3He heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Tie eien. Der Konflikt mit Aenezuela. Eine aus angeblich deutsch-offiziöser Quelle stammende Meldung der Londoner „St. James Gazette" legt die Gründe für Deutschlands Haltung und seine Forderungen Venezuela gegenüber in folgender Weise dar: Deutschlands Ansprüche an Venezuela sind — so heißt es — keineswegs rein finanzieller Art. Tie finanziellen Forderungen kommen in zweiter Linie und sie haben keineswegs die deutsche Regierung zu den Schritten, die jetzt unternommen werden, veranlaßt. Während der jahrelangen Revolutionen sind vielmehr die Deutschen in Vene- zuela zu Lande gerade so schlecht, wenn nicht noch schlechter behandelt worden, als die britischen Unterthemen zur See. Sie sind beraubt, mißhandelt, ihr Besitztum ist ihnen genommen worden und wenn sie sich beschwerten, sind sie in Gefängnisse geworfen worden, in denen in verschiedenen Fällen ihre Gesundheit daueriid gelitten hat. Genugthuung für diese Gewaltthaten ist gefordert worden, aber ausnahmslos sind die von der deutschen Regierung geschickten Roten entweder ignoriert oder in den aller- gröbsten Ausdrücken beantwortet worden. Zu Anfang dieses Jahres schlug Teutschland Venezuela vor, alle seine Ansprüche sollten einem Tribunale von Venezolanern und Deutschen vorgelegt werden und die Punkte, worüber sich das Tribunal nicht einigen könne, sollten dem Haager Schiedsgerichishofe unterbreitet werden. Teutschland hat den Vereinigten Staaten vor Beginn der gegenwärtigen Aktion die Versicherung gegeben, daß es nicht die Absicht habe, in Venezuela oder sonstwo in Südamerika Gebiet zu erwerben. Tllles, was Teutschland in Venezuela und anderswo verlangt, ist, daß die Rechte seiner Bürger nicht mißachtet werden und der handel nicht behindert wird durch Akte, welche dem geregelten Verkehr zwischen den Rationen zuwider- tiibet sich nicht in Vorbereitung — auf dies „Weihnachtsgeschenk" zu harren, würde eine Enttäuschung bringen. Gerade daS Durchsetzen deS Zolltairfs hat dem Diätenbegehr insofern geschadet, als der Beweis erbracht ist, daß es „auch so gefit", wenn die Reichstagsmehrheit sich aufrafst. Wäre der Zolltarif durch Beschlußunfähigkeit versumpft — dann hatten vermutlich die Reichst agSdiäten große Chancen gehabt, zur Einführung zu gelangen. Zur Zeit soll auch innerhalb der Verbündeten Regierungen, abgesehen von der bekannten Abneigung des Kaisers gegen Reichstaasdiäten, die Stimmung zu Gunsten der Diäten eine kühlere sein, als dies bisher der Fall gewesen ist. Französische EinmischnngSgelüste. AuS Paris wird uns geschrieben: WaS Über den letzten Minrsterrat auf amtlichem Weg« in knappen Worten veröffentlicht wurde, läßt die Haltung der französischen Regierung in der Venezuela-Aktion immerhin korrekt erscheinen. Tenn daS Ministerium steht nach diesem Bericht auf dem Standpunkt, daß Frankreichs Interessen in Venezuela durch daS deutsch-englische Vor, gehen nicht berührt werden, eine direkte Einmischung der Republik sich also vor der Hand erübrigt. Zu diesem Votum sind die Minister aber keineswegs in Ilebereinstim- mung gelangt; was nach' und nach über den Verlauf des Kabinettsrats durchsickert, läßt vielmehr darauf schließen, daß lebhafte Auseinandersetzungen stattgefunden haben. Im Lichte dieser Darstellungen erscheint namentlich! die: Halttmg des Ministers Deleasso eigenartig. Er soll) einem Eingreifen Frankreichs in die Benezuela-Affaire dos Wort geredet und erst auf energische Vorhaltungen! des Ministerpräsidenten diesen Vorschlag preisgegeben haben. Ist dem in der That so, dann zeigt sich Delcasss von dem Bestreben geleitet, im Lager der Rationalisten; und Rechtsrepublikaner für sich Stimmung zu machen, das Wohlwollen dieser politischen Gegner zu erringen, die ihm seine unselbständige Halttmg Rußland gegenüber, den Siam-Verttag und manche andere nicht eben rühmliche diplomatische Leistung verargt und an der Erschütterung seiner Stellung in letzter Zeit mit merklichem Erfolg gearbeitet haben. Ten ihm gefährlich werdenden Widersachern zu liebe will also Delcasss dem Anschein nach „draußen" dem „Erbfeind" Deutschland „den Knüppel zwischen die Beine werfen", und die Venezuela-Affair« kommt ihm gerade gelegen. Man wird in Deutschland gut thun, von dieser freundlichen Absicht Telcassos, deren Verwirklichung ihm fteilich fürs erste nicht gelungen ist, gebührend Notiz zu nehmen. Man brachte diesem Staats- mamr, soweit bekannt, jenseits der Vogesen bisher gewisse Sympathieen entgegen. Unmöglich erscheint nach alledem nicht, daß Delcasss nochmals, zu gelegener Seit, versuchen wird, Frankreich in der Venezuela-Angelegenheit zu engagieren. Unmöglich vielleicht schon aus dem Grunde nicht, weil dieser Minister die Gelegenheit, Anschluß an die Vereinigten Staaten zu erlangen, sich nicht wird entgehen lassen wollen. Es mag ihn reizen, der Ration und auch den Verbündeten ju zeigen, daß Frankreich nicht auA, fachen abwarten. _ t ( Gegenüber der Meldung, man sehe in Londoner Kreisen auf Grund der jüngst erfolgten offiziellen Darlegungen eine Kriegserklärung an Venezuela für bevorstehend an, ist, wie die „Post" schreibt, baran festzuhalten, daß die Bezeichnung Kriegserklärunng auf das Vorgehen Teutsch- landö und Englands gegen Venezuela keine Anwendung finden kann. Tie Sperrung der venezolanischen Küsten ist eine Maßnahme, wie sie beide Mächte auch im Kriege gegen Venezuela treffen würden, sie ist aber nicht der Krieg selbst. Unter Kriegführung gegen Venezuela wäre zu verstehen, daß man Truppen bandet, La Guahra erobert, den Paß nach Earaeas forciert und die Hauptstadt selbst stürmt. Solche Maßnahmen sind aber seitens der beiden Regierungen nicht in Aussicht genommen und , haben auch niemals auf ihrem Programm gestanden. Dieses umfaßt vielmehr nur: 1. die Beschlagnahme der venezolanischenKriegs- ftotille und 2. die Blokade der Küsten. Aus Caracas, 17. Dez., meldet Reuters Bureau: Dreihundert angesehene venezolanische Vertreter der Han- dels- und Finanzwelt überreichten heute Cnftro eine ftote, in der sie gegen das gewaltsame Vorgehen Deutschlands und Englands Einspruch erheben, jedoch die Erwägung anheimgeben, daß, da es unmöglich sei, mit Gewalt dorzu- gehen, da Venezuela keine Flotte rnchr besitze, der Präsident sich bemühen solle, die besten praktischen Mittel zu finden, um zu einem Uebereintommcn zu gelangen, ferner Me notwendigen Mittel zu beschaffen, und den amerikanischen Gesandten Bowen als Schiedsrichter mit Vormächten zur Leitung der Verhandlungen zu ernennen, da derselbe persona ''rata bei den Deutschen, Engländern, Italienern und Venezolanern sei. — Tie deutsche Kolonie in Caracas ist im Gegensatz zu den 300 petitionierenden Kaufleuten gegen schiedsrichterliche Entscheidung. Volitische Tagesschau. Eine Illusion! Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 18. Dezember: In der parlamentarischen Pause unterhält man sich damit, zur Abwechslung wieder einmal die Tiätenfrage anfö Tapet zu bringen. ES ist aufgefallen, daß die „Köln, stg." sich neuerdings für die Gewährung von Anwesen- heitSgeldern erwärmt hat, während das Blatt bisher einen anderen Standpunkt einnahm. Also könnte vielleicht m Berlin eine andere Meinung Platz gegriffen haben, da das offiziöse Organ solch eine Wendung vollzieht? Die „Rationalztg." hält die Einführung der Diäten von der nächsten Legislaturperiode an für unerläßlich. Der Reichstag bedürfe frischen Mutes, und dies könne ihm nur dann zugeführt werden, wenn die Wähler im stände seien, ihr Augenmerk auf Kandidaten zu richten, welche bisher wegen des Mangels der Diäten außer Bettacht bleiben mußten. — DaS trifft gewiß zu, aber wir glauben trotzdem und ttotz der erwähnten hoffiiungsvollen Zeichen nicht, daß die Regierung „schleunigst eine Vorlage ankündigt", tote kategorisch verlangt wird. Graf Bülow ist im Verlauf der vertraulichen Unterhandlungen über den Zolltarif geradezu bestürmt worden, daS ganze Gewicht seines Ein. flusseS für Diäten oder Anwesenheitsgelder in die Wag- chale zu werfen. Widerstand Graf Bülow der Prophe- zeiuna, ohne Diäten müsse der Zolltarif scheitern, so wird die Geltendmachung einer bei weitem nicht so kräftig wirkenden Erwägung, wie derjenigen, daß neue Männer in den Reichstag gehören, vermutlich erst recht nicht den gewünschten Erfolg herbeiführen. Man soll sich nicht Illusionen hingeben, und es erscheint uns eine solche, wenn man glaubt, jetzt sei die Regierung für Diäten zu haben, falls die Forderung nur mit der nötigen Nachdrücklichkeit vertreten werde. Ein Diäten-Gesetzentwurf be- Abhilfe zu bringen. . Weiterhin gedenkt die Thronrede des zwischen England und Japan abgeschlossenen Abkommens, durch welches die beiden Regierungen sich verpflichten, einander bei gewissen Eventualitäten zu unterstützen, zum Schutze der beiderseitigen Interessen. Das Abkommen werde hoffentlich beiden Teilen zum Vorteil gereichen und zur Erhaltung deS all- gemeinen Friedens im äußersten Osten beitragen. Sodann wird der Handelsverttag mit China erwähnt, der nicht nur für England, sondern auch für den Handel der ganzen Welt wertvolle Erleichterungen und Vorteile verspreche. Der Vertrag trete nicht in Kraft, toeim nicht die anderen Mächte mit China in die gleichen Beziehungen einträten. Er enthalte aber Bestimmungen von großem Werte,, bie nicht von ihrer Zustimmung abhängig seien. Für die Zurückziehung der internationalen Streitkräfte aus Shanghai seien Mmachungen getroffen. Die Rede erwähnt dann den Greuzverttag mit dem Kaiser von Aethiopien und giebt der Freude darüber Ausdruck, daß eine Gefahr des neuen Jahres, die Trockenheit für Indien, durch hinreichender! Regen abgewendet sei und daß die Aussichten der Landwirtschaft in Indien allgemein gut seien. Ferner erwähnt die Rede den bevorstehenden Aus R e w y o r k, 18. Dez., erhielt die „Frkf. Ztg." noch folgende bemerkenswerte Mttteilungen: Deutschland verlangt außer pekuniärer Sn tschädigung eine form eile Entschuldigung von Venezuela. Tie amerikanische Bundesregierung wird die Zahlung der Entschädigung zwar nicht garantieren, wird aber denjenigen, welche die Geld- mittel hierfür aufbringen, die Zusicherung geben, daß im Falle der Nichtzahlung seitens Venezuelas die amercka- nische Regierung sich für die Erfüllung der Verpflichtungen ernstlich verwenden wird. — Tas Repräsentantenhmi- nahm eine Resolution an, worin vom Staatssekretär Information und Dokumente in der venezolanischen Affäre verlangt werden. kaufen. lieber die Erregung, die ganz im Gegensatz zu der korrekten und für Deutschlands gerechte Ansprüche durchaus wohlwollenden Haltung der Washingtoner Regierung einen Teil der öffentlichen Meinung der Vereinigten Staaten ergriffen hat, spricht sich ein Drahtbericht der „Köln. Ztg." aus Rewyork folgendermaßen au8: Tas Verhalten der gesamten Presse könnte fast den Eindruck Hervorrufen, als ob Teutschland in Amerika keinen Freund besäße. Unter völliger Mißachtung der englischen amtlichen Erklärungen über die gemeinsame Verantwortlichkett für das Vorgehen Teutschlands und Englmcks, fährt die ganze Presse, nicht nur die gelbe, fort, Deutschland heimliche, gegen Amerika gerichtete Anschläge anzudichten, England aber von jedem solchen Verdachte freizusprechen. Tie alte Lüge, Deutschland habe Amerika in der spanischen Sache in den Arm fallen wollen, was England verhindert habe, zeigt sich vollkräftig lebendig. In der gestrigen Sitzung des Senats machte sich jedoch ttotz der aufgeregten Reden die Absicht, zwischen Teutschland und England zu unterscheiden, nicht bemerkbar. Der Senator Teller behauptete, daS englisch-deutsche Vorgehen habe bereits Amerika bedroht; eS sei der Krieg, und den Krieg dürfe Amerika nickt dulden. Hoar meinte, die Monroelehre sei noch nicht verletzt, er fürchtet jedoch, daß sie verletzt werden würde. Stewart sagte, die europäische Eifersucht werde früher oder später zu einem Bündnis gegen Amerika führen. Taher sei es nötig, schleunigst eine große Flotte zu bauen. Bacon sprach als Demokrat sein Verttauen zur Regierung auS und meinte, der Versicherung Deutschlands, daß es keine Gebietserwerbung beabsichtige, müsse Glauben geschenkt werden. ES sei keine Verletzung der Monroelehre zu erkennen. Der Vorsitzende des SenatsauSschusses für auswärtige Ange» legenijeiten, Cullon, bedauerte die Erörterung als unzeitig und meinte, man solle die amtliche Darlegung der That- KrönungSdurbar in Delhi und spricht deS Königs Freude darüber auS, daß diese wichtige Feierlichkeit mit einer Periode ungewöhnlichen Aufschwungs auf fommer- ziellem und finanziellem Gebiete zusammenfällt. Mieß- lich sind in der Rede Ueberblicke gegeben über die Tätigkeit der inneren Gesetzgebung im letzten Jahre. Besonders wird die llnterrichtsbill erwähnt und der Zuversicht Ausdruck verliehen, daß die Meinungsverschiedenheiten, welche sich auS derselben ergaben, nicht lange anhalten werden, und das Gesetz zur Lösung der vielleicht schwierigsten Frage auf dem Gebiete der inneren Gesetzgebung beitragen werde. Tie Thronrede bespricht sodann die Maßnahmen in Ostafrika, um den Räubereien des Mullahs, Einhalt zu thun. Tie Operationen würden angesichts von Schwie- rigTerten unternommen, die bisher einem vollständigen Erfolge im Wege standen. Ter König begrüßt mit Befriedigung das Entgegenkommen, das von Italien für ein gemeinsames Vorgehen in dieser Angelegenheit, die beide Länder angehe, bewiesen sei. Ter König erwähnt sodann seinen Schiedsspruch in der Streitfrage zwischen Chile und Argentinien, welcher von beiden Parteien bereitwillig angenommen sei und von dem man erwarten könne, daß er erneuten Mißverständnissen zwischen ihnen vorbeugen werde. Ter König spricht seine Freude aus, in dieser Werse zur Herstellung guter Beziehungen zwischen den beiden Republiken beigetragen zu haben. Tie Thronrede erwähnt den Abschluß der Zuckerkon- vention, die großen, aus den übermäßigen Prämien sich et- gebenben Unzuträglichkeiten ein Ende machen solle, und kommt barm auf ben Konflikt mit Venezuela zu sprechen. Bedauerlich sei, daß die beständigen Beschwerden her britischen Regierung bei der venezolanischen über un- v er an tw örtliche und willkürliche Akte gegen britische Staatsangehörige und deren Eigentum während der letzten zwei Jahre beharrlich unberücksichtigt geblieben seien. Tie Thronrede sagt: Für meine Regierung, die dabei im Einvernehmen mit der deutschen handelt, die gleichfalls ernste Gründe zur Klage über die venezolanische Republik hat, hat sich die Notwendigkeit ergeben, auf Maßnahmen zur Rr. 298 Erscheint täglich außer SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wecbiel mit dem hesfilchen Landwirt die Siebener Zamilten- dlätler viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Unwers.-Buch- u.Slem- druckeret tPietsch Erbens Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Ädresie für Depeichen: Anzeiger Gießen. FrrniprechanIcblußNr.sl Die englische Thronrede. DaS englische Parlament ist gestern mit einer Thronrede geschlossen worden, die vom Lordgroßkan^ler Hals- bury verlesen wurde. Die Rede betont zunächst, daß die seit Eröffnung des Parlaments im Januar verflossene Zeit reich war an Ereignissen von großer Bedeutung für den Staat und weist bann auf den erfolgreichen und ehrenvollen Abschluß des Krieges in Südafrika und auf die Einverleibung der Transvaal- und Oranjefluß- kolonie hin. Es scheine alle Hoffnung vorhanden toi sein, daß ttotz der unvermeidlichen Schwierigkeiten, die ein langer, mit Verwüstungen verbundener Krieg nach sich ziehe, eine größere Wohlfahrt in diese Länder einzieheN werde, als je dort bestanden habe, und daß alle Teile der Bevölkerung in Freundschaft untereinander leben und der Krone gegenüber sich loyal erweisen werden. Tie Thronrede erwähnt ferner, daß die Krönung wegen Erkrankung des Königs verschoben werben mußte, . von welcher der König durch Gottes Gnade wieder vollständig hergestellt sei und giebt denr Danke des Königs für die von allen Klassen der Bevölkerung anläßlich der Krönung bewiesene Liebe und Teilnahme Ausdruck. Die Krön- ungsfeier habe sich, was Zahl und Bedeutung derer betreffe, die aus diesem Anlässe auS den entferntesten Gegenden deS Reiches nach! England kamen, von allen früheren ähnlichen Ereignissen unterschieden. Tie Thronrede geht sodann auf die Anwesenheit der großen inbtfd^n Vasallenfürsten ein, die deren Ergebenheit für den Kaiser und König zeige, und auf die Anwesenheit der Premierminister der Kolonien mit Selbverwaltung ein, als andere Beweise für daS starke Gefühl der Zusammengehörigkeit welches die freien Gemeinwesen an Krone und Mutterland knüpfe und sich in hervorragender Weise während des Krieges gezeigt habe. Sie spricht weiter daS Vertrauen aus, daß die persönliche Besprechuna vieler Fragen betreffend bte Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilen des Reiches, welche während der Anwesenheit der staatsmännischen Vertreter der Kolonien stattfand und welcher Chamberlains Besuch in Südafrika folgte, vom größten Wert hinsichtlich der unmittelbaren Folgen und als Präzedenz für bte Zu- 3w-i.-s Blatt. 158. Jahrgang en.Ber IVOS äj Q monatlt^vb Pf., viertel Eichener Anzeiger W " General-Anzeiger ssiäs Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen schließlich auf Rußlands Freundschaft angewiesen ist, daß die andere große Republik, die transatlantische, zu einem Zusammengehen mit Frankreich gleichfalls sich bereit findet. So ungefähr mag dem Minister Telcassö die staatsmännische That vorschweben, mittels deren er seine amtliche Stellung festigen, Rußlands „Herrengelüste" dampfen und Deutschland eine Schlappe giftigen könnte. Bei der er- fristen Stimmung in Frankreich, dem deutschsenidttchen Gebühren der meisten Pariser Blatter und der Unternehmungslust des Ministers des Auswärtigen sind Ueberrasch- ungen nicht ausgeschlossen. Sollten die Vereinigten Staaten nur den „kleinen Finger" in die Venezuela-Affaire hinetnstecken, dann ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die besonnenen Elemente im französischen Kabinett überstimmt werden, und Frankreich der Union die offene Hand entgegenstreckt. Ein deutscher Handels-Kowmiffar für Indien. Da eS sich mit der Zeit herauSgcstellt hat, daß die in Indien stationirten deutschen Konsulate nicht auSreichen, um die Handelsbedürfnisse zwischen dem Deutschen Reiche und dem gesamten britischen Indien in wünschenswerter Weise zu regeln, so wird seitens Deutschlands beabsichtigt, einen besonderen Handels-Kommissar für Indien zu ernennen. Noch Erklärungen an wohlunterrichteter Seite finden der „Tisch. QBarte' zufolge augenblicklich Verhandlungen zwischen den beiderseitigen Regierungen statt, welche vorauSfichtlich zur Stationirung eines solchen Beamten führen werden. Derselbe soll dann seinen Amtsfit; in Kalkutta erhalten. Seine Stellung wird eine besondere, doch nicht den Konsuln untergeordnete sein, und seine Hauptaufgabe wird darin bestehen, fortlaufend darüber zu berichten, wo und mit welchen Erzeugnissen der deutsche Exporthandel und unsere Industrie Absatz in Indien finden können. Deutsches Deich. Berlin, 18. Dez. Der Kaiser hörte heilte Vormittag die Vorträge ded Präses der Artillcrie-Prüfiingskom- mission, des prellßischen KriegSministerS, des Generalinspck- teurS der Festungen und des ChefS des MilitärkabinettS. — Der „Reichßa nz eiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 5. Dezember 1902, betr. Erfüllung der Dienstpflicht bei der kaiserlichen Schutz truppe für SÜdwestaftika, sowie AuSfilhrungSbestimmungen des Reichskanzlers dazu. — Der preußische Landtag wird, wie jetzt feststeht, am 13. Januar zusammentreten. Die Arbeiten für die Fertigstellung deS Etats sind soweit gediehen, daß derselbe sofort mit der Einberufung dem Abgeordnetenhaus zugehen wird. Dresden, 18. Dez. Der König ist auch heute vollkommen fieberfrei, eine wesentliche Abnahme der katarrhalischen Erscheinungen ist jedoch nicht eingetreten, auch war der Schlaf während der Nacht durch Hustenanfälle mehrfach gestört. Karlsruhe, 18. Dez. Der Bürgerausschuß genehmigte heute mit 81 gegen 20 Stimmen den Antrag des Stadtrates, die Karlsruher Straßenbahn für 2 681250 Mk. sowie unter Uebernahme der Kapitalschuld beS Unternehmens im Betrage von 8 360000 Mk. für die Stadtgemeinde zu erwerben. Essen, 18. Dez. Der verstorbene Geh. Rat Krupp hat jedem Haushalte und jedem Wittwer auf der Kolonie Altenhof 1000 Mk. und jeder Wittwe 500 Mk. testamentarisch vermacht. DaS Personal der Villa Hügel ist ebenfalls reichlich bedacht worden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 19. Dezember 1902. - Personalien. Ernannt wurde am 15. Dezember 6er Wachtmeister und Gerichtsvollzieher-Aspirant Johann Philipp Gerhardt in Lich zum Gerichtsvollzieher mit dem 'Amtssitze in Lich. Ausland. Wien, 18. Dez. Die Demission des Reichskriegs-Ministers Kriegshammer wirb offiziell bestätigt. Als Nachfolger wird Feldmarschall-Leutnant Schönaich genannt Bern, 18. Ter. Die Bundesversammlung genehmigte einstimmig in beiden Räten den Zusatzantrag zur lateinischen Münzunion, nach welchem die Schweiz zur Prägung eines außerordentlichen Kontingents von 12 Millionen Silberscheidemünzen ermächtigt wird. Paris, 18. Dez. In dem Zweikampf der italienischen und französischen Fechtmeister trugen die letzteren den Sieg davon. Der Italiener Pessina wurde von dem Franzosen Marignac an der rechten Hüfte, und der Italiener Bega von dem Franzosen Kirchhösfer an der rechten Schulter verwundet. Die Verletzungen Beider sind unbedeutend. Sofia, 18. Dez. DaS Budget per 1903 weist 97 682871 Francs an Ausgaben und 98 017 900 an Einnahmen auf. Ter Neberschuß beträgt 335 029 Francs. Das Kriegsbudget beziffert sich auf 23 310362 Francs. — In der gestrigen Sitzung der Sobranje erklärte der Ministerpräsident bei Beratung des Kredit-von 55 000 Francs zur Unterstützung der macedonischen Flüchtlinge, es wäre am besten, wenn die Flüchtlinge wieder in die Heimat zurückkehrten. Darauf sei auch die Thätigkeit der bulgarischen Regierung gerichtet. Taschkent, 18. Dez. Die russische und die Ein- geborenenstadt An di sch an liegt vollständig in Trümmern. Gegen 150 Personen, meist Kinder, sind getötet, gegen 300 verwundet. Außer den Regierungsgebäuden sind neuntausend Häuser von Eingeborenen und 150 Russen gehörige Privatgebäude zerstört Die Ortschaft Assak und vier Ansiedelungen Eingeborener in der Nähe von Andi- schan haben beträchtlichen Schaden erlitten. Newyork, 18. Dez. Rach einem Telegramm auS öima forderte Frankreich am 8. November von der Regierung von Peru 16 071910 Francs, welche gemäß dem Spruche des SchiedSgerichtShofeS in Lausanne der Firma Gebrüder DrehfuS-PariS zustehen. Da die Regierung von Peru bisher nicht antwortete, wird die französische Gesandtschaft wahrscheinlich am Donnerstag Die Forderung in strengerer Form wiederholen. Newyork, 18. Dez. Nach einem Telegramm aus £ort au Prince sind drei der bei dem Zusammenstoß am 16. Dezember verwundeten Personen gestorben. Man erwartet für heute eine Proklamation deS Generals North an die Truppen und an das Volt •• Im Gesellschaftsverein findet morgen die Dor- standswahl statt. ES müßen mehrere neue Mitglieder ge- wählt werden. G. Der heftige Sturm, der gestern abend und jeute nacht wütete, hat vielen Schaden angerichtet So wurde daß Fernsprechgestänge in der Nähe der Drahtseilbahn erheblich beschädigt und eine Telegraphenstange am Rodderg umgeworfen. - Unfall. Heute nacht gegen 1 Uhr geriet der Rangierer Magnus aus Großen-Linden im Bahnhof Gießen beim Rangieren unter die Räder eines Zuges. Dem Unglücklichen wurden beide Beine abgefahren. Er wurde in die hiesige Klinik gebracht. ♦*)( Oberhessischer Geschick) ts verein. In der Vereinssitzung am 18. d. M. hielt Herr Dr. Hans Gla- g au, Privatdozent der Geschichte an der Universität Marburg und Bearbeiter der hessischen Landtagsakten, einen beifällig aufgenommenen Vortrag über: Landgraf Philipp den Großmütigen und die hessischen Stände im S ck m a l k a l d i s ch e n Kriege. Der Redner untersuchte die Frage, ob während des Schmal^kaldischen Krieges die hessischen Stände und zwar vornehmlich die Ritterschaft den Landgrafen in seinem Widerstand gegen Karl V. durch treulose Machenschaften gelähmt hat. Alle namhaften Reformationshistoriker haben diese Behauptung Rommels nachgesprocknm, aber nicht zu erweisen gesucht Auch i)cr Landgraf hat sich häufig über die Schwierigkeiten beklagt, die ihm im Frühjahr 1547 ein Teil seines Adels bereitet habe: 'oh dieselben aber wirklich so folgenschwer waren, daß sie. ihn zur Untcrtoerfung unter den Kaiser bestimmt haben, ist sehr zu bezweifeln. Redner wies zunächst darauf hin, daß eS allerdings auf der Seite des Kaisers Mitglieder der hessischen Ritterschaft wie Kurt von Haustein und Konrad von Bovneburg gab, die in ihrem Haß gegen Philipp Karl V. d'ie Hoffnung einflöhten, es ei ein leichtes Ting, einen großen Teil der hessischen Stände dem Landgrafen abspenstig zu machen. Mit Hilfe Wilhelms von Grumbach und einiger kaiserlicher Räte uchten sie den hessischen Adel aufzuwiegeln. Sie gaben vor, daß der Landgraf Karl V. so sehr verhaßt sei, daß er niemals von diesem Frieden erhalten werde. Darum sei jetzt die Aufgabe der hessischen Ritterschaft, über den Kopf )C3 Landgrafen hinweg den Kaiser um Frieden zu bitten und so Hessen vor dem äußersten Verderben zu bewahren. Sobald Philipp von diesen Umtrieben hörte, berief er eine Versammlung der Stände und machte ihr von dem Stande einer Unterhandlungen mit dem Kaiser Mitteilung. Er überzeugte sie von der Notwendigkeit, daß er nur unter annehmbaren Bedingungen und nicht um den Preis seiner iirstlichen Ehre Frieden schließen dürfe. So geneigt er sei, einem Lande sobald als möglich Ruhe zu verschaffen^ so wolle :r doch nur einen ehrlichen, dauerhaften Frieden machen. In jiefer Gesinnung waren die Stände mit ihrem Fürsten vollkommen einverstanden. Sie versprachen ihm, daß sie treu zu ihm halten und für die Erlangung dieses Ziels Gut und Blut daransetzen wollten. Inzwischen hatten die Aufwiegelungsbestrebungen Kürt von Hausteins doch einigen Erfolg. In Homberg versammelte sich am 10. März ein Teil der Ritterschaft und richtete an den Landgrafen ein unterwürfiges Schreiben: sie baten darin Philipp, nach besten Kräften für die Verteidigung des Landes Sorge zu tragen. Ter Landgraf antwortete wohlwollend und entschieden, daß er sich redlich bemühe, dem Lande den Frieden wiederzugeben. Er wies auf die Erklärungen hin, die er auf dem jüngsten Landtage abgegeben habe, und bat die Ritter dringend, sie sollten sich jeder Nebenhandlung enthalten, da sie nur geeignet sei, die Hauptverhandlungen zu stören und den Feind ins Land zu locken. Auch verbot er ihnen, sich eigenmächtig zu versammeln. Alle Ar zeichen deuten darauf hin, daß der heffische Adel sich den Weisungen seines Landesherrn gehorsam gefügt und von weiteren Versuchen, die Polittk Philipps zu durchkreuzen, abgestanden hat. Das rechtzeittge Eingreifen des Landgrafen, die geschickten Vorbeugungsmaßregeln, die er sofort traf, verbunden mit seiner Wachsamkeit und dem großen Ansehen, das seine starke Persönlichkeit einflößte,, alle diese Momente bewirkten, daß die ritterschaftliche Bewegung schon im Keim erstickt wurde. DaS Verhalten, das die Stände auf dem Landtag am 7. Juni in Kassel gegenüber dem Landgrafen zeigten, beweist unS vollends, daß sie in jenen schweren Tagen in treuer Gesinnung ihrem LandeSherm zur Seite standen. Opferwillig und durchaus gehorsam, gewährten sie Philipp, obschon das Land durch den Krieg ganz ausgesogen war, die stattliche Summe von 150 000 Mark. Aufs neue versicherten sie den Landgrafen ihrer Ergebenheit. Unterwarf sich dann wenige Wochen später trotzdem der Landgraf dem Kaiser, so veranlaßte ihn zu diesem Schritt gewiß nicht die Haltung seiner Stande, sondern aflgemeine polittsche Erwägungen, wie der Abfall der Söhne Johann Friedrichs, der Hansestädte und die geringe Aussicht, von König Heinrich von Frankreich in Bälde wirksame Hilfe zu erhalten. An der Diskussion, die sich anschloß, beteiligte sich vornehmlich Herr Geheimrat Dr. Schädel. Der Vortrag wird in erweiterter Gestalt im nächsten Bande der Zeitschrift de- Vereins erscheinen. r. Marburg, 18. Dez. Mit dem Bau der BiSmarck- Säule soll im kommenden Frühjahr begonnen werden. Der BaufondS hat jetzt durch die Zuwendung von 1000 Mk. au8 einer letzthin abgehaltenen 9lbendunterhaltung die Höhe von 10 000 Mk. erreicht. Die Stadt zeigt sich in der Weise entgegenkommend, daß sie einen schönen Platz am Abhange der Lahnberge gratis zur Verfügung stellt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Am4.Advent, d e n 81. D e z e mb e r. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- und MarkuSgemeinde. Psarrer Schlosser und Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Siehe ZohanneSkirche. Mittwoch, den 24. Dezember. Nachmittags 3 Uhr: Weihnachtsfeier der Kinderkirche von der Matthäus- und MarkuSgemeinde. Pfarrer Schlosser und Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: WcihnachtSveSper für die Militär- gemeinde. Pfarrer Euler. Am 1. Wei hnachtSfeiertag, den 25. Dezember. Vormittag? 9*/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthau?- und Markus- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nachmittags 5 Uhr: Prof. Dr. DrewS. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Von jetzt ab erfolgt die Auszahlung der für 1901 02 aul 4 pEt. — 40 Mk. pro Aktie festgesetzten Dividende der Nürnberger Herkules-Werke Aktengrsellschast. — Vom 20. Dezember er. ab wird der am 2. Januar 1903 fällige Zinsschein Nr. 1 der 4 V, pEt. Schuldverschreibungen der Bochnm-Gelfenkirchener Straßenbahnen mit 22.50 Mk. ein gelöst. — Die Dividende der Elektrische Licht- und Rtaftanlaqin Akt.-Ges. Berlin für das Geschäftsjahr 1901 02 gelangt mit 8 pLl. = 80 Mk. pro Aktie, Sette I, und 7.50 Mk. pro Aktie, Serie II, von jetzt ab zur Auszahlung. — Die auf 4 pEt. für das Geschäftsjahr 1901 02 festgefehtl Dividende der Aktien-Brauerei Fttedrichshain gelangt von jeyi ob mit 24 Mk. pro Aktie A 600 Mk. und mit 48 Mk. pro Aktie 4 1200 Mk. zur Auszahlung. — Die nächste Ziehung der Hamhurger 50 Thaler-Loose von 1866 findet am 2. Januar 1903 statt. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. Berlin, 19. Dez. Der „Vorwärts* veröffentlicht heute auf anderthalb Seiten einen Aufruf mit der Überschrift : „An das arbeitende Volk Deutschlands", worin bii sozialistische Fraktion des Reichstages ihren Standpunkt gegenüber der Zolltarif-Vorlage ausführlich darlegt, und die Arbeiter aufforbert, sofort mit aller Kraft die Vorbereitung zu den nächstjährigen Wahlen zu beginnen. Der Aufruf 'chlicßt mit den Worten: Euer Schlachtruf fei: Hoch die die Menschheit erlösenden Ideen deS Sozialismus. Nieder mit der Gewalt und der Klaffenherrschaft! Berlin, 19. Dez. Laut den ,Berl. Pol. Nachr." wird der nächste preußische Etat 100 000 Mk. zur Förderung des Kleingewerbes durch pofittve Maßnahmen und 16 000 Mk. für Veranstaltung einer Erhebung über den gegenwärtigen Stand der staatlichen Gewerbeförderung enthalten. Berlin, 19. Dez. Die Kopenhagener Bettung „wv ttonal-Tidende" bringt einen Aufsehen erregende Bericht über die Bergungsarbeiten bei dem deutschen "/"ten- schifse Wittelsbach. ES heißt darin, der Kaiser habe den bei der Bergung thättgen Offizieren und Mannschaften untersagt, frembe Hilfe, die ihnen angeboten werde, anzunehmen. Sie müßten das deutsche Schifl mit eigenen Kräften los bringen. Lieber wolle er das Schifl verucren, als eine frembe Flagge bei der Flottmachung beteiligt yi sehen. Leiber seien, so schreibt bas Kvpenhagener Blau weiter, bie Aussichten auf Flottmachung sehr gering. Berlin, 19. Dez. Der Bundesrat hat m feiner gestrigen Sitzung ber Zolltarifvorlage in her vom Reichstage beschlossenen Fassung seine Zustimmung erteilt. Berlin, 19. Dez. Die Aussichten auf eine rle> liche Beilegung ber Wirren in Venezuela sind im Wachsen begriffen. Der „Lokal-Anz." mell>et aus -on- bon, baß nach einem Telegramm aus Washin ^on Eaf den amerikanischen Gesanbten in Venezuela Bowen mit afler Vollmacht auSgestattet hat, um mit Deutschland, England und Italien über ein Arrangement zu nerijaiwein. Bowen warte nur noch bie Ermächtigung seitens ves StaatsbepartementS ab, um mit den Der Han dlun gen zu beginnen. Man glaubt, daß bas kritische Stadium vorüber sei. Weiter wirb allerbinas auS Newyork gemeldet, vag Castros DermittelungSvorschlag ganz allgemein geyan sei. Ter Präsibent wünsche alle schwebenden Tifterenzen mit sämtlichen Säubern einem Schiedsgericht zu unterdr - ten, was ein Wirrsal von Schiebsffagen Hervorrufen würo . London, 19. Te,. „Ltandarß" berichtet auiI > hauuesburg vom 17. Drz.: Auf Aufforderung Mil n er 3 unterbreitete der Stadtrat in Johannesburg _ selben eine Zusammenstellung der <3runbto6e, nod) t* die städtische Verwaltung Johannesburg-gehandhabt werben fort. ES wird darin empfohlen, nut Brmfdje Untnthan-n als Wähler zuzulassen. Ter Bericht fügt hmzu, -r würde richtig sein, den Fremden auch nicht tn ber Kommunal- Verwaltung eine politisch« Mach« zu gewahren. London, 19. Dez. In hiesigen dwlomatischen Kmfen Ist man der Ansicht, daß die friedliche Beilegung de- -ene- zolanifchen Konfliktes sich schnellsten- vollziehen werde. Da- Schiedsgericht sei bereit- von England occeptiert unter der Bedingung, daß Venezuela sich feierltchst verpflichtet, dem Schiedsspruch sofort nachzukommen. __. Wien 19 Tez. Das Schwurgericht verurteilte den Grafen Heinrich Edmund P - t o ck i wegen Betrüge» in »ahi- Am 8. WethnachtSseier tag, den 26. Dezember. Vormit agS 9>, Uhr: Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Iobanneskircde. Abends 7 Uhr im Konfirmandenfaal Weihnachtsfeier für di, Bereiniaung der konfirmierten männlichen Jugend der MatthüuS- gemeinde. Sonntap, den 28. Dezember, abends 6V, Uhr: Deihnachis. eiet der konfirmierten weiblichen Juqend der MatthäuSyememde. In der IohanneSkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die LukaSgemeinde. f Zfarrer Euler. Nachmittag« SV, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst mit Ehristbescherungsfeier für die Klein- kinder-Bewahranstalt. Dienstag, den 23. Dezember, nachmittag-- 3V, Uhr: Deih- nachtsseier der Kinder aus ber JohanneSgemeinoe. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch, den 84. Dezember, nachmtttagS 8 llhr: Weihnachtsfeier der Kinder auS der LukaSgemeinde. Pfarrer Suler. Am 1. Weihnachtsfeiertag nach allen Gottesdiensten Sammlung für die Kleinkinder-Bewahranstalt. Am 2. Weihnachtsfeiertag nach allen Gottesdiensten beson- bere Sammlung für bie Armen. Am 2. Weihnachtsfeiertag Beichte und heiliges Abendmahl tir die Lukas- und die Johannesgemeinde im VormittagSgotteS- )tenft. Die Pfarrer und Kirchenvorstande der vier Kirchengemeindeu bitten ihre lllemeindeangehorigen, ihnen auch in biefem Lafore Gaben zur Ehristbescheeruiig der Armen spenden zu wollen. Solche Gaben wolle man freundlichst den Pfarrern oder Kirchenvottlehern jeder (Semeinbe übermitteln. Auch die Gemcindefchweslern smd bereit Gaben entgegen zu nehmen. Katholische Wemcinbc. SamStag, den 20. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Delegenhett zu» heil. Beicht. Sonntag, den 21. Dezember: 4. Adventssonntag. Vormittag? von 6V, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. Militärgottes» dienst mit Predigt. , 9V, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittag? um LV, Uhr: Ehttstenlehre, daraus Advents-Andacht. reichen Fällen und mehrfacher Wechselfälschung Ku zwei Monaten einfachen Kerker und ?ldelSverlust. Wien, 19. Tez. Die „Polit. K'orresp." erfährt von zuständiger Seite in Petersburg über die Reise des Grafen Lamsdorff nach Wien: Tie Veranlassung zu dem Besuche sei der Wunsch, sich dem Kaiser Franz Josef vorzustellen, doch sei die Bedeutung des für die trefflichen Beziehungen beider Staaten wertvollen Besuches durch den Zeitpunkt, in dem er erfolge, und die begleitenden Momente erhöht. Tie in der makedonischen Frage von beiden Staaten unternommene Aktion bewege sich in zweifacher Richtung, einerseits in de Durchsetzung der Verbesserungen in der Verwaltung der europäischen Provinzen in der Türkei, andererseits in der Einwirkung auf die kleineren Balkanstaaten, danach die Regierungen dieser Staaten die Unterstützung der Bewegung Hintertreiben sollen. Tie Zu- sarnmenkunft des Grafen Lamsdorff und des Grafen Golu- chowski biete vollkommen Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch über die Methode des weiteren Vorgehens in diesen beiden Richtungen. Ter Reise des Grafen Lams- dvrff nach Wien werden kurze Besuche in Belgrad und Sofia unmittelbar vorausgehen. Lamsdorff werde sich durch eigene Wahrnehmungen unterrichten und den an die Staatölenker in Belgrad und Sofia zu richtenden Ermahnungen durch daS Gewicht seiner Persönlichkeit größeren Nachdruck verleihen, als es auf mittelbaren Wegen zu erreichen wäre. Salzburg, 19. Dez. Die hier zu Besuch bei ihrem Vater, dem Erzherzog Ferdinand, weilende Kronprinzessin von Sachsen ist lediglich von einer leichten Erkältung befallen, sodaß vorläufig kein Anlaß zu Besorgnissen vorliegt. , Budapest, 19. Tcz. Da 200 arme Studenten der Ä Universität vor der Gefahr standen, wegen Zahlung der Kollegiengelder von der Hörerlifte gestrichen zu werden, bewilligte der UnterrichtSminister auS Staatsmitteln 15 000 Kronen zur Bezahlung der Kollegien- gelder. Petersburg, 19. Dez. An Barfrusch in Persien ist eine Pöbel-Revolte ausgebrochen. Ter neu ernannte Gouverneur, der einige Zeit Rußland bereist hat, versuchte in der Stadt die L>elbftverwaltung nach russischem Muster einzuführen. Trotz des Einspruches der Geistlichkeit, daß eine solche Maßregel den Satzungen des Korans widerspreche, lieg der Gouverneur die Selbst-Der- ivaltung durchführen. Ein einflußreicher Mullah wühlte das Volk auf. Tasselbe zog bewaffnet vor daS Haus des Gouverneurs und griff eS an, wobei viele Bediente niedergeschossen wurden. Ter Gouverneur mußte flüchten. Eintresfende reitende Truppen trieben die Menge auseinander.- Der Mullah wurde gefangen genommen und nod) Teheran gebracht. Die Aufregung unter dem Volke hält an und wird nur durch Militär-Gewalt nieder geh alten. Washington, 18. Dez. Auf Empfehlung deS Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten hat daS Repräsentantenhaus beschlossen, dem Anträge Dearmond, in dem der Staatssekretär Hay auf die Monroe-Doktrin hingewiesen und veranlaßt werden sollte, Angaben über die Art der Ansprüche Deutschlands und Englands an Venezuela zu machen, nicht stattzugeben. Das Haus nahm vielmehr eine Resolution Mc. Eall an, den Staatssekretär Hay aufzufordern, dem Hause in jeder Weise Auflchluß zu erteilen über eine Verständigung oder ein Abkommen mit Teutschland oder Großbritannien oder über irgend welche Zusicherungen, die er von Deutschland oder Großbritannien über die Art, die Ausdehnung und den Zweck der Demonstration gegen Venezuela empfangen hab«, namentlich soweit die Besetzung von Landgebiet in Betracht komme. Schließlich verlanA die Resolution, daß der Schriftwechsel über die Angelegenheit dem Hause vor- gelegt werde. Telephonischer Kursbericht« BVtO/o Reichtanleihe . . 102.15 81A do. ... 91.50 8V,0/0 Koneoli .... 102.05 3% do.....91.50 87t0/n Heeeen .... 100.00 3-6 OberheeecB ... . 99 50 496 O*8terr. Goldrente . 103.00 47,96 Oeeterr. Silberrente 101.55 496 Untrer. Goldrente, . . 101.80 40/ Italien. Rente . , . 103.40 4*',96 Portnfrleeen . . . 49.20 *<•/ Portugiesen. «... 81.20 196 C. Türken .... 28 50 Türkenlose...... 122 60 4®/0 Grieoh. Monopol.-Anl. 44.55 41', 96 Äussere Areontiner —.— 8% Mexikaner ... 24.50 4l/t% Chinesen .... 91.80 Electric. Sch ackert . , , 75.20 Nordd Lloyd . . . , 96.20 Kreditaktien . . . . 211.60 Diskonto-Kommandit. . . 188.76 Darmstadter Bank . . , 134.40 Dresdener Bank .... 143.20 Bor'iner Handels^««. . . 156.9Ö Gesten- Staatabahn . . . 145.20 Lombarden . . . . . 17.25 GotthaHbahn ..... 179.20 Lanrahötte ...... 205.50 Bochum ....... 171.80 Harpener......166.10 Tendenz: rnhitr. 3hre Verdauung wird geregelt wenn Sie nach jeder Mahlzeit Sein Gläschen D! W. Knecht s ! 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Wir richten iaher an die verehrlichen Einwohner von Gießen die ergebenste ?3ittc, uns in unserem Bestreben durch Zuwendung freiwilliger Haben unterstützen zu wollen. Zur Entgegennahme dieser Gaben Und gern bereit die Herren Rendant Dörtug, Buchbindermeister "A. Bourgeois, Schlossermeister M. Dörr, Monteur 8. Friedrich, «ligarrenhandler G. Gerhardt, EustoS Dr Heuser, Restaurateur AaSkowSky, Lehrer Kling, Lehrer Mulch, Schreinermeister ■L tz. Müller, Weinhändler C. Roth II. Der Vorstand. Lederwaaren große Partie billigst 8501 Brieftaschen Gigarrenetuis Portemonnaies. Heinrich Holl 7 MäuSburg 7. 7 MäuSburg 7. Ferd. Nennstiel Cigarren — Cigaretten Cigarillos vom G-uten das Beste kauft man zweifellos in der Cigarrenhadlung Albert Neuburger Schulstr. 5 Detailverkanf. Schnlstr. 5. Wöbelhandlung. Blockstraße 8. Polster- und Kastenmöbel poliert «ud lackiert tu jeder Preislage. Spezialität: [Betten und Polstermöbel tu etgeuer Anfertigung. 7878 Ueberuahme vollständiger Ausstattungen. u Hasen! 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