Mw Jiiiti gSstjÄ Dott - Nur joldje Herren Alche schon mit Primen arbeiten, werden berüchtigt. - * Äg&fa iSsdSl WM * «itie: «« । Sf "■ ^^Wwe. 10 Masterer lij 5 Handlanger lofoti gesucht. Joh. fepimonn, 'Waslermilr., Neustadl?ö. [Nift Ü HB M wegen LetriebSvergrößmmg u lauernde BeschDgung ob Iß- oder er, gesucht. 63 rahnkalk.gttd«strit ®roteulUbtu»^ßu ic» an Sette»» -W7TBÄ7i”"tiW DIW«« W‘Äb.6 oom w*’b ' ”, Nr. »SO •r|#et*t tSgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sefstschen totiboirt di« Siebener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schea Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Srben) RtbafttotL Srpedttto« und Druckerei: Gchnlpratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr.bl. Stotite» Blatt. 153. Jahrgang Freitag 19. September 19OS Gießener Anzeiger ** General-Anzeiger t® *"=■$• Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen NW ., . . ___ zeiganteil: Han» Beck. Kelmnntmachung. Betr.: Bildung einer öffentlichen Wassergenoflenschast zur Entwässerung von Grundstücken in den Fluren VI, VIII und IX der Gemarkung Langd. Nachdem zur Ausführung von Entwässerungsanlagen in Flur VI, VIII und IX der Gemarkung Langd Antrag auf Bildung einer öffentlichen Waffergenossenschaft gestellt worden ist, und das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die Einleitung deS Verfahren» zur Bildung der öffentlichen Wassergenoffenschaft unterm 1. l. MtS. angeordnet hat, wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Vorarbeiten hierzu vom 24. September bis einschließlich 7. Oktober l. I. auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Langd zur Einsicht sämtlicher Grundeigentümer, deren Grundstücke in die zu verbeffernde Fläche fallen, offenliegen. Gleichzeitig werden diese Grundeigentümer zur Versamm- lung und Beschlußfaffung, sowie zur Wahl ihrer Vertreter für daS weitere Verfahren auf Freitag den 10. Oktober l. Js., vormittags IO1/, Uhr, in das Gemeindehaus zu Langd vorgeladen, unter Androhung des Rechtsnachteils, daß die Nichterschicnenen, sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Diejenigen Grundeigentümer und Waffernutzungsberech- tigten, die an dem Unternehmen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen, werden hiermit aufgefordert, etwaige Einsprachen gegen daS Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt würden, und nur noch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden könnten. Gießen, den 17. September 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. KolitWr Tagesschau. ßilMlaaUtät Mer Frauen. Im Jahre 1882 war von den wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze Verurteilten der vierte Teil, im Jahre 1899 dagegen nur noch der fünfte Teil weiblichen Geschlechts. Rach einer in den Erläuterungen zum neuesten Barche der Krüninalstatistik enthaltenen Ueberftcht über die Verteilung der in den Jahren 1893—97 verurteilten männlichen, weiblichen, jugendlichen und vorbestraften Personen auf die preußischen lanidrätlichen und städtischen Kreise und die entsprechenben Verwaltungsbezirke der anderen Bundes- stauten gehört Preußen in Bezug auf die Kriminalität der weiblichen Bevölkerung zu den am schwersten belasteten Bundesstaaten. Während in der obigen Zählungsperiode im Reiche auf je 100 000 strafmündige Personen weiblichen Geschlechts im Durchschnitt 397 weibliche Verurteilte kamen, stellte sich der Durchschnitt in Preußen auf 423. Die preußische Frauenkrimrnalität steht sonach beträchtlich über oem Reichsdurchschnitt und wird hierin, wie wir der „Frauenbewegung" entnehmen, nur noch von Bayern und einigen Kleinstaaten: Anhalt, den beiden Schwarzburg, Bremen und Hamburg übertroffen. Wie bei der Krimr- nalität im allgemeinen, hegt allerdings auch bei der Frauen- rriminalität Preußens der Schwerpunkt in den vier Ost- provinzen: Pofen mit 695, Ostpreußen mit 595, Westpreußen mit 588 und Schlesien mit 541 weiblichen Verurteilten auf je 100 000 strafmündige Frauen, woLu noch Sachsen mit 489 tritt. Von den übrigen Provinzen steht nur noch Brandenburg einschl. Berlin mit 407 etwas über dem Reichsdurchschnitt. $e weiter nach Westen, umsomehr b^sern sich die Verhältnisse. In Hessen-Nassau und der Rheinprovinz erreicht die Kriminalität der weiblichen Bevölkerung noch nicht die Hälfte der schlesischen, in Westfalen noch nicht den dritten Teil der posenschen. Der Verein deutscher Wurstfabrikauteu hielt, wie bereits kurz gemeldet, in Braunschweig seine Generalversammlung. Man faßte die dort laut gewordenen Anschauungen in folgender Protestresolution zusammen: „Ter Verein deutscher Wurstfabrikanten stellt mit tiefem Bedauern die Thatsache fest, daß die deutsche Erzeugung von Schlachtvieh, namentlich von Schweinen, seit Jahren dem Bedarf immer weniger genügt und infolgedessen die Preise stetig gestiegen sind. Es muß ausgesprochen werden, daß die deutsche Landwirtschaft, deren Bemühungen, die Viehzucht zu fördern, keineswegs verkannt werden, sich nicht imstaride gezeigt hat, den in- ländischen Bedarf an Schlachtvieh hervorzubringen. Soll das deutsche Fleischergewerbe und die Fleischernährung des deutschen Volkes nicht dauernd auf das schwerste geschädigt werden, so ist die Zufuhr ausländischen Schlachtviehes in größerem Maße unbedingt notwendig. Tie Gefahr der Seucheneinschleppung, bie gegen diele Einfuhr geltend gemacht wird, ist unter den nötigen Sicherungsmaßnahmen durchaus nicht vorhanden, wie die Einfuhr von Rindvieh aus Oesterreich-Ungarn und von russischen Schweinen in das oberschlesische Industriegebiet unwiderruflich beweist. Tie Viehsperre bedeutet thatsäch- lich nichts anderes, als ein wirtschaftliches Mittel, die Viehpreise hochzuhalten und weiter zu steigern. So sehr das Gedeihen der deutschen Landwirtschaft dem Verein deutscher Wurstfabrikanten wie jedem Deutschen am Herren liegt und Förderung verdient, so kann sie doch nicht verlangen, daß chre Interessen einseitig auf Kosten des Wohles der gesamten Bevölkerung durch die Zurückhaltung der Konkurrenz artsländischen Viehes begünstigt werden. Der Verein deutscher Wurstfabrikanten spricht deshalb die dringende Bitte und zuversichttiche Hoffnung aus, daß die Regierung sich dem nicht verschließen wird, daß die Rücksicht aus daS Wohl deS Fleischergewerbes und die so wichtige Fleischernährung des deutschen Volkes die weitere Ceffnung der Grenzen für die Einfuhr von lebendem Vieh unter selbstverständlicher Innehaltung aller Vorsichtsmaßnahmen absolut gebietet." Der Vorsitzende des deutschen Fleischerverbandes, Karl Marx-Franksurt a. M., erinnerte an ein Versprechen, das von landwirtschaftlicher Seite im April 1899 dem Fleischer- gewerbe bezüglich der Einfuhr lebendenViehes gemacht worden ist. Damals fand in Frankfurt a. M. eine Versammlung von Vertretern des Bundes der Landwirte und sämllicher Bauernvereine einerseits und Vertretern des Fleischergewerbes andererseits statt, um gemeinsame Schrttte gegenüber dem Fleischbeschaugesetz zu vereinbaren. Von den landwirtschaftlichen Mitgliedern der Konferenz wurde da in unzweideutiger Weise den Fleischern die Zusicherung gegeben, daß, sobald ein Mangel an Schlachtvieh sich Herausstellen sollte, sie mtt allen Kräften dafür eintreten toürfcen, daß die Grenzen für die Einfuhr ausländischen Schlachtviehes geöffnet werden. Bis heute ist diese Zusage unerfüllt geolieben. „Werden die Landwirte", fragt die „Allg. Fleischer-Ztg.", „durch diese Erinnerung veranlaßt sehen, ihr Wort einzulösen?" Z>er sozialdemokratische Parteitag. Ten Bericht über dieparlamentarischeThättg» keit der Reichötagsfraktion erstattete eines der jüngsten Mitglieder der Partei, der Abg. Rosenow. Er stellte, wie gemeldet, in Aussicht, daß die Sozialdemokratie alles thun werde, um den Zolltarif zu Fall zu bringen, und schloß seine Ausführungen mit dem Stufe: „In bie Grube mit diesem Entwürfe!" Bebel bat int Reichstage den Entwurf in den „Orkus" gewünscht. In der Debatte machte man der Fraktion den Borwurf, daß sie nicht den Achtstundentag beantragt hätte, und bafc Jte die Anregungen der Genossen nicht immer genügend berücksichtige. Hervorzuheben sind die Ausstellungen eines Dresdener Genossen, der der Fraktion vorwarf, daß sie die Etatsdebatten unsinnig verlängere und damit dazu beitrage, das Parlament zu einer „Schwatzanstatt" M machen. Zum Schluß teilte der Vorsitzende mit/ daß ein Begrüßungstelegramm von sozialdemokratischen Rekruten eingegangen sei. Darüber erhob sich stürmischer Beifall. Vom Abg. Bebel ist folgende Resolution zu den Reichstagswahlen eingegangen: Ter Parteitag verpflichtet die Parteigenossen, wie bei den bisherigen, fo auch bei der künftigen allgemeinen Reichstagswahl, in allen Wahlkreisen, in denen Parteigenossen sich befinden, eigene Kandidaten aufzustellen ; dort, wo eS noch nötig erscheint, schleunigst die Organisationen in den Wahlkreisen auszubauen und vor allem auch auf die Beschaffung der nötigen Geldmittel bedacht zu sein. Kommen die Parteigenossen in die Lage, bei der engeren Wahl zwischen gegnerischen Kandidaten' sich beteiligen zu müssen, so dürfen sie nur für denjenigen Kandidaten stimmen, der sich bereit erklärt, im Falle seiner Wahl 1. für uneingeschränkte Aufrechterhaltung des bestehenden Reichstagswahlrechts, 2. gegen die Erhöhung der bestehenden Zölle auf Lebensmittel, 3. gegen jede neue indirekte Steuer oder eine Erhöhung der bestehenden auf Konsumartikel der großen Masse der Bevölkerung, 4. gegen jede Ausnahmegesetzgebung und gegen iede Verschlechterung des bestehenden Rechtstzustandes, 5. gegen jede neue Militär- und Marinevor lag e, die höhere Lasten erfordert, einzutreten. Ist kein Kandidat vorhanden, der bereit ist, diese Bedingungen ar«unehmen, so ist streu ae Wahlenthaltung zu verkünden. In der Donnerstag-Sitzung wurde bie Beratung Über die parlamentarische Thätigkeit fortgesetzt. Leutert -Apolda sprach der Fraktion oen Danck der Delo- gierten für die Thätigkeit im Reichstage aus. Frau Zieh trat für den Achtstundentag ein. Dadurch werde das Aole- tariat gestärkt im Kampfe für die Emanzipation. Frau Keller forderte, daß die Regierung mehr der Heimcäbiett entgegen trete, denn die Heimarbeit sei gleichbedeutend mit dem Arbeiterinnenelend. Frau Zetkin trat für den Achtstundentag ein. Arbeitersekretär Timm schütz die Gründung einer Institution vor, welche die einzelnen Anregungen in gesetzgeberischer Beziehung als Material zu sammeln Hätte. Eitzer-Mannheim «suchte bU Abgeordneten, darauf zu bringen, daß der Achtstundentag wenigstens in den Reichsbetrieben eingeführt werde. L e y ende ck e r sprach sich dafür aus, daß die Fraktion sich mehr der Arbetter ,in der chemischen Industrie annehmen möge. Schließlich wurde der Antrag, daß die Fraktion auf Einführung des Achtstundentages dringen soll, angenommen, ebenso der Antrag betreffenb den Schutz der Heimarbeiterinnen und ein weiterer Antrag auf Verbesserung des Kranken-Versicherung?- g e s e tz e s. Anhangsweise möge noch eine Schilderung der Genossin Rosa Luxemburg aus den „Münch. N. N." mitgeteitt werden: „Dem Auftreten „unserer Rosa", wie sie, die Herr- Kunst und Wissenschaft. — In der Hauptversammlung des deutschen Medizinal- -earntenvereinS, die soeben in München abgehallen worden ist, sprach u. a. Pros. Fränkel- Halle über wissenschaftliche und praktische Hygiene. Vortragender begann mit dem Hinweise darauf, daß der Medrzinalbecrmte der berufene Träger der Hygiene sei. Unter den Maßregeln, die bei der Seuchenbekämpfung wesentlich in Betracht kommen, erfordert die Absonderung der ansteckend Kranken weit mehr Sorgfalt, als ihr bis jetzt gewidmet wird. Ferner fei größte Aufmerksamkeit erforderlich hinsichtlich der Wege, auf denen die Krankheitserreger sich verbreiten. Um ihn laufend auf der Höhe der wissenschaftlichen Ergebnisse zu halten, sei dem Medizinalbeamten und zwar mindestens alle drei Jahre die Teilnahme an wissenschaftlichen Kursen zu ermöglichen bezw. vorzuschreiben, wie dies gegenwärtig schon im Großherzog- tum Hessen der Fall sei. Von größter Wichtigkeit sei ferner die Errichtung von Untersuchungsämtern für hygienische Zwecke. Tie Angliederung der Untersuchungsämter an die hygienischen Univer- silälsinstitute hat sich zum Beispiel m Halle sehr gut bewährt; ebenso in Leipzig, BreSlau und G i e ß e n. —Bezüglich der Be° leiliauna der Medizinalbeamten bet der Wohn u n g Sdeauf- sichtiaung stellte Medizinalrat Dr. P f a n n m u l l e r - Offenbach a. M. u. a. solgende Sätze auf: Der beamtete Arzt soll in Gemeinschaft mit den Verwaltungsbehörden den Erlaß von Bauordnungen, die Ausarbeitung von Ortsbauplanen und OrtSbau- ftatuten für lebe Gemeinde anstreben und begutachtend habet mit- wirken. In Gemeinden mit über 5000 Einwohnern i|t ein Wohnungsinspektor anzustellen, der nach Matzgabe feiner Dienstanweisung alle, insbesondere die Wohnungen der Minderbemittelten, die Schlasstellen für Lehrlinge, Dienstboten, die Maffenquartiere und Herbergen beaufsichtigt und in Verbtitdung mit dem beamteten Arzt dafür Sorge trägt, daß gesundheitliche Nachtet e vermieden werden. Zur Beurteilung der Wohnungen, Schlafstellen -c. dienen die durch Gesetz oder Polizeiverordnungen sestzulegenden Mindest- sorderungen an Wohnungen, Schlafräumen, Herbergen re. In allen Fällen, in denen düsen Minlinaffordertmgen nickt9&WQ* ist, oder oem Wohnungsinspektor, bezw. dem bett, Gesundyettskom- missionsmüglied gesundheitliche Bedenken entgegentreten ist das Gutachten des beamteten ArzteS einzuholen. Der beamtete Arzt revidiert auch ohne solche direkte Requisitionen alljährlich mit dem Wohnungsinspektor oder der Gesundheitskommission eine Anzahl von Wohnungen. Dem beamteten Arzt steht jederzeit Einblick in die Wohnungsregister und die sonstigen Akten des Wohnungsinspektors zu, er kann demselben Belehrungen uitd Aufträge erteilen und übernimmt auch die Anleitung und Attsbildung der demselben etwa noch beigegebenen Wohnungspfleger. Zur Auffindung des Nordpolfahrers Peary. Wie bereits mitgetelr, wurde der Nordpolfahrer Peary von der ttach ihm ausgesandlen HilsSerpedition aufgefunden. Ter jetzt sich auf dem Rückwege von der Chateau-Bai in Labrador befindliche amerikanische Forscher Seeleutnant Robert Peary, welcher seit 1886 eine Reihe von Polarexpeditionen unternahm, ging im Sommer 1897 nach Grönland ab, um die wiederholt versuchte Bergung des schon von John Roß 1818 beschriebenen gewalrigen Meteoriten aus der Meteoriteninfel auf Kap Port durchzuführeu. Schon 1896 hatte er zu diesem Zwecke eine Fahrt gemacht, mußte aber ohne Erfolg wieder heimkehren, da die mitgenommenen Hebevorrichtungen brachen. Bei der nächstjährigen Expedition brachte er die Bergung des 70 000 Kilogramm schweren Meteoriten zuwege. Hierauf machte sich Leutnant Peary an die Erforschung von West- und Nord-Grönland. Seine ursprüngliche Absicht ging darauf aus, an der Küste Westgrönlands entlang über das Fort Conger hinaus eine Anzahl Proviant-Stationen einzurichten, um später auf direktem Wege den Weitermarsch über das Polareis bis zum 90. Grade anzutreten. Der Durchführung jenes Reiseplanes stellten sich allerdings gleich nach Antritt der Nordpolfahrt ernstliche Schwierigkeiten entgegen. So hatte es Peary trotz aller Anstrengungen nicht gelingen wollen, im Jahre 1899 weiter als bis zum Smithsunüe vorzuoringen. Peary hatte jedoch, wie aus einer am 18 August 1899 von dem Ersatzfahrzeuge „Diana" übermittelten Nachricht hervorging, im Sommer 1900 sich bis zum Robmson-Känal durch- zukämpsen, vo>i welchem Punkte (82 Grad nördliche Breite) aus man schoii mir besseren Treibeisverhältnissen rechnen dürfe. Am 11. August IVVß hatte Peary eine Begegnmi- mit bet Dvev° drupschen Pölar-Expedition. Beide Forscher einiflten sich dahin, daß Peary feinen anfänglichen, auf die Erreichung des Nordpols abzrelenden Plan weiter verfolgen sollte, während der Norweger Sverdrup 311m Robinson - Kanal zwischen Grönland im Osten und Grant Land im Westen gelangen zu können hoffte. Lange Zeit galt der Polarfahrer für verschollen, und es wurde eine Reihe von amerikanischen Grönlands-Expeditionen zu seiner Aufsuchung ausgerüstet. Im Sommer 1900 ging Peary'S Gattin mit der Entjatzrnannschaft des Dampfers^Winoward" nach Etah ab und überwinterte m der Höhe des Kap Sabine. Der „Windward" sowohl mie auch der Pearyschen Expedttion wurden von Neufimdland aus der Dampfer „Enk" zu Hilfe gesendet, an dessen Bord sich Pearys Tochter befand. Nach widerspruchsvollen Meldungen über das Schicksal des Forschers und über seine weiteren Reisen — im Juli 1901 hieß es, daß ein glücklicher Ausgang von der r^ahrt nicht mehr anzunehmen sei — kam im September v. Js. die Scachricht, Peary habe die Nordküste des grönländischen Festlandes kartiert und beabsichtige, im heurigen Frühjahre zum Pol vorzildringen. Tie Meldung begegnete ernsten Zweifeln. Sie bedeutete eine völlige Aenderung des ursprünglichen ReiseplaneS. Tie jüngsten Peary-Tepeschen besagen: In Sidney (Capbretoninsel) ist „Windward" mtt Peary an Bord am 18. September angekommen. Peary erreichte 84u17 nördlicher Breite. Er äußerte, die Expedition habe den Pol nicht erreicht, habe aber sehr wissenschaftliche Entdeckungen gemacht. Alle Teilnehmer an der Expedttion befände,i sich wohl und freuten sich, in zivilisierte Gegenden zurückzukehren. — Felix Weingartner wird in Frankfurt a. M. vie, Konzerte bmgieren, in denen er fämtliche Beethovensche Sum- vhonien zur Aufführung bringen wird. — Prof. Hugo Becker in Franksurt a. M. wird im kommenden Winker außer in Deutschland auch im Auslande konzertieren. So hat er sich für Konzerts m England, Frankreich, Holland, Belgien, Skandrnavieii und Rußland verpflichtet. Professor Hugo Becker har u. a. auch das Violoucellkonzert von Svendsen diesmal mit auf seinen Spielplan gesetzt. Die Berliner Galerie erwarb aus Münchener Privatbesitz ein hervorragendes Bild von Lucas Eranach dem AelterLn .Ruhe auf der Flucht". Nchste Von tCtett, oft« pmntb Drer mit grümtrig« Zärtlichkeit nannte, wurde mu allgemein« Spannung entgegengesehen. Dr. Rosa Lübeck, genannt Luxemburg, stammt aus der Gegend, wo Gustav Freytag seinen Schmeie TinkeleS ü er komm en lüßt, sie wurde polnisch erlogen und hat in der polnischen Agitation schon ihre Rolle gespielt. Heute verfolgt sie mit oer ganzen Energie deS Halles, der nur b« Renegat fähig ist, chre Landsleute. Die Rosa ist eine perivatetiiche Rednerin. Das Rednerpult verschmähend, wandelt sie lehrhaft auf dem Podium hin und her. Es war gerade die friedsame Kafseestunde der Genossen gekommen, und daS Gerassel eines irgendwo im Saale hinschlagenden ServierbretteS mit Kaffeetassen unterbrach zuerst ihre Rede. Sie ist der personifizierte Gegensatz zu Zetkin. Diese, schlank, hochgewachsen bat in Momenten der Seelenruhe etwas Aristokratisches, sogar in der Miene. Die Lurem- durg dagegen ein eklatant plebejischer, d. b. unadcliger TyvuL, eckiae Züge, tückische Aeugleui, ^^cifelhafte Eleganz und — Gesten! Dabei verrät sie eine unheimliche Leben- big kett." Eisenbahn-Zeitung. Die Speisewagen. Bon authentischer Seite wird UNS heute geschrieben, „bafj man auf den Preuß. Hess. Bahnen doch mindestens ebenso weit ist, wie in Bayern Auch auf den Preuß. Hess. Bahnen wird keinem Reisenden dritter Klasse die Benutzung des Speisewagens verwehrt. Der Reisende bat nur den Differenzbetrag zwischen zweiter .und dritter Klasse nachzubezahlen und zwar nur für Ate Strecke, welche er im Speisewagen zubringt, es sind LaS also unter Umständen noch weniger als 50 Pfg.; vletbt oer Reisende lange im Speisewagen, so hat er allerdings auch mehr als 50 Pfg. wx zahlen." (Denn eS schon eine eigentümliche Dache bleibt, daß die Speisewagen als Wagen zweiter Masse gelten, und den Rei» senden der dritten Klasse, die etwas speisen wollen, allein für den Aufenthatt im Speisewagen eine Zuschlagsgebühr auserlegt wird, so sollten zum mindesten bie Fahr beamten angehalten werden, die Reisenden butter Klasse von den Speisewagen nicht ohne weiteres auszusch ließen, sondern sie brauchten ihnen nur bezügliche Zuschlagskarlen gegen Zahlung auSzuhändig en; oder es konnte in oder vor den Speisewagen, wie vor den Bahnsteigen, automatischer Lpeisewagenkartenverkauf eingerichtet werden. Jedenfalls wurden viele Reisenden eine Ausgabe von 50 Pfg., wie man sie in Bayern verlangt, dem Plagegeiste Hunger bot» ziehen. Die Red- d. „Gieß. Anz.") Uermischlcs. -Das Abiturienten-Examen bestand am Realgymnasium zu Magdeburg eine Dame aus Halle a. S, Frau Geheimrat Gilbert. *Zu den großen Krawallen inC^enstochau wird der klerikalen „Schles. VolKztg" gemeldet, daß bis jetzt gegen 600 Ver h aftun gen vorgenommen wurden. Das Vermögen des Klosters habe der Gouverneur mit Beschlag belegt, um die Bestohlenen für ihre Verluste schadlos zu halten. In eine unangenehme Lage sei die katholische Geistlichkeit gekommen, die man für die Ausschreitungen verantwortlich mache, trotzdem bie Brüder des Klosters sich bemühten, den Aufruhr zu bekämpfen. Es seien vorläufig etwa 20 Geistliche sestgenommen worden. * Paris, 18. Sept. Im Bezirk Espalion richtete ein Cyclon große Verwüstungen an. Zahlreiche Obstbäume wurden entwurzelt, Dächer ab gedeckt und Schornstein« umgeworfen. Tre gesamte Ernte ist vernichtet. * M a d r i d, 18. Sept- In Tzurzu kam es gestern zwischen zwei Zigeunerbanden zu einem blutigen Handgemenge, wobei mehrere der Streitenden getötet und eine große Anzahl verletzt wurden. * Bern, 18. Sept. Der französische Unterleutnant Saint-Guilhem traversierte den gefährlichen Ber g L o st e- vieille (im französischen Departement der Hochalpen) und stürzte 30 Meter tief ab. Er wurde t o t ausgehoben. Die Leiche wird nach Paris gebracht, wo die Ellern wohnen. * Chi nab eute. In San Francisco sind vor einigen Wochen fünf kaiserlich chinesische Siegel und zwölf Tafeln aus dem kaiserlichen Tempel in Peking, sämtlich hergestellt aus dem kostbarsten, fleckenlosen Nephrit, beschlagnahmt worden. Sie befanden sich größtenteils im Besitze eines Leutnants vom 9. Infanterie-Regiment, Namens John B. Schoessel. Dieser behauptete, er hätte die Sachen in Peking von einem Chinesen für 50 Doll, gekauft ugrd sie später mit nach den Philippinen genommen. Sowohl die Siegel wie die Tafeln sind von großem Werte, besonders aber die letzteren. Denn jede von ihnen, die alle einen halben Zoll dick, einen Fuß lang und vier Fuß breit sind, enthäll einen kurzen Abriß der Geschichte eines Kaisers. Da es niemals erlaubt worden ist, Abschriften hiervon zu machen, so ist der historische Wert der Tafeln für die Chinesen geradezu unschätzbar. Deshalb hatte auch die Pekinger Regierung hohe Belohnungen aus chre Wiederherbeischasfung ausgesetzt und hatten die fremden Mächte gebeten, sie dabei zu unterstützen. Auch die zwei Zoll dicken und recht schweren Siegel sind kostbar. Bekanntmachung. An» der Stiftung der Eheleute Karl und Emilie Heusel ZU Gießen sind vier Pfründen in Höhe von je 175 ML. jährlich an bedürftige und würdige hiesige Bürger und Witwen solcher Bürger, sowie ledige Tochter hiesiger Bürger, sofern sie das '60. Lebensjahr überschritten haben, ohne Unterschied der Konfession 'zu vergeben und zwar zwei an Frauenspersonen und zwei an Mannspersonen. Unter Bürger sind solche Personen zu verstehen, welche ihren Unterstützungswohnsitz in Gießen haben. Bewerbungen sind bis jum 15. Oktober L I. aus dem Armen- arnt, Zimmer Nr. 4, vorzubringen. Gießen, am 15. September 1902. 6469 Großherzoglicye Bürgermeisterei VteHen. Mecum. Einladung. Die diesjährige General - Versammlung ber Sparund Leihrasse Nidda soll Montag den 22. September d. I. ftattfinben. ES werden hierzu sämtliche Mitglieder derselben mit der Bitte eingeladen, sich vormittags um 10 Uhr ün Sitzungssaale des SparkasiegebäudeS einzusinden. Nidda, den 30, August 1902. Die Direktion der Spar- und Leihkasse Nidda. ________________________Erk. 6082 Alitt-Kochschule. Der Kursus beginnt am 22. September. Anmeldungen bei Frl. Renner in der Schule. 6432 Theater-Verein. Die ordentlicheGeneral-Versannnlnng findet statt: 6495 Montag den 22. d. M.v 81/» Uhr, im Gesellschaftsverein. Tages-Ordnung: Rechnungsablage, Vorstands wähl. ÄL B. M. G. Sonntag den 21. September 1902, nachmittags 4 Uhr: Henerat-Ansammlung im Felscnkeller. eleo Der Vorstand. Zu dem am 23. Oktober d. g. auf Schloß Staufen berg stattftndenden Diamanlmehl hochfein 25-Pfd.-Säckchen 4 SS Mark. 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