lokomotivführerkorps könnten wir stolz sein. Em Erlaß des Erzbischofs von Posen. Bekanntlich hatte sich die deutsche Reichsregierung an die römische Kurie gewendet und um Abstellung der Kirchen- und Schulmißstände im Erzbistum Posen- Gnesen ersucht. Darauf hin hat der Erzbischof Dr. v. Stablewski einen Erlaß an die polnisch-katholische Geistlichkeit seiner Diözese gerichtet, der im wesentlichen folgenden Inhalt hat: 1. Die polnisch-katholische Geistlichkeit solle nach Möglichkeit und gemäß den öttlichen Verhältnissen alle Forderungen der deutschen Katholtten berücksichtigen respektive ihn — den Erzbischof — von solchen Forderungen benachrichtigen; 2. die polnisch-kacholische Geistlichkeit solle sich nicht in interne S ch u l v e r h ä l t n i s s e mischen, sondern lediglich danach ftreben, dasjenige, was bei dem Religionsunterr!cht in der Schule versäumt roird, in der Vorbereitung der jungen Christen nachzuholen. Diese Pflicht lege der Erzbischof besonders der Geistlichkeit ans Herz, damit nicht noch eine größere Verwahrlosung unter der Jugend eintrete. Leider sei es unter den obwaltenden Verhältnissen nicht mehr möglich, eine katholische Schulinspektion auszuüben, wie dieses früher hier und in anderen Ländern noch der Fall ist; 3. mahnt der Erzbischof die polnisch-katholische Geistlichkeit, sich vor der Mitarbeiterschaft an polnischen Blättern, welche einen aufreize ndenCharakter tragen, zu hüten, ihre Kräfte vielmehr solchen Blättern zu widmen, die treu zu Kaiser und Papst ständen, rote z. B. der „Katholische Wegweiser" ; 4. verbietet der Erzbischof der polnisch-katholischen Geistlichkeit, Volksversammlungen einzuberusen oder in ihnen als Redner auszutreten. Dieses würde unter den obwaltenden Verhältnissen nur aufreizend mitten. Ueberhaupt bäte er, alles zu vermeiden, was sich direkt auf Religion und Kaiser bezöge. Deutsches Deich. Berlin, 19. Jan. Gestern abend hörte der Kaiser im landwirtschaftlichen Ministerium Vorträge über Hochmoor-Besiedelung und Torfverwertung. — Nach den Vorträgen blieb der Kaiser noch längere Zeit mit den Gästen des LandwirtschaftSmtnisters v. PodbielSki vereint. — Die Kaiserliche Pacht „Hohenzollern" hat gestern, nachdem die letzte Post an Bord genommen war, die Ausreise nach Amerika angetreten. Admiral von Köster ließ, wie man aus Kiel meldet, auf dem Wachtschiff „Blücher" das Flaggensignal „Glückliche Reise" setzen. Die „Hohenzollern" fuhr durch den Kaiser Wilhelm-Kanal. — Die Errichtung eines Ehren grab es für den ermordeten Gesandten v. Kettel er ist von einem Komitee beschlossen und vom Kaiser genehmigt worden. Tas Monument wird seinen Platz in Münster erhalten, wo Freiherr v. Ketteler begraben liegt. — Der Reichskanzler Graf Bülow hat Rudolf von Benni gfen anläßlich des Todes seines Sohnes sein Beileids usgedrückt. — Tie Beisetzung des Landrats von Bennigsen erfolgt Dienstag nachmittag int Gutsparke zu Bennigsen. — Zu Ehren des Grafen Waldersee fand gestern abend im „Kaiserhof" ein von Freunden und Waffengenossen des Feldmarschalls veranstaltetes Festmahl statt. — Das Befinden des Staatsministers v. Thielen hat sich soweit gebessert, daß er heute nachmittag das Krankenbett verlassen und einige Stunden auf dem Ruhc- lager zubringen durfte. Die völlige Wiederherstellung des Ministers wird noch längere Zeit häuslicher Pflege beanspruchen. — Zur Fortführung der Einigungsverhandlungen hatte Gcwerbegerichtsdircktor v. Schulz bte Vertreter der vereinigten Apothekenbesitzer und der Zenttalkommission der Krankenkassen gestern abend nach dem Bürgersaale des Rathauses berufen. Tie Bemühungen, eine Einigung herbeizuführen, blieben ohne Ergebnis. In den beiden Haupt strettpunkten, Höhe des Skontos und Bezug der dem freien Verkehr überlassenen Heilmittel, war eine Vereinbarung nicht zu erzielen. — Tas Zentrum hat eine Interpellation an den Bundesrat in der Angelegenheit des Jesuitengesetzes beschlossen. — In der gestrigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank bemerkte Präsident Dr. Koch im Anschlüsse an die neue Wochenübersicht vom 15. d. Mts., daß sich daraus eine bedeutende Kräftigung der Lage ergebe. Die Anlage ermäßigte sich seit Jahresschluß um volle 309 Mill., namentlich fiel auch der damals auf 161 Mill, gestiegene Lombard um 91 Mill., also noch 5 Mill, unter dem vorjährigen Bettag, die Gesamt-Anlage sei um 65 Mill, kleiner als int Vorjahre, die Wechselanlage sei um 67 Millionen, das Metall um fast 149 Mill, stärker als im Jahre 1901, das Gold allein um 137 Mill. Der Gold- b e st a n d der Reichsbank am Schlüsse des Vorjahres, verglichen mit dem Ende 1900, zeige eine Vermehrung von 131V2 Mill., die fremden Wechselkurse stehen nicht ungünstig, an den letzten Wochen sei mehr Gold in Deutschland eingeführt als abgcftosscn sei. Die fremden Gelder seien um 45 Mill, höher als 1901, die steuerfreie Notenreserve betrage 199y2 Mill., sei also um 105 Mill, größer als im Vorjahre. Ta der Privatdisk0nt sett Jahresschluß fast stetig gefallen sei und jetzt volle 2 Proz. niedriger se als der Bankdiskont, trotz wieder- erwach endenVertrau ens, so beabsichtige die Reichsbankverwaltung die Ermäßigung der Bankratewenngleich der Vorsicht entsprechend zunächst um 1/2 Proz. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge fand hier am 11. Januar eine Sitzung des Ausschusses des Verbandes deutscher Berufsgenossenschaften statt, wozu auch Vertreter des Reichsversicherungsamtes eingeladen waren. Der Hauptgegenstand der Verhandlungen war die Beratung über Mittel und Wege, um zu sachgemäßer, dock) möglichst schonender Anwendung der Bestimmungen des neuen Gl> werbe-Unfallversicherungsgesetzes über die für die Industrie so schwerwiegenden Zuschläge zu den Reservefonds der Be- rufsgenossenschasten zu gelangen. Nachdem hierüber altseitige Einigung erzielt war, nahm der Präsident des Reichs-, Versicherungsamtes Gaebel Veranlassung, den neuerdings in der Presse gegen das Reichsversicherungsamt gerichp teten Angriffen entgegenzutreten, wonach ans der Anzahl der Maßnahmen dieser Behörde die Absicht, das Selbstverwaltungsrecht der Berufsgenossenschastcn zu verkümmern, geschlossen werden müsse. Es wurde beschlossen, die zur Beratung gestellte Angelegenheit vor dem nächsten, in Düsseldorf stattsindendcn Gcnossenschastsverbandstage wiederholt zu verhandeln. — Dem Reichstage ist eine Petition des Professors Dr. Med em in Greifswald zugegangen, die angesichts der jüngsten Duelle Interesse beanspruchen darf. Danach soll u. a. die bisherige Straflosigkeit für Kartellträger, welche ernstlich bemüht gewesen stnd, den Zweikainpf zu verhindern^ für Sekundanten, sowie für zum Zweikamps zugezogene Zeugen, Aerzte und Wundärzte sortfallen, wenn der Zweikampf früher als drei Monate nach der Forderung ansge-, fochten wird. Der Anttagsteller wtll damit der Sitte entgegentreten, Pistolenduelle in höchster Eile und Ueberstürz-, ung erledigen zu lassen, wodurch Verhandlungen zur besonnenen Vermetdung des Duells unmöglich gemacht werden und der int Pistolenschießen ungeübte Duellant dem firmen Schützen überliefert wird, ohne sich hinreichend verteidigen zu tonnen. — Die Ausführungsbestimmungen zum Fleischbeschaugesetz unterliegen noch der Beratung der Bundes-, ausschüsse. Wann diese ihre Arbetten erledigt haben werden, ist noch nicht zu übersehen. — Der „Germania" zufolge bestätigt es sich, daß die Zentrumsfraktion des Reichstages beschlossen hat, eine Interpellation in Sachen des Jesuiten gesetze^ einzubrmgen. — Ter Ausschluß der Juden vom Offizierkorps erstreckt sich sogar auf den Sanitätsdienst. Nach einer im preußischen Kriegsministerium aufgenommenen Stattstik giebt es int Heere gegenwärtig im ganzen nur drei aktive jüdische Militärärzte: einen Generalobcrarzt, einen Oberstabsarzt und eine Stabsarzt. Tas sind 0,23 Prozent aller aktiven Militärärzte. Unter den Militärärzten des Beurlaubtenstandes sind 510 oder 10,12 Prozent jüdische Sanitätsärzte und von den Unterärzten sind 384 oder 24,84 Prozent Israeliten. Angesichts dieser Zahlen erinnert die „Franks. Ztg." daran, daß feit Jahren Klage geführt wird über allzu große Lücken im Bestände des Sanitätsoffizier-, korps. Königsberg, 19. Jan. Der frühere Reichstagsabg. Anton Frhr. von der Goltz-K'allen ist gestern gestorben. Stuttgart, 18. Jan. Aus zuverlässiger Quelle erfährt man, in der Frage der Ein heits marke werde eine Entscheidung über die Haltung der Regierung und die. Stellungnahme der Fraktionen erst zu erwarten sein, wenn die Erklärung der Reichspostverwaltung auf die Abänderungsvorschläge, die von der württembergischen Regierung infolge der in der .Finanzkommission formulierten Bedingungen gemacht worden sind, eingetroffen sind. Ausland. London, 18. Jan. Aus Sid ney wird telegraphiert: Eine deutsche Gesellschaft habe wichtige Handelsrechte für die Ellice- und die Gilbert- Inselgruppe erlangt- Es mache sich eine lebhafte Agitation dagegen geltend, da man fürchte, die Flagge würde dem Handel folgen und die Inselgruppe würde deutsch werden. Tie Bundes-Regierung würde dringend aufgefordert, bei Chamberlain zu protestieren. An hiesiger Stelle ist davon nichts bekannt. Glasgow, 18. Jan. Tie Admiralität hat die Privat- werften zu Angeboten auf Lieferung von zehn Torpedobootzerstörern mit einer auf 25 Knoten herabgesetzten: II Frankfurt a. M., 19. Jan. Der wegen verschiedener Einbruchsdiebstähle und Betrügereien, begangen i. 1.1901 in Offenbach, steckbrieflich verfolgte angebliche Bildhauer Wilh. Leidensccker von Sachsenhausen wurde dieser Tage in Hamburg festgenommcn; auch der wegen Betrugs zum Nachteil eines Offenbacher Schneidermeisters steckbrieflich verfolgte Schmied Ioh. Michaly von Kalasz in Ungarn wurde in Berstadt, 18. Jan. Bei einer Jagd kamen 147 Hafer; zur Strecke. Darmstadt, 19. Jan. Der Großherzog empfing u. a. den Regierungsrat Fresenius von Büdingen. — Dec Großherzog und Großfürst Sergius von Rußland werden am Donnerstag einer Einladung des Großbritannischen Geschäftsträgers Mr. Johnstone Folge leisten. wurden die Toten nach Kohden beerdigt. Die Anlage des Friedhofs ist in der Richtung nach GeiK-Nidda geplant, und zwar mit Rücksicht auf das Bad in ziemlicher Entfernung. Sollte der Platz wirklich gewählt werden, so ist bei der weiten .Entfernung für den Fall schlechter Witterung unbedingt die Erbauung einer Schutzhalle nötig. = Darmstadt, 19. Jan. Staatsminister Rothe hatte für gestern Abend gegen 300 Einladungen zu einer größeren Festlichkeit ergehen lassen, die im Kasino der Vereinigten Gesellschaft stattfand. Auch der Großherzog sowie seine hohen Gäste, Großfürst und Großfürstin Sergius, leisteten der Einladung Folge. — Auf Grund des im vorigen Jahre gefaßten Kammerbeschlusses haben nunmehr die Ausschüsse der zweiten Kammer die zweiten Vorsitzenden gewählt. Im ersten (Finanzs-Ausschuß wurde Abg. Molthan, im zweiten (Ge- setzgebungss-Ausschuß Abg. Dr. Gutfleisch, im vierten (Petitions)-Ausschuß Abg. Dr. Frenay gewählt; im dritten Ausschuß findet die Wahl demnächst statt. schlösse minder günstiger Jahre, was die' Tilgrmgsqüote anbetrifft, möglichst auszugleichen. Dieser Ausgleichfonds, der bis zu einer Maximalhöhe von 80 Millionen Mark an- gefüllt werdem sollte, sollte die Funktionen eines Staatsschatzes versehen. Das preußische Abgeordnetenhaus hat den Ausgleich,- fonds gestrichen, dafür eine Resolution angenommen, wonach die Regierung ausgefordert wurde, baldmöglichst den Entwurf eines neuen Eisenbahngarantiegcsetzes, in dem die Verwendung der Ei'enbabnüberfchüsse für die allgemeinen Staatsbedürfnisse anderweitig geregelt werden sollte, vorzulegen. Ein solches Gesetz ist bisher nicht erlassen worden. Meines Erachtens kann die Reform im Rahmen der bisherigen Verhältnisse nur nach der Richtung vollen Erfolg versprechen, daü mau der Verwaltung der Staatseisen- bahnen eine selbständige Stellung int Staatsfinanzwesen in der Weise einräumt, daß die allgemeine Finanzverwalt- ung auf bcn Genuß begrenzter Bezüge, die durch Anlegung eines Reservefonds gewährleistet werden, soweit die Ueber- schüsse der Eisenbahnen in Frage kommen, beschränkt wird. Daneben ist eine feste Tilgungspflicht, die selbst bei dem englischen Privateisenbahnjystem kraft gesetzlicher Vorschrift jetzt eingeführt ist, nicht zu entbehren, und zwar schon um deswilleit nicht, weil tnc Verhältnisse der Nachbarländer und der übrigen Länder, mit denen die deutsche Volkswirt-! schäft in Wettbewerb steht, Berücksichtigung verdienen. Insbesondere ift auf Frankreich hinzuweisen, in welchem Lande nach Lage der gesetzlichen Bestimmungen bezw. der den großen Privatbahnen erteilten Konzessionen um die Mitte dieses Jahrhunderts diese Bahnen in das Eigentum des Staates ohne Gegenleistung oder doch gegen verhältnismäßig geringe Gegenleistungen übergehen'werden und der schuldenfreie oder doch mit verhältnismäßig sehr geringen Schulden belastete Besitz des gesamten Eisenbahnlörpers den Staat in bett Stanb setzen wirb, bas wirtschaftliche Gedeihen ber Nation burch Verkehrserleichterungeit aller Art mit einem Nachbruck zu fördern, wie es überall da unmöglich fein wird, wo die Betriebsüberschüsse der Eisenbahnen noch zum großen Teil zur Verzinsung der Anlagekapitalien Verwendung finden müssen. Fortsetzung folgt. ** Maskenball. Die kurze Frist bis zur Fastnacht bringt' in alle Vereine reges Leben und überall werden Maskenbälle und karnevalistische Sitzungen gehalten. Auch in Gießen, haben die Bälle bereits begonnen nnb nehmen regen Fortgang. Wie aus dem Annoncenteil hervorgeht, hält der FechtvcrbandGicßen-Lahram26. Januar sein Masken-, fest ab. Wir hören, daß das Fest mit der neuesten (Sruppen* aufführung und mit einem prächtigen lebenden Bild verbunden.' ist, so daß der Bestich der Festlichkeit nur empfohlen werden kann. Ein Teil des Ueberschusses soll für hiesige Arme verwendet werden. *’ Bei dem Berliner Ordensfest erhielten ferner (vgl. besonderen Artikel und die „Neuesten Meldungen" in der Parlamentsbeilage) Auszeichnungen: Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub: Perbandt, Kommandeur der großherzoglich (25.) hessischen Division; v. Daum, Generalmajor und Kommandant von Darmstadt. ** Der Voranschlag für das Staatsbudget 1902 fordert, wie aus Darmstadt gemeldet wird, sehr eingehende Behand- uttig int Finanzausschuß der 2. Kammer, der nach befielt Kräften sich bemüht, einer Erhöhung der Vermögens-, st e u e r vorzubeugen. ** Falsche 20'Markscheme kursieren seit einiger Zeit in Baden, Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland. Die Reichsschuldenverivaltung hat eine Belohnung bis zur Höhe von 1000 Mark für denjenigen festgesetzt, der die Ergreifung der Thäter ermöglicht. Wieseck, 19.Jan. Der Turnverein veranstaltete gestern Abend im Restaurant Koch einen Familienabend, der einen schönen Verlauf nahm. Besonderen Beifall fanden die Vorträge des vont Mitglied Mank arrangierten Trompeterquartetts. Auch die Theaterstücke „Das Rauchen" und „In der Sommerfrische", die durch Turnwart Kreiling und Mitglied Lotz vorzüglich zur Aufführung gelangten, wurden mit großem Beifall ausgenommen. Trais-Horloff, 18. Jan. Gegenwärtig wird hier von sämtlichen Arbeitern, welche in der Braunkohlengrube und Brikettsfabrik „ Grube Friedrich" beschäftigt sind, eine Petition unterzeichnet, die vereint mit Petitionen aller anderen Stern- berg'schen Werke, demnächst an höchster Stelle eingereicht, die Begnadigung und Haftentlassung des Berliner Bankiers Sternberg bezwecken sollen, da andernfalls die Einstellung sämtlicher Betriebe befürchtet wird. Aus Stadt und Knud. (Der Abdruckder unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 20. Januar 1902. Fahrgeschwindigkeit aufgefordert. Die geringere Fahr- g^esch windig kett soll völlig ausgeglichen werden durch .größere Stärke, höhere Zuverlässigkeit sowie durch die Fähigkeit, größere Kokstenvorrätc einzunehmen. P a r i s, 19. Jan. Das Blatt „Francais" kommt auf die Gerüchte eines bevorstehenden französisch-deutschen Konfliktes zurück- Das Blatt veröffentlicht in Form eines Telegramms eine Unterredung mit einem hohen französischen Offizier in Nancy, aus der hervorgeht, daß das französische Spionagebureau über die Zusammenziehung deutscher Truppen an der Grenze (?) aufgeregt ist, und fragt die Regierung, ob sie die notwendigen Maßregeln hiergegen getroffen habe. Nach Erkundigungen auf dem Kriegsministerium entbehrt diese Mellum g jeder Grundlage. Man sieht darin nur eine Fälschung der Nationalisten vor Begum der Wahl- Triest, 18. Jan. Prinz Adalbert von Preu- -ßen besichtigte heute nachmitrag das Schloß Miramare. Am Wend fand beim Statthalter ein Diner statt- Der Statthalter Graf Goeß hielt eine Rede. Er erinnerte daran, daß man in diesen Tagen mit den Arbeiten begonnen habe, die bcn Gebirgswall der Tauern, Karawanken unb Julischen Alpen durchbrechen und Triest in wenigen Jahren dem Deutschen Reiche näher bringen werden und sprach die Hoffnung aus, daß damit em neues Band in den Der Weichseisenöalingedanke. Fortsetzung. Die preußische Staatsschuld ist in den letzten zwei Jahrzehnten von li/2 Milliarden Mark auf 6i/2 Milliarden Mark gestiegen. Für ängstliche Gemüter ist damit eine schwindelnde Höhe und rapide Zunahme erreicht. Uebertriebens Befürchtungen daran zu knüpfen, liegt an und für sich keine Veranlassung vor. Bedenklich wird die Sache erst bann, wenn man gleichzeitig bic Reichsschuld, bie von Jahr zu -Jahr anwächst, ohne daß seither auch nur der Versuch gemacht ist, ber Steigerung derselben durch eine planmäßige ^rlgung Scyranren zu setzen, mit berücksichtigt. Bekanntlich findet die preußische Staatsschuld in dem Staatsvermögen volle Deckung, und die Staatseisenbahnen allein stellen ein staatswirtschaftliches Betriebsunternehmen bar, dessen Reinerträge kaprtaltsiert, einen bie Staatsschuld erheblich übersteigenden Wert ergeben. Das übrig» preußische Staatsvermögen ist also auch heute noch, red> nerisch betrachtet, schuldenfrei. Aber diese Betrachtung kann über bie Gefahren nicht Hinwegtäuschen, in welche die ^taatsfinanzen bei ungewöhnlich unglücklichen Zeiten, ^^ubatlich während eines für unsere Waffen ungünstigen .Krieges, hineintreiben, wenn bic Zinsenlast bleibt unb gleich- zeitig bic Quellen zur Beschaffung der Mittel versiegen. Unter allen Umständen bringen neben den in bem Charakter ber Eisenbahnen als industrielle Unternehmungen liegen- den Erwägungen auch allgemein wirtschaftliche Gründe auf ^rue -Tilgung des ^taatseisenbahnkapitals und zwar eine direkte Tilgung ber ursprünglichen Eisenbahnschuld, für die -.^Bahnbetrieb selbst eine gesetzlich sistgelegte Quote alsiahrlich zu liefern hat. - HAr Besitzer eines gewerblichen Werks hält cs für eine Pflicht solider Buchführung und Geschäftsführung, bei der D^vertung.seiner Anlagen alljährlich abzuschreiben und ferne Geschaftsschulden aus den Geschäftsgewinnsten zu verringern. In jedem Falle wird er, wenn er neue Anlagen wacht, zunächst die Geschäftsüberschüsse dazu verwenden und nicht letztere verzehren, und für bie Kosten der Neuanlaqm neue Schulden kontrahieren. a Diese Grundsätze der Privatwirtschaft darf auch der Staat bei feinen Veriehrsbetrieben nicht vollständig ver- leugneti, wenn er seine finanzielle Zukunft nicht der Unsicherheit und bedenklichen Gefahren aussetzen will. - Einen gewissen Fortschritt bietet allerdings das neue preußische Schuldentilgungsgesetz vom 8. März 1897. Es fuhrt eine 2,ilgungsvflicht im Betrage von dreifünftel Pro; pro anno ber Staatskapitalschulb ein und verläßt damit E, Systent der sogenannten freien Tilgung unb geht an stelle dieses Systems zur festen Titgungspflicht über Ter preußische Gesetzentwurf sah des weiteren bic Bildung und Kerube Erhaltung eines Ausgleichfonds vor. In diesen AusgleichfondS sollten bie Ucberschüsfc besonders günstiger Jahre fließen, dort zunickgestellt werden, um damit Pie Ab» vielfachen Wechsel-Beziehungen Oesterreich-Ungarns unb Teutschlaubs geflochten werben möge. Wir aber wünschen Eurer Königl. Hoheit aus ganzem .Herzen int reichsten Maße Glück und ®rfotg auf dem Lebenswege zur Freude Euerer Königl. Hoheit erhabenen Eltern und zum Glanze und Ruhme des der österreichisch-ungarischen Monarchie eng verbündeten Reiches. Redner schloß mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser, die Kaiserin unb den Prinzen. Budapest, 18. Jan. Im Abgeordnetenhause .-interpelliert Rakosi den Minister des Innern, ob er geneigt sei, die Polizei anzuweisen, daß keine weiteren Li- cenzen an deutsch e Chantant-Kaffeehäuser erteilt werden. In der Motivierung erllärt Redner, selbst ein Berliner Blatt habe das Vorgehen der Universitäts- Jugend gegen diese Chantants gebilligt. Belgrad, 18. Jan. Die Thronfolgefrage .dürste früher zur Entscheidung gelangen, als man bisher angenommen hatte. Es steht außer Zweifel, daß in dieser Angelegenheit bereits regelrechte Verhanblungen geführt werden. Dieselben sollen von russischer Seite ausgegangen, .in Wien aber bekannt fein und König Alexander chestnde sich keineswegs in Unkenntnis über bie Sachlage. Er soll sogar den Anstoß zu ber Sache gegeben haben, da er sich ber Un haltb ar keit seiner Position im Laube immer mehr bewußt werde. Es hanbelt sich darum, den König gegen eine größere Abfindung, bie von Rußland garantiert würbe, zur Verzichtleistung auf den Thron zu bewegen, in welchem Falle Rußland und Oesterreich-Ungarn in die Wahl Georgs Karageorgiewitsch, eines Sohnes des Thron-Prätenbentcn willigen würben. New-York, 18. Jan. Dem „New-York Heralb" wirb irus Washington telegraphiert, Präsident Roosevelt habe den Marinesekretär Song angewiesen, dem Staatsdepartement 376000 Dollars auszuhändigen, welche dem chinesischen Gesandten Wutingfang als Wert der von den Amerikanern im Salz-Yamen in Tientsin beschlagnahmten Silberbar.ren übergeben werden sollen. Mexiko, 19. Jan. Der «panamerikanische Kongreß hat einstimmig seinen Beitritt zu den Beschlüssen der Haager Konferenz bezüglich des Schiedsgerichts erllärt, ohne zu der Frage des Vertrages betr. obligatorische schiedsgerichtliche Entscheidung, welchen neun Republiken, unabhängig von ihrer Teilnahme am Kongreß .unterzeichnet haben, Stellung zu nehmen. Dieses Ergebnis ist ein Erfolg der Bestrebungen der chilenischen Regierung, einen einstimmigen Beschluß zu Gunsten der Haager Konvention herbeizuführen. ** Einbrecher machen in diesen Tagen unsere Stadt unsicher. Wir möchten also unseren Mitbürgern möglichste Vor-, sicht anraten. Am Samstag Vormittag wurde in einem Baisse 3 + Ruddingshausen, 19. Jan. Der in den Gemarkungen der Hilleb ran dtstraße eine goldene Vorstecknadel im Werte Wermertshausen und Rüddingshausen herzustellende Exerzier- von 32 Mk. entwendet. Als des Diebstahls verdächtig wurde soll nicht nur vom 18., sondern auch vom 11. Armee- cin hausierendes Frauenzimmer beschuldigt. An demselben ^rps benutzt werden. Tage wurden in verschiedenen Straßen der Stadt Man- O Eschenrod, 19. Jan. Seit einigen Tagen wird die sardenzimmer-Einbruchsdieb stähle ausgeführt und I geisteskranke Frau des Herrn Herrmann von hier vermißt, zwar in einem Hause der Westanlage in der Nähe von $rau ^9 sich immer mit dem Gedanken, sich zu er- Oswalds-Garten, wo eine goldene Herrenuhr im Werte von tränken. Umliegende Gewässer wurden jedoch bis jetzt erfolg- 100 Mk., sowie ein Zehnmarkstück gestohlen wurden; ferner in roS durchsucht. einem Hause der Bahnhofstraße, wo dem DienstmädchenL ®b-3-u ^sten unserer neuen eine silberne Damenuhr und 6 Mk. entwendet wurden; end- siNZ«'/rrch e hatte un,er Bychof am Wechnachtsfest TCf-m,[a9C fcCC Teil des^n der Bau^m^n°ch"fehle^Be/-°gs . 3. uksurterstraße. Dort wurde in einem Zimmer _ des freiwillige Spenden äufzubringen. Der Ertrag der Samm- ?'N0ebrochen. In diesem Fall fiel, soweit festge-I lung ist denn auch ein so guter gewesen, daß die im stellt wurde, dem Dieb eine Taschenuhr in die Hände. In! romanischen Stil erbaute Kapelle nächstens lasten ft ei wird allen diesen Fällen wurden die Räume und die Behältnisse und bald ihrer Bestimmung wird übergeben werden können, mittelst Brechwerkzeug gewaltsam erbrochen. . Har tmannsh ain, 18. Jan. An ber Kreis- ** Schlägereien. Am Sonntag abenb gerieten straße Hartmannshain-Volkartshain wurde heute nacht eine mehrere Arbeiter in einer Wirtschaft am Neuenweg in ^ä^hl von Obstbäumen burch ruchlose Hanb beschädigt. Wortwechsel, ber sich auf der Straße fortsetzte und in ^cr TMer ist leider unbekannt. Schlägerei ausartete, wobei einer mehrere blutende Wun- a- Bad Salzhausen, 17. Jan. Unsere Gemeinde den davontrug. Ferner entstand in einer Restauration an ^ird nunmehr einen eigenen Friedhof erhalten. Seither der Fr an kftir t e rstr aße Streit zwischen zwei Studierenden, ber in Thällichketten ausartete. In allen Fällen wurde Anzeige erhoben. Auch ein Gast. Ein auswärtige Arbeiter, der - sich am Samstag abenb in einer Wirtschaft in ber Eder- i straße hier renitent gegen bcn Wirt und dessen Fran be- -yahm, sie mit seinem Schirm schlug, beschimpfte unb bedrohte, mußte, da er, vor bie Thür gesetzt, immer noch schrie und lärmte, unb baburch einen Auflauf von Menschen verursachte, in Haft genommen werben. ** Wanderer G. R. G. In ber vergangenen Woche sanb im Restaurant Royal bie Generalversammlung ber Manberer, Gießener Rabfahrer-Gesellschaft, statt. Dieselbe wählte bcn Vorstcmb, der sich wie folgt zusammensetzt: Hotelbesitzer Munb, 1. Vorsitzenber; Kaufmann August Wehn, 2. Vorsitzender; Kaufmann Ehr. Kron, Schriftführer und Tapezier Adolf Noll, Fahrwart. ** H n ]’ f i a. Der Landes-Verbanb ber Krieger-Vereine im Großherzogtuni, bie Kriegerkameradschaft öaffia, giebt alljährlich aus den Erträgnissen seines Kalenders bedürf- tigen Waisen und Halbwaisen, deren Väter gestorben sind, zu ihrer Konfirmation eine Geldunterstützung. Es sei daraus | aufmerksam gemacht, daß Anmelbung bei den Vereinsver- steheru sofort nötig ist. ** Aus bem Theaterbureau. Brieux' sensa- tionelles Schauspiel „Die rote R o b e" wirb am Dienstag den 21. .ds. zum britten unb letzten Male als volkstümliche Vorstellung aufgeführt. Wonne- mentsbillets haben für Sage unb erste Saalreihe Giltigkeit Mittwoch soll Goethes „Faust" als Abonnementsvorstett- ung nochmals in Scene gehen. Gin "Utberbrettl". Nun sollen also auch die Gießener x)uy. uuu »uuim m Ungarn rouroe m mit emem Ucb-rbr-tt " beglückt werden. Enr Herr Fritz Hamburg f-stgen->mm°n. ^nnerstag in Steins Garten» Fr-nksurt a. M.. 18. Januar. Wegen einer elektrischen 6 3 ' Göttingen hierher Bahn Frankfurt —Homburg über Eckenhcim fand und ^über"seine dmtü!en^ beten einen französischen Missionar in Ranhuing (Kwanktmg). 250 Meilen nordwestlich von Ganton. Frankfurt a. M., 20. Jan. Zwischen der „ftröci franyaise" und dem Frankfurter Fußballklub wird anj 9. Februar im Palmengarten ein Wettspiel ftattfinben^ Es ist das erste Mal, daß eine französische Gesell,' schäft in Deutschland spielt- Frankfurt a. M., 20. Jan. (Amtlich) Soweit die eisenbahntechnische Untersuchung des am 6. Dezember auf dem hiesigen Hauptbahuhof stattgehabten Unfalls, bau dem die Lokomotive des Luxuszuges Nr. 54 in den Warte^ saal fuhr, ergeben hat — die gerichtliche Untersuchung ist noch nicht abgeschjlossen — scheint der Unfall dadurch ent-, standen zu sein, daß das Lokomotivpersonal die für da^ Einfahren von Zügen gegebenen Sicherheits-Vorschriften, die für den hiesigen Hauptbahnhof durch baS| Einsetzen von Sicherheitsmessern besonders verstärkt sind, außer Acht gelassen hat. Stuttgart, 20. JaM Das Hofcheater ist mit Millionen Mark versichert. Die Baupflicht trägt der Staate London, 19. Jan. Der „Standard" meldet auss Shanghai: Nach glaubwürdigen Berichten aus Peking ist Tungfuh iang am 15. Januar in Schleusia (Provir^ Kauu) im Jamen des Gouverneurs hingecichtetworden. Paris, 20. Jan. Als Waldeck-Rousseau sich gestern nachmittag zu einer Sitzung begab, die der So-- zialist Rouanet für Bekämpfung der Tuberkulose veranstaltet hat, versuchten etwa hundert Nationalisten eine Manifestation gegen ihn zu inszenieren. Sie hatten sich in einem Eas<- in der Äcähe des Oitzungs-Lokales versammelt und beabsicytigten nach Schluß der Sitzung den Wagen, Waldeck-Rousseaus mit Pfeifen und Sch mäh rufen zu empfangen. Die Polizei räumte indes das (Safe mit Gewalt^ wobei es zu einer Schlägerei kam. 6 Nationalisbeu! wurden verhaftet. Die Verletzten blieben im Cass ein» gesperrt- Einige, denen es gelungen war, zu entwischen^ riefen, als der Wagen Waldeck-Rousseaus schließlich schien, „Nieder mit Waldeck". Sie zogen sich aber eins derbe Abfertigung aus der Mitte des Publikums zu. Sofia, 20. Jan. Ein hiesiges Blatt berichtet über; einen vor längerer Zeit in der Staatsdruckerei verübtem Betrug. Arbeiter der Staatsdruckerei entwendeten und ’oecr äußerten zahlreiche Druckbogen und Stempelmarken. Dep Fiskus soll um 10 Millionen g eschädigt sein. Doch scheint die Ziffer übertrieben zu fein. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommeni. Thur, 20. Jan. Hier wurden gestern bei Jesuiten sowie im Jesuitenkollegium Haussuchungen Vorgenom« men. Zahlreiche Papiere wurden bechlagnahmt. Eine An« zahl Jeuiten wurden von den Untersuchungsrichter geladen. Calcutta, 20. Jan. Etwa 6000 Mann, die verschie» denen indichen Regimentern angehören, gehen demnächst nach Südafrika ab. Washington, 20. Jan. Präsident Roosevelt empfing am Samstag in besonderer Audienz den Geheimrat Goldberger aus Berlin, der vom deutschen Botschafter von Holleben persönlich vorgestellt wurde. Dev halbstündige (Änpfang nahm einen liebenswürdigen Der« lauf. Präsident Roosevelt besprach die industrielle und kommerzielle Entwickelung beider Länder, betonte warmherzig dieFreundschafimitKaiserundReich und Die große Freude, die über den bevorstehenden Besuch des Prinzen Heinrich im ganzen Lande herrsche. — Wie aus New-2)ork telegraphiert wird, sind Einladungerx für den Prinzen Heinrich aus so vielen Städten ein» gelaufen, daß deren Berücksichtigung ganz unmöglich ist. Die Wafhingtoner Diplomatie i|t von der politischen Be- deutung dieses Besuches überzeugt- Telephonischer Kursbericht* 3*/t% Reichsanleihe 3»/. do. . . 31/,0/. Konsole . . . 3% do .... 3*Hessen . . . 3% Hessen .... 496 Oesterr. Go'drcnte 4‘,,96 Oesierr. bilberrente 496 Ungar, v-oldrente . 40/ Ital.en Rente , . 4i,9a Portugiesen . . »/ Pertogieten . . . 196 Ö. Türken . . « Türkenlose ..... 4% Cmeah. Menopo 1-Anl 4H',56 äussere Argenfinor Frankfurt a. JA., 20. B-/q Mexikaner 4V2 / Chinesen Electric, bot uckert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstadt r Bank . Dreed ner Bank . . Ber iner Handelsgea. Oesterr Staatebahn . Lorn barden ... Gottharibahn . . . LtroraHÜtte . . . . Bochum . , « , , flarpener . . 101.70 ! . 90.40! . 101.70 | . 90.40. . 100.25 ' 102'75 100.95 . 100.90 . 100.80 . 40.85 . 27.00 . 27.60 . 106.80 42.36 Januar. . . 27.10 . . 88.15 . . 122.50 ' 205*50 . . 186.70 . . 132.10 . . 138.90 . . 146.50 . . 142.20 . . 20.50 . . 168.60 . , 198.00 . . 186.2Q . . 165.70 jp Br rost Vlx bürg. 643 Auf ein größeres Bureau werden 610 Darmstadt, den 18. Januar 1902. Gießen den 20. Januar 1902. 657 Kreppet täglich frisch bei 242 Traber. 654 ££ Tanz -- Unterricht 51 Joseph ^§6h!g Tanzlehrer. 653 Handschuhe Sletlett-Re suche Ikrfdiirtog •: '_________________ WWMWK uni uni spätestens bei unter- Angebotsformulare der Vorrat reicht, sind bis 11 Uhr, Dorothea Vix, geb. Heil. Else ^eigShart, geb. Vix. BCsüfS Vixs approb. Arzt. Br. Wslhelan Vix. Di*. Wilhelm Kreisamtmann. Erwin Bieidhart. Emilie Simon, geb. Vix. 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