298 Erscheint täglich außer Sonntag«. Dem Stetzen er Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesflschen tandwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche belgelegt. RotatwnSdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Unioerl.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben) RedakNon. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «letzen. FeriüprechanIchlußNr 51. Freitag 19. Dezember 1908 Erstes Blatt. ~ ISS Jahrgang jb*J! nv'ikF MU -nonatlich75P!.,viertel- SletzenerAnzelger« General-Anzeiger v j—& Amts» und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW Nolittsche Tagesschau. Dom BundeSrat. Ter Bundesrat hat bereits in seiner gestrigen Sitzung dem Entwürfe eines Zolltarifgesetzes in der vom Reichstage in dritter Lesung beschlossenen Fassung seine Zustimmung erteilt. (Ter Bundesrat hat mit dieser bedingungslosen Zusttmmung auch den Anttag gutgeheißen, wonach vom Jahre 1910 das Recht der Städte auf Oktroi- Erhebung beseittgt wird. Turch diesen Beschluß des Reichstags werden fast sämtliche größeren hessischen Kommunen erheblich in Mitleidenschaft gezogen. In Gießen betrug die Okttoi-Giwnahme im letzten Jahre ca. 44 000 Mark, in Mainz sogar 231 000 Mk.) Ter Bundesrat stimmte ferner den Ausschußberichten zu Über: a) Anttag des Königreichs Sachsen, bett. Ergänzung der Prüfungsvorschriften über Trichinenbeschauer, b) Anttag des Königreichs Sachsen vom 7. November 1902 bett. Ausbildung der Fleischbeschauer im Königreich Sachsen, c) Antrag des fürstlich schwarzburgischen Ministeriums zu Rudolstadt, bett. Ausbildung der Fleischbeschauer im Fürstentum Schwarzbura-Rudolstadt, d) Anttag des fürstlich schwarzburgischen Ministeriums zu Sondershausen, bett. Ausbildung der Fleisclibeschauer im Fürstentum Schwarz- burg^Sondershausen, e) Vorlage bett, die einheitliche Gestaltung der deutschen Rechtschreibung. Ferner wurden genehmigt: Ter Etatsentwurf für das Schutzgebiet Kiau- tschou für 1903 und der Entwurf des Reichshaushaltsetats für 1903 und zwar: a) die Einnahmen an Zöllen, Verbrauchssteuern 2C., b) desgleichen an Stempelabgaben, der Entwurf des Reichshaushaltsetats für 1903 und zwar: a) Post- und Telegraphenverwaltung, b) für die Verwaltung der Eisenbahnen, c) für das R eichseis enb ahn am t, d) für den Rechnungshof des deutschen Reiches, e) Reichsdruckerei. Außerdem wurden genehmigt: Ter Entwurf des Etats für den Reichsinvalidenfonds zum Reichshaushaltsetat für 1903, der Entwurf des BesoldungS- und Pensionsetats der Reichs- bcmkbeamten, ausgenommen die Mitglieder des Reichsbank- direktoriumS, für 1903 und der Entwurf des Etats der ReichKsustizverwaltung zum Reichshaushaltsetat für 1903. Aeußerste Sparsamkeit. Wie in jedem Jahr, hat es auch diesmal vor dem Erscheinen deS ReichShaushaltsetatS nicht an offiziösen Versicherungen gefehlt, alle Ressorts hätten sich der äußersten Zurückhaltung in der Anmeldung ihrer Forderungen befleißigt. Das klingt recht beruhigend, aber es ist eigentlich selbstverständlich im Hinblick auf die äußerst imgünstige Finanzlage des Reiches. Nur wird man die Erwartung auf Einschränkung nicht allzu hoch spannen dürfen. Ein solcher Riesenetat wächst ganz allein von Jahr zu Jahr an, und Neuforderungen beträchtlicher Art dürften auch nicht fehlen. Da man dem Reichstag nicht mit neuen Steuern kommen will, so wird die Deckung der Ausgaben zu einem schwierigen Problem. Ganz und gar aussichtslos erscheinen die kürzlich laut gewordenen Bestrebungen der Parteien, mangels einer Initiative der Regierung, Mehrausgaben z. B für Erhöhung von Militärpensionen vorzuschlagen. So berechttgt diese Wünsche sind, eS werden zu ihrer Erfüllung bessere Zeiten abgewartet werden müssen. Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 18. Dezember 1902. Anwesend Oberbgm. Mecum, Beigeordneter Kommerzienrat Georgi, GerichtSasicsior Curschmann und 25Stadtverordnete. Nach einigen Mitteilungen des Oberbgm. Mecum tritt die Versammlung in die Beratung der Tagesordnung ein. Das Städtebundtheater Gießen-Marburg ist (wie der „Gieß. Anz." gestern schon ausführlich meldete) nunmehr gesichett. Das Schreiben des Großh. Finanzministeriums, das die Genehmigung enthält, lautet: Darmstadt, am 5. Dezember 1902. Tas Gvoßherzogliche Ministerium der Finanzen an den Großh. Oberbürgermeister Herrn Mecum Hochwohlgeboren Gieffen. Auf Ihre Eingabe vom 26. November d. I., die Gründung eines Städtcbnndtheaters bett., erklären wir uns grundsätzlich damit einverstanden, daß das Kurtheater in Bad-Nauheim und das mit Marburg vereinigte Stadttheater von Gießen einer und derselben Direktion unterstellt werden. Ta der Berttag mit dem seitherigen Tyeaterdivektor von Nauheim, Herrn v. Maixdorff, Ende September 1903 abläuft, so würde auch der Erfüllung Ihres wetteren Antrags nichts im Wege stehen, wonach das gemeinsame Theater im 5?erbst 1903 ins Leben treten soll. — Wir muffen jedoch'Wert darauf legen, daß der neu zu wählende Tirektzor für die Spielzeit in Nauheim lediglich der Großh. Kurdirektton unterstellt werde. Dies dürfte sich wohl am besten dadurch ermöglichen lassen, daß mit dem Direktor über seine Thätigkeit in Nauheim ein besonderer Berttag gleichzeittg zum Abschluß kommt. Wenn wir es daher auch für zweckmäßig halten, daß das Ausschreiben zur Besetzung der Stelle des Direktors von Gießen allein oder von Gießen und Marburg gemeinsam ausgeht, so müßten wir uns doch aus dem angegebenen Grunde die Entscheidung bei der Auswahl der betr. Persönlichkett Vorbehalten. Unter dieser Bedingung köimten wtt Sie ermächtigen. Bet dem Ausschreiben schon zu erklären, daß dem für die vereinigten Stadttheater von Gießen und Marburg zu wählenden Tirektor auch das Kurtheater in Bad-Nauheim überttagen würde. Ihren weiteren gefälligen Nachrichten in dieser Angelegenheit scheu wtt ergeoenst entgegen. gez^ Gnauth. Die darauf erfolgte Genehmigung von Kreditübertragungen im Betrage von 634 260 Mk. aus dem Rechnungsjahre 1901/1902 in das laufende Rechnungsjahr hat nur eine formale Bedeutung. Bei dieser Gelegenheü nimmt der Sto. Loeb er daS Wort, um über das neu zu er- bauende SchulhauS zu sprechen. Er meint, daß eS doch gewiß ein dttngendeS Bedürfnis fei, neue Schulräume zu schaffen, damit endlich einmal die Kinder, welche die Volksschule besuchten, auS den Baracken herauskämen. Man habe allgemein ermattet, daß in diesem Jahre wenigstens noch die Fundamente deS geplanten Schulhauses an der Nordanlage fettig gestellt würden, damit im Frühjahr mit aller Kraft der Weiterbau betrieben werden könnte. Statt dessen sei überhaupt noch kein Anfang gemacht. Er müffe fragen, woran eS liege, daß die Sache nicht vorwätts gehe, und ob weiterhin Schritte gethan seien, mit Beginn der guten Jahreszeit endlich den Bau anzusangen. Er bitte den Oberbürgermeister, dieser Angelegenheit seine Aufmerksamkeit zu widmen, damit endlich wenigstens ein Anfang gemacht werde, um die mißlichen Platzverhältnisse in unseren Schulen zu ändern. Oberbgm. Mec um weist darauf hin, daß, wie ja hinlänglich bekannt sei, die eingegangenen Pläne für den SchulhauS- Neubau einer Bearbeitung unterzogen werden müßten, da verschiedene Abänderungen notwendig seien. Durch den Fortgang deS Stadt-BaurateS Schmandt feien die Pläne refp. deren Umarbeitung liegen geblieben. Sto. Loeber ist der Meinung, daß eS doch mit keinen sonderlichen Schwierigkeiten verbunden sein könne, die fertigen Zeichnungen zu dem Schul- hauöbau umzuändern, da wir ja einen Techniker zum Bürgermeister hätten. Oberbgm. Mecum erklärt, er habe bisher keine Zett gehabt, sich mit der Sache eingehend zu beschäftigen. Er habe zwar bereits Entwürfe und Skizzen zu den Abänderungen entworfen, aber eS sei ihm unmöglich, sich mit den einzelnen Detailzeichnungen zu beschäfttgen, er hoffe indessen, daß die Pläne bis zum Frühjahr soweit gediehen seien, daß man bann mit den Arbeiten beginnen könne. Beigeordneter Kommerzienrat Georgi sagt, daß er dem Kollegen Loeber gegenüber geäußert habe, baß ber Oberbgm. gewichtige Bedenken hinsichtlich ber vorliegenben Pläne hätte, und daß die Beseitigung dieser Bedenken der persönlichen Mitwirkung deS Oberbürgermeisters bebürste. Er fei ber lieber- zeugung, baß sich ber Leiter unserer städtischen Verwaltung sehr wohl um die Sache gefümmmert habe. Er spreche aber den Wunsch aus, — den auch schon andere Stadtverordnete geäußert hätten — daß der jetzige erste Beamte deS Bauamts sich mit der Sache beschäftigen möge, damit zu dem Zeitpunkte, wo das Stadtbauamt eventuell einen neuen Leiter erhalte, die Pläne soweit gesördett seien, daß die Ausführung derselben schneller vor sich gehe. Herr ©erbet habe ihm mitgeteilt, er habe keine Arbeit, und da wolle er den Oberbgm. bitten, dafür zu sorgen, daß dieser über Mangel an Arbeit nicht mehr zu klagen habe. Oberbgm. Mecum bemerkt, baß sich Herr ©erbet bereits mit ber Bearbeitung ber Schul- baupläne beschäftigt habe, bie fertigen Arbeiten lägen ja vor, er wolle aber kein Urteil über biefelben abgeben. Sto. Kommerzienrat Heichelheim spricht im Sinne beS Beigeordneten Georgi. Man solle Herrn Gerbet bie Arbeit machen lasten. Es hanbele sich doch hierbei um eine wichtige finanzielle Frage für bie Stabt, benn von bem Ausfall der Arbeiten würbe es abhängen, ob man noch eines befonberen Leiters für baS Hochbauamt neben Herrn Gerbet bebürfe, ober ob man sich mit ber vorübergehenben Hilfe eines weiteren Technikers bei bem Schulhausbau behelfen könne. Sto. Haubach giebt bem Wunsch Ausdruck,' der Oberbgm. möge bem Herrn Gerbel bie allgemeinen Grunbsätze unb feine Ansicht, wie bie vorliegenden Baupläne praktisch einzurichten seien, mitteilen, und er fei überzeugt, bie Bearbeitung ber Sache durch Herrn Gerbet werbe bann auch zur Zufrieben- heit ausfallen. Da sich Niemand weiter zum Wort meldet, ist bie Interpellation Löber erlebigt. Die Uebersicht über bie wirklichen Einnahmen und Ausgaben deS Realgrimnasiums und der Realschule ergeben, daß die Stadt einen Zuschuß von 39 605 Mark leisten muß. Die Rechnung deS städtischen Gas- unb Wasserwerks soll in nächster Sitzung zur Vorlage kommen. Die Abrechnung beS Jugenbfestesl902 hat einen Fehlbetrag von 1467 Mk. ergeben, den bie Finanzbeputatton beantragt, auf bie Stadt zu übernehmen. Die Versammlung beschließt demgemäß. Der Verlegung des Armenamts nach Neuenbäue Nr. 43 unb ber Einrichtung einer kleinen Kasse dottselbst wirb zugestimmt. Das Schulgetb für bie oberen Klassen ber Ober« realschule wird von der Versammlung wie folgt festgesetzt: In Sexta bis Quarta werden 64 Mk., in Untertertia bis Obersttünda 76 Mk., in Unter- unb Oberprima 108 Mk. erhoben. Die Einrichtung von zwei neuen Klassen an den städtischen Volksschulen, bie burch UeberfüQung notwendig geworden ist, wird genehmigt. Es folgt die Beratung ber Bi ehm ar kts o rdnun a, bie zur Verhütung ber Seuchengefahr geschaffen worben ist. Nach berf efben folT eS wie seither ber Polizei üb erraffen sein, ben Beginn ber Märkte zu bestimmen. Stv. Löber beantragt, daß diese Bestimmung insowett geändert werde, als in Zukunft das Polizeiamt „nach Anhörung ber städtischen Marktkommission" ben Anfang ber Viehmärkte bestimmt. Oberbgm. Mecum ist ber Ansicht, baß zu dieser Neuerung keine Veranlassung borHege. Nachdem sich mtqtett Redner für ben Anttag Löber ausgesprochen haben, wird er angenommen. Bei g 11, ber Kindern unter 14 Sanren das Betteten ber Pferdemärkte verbietet, beantragt Beig. Kommerzienrat (5>eorat, ben Kindern auch daS bet anderen Viehsmärkte zu verbieten. Stv. Kirch spricht sich gegen ben Antrag aus. Wo sollten bie Kinder während der Märkte hin? Es tage doch im Interesse ber auswärtigen Besucher, daß sie bie Kinder mit auf die Märkte nehmen könnten. — Daraufhin wird der Anttag Georgi abgelehnt. Nach einer weiteren kurzen Debatte wird dann die ganze ViehmarktSordnung angenommen. Tie Geradelegung ber Straße nach Krofdorf hat früher schon einmal die Versammlung MW* tigt. Ter Kreis, der damit eine Abkürzung des Weges nach Krofdorf herbeiführen will, verlangt von der Stadt Gießen die Stellung des zur neuen Straße nottoenbtgen Geländes, wozu bie Stadt auch gesetzlich berpfluchtet ist, außerdem aber noch einen Bettag von 2’507 Mk. Baukosten^ weil nach Ansicht des Kreises die Stadt Gießen an deut Sttaßenbau ein erhebliches Interesse habe, und in einem* solchen Fall die Gemeinde zu Wegebaulaften heranMaen werden könne. Tie Versammlung genehmigte st Zt. die Stellung des Geländes zu ber geplanten Wegeverbesssruna- lehnte aber die Zahlung der geforderten Baukosten ab, weil sie der Ansicht war, eS handele sich erstens uni gar keine neue Straßenanlage, und zweitens habe Gießen über^urpt kein erhebliches Interesse an ber Verlegung ber ®ege> verbinbung nach Krofdorf. Oberbgm. Mecum tettt heutÄ nun der Versammlung mit, daß, wenn.der Kreis die (SerabeTegitng der Straße nicht ausführe, die Feldbereini- gungskommission rechts- der Lahn gezwungen sein würde, statt jener Straße einen Feldweg auzulegen. Die Kom- missttn sei deshalb bereit, die von der Stadt abgelehrttm 27oO Mk. zu Lasten ber Bereinigung zu Übernehmen. Dtt Versammlung erklärt sich bamtt einverstanden. Die Veröffentlichung der Gießener Märkte soll, wie die Versammlung beschließt, probeweise ein Jahr hindurch durch Plakate geschehen. Der Entwurf zur Friedhofsordnung, ber bet Stadtv.-Bers. zur Beratung und Beschlußfassung zugegangen ist, umfaßt im ganzen 80 Paragraphen. In seinem ersten Teil enthalt er bie Friedhofsordnung für die Friedhöfe am Rodtberg und am NahrungSbera, im zweiten Teil ist bie Be grävniSor d nun g und im dritten Teil sind bie Schlußbestimmungen enthalten. 88 1—4 handeln von ber Verwaltung und Auf* sicht. Beim § 2 wird beschlossen, statt deS Ausdrucks „Leichenfeierlichkeiten" das Wort „Trauerftierlichkettew zu setzen, bie übrigen Paragraphen werden genehmigt. Tie §§ 5—16 enthalten bie Bestimmungen über die Dearäbnisplötze. Ohne Tebatte genehmigt werden die §§ 5 bis 12 unb § 13 Abst 1. Bei 8 18, Ms. 2, der folgenden' Wortlaut hat: „Die Genehmigung ist zu versagen, wenn dle Anlage den inbezug auf die bauliche Sicherheit zu stellenden Anforderungen nicht entspricht, ben Frttdyof verunzieren geeignet ist ober Darstellungen ober Inschriften tragen soll, die ber gutem »Sitte zuwiderlaufen." halt Stv. Kommerzienrat Heichelheim eS für zweckmäßig, hebräische Inschriften dem Vorstand ber israelitischen' Religionsgemeinde zur Begutachtung vorzulegen. Stv. Orbig beantragt, ben SchlußpassuS: „ober Darstellungen ober Inschriften, bie ber guten Sitte zuwiderlaufen" überhaupt zu streichen. Der Antrag Orbig wird angenommen. Zu § 13, Abst 3, der lautet: _ „Grabeinfassungen müssen aus Stein ober Metall her gestellt werden und dürfen 0,65 Meter Höhe nicht überschreiten. Auf ihnen ist die Bezeichnung der Grabstätte nach dem Lageplan dauerhaft anzubringen." liegt ein Anttag vor, für die Gitter eine Höhe von 0,80 Meter statt der im Entwurf vorgesehenen 0,65 Meter zuzulassen. Stv. Schaffstädt ist gegen die Festsetzung einer so geringen Höhe, die eine Uniformierung bedeuten würde. Nach kurzer Debatte wird die ursprüngliche Fassung (Festsetzung einer Höhe von 0,65 Meter) beschlossen. Die §§13, Abs. 4, 14 und 15 werden genehmigt. Bei § 16 entwickelt sich eine sehr lebhafte Debatte. Ter Paragraph lautet: „Tie Stadt Gießen hat jederzeit das Recht, zur Ausführung von Anlagen oder Bauten oder zur Erreichung anderer dem öffentlichen Interesse dienender Zwecke die Beseitigung einer Grabstätte anzuordnen. In diesem Falle ist sie vervflichtet, eine andere gleicharttge Grabstätte für den Rest ber B-nutzungszett zur Verfügung zu stellen, bie in ber alten Grabstätte befindlichen Ueberreste dahin überzuführeu, die Tenkmäler unti Einfassungen zu versetzen, sowie die Grabstätte in einer der alten möglichst entsprechenden Weise auzulegen." Stv. Kommerzienrat Heichelheim beantragt, den ganzen- Paragraphen zu stteichen, da er geeignet sei, die Angehörigen der israelitischen Religionsgemeindc in Unruhe zu ver-^ setzeii, weil er eS zulasse, die Gräber ohne weiteres anzutasten. Wenn der Paragraph gestrichen werde, werde eS nicht mehr s» leicht sein, die Graber anzurühren, da man Dtnot ben Weg der beschreiten müsse, Stv. Ur engem essen, hier ein , . , . ... ung koste, zumal toerat starke Lindernisse vorliegen, immer mehrere Tausend Mark, und der Shruch der Enteignung8» inftonA fei durckauS nicht immer günstig. Man könne auch nie wissen, ob im Laufe der Achrzehntt nicht doch einmal die Notwendigkeit bervortrete, Aenderunaen yi schaffen, und da sei eS doch sehr bedenklich, wenn die Stadt erst den Weg der Enteignung beschreiten müsse, der ein kostspieliger und durchaus nicht sicherer sei. Ohne dringende Gründe würde wohl kein St ad trat, keine Stadtvertretung die GrLber anrühren, die Pietät sei in dieser Beziehung bei allen Konfessionen gleich groß. Er bitte, die Bestimmung bestehen zu lassen. S-tv. Kommerzienrat Heichelheim weist noch einmal daraus hin, daß die rituellen Vorschriften der jüdischen Religionsgemeinde ein Anrühren der Gräoer streng verböten, und er, als Stellvertreter dieser Gemeinde, müsse darauf drinaen, daß ein solches Anrühren nicht au leicht aemacht werde. Stv. Schmall hält die Fassung des § 16 für nicht ganz klar, er frage, ob hier Einzel- oder Erbbegräbnisse gemeint seien. Obertram. Mecum antwortet, daß auf dem Friedhof am Rodtberg — und dieser stehe ja hier in Frage — bei den Erbbegräbnissen nicht das Eigentum, sondern nur das Nutzungsrecht vergeben werde. Stv. Kommerzienrat Heichelheim legt nochmals dar, warum die Bestimmungen des § 16 Anlaß zur Beun- rubigung der jüdischen Religionsgemeinde geben müssen, und bittet, seinen Antrag an^unehnien. Stv. Justizrat Gutfleisch meint, daß eS nicht verstanden werden würde, wenn eine so wichtige Bestimmung gestrichen werden würde. Eine solche fände sich wohl in fast allen derartigen Ordnungen. Tie Schwierigkeiten bei einer Expropriation seien doch sehr groß, wie alle Anwesenden recht gut wüßten. Leichten Herzens würde wohl niemand die Gräber anrühren, eS müßten schon recht gewichtige Gründe fein, die einen Stadtvorstand zu solchen Maßnahmen veranlassen würden. Die Konfestion käme bei dem Wunsche, die Graber so unverletzlich wie möglich zu machen, gar nicht in Frage, da stehe er auf demselben Standpunkt wie der Stv. Heichelheim. Stv. Krumm beantragt, das Wort „jederzeit" zu streichen, und schließt sich im übrigen den Ausführungen des Stv. Gutfleisch an. Stv. Kommerzienrat Heichelheim verweist auf die Correspondence der zwei letzten Jahre, die schließlich die Zusage der jüdischen Religions- gemeinde, den Friedhof ebenfalls zu benutzen, herbeigeführt habe, und meint, daß es eine Beunruhigung bei den Mitgliedern dieser Gemeüide Hervorrufen mühte, wenn eine Der ersten Bedingungen, die sie gestellt habe, schon jetzt verletzt werde. — Inzwischen ist ein Antrag auf Schluß der Debatte eingegangen, der genehmigt wird. S-tv. Krumm zieht seinen Antrag zurück. Darauf wird der Antrag Heichelheim abgelehnt. Ter § 16 ist damit in der Fassung des Entwurfs genehmigt. Die §8 17 bis 21, (Reihenbegräbnisstättew) Verden ebenfalls genehmigt. Die §§22bte30 handeln von den Erbbegräbnis- t ätten. Tie §§ 22, 28 und 24 Ws. 1 werden ohne Debatte genehmigt. Der Ws. 2 des ß 24 lautet int ßnttourf: „Ein Erwerb durch mehrere, sowie durch juristische Personen, Gesellschaften und bergt ist ausgeschlossen." Stadtv. jtonuneryenrat Heichelheim beantragt, Riefen Absatz zu ftreidjen. Oberbgm. Mecum erklärt, daß Hefe Bestimmung ausgenommen worden sei, um ein Auslaufen der Erbbegräonisstätten durch Gesellschaften re. zu serhinderu.. Sw. Juftizrat Gutfleisch beantragt, den Ws. 2 folgendermaßen zu fassen i „Ein Erwerb. . . irfto. . . kann versagt werden" (statt^ist ausgeschlossen"). — Der W 2 wird danach unter Ablehnung des Antrags Heichelheim in der vom Stv. Gutfleisch beantragten Fassung angenommen. Die Lß'M bis' 29 werden genehmigt. Im z 30, der lautet: „Alle Streitigkeiten über Rechte an Erbbegräbnissen, insbesondere über das Recht der Beerdigung daselbst, entscheidet unter Ausschluß! des Rechtswegs die Bürgermeisterei." hält Stv. Justttrat Gut fleisch die Worte „unter Ausschluß des RechMvcgs" für bedenklich Oberbgm Mecum motiviert die in den Worten enthaltene Bestimmung damit, daß es sich hier ja um einen Privatvertrag handele. Stv. Justttrat Gu t f lei s ch meint, daß es znxrr ein zweifelhafter PnnÜ sei, daß man aber die Worte stehen taffen, und eS gegebenenfalls darauf ankommen lassen könne, ob sie gütig wären ober nicht. Danach wird z 30 angenommen. Tie §§31 bis 33 (Einfafsunas-oderGruppen- begrabnisstätten) und die §§'34 bis 88 (Gruf-t- begrLbniS st ätten) werden debatteloS in der Fassung des Entwurfs beschlossen. Tie §§ 39 bis 49 handeln von dem Verkehraufdem Friedhof. Zu § 39 Abs. 1 wird der Antrag gestellt, den Friedhof statt, wie es im Entwurf heißt, „morgens um 6 Uhr zu öffnen", zu setzen: „im Winter morgens um 8 Uhr, im Sommer morgens um 6 Uhr". Der Antrag wird genehmigt Ebenso der Ws. 2 des § 39 und die §§ 40 biS 49. Es folgt die Beratung der Ordnung für den Friedhof am Nahrungsberg, die die §§ 50 bis 54 umfaßt. Tie §§ 50 und 51 werden in der Fassung des Entwurf genehmigt. Ten § 52, der folgenden Wortlaut hat: „Tie Stadtverordneten-Bersammlung bestimmt, wann der Friedhof zu schließen ist. Es ist dies nicht eher zulässig, als bis d:e für israelitische Beerdigungen erforderlichen besonderen fcatüidjeii Anlagen auf dem Fried- Hof am 3iodtberg vollendet sind." beantragt Stv. Justizrat Gut fleisch zu streichen und die Schließung des Friedhofes der P olizeioerw al Um g zu überlassen. Oberbgm Mecum empfiehlt den Antrag Gut- sleisch Stv. Kirch hält eine vorzeitige Schließung für eine große Harre. Er sei dafür, daß man sich über die Schließung heute ausspreche, um jede Beunruhigung zu vermeiden. Sw. Pirr bezweifelt, daß dir Polizei das Recht hat, den Friedhor zu schließen. Die Grüber seien doch Privateigentum Oberbgm. Mecum meint, daß die Polizei beim Schließen des Friedhofs auch keinen Eingriff in das Eigentum begehe, sie untersage nur die Benützung des Friedhofs im öffentlichen Irrtet esse. Sw. Justizrat G u t f l e i s ch glaubt, daß durch den § 52 nur Beunruhigung hervorgerusen werde. W sei am besten, man spreche gar nicht davon. Hat die Polizei das RecU, den Friedhof zu schließen, dann könne man eö ihr nicht nehmen, hat sie es nicht, dann kann sie ihn eben auch nicht schließen. — Ter Antrag Gutfleisch auf Streichung des § 52 wird bar auf angenommen. § 53 wird genehmigt. § 54 wird mit Rücksicht auf die Streichung des § 52 ebenfalls gestrichen Aus eine Anfrage erklärte der Oberbgm. Mecum, daß oic, für die israelitische ReltgtonSgcrnemdc bestimmten Bauten Si§ zum Iah« 1903 fertigge|teül fein würden. Die §5 M Mä 74 enthalten Me BegräbniSvrd-nun g. Zu 6 56 bemerkt Oberbgm Mecum, daß die Unterstellung der Leichenwärter und Leichenfrauen unter den Bürgermeister erfolgt sei, um dem Unfug zu steuern, der darin liege, daß die genannten Personen die Betten und Kleidungsstücke der verstorbenen behielten und die Verwirrung, die gewöhnlich nach dem Tode eines Menschen im Trauer- Hause herrsche, zu unerhörten Geldanspruchen an die Angehörigen benutzten. Diejenigen Personen, die baß Waschen und Aufbahren der Leichen ehrenhalber besorgen, unterliegen den Bestimmungen der in Rede stehendeu Paragraphen nicht. Die §§ 56 biß 74 werden darauf genehmigt. Die 8§ 75 bis 80, die die Schlußbestimmungen enthalten, werden ebenfalls in der Fassung deS Entwurfs genehmigt. Tamit ist die ganze FriedyofSordnung angenommen. Ter vorgerückten Zeit wegen wird auf den Antrag des Sw. Krumm hin die Sitzung aufgehoben. Tie nächste Stadw.-Versammlung findet am Montag, nachmittags 3 Uhr, statt. Aus tztadt und Lund. Gießen, den 19. Dezember 1902. ** Gedenktage. In Heidelberg wurde am 19. Dezember 1838 der Historiker Wilhelm Dürfen geboren. Als Professor der Geschichte wurde er im Jahre 1870 nach Gießen berufen. Von 1874 bis 1877 gehörte Oncken der nationalliberalen Partei deS deutschen Reichstags an. Seine umfassendste Arbeit ist die ,Allgemeine Geschichte in Einzeldarstellungen die Oncken mit dreißig Mitarbeitern feit 1878 herausgab und die 1894 vollendet wurde. ** In der außerordentlichen General-Versammlung der Gewerbebank, die am Donnerstagabend im Cafs Leib stattfand, waren 211 Mitglieder erschienen. Als Vertreter des Aufsichtsrates eröffnete Stadtverordneter L. Petri II. die Versammlung. Er bemerkte, daß die Bank zwei bedauerliche Ereignisse zu beklagen habe, indem der Kontrolleur Earl Vogt, der 20 Jahre lang seinem Amte mit Eifer und treuer Pflichterfüllung vorstand, au8 feinem Wirken durch den Tod geriffen wurde. Die Versammlung ehrte das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Der seitherige Direktor Heinrich Wagner, der 28 Jahre im Dienste der Bank gestanden, sei infolge eines Augenleidens und anderer körperlicher Gebrechen nicht mehr in der Lage, feinem Amte vorzustehen. Der Aufsichtsrat und eine besonders eingesetzte Kommission hätten daher beschlossen, Herrn Wagner in den Ruhestand zu versetzen. Die Bank verliere in Herrn Wagner einen tüchtigen Beamten, der fein Bestes zum Gedeihen der Bank betgetragen und durch fein Wissen es verstanden, drohende Verluste von der Bank fern» zuhalten. Herr Petri stattete Herrn Wagner namens des Aufsichtsrats und der Mitglieder den wohlverdienten Dank ür feine Dienstführung ab. In dankbarer Anerkennung dessen, waS Wagner im Interesse der Bank gethan, schlage der Auf- ichtSrat vor, denselben mit Wirkung vom 1. Januar 1908 an eine Pension von 8600 Mk. zu bewilligen. Diesem Vor- chlage stimmte die Versammlung nach längerer Debatte mit großer Mehrheit zu. — Im Hinblick auf die großen Verdienste, die der verstorbene Kontrolleur Carl Vogt sich ebenfalls um daS Emporblühen der Bank erworben, hat der Auf- ichtSrat beantragt, der Witwe Vogt ein Witwengehalt von 900 Mk. jährlich zu bewilligen. Die Versammlung beschloß, nachdem sich mehrere Mttglieder für einen höheren Bettag ausgesprochen, der Witwe Vogt außer dem Witwengeld eine einmalige Zuwendung von 1000 Mk. zu gewähren. — Zu Punkt 2 der Tagesordnung: Wahl und Anstellung von Vorstandsmitgliedern, bemerkt der Vorsitzende, daß der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Kaufmann und Stadtverordneter Earl L o o S, seit Erkrankung deS Herrn Wagner beffen Stelle als Direktor versehen. Herr Loos habe sich auf Anfrage deS Aufsichtsrats bereit erklärt, diese Stelle unter den ihm gestellten Bedingungen, wie Aufgabe seines eigenen Geschäfts und sonstiger Nebenbeschäftigung, desinitiv zu Übernehmen, sodaß der Aufsichtsrat einftimmig beschloßen, beneiden der Generalversammlung als Direktor in Vorschlag zu bringen, ferner zum Kontrolleur ben bisherigen 3. VorstanbS- beamttn, Louis Walter, und zum 3. VorstandSbeamten ben bisherigen Buchhalter Willy Möser. In ber Debatte teilte u. a. Justizrat Dr. Gut fleisch mit, baß ber AuffichtS- rat davon abgesehen habe, die Stelle auSzuschreiden. DaS Wesen und die ganze Einrichtung der Bank erforberten eS, daß an die Stelle deS Direktors ein Mann gestellt werbe, ber mit ben Einrichtungen ber Bank unb ben Verhältnissen ber Mitglieder aanz und voll vertraut fei. — In der hierauf folgenden schriftlichen Abstimmung wurde Herr LooS mit 198 Stimmen zum Direktor, Herr Louis Walther mit 194 Stimmen zum Kontrolleur und Herr Willy Möser mit 190 Stimmen zum 8. VorstandSbeamten gewählt. — Die Versammlung wurde, nachdem die Gewählten für daS in sie gesetzte Vertrauen ihren Dank abgestattet und versprochen hatten, allezeit bemüht zu sein, ihre Aemtcr mit derselben Sorgfalt unb Pflichttreue zu versehen, wie ihre Vorgänger, geschloßen. Vermischtes. * Das millionärarme O e st erreich. Die letzte DermogenSfchätzung im Reiche Kaiser Franz Josefs hat gezeigt, welche erstaunlich geringe Anzahl von Millionären in om schonen Tonaulanoe zu finden ift Unter den 26 000000 Bewo^iern, die Oesterreich ungekäh'r ^ählt, bekennen sich nur 'M Personen zu einem jährlichen Einkommen von mehr als einer Million Kronen (etwa 800 000 Mk.). Ein einziger Mann gab an, genau triefe Summe im Jahre verzehren zu können. Zwei Leute führten 1340 000 und zwei weitere 1 350 000 Kronen als ihr Einkommen an. Am höchsten schätzte sich außer Baron Rothschild ein Baron Lettenberaer ein, der eS als Baumwollenwarenfabrikant zu einem Einkommen von 6 380 000 Kronen bringt und eine Einkommensteuer von 259 366 Kronen zahlen muß. Der nächsthohe Steuerzahler ist Graf Wllczek Gutmann, ein Kohlen grudenbesitzer. Der über ein Einkommen von o 930000 Kronen verfügt. Erst nach ihm rangiert Baron Liebig. Ter reichste Mann in feinem Lande ist Kaiser Franz Josef selbst. Sehr vermögend find ferner Erzherzog Friedrich, Fürst von Schwarzenberg und Prinz Mot)s von Lichtenstein. ♦ Amerikanisches Wettessen. Als Gegenstück zu den Preisknödelessen und ähnlichen sportlichen Proouk- twne«, über die wir schon manchmal berichteten, fei nach ber „Köln. Ztg." ein Wettessen in Rindfleisch gemeldet bai vergangene Woche in Rewyork stattgefunden hat. Mehrer, gefräßige Männer kämpften dabei um die Meisterschaft Sieger blieb ein gewisser Charles Cbram. Er verfohl an-, ni kurzer Sitzung sieben Pfund Beefsteak; der Champwn des vergangenen Jahres war diesmal nicht in guter fer. faffung und räumte in diesem Punkte das Feld. Ter Um, genannte hatte vor Jahresfrist es im Wettkampfe auf Pfund gebracht, ehe ihm die Meisterschaft zugesprochrn wurde. Was sonstige Nahrungsmittel anbetangt, so bat Freden? Mackey in Austern das Höchste geleistet und hundert Stück in neun Minuten ein geschlagen. In Pasteten har ein anderer Mann, Samuel Jackson Kuffern, in neunzehn Minuten vierzehn sogenannte Mince Pies, die in England und Amerika zum Weihnachtsschmause gehören, sieghaft hinunter gewürgt. An Aepfeln hat Charles Hönning gwl. wood aus New-Jersey in einer Woche ein ganzes stak verzehrt. L. Fink aus Newyork hat neunzig Aprikosen in sieben Minuten vertilgt, und Franz Frederick aus Dilliams- burg kann sich rühmen, in einer Stunde fünfzig Eier gegessen zu haben. Bis zum Wettkampf im nächsten Jahre wird ihm nietnand den Ruf streitig machen können, der größte Eierfiesser unter dem Sternenbanner ber Union zu fein. • Anläßlich einer Erörterung über Vorzüge unb Fehler von Norbbeutfch unb Süddeutsch erzählte ein Leser ber „Fkf. Ztg." folgenbe Anektode, die ihm ber babifche Volksschriftsteller Pfarrer HanSjakod erzählt hat. Er befanb sich in einer Gesellschaft, in ber Norddeutsche unb Sübbeutsche sich befanben unb in der über daß gleiche Thema recht lebhaft hin und her geredet wurde. Als du Norddeutschen durch die Süddeutschen etwas ins Gedränge gebracht wurden, rief ein Berliner: ,Biber die Fixigkeit werdet ihr unS doch nicht abftreiten können! Da erwiderte ein Ha- difcher in feinem breiten alemannischen Dialekt: ,TeS ifch richtig, fix sin thr. Bis wir Süddeutsche emol Wurscht sage, hen ihr se schu lang g’freffel* Vermutlich war eß hanß- jakob selbst, der diese drastische Antwott gab. • Ueber die Göttin Iustitia auf dem neuen großen Gerichtsgebäude zu Bamberg finden wir in süddeutschen Blättern folgendes ländliche Geschichten: Zwei Landbewohner aus dem Jura, die vom letzten Viehmarkt weg auf bal Justizgebäude zuschritten, erblickten auf dessen Giebel die im- posante Figur der gen Himmel schauenden ThemtS. Stugij unb hin unb her ratenb, waS benn biefe Figur ba btobtii eigentlich zu bedeuten habe, sagt endlich ber Eine: ,Waaßke was, Hannes, bös is a Fra, bie Hot drei Stockwerk — dm Instanzen — burchprozeßt unb Hot etzt OlleS oerlurn, sog« 's Hernet ufm Leib". — Kunst und Wissenschaft. Bilder auS dem alten Frankfurt gibt der Verlag von C. F. Fay in Frankfurt a. M. berauö. DaS neueste, 9. Le't, enthält 12 nach der Natur in Lichtdruck geschaffene Ansichten aul dem innersten Frankfurt in meisterhafter Ausführung wieder. Wu heimeln unS diese an den auten alten Spitzweg unb dessen köstlich« poesiereiche Kunst erinnernden malerischen alten Häuser an, dies, engen, idyllischen Gäßchen mit ihren entzückenden Erkerchen unb lauschiaen Winkelchen, diese ehrwürdigen PatririerhauS-Vortal^ die bieoermaierischen Türmchen, biefe koketten BooÜren aul jener lieben alten Zeit, all beß Großvaters Großvater ein öüblein war Bei den naben Beziehungen, die ganz Oberhessen mit ber natürliche! Hauptstadt Hessens hat, barsten diese Bilder auch bei uni zu SkinM viele Freunde finden. Jede Lieferung in gediegenster AuSstawm^ kostet 7 Mk. Znr Bekämpfung der ruberknlols. Aul Pari! wird be* richtet: Der .Figaro* hat, wie schon kurz gemeldel, unter bem Vorsitz deS bekannten Professor! Brouarbel unb mit Unlerstützuna zahlreicher bekannter Persönlichkeiten ein Komitee gebUbet, das einen Aufruf zu Sammlungen für bie Bekämpfung ber Tuberkulose erlassen hat. Gestern publizierte der .Figaro^ die eckte Liste der Eingänge, deren Gesamtsumme 838 838 Franc! beträgt. Die Summe der heute bekannt gegebenen zweiten Liste betragt 304 790 Francs. Ten größten Betrag zeichneten bisher der aul Hamburg gebürtige Bankier Leopold Goldschmidt und das Haus Rothschild, nämlich je 200 000 Francs. Gerichtssaal. Bd. Darmstadt, 17. Tez. Kriegsgericht. Am 1L bfl. wurde der Musketier Klein von der Letbkomp. d. Jnf.-Regünm» Nr. 116 zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, weil er im September b. I. vor feinem Dienstantritt in feiner ßeimal Bensheim a. b. B. abends, nachdem der Gasttvirt H. Feierabend geboten, nochmals in bie Wirtschaft einbrang, Rabau machte und von ben herbeigeeilten Genbarmen, Nachtwächter rc., zusamnten 6 Personen, nur mit Mühe aebänbigt werben konnte. Darmstadt, 18. Dez. Die Strafkammer verurteilte ben 42 Jahre alten Fabrikarbeiter Anton Klein aul Offenbach a. M. wegen Vergehen! gegen § 173 de! Strafgesetzbuche! iu 1 I a h r 8Monaten Gefängnis. Klein hat von 1897 bis 1902 fortgesetzt mit feiner jetzt 21 jährigen Stieftochter Elisabeth Bauer verbotenen Umgang gehabt. Dem Verhältnis entflammen zwei Kinber. xte Bauer würbe zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Berlin, 18. Dez. Zur heutigen Verhandlung im Brandt» scheu MillionenerbschastSprozeß waren die Angcklagten Brandt und Bethke nicht erschienen. ES wurde ein Hastdeiehl gegen sie erlassen. Die Verhandlung wurde ohne die Angeklagten ’ott- geführt. Tie Beweisaufnahme wurde heute geschlossen. Freiburg, 17. Tez. Die Straftanimer verurteilte gestern em 15 Jahre altes Dienstmädchen wegen Mordversuchs zu 6 Jahren 3 Monaten Gefängnis. Sie war wegen Diebstahls von ihrer Dienstherrschaft angezeigt loorben. Um sich zu rächen, oerabreifte sie deren anderthalbjährigem Kinde einen Dheelöffel Salzsäure, ix» Kind konnte durch sofortige ärztliche Hilfe gerettet werden. t: € Wetter ■e •6 6 bi + 7,6» C. — c. § I 8 Bew. Himmel Regen, Stunt Bew. Himmel Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. eo | efe | Für den WeihnachtSti sch enwfchle (Sigarrcn und Ctgarctten in schönen geschmackvollen Packungen von 25, 50 und 100_etua Richard Buchacker, Neuen Baue 11. 87 _ Höchste Temperatur am 17.—18. Dezember yhcorigfte , , 17.—18. Dezember § i 18.| 2” 740,8 4-7,1 6,0 80 W. 18. 9" 744,8 + 4,3 5,2 84 WNW. 19. 7” 743,3 4-2,2 3,6 85 N. Tli-one ChocoladeWaffeln 'n hfeSÄ fönt. ML Ul .’n BhU<‘- Ä nenbonner 1 <1 :un9 überP..,, °°d 61li(,S!i ; •»» n dir über ba; c!-. Itjtbtt toutbe, L;' ;lroQ5in6Mrir»' «* erroibtde m i en Dialekl: lsche emo!Stau 'utlich roar (; -L ort gab. " ’Q auf dem r^- den wir in iv. en: Zwei La^ iehmarkt weg uf dessen Tiedel enden ThemiS. diese Figur da t lich der feine: ,$ : drei Stodicerf - etzt Olles Dtdutn, tnschch nrt gibt bet to r DaS neueste, 9,Mr qeschassm Inr^to d : Ausführung rzte K pitzweg und bfc Kl- en allen Wk ä M rtigüdenben Kstfl cd ,en Patchichä-^-u teilen öoSüm Vi p oßoatrr ein Bfc: Hesse« mit bttufc. n aud) M uni ju, gediegenster W 5 £ « e « w cu ja jQ c X *■* ati *** O 3 rO ti ZL. 'S ^£>55 V »ZLLK w s = x: 2 X ~ 5S Z § - «E&I st V -t3 - - SJ ff J M C P w Z S &g| £' E " 5* Cj «V L « SäV^E-.E «3 s '3‘ss£rti(S ' E S§£5jöäS LLZLZ Vf .£§f « Ö W •*- "2 <Ä 03W »§§235 E - K iß'f.S -Q CQ QJ N e-s* a — 55’5 5 L M e s •■ jg 8 do i 5» ee L e .5 « b Z 8 (0^-2 E a> E'~ a 11« ä '— E ECO Wt 03 = = 53^2 5 "5 E kSo « = o «SS. W L « « « e L _ 03« w 53 E o> V*' e E _w X" . « ? rL.ff G ie 5 § 50 ‘2 » S<Ä3 -V L . § E -273 M ® -S -ff o O g X 3 uO w J— CQ *CT P 2 B O S 3 E 8 ßL SB« « S £ S ’t-o E ‘S^ ß = P u Ü 1 w w C3 E ’ O « » @ c Ä I -g 'S ,2> 03 -g ^'S' so S ° enX E E» S Z ß «E « | 5 -8 Z §eg-s ‘ff Ä 03 E CO^ ö.e «ß ?6 G u. M W r M gtmdbtt, er« bd unb mü Uo-:;- •tn Komitee ged-'/- letfimpfungi«»" xte der,Fig°a •■■. te SSSSSbgwd;" men zweitens reichneten W<- Goldschmidt uni »(• Rlein,Kiu13i:: «ilnWJjjMt. ? ^eturB 8tc°i:' -M- SLl s w. ■e n iebev. '■'c'x y i $ 4 Gascokes. MO ML 1,25 ML 1,80 ML Preise seit 10. April 1902: Für den Lentner ab Verkaufsstelle: 2 Bei Entnahme von mindestens 200 Gentnern: StückcokeS.......1 — ML RußcokcS Rr. 1.....1,15 , RutzcokeS Rr. 2.....1,20 , Für Eokesabnebmer, welche zwei und mehr DoPpelwaggouS S uiehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Gentner. Für Anfuhr an das HauS werden 5 Pfennig für den Oleutner berechnet. „ _ , NB. Sofern das Verbringen der Cokes — biS zu 6 Gentnern — aus die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von Über 5 Centn er -lokes statt: dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der Mmelkaus der GascoKes. von 1 bis 5 Gentner smgerichtet, nämllch bei den Herren: ____ Bachenheimer & Schanmbcrger, Diarburgerstrrche 23, Ioh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchcnplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Lrcherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer GaScokes fluni Anfuhr wie da? Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Gentnern. __ , „ Die Preise unserer Gascokes für die Abnehmer außerhalb Bier Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Itetroirückvergütung von 4 Pfg. für den Gentner. Gießen, den 16. April 1902. 3086 Städtisches GaS- und Wasserwerk Gießen. lüuß.CokeS, ausschließlich'trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Of enschäch te vasiend zerkleinert: Größe Rr. 1, etwas großer als durchschnittliche Korngröße des Anthractt, gangbar ste Gorte....... ♦ Grüße Rr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße deS Anthracit...... -Zn Waaenladnoge» von mindestens 86 Centnerv: GtückeokeS.......1,05 ML RntzeokeS Rr. 1.....1,80 , RnßeokeS Rr. 2.....1,25 , Parfümerien und Toilettmittel £a8Cr bci Otto Schaaf. LelterDez 38. Für Weihnachts-Geschenke empfehlen wir zu billigen Preisen: _________________8478 Reste aller Artikel bedeutend unter Preis. 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