Mr. 16 Erscheint tSgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesfischeu Landwirt die Siebener Familien- Hütier viermal in der Woche beigelegt Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Untvers.-Buch- u.©teln- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprrchanschluß Nr. 51. Erstes Blatt Montag 20. Januar 1902 152. Jahrgang Bezugspreis: monatlich 7bPf., viertel^ jährlich Mk. 2.20; durch Abholc- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durcl) diePost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzeige» für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg. sietzeimAnzeiger General-Anzeiger v «.....»„hc* v für den polit. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ________________________________ ' zeigenteil: HanS Beck. Siege aber steht die Zweifelsrage wohl dem virtuellen Siegeri feindlich gegenüber. Der Wahllampf hat eine solche Menge von Umständen zu Tage gefördert, die dem künftigen Ab-! geordneten die Ausübung seines Mandats erschweren und sein moralisches Schwergewicht um ein solches Quantum erleichtern, daß seiner parlamentarischen Wirksamkeit schon dadurch allein sehr enge Grenzen gezogen sind. Seine Aktionsfähigkeit dürfte aber durch die Gegnerschaft Schoners noch mehr eingeschränkt werden, so daß weder er, noch seine Wähler auf die Kosten kommen iverden und der Wahlsieg sich als ganz vergeblich Herausstellen dürfte. Dennoch darf man die Ergebnisse der Trautenauer Wahl' nicht unterschätzen. Sie sind ein Sympton, daß in dem Wahlbezirke, der zur Stimmabgabe berufen war, die durch Wolf vertretene Richtung stärker ist als das sittliche Gefühl, von dem man erwartet hatte, daß es sich gegen diese Wiederwahl empören werde. Es hat sich gezeigt, daß die Wähler Jedem Absolution erteilen, der nur tüchtig die Trommel zu rühren versteht, auch wenn seine moralischen Qualitäten noch so arg zerzaust worden sind. „Nationale Perversität" nannte ein jungtschechisches Blatt dieses Treiben mit treffender Bezeichnung, freilich ohne zu ahnen, daß es damit zugleich die eigene Politik charakterisierte! So lange diese „Perversität" vorhält, ist allerdings nicht auf Befferung zu hoffen. Aber in der Trautenauer Wahl sind, wiewohl sie zu Gunsten Wolfs ausfiel, doch auch einige Anzeichen wahrzunehmen, daß die Wähler sich zu besinnen anfangen. Die Wahlbeteiligung blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Statt 90 Prozent der Wähler kamen nur etwa 50 Prozent an die Urne. Wolf, der in der vorigen Wahl einen Vorsprung von 800 Stimmen gegen seinen Mitbewerber im Voraus hatte, kam ihm diesmal nur mit rund 400 zuvor, hat also die Hälfte seines Vorsprunges eingebüßt. Und welche Mittel hat er cmgewen- bet! Er stellte die Wähler ernstlich vor die Alternative: Mandat oder Leben I und die eingeschüchterten Wähler gaben ihm lieber das Mandat, als daß sie chr Gewissen mit einem Selbstmord belastet hätten. Politische Wochenschau. Die Hochflut auf innerpvlitischem Gebiete, von der wrr schon in unserem letzten Rückblick Vermerk zu nehmen chatten, hält an und wird wohl so bald nicht der Ebbe Weichen, die, wie rm Weltmeere, so auch im öffentlichen Leben, dem Meere der geistigen Kräfte und Instinkte, mit ihr abzuwechseln pflegt Noch geht die Brandung des Meinungsaustausches in den Berliner Parlamenten lwch und wie sie in der letzten Berichtswoche gar bedeutsame Aeußerungen des leitenden Staatsmannes int Reiche über auswärtige Angelegenheiten an das Ufer der Erörterungen warf, so brachte sie in diesen Tagen solche über die innere preußische Politik, und zwar über zwei der wicbtigsten und weittragendsten Fragen, die dem Streite der Parteien und ihrer Presse gegenwärtig Nahrung geben. In langer Rede mit wesentlich positivem Inhalt begründete utrd verteidigte Graf Bülow zunächst die V o l e n po litik der preußischen Regierung, und wenn er diese auch dergestalt charakterisierte, daß man ihm eine gute Dosis von Optimismus nachweisen konnte, so ließ sie doch erkennen, daß die preußische Regierung allen Ernstes daran denkt, der polnischen Strömung gegenüber einen festen und unverrückbaren Standpunkt einzunehmen, und damit dürfte immerhin schon etwas gewonnen sein. Auch die Aufklärungen, die der Kanzler und preußische Ministerpräsident in Sachen des Zolltarifs und der K a n a l v o r l a g e gab, deuten das Vorhandensein eines entschiedenen Zuges in den leitenden Kreisen an, doch wird man abzuwarten haben, ob ,er ntäjt wieder einer Politik der Opportunität, pon der der Berliner Volks- wirtschastslehrer Prof. Schmoller neulich sagte, daß sie notwendig sei, wenn man Erfolge erzielen wolle, Platz machen wird. Graf Bülow hat in der Zollfrage einstweilen nit aller Deutlichkeit die von der Regierung einzuhaltende iinie gezeichnet, und in per Kanalfrage zeigte er sich auch noch keineswegs entmutigt Das Echo, das ihm seine Ausführungen zurückwerfen werden, dürste nicht sonder- 'cch lieb entwürdig sein, immerhin aber kann man er- varten, daß sie zunächst zu einer Klärung der Situation ühren werden. An Unfreundlichkeiten ist der Kanzler gewöhnt. Seine -^eden gegen den englischen Kolonialminister und über nm Drerbund haben ihm ihrer soviele eingebracht, daß 's ihm auf ein paar mehr oder weniger nicht ankommt. Zn England macht sich eine tiefgehende Verstimmung weit, die von der Jingopresse natürlich noch genährt vird. Die Zurückweisung der Chamberlain'schen Angriffe ^antwortet man dort mit ausgesuchten Grobheiten. Zu »er Erwiderung Balfours auf Mae Neills Anfrage (vgl. ,Auslcmd" in unserer Samstag-Nummer) bemerkt die ,Times": Das Land wird Balfours Antwort begrüßen, iaß nichts was einer Entschuldigung bei Deutschland ähn- Lch sehe, vorgekommen sei. Man thut also in England gerade so, als ob wir in Deutschland noch in den unseli- leu Zeiten lebten, in denen man überhaupt froh sein nutzte, als Deuffcher irgendwo int Auslande geduldet zu Verden, und genau so, als spielten die Herren Engländer roch immer die erste Rolle. Damit ist es indes vorbei ind sie werden sich wohl oder übel noch darauf gefaßt nachen müssen, thatsächlich in die glänzende Isoliertheit verfallen, von der ihre Staatsmänner in diesen Tagen V„ gern sprachen, als es galt, die Wirkung der Reden Dilow's dem englischen Volke gegenüber etwas zu mildern. Wer weiß denn, ob in der Reise des Prinzen Hein rici, nach Amerika zum Stapellaupf der kaiser- ligen Yacht, die am 25. Februar stattfinden soll, einer Rase, die den deittschen Prinzen auch nach dem ameri- kcutschen Westen, nach Chicago und St. Louis, führen wird, niyt einer der Vorboten emer solchen Vereinsamung zu erblicken ist. Gar manchmal schon sind derartige Besuche vor ttefgehender und grundlegender Bedeutung für das Vechältnis der Staaten zu einander geworden, und gerade mi Bezug auf Amerika, ein Land, das Millionen Deutscher zur zweiten Heimat ward, dürfte die Anwesenheit des Prttzen derartige Kombinationen sehr leicht zeitigen. Ohne daß sie es eingestehen wollen, machen sich die Engländer darüber gar nicht geringe Sorgen, denn Amerika war chnen bisher dasjenige Land, dem sie außerordentlich lebhafte Sympathieen entgeaenbrachten und das sie gern in ein Bündnis hin ein gezögert hätten, wenn es irgendwie zu erreichen gewesen wäre, in ein Bündnis, dessen Spitze sich natürlich -in erster Linie gegen Deutschland, den gefürchteten Konkurrenten auf dem Weltmärkte, gerichtet hätte. Noch heute ist das ja der stille Traum gewisser Jingo- Blätter vom Scylage der „Times", und man bemüht sich in England mit allen Mitteln, auch in diesen Tagen zwischen Amerika und Deutschland nach Möglichkeit zu Hetzen. So wird jetzt die Meldung in die Welt gesetzt, daß Kapitän Coghlan, deck mmter Admiral Dewey vor Manila gekämpft hat und der nach seiner Rückkehr nach Newyork bei einem zu feinen Ehren veranstalteten Empfang wenig respektvolle Aeußerungen über den deutschen Kaiser gemacht haben sollte, als Werft-Ofsizier bei dem Empfang des Prtnzen Heinrich an der Werft in Brooklvn dem Werft-Kommandanten,Kontre- Admiral Bürger dienstlich zur Seite stehen werde. Der deutsche General-Konsul Buenz.in Newyork soll diese Geschichte bereits für abgeschmackt erklärt haben. Die Coghlan- Af faire, so soll Buenz geäußert haben, sei längst vergessen. Prinz Heinrich fei zu hochsinnig und die Regierung der Vereinigten Staaten hätte Evghlans Ehre vollkommen wiederhergestellt: es fei lächerlich, die Angelegenheit wieder aufleben zu lassen. Die Bemühungen Englands, Zwietracht auch hier zu säen, Mißtrauen hier wieder hervorzurufen, werden aber ebenso vergeblicy fein, wie sich jener schöne Jingotraum schwerlich erfüllen wird. Vorläufig haben wir als Beweis dafür das Einverständnis Deutschlands und Amerikas hinsichtlich des Vorgehens der Republik Venezuela gegenüber, die endlich der Klugheit besser Teil erwählt und einzulenken begonnen hat, wie auch den Austausch der Höflichkeiten zwischen dem Kaiser und dem Präsidenten Roosevelt, die Entsendung des Prinzen Heinrich nach New- York. Wer sollte überhaupt besondere Neigung haben, zu einem Lande in gar so enge Beziehungen zu treten, das feit Jahren mit seiner ganzen Truppenmacht einen Krieg gegen ein kleines Bauernvolk kämpft, ohne bisher Aussicht zu haben, diesen Krieg zu einem ruhmreichen Ende zu führen? Wer sollte nach der Ehre geizen, der treue Bundesgenosse eines Staates zu werden, dessen Ansehen im Rate der Völker wegen seiner Außerachtlassung der Gebote des Völkerrechts im Verblassen begriffen ist. John Bull ist thatsächlich schon in der „splendid isolation", die feine Minister und Parteiführer zu einer Sache des nationalen Stolzes stempeln möchten, während sie in Wahrheit eine Frucht des Niederganges ist. Deshalb will es uns auch verständlich dünken, daß in neuerer Zeit ein Friedensgerücht das andere treibt. Der niederländische Ministerpräsident Kuyper weilte kürzlich §ur gleichen Zeit tn Brüssel, als Wolmarans und Wessels sich zur Konferen' mit Dr. Leyds und Fischer nach Brüssel begeben hatten.- Am Donnerstag ging Dr. Leyds nach dem Haag, wäbrend am Abend zuvor Wolmarans bei Krüger in Utrecht Bericht erstattete. Daraus schloß man, Kuyper habe als Friedensunterhändler fungiert, der Minister erklärt aber, daß seine Reise nach London privaten Zwecken gedient habe. Sei dem wie ihm wolle, England vermag jedenfalls den gegenwärtigen Kriegszustand nur unter großen Opfern zu ertragen. Man beginnt eben auch an der Themse endlich die Wahrheit des Bismarck'schen Wortes zu erkennen, daß selbst ein siegreicher Krieg an sich immer ein liebel ist, das die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß, aber diese Erkenntnis kommt zu spät, sie ist aus Blut und Leichen, aus Mord und Brand emporgewachsen und nun muß das stolze Albion sich gedulden, bis es dem Buer gefällt, dem gegenseitigen Bekriegen ein Ende zu machen. Ob es dem Buer wohl in absehbarer Zeit gefallen wird? parteipolitischer Riedergang in Kesterreich. Die im Trautenauer Wahlbezirke vollzogene Ersatzwahl für den Reichsrat, die infolge der Mandatsniederlegung des Abg. K. H. W o lf vorgenommen werden mußte, hat bekanntlich die Wiederwahl Wolfs zum Ergebnis gehabt. Dem formellen 25jährige Jubiläumsfeier der Kießerrer Ruder" Gesellschaft. D. Gießen, 19. Jan. Ein Vierteljahrhundert war heute vergangen, seitdem die Gießener Ruder-Gesellschaft ins Leben trat. Es ist selbstverständlich, daß ein solcher Tag gebührend gefeiert werden muß. Unsere Rudergesellschaft hat es sich denn auch nicht nehmen lassen, diesen Tag für ihre Mitglieder und für alle Freunde des Rudersports zu einem besonders! festlichen zu gestalten. Und sie hat ein gutes Recht dazu. Denn aus den bescheidenen Anfängen ihres Daseins, die durchaus nicht verheißend aussahen, hat sie sich empor- gearbeitet zu einer Rudergesellschast, deren Name jetzt in ganz Deutschland einen guten Klang hat. Die festlichen Veranstaltungen wurden vormittags eingeleitet durch eine akademische Feier im Saale der Loge „Ludewig zur Treue". Der Vorsitzende Klin g- s P o r eröffnete diese, indem er allen Erschienenen ein herzliches Willkommen zurief. Insbesondere begrüßte er Seine Magnifizenz, den Rektor unserer Landes-Universität, Prof. Dr. Hansen, den Bürgermeister Mecum und den Landgerichtspräsidenten Knllmann. Er hob die vielen Beweise des Wohlwollens hervor, die von diesen wie überhaupt von allen Behörden des Landes stets der Gesellschaft entgegengebracht worden seien, und schloß mit einem „Hipp hipp hnrrah" auf die allerhöchsten Förderer des Rudersports, Kaiser W ilh elm und unseren Großherzog, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Nach einem trefflich gespielten Trio für Klavier, Violine und Cello, ergriff der Ehrenvorsitzende der Gesellschaft, Jean Kirch, der die Festrede übernommen hatte, das Wort. Berechtigte Bedenken, so führte er aus, stiegen, als mir die Aufgabe zugedacht wurde, heute hier zu reden, bei Kunst und Wissenschaft. Ta? Vorbild unseres Großherzogs Ernst Ludwig findet an anderen deutschen Fürstenhöfen Nach ahmnng. Aus Weimar kommt die Nachricht, daß Henri van de Velde vom Grcßherzog von Sachsen als künstlerischer Beirat für die Industrie und das Kunstgewcrbe des Großherzogtums nach Weimar berufen worden ist. Die so geschaffene Stellung ist e was durchaus Neues. Des Künstlers Kraft wird in den Dienst der einheimischen, bestehenden Unternehmungen in das Larfl gerufen. Van de Velde hat die Absicht, im Dienst diese: neuen Aufgabe auch eine kunstgewerbliche Ver- suchZanstalt ins Leben zu rufen, an der neue Modelle für das Weimarische Gewerbe entworfen und neue Formen der Technk ausprobicrt werden können. 2(n dieser Anstalt soll dann zugleich ein Unterricht erteilt werden, durch den junge Handwerker oder Künstler zu Gewcrbekünsilern ausgebildet werben.. (Henri v. d. Velde, der Vlacmc, ist, wie wir hier erlmternd hinzusetzen wollen, einer der Begründer jener Kunst, zu be.'en Hauptvertretern bei uns in Deutschland außer Eckmann, Obrit, Pankok :c., die Darmstädter, vornehmlich Peter Behrens, zu rechnen 'sind. Unter den modernen Künstlern, die die Staffelei verlassen haben unb sich dem Kunstgewcrbe zuwcmbtcn, giebt es nur sehr wenige die an ernstem Können und Wollen an van de Velde heranreichen, van de Velde verzichtet übrigens ganz auf die Dekoration durch Pflanzenmotive und ivill nur durch die edle Linie, die feine Farbe und die zweckmäßige Konstruktion wirken. D. Red.) Im Hoftheater zu Darmstadt wurde am 17. d. M. „ Die größte Sünde" von Otto Ernst zum ersten Mate'aufgeführt und erzielte trotz seiner inneren Unwahrscheinlichkeiten und seines tendenziösen Charakters einen starken Erfolg, wenn auch der geläuterte Geschmack in einen bedingungslosen Bei- fall^wie er dem Stücke in den oberen Regionen gespendet wurde, nicht einstimmcn kann. Am 16. d. M. begann Franzesko d'Andrade als „Rigoletto" ein auf zwei Abende berechnetes Gastspiel mit gewohntem Erfolge. Ter Künstler steht noch auf der Höhe feiner früheren Leistungen. Am Sonntag trat er als „Don Juan" auf. — Der Großherzog von Hessen hat den Berliner Maler Professor Hans F e ch n e r nach Darmstadt berufen. Es handelt sich um die Herstellung eines Porträts des Großherzogs. Der französische Schauspieler Coquelin, der z. Zt. in Berlin weilt, hatte, wie wir bereits mitteilten, am Samstag eine Audienz beim Kaiser. Man schreibt darüber: Die Worte, die er freubig bewegt wieberholt, sind: „Es war entzückend,' es war deliziös!" Aber, so sagt er im salbungsvollen Tone des schlauen Tartuffe, die Indiskretion ist eine Erbsünde der Menschheit, ein arges Uebel, das schon viel Unheil angestiftet hat. Ich bin verschwiegen. Ein kluger Mann geht habet immer sicher — wer nichts sagt, der sagt auch keine Dummheiten. Alles, was ich Euch verraten kann, ist: Der Kaiser ist ein entzückender Mensch! Er spricht ein meisterhaftes Französisch . . . er versteht über Moliere und über Kunst' vornehm zu plaudern . . . Der Kaiser sprach über die Comedie tran^aiee, über bte klassische Kunst und über den moralischen Einfluß. Stücke, wie Cyrano von Bergerac, seien eine Schule des Patriotismus, und die großen Dichter aller Zeiten hätten auf das Volk eine moralische Wirkung ausgeübt. Dabei jeder Blick, jede Geste ungeniert liebenswürdig. C’est un komme delicieux! Je suis ravi! Und dieses Entzücken pflanzt sich sichtbar in den Mienen der umstehenden Franzosen weiter. Sie werden wohl als Lobredncr von Guilleaume II. in ihre Heimat zurückkehren. Monaco, 19. Jan. Gestern fanden in Gegenwart des Fürsten von Monaco längere Versuche mit der drahtlosen Telegraphie statt,. welche völlig gelangen. Der Fürst stellte dem Erfinder Ma eine seine Yacht zur Verfügung, um aus dem Meere Versuche auf weitere Entfernungen anzustellen. Es starben an: Tuberkulose des Gehirns 1 1 3 (2) 2(1) 2 (2) 1 3 (2) 2 (1) 2 (2) 1 Kreisen der Studenten, Schulen und Schüler bringt man ihm neuerdings großes Interesse entgegen- Zum Schluß rief der Redner allen denen, die in den verflossenen 25 Jahren dem Verein ihre Sympathieen und ihre Unterstützung so reichlich hätten zu teil werden lassen, herzlichen Dank zu und forderte die Mitglieder auf, die übernommene Ehrenpflicht, den deutschen Rudersport zu üben und zu pflegen, wie bisher unermüdlich hochzuhalten. Sein Festgruß galt dem deutschen Vaterland und dem deutschen Rudersport- Kräftig stimmten die Anw-esen- den in das von ihm ausgebrachte Hipp hipp hurrah" ein- Rach einem mit lünstlcrischer Fertigkeit vorgetragenen Violinsolo teilte Herr Klirgsvor jun. mit, daß die Gesellschaft die Herren Reiber, Petri und Balser in dankbarer Anerkennung ihrer hervorragenden Verdienste um den Rudersport zu Ehrenmitgliedern ernannt habe. Herr- Balser dankte gleichzeitig im Namen seiner Freunde in warmen Worten für diese Auszeichnung. Er wies darau: hin, daß das Emporblühen der Gießener Rudergesellschaf nur der Z u s a m m e n g e l' ö r i g k e i t, dem Zusammen leben der Mitglieder zu verdanken sei und brachte darau daß diese Zusammengehörigkeit auch fernerhin gepflegt werde, ein dreifaches „yipv Hipp Hurra" aus. Nunmehr ergriff der Rektor der Universität, Prof. Dr. Hansen, das Wort. Nachdem er mit herzlichen Worten für die Einladung gedankt hatte, hob er hervor, wie er in der Gießener Rudergesellschaft einen Verein begrüße, dem eine große Anzahl der tüchtigsten Männer Gießens angehöre. Das sei begreiflich, denn der Rudersport verlange Charakter Daß der Verein das Interesse der Universität, besitze, sei bekannt, und seine Vorgänger hätten das verschiedentlich bewiesen. Auch er wünsche, daß es der Gesellschaft gelingen möge, immer mehr das Interesse der Studentenschaft auf sich zu ziehen. Gerade der Rudersport biete beit Studenten em geeignetes Aequivalent gegen die aufreibende, abspannende Thätigkeit, die das Studieren, der Besuch der Kollegs usw. mit sich bringe. Wenn er das Wort „Sport" anwende, wünsche er freilich, daß keine Einseitigkeit eintrete, wie sie z. B. in England vorhanden sei. Daß das Wort eines Engländers, „wir haben zu dicke Muskeln, aber nicht genug Gehirn", nicht unwahr sei, sehe man an der jetzigen Politik Englands. Doch diese Gefahr liege gerade beim Rudersport nicht so vor wie bei anderem Sport. Pro,. Dr. Hansen schloß mit einem kräftigen „Hipp Hipp S^itrra" auf das unbegrenzte Blühen und Gedeihen der Gießener Rudergesellschaft. Nach ihm sprach Bürgermeister Mecum. Er führte aus, daß es ihm zum ersten Male vergönnt fei,: im Kreise der Gesellschaft zu weilen. Er freue sich besonders darüber, daß der Anlaß dazu ein so überaus festlicher sei. Zu diesem Feste bringe er die herzlichsten Glückwünsche der Stadt Gießen' dar, nicht minder aber auch den Dank Gießens, denn seit dem Beginn seines Bestehens habe der Verein wesent- licht dazu beigetragen, daz der Name der Stadt Gießen auch im weiteren Vaterlande mit Ehren genannt werde. Er hoffe und wünsche, daß der Verein auf dem betretenen Wege weiter blühen und gedeihen und durch zahlreiche Siege dem eigenen Namen und auch der Stadt Gießen zu weiteren Ehren verhelfen möge. Darauf sprachen die Delegierten einer großen Anzahl von Rudervereinen der Jubilarin zu diesem Ehrentage ihre Glückwünsche aus und überbrachten als sichtbare Zeichen prächtige Geschenke. Der Frankfurter Ruder-Verein stiftete einen schön ciselierten Humpen, der Wetzlarer Ruderklub ein prachtvolles Album mit dem Bilde des der- und von denen ein kleiner Tell ja anwesend fei, Aus vaS. Wohl aller dieser trinke er sein Glas. Nachdem Herr Gerbode eine Anzahl weiter eingegangener Glückwunschtelegramme unh -Schreiben verlesen hatte, wurde an den Gr oßHerzog folgendes Huldiaungs-i telegramm abgesandt: „Die zur Feier des 2ojährigen Bestehens der Gießener Rudergesellschaft aus allen Gauen Deutschlands versammelten Ruderer und Gäste entbieten Ew. Königlichen Hoheit in echter Hessentreue unterthänigsten Gruß." Auch an den Finanzminister Dr. Gnauth wurde ein Telegramm mit folgendem Wortlaut abgesandt: „Die, zur 25jährigen Jubelfeier der Gießener Rudergesellschaft beim Festmahl versammelten Teilnehmer senden Ew. Exzellenz ehrerbietigsten Gruß." Ferner wurde an Herrn Fernie folgendes Begrüßungstelegramm gerichtet: „Dem um das Emporblühen unserer Gesellschaft so hoch verdienten Ehrenmitgliede senden wir, bet der Feier des 25jährigen Stiftungsfestes in Steins Saalbau versammelt, beste Grüße mit der Bitte um fernere Erhaltung des uns bis dahin bewiesenen Wohlwollens." Ein weiteres Telegramm richtete man an den Verbandsvorsitzenden A. O. S chumachen in Hamburg, das folgenden Wortlaut hatte: „Die zur Jubelfeier des 25jährigen Bestehens der Gießener Rudergesell-i schäft versammelten deutschen Ruderer senden ihrem verehrten Vorsitzenden beste Grüße." — Den Schluß des Festest bildete der Abends 8 Uhr beginnende Ball. Nach der-ernsten Feier des Vormittags war schon im Lause des Nachmittags allmählich die echte und rechte, fröhlicheRudererstimmung zum Durchbruch gekommen, und diese herrschte in derselben Weise, aber in viel höherem Maße auch am Abend vor. Nicht wenig trug dazu natürlich die Anwesenheit der Damen bei, und so blieb man bei den zum Tanz einladenden Klängen der Musik noch recht lange beisammen. Unsere Rudergesellschaft aber hat von neuem gezeigt, in wie hervorragender Weise sie es versteht, Feste in echt deutscher Weise zu feiern. vom 2.—15. Jahr 1 1 Sodann warf der Festredner einen Rückblick auf das Leben der Gießener Gesellschaft und im Anschluß daran auf die Entwickelung des Rudersports überhaupt. Im Jahre 1879 errangen die Herren Reiber, Plitt, Petri, Pascoe und Scharmann auf der Regatta in Frankfurts. M. im vierrädrigen Rennboot den ersten Sieg, der für die Weiterentwickelung dw Gesellschaft von großer Bedeutung war. Im Jahre 1880 betrug die Mitgliederzahl bereits 115, darunter 40 aktive. Einen besonders ehrenden .©rfolg brachte das Jahr 1881, indem die Gesellschaft den Ehrenpreis S. K. H. des hochfeligen Großherzogs Ludwig IV. errang. Zur Erinnerung an diesen Sieg widmete ihr Musikdirektor Krause feinen „Rudermarsch". 1882 erwarb die Gesellschaft den Bootsplatz an der Lahn, der chre Zukunft in sichere Bahnen lenkte. In demselben Jahre fand in Gießen die erste Regatta statt, deren zahlreicher Besuch durch auswärtige Rudervereine zeigte, daß der Gießener Verein sich bereits Sympathieen und Anerkennung weit über die Grenzen des Hessenlandes hinaus erworben hatte. Noch in demselben Jahre erfolgte in Frankfurt a. M. die Gründung des deutschen Ruderverbandes, in dessen Ausschuß die Gießener Rudergesellschaft durch Herrn Jean Kirch vertreten ist. Eine besondere Ehrung wurde dem Verein im Jahre 1885 zu teil, als der in Frankfurt a. M. tagende deutsche Rudertag einstimmig Gießen als Vorort für den nächsten Rudertag wählte, der dann 1887 hier stattfand. 1889 stiftete das Ehrenmitglied Fernie wieder einen Rennpierer. Inzwischen war das Bedürfnis nach einem der Gesellschaft würdigen Bootshaus immer dringender geworden, und so wurden die Architekten Stein & Meyer im Herbste des Jahres mit der Ausarbeitung der Pläne zu einem neuen Heim beauftragt, zu dem Dank der Opferfreudigkeit der Freunde und Mitglieder am 1. April 1890 der Grundstein gelegt werden konnte. Leider traf die Gesellschaft in diesem Jahre auch ein schwerer Verlust: Ihr Gründer, Christoph Rübsamenerlag jm Januar einem langjährigen Leiden- 1891 gelang es dem Sohne des Verewigten, Albert Rübs am en, am 5. Juni auf der Regatta zu Mannheim die Meisterschaft vom Rhein zu erringen. 1892 trauerte der Verein mit dem gangen Hessenlande um den Verlust unseres Landesherrn, des hochseligen Großherzogs Ludwigs IV., an dessen Sarkophag zum Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit eine Deputation der Gesellschaft eine Kranzspende niederlegte. Das Jahr 1892 war in sportlicher Beziehung das bedeutungsvollste in der Geschichte der Gießener Ruder- Gesellschaft. In diesem errang" sie nicht weniger als 11 Siege. Ferner fand 1892 zum ersten Male die nun alljährlich veranstaltete Regatta hier statt- Das Jahr 1893 brachte dem Verein den Verlust dreier Freunde, Gust. Balsers, Phil. Hartmanns und Fritz Scharmanns. In diesem Jahre gewann Alb. Rübs am en zum zweiten Mal die Rh einmeistersch aft> während der Redner zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde. 1894 gelang es demselben, bei der anläßlich der 50 jährigen Jubelfeier des Allg. Alster-Klubs in Hamburg am 14. und 15. Juli veranstalteten Regatta! die Meisterschaft von Deutsch - land zu erringen. Und am 10. Juni 1899 gelang es Alb. Rübsarnen auf der Regatta in Berlin, zum zweiten Male den Brillantstem als Meisterruderer nach Gießen zu bringen. Die Gewährung eines Wanderpreises S. K. H. des Großherzogs sowie die Stiftung des Lahnpokals von dem Ausschuß des deutschen Ruderverbandes haben unserer Regatta einen besonderen Wert und eine besondere Auszeichnung gewährleistet. Als Vor sitz en de der Gießener Gesellschaft fungierten während der verflossenen 25 Jahre die Herren Rübsarnen, Adami, Kirch, Reiber, Scheel, Mngspor. Zehn Regatten wurden unter ihrer Leitung hier mit schönem Erfolge abgehalten, denen sich die diesjährige Jubiläumsregatta gewiß würdig anschließen wird. Nahezu 70 Siege hat Unsere Gefellfchaft in diesem Zeitraum errungen- . Der Rudersport in Deutschland hat sich aus kleinen Anfängen herrlich entwickelt. Die ersten Rudervereine wurden 1840 in Hamburg gegründet Erst 1865 wurde der Rudersport durch den Frankfurter Ruder verein in unsere Gegend verpflanzt. Die von der Frankfurter Ruder- gesellschaft „Germania" in Bad Ems alljährlich veranstaltete Kaiserregatta war bahnbrechend für den Rudersport in Süddeutschland. Der Thätigkeit des deutschen Ruderverb andes ist wohl der Erfolg im Rudersport gegenüber dem Auslande zuzuschreiben. Nur der Verein kann auf eine Zukunft rechnen, der neben der Geselligkeit und dem Tourenrudern auch im Wettrudern Tüchtiges leistet. Die Hoffnungen-unb Mühen uieler Wochen sind oft durch einen Mißerfolg vernichtet- Da i)t es notwendig, daß die Ruderer sich manche Entbehrungen auferlegen und auf liebgcwordenc Gewohnheiten verzichten, um ihre Flagge Jum Siege zu führen. Gerade in dieser Selbstzucht liegt der ideale Wert bes Ruderns- Und dieser ist jetzt in den weitesten Greifen erkannt und anerkannt worden- Auch aus den . Eitervergiftung Lungenentzündung Krebs Eingekl. Bruch Zuckerkrankheit Vermischtes. * Aachen, 19. Jan. Der wegen Unterschlagung von 23 000 Mk. verhaftete Postkassirer Vermeyen ist auf Beschluß der! Staatsanwaltschaft wegen Unznrechnungs- keit bei Begehung der That in Freiheit gesetzt worden. * Leipzig, 18. Jan. In vergangener Nacht tötete auf dem Töpferplatz der 25jährige Buffetier Wirschnec seine 23jährige Geliebte, die Kellnerin Adolfine Schwichg, durch zwei Revolverschüsse und dann sich selbst. Kopenhagen, 19. Jan. Zwei aus deutschen Strafanstalten entwichene Verbrecher, Niehoff und Weiß, wurden nach Verübung zahlreicher Diebstähle hier verhaftet. "London, 18. Jan. Einem Lloyd-Telegramm aus Madeira zufolge ist der englische Dampfer „Lagos", von Liverpool nach Westafrika unterwegs, bei den Desertasinseln auf Grund geraten. Die Passagiere und die Mannschaft sind gerettet. Ein Dampfer ist zur Hilfeleistung abgegangen. Man hofft die Post bergen zu können. * Mons, 18. Jan. Heute ersch oß sich hier ein an* gesehener Notar, der sich an fremden Geldern vergriffen hatte. * Olnrütz, 19. Jan. Der hier stationierte Regi-* mentsorgt hat infolge einer beleidigenden Eingabe mehrerer Zivilärzte an die Brünner Aerztekammer, in welcher auf die Konkurrenz der Militärärzte hingewiesen wird, sämtliche Unter* zeichner der Eingabe zum Duell gefordert. "Newyork, 18. Jan. Einem heute nachmittag aus Mexiko eingegangenen Telegramm zufolge sind bei dem Erdbeben in Chilpancinga am 16. d. Mts., wie nunmehr estgestellt, acht Personen umgekommen und fünf verletzt worden. * Porto Alegre, 19. Jan. Hier ist die Bubonen-- poft festgestellt worden. Die sanitäre Lage giebt aber zu Besorgnissen keinen Anlaß. Summa: 10 (5) " 8~'(5] ~ — ’ Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. zeitigen Vorstandes, die Frankfurter Rudergefellfchaft „Ger- mama" einen Lorbeers ranz, der Ruderklub „Nassovia" in Höchst a. M. eine Flagge, ebenso der Offenbacher Ruderverein eine Flagge, die Frankfurter Rudergefell- schaft Sachsenhausen das Bild ihres neuen Bootshaus es, der Heidelberger Ruderklub bte Heidelberger Vereins-Fahne. Von der Gießener Radfahr-Gesellschaft „Wanderer" überbrachte Herr Hornberger freundschaftliche Grüße und herzliche Glückwünsche. Auch eine große Anzah. von Glückwunschtelegrammen und -Schreiben war eingelaufen. Der Vorsitzende sprach namens der Gießener Rudergesellschaft für die dargebrachten Glückwünsche und Andenken herzlichen Tank aus. Zum Schluß schrieben sich fämt liebe aktiven und passiven Mitglieder sowie die Gäste in das goldene Buch der Gesellschaft ein. Damit erreichte die akademische Feier ihr Ende, und man nahm an dem im Nebenzimmer aufgestellten kalten Buffet eine Erfrischung zu sich. Nachmittags 2 Uhr schlo., sich in Steins Saalbau eine Festtafel an. Der grotze Saal war in überaus geschmackvoller Weise ausgeschmückt. Auf der Bühnenseite waren, umgeben von Baumschmuck, die Büsten des Kaisers und des Großherzogs aufgestellt. Auf der entgegengesetzten Seite war das Vereinsbanner angebracht. lieber die Tische zogen sich prächtige Guirlanden. Die Seitenwände waren mit Laub und jungen Bäumen geschmückt. Während der Tafel spielte unsere Regimeutskapette dem Fest an gepaßte Weisen. Den ersten Toast brachte Fabrikant Reiber auf die Gäste aus. Ihm dankte namens der Gäste aus Gießen Landgerichts- Präsident Kull mann. Er hob die hervorragenden sportlichen Leistungen der Gießener Rudergesellschaft hervor, durch die auch das Ansehen unserer Stadt gefördert werde, und toastete auf ihr weiteres Gedeihen. Namens der auswärtigen Gäste sprach Prof. Dr. Ulrich-Heidelberg herz- iche Worte des Dankes. Er wies besonders auf die Ver- lienftc der Gießener Rudergefellfchaft um die Sammlung der deutschen Sportkollegen hin, und da sei es wiederum ihr Ehr en vor sitzender Kirch, der seit der Gründung des deutschen Ruderverbandes an der Spitze )iefer Bewegung stehe und vor allem auch bemüht sei, die Interessen der süddeutschen Rudervereine zu fördern. Sein „Hipp Hipp Hurra" galt Herrn Kirch. Sodann dankte Herr G e r b o d e dem Landgerichtspräfrdenten Kullmann für feine liebenswürdigen Worte unfo .Herrn Kirch für feine treffliche Festrede. Doch habe der letztere zu bescheiden eine Korporation nur kurz erwähnt, der er schon lange als thätiges Mitglied angehöre, den deutsch en Ruderverband und den deutschen Nu d era u s s ch u ß, die Anfang der 80er Jahre_ von einigen sportliebenden Männern, unter denen auch Herr Kirch war, ins Leben gerufen seien, und denen es gelungen sei, der Zerrissenheit unter den Rudervereinen ein Ende zu machen. Dem Wachsen, Blühen und Gedeihen des, deutschen Ruderverbandes und des deutschen Ruderausschusses, denen stets solche Männer erstehen möchten, zelte jein „Hlp. Hipp Hurra". Den Reigen der Loastreden beschloß Ehrenpräsident Kirch, der darauf hinwies, wie der Rudersport Körper und Geist frisch erhalte. Schon dadurch müßte ein jeder sich bewogen fühlen, unter die Ruderer zu gehen. Tann dankte er dem Vorredner namens des Ausschusses für die Worte der Anerkennung. Doch gebühre diese nicht dem Ausschuß allein, sondern allen denen, die afttp und passiv für den deutschen Rudersport wirkten Zusammen: Erwachsene: int 1. Lebensjahr 1 Schauspielhaus. Dienstag den 21. Januar: Fuhrmann Henschel. — Mittwoch den 22. Januar: Die größte Sunde. Donnerstag den 23. Januar, abends 7'/, Mr: Bürgerlich und romantisch. — Samstag den 25. Januar: Mamsell Tourbillon. — Sonntag den 26. Januar, nachmittags 3‘/z Uhr: Lumpaci Vagabundus. Abends 71/, Uhr: L'Aventuriöre und La joie sait peur. — Montag den 27. Januar: Götz v. Berlichingen. — Dienstag den 28. Januar, abends 7'/, Uhr: Tartuffe, hierauf Les precieuses ridicrilcs. *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Wöchentliche der Todesfälle in der Stadt Gieße«. 2. Woche. Vom 5. bis II. Januar 1902. (Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (iukl. 1600 Mann Militärsi Sterblichkeitsziffer: 20,08, nach Abzug von 5 Ortsfremden 10,05 V q. Kinder nnr auf, ob ich dieser Aufgabe gewachsen sei, aber die Thatsache, daß ich 25 Jahre gemeinsam mit meinen freunden für das Interesse und die Weiterentwickelung unseres Sports und unserer Gesellschaft gearbeitet habe, ließen mich den Versuch wagen, eingedenk des Mottos „Allzeit mit That und Wort froh bereit für unfern Sport!" 25 Jahre, ein hochbedeutsamer Abschnitt in der Geschichte eines Vereins, und namentlich eines Rudervereins, ein Beweis für ferne Lebensfähigkeit und Daseinsberechtigung- Und so ist der 19. Januar ein Ehrentag für die Gießener Rudergefellfchaft. Außer dem allzu früh verstorbenen Turn- und Schwimmlehrer Christoph Rüb- samen, auf dessen Anregung die Gießener Rudergesellschaft am 19. Januar 1877 gegründet wurde, verdienen besonders die Herren v. M ü n ch o w, Ernst Balser, Alfred Bock und Max H o ch st ä 11 e r als Mitbegründer genannt M werden. Aus bescheidenen Anfängen, aber in zielbewußter Weise entwickelte sich die Gesellschaft. Freilich war der Weg nicht immer glatt und mühelos, manches Opfer an Zeit und Geld mußte gebracht, manches Hindernis überwunden werden. Mit stolzer Freude aber können totr heute feststellen, daß unsere Bestrebungen mit Erfolg gefrönt sind, daß wir unser Ziel, dem Rudersport in unserer Stadt eine bleibende Stätte zu bereiten, «erreicht haben. Thatkräftige Männer sind in der vergangenen Zeit mit selbstloser Hingabe bemüht gewesen, die .Gesellschaft nach allen Seiten zu fördern. Es mögen die Namen Adami, Balser, Petri, Krailing, Scheel genannt sein, die im Verein mit vielen anderen unauslöschlich mit der Gießener Rudergesellschaft verbunden sino. Auch unserer Ehrenmitglieder Ferme,- Pascoe und Wilson sei heute mit aufrichtigem Danke gedacht, die durch wiederholte Stiftungen unsere Bestrebungen hervorragend unterstützt haben- Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 21. Januar: Die verkaufte Braut. — Mittwoch den 22. Januar, abends 7 Uhr: Der Zigeunerbaron. — Donnerstag den 23. Januar: Das Glöckchen des Eremiten. — Samstag den 25. Januar, nachmittags 3% Uhr: Aschenbrödel. Abends: Amelia oder Ter Maskenball. — Sonntag den 26. Januar, nachmittags 3* 1 2/, Uhr: Aschenbrödel. Abends: Figaros Hochzeit. — Montag den 27. Januar, abends 6V, Uhr: Zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers: Siegfried. Dienstag den 28. Januar: Margarethe. chkagunz meyenijt lrechmmgz, worden, acht tötete Gner leine Schwing wfanstalt^ nach 93eri MMtn aus agos", von esertasinseln Mannschaft ^gegangen, jier ein an« « vergriffen ck Regi. be mehrer« her auf dir ichr 11* -mittag au? id bei dem >ie nunmehr ld fünf ver- öubonen- :bt aber ja ttheckr. - Mittwoch - Donners- - Samstag ei. Abends: Januar, nach- ' Lochzeit. - L-^des Aller- rieh. Liens- Kr ÄUNgz' ? '911» °W fachen S^M M der. 'des Fest^ ™witta»8 h6t«8ei[e, Richt bei, ‘Senbet MM "der Seile ■ feiern. - Mittwoch 23. Januar, amstag den 26. Januar, D§ 7V, Uhr: 27. Januar: nds 7*/i Uhr: an 7 Uhr. mMilitach rder uöitt 3.-15.3^ eil s r-» o S e er CM L- S SS s= >b cd l s oc - 00 E7 00 cd — O-A 7t .«» c-. 2 A 6* § t-. o ® i --= »e N--D- «e . .. s> UZ' KZ? - TK ESS o aJ 7° r* C> K-ZHZ E O0 w ft» ' CD jO - C C 'S o _o — Jia S3 N- CD s O— -k- 3 ft» -o "e -L v o 5-Sd c — W cc c = -ZD CDts' xs §Z 5# CD 2 X VD = N 4.-S ZN-u CD Ä 3 o O 3 X o CD^*0 ~ >5" O c *e" bKF E CD H o >o o CD fi K » E ;C 2, s 2 c — = © £. i-» *c 3 -_-- o . r-« A c - , C-> o <—> *c _Q -C .2 L CDy» 3 C » s - IX x> cd ** M ” O s-S o ft» "E, ~ -*0 = c' _ s o *1. Ä 3 - <= £ *2 ‘S' 'S ’S d±-c o 3 2 E«..« IiP^ ZZZL ° -O 3? ttr a cET- U> 3 — ZV"*' E *3 EÄ Gieße«, 18. Januar 1902» Betr.r Erlaß einer Wiesenpolizeiordnung für den Kreis Gießen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises, sowie das Großh. Polizeikommissariat Arnsburg. Demnächst werden Ihnen von der neuerlassenen Wiesen* polizeiordnung je 2 Exemplare zu sorgfältiger Aufbewahnlng zugehen» V- Bechtold. Gießen, den 17. Januar 1902. Betr,: Die Einsendung der für die Landeswaisenanstalt zu erhebenden Kollekten und Büchsengelder. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des jireises. Unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 10. Februar 1877 (Amtsblatt Nr. 8) empfehlen wir Ihnen, am 81. ds. Mts. die unter Ihrem und eines Gemeinderats- mitglieds Verschluß stehenden Waisenbüchsen zu öffnen und deren Inhalt bis längstens 31. März d. I. durch eine Kosten nicht verursachende Gelegenheit an uns abzuliefern» v. Bechtold. Gießen, den 18. Januar 1902. Best'.: Erhebungen über die Einfuhr von Rindvieh. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Krrtses. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 30. November 1895 („ Gießener Anzeiger" Nr. 284) noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch an Erledigung derselben binnen acht Tagen erinnert. v- Bechtold. Dekanntmachung. Vetr.t Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Frühjahre 1902. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahre 1902 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. Febrnar 1902 bei der unterzeichneten Kommission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt: 1» Das Gesuch ist bet der unterzeichneten Prüfuugs Kommission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2, Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 8. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) GeburtSzeugnis; b) Die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für die Dauer des einjährigen Dienstes die Kosten des Unterhalts, mit Einschluß der Kosten der Ausrüstung, Bekleidung und Wohnung, von dem ^^Ättperber^rtrsLe». »erd«r ^llen r ML diesem Er- <75 - CD f । « ~ jQ 2 c « s rr e c: i-H cd o s § W,® » Ä-2« Z 8,5 o >b Hz L. Z 5 J o *? o © ÖDE o ec tX-_2 ’JX Oft }X <5D s L c _ 's ~ ® 5 .3 8 o 1D eo Ü »» ~ CD |S 7 lll I 4J N 11 J- ~ ZK <Ä §6- 8 o s-> t> 123. C <5D C 2 C c- «D ft» Q> 1 eQ o o o o eo co o O T-« O CM CO CO K ä s 3 e> o iE' ■?<*> O e c Z 2 CD o CO CM CO ’t CD CD CD CM CD CM CO tt « ® E* A d c vO 8 -Q C c o 3 3 e Q. = Q. > & V * X-kQ 8 « D ®> jO a> 3 -O 3 c .« S -p - ce LM *• x> C5 § 3 t8 >S'^ o | © 3 — 1 g Z ZLLK-ZK eJL NN cS . C 3 *X c AA> c N 3 N W e> - N 11 « e e> VO -u» c 1=^ ? o t> c3 C CD 3 © -C 3- 1O CD s.«s S»*o CD. >O © 3 r» L 3 3 — C E KN 5 jO -O 7, «3 -3 .2 N V ä ä= p VD o iE 8.ZZ H § O O » H "2 Z^.K 'S 'S 2 SQ§ — . <3> -S6 5 c9 = 2 tz Z-Z g e 2 3 •S’w 2 P3 2 - UStzlUF tmetev. | Sm uan°lß opg gs 1 1 1 usPnquwch Sil® Vpljuaqiu© »tuajaiH I I IS rM hotzNvA S8 1 1 -zohniuPZ •—-1 01 1 1 s "C 2 hohusgnrD "¥T -UJ^scu(pA LzohnruepZ — 100 215 — 70 |280l — 20 30 18| —100| Waldeigenttlmer Gemeinde Lich a. Vordcrivald b. Ointerwald 0. Großhäuserberg Gemeinde Langsdorf LJ K w4 *J 8 ■-3 2 T 2 « X 3> 10 3 i2?3 Z- L a> E S _ o CM ’S 'S o Delikatessen-Geschäft verbunden mit 655 Georg Adami, Hochachtungsvoll m Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende IO1/, Uhr. per Flasche 2 Mk. 0231 . 141 S85 (345 Curiosa. 640 Stein. 560 Baumwachs 633 empfiehlt Adolf Bieler, Marktstraße 5. empfiehlt 245 Ludw. Loth, Wallthorstr. 23. 14 M 552 3,32 BST Preise billigst. -®3 Grüubergerstraße 17. 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(Die plage ginq soweit, daß mw die Knechte anfingen davonzulaufen.) Seit ich „Ls bat geschnappt" anwandte, bin ich die Ratten los. « F^nappf ist nur für Nagetiere tödlich, sonst ganz unschädlich. (Ein versuch und man ist überzeugt! 2 Theater-Verein 6. Vorstellung: Montag den 20. Januar. Null er 1. Volksstück mit Gesang in 5 Aufzügen von Karl Morre, Musik von Vincenz Pertl. Gast: Otto Beek aus Köln- In den ABpenländern Oesterreichs trinkt man den besten Kaffee. Dieser wird erzielt durch Verwendung von Andre Hof er’s Salzburger Kaffee- Würze in "Würfelform, die ebenso weltberühmt ist wie der Echte Feimen-Kaffee von Andre Hofer in Freilassing. Niederlage in Giessen bei: August Noll II. 648 _______ u.AnßnckenvonStrumpftv Doppelt raffinierter 465 I empfehle ich mich angelegemlichst „Adler" - Borax StriLgarnelbchkNiiaiMeo! ist das beste Waschpulver für jede I _?Qbe ld> ftel§ vorrätig. Haushaltwäscho. Macht schnee- Jeder Versuch ^überzeug? sofort. 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I», vormitt. 101/2 Uhr, wird auf dem Rathause dahier die der Gemeinde Nonnen- roth gehörige Jagd, zirka 370 Hektar Feld nebst drei Teichen und zirka 155 Hektar Wald, auf 6 Jahre meistbietend verpachtet werden. Wir bemerken dabei, daß das Jagdgebiet von der Bahn- station Villingen in 15 Min. erreichen ist. Nonnenroth, 18. Jan. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Nonnenxoth. 642 Jacob, Bürgermeister. Jagdverpachtung. Samstag den 1. Februar l. Fs., nachmittags 1 Uhr, findet im Gemeinde- saal dahier die Verpachtung der hiesigen Feld- und Waldjagd auf 9 Jahre statt. Beide Jagdbezirke liegen 15 Minuten von der Station Butzbach der Main-Weser-Bahn und sind isehr wildreich. 636 Griedel, den 14. Jan. 1902. Großh. Bürgermeisterei Griedel. Hohversteigenmg jmMMerGmm-enM. Dienstag den 21. 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