Nr.1v» ehrf^ehrt tägttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsn mit dem Vesfischen Landwirt die Siebener Kamillen, vllttter viermal in der Woche beigelegt. -Rotationsdruck u. Verlag der BrühlIchen Üntvers.-B uch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schttlstratze 7. Adresse für Depeschen: «nzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 19. August 1903 Gießener Anzeiger ** General-Anzeiger v Amis- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis, monatlich 7b Pft vierte jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6b Pf.» durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für dre TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal ISP,* auSwärtS 20 Psg. Verantwortlich» für den volit. u. aOgern. Teil: P. Wittko: fü- ,Stadt und fiantr und .Gerichtssaal" r Curl Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Volitische Tagesschau. Petroleum-Monopol und Eisenbahneiuuahmeu. Die, auf die vollständige Monopolisierung des deutschen Petroleurnhandels hinauslaufenden Bestrebungen der deutsch- amerikanischen Petroleum-Gesellschaft in Bremen, hinter welcher der Großkapitalrst Rocke - feiler im Bunde mit Rothschild u. a- steht, macht gewaltige Fortschritte. Das Großkapital plant bekanntlich nicht mehr uno nicht weniger, als das deutsche Petroleumgeschäft mit' brutaler Rücksichtslosigkeit und nach einer bestimmt ausgedachten Methode an sich Ku reißen. Das schließliche Endziel, das den Petroleumtönigen vorschwebt, ist das Weltmonopol in Petroleum oder, wie es ein Eingeweihter aus jenen Kreisen sinnig zu veranschaulichen wußte, die internationale Kontrolle „von der Quelle bis zur Lampe". Die Petroleumhändler wehren sich nach Kräften wider die ihnen von Seiten des amerikanischen Großkapitals bereitete geschäftliche Bedrohung. Auch finden die Händler in ihrem Borgehen Unterstützung der Konsumenten, die zu ermessen vermögen, was ihres Geldbeutels harrt, falls die wucherischen Absichten der Finanzmächte endgültig realisiert sein sollten. In dem jetzt erschienenen Bericht der Chemnitzer Handelskammer wird zahlenmäßig der Nachweis geführt, daß das beabsichtigte Borgehen des Petroleum^ ringes, wenn es durchgeführt wäre, die Einnahm e der Staatseisenbahnen beeinträchtigen würde. Es heißt darin: „Angenommen, Chemnitz brauche jährlich an Petroleum 1000 Doppelladungen, so nehme die Bahn hierfür an Fracht von Riesa bis Chemnitz'53 000 Mk. ein. In diesen Doppelladungen befänden sich netto 160 000 Ztr. Petroleum. Um dieses Quantum tn Zisternenwagen zu beziehen, bedürfe es nur einer Fracht von 42 400 Mk. (nämlich für 800 Zisternendoppelwaggons ä 53 Mk.)- Das ergebe einen jährlichen Einnahmeausfall von 10 600 Mk. Zu dieser Mindereinnahme kämen noch die Retourfrachten für 57 000 leere Barrels, die nicht mehr zur Füllung zurückgesandt würden. Auch der Eisenbahnrat habe sich dieser Gefahr nicht verschlossen, sich vielmehr für die Ablehnung des Antrages der deutsch-amerikanischen Petro leümgesellschaft ausgesprochen." Auch in unserer Nachüarstaüt Butzbach hat die amerikanische Gesellschaft zu agitieren begonnen, und die Butzbacher -Firmen, die Großhandel betreiben,^ haben sofort Gegenmaßregeln getroffen. Wie aus Newyork gemeldet wird, hat der frühere Gouverneur des Staates Texas, Hogg, einer her hervorragendsten Petroleummagnaten, die mit ihm von anderen Interessenten eingeleiteten Unterhandlungen wegen Bildung einer neuen Petroleum-Transportgesellschaft in Landon zum Abschluß gebracht. Die neue Gesellschaft, deren Kapital viele Millionen beträgt, wUl eine neue Konkurrenz auf dem Petroleum-Weltmarkt bilden und namentlich mit den Produzenten aus den Petroleumfeldern in Baku in Wettbewerb treten. ________ Wie es in Rußland ausfieht. Während Fürst Obolenski, der bei dem Attentat in Charkow ohne erhebliche Verwundung geblieben sein soll, tn der „Chark. Gouvernements-Ztg." mitteilen laßt, daß ihm der Kaiser und die Kaiserin-Mutter zu dem unblutigen Ausgang des Vorfalles beglückwünscht hätten, kommt aus St. Petersburg eine Meldung, die sich darzu- legen bemüht, daß der Anschlag auf Obolenski und die anderen Mordversuche der letzten Zeit nicht der Ausdruck einer allgemeinen Gärung seien, sondern, daß es sich um „nichts weiter (!) handle, als um eine verhältnismäßig (!) kleine Zahl von Kommunisten, die sich die Umwälzung und Errichtung der Kommune als End- ziel gesteckt haben." Zur Begründung dieser Auffassung wird in jener Meldung bemerkt: „Tie verhältnismäßig in kurzen Zwischenräumen ein» aüder folgenden Attentate auf den Gouverneur von Wilna, General v. Wahl, und auf den Fürsten Obolenski in Charkow haben zu sehr umfassenden Maßregeln Anlaß gegeben. Man hat neuerdings mit Sicherheit festgestellt, daß eine weitverbreiteteVerschwörungeiner sozialrevolutionär-anarchistischen Gruppe besteht, welche die Ermordung sämtlicher Gouverneure der westlichen Gouvernements plant. Die betreffenden Attentäter sind bestimmt, die Bevölkerung sowie die Regierung zu terrorisieren und kommunistische Unruhen Hervorzurusen. Die Untersuchung in Sachen der Attentate auf den General v .Wahl in Wilna hat zur Evidenz ergeben, daß die Ermordung desselben bereits zu einer Zeit geplant war, in der derselbe eben sein Amt in Wilna übernommen hatte. Die später verbreitete Nachricht, daß dies Attentat einzig und allein die Folge des angeblich rücksichtslosen Auftretens des Gouverneurs gewesen sei, hat sich als völlig unbegründet erwiesen. Der Attentäter von Wilna war übrigens ein aus Jeka- terinoslaw von den Kommunisten verschriebenes Individuum, das den General v. Wahl ermorden sollte. Erst kurze Zeit vorher hatte der Attentäter wegen eines Mordanfalls mittelst Messers, und zwar auf einen Offizier, eine längere Gefängnisstrafe verbüßt, und stand unter Polizeiaufsicht. Auch das Attentat auf den Fürsten Obolenski ist das Werk ein und berfeUten anarchjisttschen Gruppe, ja, deutliche Anzeich,en sprechen dafür, daß man versuchte, den Fürsten Obolenski schon vor längerer Zeit zu ermorden. Auch nicht ein Grund liegt vor, der die Behauptung rechtfertigen könnte, daß eben erwähnte Attentate als Symptome einer allgemeinen Unzufriedenheit in den fraglichen Gouvernements gelten können. Ebensowenig .ver.nag man die HanLlung der Attentäter als eine Vergeltungsmaßregel gegen die genannten Gouverneure selbst auszufassen." Tas steht im Widerspruch zu der YLachricht, wonach, gerade Obolenski infolge seiner Unmensch, lichenGrau- samkeit zum Gegenstand des allgemeinen Unwillens wurde. Und wenn, wie heute gemeldet wird, der Gouverneur von Wilna, General v. Wahl seinen Abschied erhalten hat, so spricht das auä), nicht dafür, daß man höheren Orts zwischen seiner Amtsführung und dem gegen ihn gerichteten Attentat keinerlei Zusammenhang sieht. Nach einem Telegramm aus Petersburg sind durch ein Dekret des Zaren fast sämtlrchje an den Februar-Unruhen in Moskau beteiligt gewesene Studenten aus der Gefängnishaft in verschiedenen Städten des Reiches entlassen worden. Ungefähr hundert sind aus Sibirien zurückberufen, wohin sie auf 5 Fahre verbannt waren. Sie werden nach chrer Zurückkunft int Herbst wieder in die Universitäten eintreten. Trotz dieses neuen Gnadenaktes dürften int November neue Studentenunruhen ausbrechen. Die Stellung des Unterrichtsürinisters Sänger soll erschüttert sein. Aus Ktadt M Kund. Gießen, 19. August 1902. — Grav elottefeier. In Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung geht uns noch folgender Bericht zu: Die Krieg er- kameradschaft Gießen feierte am Sonntag mit Familien den Jahrestag der Schlacht bei Gravelotte im „Cafö Ebel". Der Vorsitzende begrüßte die Gäste und Kameraden und wies auf die Bedeutung des Tages hin, dessen Feier nicht mit den modernen Festen in unseren Tagen, die in Vergnügungen und Lustbarkeiten gipfeln, zu vergleichen sei, sondern daß die Gravelottefeier eine Feier der Trauer und der Dcmkbarkett sei, bei welcher die Eltern und Angehörigen sowie die Kameraden der Gefallenen an den schweren Verlust, der sie damals betroffen, immer wieder erinnert würden und die alten Wunden von neuem bluteten, die Ueberlebenden Gott zu Dank verpflichteten für die Errettung von dem Tod auf den Schlachtfeldern, und für die reiche Ernte, welche aus der blutigen Saat emporgewachsen, nämlich ein großes, einiges deutsches Vaterland, ein Kaiserreich unter dem Szepter Wilhelm des Großen, des Siegreichen. Der Vorsitzende ermahnte die jüngere Generation, auf den errungenen Lorbeeren nicht cms- zuruhen, sondern immer auf der Wacht zu stehen, immer zum Kampf bereit zu sein, wenn das Vaterland ruft, und fest und treu zu Fürst und Vaterland zu halten. Ein Hoch auf S. M. den Kaiser und S. K. H. den Großherzog wurde stürmisch aufgenommen und die Nationalhymne stehend gelungen. Ein weiteres Hoch auf das geliebte deutsche Vaterland wurde ebenfalls mit großer Begeisterung ausgenommen. ** Die Sterbekasse des Bundes deutscher Gastwirte hatte im letzten — dem neunten — Rechnungsjahre einen Gesamtumsatz von 1075 959 Mark. An Beiträgen wurden 333 952 Mark erhoben, dagegen an©terbe- reuten 172 386 Mark verausgabt. Das Gesamtvermögen beziffert sich gegenwärtig auf 782 947 Mark; innerhalb Jahresfrist vermehrte sich dasselbe um 152 305 Mark. Kg. Grünberg, 17. Aug. Der hiesige Turnverein hielt heute ein Schauturnen ab, das mit einem Konzert der Kapelle des Marburger Jägerbataillons verbunden war. Die Turnübungen wurden gut und exakt ausgeführt und zeugten von großem Fleiß und Mühe, die sich der Verein gegeben hatte. — Heute vormittag wurden den diesjährigen Prüflingen, welche ihre Gesellenprüfung bestanden hatten, die neuen Gesellenbriefe überreicht. Dieselben sind thatsäch- lich prachtvoll ausgefallen und bleiben ein schönes Andenken für ihre Inhaber. Es wohnten der kleinen Feierlichkett der Bürgermeister, Eltern und Meister der Prüflinge, sowie der Feuilleton. — Heber deu Besuch des Kaisers in der Düsseldorfer Ausstellung bringt die „Rh.-W. Ztg." u. a. folgende Mitteilungen: Professor Roeber gegenüber bemerkte der Kaiser, daß er erstaunt darüber sei, daß die Ausstellung in allen Teilen ein so geschmackvolles und vornehmes Arrangement aufweise. In der Ausstellung der Deutzer Motorenfabrik bekundete der Kaiser ein eingehendes Interesse für eine Schiffsmaschine, die durch Spiritus getrieben wird. Er zeigte durch seine eingehende Besichtigung, wie wichtig ihm die Frage der Verwendung des Spiritus für Kraft- zwecke erscheint. 9ioch deutlicher trat diese Aufmerksamkeit bei der Besichtigung der Ausstellung von Ullrich u. Hinrichs hervor, wo die ausgestellten Spiritusmotoren die Aufmerksamkeit des Kaisers feffeiten. Der Kaiser bemerkte hier: „Wir haben ja die Kartoffeln und den Spiritus und müssen diese zu verwerten suchen." Im weiteren Verlaufe der Besichtigung äußerte der Monarch, er habe von Ausländern gehört, daß bte Ausstellung, was Eisen, Stahl, Maschinen und Bergbau anbelangt, die beste Ausstellung sei, die jemals veranstaltet worden sei. Er freue sich, daß der Eindruck gerade auf das Ausland so günstig sei. In der Kunstausstellung fesselte den Kaiser besonders die kunsthistorische Abteilung, die er sich von Domkapitular Schnütgen in allen Einzel- heilen zeigen ließ. U a. bemerkt er, es sei wunderbar, rote reich die Phantasie der Leute in der damaligen Zett gewesen set. Ueber das Bild von Sascha Schneider „Der Kamps um dte Wahrhest" sprach sich der Kaiser abfällig aus, desgleichen schien Klingers Beethoven keinen besonderen Eindruck auf ihn zu machen. In Bezug auf den „Ehrenhof", in dem die Skulpturen ausgestellt sind und der aus des Kaisers Initiative entstanden ist, bemerkte der Kaiser, daß dieser das Beste am ganzen Kunstausstellungspalast sei. Auch über die Ausstellung der Berliner Bildhauer freute sich der Kaiser sehr. — Es liegt übrigens em neues Dokument für die künstlerische Geschmacksrichtung des Kaisers vor. Wilhelm II. hat die Widmung von Nataly v. Eschstruths neuestem Roman angenommen. Und die Verfasserin rühmt sich, daß der Kaiser seit Jahren ein „sehr gnädiges Interesse" an ihren Buchern genommen habe, und daß nicht sie es gewesen sei, die die Wid- mung ihres jüngsten Werkes provociert habe. Man sieht, des Kaisers Geschmacksrichtung weicht auch hier von dem sonst in litterarischen Kreisen herrschenden Geschmack ab. Selbst em Schriftsteller, der unlängst selbst einer persölilichen Unterredung mit dem Kaiser gewürdigt wurde, der ehemallge Hamburger Volksschullehrer Otto Ernst, der Verfasser des „Jugend von heute' unb des „Flachsmann als Erzieher", hat unter dem allgemeinen Beifall aller kritischen Kollegen das vernichtendste Urteil über die platte, selbst mit der deutschen Sprache auf dem gespanntesten Fuße lebende Unterhaltungs-Schriftstellerin Nataly o. EscUtruth aus- g^prvchen. — Kaiser Wilhelm II und der „Doktor Richter". In Frankreich scheinen die mnbstage mit allen ihren Folgen nun wirklich angebrochen y ': Beweis dafür ist das sonst so ernste gemäßigte „Journal ts." Als „Neuestes vom Tage" erzählt es folgende E deutsche Kaiser ist in der Musik durchaus nicht / >S-^> Wilhelm IL ist kein Freund von Wag n/ Bayreuth gewesen. (1) Man fragte ihn ei/ v*^Wagner habe, er erwiderte: „Zu geräu/ bic Runde durch das ganze W $ ' S -iem, dre „dort unten" Legion ul' s/g2’- -ergernis. Einer von ihnen, der „T.. c»? des Komponisten war (gemeint ist Oc v-SunhiS Dirigent Hans Richter), zeigte sich besonders erregt. Er gab seinen Zorn in Zeitungsartikeln kund, deren Ton jeden Tag heftiger wurde. Die Schmähartikel nahmen schließlich einen solchen Umfang an, daß der Minister des Innern in dem Bericht, den er täglich an den auf der Reise befindlichen Kaiser zu senden hat, es für notwendig erklärte, gegen den ftör- rigen Doktor das Verfahren wegen Majestätsbeleidigung einzuleiten. Wilhelm II. weiß aber in seinen Handlungen glücklicherweise Maß zu halten, wenn er auch seine Worte nicht immer auf die Wagschale legt, es zeugt ebenso sehr von Klugheit wie von Mäßigung, daß er sich begnügte, den Bericht mit der Randbemerkung zu versehen „Keine Majestätsbeleidigungssache. Höchstens Geschmacksache . . . ." Wilhelm II. hebt die französische und die italienische Musik. Die kaiserliche Loge ist leer, wenn man „Tristan" oder die „Tetralogie" spielt, aber der Kaiser fehlt nie bei einer Oper von Massenet, von Mascagni, von Leoncavallo. — Eine romantische Geschichte vom deutschen Kronprinzen wird von der englischen und französischen Presse verbreitet. Danach heißt es, der Kronprinz habe bet seinem letzten Besuche m England im Hanse der Herzogin Eonsuelo von Marlborough, der geborenen Vanderbilt, eine amerikanische junge Dame kennen gelernt, ein Fräulein Gladys Deacon, die einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht habe. Der Prmz habe von seiner Urgroßmutter, der Königin Viktoria, einen Ring geschenkt bekommen mit der Weisung, ihn nur der Dame zu schenken, die er ehelichen würde. Und diesen Ring habe er Frl. Gladys Deacon als Pfand für seine 2reue unb Liebe überreicht. Wahrend der „Mattn" die Sache ganz ernst nimmt, lenkt der „Daily Telegraph" em und behandelt die Angelegenheit mehr humoristisch. Der Kronprinz, sagt das Blatt," verliebt sich furchtbar rasch und surchtbar o ft, und als er das letzte Mal bet ferner hohen Mutter, der Kaiseriit, weilte, erregte es dort großes Amüsement, daß er sogar einen Ring roeggegeben habe, den er zu feiner Konfirmation erhalten hatte. Unterdessen hat sich die Mutter der jungen Dame schon an den „Matin" gewandt und die Redaktion gebeten, den Namen ihrer Tochter nicht mehr durch die spalten des Blattes zu zerren. Dieser Bries lautet rote folgt: „Mem Herri Erlauben Sie mir, Ihre intimsten Gefühle anzurufen. Ich habe mit tiefer Betrübnis die im „SOlatin" veröffentlichten Artikel gelesen. Meine Tochter hat keine andere Beschützerin als mich, und ich bin berufen, Sie über die Unrichtigkeit der Ihnen erstatteten Berichte aufzuklären. Besser als irgend jemand kenne ich den wahren Charakter der sehr kurzen Beziehungen, welche ein Zusammentreffen von acht- undoierzig Stunden in Blenheim beim Herzog und der Herzogiil von Marlborough zwischen dem deutschen Kronprinzen und meiner Tochter herbeigeführt hat, die beide Kinder sind. Es hat eines großen Aufwandes von Phantasie bedurft, um sie zu einer Staats- affaire zu machen. Sie können mir dies aufs Wort glauben. Ich würde Ihnen sehr dankbar fein, wenn Sie nicht mehr gestatten wollten, daß der Name meiner Tochter im „Matin" erwähnt werde. I. Baldwin-Deacon." — Wer erinnerte sich hierbei nicht an die romantische Liebesgeschichte des Urgroßvaters des Kronprinzen mit der schönen jungen Prinzessin Radziwill? Geschlechter kommen und gehen, und das Lied von der Jugendliebe verklmgt nimmer, es kehrt in anderer Form immer wieder . . . — Der Theatcrbau der Zukunft. Wir lesen in der neuen Münchener Zeitschrift „Die Freistatt" folgenden höchst verständigen Artikel: Man hat vergangenes Jahr bei Gelegenheit der Eröffnung des Prinzregertten-Theaters die architektonische „That" hochgepriesen, die von der Bauftrma Heilmann und Littmann mit dem von ihr gelieferten Theaterbau angeblich vollbracht worden war. Man müßte ja nun allerdings ein rechter Böotier sein, wollte man die thatjächlichen Schönheiten des neuen Baues, ganj besonders feine vornehme Innenausstattung, sowie die glückliche Lösung des schwierigen unb wenig dankbaren Problems der äußeren Umrißlinie nicht anerkennen. Aber die Freude an dem Bau wird sehr rasch gründlich vergällt, wenn wir ein klein wenig über seinen Zweck nachdenken: Richard Wagner, bekanntlich ein Deutscher, soll dort, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, vor allem zu Worte kommen, außerdem — aber nur im Winter für die im Preis bedeutend ermäßigten Münchner — andere gute Deutsche, wie Goethe und Schiller, daneben der angelsächsische Bruder Shakespeare. Und wenn die hohe Intendanz durch einige fette Festfpielferien gnädig gestimmt ist, dann öffnet sie vielleicht auch noch einmal den jüngeren deutschen Tondramatikern die 'Thore des neutn Hauses. Ta nun der Rahmen immer zum Bilde passen soll, so'wählte man für das der „deutschen Kunst" geweihte Haus ganz selbstverständlich den — griechischen Stil! Tenn ein moderner Theaterbau ohne griechische Säulen, Archttrave, Trig- lyphen, Metopen und Giebeldreiecke nebst Stirnziegeln ist ja gar nicht denkbar. Tiefer ganze archäol^i gische Kram ist eben für den philologifch gedrillten Seutf ° immer mit dem Begriff von Schönheit und Würde s rbar verbunden. Ein Bau, in dem klafsische Werke aufg v 10 Vi, kann also nach den Anschauungen, angeblich moder, immer nicht anders als in Bauformen erstellt tn# § 03 nnigermaßen gesundem Empfinden mindestens err und Frau Hippo krätes". Donnerstag nachm- und abends Kon^.rr der Kapelle des Jnfcrnt.-Regts. Nr. 168 aus Offenbach. Bei gutem Wetter spiell die Kurkapelle nachmittags am Teich- ymrfe; Eintritt frei. Freitag nachm- und abends Konzert der Kurkapelle; abends Theatervorstellung: „Charleys Taute"'. Samstag nachm- und abends Konzert der Kurkapelle; abends im Saale Konzert des Steindel-Quartetts aus Stuttgart. Sonntag Konzert der Kurkapelle mit Einlagen des Kammermusikers und Piston-Virtuosen C. Höhne aus Berlin; abends zur Vorfeier des Namensfestes des Großherzogs Feuerwerk vor der Terrasse. Montag Konzert der Kapelle des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 61 aus Darmstadt; abends im Saale Tanz mit Blumentour, bei gutem Wetter Lampious- auf der Terrasse und beugal. Beleuchtung des ParK- — Der Betrieb in sämtlicher Badehäusern beginnt von Montag den 18. August ab vormittags 6 Uhr . t Friedberg, 17. Aug. Aus Anlaß des Athletenfestes sahen wir hier einen Festzug, der über die mit Fahnen, Kränken und Guirlanden geschmückte Kaiserstraße nach der städtischen Seewiese ging. Voran schritten Ehrendamen, welche die neu einzuweihende Fahne des hiesigen 1. Stemm- und Riugllubs verhüllt trugen- In chm befanden sich auch der hiesige Kriegerverein, der Turnverein, der zrriegerverem Fauerbach und die MhletenKlubs aus Frankfurt, Fechenheim, Griesheim a. M-, Bad dtauheim, Darm- jtadt, Aschaffenburg, Homburg v. d- H., Wtainz, Höchst und Pforzheim Auf dem Festplatze begrüßte der Präsident des festgeoeuden Vereins, Tanz- und Fechtmeister O. Noack, die Festgäste. Hieran schloß sich ein Weihegesang des Gesang- oereuis Liederkranz. Frl. Muth sprach den Festprolog. Die übergab die schöne neue Fahne dem Präsidenten. Der Vor- I inende des 2. deutschen Athleten-Ztteises Miedreich aus Mainz hielt die Festrede. Friedberg habe durch vielfaches Entgegenkonunen und durch zahlreiche Beteiligung an der Feier seine Sympathie für die Athletik gezeigt. Von Vereinen und hochstehenden Persönlichkeiten seien Preise gestiftet worden, so unter anderem von dem Reichstags- und Landtagsabg. Grasen Oriola-Büdesheim zwei Ehrenpreise. Während des nun folgenden Konzertes wurde der am Vormittag begonnene Wettstreit fortgesetzt. Die Ringkämpfe währten bis gegen 7 llhr abends. Eine zahlreiche Auschauer- menge umstand stundenlang die Schranten des Kampfplatzes und sah diesem wohl interessantesten Gebiete der Athletik mit gespanntester Aufmerksamkeit zu. Brausender Beifall lohnte den jedesmaligen Sieger. Leider ereignete sich hierbei ein bedauerlicher Unfall, indem — wie wir bereits mitteilten — ein Athlet aus Griesheim, der mit einem Fuß zwischen zwei Matten geriet, einen doppelten Knöchclbnich erlitt. Er befindet sich jetzt im hiesigen Hospital. — 8 Uhr begann die Verteilung der Preise. Den Ehrenpreis im Ringen erhiell Schleith-Darmstadt, den Preis für Ver- eiusringen der Athletenklnö Griesheim a M; dieser Verein hat wohl am besten abgeschnitten, erhielten doch 10 Mitglieder 16 Preise. Den 1. Preis in der 1. Klasse' erhiell im Ringen Gries-Franksurt, den 2. Schulz-Frantfurt, den 1. Preis im Ringen 2. Klasse Müller-Fechen heim, den 2. Wörz- Pforzheim; letzterer errang auch einen Ehrenpreis im Stem- meiL Im Stemmen 2. Klasse erhielt den 1. Preis Mergert- Franksurt, den 2. Wörz-Psorzheim Heute nachmittag folgte noch griechisch-römischer Mngtämpf und ein Blumenreigen, ausgesuhrt von hiesigen Damen unter Leitung des Herrn O. Noack- Bemertt sei noch, daß der Vorsitzende des 2. Kreises, Miedreich., dem Vorsitzenden des festgebenden Vereins, 9toack, die silberne Medaille verüeh. in Anerkennung seiner Verdienste um den 1. Stemm- und Ringklub, sowie um die Athletik überhaupt. s) Friedberg, 15. Aug. Bericht über die 27. Sitzung der Großh. Handelskammer Friedberg. Ter Vorsitzende referiert über den Bezir kseisenb ahn- tag vom 22. Mai L I. Der Bezirkseisenbahntag beschäftigte sich unter all der em mit der Vorlage der König!. Eisen- bahndirekllon Frankfurt a. M. betr. Ausnahmetarif für Manilla-Hanf, Antrag betr. Aushebung des Rohstvsftarifs für ausländische Brennmaterialien, Antrag deS Präsidenten der Handelskammer Friedberg und der Handelskammer Gckeßen bett. Einlegung eines beschleunigten Personenzuges auf der Sttecke Frankfurt a. M- Gießen etwa 7 Uhr abends ab Frankfurt a. M, der leider abgelehnt wurde. — Ten Antrag der Vereinigung von Hsiw- delstammern des niederrheinisch^westsälischen Jndusttie- bezirks l)ält die Handelskammer für zu weitgehend und aussichtslos, empsiehll jedoch den Vorschlag des Landgerichtsdirektors Dr. Meisel (Darmstadt) außer den in tz 202 G. V. G. bezeichneten Sachen noch folgende zu bezeichnen: alle Sachen, die von den Kammern für Handelssachen erledigt werden können, sowie die Handelssachen, zu «usn’-iirrigcn Rittern des schaft-'U und Künste ernannt. scheu Krieger. Würde inan einen mobcrncn Soldaten, vielleicht auö Pietät für das klassische Altertum, in die feldmarschmäßige Ausrüstung eines Siegers von Marathon stecken, man würbe bannt nur unbändige Heiterkeit erwecken. Daß man aber Bauten, in denen wir Menschen des 20. Jahrhunderts Werke unserer zeit- g c n ö s s i s ch e n oder der Gegenwart nicht allzu sehr entrückten Künstler genießen sollen, immer wieder in dieser Mumien- a r ch i t e k t u r errichtet, ist mehr als b e s ch ä m e >r d. Die Athener haben doch ihre Xempel auch nicht assyrisch oder egyptisch, sondern eben aUischdorisch gebaut 1 — Das einzig wirklich Bchderne, freilich auch nicht Originelle an dem 'Prinzregenten-Theater ist daher mir sein Grundriß, bezw. die amphltheatralische Anordnung des Zuschauerraumes, imb das verdeckteOrchester. Diese Errungenschaften, die für jeden Theaterneubau von heute die unerläßlichen Borbediiigungen sein müssen, dürfen nicht wieder preisgegeben werden. Der nächste und vorläufig wohl letzte und wichtigste Schritt wäre nun der, daß einmal energisch versucht würde, zu dieser Grimdform auch ein unserem neuen stilistischen Empfinden entsprechendes äußeres und inneres dekoratives Gewand zu schaffen. Tann erst haben wir den wahrhaften Theaterbau des 20. Jahrhunderts. Frankfurt a. M., 18. Aug. lieber das Befinden Wilhelm Jordaii's ist die hiesige Agentur des Wolfs'schen Bureaus in der Lage, nritziiteilen, daß eS alldauernd gut ist. Er hat bereits mehrfach in Begleitung seiner Tochter Spaziergänge in den Wald unternommen, so auch heute Nachmittag. Berlin, 18. Aug. Den Abendblättern zufolge erhielten anläßlich der großen Berliner Kunstausstellung die große goldene Medaille der Maler Pros. Arthur Kamps-Berlin und der Bildbauer Pros. Will), v. Ruemann-'München, die kleine goldene Medaille die Mater Köster-Gtti^ffkn>verni. Hariw Slünd)en, Lkw Heinrich Engel-Berlin, '-Böhme?apri, die Bildhauer (Sanonion- Turin, Lagan-BiMifel und Astnlekt Hans Grassel ^tünchen. Berlin, 18.. Aug. Lord 1 veb ur n (früher Sir John L'ubbodc) tu Dome, Professor Alexan^' Agassiz Cambridge, Bereinigte Staaten v^n Nordamerika, une^erAkademiker Gaston Pans nnd rdeiis pour io mörite sür Wissen bte wegen der geringeren Höhe des Streitgegenstandes vor die Amtsgerichte gehören; ferner außer den Handelssachen, alle FordmTungssachen, die ihren Grund haben in den Rechtsgeschäften des Kaufes, des Tausches beweglicher Sachen, des Darlehens, des Dienst-, Werk- imb Maklerverttages, der Bürgschaft, des SchjuLdversprechens, des Schuldanettennt- nisses und der Anweisung. — Eine größere 2üijaljr ibe- wohner von Reichelsheim, Bingenheim und Blofeld bittet )ie Kammer um Unterstützung ihrer Eingabe an die Betriebs Inspektion., mit dem Mittagsgüterzug auf der Strecke Friedberg-Nidda Schüler zu befördern. Tie Kammer sagt ihre Unterstützung einstimmig zu . —h— Sichenhausen, 17. Aug- Heute starb nach kurzem Krankenlager der Großh. Forster Strauch im Aller von 67 Jahren. Bis vor wenigen Tagen versah der Verstorbene mit Treue und Pflichteifer feinen Dienst, und in zwei Jahren wäre es ihm üergömit gewesen, das fünfzigjährige Dienstjnbilänm zu feiern. Einige Jahre stand St. in Diensten der Stolberger Standesherrschaft und trat dann in den hessischen Staatsdienst über. Nidda, 17. Ang. Eine sehr zweckmäßige Neuerung hat unser Bahnhof erfahren. Statt der 14 Petroleumlampen, die die 4 verschiedenen Perrons höchst not- bürftig beleuchteten, erstrahlen jetzt abends drei an hohen Masten aufgehängte Pelloleumglühlichtlampen. Diese sogenannten Keroslampen mit je 500 Normalkerzen Lichtstärke erzeugen ihr Licht durch Verbrennung von vergastem Petroleum, das durch Kohlensäuredruck aus einem am Fuß des Mastes angebrachtem Behälter, der 30 Liter faßt, in dünnen Kupferröhrchen bis zur Lampe getrieben wird. Das Licht ähnelt sehr dem Gaslicht. W. Nidda, 17. Aug. Heute wurde unter allgemeiner Beteiligung der Einwohnerschaft unser Kriegerdenkmal einge weiht. Gänge leit et wurde dieses Fest den Abend vorher durch einen Zapfenstreich des Mnsikkorps )er freiw. Feuerwehr. Böllerschüsse und rasselnde Trommel- länge weckten am Sonntag Morgen die Bewohner Niddas aus der Ruhe. Nach dem Festgottesdienst, an dem sich der Kriegerverein in corpore mit Fahne beteiligte, durchzog mittags 2i/2 Uhr ein imposanter Festzug die reich beflaggten Straßen der Stadt. Das Tentmal übergab Landtagsabg. Erk mit einem Hoch aus Kaiser und Landesvater dem Schutze der Stadt, worauf die Hülle siel, und die,eigentliche Weihe durch Pfarrer Herrmann, den zweiten Geistlichen der Stadt, in Vertretung des in Urlaub wellenden ersten Geistlichen erfolgte. Bürgermeister Roth übernahm sodann das Denkmal — einen granitenen Obelisk mit Brunnenanlage, gekrönt von einem Adler in Bronce — in städtischen Schutz. Dein Hoch galt dem Vaterlande. Zwischen den Reden trugen die Gesangvereine Niddas Vaterlandslieder vor. Nach Niederlegung zahlreicher Kranzspenden war die einfache, aber würdige Feier zu Ende, die in einem gemütlichen Bei- ammenfein und einem Tänzchen noch eine vergnügte Fort- etzung hatte. — Nachdem vor zwei Jahren unsere Kirche rurch einen sog. „falten Schlag" am Turme ziemlich be- chädigt worden war, wird sie jetzt mit einem Blitzableiter versehen. Einen solchen soll auch das Schultz aus in nächster Zeit erhalten. dm. Mücke, 17. Aug. Wie in den vergangenen Jahren findet auch in diesem Jahre das rasch zur Beliebtheit gelangte Jugend fest am 24. d. Mts. ftattt. Es beteiligen sich hieran die Schulen und die meisten Vereine der umliegenden Otte. Für Volksbelustigungen aller Att und großes Feuerwett am Schluffe der Festlichkeit ist Sorge getragen. 1. Aulen-Diebach, 16. August. Schon wiederholt fand man hier bei Fundamentausgrabungen, Töpfe und Thonwaren ganz besonderer Form. Im vorigen Jahre soll man gar auf einen Thorrofen gestoßen sein. Leider ist allen diesen Sachen bisher nicht die gebührende Aufmerksam- keit seitens Sachverständiger geschenkt worden. Bei Kanalisationsarbeiten fand man gestern eine Anzahl Thonvasen in einer Tiefe von 1 Meter. Ihre ganz eigenartige Form spricht ihnen schon ein hohes Alter zu. Der hiesige Lehrer hat einige daoon in Aufbewahrung genommen. Vielleicht hören wir einmal von einem Altertumsforscher etwas über diese Sachen. Offenbach, 16. Aug. Die Beratungen des 6. Verbandstages der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands über die Einführung der Arbeitslosen-Unterstützung, die am 13. d. M. begonnen wurden, dauerten auch gestern noch fort. Die Delegierten erklärten sich im Prinzip für die Arbeitslosen-Unterstützung, glaubten jedoch ihren Wählern gegenüber die Verantwortung nicht übernehmen zu können, die ihnen durch die deftnitive Annahme der Arbeitslosen-Unterstützung auferlegt wäre. Gleiclfzeitig wurde durch Beschlüsse festgesetzt, daß, falls fich bei der Urabstimmung für die Arbeitslosen-Unterstützung eine Majorität ergeben sollle, diese Unterstützungen vom 1. Oktober 1904 ab zur Auszahlung und die um 10 und 5 Pfg. erhöhten Beiträge vom 1. April 1903 ab zur Einziehung gelangen sollen, sodaß eine Karenzzeit von li/2 Jahren besteht. In der geftriaen (Schlußsitzung) gelangte der Antrag zur Annahme, den nächsten Verbandstag in Hamburg abzuhalten. 8 A us d er Rh ö n, 17. Aug. Heute nacht zogen schwere Gewitter mit starken Regenmengen und Sturm über unser Gebirge. Der Blitz fchtug in Bäume und ui mehrere Telegrophenstangen. — Die Ernte fällt in jeder Hinsicht zur Zufriedenheit der Bevölkerung ans; ebenso steht ein reicher O b st s e g e n bevor, besonders hängen die Bäume an den Straßen sehr voll. Frankfurt, 16. Aug. Im Juni wurde den Stadtverordneten bekannt gegeben, daß bei dem Baulledtt für das neue Schauspielhaus bis Anfang Juni 1901 infolge der Steigerung der Baupreife bei den Rohbauarbeiten eine Ueberschreitung von 143 244 Mark entstanden sei. Wie jetzt der Magisllat mitteilt, haben sich die Bauleitung und das Hochbauamt ernstlich bemüht, bei der Verwendung des Nach- lragskredits von 350 000 Matt Ersparnisse zur Einschränkung der bisher entstandenen Ueberschrettungen zu erzielen. DaS war indeß nur bei den Malerarbeiten zu ermöglichen, bei oen übrigen Arbeiten ergaben die Submissionen, daß die vorgesehenen Summen nicht ausreichten. Tie Ueberschreitung bat sich auf nahezu 217 000 Matt erhöht. Bei der inneren s2luSftattung und Ausschmückung ist jeder überflüssige LuxuS vermieden worben; bte aufgeroenbeten Kosten waren vielmehr zu einer ber Bebcutung und dem bisherigen Kostenaufwand entsprechenden Ausgestaltung des Gebäudes durchaus not* * oenbig. Der Magistrat glaubt nicht, baß die jetzt seilgestellte Summe ber Ueberschrettungen burch bie Vergebung ber ausstehenden 'JlrbeUen eine wesentliche Veränderung erfahren wirb. Die Buhne ist bereits eingerichtet. Die schon ein* getroffenen neuen Dekorationen sinb inventarisiert. Es find bas Dekorationen zu ,Wilhelm Tell^, zu „Fauste unb anberen. Die Arbeiten an ber Anfahrt, bie zu klein befunben würbe, sind jetzt vollenbct. Aehnliches hat sich rüher beim Opernhaus gezeigt, wo auch bie Anfahrt anfänglich zu fchmal angelegt war unb Aenberungen oorge» nommen werben mußten. Am meisten rücf|tänbig ist noch bie Ausstattung bes Zuschauerraumes unb bes FoyerS. Hoffentlich wirb es aber boch möglich fein, baß ber chon festgesetzte Termin ber Eröffnung bes neuen Mnfen- tempels, ber 2 5. Oktober, thatsächlich innegehallen werben kann. Kleine Mitteilungen aug Hessen unb den N achb ar staaten. Die Wiesbadener Tabak- und Zigarrenladeninhaber gründeten einen Verein zur Wahrung ihrer Standesinteressen. — In Cassel wurde dieser Tage ein „Casseler Bürger-Verein Bismarck" gegründet, eine Vereinigung zur Förderung des nationalen Gedankens im Sinne Bismarcks. Er soll möglichst alle „völkischen" Vereine und national gesinnten einzelnen Persönlichkeiten Cassels umassen. Mitglieder-Beittäge werden nicht erhoben- Die Vereinigung wird namentlich nationale Feste gemeinsam begehen und Sonnwend-Feiern veranstalten. Vermischtes. * Breslau, 16. Aug. Tie unter dem Verdacht deK Giftmordes an Mutter und Geschwistern verhaftete Else Leichfeld ist aus der Hast entlassens worden. Auch der Verdacht gegen den Vater Leichfeld, ber in der Untersuchungshaft Selbstmord verübte, hat sich als unbegründet erwiesen. ♦ Czernowitz, 16. Aug. Der Personenzug Nr. 314 ist nahe der Statton Czorepboutz e n t g l e i st. Zwei Reisende sind schwer, 15 leid# verletzt. * Budapest, 17. Aug. Tie s. Zt. aus München mit dem Cirkusreiter Zigona durchgegangene Gräfin S t e t t i n h a u s e n ist im hiesigen Rochusspital ganz yer- Zwerjchengeist . Wermuth . . 2524 2425 2328 2052 1850 1834 1149 . 1096 . 1095 . 1068 . 1046 . 499 Weniger gesährlrche Likoe. Cura^ao . Cherry Brandy Wachholder untergekommen gestorben. * GesährlichkeitSgrad geistiger Getränke. In der Pariser Academie be Mäbecine wurde kürzlich eine sehr interessante Arbeit des Tr. Baudran über ein Mittels den GesährlichkeitSgrad jedes beliebigen Getränkes für den Organismus direkr festzustellen, verlesen. Ter Verfasser der Abhandlung geht von ber Thaisache aus, baß der Alkohol und seine Produkte, statt das Verbrennen zu beschleunigen^ es vielmehr verlangsamen, indem sie den Blutkörperchen Sauerstoff entziehen. Man muß daher die verhältnismäßige Schädlichkeit der verschiedenen Alkohole und Li* queure feststellen können, indem man sie einer vergleichenden Oxydieruirg unterzieht, die mit einem chemischen Stoffe gemessen wirb, ber sie bei gewöhnlicher Temperatur ai? greift, wie es das Blut thut. Tiefer Stoff ist das mangansaure Kali, das sehr empftndlich reagiert und gleich dem Blute leicht alkalisch ist. Je stärker die Oxydierung durch eine Flüssigkeit ist, um so giftiger ist diese. Aus Grund dieses Verfahrens hat Dr. Baudran folgende Gefähttich- keits-Skala für Getränke aller Art ausgestellt: Gesährliche Lcköre. (Sau be Cologne . Pfefferminz Ateliffengerst . . « Kräitterextrall . . Absinth . . . « Kümmel . . . « Chartreuse . . . Weine. Pomarb (Burgunder) . 350 I Weißer Bordeaux Pontet (Sand (Burgunder) 327 \ Roter Bordeaux. . 287 . 283 Bier 156 unb Aepjelwein 142. ♦ Eugen Richter als Hotelpatron. Aus dem Berner Oberland wird dem „Bert. Tagbl." geschrieben: Ter Abg. Richter machte in den letzten Wochen mit seiner Gattin eine Schlleizerreise. Ganz besonders gut gefiel eS ihm in einem hoch über dem Thuner See belegenen Kurort, wo das Ehepaar mehrere Wochen verwellte. In dem Hotel, in welchem „Eugen Richter, Schriftsteller und ReichstagK- mitglied, mit Gemahlin" — so steht im Fremdenbuch zu lesen — Anfenthall genommen Halle, war der gefürchtete Parlamentarier nicht wieder zu erkennen. Sei es, daß er sich im Ehestand rasch an das ,Lasagen" gewöhnt hat, kurzum, er nahm beim Mittagbrot und beim Wendessen alle „Vorlagen" glatt an, machte keinerlei Abstriche an dem chm vom Wirte vorgelegten Budget und stellte nirgends Ab- änderungsanttäge. Dtun hatte das Hotel, in welchem der sonst so ftrenge Kritiker „alles bewilligte"", vor einigen Jahren seinen Stern im Bädeker verloren, weil es in andere Hände übergegangen war. Selbstverständlich lag dem neuen Wirt sehr viel daran, den Stern wieder zu bekommen, aber alle Bemühungen waren bisher vergeblich gewesen. Ta: wandten sichUun Wirt und Gäste an den Abg. Richter Snitder Bllte, für eine an Bädeker zu richtende „Pelltion"" das „Referat zu übernehmen"". Eugen, der das „Neinsagen""^ offenbar ganz verlernt hatte, sagte „3a", und schon nach wenigen Tagen erhiell er von Bädeker den Bescheids daßf seinem Wunsche Folge gegeben sei, und daß das betreffende Hotel im nächsten Jahre seinen Stern wieder bekommen werde. Nicht wenig stolz ist nun aber der Wllt; „hie vier Reichskanzler, denen er immer alles abgelehnt" — so sagt ber Brave — „müssen es falsch an gefangen haben. Bei mir hielt er keine langen Reden, höchstens einmal ein paar persönliche Bemerkungen und von Obstruktion war nie eine Spur."" * Das Ur Wäldchen in Oldenburg. Mll dem Begriffe bes Urwaldes verbindet sich uns Europäern unwillkürlich etwas Tropisches, Ueberseeisches. Tie nördllch^ gemäßigte Zone besitzt überhaupt nur mehr in den entlegensten Teilen Brittsch-Nordamettkas und des südlichen Sibitten wllllichen Urwald. Es dürste nun nicht allgemein bekannt sein, daß in Oldenburg zwischen den Dörfern Bockhorn und Neuenberg ein kleines Stückchen Urwald sorgsam in seinem ursprünglichen Zustande erhallen wird. Inmitten rationell bewirtschafteter Hochwälder llegt in einer Länge von etwa einer halben unb einer Breite von einer Viertel- WegsMnde ein Waldbercich, der ganz sich selbst überlassen wurde, in dem der Mensch nicht gewlltfchaftet, nichts gefällt, nichts gelichtet hat. Gewaltige Eichen und Buchen von knorrigem Wuck)S stteben gegen Himmel. Wsterbende steheii dazwifchem geborstene und vom Wind gefällte liegen modernd am Boden, und junge stteben dazwischen schlanken Wuchses in die Höhe. Neben den Stechpalmen spiell der Epheu eine bevorzugte Rolle. Er fehlt an keinem alten Baumstamme, erreicht zuweilen selbst in seinen Stämmew ansehnliche Ticke und turnt und strebt unermüdlich bis zu. den höchsten Aestcn der alternden, schwach belaubten Baunv- rlesen empor. Eine Eigentümlichkeit des „Urwaldes-"" Die Wäh- Ernte wie im vorigen Jahre erwarten rann. An Ob)t gedeihen die A-epfet stellenweise io gut, datz bfe Teste viel- ach gestützt und' oufgeüundeu werden mutzten. Aw e t s ch e n ;iebt es fast gar nicht. Binnen nur in geringen Mengen. Drieskaßen der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Einer für Alle. Wir wiederholen, daß a n o n y ni ernge- sandte Anfragen und für die Rubrik „Eingesandt" bestimmte Schriftstücke unweigerlich in den Papierkorb wandern. ___ Noch niemals eine so milde und angenehm aromatische Seife wie die Landwirtschaft. Gießen, 19. Aug. Wie uns von zuverlässiger Seite vritgeteilt wird, findet au dem Zuchtvieh'import des tanbto. Provinzialvereins aus der Schweiz von Seiten der Gemeinden und Landwirte eine recht rege Beteiligung statt. Es sind nämlich bis setzt gegen 30 Rinder und gegen 60 Ziegen, vorherrschend männliche Tiere, bestellt worden. Die Einkaufskommissrou, bestehend aus den Herren: Oekonomierat Leithiger, als Vertreter des Vorstandes und Geschäftsführer des Provinzialvereins, und Bürgermeister Buhmann (für den Ankauf von Ziegen), ferner den Herren: Kreisveterinärarzt Dr. Schmidt-Gießen und H. F. Rodemer-Angersbach (für den Ankauf von Rindern), ist tu diesen Tagen in die Schweiz abgereist, um die Ankäufe vorzunehmen Die Versteigerung unter den Bestellern findet voraussichtlich gegen den 30. d- M. in Gießen statt. l. Großen-Lrnd en, 18. Aug. Ein wahrer Segen anAepfelnistim Herbst zu erwarten; die Baume hängen bis zum Zusammenbrechen voll, sodaß die Aeste reichlich gestützt und aufgebunden werden mutzten. Besonders reiche Erträge werden die Baume an den Kreis- und Staatsstraßen liefern, so an den Straßen nach Lang-Gons, Klein- Linden und von letzterem Ort nach Dutenhofen zu. W. Aus der südlichen Wetterau, 17. Aua. Die Getreideernte geht ihrem Ende entgegen, und man kann wohl behaupten, daß sie trotz des trockenen Sommers eine ziemlich gute ist Freilich ist das Quantum an Stroh geringer, wogegen jedoch die Güte der Körner und der Mehlgehalt vorzüglich find. In unserer Gegend wird ut erster Linie Weizen gezogen, während Roggen weniger und eigentlich nur des Strohes wegen gepflanzt wird. Der Weizen kostet gegenwärtig 16 Mark, wogegen Roggen etwa Tttit 12,50 Mark bezahlt wird. Zur Zett sind überall eines solchen Baum- Maschinen führen fich aut jedem Jahre mchr und mehr ein. Die Frühkartoffeln bleiben in ihrem Quantum gegen frühere Jahre sehr zurück, doch stehen die Spät- karttoffeln so gut, daß man allgemein eine gleich gute im Gebrauch gehabt", ift eine ärztliche Aeußerung. Sie ist die befte existierende hygienische Toiletteseife der Gegenwart. Ueberall, aud) in den Apotheken erhältlich.___f80 Ueber Ausschläge bei Kindern and Säuglingen 6.^März $1902: Ihre Oberweiers Herba- Seife" hat mir bei einem zweijährigen Kinde mit chronischem, sehr hartnäckigen Lautausschlag, der bisher jeglicher Therapie trotzte, vorzügliche Dienste geleistet. Z. h. i. Apotheken Drogerien und Fabrikant I. Gioth, Hanau 2. Best.: 90 Seife, 3 /0 Armecy 2 % Salbei, 1,5 % Wasserbecherkraut, 3,5 % Harntraut. 8312 Mrversttäts-Nachrichteu. — Professor Wilhelm Wnudt in Leipzig, der berühmte Physiologe und Philosoph, feierte am 16. d. Mts. seinen 70. Geburtstag. Er wurde von der Stadt Leipzig zum Ehrenbürger ernannt. Der greise Geiewäe hat sich den großen von der Stadt und der lllüversitat geplanten Festlichkeiten durch eine Reise nad) Friedrichroda entzogen. Die Züricher philosophische Fakultät richtete eine Gluckrvunschadreye an ihn. Es wird daran die geistige Gemeinschaft mit der Züricher Hochschule, die an der Pflanzstätte seiner 'Philosophie entstanden, betont, eine Gemeinschaft, der weder die Jahre, noch nationale Grenzen Eintrag gethan hätten. Wundt lehrte 1874 als Nachfolger Friedrich Albert Langes an der Hochschule zu Zürich. . Wien, 18. Aug. Der Embryologe Professor Schenk ist m Schwauberg (Steiermark) g e st o r b e n. (Sem Werk über den „Emsluß aus die Geschlechtsverhältnifse" erregte f. Z. großes Aus- ehen. D. Red.) den AuSstand zu treten. Heute Abend sand eine Versammlung der Fuhrherren und Droschkenkutscher statt, in der das Angebot des Polizeisenators Stammann nntgeteilt wurde, nach dem für de» Fall, daß die Fahrten sofort wieder angenommen werden, die neue Droschkenordnung erst am 1 Januar 1903 m Straft treten solle und den Fuhrherrn und Droschkenkutschern Gelegenheit geboten wird, ihre Beschwerden gegen die neue Verordnung beim Senate vorzubringen. Die Versammlung verlief sehr erregt und endete ohne Ergebnis. Die Beratung wurde auf morgen vormittag vertagt. Die Stimmung der Droschkenkutscher war gegen das Anerbieten, sie verlangen eine bündige Erklärung vom Senate. Die- Fuhrherren waren meist für die Annahme des Anerbietens. Sport. Radfahrer machen wir auf zwei kleine Büchelchen aufmerksam, die ihnen brauchbare und angenehme Beglefter auf größeren Sommertouren sein könnten. Zahlreiche Radfahrtouren durch das Gebiet der M o s e l und Saar, durch Eifel, Hochwald-Hrmsruck und das Rhein-Lahnthal sind in einer 50 Pfg.-Brofchure aus dem Verlag der Fr. Lintz'schen Buchhandluna in Ttier angegeben, und ein Radwanderblich durch die f ä ch s. - b ö h m i s ch e Schweiz hat ein Herr Bernhard Böhm bei G. Kreysing- in Leipzig erscheinen lassen, das mit einer Landkarte und mit einen Routenkarte ausgestatlel, Radlern bestens empfohlen werden kann. Spiclplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 20. August, abends halb 8 Uhr: „Die schöne Helena/ Donnerstag den 21.August'): „Der fliegende Hollander. Freitag den 22. August: „Mignon." Samstag den 23. August: „Die weiße Dame." Sonntag den 24. August: „Dre Hugenotten." Schauspielhaus. Mittivoch den 20. August'): „Flachsmann als Erzieher. Donnerstag den 21. August, abends halb 8 Uhr: „Alt-Heidelberg." Freitag den 22. August: „Alt-Frankfurt". Samstag den 23. Aug.: Nora". Nora: Fraulein Camilla Dalberg vom Hoftheater m Hannover a. G. Sonntag den 24. August: Dramen-Zytlus zum Abschiede vom alten Schauspielhaufe. Zehnter Abend. Johann Nestroy (geb. 1801, gest. 1862). „Lumpaci Vagabundus. ') Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends uni 7 Uhr. _ Gerichtssaal. sp. Gieße», 16. Aug. Gewerbege richt. Den Dorsch führt Bürgermeister Mecum. Der Oberkellner Paul P^ z. Zt. in Marburg, klagt gegen den Hotelier August H. hier auf Zahlung von 169 Alk. Entschädigung wegen unbeftigter kündigungsloser Entlassung. Der Beklagte wendet ein, daß Kläger auf Probe engagiert worden fei und daß er (Beklagter) sich Entlassung des Klägers ohne Einhaltung der gefetzlichen Kündigungsfrist für berechtigt gehalten, weil biefer den Erwartungen nicht entsprochen. Die Höhe des EM- fchädigmrgsanfpruchs werde auch bestritten. Der Kläger entgegnet, daß ihm von EiUgagement aus Probe nichts bekannt fei. Es wurde Bewersbeschluß erlafjen, wonach der Vertreter des Agenten Schmitz in Wiesbaden über das Engagementsverhältnis und der Hotelier Aftmd und Gottlieb Nauheimer dahier über den Entschädigungsanspruch, namentlich über dessen Höhe, ersterer als Zeuge und die beiden letzteren als Sachverständige vernommen werden sollen. Die Vernehmung der beiden Sachverständigen erfolgt nach Rückkunft der Akten. — Der Kellner Philipp G. hier verlangt von einem hiesigen Cafetier wegen vorzeitiger Enttassung 55 Mk. Entschädigung. Der Beklagte beantragt Klayeabweisung, weil er die mit dem Kläger vereinbarte dreitägige Kündigungsfrist emgebalten habe. Kläger bestreitet, daß mit ihm eine dreitägige Kündigung^ frist vereinbart worden sei. Es soll über die vom Beklagten behauptete und vom Kläger bestrittene Kündigungsvereinbarung der Agent Benz in Frankfurt durch das Amtsgericht Frankfurt a. M. vernommen roetben. Die Höhe des Entschädigungsanspruchs wurde nicht bestritten. Arbeiterbewegung. Kölu, 18. Aug. Etwa 1700 Bauarbeiter sind heute ^^amburg, 18. Aug. Zum Kutscher-Generalstreik wird gemeldet: Sett heute morgen finden keine Leichentransporte mehr statt. Auch die Rollsuhrwerksbesitzer mit ihren Kutschern sowie die Schaffner und Kutscher der Straßenbahnen drohen, ebenfalls m Menge 6er torEratmenSai Dich leichen". Wie tounbetSar ist derAnbl 7'7 greises, dessen Stimmt mehrere Männer nicht zu umspannen vermöchten, dessen Aeste fich. in seltsamen Verzerrungen seitwärts recken, ans dessen nur mehr schwach belaubter Krone der Sturm bereits mächtige Stücke heraustzerisseu hat dessen wnchtiger Bau aber, trotz vordringender Verwesung und trotz Moder im zerklüfteten Stamm noch immer ber Gewalt der Winde und dem nahen Sturze widersteht! Ta sieht man verzerrte Formen, wunderliche Verästelungen, ein Jneinanderverschjlingen der verschiedensten Bäume. Niemand füllte hier den Stamm, dessen Mitteltrieb der Wind gebrochen und der nun kandelaberartig seine Seitenaste in die Höhe sendet, niemand befteit einen Baum von der Umschlingung eines rückfich-tslosen Nachbarn; sie müssen den Kampf um die Erhaltung allein aus kämpfen und streben fest umschlungen und durchwachsen aufwärts. Tas ist unbedingt noch dasselbe Bild eines Waldes, wie ihn unsere Vorväter im allen Germanien gekamtt haben, unter dessen Wipfeldach llrochs und Wisent, Elch und Rothirsch, Bar und Wolf, Luchs und Wildkatze lebten. Die oldenburgische Regierung und die Großherzöge haben sicht ein hoch anzuschlagendes Verdienst erworben,, daß sie, den allen Tradü- Lonen getreu, diesen „Urwald" sich selbst überließen. S • 2 E ’ tV LZ tt er 2 N *6*0 aE Ci g 'S sag (9 L> «ft l-2 c® P Ml 2 © p <9 a>r- G • -t Ci co . a * " U Ml « 71 y 'S eg K *3» sg Ö IS p? p o S *G e co Z -r d h) (!) cci ©3 o a "7, 77 © - p ~ m e c eo s S ■ CM co = 3^ © ortland-Eement Marke Diamant höchste Mahlfeinheit Grösste Bindekraft auf Lieferung vrnr Dükerrohren 5807 Llebigstrasse-Rlegelpfad Nebenbetrieb an den Bahnhöfen, Bekanntmachung Grösstes Cementlager am Platze Großherzogliches Amtsgericht. 5771 unter 1140 Ich war kahl J. Craven-Burleigh, 100. 1691 Sonstige Schuldner 3590.09 alte &rafHtRus sagt: 5825 Gemarkung Gemarkung Gemarkung 508.60 20.50 jer 5698 JL $ 156.70 1944.36 1333.06 yn portofreie -rgermeisterei, Alt ich kahl war, kam ich in Besitz eines RecepteS zur Herstellung eines echten Haarwuchsmittels. Mein Haar wuchs so. wie eß jetzt ist, in ungefähr 40 Tagen. Hundert andere ähnliche Fälle. Ich verkaufe diese» vorzügliche Präparat. Zum Versuch sende ich Ihnen eine Dose diSeret gegen Einsendung vou 20 Psg. in Briefmarken. Versuchen Sie eS, wie ich, »ud überzeugen Sie sich. Schreiben Eie bitte unter Angabe dieses Blatte» an Berlin SW. 375 Leipzigerstr. 84. Aktiva. Kaffenbestand Geschäftsguthaben bei Genossenschaften Ausstände bei Genossen anerkannt bestes Fabrikat liefert zum allerbilligsten Fabrikpreise die Niederlage g) nachmittags 2l/t Uhr von den Wiesen Alten-Buseck: h) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen Großen-Buseck. jy Krisch gckerle 8ctuiiic in jeder Grüße stets vorrätig bei P. 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Meiner werten Nachbarschaft, sowie meinen werten Gönnern diene zur Nachricht, daß ich das seither von Herrn Georg Lotz 28 Bahnhofftratze 38 geführte 24 Preis-MedaillenI “’iJSL Underberg*-Bo onekamp Billiger geworden prima Portland Gement nur erMasstge Marken, für Aorrüglichkrit garantiert per Sack 1.45 Mark Gement verschenkt keine Fabrik, aber billiger wie jede Konkurrenz liefert solchen Günstige Ollerle Eine große Partie zurückgeschter Jünglings-Anzüge passend für das Alter von 10 bis 16 Jahren und sehr vorteilhaft geeignet für Reise-Anzüge, bedeutend unter Selbstkosten- Emil Horst, Giessen Baumaterialienhandlung und Cementwarenfabrik Die Zusammenkunft ist am 35. August am Neustädterthor und am 26. August in den Lchsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden erfüllst, Vorstehendes m ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. ; / Gießen, am 18. August 1902. 5395 Grohherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bedingungen und Angebotsforrnulare können Einsendung von Mk. 1.— durch das Sielbauamt, Zimmer Nr. 6, bezogen werden. Ebendaselbst liegen auch die Zeichnungen und sonstige Ber> dingungsunterlaaen m den Dienstftundcn zur Einsicht offen. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmtck, Darmstadt, Mühlstraße 60. Jm Emmchen empfehle: echten Mm-Wg Toppel-Efsig in Korbflaschen ä 5, 10,15, 20, 25 und mehr Liter Salicyl Weinsteinsänre* Gewürze aller Art in tadelloser Ware. 5438 Emil Fischbach. 1731.27 5537.79 HadienerBadeäfen A D. R. F* Gebrauch. ^fioUBENSf^ .jüasheizöfenX —1| ^Vertreter an Fast allen Plätzen, « ■ Hrummetgras-Dersteigerung L#>er Stadt Gietzeu. Montag den 25. und Dienstag den 26. August, jedes- 9 U^r begtuueud, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof, von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesqckböschungen meistbietend ver° stergert werden und zwar: Montag den 25. August: a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, von den Wieseckböschungen, sowie von der früher Pascoe'schen Wiese; b) am Neuenwegerthor von den Wiesen im Heegstrauch und nn Rußland; / Ju e) an Ort und Stelle vom Friedhof tAbt. F—8s und von den Anlagen vor dem Friedhof; 4> im Philosophenwalü, nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wieseckthal, von zwei Hospttalwiesen und von zwei Psarreiwiesen in der Gemarkung Wieseck, sowie I um 5 Uhr von co. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach £ ifiatsäcfilicfi öas <3aste. Jn der Lhat ist Dri dar sicherste, wirksamste, zuverlässigste Snsekten-Zötungsmittel speziell für fliegen, FlShe Läuse. Kakerlaken, Schwaben rc. Aus brr. zahlreichen Anerkennungsschreiben: ,Mri ist famos." — „Ihr Ö.i virkt kolossal." — .Habe großartig« Erfolge erzielt." — .Half besser »ieQandere Sachen." — .verwende blos nur noch Dri." Icd: dngmalsiasche tm Garantiekorton luftdicht und doppelt verpacht. Niemals lose zum Nachfüllen. 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