Nr. 193 W*M außer Sonntags. DemGießenerAnzetger werden ta Wechsel mit dem Hessischer» Landwirt die Gießener Kamillen- blätter oiermatBn der Woche beigeftgt RotattonSdruck u. Verlag der Brüh tuchen Univers^Buch- tu©tem- druckeret (Pievch ErberH Redaktion, Expedition und Druckereu Schnlstratze 7. Adresse für Depeschm: Anzeiger Aießeu. Fernsprechanschloß Nr. dl. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 19, August LNVS Eichener Anzeiger M General-Anzeiger ® Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatud)75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.— vtertel- lährl. ausfchl. BesteNg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für .Stadt und Land" und ,Gerichtssaal".' Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. 53 Me Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Irage auf Arage. Das Oaisertelegramm, der „Fall Löhning", diese beiden Themen sind in die neue Woche hinüber gen om- men worden. Was den ,^abt Löhning" betrifft, so hat die in Rogierungskreifen gehegte Erwartung getauscht, dar Fückstrom werde nach und nach ebben. Nur ans dieser Erwartung laßt sich das lange Scho eigen erklären, das den Enthüllungen folgte. Tas, was die endliche veröffentlichte offiziöse Note enthalt, konnte ebensbwohl gleich E Beginn der Erörterungen gesagt werden. Nirgends^ oeit wir sehen, erweckt die Auslassung das Gefühl der friedigung. Die Berliner Mendblätter erteilen übereinstimmend die Zensur „Unzureichend". Sehr scharf spricht sich n .o. die ^ntwW" aus. Die preuß Finanz Verwaltung sei offenbar außer stände, zu sagen, daß lediglich die Polenpolitik den Anlaß zu den Maßregeln gegen Löhning gegeben, daß' seine Verlobung mit der Tochter eines Feldwebels nichts damit zu thun gehabt habe. Man werde sich gründlich täuschen, wenn etwa die Hoffnung gehegt werde, daß die Beschwerde der öffentlichen Meinung bis zur Eröffnung der preußischen Landtagssession einigermaßen in Vergessenheit gerate, sodaß sich dann leichter darüber hin- wegt'onrmen lasse. Die agrarische „Deutsche Tagesztg." versteht nicht, weshalb rnan in diesem Falle auf die Benützung der offiziösen oder auch der amtlichM Presse verzichten zu sollen glaubt. In länger man die „Zurückhal- tnng" beobachte, um so stärter müsse die Verwirrung der öffentlichen Meinung werden. Das Zentrumsiblatt „Germania" wirft die naheliegende Frage auf, warum denn nicht eine Versetzung erfolgt sei, wenn die Regierung der Ansicht war, daß Löhning chrer Polenpolitik in Posen im Wege stand? AW einen „Mißgriff" bezeichnen es die JSerL N. Nachr.", daß zu einer Verschleppungsmethode die Zuflucht ergriffen wird. Es sei nicht abzusehen, weshalb der Nachweis nicht schon jetzt durch amtliche Darlegung des Sachperhalts erbracht werde, daß die Haltung Löhnings in der Polenpotttik für seine Versetzung in den Ruhestand entscheidend war? „Bon der Verlobung schweigt die offiziöse Note. Soll damit gesagt sein", so fragt die „Voss. Ztg.", daß Herr v. Rheinbaben an dieser Verlobung keinen Anstoß genommen habe. . . ?" Auf die Beantwortung dieser Kernfrage kommt eben alles an. Die offiziöse Note hat die Sachie eher verschlechtert als verbessert. Wenn man sich einmal dazu entschloß, der Qeffentlichkeit Rede zu. stehen, dann müsse man auch Punkt für Punkt die Löhning'sche Darlegung kommentieren und an die Spitze der Rechtfertigung den Satz stellen — falls man dies vermochte —. Die Verlobung des Herrn Löhning mit der Tochter eines, ehemaligen Feldwebels hat in keiner Weise die Pensionierung des Provinzialsteuerdirektors veranlaßt. Zumal da die offiziöse Note die Haltung Löhnings in der Polenpolitik augriff, war eine ausführliche Motivierung dieses Vorwurfs erforderliche Hielt man den Augenblick hierfür nicht gekommen, dann hatte man lieber ganz schweigen sollen. Es wird ja für die beteiligten amtlichen Stellen sehr wenig erfreulich sein, diese ungünstigen Beur- teilmrgen zu lesen Aber es kann jeden unbeteiligten Zu- fchauar nur mit Genugthuung erfüllen, daß, von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen, die Organe der/Oeffentlich,- keit mit solche Einmütigkeit Front machen gegen Anschauungen, die man längst überwunden glaubte. Die „Berl. Ztg." sagt, sie habe vollauf begründete Ursache, zu behaupten, daß die Erklärung des Finanzministers v. Rheinbaben in der „Nordd. Atlß. Ztg." eine platte Irreführung der öffentlichen Meinung sei, und sie sei in der Lage, mit apodiktischer ^ichierheit zu sagen, daß dem Finanzminister der von ihm in Aussicht gestellte Nachweis nicht gelingen werde und daß die Hinrichtung, die er an Löhning vornehmen will, für ihn selber eine Hinrichtung werden werde. Löhning habe nichts weiter sich zu schulden kommen lassen, als daß er im Kreise von Freunden und Bekannten hinsichtlich des Warschauer Vorfalles und beS Thorner Gynrnasiastenprozesses gesagt hat: „So kommen wir nicht weiter!" Aus diesen Aeußerungen habe man geglaubt, Löhning einen Strick drehen zu können. In Wahrheit war aber für die Pensionierung des Herrn Löhning nichts weiter entscheidend als seine Verlobung mit FrÄrlein Coccius. Ter ,Lieichs.'b." bringt eine merkwürdige Zuschrift aus .Posen, die nur die gesellschaftlich^ Seite der Angelegenheit von einem schwerv er stündlichen Feudalstandpunkte aus beleuchtet. Hier wird Geheimrat Löhning als ein mauvais sujet, sozusagen als ein Schürzenjäger hingestellt, der durch sein gesellschaftliches Verhalten sich unmöglich gemacht habe. Das Blatt schreibt: „Herr Löhning ist 58 Jahre alt, und besitzt aus seiner ersten Ehe eine mindestens dreißigjährige, unverheiratete Tochter, die ihm den Haushalt führte. Bei dieser Sachlage mußte die Art und Weise, in welcher der an der Schwelle des Greisenalters stehende Mann nach dem Tode seiner zweiten Frau in den letzten Wintern auf der Schlitt- schuhbahn und auch in Gesellschaften jungen, wohlgebil- deten Mädchen beit Hof zu machen pflegte, Lächeln und Kopflchütteln Hervorrufen. Noch mehr Befremden erregte es, als allmählich die Art des Verkehrs des Herrn Löhning in dem hiesigen Verein deutscher Katholiken bekannt wurde. Nicht als ob man es ihm verdacht Hütte, daß er die Vergnügungen dieses ganz überwiegend aus Subalternbeamten, Volksschullehrern und kleinbürgerlichen Familien bestehenden Vereins überhaupt besuchte. Allein die Art, in welcher der bald 60jährrge Mann dort mit hübschen Töchtern dieser Familien bis in die Nacht hinein tanzte, wurde als mit den Rücksichten, die er seinem Amt und seinem Alter schuldete, nicht erträgliche empfunden Freilich wurde dieser Verkehr weiteren Kreisen erst nach der Veröffentlichung der Verlobung des Herrn Löhning mit der etwa 22jährigen Tochter einer dieser Familien bekannt. Daß aber nunmehr diese Verlobung ebensowohl wie das vorhergeaangene Auftreten des Herrn Löhning in dem genannten Verein allgemeinen Anstoß erregte, kann niemanden Wunder nehmen." Einige weitere Sätze, in denen die Heirat des Geheimrats Löhning als „den guten Sitten zuwiderlaufend" bezeichnet und auch sonst gefährliche Bemerkungen über den Provinzialsteuerdirektor gemacht werden, übergehen wir, abgesehen von der sehr gebotenen Rücksicht auf das Preßgesetz, aus Gründen des Taktes. Daß Löhning auf der Eisbahn oder im Salon die Grenzen der gebotenen C-our- toisie gegen die Damenwelt überschritten hätte, hat ihm bisher noch niemand zum Vorwurf gemacht. Was der Verfasser der Zuschrift schließlich über die Unverträglichkeit der Heirat Löhnings mit seinen Familienverhältnissen sagt, — wir haben einige besonders taktlose Wendungen unterdrückt — so wird diese Behauptung wohl am schlagendsten widerlegt durch die Thatsache, daß Löhnings Kinder mit seiner Wiederverehelichung durchaus einverstanden sein sollen. Löhnings Benehmen in der Oeffentlichkcit stach allerdings, wie man jetzt aus Posen zuverlässig meldet, im Verkehr mit dem Publikum erheblich von den Gepflogenheiten anderer höherer Beamten ab; er gab sich ohne Zwang und Beamtenpose. Ein Gegenstand berechtigten Spottes ist sein Verhalten nicht gewesen; darüber, daß er auch Leute, die außerhalb der Beamten- und Militäraristokratie standen, freundlich behandelte, haben nur Leute mit engem Hirn sich aufhalten können. Was das Gerede von der Greisenhaftigkeit des Herrn Löhning angeht, so wird, schreibt man aus Posen, jeder darüber lachen, der den hochgewachsenen, mit jugendlicher Elastizität und Kraft sich bewegenden und kaum den Eindruck eines Vierzigers machenden Mann persönlich kennt. Bezüglich des K a i f e r t e l e g r a m m s wird die Meldung mit Zweifel ausgenommen, daß Gras Bülow beim P r i n z r e g e n t e n um die Erlaubnis zur Veröffentlichung, bet Kundgebung nachgesucht habe. Also auch hier heischt eine Frage nach Beantwortung: durch wen das Wolss'sche Bureau zur Veröffentlichung der beiden Telegramme ermächtigt wurde? Tie „Äugsb. Abendztg." schreibt: Es steht nunmehr fest, daß die Veröffentlichung des Tepeschen- wechsels zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten aus- schließlichausBefehldes Kaisers erfolgt ist, nachf- dem sie von bayerischer Seite, wo man das Peinliche des Vorganges von Anfang an sehr lebhaft empfand, abgelehnt worden war. Im Hoflager des Prinzregenten machte die Veröffentlichung, die man erst aus den Zeitungen ersah, eine Wirkung, für welche die Bezeichnung „ließe c = ras chung" auchnicht annähernd e r schö p f en d ist. Trotz manchem Vorausgegangenen hatte man derartiges doch nicht für möglich gehalten. Politische Tagesschau. Die Bureugenerale in Europa. Ueber den Besuch der Buren generale bei König Eduard erhielten wir gestern vormittag bereits ein Telegramm, das leider durch eine schwere Unachtsamkeit in unserer Setzerei in der gestrigen Nummer keine Aufnahme gefunden hat. • Auf dem ,Mildsire" wurden die Generale durch Lord Roberts, Lord Kitchener und Lord Onslow empfangen. Der König stand auf dem Verdeck seiner Dacht, ging ihnen entgegen und schüttelte jedem Einzelnen herzlich die Hand. Die Audienz dauerte eine Viertelstunde. König Eduard sprach zu ihnen über den Krieg und drückte seine „Anerken nung" für ihrtapferes, mutiges Kämpfen während eines langen und beschwerlichen Feldzuges aus. Er dankte ihnen auch für die „rücksichtsvolle Freundlichkeit, wie sie die britischen Soldaten behandelten, einschließlich der Verwundeten, die unter ihrer Pflege standen." Der König sprach sodann noch die wärmsten Wünsche für die Zukunft aus. Die Generale dankten für die warmen Worte des Königs. Tie Besichtigung der Flotte geschah dann auf besonderen Wunsch des Königs. Bei der Ankunft auf dem Waterloo-Bahnhof zu London brachte das Publikum erst Roberts und Kitchener, und dann auf die Burengenerale Hochrufe aus. Botha, Delarey und D e w e t reiften am Montag Nachmittag nach Rotterdam ab. Sie sollten dort heute vormittag mit dem Dampfer „Batavia" ankommen. Eine Schar junger Leute hat sich dort zu einer Art Leibwache formiert und den Zugvernichter Slegtkamp zum Führer erwählt. Nach einstündigem Aufenthalt fahren die Generale nach dem Haag und werden noch am gleichen Tage Steijn einen Besuch machen, der jedoch äußerst kurz bemessen ist. Nach einem weiteren Besuch bei Krüger fahren die Generale nach Brüssel, doch ist der Zeitpunkt für die Abfahrt noch nicht bestimmt. Vom französischen Kulturkampf. Die Sitzungen der französischen Generalräte (eine Art Provinziallandtag. D Red.) sind am Montag eröffnet worden. Fast überall wurden die bisherigen Präsidenten wieder- gewählt; unter ihnen befinden sich die Minister Eombes, Valle, Trouillot und Maruüjouls. Ter Generatrat in Versailles nahm eine Resolution an, wonach die Regierung die Wiedereröffnung der geschlossenen Scyulen gestatten soll. Die Generalräte von 55 Departements haben beschlossen, an die Regierung eine Abresse zu richten, durch welche diese zu ihrer festen Haltung in der Ausführung des Vereinsgesetzes beglückwünscht wird. Bon den Generalräten der Departements Finistsre, Vienne, Calvados, Orne und Mor- bitzau wurden dagegen Resolutionen gefaßt, in denen gegen die Schließung der Kongregationsschulen Widerspruch erhoben cißer die Rückkehr der Schwestern verlangt wird. In mehreren Departements leg im die Präfekten Verwahrung gegen diese Resolutionen ein. In Nimes versammelten sich 2000 Personen vor der Präfektur und verlangten die Wiedereröffnung der Schulen der Schwestern. Wie dem „Temps" aus Brest gemeldet wird, weigerte sich der Major Le Roy Ladurie, der beauftragt war, mit einer Abteilung des 19. Infanterieregiments die Ausweisung der Schulschwestern in Douarnenez vorzunehmen, diesen Befehl auszuführen. Der Major wurde mit Festungsarrest bestraft. Bei der Durchführung der Schuldekdrete in Le Folgost, St. Meen und Ploudaniel wurden 12 Männer, 10 Mädchen, zwei Gendarmen, zwei Soldaten und ein Polizeikommissar verletzt. 8 Verhaftungen wurden voraenommen, von denen zwei ausrechterhalten sind. Ein Grundbesitzer, ein Journalist und ein Abbö werden wegen Aufreizung der Manifestanten gerichtlich verfolgt. In Lesneven trafen am Montag 50 Gendarmen zu Fuß und zu Pferde vor Ploudaniel, Lcfolgoet und St. Meen ein und wurden von der Bevölkerung mit Hochrufen auf die Freiheit und die Schwestern empfangen. Die Offiziere forderten die Bevölkerung und ihre Leute zur Ruhe und Kaltblütigkeit aus. Um 11 Uhr begann man gegen die Schulen vorzugehen. In Ploudaniel war der Kommissar, der die geistliche Schule schließen sollte, von einem Schlosser und zwei Kompagnien Infanterie begleitet. Es regnete in Strömen. Die Menge weigerte sich, den Kommissar durch- zulassen, der sich daher genötigt sah, die in der Schule Befindlichen zum Oeffnen der Schwüle aufzufordern. Kein Mensch antwortete. Als der Schlosser verbuchte, das Thor zu öffnen, wurde er von den Bauern im Schulgebäude mit Unrat beworfen. Als weitere Aufforderungen zu öffnen erfolglos blieben, befahl der Kommissar Arbeitern, ein Loch in die Mauer zu stoßen. Bon neuem warfen die Bauern Unrat und Steine gegen die Arbeiter, den Kommissar und die Gendarmen. Als der Kommissar versuchte, die Umfassungsmauer zu übersteigen, empfingen ihn die Bauern mit Stocks chl ä g en Die Bauern zün - d et en sodann mit Petro leum getränkteStroh- bündel «nn und schleuderten sie auf die Arbeiter, den Kommissar und die Soldaten. Der Kommissar wich von neuem zurück. Die dauern fangen Choräle. Gegen 2 Uhr mußte der Kommissar seine Versuche unter strömendem Regen unterere chen. In Lefolgost und in St. Meen war der Widerstand ebenfalls sehr heftig. Hier wurden Hochrufe auf die Armee ausgebracht. Nach zweistündigem heftigem Widerstände, während dessen die Vertreter der Regierung thätlich angegriffen wurden, wurde die Schule in St. Meen geschloffen. Der Polizeikommissar wurde leicht verwundet. Die Schließung der Schulen in Folgost und Ploudaniel ist gleichfalls erfolgt. Die vom Polizeitommissar an die Schule von St. Meen gelegten Siegel find aber wieder abgerissen worden. Die „Libre Parole" fordert in einem offenen Briefe an Francois Copps diesen auf, an die Spitze einer Bewegung sich zu stellen, welche die Weigernn g der Steuerzahlung aufs Programm setzt. Die einzige Folge hiervon sei die gerichtliche Verfolgung und zur Bestreitung der dadurch entstehenden Kosten müffe eine Zentralkasse gegründet werden. In Perpignan haben bereits 200 Einwohner beschlossen, die Steuern nicht zu entrichten. Deutsches Deich. Berlin, 18. Aug. Ter Kaiser hörte gestern nachmittag auf Schloß Homburg den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amtes und heute vormittag den des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts. — Bei der heutigen Frühstückstafel aus Anlaß des 7 2. Geburtstages des österreichischen Kaisers saßen die Majestäten einander gegenüber. Der Kaiser saß zwischen dem österreichisch- ungarstchen Botschafter v. Szögyeny, dem kommandierenden General v. Lindequist, dem Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg, dem General Grasen Hülsen-Häseler rechts und dem k. t- Oberstleutnant Grafen Stürkh, dem Staatsminister Grafen Zedlitz-Trützschlcr, dem General der Infanterie v. Plessen und dem Gesandten v. Tschirschky und Bögendorff links, die Kaiserin saß zwischen dem Kronprinzen und der Palastdame Gräfin Keller rechts und dem k. k- Botschaftsrat Grafen Thun und der Hofdame Gräfin Stolberg-Wernigerode links. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich heute nachmittag nach Schloß Friedrichshof in offenem Wagen und fuhren nach oem Thee itacij Homburg zurück. — Nunmehr steht definitiv fest, daß die Kaiserin am 24. August im Neuen Palais wieder eintrifft. — Nach der „Post" kann Graf P o s a d o w s l y entgegen seiner ursprünglichen Absicht nicht nach Posen kommen, da er auf ärztlichen Rat seinen Urlaub nicht unterbrechen darf. — Der italienische Botschafter Graf Lanza ist aus Rom hier wieder eingetroffen und hat die Geschäfte der Botschaft übernommen. — Der Handelsvertrag zwischen dem deutschen Reiche und Guatemala vom 20. September 1887 ist durch die Negierung von Guatemala unter Abänderung der früheren Kündigungsverträge von neuem zum 22. Juni 1904 gekündigt worden. x Fulda, 18. Aug. Zu der am 20. August beginnenden Bischosskonferenz sind mit Ausnahme der Bischöfe von Posen und Hildesheim alle preußischen Bischöfe angemeldet.______ ~ Ausland. London, 18. Aug. Tie „Agentur Tatziel" meldet aus Newyork, der Präsident Castro von Venezuela sei von den Rebellen gefangen genommenworden. PvrtsmonVU, T8. Aug. Heute imirben bet Spick- head von der Flotte eine Leihe von Manövern ans- geflihrt, denen der Kö n i g an Bord seiner Nacht beiwohnte. Tas herrschende stürnrische Wetter beeinträchtigte den AuS- ^lick und zunr Teil auch Die Ausführung der Manöver. Prag, 18. Ang. Ter Red akteur des Prager „Polizei-Anzeigers", Weiic, der infolge der Steckbrief-Affäre zwangswerfe ans 8 Wochen beurlaubt wurde, wiro seiner Beamtenstellung als Verwalter des Potizeiarresthanses enthoben und strafweise als Äanzleib eamter einem anderen Departe- mentzugeteibt. Ter Vorstand des Sicherheits-Teparte- ments, Pvlizeirat Olic, dem die lleberwachung des Polizei-Anzeigers oblag, war für eine Oberpvlizeiralsstelle in Aussicht genommen. Wegen der Steckbrief-Affäre wird er übergangen und dem Vernehmen nach wird der bisher bei der Wiener Polizeidirektion angestellte Pvlizeirat Zer- boni zum Lberpolizeirat in Prag und gleichzeitig zum Stellvertreter des Vorstehers des Prager Polizeidepartements, Hofrats Cricawa ernannt werden I g l a u, 18. Ang. Hier kam es gestern znZusammen- st ö ß e n zwischen Den t s ch e n und Czechen. Letztere hielten hier ein Turnerfest ab. Die Deutschen waren erbittert, daß die Czechen die deutsche Stadt Jglau zu Te- monstrationszwecken ausg'r^ählt hatten. Die Erregung steigerte sich, als Czechen/herausfordernd anftraten Die Sokolisten, die aus Böhmen und Mähren zusammengeströmt waren, trugen czechische Tracht, hatten nationale Abzeichen mitgebracht, und ihre Musikkapellen spielten czechische Trutzlieder. Vor dem czechischen Vereinshanse sainmelte sich eine erbitterte Menge an, die den Umzug der czechischenTurn- vereine in der Stadt nicht dulden wollte. Die Czechen bestanden aber darauf und verhöhnten die Bevölkerung. Es kam zu Prügeleien, wobei ein Czeche blutig geschlagen wurde. Als die czechischen Kapellen wieder nationale Lieder spielten, sang die Menge vor dem Kaiser-Josess-Denkural die ,Macht am Rhein". Die Kon- slMe verschärften sich derart, daß die Polizei zur Aufrechterhaltung der Ruhe nicht mehr ausreichte und Militär herbeigerufen werden mußte, um den 'Czechen den Auszug aus der Stadt zu ermöglichen. Kolonialpost. Oberstleutnant Pavel, der zur Küste von Kamerun zurückgekehrt ist, hat an seine Angehörigen telegraphiert, daß er am 29. September in Hamburg ein» treffen werde. Der sechste hessische Kandwerkskammertag. 8-d. Darmstadt, 18. August. Der Handwerkskammertag wurde heute durch den Vorsitzenden I. Falk-Mainz durch Begrüßung der Mitglieder irnb des als Regierungstommissar anwesenden Oberregierungsrat Dr. Usinger begrüßt und die sehr reichhaltige und umfangreiche Tagesordnung dank der umsichtigen Leitung des Vorsitzenden prompt erledigt. Die Präsenzliste ergab die Anwesenheit bon 34 Kammermitgliedern und drei Ersatzmännern, sowie 11 Mitgliedern des Ges eilen auss chuf s es. Der Vorsitzende stellt zunächst fest, daß die Mitglieder auch des Geselle nausschusses geladen und berechtigt seien, soweit dies der § 7 des Statuts zulasse, an der Beratung und Abstimmung teilzunehmen. Zunächst weist der Vorsitzende darauf hin, daß man mit den Geselle n- Prüsungen sehr gute Resultate erzielt habe, da man ca. 1500 Prüfungen abgehalten habe; den Ausschüssen gebühre dafür besonderer Dank. Auch die Vorbereitungen zu den Meisterprüfungen lassen gute Erfolge erhoffen. — Sekretär E n g e l b a ch gicbt eingehenden Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes; die Rechnung habe nach Prüfung durchs die Oberrechnungskammer zu Beanstandungen leine Veranlassung gegeben. In verschiedenen Fragen gab der Vorstand Gutachten an die Regierung ab, besonders bezüglich der Zugehörigkeit der Wein- küfer zum Handwerk, Vorbereitungen im Hufbeschlaggewerbe, Höch st za hl der Lehrlinge im Buchdruckgewerbe. Eine Eingabe des Konditoren-Verbandes bezüglich des Verbots des Hausierens mit Speise-Eis wurde unterstützt. Einzelne Meisterprüfungen haben stattgefunden, die Hauptprüfungen sollen im September und Oktober stattfinden. — Auch auf dem Gebiete des Lehrling s iv e s e n s und wegen unberechtigter Führung des Meistertitels trat der Vorstand in vielen Fällen ein. — Im Berichtsjahre nahm der Vorstand an zusammen 80 Beratungen teil. Im Bureau wurden, Eingang und Ausgang zus., 6667 Postsendungen notiert, auch zahlreiche mündliche Anfragen erledigt, lieber die Einfüh r un g des Inst i t u t s d e r „B e a u f t r a g t e n", welche die Ausführungen der Beschlüsse der Handwerkskammern überwachen sollen, entspann sich eine längere Debatte, nach welcher man den Vorschlag des Regierungskommissars Dr. Usinger an- nahm, ausnahmsweise zur Kontrolle der Lehrlings- verhältnisfe die Polizeiorgane zur Hilfe zu nehmen, da Eile 'Not tfyue,. wenn nicht die ganzen Kammerbeschlüsse Not leiden sollen. Um allen Schärfen die Spitze abzubrechen, soll diese Kontrolle zeitig genug vorher hinreichend öffentlich bekannt gemacht werden. — Rockel- Turmstadt berichtet über die Einführung des Be fäh ig un asn ach- weise s für die Baugewerbe; die durch den Vorstand vorgeschlagenc Beantwortung des ministeriellen Fragebogens wird gutgeheißen unö sprillst man sich prinzipiell für den Besähigungsnachweio für den Beruf der Maurer, Zimmerer, Steinmetze, Weissbinder, Stukkateure, Bau- schreincr, Bauspengler, Installateure, Brunn en mach er, Bau- schlosser, Dachdecker und Glaser aus. — Ein Lln- trag aus Berücksichtigung der seitherigen örtlichen Verhältnisse wird nach längerer Debatte abgelehnt. Zur redaktionellen Beratung des Entwurfes wird eine Kom- nrission ernannt. Nach Bericht des Vorsitzenden wird § 4 der Statuten dahin abgeändert, daß als Ersatzleute die innerhalb des Bezirks gewäl)lten eutzutreten haben. § 35 erhält einen Zusatz, welcher die Diätenfrage bei dienstlichen Geschäften außerhalb des GroMerzogtums regelt, lieber das Genossenschaftswesen berichtet Direktor Paech: Er fordert zur Gründung einer Zeutral-Ge- n ossenschastskasse für das ganze Großherzogtum Hessen mit Anteilen von 200 Mk. aus und werft darauf hin, daß man im Interesse des Ansehens des Handwerks dem Vorgehen anderer Vereinigungen folgen iinb baldigst Vorgehen müsse. Zirka 20 000 Mark seien schon gezeittiner. Tie Abrechnung pro 1901/2 wird gutgeheißen und auch der Voranschlag pro 1903/4, welcher mit 23 320 Mk. ab schließt und gegen den vorjährigen nur geringe Abänder^ ungen zeigt, genehmigt. Tas Recht, Gesellenprüfungen ob» zrchalten, wurde erteilt: der freien Spengler- und Installateur-Innung Worms, der freien Taclidecker-Innung für den streik Friedberg in Assen!)eim, den Ortsgemerb- vereinen G r o ß - Z i m m e r n , Ingcl h c i m uno Gau Algesh eiM. Prüfungs-Ausschüsse sind errichtet worden bef der Barbier- und Friseur-ZwanAsiunung Bingen» Barbier- und Friseur-Zwangsinnung für die Lomdgemeinden des Kreises Mainz in Kostheim, Fleischer-Zwangsinnung für den Landkreis Worms in Hamm. Ein diesbezügliches Gesuch des Handwerkervereins Reichelsheim wird ab* gelehnt, da die gesetzlichen Vorbedingungen hierzu fehlen, lieber die llmbildun g der Fortbildungsschulen in fachliche Fortbildungssc^teu berichtet der Vorsitzende und giebt dem Wunsche Ausdruck, daß sich die Kummermitglieder recht eifrig an der baldigen Umgestaltung beteiligen, zudem man in vielen Städten geradezu großartige Resultate erzielt habe. In Hessen sei ja der Anfang gemacht, doch müsse man im Interesse des Handwerks eifrig weiterarbeiten. Gegenüber der von der Handelskammer Breslau angestrebten Alters -und InvaliditätsVersicherung der selbständigen Handwerker verhüll sich die Kammer vorerst ablehnend, da andere wichtigere Aufgaben zu erledigen und die Ausgabe hierfür gerade für den kleinen Handwerker z. Zt. zu beSeutenb seien. — Die Lehrzeit im Uhrmachergewerbe wird auf Vorschlag des Verbandes auf vier Jahre festgesetzt. Ter von dem Vorstand herausgegebene Leitfaden für die Meisterprüfungen wird allseitig bezügl. seiner Uebersicht und Billigkeit (75 Pfg.) als praktisches Werk anerkannt. Ueber das^ Submissionswesen hat der Vorstand auf dem nächsten deutschen HandwerkskamTuertage Bericht zu erstallen. Rockel- Tarmstadt als Referent weist darauf hin, daß man dank der Fürsorge der Großh. Regierung die meisten Wünsche erfüllt sehe und deshalb wellergehende Anträge nicht stellen wolle, insbesondere da die Regierung durch einen Erlaß an die Kreisämter :c. bestimmt habe, daß bei Abbietungen über 20 Proz. eine eingehendere Prüfung der Angebote stattzufinden habe. — Verschiedene Eingaben, welche Beschwerden über das Submissionswesen betreffen, sollen eingehend geprüft werden. — Ueber den Lehrvertrag zwischen Vater und Sohn erklärt Lautz-Tarmstadt, wenn man auch von der Notwendigkeit eines solchen Vertrags im allgemeinen nicht überzeugt sei, halte man es doch für ratsam, int Interesse der strikten Turchführung alter beschlossener Verordnung auch hier an den Bestimmungen festzuhalten, welche einen Lehrvertrag vorschreiben. Hiermit war die umfangreiche Tagesordnung erledigt, und die Versammlung wurde um 7.20 Uhr durch den Vorsitzenden geschlossen. Aus Hladl und Land. Gießen, den 19. August 1902. • * Der Großherz og ist vorgestern abend mit Gefolge von Mainz wieder zu den Vorstellungen nach Bayreuth (nicht direkt nach Jagdschloß Wolfsgarten, wie wir gestern meldeten) abgereist und wird erst nächsten Donnerstag, den 21. d., abends nach Jagdschloß Wolfsgarten zurückkehren. • * Auszeichnungen. Dem Hauptmann Pampe, aggregiert dem Jnf.-Regiment Herzog Ferdinand von Braun- chweig (8. Westfäl.) Nr. 57, seither ä la suite des Jnf.- Regiments Kaiser Wllhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, ist die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden. • * Formaldehyddesinfektion. Wir verweisen unsere Leser auf die im Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung über die Einführung der Formaldehyddesinfektion in unserer Stadt. Nachdem nun ein Wände, Möbel und Stoffe schonendes und llotzdem vollwirksames Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt ist, muß der Kampf gegen die verheerenden Volkskrankheiten, in erster Linie die Tuberkulose durch vorbeugende Maßregeln immer mehr verschärft werden. Wenn man bedenkt, daß durch rechtzellige Desinfektion zahllose Ansteckungen vermieden werden können, so ist es, solange wir noch keine allgemeine Anzeigepflicht bei allen ansteckenden Krankheiten und keinen Desinfektionszwang haben, Pflicht eines jeden Mitbürgers, die zuständigen Stellen auf alle Fälle aufmerksam zu machen, in denen mit einer schnellen Desinfektion geholfen werden kann. Wie in der Bekanntmachung heroorgehoben ist, kommen dabei nicht nur Fälle in Betracht, in denen Kranke gestorben oder wieder gesund geworden sind, sondern auch solche, in denen Kranke in hiesige oder auswärtige Krankenanstalten verbracht worden sind oder ihre Wohnungen gewechselt haben. Vor allem ist es deshalb auch Pflicht der Hausbesitzer, wenn Kranke bei ihnen ausgezogen sind, alsbald für Desinfektion zu sorgen und so die neueinziehende Mietpartei vor Ansteckungen zu bewahren. Die Unschädlichkeit der neuen Methode erleichtert dabei wohl den Entschluß. Seitens unserer Stadtverwaltung sind sämtliche hiesigen Aerzte und Krankenanstalten aufgefordert worden, durch rechtzeittge Anzeige von ansteckenden Krankheiten die Durchführung der Desinfektton zu ermöglichen. Wir hoffen zuoersichtlicht daß auf diesem Wege etwas erreicht werden wird. * * Die Ziehungstage der 6. Klasse der 5. Großh. Hessischen Landeslotterie sind nunmehr wie folgt festgesetzt: 22., 23., 26., 27., 29. und 30. August, 1., 3., 4., 5. und 8. September. * • Von der Universität. Wir brachten gestern die Mitteilung, daß an Stelle des Professors Gundermann an unsere Landesuniversität der a.-o. Professor Traube in München als ordentlicher Profeffor für klassische Philologie berufen morden sei, er aber den Ruf abgelehnt habe. In unserer geftrigen Mitteilung hatte die Unaufnterksamkeit des Setzers aus .berufen" das Wort „ernannt* gemacht, was wir hiermit richtig stellen. § Butzbach, 19. August. „Ich habe gestohlen, stecken Sie mich ein!" Mit dieser Einleitung ungefähr begann gestern em hier durchreisender Handwerksbursche dem ihm begegnenden Polizeidiener Schmidt zu erzählen, er hätte vorige Woche in Herborn seinem letzten Arbeitgeber Spengler- handwerksgeräthe mitgenommen und letztere auf der Wanderschaft versilbert, als ihm das Geld ausgegangen; er wolle sich der Polizei stellen. Der Wächter des Gesetzes schenkte den Angaben des Burschen Glauben und brachte denselben, da er keine Legitimation aufweisen konnte, wunschgemäß in Untersuchungshaft. Der Arretierte will aus Preungesheim gebürtig fein und mag etwa Mitte der 20er Jahre stehen. -k. Friedberg, 19. Aug. Zu dem furchtbaren Verbrechen vom Sonntag wird noch berichtet, daß bereits gestern der Thatbestand an Ort und Stelle festgestellt wurde, worauf am Nachmittag der Verbrecher nach Gießen überführt worden ist, um von der Staatsanwaltschaft der schwer verletzten Frau D. in der dortigen Klinik gegenüber» gestellt zu werden. Der Verbrecher giebt an, aus Rache gehandelt zu haben, auch sei er geiftig nicht normal. Dem widerspricht jedoch, daß er vor Ausführung der Thal das Zimmer in der Wohnung des D. abschloß. Außerdem batte er zwei Schustermesser im Besitz. :: Unter-Seibertenrod, 18. Aug. Welche Opferwilligkeit in unserer kleinen Filialgemeinde herrscht, zeigt die Summe, die man aus freudigen Beiträgen zur «Renovierung unserer Kirche aufgebracht, nämlich den Betrag von 1400 Mk. Zu gleicher Zett miU unsrer Kirche wird auch die Pfarrkirche zu Ober-Ohmen exn-.i gründlichen Renovierung unterworfen. Die Wiedereröffnung der Gottesdienste in beiden Kirchen dürste zu anfang Oktober erfolge». Mainz, 18. Aug. Wie bestimmt verlattet, hat der Brigade-Kommandeur Generalmajor o. Viebahn nach der Mainzer Truppenschau infolge einer ungünstigen Kritik über einen von ihm geleiteten Gefechtsangriff sein Entlassungsgesuch eingereicht. - k- Mainz, 18. Aug. Die hiesige The atersa.isnn beginnt in diesem Jahre Sonntag den 14. September, und zwar wahrscheinlich mit den „Meistersingern*. — In Wiesbaden ist Theaterdirektor Albert Schirmer im Atter vou 64 Jahren gestorben. Der Verstorbene führte ron 1888 bis 1902 die Direktion des hiesigen Theaters. Mainz, 18. August. Die Abfa hrt des Kaisers erfolgte am Samstag Nachmittag 3.55 Uhr vom Palais au8 in Begleitung des Großherzogs. Als der Wagen das Palais verlassen, wurden dem Kaiser stürmische Ovationen vom Publikum dargebracht, die der Monarch dankend annahm. Am Bahnhofe hatten sich außer bem Gefolge Gouverneur Baron v. Co llas, Prooinzialdttektor Geheimrat o. (Sagern, und Oberbürgermeister Dr. Gaßner zum Abschied eingefunden. Der Kaiser kam dabei nochmals auf die Rheinfahrt zu sprechen, etwas schöneres und großartigeres hätte er noch kaum gesehen. Hier habe er wieder emmal den auftichtigen Rheinländer kennen gelernt, wie er seinen herzlichen Gefühlen und seiner Freude, bei der Vorüberfahrt an den einzelnen Orten und der Ankunft in Mainz zwanglos Ausdruck verliehen. Die Dekorationen der Strafen in Mainz und der herzliche Empfang des Publikums habe ihm große Freude bereitet. Dabei wendete sich der Kaiser zu dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner mit den Worten: „Herr Oberbürgermeister, sagen Sie der Bevölkerung dafür meinen herzlichsten Dank!" Es erfolgte hierauf die Abfahrt des Kaisers, nachdem er vom Großherzog und den übrigen Herren herzlich Abschied genommen, mit Extrazug nach Homburg. Als der Oberbürgermeister Dr. Gaßner mtt seinem Wagen am Bahnhof sich zurück nach feiner Wohnung begab, wurde er auf dem Bahnhofsplatz von dem dicht gedrängt dastehenden Publikum äußerst stürmisch begrüßt, ebenso der Groß Herzog, als dieser über die Kaiserstraße nach dem Palais zurückfuhr. Am Abend waren Provinzialdirektor Geheimrat v. (Sagern und Oberbürgermeister Dr. Gaßner ins Palais zum Thee geladen, dem außer dem Großherzog nur noch dessen Adjutant beiwohnte. Auch hier sprach der Großherzog über den herzlichen Empfang seine große Freude aus. Gestern Sonntag Nachmittag 1 Uhr waren die höheren Mllitärs, die gestern am Frühstück nicht teilnehmen konnten, vom Großherzog zum Diner befohlen. Am Abend war der Deutschhausplatz noch emmal feenhaft beleuchtet. • • Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bingen ist das Mitglied der hessischen Centrumspartei, Joseph Augstein, im 49. Lebens- fahre verschieden._____________________________________ Vermischtes. • Düsseldorf, 17. Aug. Die für den Kaiser - besuch am Eingänge in die Königsallee errichtete prächttge Ehrenpforte geriet gestern abend in Brand und wurde bis auf die kahlen Masten zerstört. • Leipzig, 18. Aug. Ein Mord und Selbstmord wurde heute nachmittag hier verübt. Gegen 6 Uhr drang der in dem Vorort Schönefeld wohnend« 45jährige Schuhmacher Töpfer in die Wohnung der ZettungSttägerin Wittwe Dietze, schoß die Frau nieder und richtete dann die Waffe gegen sich. Er verletzte sich durch einen Schuß in den Mund schwer und ist kurz nach seiner Einlieferung im Hospttal gestorben. Der Grund zu der Mordthat war verschmähte Liebe. Frau Dietze lebte von ihrem Gatten, einem Trunkenbold, getrennt und unterhielt ein Verhältnis mtt Töpfer, das sie heute aufzulösen beschloß. .Bereits vormittags drohte chr Töpfer mit Erschießen, allein die 36 Jahre alte hübsche Frau legte leider den Drohungen keine Bedeutung bei. Frau Dietze hinterläßt einen Sohn und eine Tochter. * Beuthen, 18. Aug. Heute morgen brach in der Giesches Erben gehörigen Heinitzgrube auf 420 Meter Sohle ein Grubenbrand aus. 18 Heuer und ein Obersteiger sind erstickt. 80 Schwerverletzte liegen im Krankenhause. Wenn der Brand, der anscheinend unter Tags ausgebrochen ist, sich über Tags noch fortpflanzt, würde der ganze neue Stadtteil Roßbergs und auch ein Teil BeutdenS in Gefahr sein. • Karlsruhe, 18. Aug. Als heute vormittag 10 Uhr 42 Min. der Paris — Wiener Schnellzug den hiesigen Hauptbahnhof verließ, fuhr ihm eine Rangiermaschine in die Seite. Der direkte Wagen Avricourt—München wurde vollständig aus dem Geleise gehoben. Ein Personenwagen wurde zerttümmert. Der Schaffner Romacker wurde schwer verletzt. Von den Reisenden hat niemand Verletzungen erlitten. Der Materialschaden ist nicht erheblich. Der Schnellzug konnte nach anderthalbstündiger Verspätung die Fahrt fortsetzen. Infolge Versperrung der Ausfahrtsgeleise hatten die Mittagszüge eine halb- bis einstündige Verspätung. London, 18. Aug. Die Mannschaft und 50 Eingeborene vom spanischen Dampfer „Hermanos" weigerten sich, in den philippinischen Hafen Virat einzulausen. Der Kapitän, zwei Ossiziere und ein Maschimst wurden bei dem sich entspinnenden Kampfe verletzt, ein Maschinist wurde getötet. Tie herbeigerufene Hafenpolizei feuerte auf die Meuterer, von denen 35 verwundet wurden. Verschiedene sprangen über Bord und ertranken, die übrigen wurden verhaftet. • Paris, 18. Aug. Das Blatt »Jntransigeant* berichtet aus Tunis, daß die dortige Pottzei den Auf- enthalt mehrerer Mitglieder der Familie Humbert ausfindig gemacht habe. Telephonischer Kursbericht. 3% Mexikaner a Lihlei 5436 5456 Prima 88 Zu verkaufen Gießeu, 19. kosteten: Butte, 102.50 92165 102.40 92.20 100.35 99.70 103.85 102J5 102.30 103.00 47L0 29£0 28.60 113.40 43.60 Ennnenthaler Edamer Kaiser Camembert Frühstücks • Wi en, 18. Ang. Nach Meldungen der Abendblätter P gestern bei Merdlmgsau ein hier wegen eines Augenleidens wellender Kassierer-eines^Londoner Bankhauses aus einem Eisenbahuzug gestürzt und erlitt schwere innere Verletzungen. Ob es sich um einen Unfall oder Selbstmord handelt, ist noch nicht festgestellt. * Klagenfurt, 18. Aug. Dre Seethalhutte ist abgebrannt. Der Pächter, seine Frau und das Dienstpersonal sind sämtlich verbrannt. * Aus den Alpen. Der in Hallein wohnhafte Alois Kreuzer, ein 50 Jahre alter Mann, ist in Windisch-Matrei heim Edelweißsuchen abgestürzt. Kreuzer war ein passionierter Tourist und wagte sich zu well vor. Ein Felsblock, den er umklammerte, gab nach und Kreuzer stürzte etwa 30 Meter in die Tiefe, wo er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Von der Ferne aus hatten zwei andere Touristen den Absturz bemerkt. Sie machten sich sofort zur Rettung auf, leider aber war jede menschliche Hilfe vergebens. Die Leiche wurde nach Windisch-Matrei gebracht. — Die Engländer Brown und Garden (über deren Verunglückung bei der Besteigung des Wetterhornes berichtet wurde. Red.) stammen aus Aberdeen in Schottland. Sie rvellten seit dem 8. Aug. in Grindelwald. Beim Abstieg wurden sie mit ihren Berner Führern Knuchel und Jmboden nacheinander von den Lawinen, die durch Neuschnee entstanden waren, überrascht und sie stürzten dabei 300 Meter well auf den Krmnengletscher hinab. Der getödtete Brown ist 40 Jahre und der ebenfalls umgekommene Knuchel ist 30 Jahre alt. Sie wurden von einer Hilfskarawane nachts 12 Uhr todt auf dem Lawinenschnee gefunden. Garden und sein Führer Jmboden sind nur leicht verletzt. Alle vier waren, als die Lawinen kamen zusammengesellt. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Oskar Höpfner von Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins und vollzogener Verteilung der Masse hiermit aufgehoben. 5818 Gießen, 18. August 1902. Großherzogliches Amtsgericht. Märkte. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkl Antwerpen in 3:21, 2. B. Gr SkrriS. Der Gewinner des vergoldeten einer Losnummer Benz-Friedrichsseld. Neueste Weisungen. Origiualdrahtmeldrmgerr des Gießener Anzeigers. Dresden, 19. August. Der sächsische Kriegsnnmster Edler von der Planitz ist heute in Hosterwitz ge- ftorb en. (Paul, Edler v. d. Planitz, geb. 20. September 1837 in Hohengrün bei Auerbach im Vogtlande, wurde 1856 Offizier, 1861 in den Generalstab versetzt. Im Kriege gegen Frankreich 1870/71 gehörte er zum Generalstab der Maasarmee. 1888 wurde er nach einer glänzenden militärischen Laufbahn zum Generalmajor, 1889 zum Kommandeur der 45. Infanterie-Brigade und 1891 zum sächsischen Krregs- minister ernannt. D. Red.) London, 19. Aug. Die Burengenerale erhielten bei der Abfahrt aus ihrem Hotel eine wahre Ovation von einer dichten Menschenmenge, die dort den ganzen Tag trotz strömenden Regens ausgeharrt hatten. Sie erwiderten die Ovation schweigend durch Abnehmen der Hüte. Trotzdem die Zeit der Abfahrt geheim gehalten worden war, hatte sich auf dem Bahnhof eine nach vielen hunderten zählende Menschenmenge eingefunden, die in fortwährende Hurrah-Rufe aus- brach und den Generalen warme Wünsche nachrief. Die Generale dankten wiederum durch Abnehmen der Hüte, enthielten sich aber jeder Aeußerung auf Zuruf und Fragen. Sie fuhren in einem gewöhnlichen Zug in einem Wagen 1. Klasse nach Blackwell, wo sie an Bord des speziell für sie gemieteten holländischen Dampfers „Batavia 3" gingen, der alsbald abfuhr. London, 19. Aug. Der Prinz von Wales hat gestern im Namen des Königs zu Ehren des Schahs von Persien im Buckingham-Palast ein Bankett gegeben, an dem Balfour, die übrigen Minister und Roberts und Kllchener teilnahmen. London, 19. Aug. Das Unterseeboot Nr. 4 machte gestern längs der irischen Küste Fahrtversuche, welche vollständig gelangen. Das Boot fuhr volle 6 Meilen unter Wasser und tauchte mit großer Geschwindigkeit. Weitere vier Unterseeboote sollen demnächst fertiggestellt Ö)örbe und Stühle werden OV billig geflochten. 03572 I. Parthier, Seltersweg 81. AMl-WMM jeder Art. Preisliste sranko. Ad. Arras, Mannheim 2. Mwdr rd, 19. Aug. Das hier verbreitet gewesene Gerücht von einem Anschlag auf den Kärrvg in Pamplona entbehrt jeder Begründung. Rom, 19. Aug. König Viktor Emanuel unterzeichnete ein Dekret, durch wäches von jetzt an verboten wird, die Sträflinge in den Zuchthäusern an Ketllen an* zulegen. Krakau, 19. Aug. Nach Prwatmeldungeu ans Petersburg fand der Zar dieser Tage auf seinem Schreibtisch einen Brief des revolutionären Komitees, ent* haltend die Warnung, daß, falls er dem büreaukratijchen Dtoloch noch weitere Hekatomben Unschuldiger opfere, das Volk die Waffe direkt gegen ihn wenden werde. Dem «fort herbeigerufenen Minister des Innern soll der Zar ge* vgt haben: „Warum habe ich eigentlich einen Minister des Innern und warum gebe ich jährlich eine Million Rubel für die geheime Polizei aus, wemm mich ein paar pmge Leute zum Narren hallen können? Es wird am besten sein, drei Reg ierung den S tu de nie n zu ü b ertragen, die sich^ in der Rolle revolutionärer Komitees gefallen. Zur Sicher- hell des Zaren sollen die umfassend^ '■ ^Maßregeln getrosten, worden sein. -b Budapest, 18. Aug. In Gospic in Kroatien tarn eÄ zu lärmenden politischen Kundgebungen gegen; Ungarn. Vorgestern entfernte die Polizei die anläßlich des Kaiserfestes gehißte serbische Fahne. Wie nun gestern von den öffentlichen Staatsgebäuden neben der kroatischen auch die ungarische Fahne aufgezogen wurde, zog eine lärmende Menschenmenge vor die betreffenden Gebäude, sang kroatische Lieder und machte Anstalten, die ungarische Fahne herunter- zuholen. Die Gendarmerie schritt ein und beschützte die Fahne. Verciorova, 19. Aug. Auf dem rumänischen Schleppdampfer „Karl" brachte ein Matrose aus Rache eine Dpna- mitpatrone zur Explosion, wodurch das Schiff ein, Leck bekam. Der Matrose wurde verhaftet. Yokohama, 18. Aug. Vulkanausbrüche haben zwischen dem 13. und 15. August eine Insel der sich nördlich von der Bonin-Jnsel hinziehenden Kette, nämlich die Insel Torishima verwüstet. Die ganze Bevölkerung, bestehend aus 150 mit der Förderung von Guano kxfchäs- tigten Leuten, ist umgekommen. Unterseeische EmMmen machen jede Annäherung an der Insel gefahrvoll. ZmMü iniö taten heute Atittwoch zu haben auf dem Oswalds Garten. Billige Preise. Frau Ruhl. Bekanntmachung. Donnerstag den 21. d. Atts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich auf meinem Bureau eine neue Schreibmaschine (Kalligraph). Die Versteigerung findet bestimmt statt und kann die Maschine schon jetzt auf meinem Bureau probiert werden. 5832 Gießen, de« 19. August 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Schweinefleisch 50 M Kuhfleisch 48 pfg. Während der Marktzeit findet der Verkauf des Fleisches in der Großschlachwiehhalle statt. werden. Nancy, 19. Aug. Oberstleutnant St. Remy trifft morgen hier ein und wird sofort ins Untersuchungsgefängnis gebracht. Der Prozeß gegen ihn findet am 8. September statt. 26L5 9L9D 85.00 108.40 216.20 184L0 134.90 143.70 15U3Q 15420 18L0 171.90 192.50 18L3O , l&UO Manöver- 5829 Konserven m reichlicher Auswahl empfiehlt Emil Fischbach. Gflltkmde jedes Quantum billigst. C. Rübsamen, Westcmlage60 Mbokll-AHnch. Fußbodenlackfarbe über Nacht mll hohem Glanz trocknend, Leinöl-Siccativ zum Einölen, Oelfarben m allen Tonen, rasch und hart trocknend, 5439 ^sd. 0,85—1,00 ÖZL, Hühnereier pr. St. 7—8 Psg., LStck.00—00 Pfa_ Gänseeier 00-00 Pfa., Enteneier 0—0 Pfg^ Käse pr.StL5—9 Ps^ Käsematte 2 StL 0—0 Pf g^ Erbsen pr.Liter 19 Linsen prJSter 32 Pfg., Toubenpr. Paar VM-lMAikHühner pa~ St 1,00—1,30 DL, Hahnen pr. Stuck 0,60—1,10 AL, Enten pr. Stück Zum Jahrmarkt am Mittwoch dem 20. «ugnst spiell KUdmörauds berüymtes Kasperle-Theater. Ferner ist daselbst Dölls deutsche Luftschaukel aufgestellt. Jung und All ist freundlichst eingeladew 08529 Stahlspähne sowie alle sonstigen Ingredienzien nun Anstreichen und Wrchfen der Fußböden empfiehlt Emil Fischbach- Alle Freunde des herrlichen Bieberthales ladet zum Kirchweihfeste zu Rodheim a. d. B. auf Sonntag öen L4. mü> Montag Jen 25. MM ergebend ein ^20 Karl Storck, kchvitt. Schöne Gartenwirtschaft in nächster Nähe des Waldes. Gute Tanzmusik. — Vorzüglich- Speisen und GetrLÄe. 41/22/0 Chinesen . . . Electric, ächuckert . , Nordd. Lloyd ...» Kreditaktien ...» Diskonto-Konunandit. » Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden » . . . Gotthardbahn .... Laurahütte . . ♦ « ♦ Bochum Harpener..... Tendenz: fest. empfiehlt Emil Fischbachi iu den billigsten Tagespreisen empfehlen 5697 Baehenheimer & Sehanmherger 22 Marburgerstraße 22. Erntestricke genannt Garbenbänder, empfiehlt Edgar Borrmann, Eisenhmrdlg., Gießen. 4940 2,00—2BO3JtL Gänse pr. Pfd. 00—00 Psg^ vchfenslersch pr. Pstmo 66—76 Pfg., 5ttch- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schw«ne- fleisch pr. Pfund 70—80 Pfg^ Schwemefletfch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 66—70 Pfg^ Hammelfleisch pr. Pfund 50—70Pfq., Kartoffeln pr. 100Kar. 8,50—10,00 AL, Weißkraut per Stück 00—00 Pfg_ Zwiebeln pr. Zentner 7,50—9,00 AL, Milch per Pitpr 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Schwerer, 5jahr. brauner Wallach vorz. Einfp^ ca 1,84 hoch u. aber 16 Ltr. wiegend, verkäuflich, da für meine Landfuhren zu schwer. C. Baudorff, Marburg, 5813 Kolonialwaren- Engros. Preis pro Pfund. 70 Pfg. Zu jedem Pfund Palmin erhält der Käufer em Serienbild. 4485 — Das Meeting iu Frankfurt a. M. gipfelte am ersten Tage im Landarafenrennen für Zweijährige. Bengali ging in den Achterfeld als Favorit an den Start, halte sich jedoch vor Baron -u beugen, der sehr leicht mll anderthalb Langen siegte. Einen Hals hinter Bengali belegte Miquel, der eine überschätzte Große zu fein scheint, den drillen Platz. — Der Montag ließ sich für Frankfurt gut an. Die beiden ersten Rennen wurden von dem Amerikaner Hill für den Stall Weinberg gewonnen, das dritte von riueretaro", der gleichfalls einem Frankfurter Sportsman gehört. Der Rest kam aber nach auswärts. Das Alexanderrennen, die Hauptnummer des zweitägigen Meetings, die für den Derby- Jahrgang reserviert ist, brachte ein Pferd heim, das den schönen 9lameu .Saperloter" trägt Im Hürdenrennen, einem Herren - reiten, gab es für den Sieger „Lundi" eine fast ebenso hohe Quote, wie am Sonntag für „Mantinea", nämlich 161 für 10. W. Schmidt ritt den Sieger, Schmidt-Benecke das zweite Pferd. Das Zivil war hier siegreich und auch in der Steeplechase, wo Mr. „ Ripley nach einem famosen Ritt auf .Pandur" den ersten Preis errang und Schmidt-Benecke mll dem zweiten Platz sich begnügen mußte. In dieser Steeplechase erlebte man zwei aufregende Zwischenfälle. Auf flacher Bahn kam Lt Volckers aus dem Sattel; b e- ro u 6110 5 rourbe er fortgetragen, erholte sich aber bald wieder. Dem Altmeister Oberstttnt von Heyden-Linden ward der große Wall verhängnisvoll; .Eiger" stürzte, sein Retter war indes gleich auf den Beinen. w t Mainz, 18. Aug. Bei dem gestrigen Radrennen auf dem Sportplatz, dem eine Korfofahri durch die Hauptstraßen der Stadt vorausging, galt das Hauptinteresse dem Kampf um das aoldene Rad". Im Endlauf (2000 Meter, drei Baarpreise oon 600, 400 und 200 DL) wurden placiert; L I. »an beu 3Vao/o Reichsanleihe . . 50/0 do. . . . 3!/,% Konsole ,» « 3°/0 do...... 372°/o Hessen . . . » 3% Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldretne . . 47,% Oesterr. ßilberrente 4% Ungar. Goldrente . . 40/0 Italien. Rente . . . 41/, % Portugiesen . . . 80/0 Portugiesen..... 1% C. Türken . . . < Türkenlose...... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 47,% äussere Argentiner 5 Eiserne 2532 chubK.arrcn von 75 bis 100 Liter Jnhatt werden angefertigt bei Karl Germer in Heuchelheim bei Gießen. 50 Karren stets auf <4er ^buhren besondns schwer sallen würde, können auf deren Antrag bu 9 hin ganä °d« ietlraeife ertaffm »erbe». D^°ft«ung von Gebühren hat nicht den Charakter einer Armemmterftutzung aus offenthd)en^tle^ sind auf Anfordern an bie Stadtkasse zu entrichten. Gießen, den 2. Mai 1896. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gteßen. Guuwth. Gegründet 1883. Jean Eiern & Co., Giessen Inhaber: Oskar Gutmann Bureau und Lager: Fabrik: Westanlage 31, Telephon 21 Erankfrtstr. 14, eign. BahnanschL offerieren ■i* Portlantoment sowie andere erstklassige Cement-Markon zuin billigsten Tagespreis. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten, Gröestes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikeln. 6483 Von Herrn Alexander May er welcher demnächst sein bisher betriebenes Waren - Geschäft eingehen zu lassen beabsichtigt habe ich die gesamten Bestände seines Kurz-, Wd$5- end MmmlMZ ftJSäich8tbX°mmeD ’ iOh WOTde 1686 WareB biUiS ZUm V6rkaUf br,ng6n Und lade die Terehrliche Kundschaft zum Besuche meine, Lager. 5884 Friedrich Teipel, I Wilhclmstraße 5 3—4-Zimmer-Wohnung zu Der-1 mieten. Auf Wunsch kann auch ein 1 Schöner Laden I Nodheimerstraße 36, Htrh. Bürecmraum beigegeben werden. Näheres Markt 15. 4172 Rheinische» l'rogr. frei. Direktor Hoepke. 7*6 Schiller er» >en 5435J Der mittlere Stock in meinem Neubau verl. Goethe- straße 57, 5 bis 6 schöne Zimmer nebst Balkon und Veranda, per Oktober zu vermieten. Karl Hahn, Löberstraße 17. lleinsteh. Beamtenwitwe sucht geräumiges Zimmer oder 2 kleine mit Küche. Offerten unter Nr. 03568 an die Exped. 5460] Südanlage 16 3. Stock, 7 Zimmer nebst allem Zubehör, zum 1. Oktober an ruhige Familie flti vermieten. Näheres daselbst. 20000 Mark auf prima 1. Hypothek zu leihen gesucht. Offerten unter Nr. 5836 an die Expedition d. Bl. 53731 Kleines Familienlogis per 1. Oft, zu verm. Alicestr. 20. Warengeschäft. Es wird nur auf ein großes und anfehu- Uchcs junges Mädchen auö flut. Familie refletticrt, zahlen deshalb gleich Gehalt. Offerten unter Nr. 5800 an: die Expedition d. Bl. öimger S«nshnrsche und Kellnerlehrling sofort gesucht. CafS Skalitzky, Plockstraße. 5774] Ein in Hausarbeit und Küche erfahrenes Mädchen ür 1. Oktober nach auswärts ge- "cht. Näh. Südanlage 19, b. 4126] Geräumige ü—6-Zimmer- wohuung in schöner, freier Lage per 1. Okt. cv. früher zu verrn. Näheres Lndwigstraße 14. H, ^Bädchen aus guter Emilie, **» welches bald seiner Niederkunft entgegen sieht, wünscht sein Kind gegen etwas Vergütung sofort zu verschenken. Offerten unt Nr. 03569 an die Exped. d. BL Ein biftingierter Herr sucht jungen Arzt als Reisebegleiter ins Ausland. 5822 Offerten unter M. G. 4481 cm Rudolf Mosse, München. Franksurterstraße3l ist die Mansardenwohmlng, be- ,«stehend aus 6 Zimmern, Küche re. per sofort oder per 1. September zu vermieten. Nah. bei 5172 Wilh. Plank, Bahnhofstr. 18. 52531 In unseren Neubauten am Asterweg sind mehrere 3- und 4-Zimrnerivohnungen mit Zubehör und Gartenaüteil per September u. Oktober zu verm. Näh, bei Gebr. Zntt. _©kinftr. 5254] Marburgerstraße 9 ist der Parterrestock, neu hergerichtet, bestehend aus 9 bis 11 Zimmern nebst allem Zubehör u. titarten- auteil per alsbald zu vermiete«. Näheres Steinslraße 84/86. 5613] 4 — 5-Ziminerwohnung auf sofort oder später zu verm. Gutheil, Stadtpost, 2. Eia. )II}öbliertcs Zimmer zu ver- mieten. Kirchstraße 2, III. Möbliertes Zimmer zu ver- mieten.Asterweg 8. mn-Vwilt. Sonntag den 24. Angust 1.3., nachmittags 4 Uhr, findet zu Ehren unserer diesjährigen Prersturner Ausflug auf Tutors Terra ff« mit Moniert und Tanz statt. fvreunbe ber Turnsache sind willkommen. — Eintritt frei. 5786 Der Vorstand. 5710] 2 gut möbl. Zimmer, zus. o. getr., z. vrm. Stephanslr.32,p.l. Atöbliertes Zimmer zu verm. 03524 Neustadt 14, I. Großer Eckladen Bahnhofstraße 23, (Nebenzimmer, eleft. Licht :c.) mit oder ohne Wohnung sofort zu vermieten. 03378] Mädchen können das Fein- u. Glanzbügeln aründll erlernen. Fr. Schlemm, Schloßg. 9. btock, 4—5 Zimmer nebft Zubeh., per gleich ob. später 8U verm. «renzplatz 10. 8028] Ebelstrabe 3 eine Fünf- Zmimerwohnimg sofort zu ver- imeten. Näh. Seltervwcg 24. 8519] Großer Stciuwcg 23 ' ur ö'oei 5- Zinnncrwohnu,rgen nebft Bad, Loggia und all. 3ub per sofort zu Vermietern Näheres Wallthorstrake 71. Zum Eintritt per ersten September suchen wir eine tücht. Kassiererin. Damen, welche in dieser Eigenschaft bereits thätig waren, erhalten den Vorzug. Schrift!. Off. beliebe man Zeugnisabschr. und Gehaltsanspr. beizufügen. 5827 I. Lohn b. G. Pfaff, Bismarckstr. 32. 2—3 schöne Famill-Wohnungen zum 15. Sept, und 1. Ott. zu verm. ■8» erfr. Schiitzenstr. 1, Hinter!), - 03528] 3°Zimmerwohnung zn , vermieten. Neustadt 47. ' iS-Ztmmer-Wohuuüg mit Z^ M behör zu vermieten. 5747 > ^temstraße 73, II. Wwe, Heim. \ 5—6- Zimmerwohnung ' 5824] Einige tüchtige, solide Sandformer finden dauernde Beschäftigung. Westerwälder Eisengießerei Wrlh. Zirkus Nachf. Jos. Olig, ________Montabaur. ________ 5821] Wir suchen noch einige geübte, selbständig arbeitende und nicht zu junge Schlosser zu sofortigem Eintritt. Eisenwerke Hirzenhain und ____Lollar, A -G., Lollar. Tüchtiger Pscröckiicch! " und ein tüchtiger Lagerarbeiter gesucht. Nathan Rosenthal. 03561] Hausbursche gesucht. ______Bäcker Horn, Steinstraße. Ein Hansbnrsche osort gesucht. 5815 Alte Klinik. Zwei LehrMchcn gesucht tu ein hiesiges Weiß-, Woll- uub Kur^warcugcschäft gegen orortige Vergütung. 5787 Zu erfragen in ber Expedition, WMchcn gcsllcht ür ein größeres und besseres Woll-, Weiß-, Kurz- u. Mode- mit oder ohne Wohnung per 1. Oktober zu vermieten. 5744_________Schulstraße 10. Nordaulage 3 große Lagerräume mit Waren- aufzug, eignen sich als Werkstätten, — schöne Kellerräume, auch für Brauereien und Wein- händler sehr geeignet, — sowie Stallung für 8 bis 10 Pferde zu vermieten. Bär & Wetterhahn 4708 Nord an läge 3. Ihurf-Oiciiiifjr 2HictiU'lml|c ft‘ciir Stellen llrrfdiiciifiiffi ?iii uermteten MWll-GklMk