•W-Qll M? W .uberlafZ? )tCn Wilhelm ii, hu End« Witätfc W lBei. ln6M bei i- tot haben wem Jahre 9 haben die :r Orangen. lHeiter- durch die Forschriften kannten den „ Von Bru, "cht hier, der «leit). Ich 3« sich nicht Heiterkeit.) sagen darf -s Aili, Ä .z ^Edner, to die Er- Sä* Jtog. g * nur auf ^'Mtn Seit, -gen Munstern anläßlich einer .Pionier" der r gestern nacht p Laillat ans. ch acht Tonnen issen sich ent- itbare Ex- chiffes zcrstött Ner M/'/agic ne dieMmr- tlbmigen aus i Erdbeben 0 Häuser lvur- indsbelveg- lngestellten der rbeilcr, Fracht- it nieder. Die ehrfach zu > t luurbciL ;en^erein von n schließen und sie auch nur en vorgelegten Mchast. Haltung der ilt mit, daß sie genwerde^ L r Ävzeig?7 a im Lepnden ■eut sick A, deM : Aesamd' 2a^ -7xE n r>t uni» 5 etr®5| 9'0«' trt : St«-Aich-« « “ 1 K-L aus-8 ■»»cL.r1 Nr. 4L Erstes Blatt. 15rr. Jahrgmrg Mittwoch LV. Februar L»«S Urschet»« iSgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Der- log der Brühl'schen Unwers.-Buch- u.Etein« druckeret IPietsch Erben) Redaktion, ErpedMoa und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Sieben. Fernsprkchanschluß Nr. 51. SießenerAnzeiaer General-Anzeiger v '**i7 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vez«g»pret»r monalt,6)75Ps..viettel« lahrlid) Mk. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monaihd) 65 Pf.; durch diePost Mk.S.—oiettet» 'ährl. ausschl. Bestellg. 'Innahme von Anzeige» ;t die 2ogeönummer ■i vormittags 10 Uhr. zcilenpreis: lokal ILPs^ ciuswärls 20 Psg. verantwortlich: ür den polit. il allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und £nnb* und .GerichtSsaal':R.Ditt» mann; für den Anzeigenteil: panS Deck. Bekanntmachung. Betr.: DaS Landgestüt; hier die Rückgabe der Scheine für nicht bedeckte Stuten. Rach § 6 der Bekanntmachung vom 2. Dezember 1836 (Reg.-Bl. Nr. 54 S. 560) ist der Eigentümer einer Stute, welche mit einem von der Großh. Bürgermeisterei gemäß § 2 dieser Bekanntmachung ausgestellten Schein versehen ist und wegen erblicher Fehler zum Bedecken nicht zugelassen (§ 5) oder überhaupt aus irgend einem anderen Grunde nicht bedeckt wird, verpflichtet, den Scheinder Bürgermeisterei, welche ihn ausgestellt hat, zurückzugeben. Wird die Rückgabe des Scheines an die Bürgermeisterei unterlassen, so wird angenommen, daß das Bedecken der Stute wirklich stattgcfunden habe, und es hat der betr. Stutenbesitzer alsdann sich selbst beizumessen, wenn das Sprunggeld von ihm beigetrieben wird. Nach § 8 derselben Bekanntmachung haben die Großh. Bürgermeistereien die nach § 3 von ihnen zu führenden Verzeichnisse alsbald nach Ablauf der Bedcckzeit an die Großh. Kreisämtcr einzureichen. Es erscheint daher geboten, daß die eingangs erwähnten Scheine für nicht bedeckte Stuten alsbald nach Ablauf der Bedeckzeit, spätestens aber bis Ende des Monats Juli desjenigen Jahres, für welches der Schein ausgestellt wurde, zurückgegeben werden. Dem entgegen erfolgte seither in zahlreichen Fällen die Rückgabe fragt. Scheine erst sehr verspätet,- ja öfter erst dann, wenn das Sprunggeld bereits angefordert worden war. Die Folge davon waren zahlreiche Gesuche um Erlaß des an- gesetzten Sprunggeldes. Um nun die hierdurch veranlaßte Unordnung in der Führung der Verzeichnisse und die in der That nicht zu rechtfertigende Inanspruchnahme der Amtsstellen durch Gesuche um Erlaß von Sprunggeldcrn zu beseitigen, hat Großh. Ministerium des Innern beschlossen, daß vom Beginn der diesjährigen Deckperiode ab derartigen Gesuchen nur dann Folge gegeben werden soll, wenn nachgewiesen wird, daß die Rückgabe des Deckschemes bis zum 31. Juli desjenigen Jahres erfolgt ist, für welches der Schein ausgestellt wurde. Gießen, den 18. Februar 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- v- Bechtold. Gießen, den 18. Februar 1902. Betr.: Wie oben. Das Groscherzogtiche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf unsere vorstehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen vorkommenden Falles entsprechende Veranlassung. v- Bechtold. Kor der Entscheidung. Aus Berlin wird uns vom 18. d. M. geschrieben: Morgen (Mittwoch) kommt es endlich in der Zolltarifkommission zur Beratung über die Getreidemindest zölle. Bis dahin müssen die Mehrheitsparteien sich über den Kompromißantrag auf Erhöhung dieser Zölle schlüssig gemacht haben. Den Entschluß der Regierung Dürfte Graf Bülow zur Kenntnis der Kommission bringen, nach allem, was vorausgegangen, wahrscheinlich in dem Sinne, daß die verbündeten Regierungen unverändert den Standpunkt ein nehmen, daß die Mindestzölle die Grenze der Zugeständnisse an die Landwirtschaft bilden. Da wird denn von Interesse sein, zu vernehmen, was die Vertreter der Mehrheitsparteien auf diese Erklärung erwidern. Graf Schwerin-Löwitz machte bei der ersten Lesung des Zolltarif- entwurfs im Reichstag die Zustimmung der Konservativen ausdrücklich von der Annahme der zu stellenden Abänderungsanträge abhängig. Mithin würde nunmehr zu erwarten fein, daß die Konservativen in aller Form den Verzicht auf weitere Mitwirkung an den Tarifarbeiten aussprechen. Das wäre natürlich gleichbedeutend mit dem völligen Scheitern des Entwurfes. Dann sollte auch gleich das Plenum des Reichstags über die Mindestzölle entscheiden, damit die zwecklosen Beratungen nicht noch weiter verlängert werden. Aber es ist schwer anzunehmen ,daß die Konservativen die Tinge bis auf die Spitze treiben. Die Ver- werftmg des Zolltarifentwurss würde an der maßgebendsten Stelle, zumal in Erinnerung an das Schicksal der preußischen Kanalvorlage, eine Stimmung Hervorrufen, die zu ähnlichen, noch verschärften Beweisen der Ungnade führen würde wie einst bei der Opposition gegen die Handelsverträge unter Caprivi. Bei der Galatafel in Königsberg vom 6. September 1894 wurden aus der Liste der Otelabenen die Grafen Mirbach, Kanitz, Klinckow- ström gestrichen, und der Kaiser sagte in seinem Trinkspruch auf die Provinz Ostpreußen: „Eine Opposition preußischer Adeliger gegen ihren König ist ein Unding." Solche Vorgänge können sich wiederholen: ob aber die Akte der Zurücknahme von Maßregelungen gegen die Landräte, die gegen die Kanalvorlage gestimmt hatten, sich wiederholen? Die Konservativen stehen vor einer der wichtigsten und folgenschwersten Entscheidungen. Graf Bülow hat wiederholt ver- und ersucht, den Bogen nicht zu Überspannen. Das Gleiche gilt von dem preußischen Lcuckwirtschastsminister v. Podbielski. Er ist, wie in parlamentarischen Kreisen erzählt wird, oftmals privatim von den Mitgliedern der Rechten befragt worden, ob nicht doch die Verbündeten Regierungen „die Kleinigkeit zulegen würden", worauf Herr v. Podbielski immer wieder mit nein geantwortet habe. Graf Bülow soll persönlich einigermaßen verstimmt darüber sein, daß man ihm zutraue, sich in Widerspruck) zu setzen mit seinen bestimmten Aeußerungen beim Festmahl des Landwirtschaftsrats. Jedenfalls wird die amtliche Erklärung gegenüber dem Kompromißantrag so gehalten sein, daß kein Zweifel mehr Raum hat. • - Tie Zolltarifkommission eröffnete gestern der Abg. von Kardorff als Alterspräsident. Cr schlug zum Vorsitzenden den Abg. Rettich (kons.) vor. Terselbe wurde, da ein Widerspruch nicht erfolgte, gewählt. Er nahm die Wahl dankend an und eröffnete sodann die Beratung Über den Antrag Gothein oetreffend eine parlamentarische Enquete. Gamp beantragt diese Beratung bis zur zweiten Lesung zurückzustellen, andernfalls würde er Uebergang zur Tagesordnung beantragen. Die Beratung der Gothein'schen Anträge würde die Förderung des Zollgesetzes auf Wochen unterbrechen. Gothein bemerkt, die Erörterung seiner Vorschläge würde im Gegenteil zur Beschleunigung beitragen, da ja Ipoch die einzelnen Fragen beim Tarif selbst gestellt würden. Stadthagen spricht sich im gleichen Sinne aus. Bebel, der an Stelle von Singer in die Kommission eingetreten ist, wünscht, daß die Beratung der landwirtschaftlichen Zölle so lange zurückgestellt wird, bis die Gothein'sche Enquete durchgesührt wäre. (Heiterkeit.) Abg. Gamp stellt den förmlichen Antrag auf Zurückstellung der Gothein'schen Anträge bis nach der zweiten Lesung. Der Antrag wird mit großer Majorität angenommen. Die Sozialisten Antrick und Bebel beantragen, den Reichskanzler zu ersuchen, Auskunft zu geben, welche Ergebnisse die Untersuchungen des Wirtschaftlichen Ausschusses bezüglich der von Gothein gestellten Fragen lieferten. Stadthagen begründet den Antrag und erklärt, würden die Ergebnisse nicht mitgeteilt, so könneeran eineNotderLandwirt- schaft nicht glauben. Gothein hält die Erhebungen des Wirtschaftlichen Ausschusses nicht fürbeweis- kräftig, da ausschließlich Agrarier berücksichtigt worden seien. Geheimrat Borght erklärt, die Umfrage des Wirtschaftlichen Ausschusses sei so einwandfrei, wie man es nur wünschen könne. Die Notlage der Landwirtschaft sei auch vom badischen Minister Buchenberger, ja selbst von Sozialdemokraten, wie Schippel und Calwer, anerkannt. Der Antrag Antrick-Bebel wird schließlich gegen eine lleine Minderheit abgelehnt, worauf die Weiterverhandlung vertagt wird. Der Zolltarifkommission des Reichstages ging ein Antrag Fischbeck-Gothein zu, nach welchem die Bestimmungen des Tarifgesetzes betr. die Getreide-Minimalzölle *u streichen und statt der erhöhten Sätze der Vorlage Die Sätze des gegenwärtig geltenden allgemeinen Tarifs beizubehalten sind. Parlamentarisches aus Heffen. Ter Erste Ausschuß der IL Kammer beantragt, den Antrag der Abga. Dr. David und Haas (Mainz), betreffend die Umführungsbahn Mainz—Mombach—Wiesbaden—Kastel für erledigt zu erklären. Ter Abg. Weidner hat bekanntlich den Antrag eingebracht, die Kammer möge die Regierung ersuchen, in das nächste Budget den Betrag von 10000 Mk. einzustellen, der zur Remunerierung von Lehrer-Stelleninhabern in besonders ungünstig gelegenen Orten des Landes, namentlich im Vogelsberg und im Odenwald, neben ihren Tienst- bezügen verwendet werden soll. Die Regierung hat anerkannt, daß der Gedanke für sich einnimmt und geeignet erscheinen dürfte, Mißständen vorzubeugen. Sie ist jedoch nicht in der Lage, sich ohne vorherige nähere Prüfung der Verhältnisse jetzt schon endgiltig in der Sache schlüssig zu machen, und behält sich deshalb vor, die nötigen Erhebungen eintreten zu lassen, und nach deren Ergebnis eintretenden Falls weitere Vorlage zu machen." Ter Ausschuß sieht darin ein erfreuliches Entgegenkommen gegenüber der gegebenen Anregung und beantragt, den Antrag des Abg. Weidner vorerst für erledigt zu erklären. Tasselbe Schicksal hat im Ersten Ausschuß der Antrag des Abg. Ulrich, betreffend den Bau eines Gymnasiums in Offenbach erfahren. Dieser Antrag wird vom Ausschuß für erledigt erklärt, weil die Stadt Offenbach zur Herstellung der erforderlichen Schulgebäude verpflichtet erscheint. Ter Regierungsvorlage betreffend die Schaffung einer Weinbaudomänenverwaltung in Mainz stimmt der Erste Ausschuß zu. Im Finanzausschuß kam es bei den Beratungen des Kapitels Landwirt schaftzu längeren Debatten, in welchen die bereits im vorigen Jahre durch den Abg. Weidner im Plenum beanstandete Art der Verwendung der staatlichen Mittel seitens der Provinzialvereine und die mangelnde Kontrolle dieser Verwendung zur Erörterung gelangten. Die Regierung hat hierbei eine Er klär un g abgegeben, wonach sie ihren Willen bekundet, zwecks Abstellung der Mißstande eine Aenderung in den bisherigen Verhältnissen eintreten zu lassen. Diese Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Während die Großh. Regierung zu der im Antrag Backes u. Gen. vorgeschlagenen Deckung der im Budgetentwurf bewirkten Streichungen an den Beträgen für Förderung der Viehzucht aus anderen Etatspositionen zustimmen konnte, hat sie zu der erörterten Frage der Kontrolle der Verwendung dieser Beträge Folgendes zu erklären: Tie Großh. Regierung steht auf dem Standpunkt, daß dem Erfordernis größter Sparsamkeit bei Verwendung der Staatszuschüsse für die Landwirtschaft nur genügt werden kann^ wenn für die Verausgabung und die Nachweise über bie^ selbe die ganz gleichen Grundsätze maßgebend sind, wie sie für a l l e St a a t s an s g a d e n gelten. Dies! setzt namentlich voraus, daß alle Aufwendungen, soweit- nur irgend möglich, in sorgfältig durchgearbeiteten undi erläuterten Voranschlägen vorgesehen werden und daß jederzeit die Thätigkeit der verwendenden Stellen nad>; der finanziellen Seite hin sich leicht und sicher kontrollieren läßt. Tiesen streng festzuhaltenden Forderungen gegenüber haben sich nach den bisherigen Erfahrungen: die Vorschriften zur Kontrolle des Kasse- und Rechnung-- wesens der landwirtschaftlichen Vereine als unzulänglich, erwiesen. Tie von der Großh. Regierung getroffenen Fristbestimmungen über die Einreichung der Voranschläge und Rechnungen sind nur ungleichmäßig und nicht ausreichend beobachtet' worden. Das System der Zweiteilung der Voranschläge, welches dermalen von den landwirtschaftlichen Provinzialvereinen im Interesse ihrer Freiheit in der; Verwendung der ihnen aus andere« Quellen als aus Staatszuschüssen zusließenden Mittel angewendet wird, läßt ein genügend klares Bild der Finanzgebahruna, insbesondere hinsichtlich der H ö h e der Verwallungs- koften nicht gewinnen uno entspricht dem berechtigten Verlangen nicht, staatliche Mittel für die Vereinszwecks nur als Zuschußbedarf in Betracht kommen zu lallen, wenn und soweit die eigenen laus-enden Mittel der Vereine nicht ausreichen. Die im Rahmen der bisherigen Pauschalbewilligungen zugelassenen und von den verwendenden Stellen selbst zur Zeit im weitesten Umfang geübte Heber trag bar leit der einzelnen Voran- fchlagskredite hebt den Wert der Voranschläge fast völlig auf; die Zulässigkeit dieser Uebertragbarkeit kann für die Zukunft nur anerkannt werden, insofern sie a^s eine allein der Regierung gewährte Ermächtigung anzusehen ist." — Ter Finanzausschuß spricht im Einver- ständnis mit obiger Erklärung der Regierung die Erwartung aus, daß demgemäß verfahren werde. Deutsches Keich. Berlin, 18. Febr. Ter Kaiser arbeitete gestern im Jagdschloß Hubertus stock mit dem Chef des Zivil- kabinetts Geheimrat von Lueanus. Mr heute sind der Chef des Militärkabinetts Generalleutnant Graf von Hül- sen-Haeseler, der Chef des Marinekabinetts, Vizeadmiral Freiherr von Senden-Bibran un- b:r Chef des Admiral- stabes der Marine, Admiral v... Trederichs zum Vortrag nach Hubertusstock besohlen. Politische Tagesschau. Die Budget-Kommission des Reichstages beschäftigte sich am Tienstag mit dem Etat für die ost asiatische Expedition. Es handelte sich zunächst um die A u s g a b e n aus Anlaß der Expedition 25 850 000 Mark für die Verwaltung des Reichsheeres und eine Million für die Verwaltung der Marine. Es erhob sich eine längere Generaldebatte über die Frage, ob nicht durch Reduzierung des Truppen-Kontingents die Ausgaben vermindert werden könnten. Staatssekretär von Richthofen erklärte: Diplomatische Verhandlungen schweben über die Räumung Tientsins, die nicht eine rein militärische, sondern auch eine politische Frage sei. Gegen sofortige Räumung spräche, daß alsdann auch die provisorische Regierung Tientsins weiter zu bestehen aufhören würde. Bei letzterer Frage spreche die Notwendigkeit mit, eine Garantie zu schaffen für die Beendigung der von der provisorischen Regierung begonnenen Peiho-Regulidrung, welche wegen Verbindung mit den Pekinger Gesandtschaftswachen militärisch wichtig sei. Das deutsche Besatzungs-Bataillon ist zur Zeit noch erforderlich wegen der! Wichtigkeit dieses Stützpunktes für uns. Die Regierung werde übrigens bei der Wahrung unserer Stellung die F i n a n z k r a f t des Reiches möglichst zu schonen wissen. Zur Whangpu-Regulierung sind jährlich 460 000 Taels aufzubringen. Tie Hälfte muß China beifteuent, die Hälfte bringen die Mächte durch Schiffahrtsabgaben auf, also im Verhältnisse ihrer Schiffahrt. Tie Zusammenrechnung aller Entschädigungen ergab, daß China statt 450 eigentlich 460 Millionen Taels zahlen! müßte. Tie Mächte verhandeln über die Verteilung dieser Reduktion unter sich. Schließlich betont Staatssekretär v. Richthofen, daß unserer auswärtigen Politik zukünftig, wie bisher, alle abenteuerlichen Pläne fern* liegen. Kriegsminister v. Goßler erklärt auf eine Anfrage Bachems, die gesetzliche Regelung der staatsrechtlichen Natur der ostasiatischen Besatzungsbrigade werde erforderlich, sobald die betreffenden Ausgaben auf den ordentliche. Etat übergehen. Es gebe alsdann zwei Wege: den Anschluß an die Schutztruppe oder den Anschluß an die in Tsingtau stehenden Marinetruppen. Staatssekretär v. Richthofen befürwortete bie volle Bewilligung der ostasiatischen Truppen. Politisch sei es gegenwärtig nicht zu übersehen, ob im kommenden Etats- Mr ein Teil entbehrlich sei. Gegenwärtig werbe eine Herabminberung bie Stellung Teutschlanbs unerwünscht erschweren. Im Lause ber Spezialberatung brachte Abg. Bachem eine Resolution ein, wonach die B e s a tz u n gs - brigabe, sobald die politischen Verhältnisje es gestatten, aufzulosen oder §u Derminbern ist. Abg. Rickter (fr. Vp.) befürwortet, statt dessen „baldthunlichfte" Verminderung zu fordern. Lie Arbeiter-Unruhen. Die Regierungen dreier europäischer Staaten sehen sic gleichzeitig Arbeiterbewegungen bedenklicher Art gegen- über. In Triest, Rom und Barcelona ist es zu Zusammenstößen unbeschäftigter oder ausständiger Arbeiter mit der bewaffneten Macht gekommen. Die österreichisch-ungarische Regierung dürste der Unruhen am ehesten Herr werden, da die (Kenntnis, daß a n a r ch ist i s ch e (Aemente die Hand im Spiele Ausland. Brüssel, 18. Febr. Kammer. Auf eine Anfrage, welches event. die Haltung der Regierung sein würde, wenn eine Macht neue Vorschläge zur Herbeiführung einer Verständigung zwischen den krieg führ en den Parteien in Südafrika mache, erwidert der Minister des Aeußeren, der englische Minister des Aeußern betonte in seiner Antwort an die niederländische Regierung die Absicht, keinerlei fremde Intervention anzunehmen. (Also zuerst wird die niederländische Intervention von England selber ins Werk gesetzt und nun, da sie an der Hartnäckigkeit der Buren gescheitert ist, wird die Sache wieder einmal umgedreht. Echt englisch! D. Red.) Sofia, 18. Febr. Wie verlautet, ist der Pastor Zilka unter dem Verdacht, an der Entführung der M i ß S t o n e, die jetzt bereits auf der Rückkehr begriffen ist, mitgewirkt zu haben, verhaftet. P e s ch a w a r, 18. Febr. Nach einer Meldung aus Kabul dürsten dem Emir von Afghanistan Habib Ullah von seiner Stiefmutter ,deren Sohn Niohammed Umar Khan ist, Schwierigkeiten bereitet werden. Es heißt, die Stiefmutter hätte sich nur widerstrebend in den Willen Abdurrahmans betr. die Thronfolge gefügt und hätte mit dem jetzigen Emir bereits häufig Auseinandersetzungen wegen gewisser Angelegenheiten gehabt, bezüglich deren sie meint, daß sie nach dem Willen des verstorbenen Emirs hätte um Rat gefragt werden müssen. Auch der jüngere Bruder des Emirs, Masr Ullah Khan, hat Meinungsverschiedenheiten mit ihm. Die Aussichten für die Krönung Habib Ullahs werden somit nicht als hoffnungsvoll angesehen. (Also eine zweite Kwangsü in Asien! D. Red.) New York, 17. Febr. Der deutsche Botschafter lud den A d m i r a l D e w e y telegraphisch zum 28. ds. zu dem Diner ein, an dem Prinz Heinrich teilnimmt. Dewey sprach sein Bedauern aus, die Einladung wegen Krankheit seiner Frau nicht annehmen zu können. (Wir setzen hinzu, daß diese Nachricht wohl vom englischen Bureau Reuter stammt. D. Red.) — Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich wurden zu Mitgliedern des Atlanticf-Dachtklubs gewählt. Newyork, 17. Febr. Die Ratifikation des Vertrages mit Bezug auf den Ankaufder dänisch-West- in bisch en Inseln erfolgte im Senat einstimmig. haben, bei der Triester Bevölkerung die Sympathie für die Bewegung beeinträchtig hat. Ernster kann sich die Sachlage in Italien gestalten; der Arbeitsministcr reichte bereits die Demission ein und es wird am Ende alles auf die Geschicklichkeit des Ministers des Innern G i o l i t t i ankommen. Wenn er, wie vor einigen Jahren General Poll o ux, seine Zuflucht zu den Gewehren nimmt, dann ist mit Sicherheit auf den Ausbruch von Straßenkämpfen zu rechnen. Hoffnungslos aber sind die Zustände in Spanien. Die Verhängung des Belagerungszustandes scheint das einzige Hilfsmittel zu sein, dessen sich die Regierung gegenüber der sozialen Rot erinnert. Die Bewohner namentlich Barcelonas haben sich jedoch an diesen Zustand nachgerade so gewöhnt, daß sie auch die durch ihn proklamierte Herrschaft des Schreckens nicht mehr furchten und den Kampf mit dem Militär aufnehmen. Es sind nur noch wenige Säulen, auf die sich das spanische Staatsgebäude stützt. Im österreichischen Abgeordnetenhause brachten die Sozialdemokraten einen Dringlichkeitsantrag ein, der die sofortige Aufhebung der Ausnahmebestimmung und die Suspendierung des Triester Statthalters verlangt. Abgeordneter Ellenbogen (Sozd.) gievt eine Darstellung des Sachverhaltes, die von amtlichen Berichten ablveicht. Ter Oberleutnant Köppel habe einer Frau mit dem Säbel die Brust wegge- chnitten. (Rufe: Barbarei.» Als ihm ein Stein die Kappe vom Kops warf, ohne ihn zu verwunden, habe er kommandiert: Schnellfeuer. (Entrüstungsrufe.) Zwei harmlose Arbeiter seien vom Militär von zwei Seiten angegriffen und n i e d e r g e s ch o s s e n worden. (Rufe: Mord! Mord!) Redner zeigt einen blutgetränkten £nit vor, der von den Exzessen herrührt. Er greift den Statthalter Göß an, der 'Verbrechen aus Verbrechen gehäuft habe. — Ministerpräsident v. Koerber weist die Angriffe Ellenbogens zurück. Die Anwendung von außerordentlichen Mitteln sei ein Mittel äußerster Notwehr gewesen, um der Anarchie ein ent- chiedones Ende zu bereiten. (Widerspruch und Lärm bei den Sozialisten.) Wenn die öffentliche OrdnUngi in so frivoler Weise angetastet worden sei (Lärm bei den Sozialisten), o dürfe sich niemand darüber wundern. Wenn das Stand- recht an die Stelle der Grundrechte trete, so treffe die Verantwortung dafür nicht die Regierung, welche für Ruhe und Ordnung sorge, trotz jener Elemente, welche die Fackel des Aufruhrs in die Massen geworfen haben. (Beifall und Wider- pruch.) Der Antrag auf Zuweisung der Verordnung an einen Ausschuß mit dem Auftrage, in acht Tagen Bericht zu erstatten, wurde einstimmig angenommen. Tie „N. Fr. Pr." meldet aus Triest: Zum Schutze des Hafens und des Lloydarsenals langten drei Kr iegs- ch i f f e hier an und schifften ein Tetachement Marin e- oldaten aus. Unter den Verhafteten befinden sich vier notorische Anarchisten: der Ingenieur Pittoni, Fabrikant Gerson, Kaufmann Rovigo und Schmied Czech. — Tie Polizei soll, wie gerüchtweise verlautet, alle Beweise in Händen haben, daß sich in Alexandrien ein großer anarchistischerHerd befindet, der bei den Vorgängen in Triest seine Hand im Spiele hatte. Aus Barcelona wird folgendes gemeldet: Trupps von Ausständigen plünderten zwei Tabakläden und schleuderten Steine gegen einen Wagen, in welchem Verhaftete transportiert wurden. Ein junger Mensch feuerte 6 R e v o l v e r s ch ü s s e auf die Gendarmen ab, welche den Wagen begleiteten, ein Gendarm erwiderte >as Feuer und tötete den Angreifer. Eine durch Brandstiftung entstandene Feuersbrunst zerstörte ein großes Kohlenlager. Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse fitib uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 19. Februar 1902. • • Der Gießener Lesehalle-Verein hält am Donnerstag Abend 8% Uhr in den Räumen der Lesehalle seine Ordentliche Mitglieder-Versammlung ab. Die Tagesordnung umaßt 1. den Geschäftsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr, 2. die Neuwahl des Vorstandes, 3. Verschiedenes. * * Das Wohllhäligkeits-Konzert des Kronbauer'schen Quartett- Vereins hat, wie man uns mitteilt, 658 Mk. 11 Pf. Reinertrag, nach Abzug aller Unkosten, ergeben. (Die Abrechnung liegt zur Einsicht auf dem Bureau des Herrn Ernst Eh allier offen.) * * Vier Jahreszeiten. Allabendlich treten von 8 Uhr an die Leipziger Sänger in den „Vier Jahreszeiten" auf. Die Gesellschaft verfügt über gute Kräfte. Das Programm zeichnet sich durch Reichhaltigkeit aus, sodaß ein Besuch der Vorstellungen zu empfehlen ist. (Siehe Inserat.) ** Der RheinMain-Gastwirteverband nahm in einer Dele- girtenversammlung, die gestern Vormittag im Hotel Noack in Frankfurt a. M. stattfand, Stellung gegen die das Gastwirtsgewerbe wie auch das meiste Personal schwer schädigende Verordnung des Bundesrates betr. Ruhezeit des Personals im Hotel- und Gastwirt-Gewerbe. Es wurde beschloßen, gegen diese einschneidende Maßregel, die schon am 1. April in Kraft treten soll, sowohl beim Bundesrat wie bei den maßgebenden Persönlichkeiten rc. vorstellig zu werden. — Am Nachmittag fand eine Sitzung im Hotel „du Nord" statt, die noch besser besucht war. Zur Beratung stand die Kohlensäurefrage. Um dem immer mehr die Preise erhöhenden Ring entgegenzuarbetten, wurde ähnlich verschiedenen anderen Verbänden beschlossen, mit einem gut fundierten und leistungsfähigen Werk bei Selters einen Vertrag einzugehen, nach dem die Flasche Kohlensäure höchstens auf Mk. 3 sich berechnet. Das Werk verpflichtet sich, nach dem Ausbau jährlich 80 000 Flaschen zu liefern. Dieser Abschluß darf als eine für die Wirte sehr günstige und angenehme Lösung der Frage bezeichnet werden. * * National-sozialer Verein. Man schreibt uns aus hiesigen nattonal-sozialen Kreisen: In einer Sitzung des nat.-sozialen Vereins im (Safe Ebel am 17. sprach Dr. Vogt über die Wohnungsfrage. An Wichtigkeit kann sich diese wohl mit der Brotfrage messen. Mit ihr hängt die Möglichkeit eines geordneten gemütlichen Familienlebens zusammen. Ein solches ist natürlich ausgeschlossen, wo mehrköpsige Familien und womöglich noch Schlafburschen in einem oder zwei Zimmern zu Hausen genötigt sind. Diese UeberfüUung führt zum Kneipenleben und sonstigen unsittlichen und ungesunden Verhältnissen. Es ist eine dringende ethische Aufgabe, hier durchgreifend zu helfen. (Vgl. Kurella, Wohnungsnot.) Zur Illustration mögen einige Zahlen dienen. In Halle, Hannover, Lübeck und Görlitz bestehen mehr als 40% sämtlicher Woh- — Ter Kaiser vvn Oesterreich ernannte den Prinzen Eitel Friedrich von Preußen zum Oberleutnant im öst.-ung. Infanterie-Regiment Nr. 34. — Tas preuß. Abgeordnetenhaus setzte heute die Beratung des Justizetats fort. Ter Justizminister sprach Anläßlich des Frankfurter Falles, wo ein junger Kaufmann 66 Stunden lang im Gefängnis eingeschlossen und vergessen war, sein Bedauern über das Vorkommnis aus, und erklärte, daß der schuldige Beamte suspendiert sei. Hierauf wurde dem Minister das Gehalt bewilligt. In der weiteren Debatte wurde il a. die Frage der Verleihung eines neuen Titels an die Er st en Staatsanwälte erörtert. (Tie „Ersten Staatsanwälte" der Landgerichte in Preußen entsprechen den Oberstaaisauwälten in Hessen, ein Titel, den in Preußen die leitenden Staatsanwälte der Oberlandesgerichte tragen. T. Red.) Aus dem Hause wurden die Bezeichnungen Oberstaatsanwalr und Generalstaatsanwalt vorgeschlagen,' der Minister äußerte sich aber in durchaus ablehnendem Sinne. — An dem heutigen Festmahl der Mitglieder des Nautischen Vereinstages nahm der Handels-Minister Möller teil. Der Minister erwiderte in längerer Rede auf den ihm ausgedrachten Toast: er gedachte des rapiden Aufschwunges der Schiffahrt und des Rückganges der Frachtsätze int Verlause der letzten Jahrzehnte. Mit dieser Thatsache müsse man sich abfinden, wie überhaupt in wirtschaftlichen und politischen Dingen das Sichabfinden mit dett gegebenen Thatsachen und das Anpassen an die Fortschritte der Zeit geboten sei. Vor allem gelte es. Maß zu halten. Tie politischen Mächte im Vaterlande, die sich nicht dazu verstehen tonnen, sich denjenigen anzuschließen, die Maß halten, den Verbündeten Regierungen, könnten sich nicht wundern, wenn die Dinge nicht so kommen, wie sie es wünschten. Der Redner würdigte schließlich die Wirtsamkeit des Nautischen Vereins und seines Vorsitzenden. Dresden, 18. Febr. Wie die „Dr. Nachr." aus zuverlässiger Quelle erfahren, ernannte der König den Oberstaatsanwalt beim Oberlandesgericht, Geh. Justizrat Otto zum Justizminister. München, 18. Febr. Kammer der Abgeordneten. Im Lause der Debatte über den Etat des Ministeriums des Innern besprach Minister Frhr. v. Feilitzsch die im preußischen Abgeordnetenhause gefallenen Aeujjer- ungen über die Einfuhr österreichischen Viehs nach Bayern. Solche Einfuhr erfolge erstens in den Schlachthöfen der großen bayerischen Städte und zweitens als Einfuhr von 9iutz- und Zuchtvieh in die Grenzbezirke für den eigenen Wirtschaftsbedarf. Die Einfuhr in die genannten Schlachthöfe vollziehe sich unter den weitgehendsten seuchenpolizeilichen Kautelen, alle krankheitsverdächtigen Tiere würden an der Grenze von dem dieselben untersuchenden Tierarzt unweigerlich zurückgewiesen. Der Transport der Tiere in die Schlachthöse erfolge in plombierten Wagen, in den Schlachthöfen blieben dieselben ganz abgesondert und müßten binnen zwei Tagen geschlachtet werden. Von 1897 bis 1902 sei keine Seucheneinschleppung aus Oesterreich in bayerische Schlachthöfe erfolgt. Tagegen seien im Jahre 1900 sieben Mal, im Jahre 1899 sogar elf Mal Seuchen aus Preußen nach Bayern eingeschleppt worden. Ter Minister weist sodann nach, daß auch bezüglich der Einfuhr in die Grenzdezirte zum Selbstbedarf strengste Kontrolle geübt und das betreffende Vieh nicht weiter expediert werde. Der Stand der Maul- und Klauenseuche sei zur Zeit in Bayern ein günstiger. Es fei fein Beweis erbracht, daß die Seuche aus Bayern nach den benachbarten Staaten verschleppt worden sei. Die bayerische Regierung werde nach wie vor die Maßnahmen gegen Seuckjen streng durchführen. Die im preuß. Avgeordneten- hause vorgebrachten Anklagen entbehrten jeder Begründung. nungen in einem einzigen Raum mit Zubehör, und in Köln 13%, in München 17,5%, in Breslau 41,5% (!) sogar in einer Stube ohne Zubehör. In Altona 9% Kellerwohnungen. In Breslau sind 35% der Bevölkerung so zu leben ge» i roungen. Sozial unglaubliche Verhältnisse! Sodann ist hin- ; uw eisen auf das Schwab'sche Gesetz, nach welchem die Miete einen umso höheren Prozentsatz des Einkommens verschlingt, e geringer dieses letztere ist. Ein Einkommen von 600 Mk. zahlt 30%, von 5000 Mk. nur noch 17% für Miete. Von einem Durchschnittseinkommen von 800 NA. in Berlin gehen für Miete 250 Mk. für eine Stube und Küche ab. Welche Ingerechtigkeit! Zu helfen ist einerseits (negativ) durch staatliche Kontrollierung der Wohnungsverhältnisse, wie sie in Hessen durch das Wohnungsinspektionsgesetz von 1896 eingeführt wurde. Diese Inspektion hat die Wohnungsnot also nur verschlimmert, weil ihr andrerseits noch nicht (positiv) die Schaffung neuer guter Wohnungen vorher gegangen war. Diese ist am besten (wie das Beispiel Englands lehtt) durch organisierte Selbsthülfe, die sog. Bau- und Spargenossenschaften möglich. Was die Mietpreise vor allem in die Höhe treibt, ist die Spekulation mit dem Bodenwert. Ihr ist am leichtesten durch eine gerechtere Besteuerung beizukommen. Die Gemeinden sollten unbebautes Land (wie es ihnen Miquels Reform gestattet) nach dem gemeinen Wert oder die Zuwachsrente (wie es in Kmotschou mit 33% geschehen ist) besteuern, welche durch Thätigkeit der Gemeinschaft, nicht des Besitzers (also etwa durch öffentliche Verkehrsanlagen rc.) bewirkt wurde. Auf diese Weise hat z. B. Düsseldorf statt 24 000 202 000 Mk., Breslau statt 11000 315 000 Mk. Einkünfte erzielt (Damaschke, Gemeindepolitik 1,50 Mk.). Die Frage könnte auch hier in Gießen angegriffen werden. Unsre junge Partei ist leider noch nicht stark genug zu dgl. Doch hoffen wir, daß sich eine Einigung mit anderen Parteien für diese bedeutsame Aufgabe wird erzielen lasten. Damaschke, der diesen Monat leider verhindert war, wird im Sommer jedenfalls nach Gießen kommen. ** Liebknecht. Zu der Notiz „Liebknechts Abstammung" in unserer Montagmorgen-Ausgabe erhalten wir folgende Zuschrift, die manchem unserer Leser nicht unwillkommen sein dürfte. Herr F. S. schreibt uns: Bei Gelegenheit seines wohl letzten Besuches in Gießen im September 1899 sprach Lieb- necht in Klein-Linden — es war kurz vor der Landtags- wahl in Gießen-Land — über „Die hessischen Landtagswahlen". Auf das angekündigte Thema selbst ging er nur kurz am Schlüsse mit wenigen Worten ein, während er hauptsächlich die wirtschaftliche Entwickelung Deutschlands im Verlause der letzten 50 Jahre in großen Zügen behandelte. Dabei kam er auch vorübergehend auf die religiösen Verhältnisse und die Reformation in ihrer Wirkung für Deutschlands Entwickelung zu sprechen und meinte schließlich, gleichsam zur Beruhigung der Zuhörer: „Ich will nichts gegen die Reformation sagen, gehöre ich doch selbst einer Familie an, die sich rühmt, von Luther ab zu stamm en." ** Großh. Hessische Landes-Lotterie. Im Anschluß an die Mitteilung aus der „Eisenacher Tagespost" über die m Ansicht genommene Verschmelzung der Thüringisch- Anhaltischen mit der Hessischen Landeslotterie glaubt' das „Darrnst. Tagebl." aus guter Quelle versichern zu können, daß auch noch mit der Württembergischen R egierung aussichtsreiche Verhandlungen über die Angliederung auch des Württemberger Landes an unsere Lotterie chweben. Kommen dieselben zu einem günstigen Abschluß, o dürfte eine abermalige Vermehrung der Anzahl der Lose die nächste Folge fein. ** Ein Radaubruder. Ein Bewohner der Grünberger- straße, der in der vergangenen Nacht des Guten zu viel gethan hatte und sich in einer Wirtschaft den Gästen gegenüber renitent und unanständig benahm, wurde von dem Wirt vor die Thür gesetzt. Auf der Straße verursachte er ruhestörenden Lärm und leistete dem hinzu kommenden Schutzmann keine Folge. Er wird sich wegen Beamtenbeleidigung, Hausfriedensbruchs und Ruhestörung zu verantworten haben. ** Jagdverpachtungen. Die Wald- und Feldjagd in Steinsurt wurde von Herrn Tielemann Bad Nauheim für die jährliche Pachtsumme von 1800 Mark erworben. Somit geht auch diese Jagd an die Nauheimer Jagdgesellschaft über. — Das Gesamtergebnis bei den Neuverpachtungen der Jagdflächen der ehemaligen Gemeinde Bessungen und der in den Gemarkungen Roßdorf, Bessungen, Nieder-Ramstadt und Ober-Ramstadt dem Großh. Fiskus zugehörigen Jagdflächen war ein Rückgang im Preise von 5315 Mark auf 3870 Mark, also um 1445 Mark weniger. — Gestern wurde die Feld- und Waldjagd, zusammen 2643 Normalmorgen in Bleichenbach auf 9 Jahre verpachtet. Bisher war die Jagd an eine Offenbacher Gesellschaft für 550 Mark abgegeben morden; nunmehr sind Rentner Cloos-Nidda und Koch-Bad-Nauheim Pächter geworden für jährlich 935 Mark. — Am 17. erfolgte in Lang-Göns die nochmalige Verpachtung der Jagd des Bez. 1 (Wehrholz), die am 7. für den früheren Preis von 500 Mark an den seitherigen Pächter Konrad Wagner in Kirchgöns übergegangen war. Jetzt erhielt Joh. Heinr. Bauer-Sachsenhausen die Jagd für 855 Mark, also 355 Mark mehr als bisher. Sogleich nach erteilter Genehmigung übergab der Pächter dem Bürgermeister Rompf 20 Mark zur Verteilung an bedürftige Ortsarme. Auch die Verpachtung der Bezirke 1 und 2 wurde genehmigt. Da aus diesen beiden Bezirken ein Mehrertrag von 485 Mark jährlich erzielt wurde, hat die Gemeinde einen Mehrerlös von 5040 Mark in den nächsten 6 Jahren. ii Lich, 17. Febr. Heute Mittag ereignete sich hier ein bedauerlicher Unfall. Dem Kutscher des Hofrats Dr. Stamm gingen auf dem Nachhausewege die Pferde auf der Gießener Straße durch und rannten in rasendem Laufe die Butzbacher Straße hinab, an deren Ende sie auf die Seite getrieben und zum Stehen gebracht wurden. Der Kutscher war unterwegs vom Bock geschleudert worden und wurde in bewußtlosem Zustande ins Spital gebracht, wo er im Laufe des Tages wieder zu sich kam. Gefahr für ihn scheint nicht vorhanden zu sein. Hofrat Dr. Stamm, der sich im Koupee befand, ist mit dem Schrecken daoongekommen. Pferde und Wagen haben keinen Schaden genommen; nur ein Zugstrang ging entzwei. Grünberg, 18. Febr. Nunmehr ist auch für unsere Stadl die Errichtung einer Stadt-Fernsprecheinrichtung in Aussicht genommen, wenn sich eine genügende Anzahl von Teilnehmern meldet. Etwa beabsichtigte Anschlüffe müssen binnen 14 Tagen bei dem hiesigen kaiserl. Postamt onge- meldet werden, wo Formulare zu Anmeldungen abgegeben werden. Laubach, 18. Febr. Unsere telephonische Verbindung, die sich bis jetzt aus die einzige Linie Laubach— Freienseen erstreckte, wird demnächst von hier aus eine be- deutende Erweiterung erfahren. Zunächst sind die Ausführungen der Jernsprechstellen nach Hungen nach Süd und nach Mücke nach Nordorst geplant. 8 Hoch-Weisel, 18. Febr. Bei der heutigen Beigeordnetenwahl siegte unser bisheriger Beigeordneter, Gastwirt Mohr über den Gegenkandidaten Konrad Dämon IV. •* Friedberg, 18. Febr. Die uns gestern von unserem ^.-Korrespondenten zugegangene Nachricht, dass der Dekan Buch hold m Friedberg gestorben sei, ist auf ein am Samstag in Friedberg umgehendes Gerücht zurückzuführen, das sich glücklicherweise als irrtümlich erwiesen hat. Der alte Herr, der allerdings bereits im 87. Jahre steht, befindet sich wohl, und es ist zu hoffen, daß er noch manches Jahr seinen An- gehörigen erhalten bleibt. ti. Darmstadt, 19. Febr. Das Bureau der 2. Kammer, sowie die Fratlionsvorslände werden Mittwoch Vormittag i/ilO Uhr eine gemeinsame Sitzung abhalten, um die Anordnungen betr. die Einteilung der Budget-Beratungen zu treffen. Mainz, 18. Febr. Der in der Nacht von Freitag auf Samstag von der hiesigen Polizei Verhaftete, der im Besitze einer Anzahl Brechwerkzeuge, goldener Uhren u. s. w. gewesen ist, wurde gestern Morgen unter Bedeckung nach Mannheim gebracht, um dort wegen schweren Einbruchs abgeurteilt zu werden. Sobald dies geschehen, wird er nach Köln transportiert, um dort ebenfalls wegen Einbruchs abgeurteilt zu werden. Auf die Ergreifung des Einbrechers war eine Belohnung ausgesetzt, die nunmehr dem hiesigen Polizeipersonal zuteil wird. — Der städtische Schulvorstand hat das Gesuch des Verbandes deutscher Frauenvereine zur Gründung einer Ober-Realschule für Mädchen als zurzeit unthunlich abgelehnt. — In einem renommierten rheinhessischen Weinort sind in verflossener Woche die Keller eines angesehenen Weinproduzenten, der alljährlich mit großem Erfolge Weinoersteigerungen abhält, gerichtlich versiegelt worden. b. Mainz, 18. Febr. Die hiesigen Schneidermeister haben eine Ein- und Verkaufs-Genossenschaft m. b. H. gegründet. Bisher hatten sie bereits eine gemeinschaftliche Einkaufskasse. Frankfurt a. M., 18. Febr. Der deutsche Fleischer- verband, der hier seinen Sitz hat, wendet sich in Eingaben an Staats- und Kommunalbehörden gegen die Forderung der Landwirtschaft, daß der Handel von den Schlachtoieh- märkten nach Lebendgewicht obligatorisch eingeführt werde. Vermischtes. * Kronberg, 18. Febr. Das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen beabsichtigt zu Ostern seine Uebersiedelung nach Schloß Friedrichshof, wo die Hofhaltung wahrscheinlich das ganze Jahr über verbleibt, auch wird dort das griechische Kronprinzenpaar im Sommer einen längeren Aufenthalt nehmen. * Münchberg (Oberfranken), 18. Febr. In Haid bei Münchberg erstickten bei einem geringfügigen Brande drei Kinder eines Fabrikarbeiters. • Paris, 18.Febr. Das Duell zwischen Cavaignae und Renault hat heute vormittagstattgefunden, ohne daß einer der beiden Gegner verletzt wurde. * Duellforderung eines Freigesprochenen gegen den Staatsanwalt. Wie ine „Köln. Volks- ztg." aus Elberfeld erfährt, hatte wegen des vom Ersten Staa tsanwaltJohnenim letzten Militärbefreiungsprozeß über den Oberstabsarzt Schimmel gefällten ungünstigen Urteils letzterer beabsichtigt, dem Ersten Staatsanwalt eine He rausforderung zum Zweikampf zugehen zu lassen. Daraufhin se ibei dem Kartellträger Schimmels ein Brief Johnens eingegangen, in dem dieser die Herausforderung prinzipiell ablehnt und gleichzeitig bedauert, die Aeußerung gethan zu haben, da er die Möglichkeit zugeben muß, daß der Verdacht, für der, es an ausreichendem Beweise nach dem freisprechenden Urteil Schimmels fehlt, von Anfang an unbegründet gewesen fei. Er fügt an, „daß wir uns geirrt haben". Theater, Kunst und Wissenschaft. Hamburg, 18. Febr. Ter hiesige Ehemiker Tr. Karl Fietz hat ein Fluidum erfunden, das, gewöhnlichem Wasser zugesetzl, ej n e von Petroleum nicht z n unterscheidende Flüssigkeit ergiebt. Dasselbe tarnt sowohl zu Beleuchtung^ als zu veizzweücn verwendet werden. In eurer gewöhnlichen llampe mit gewöhnlichem Docht gebrannt, erzielt es eure äusser- ordenllich wcrße Flamme von der doppelten Starke einer P e l r o l e u m s l a nr m e. Das Flurdiunr ist nicht explosiv. Es har sich in London eine Gesellschaft zur Ausnutzung dieser Erfindung gebildet. ©mdjtölmiL M. Gießen, 18. Febr. Strafkammer. Ten Vorsitz führte. Landgerichtsdireltor Gungerich, die Anklagebchörde verirai Staatsanwalt Neuss. Die Eheleute Reinhold K a |i n e v aus Alsfeld waren von dem dortigen Schöffeirgericht wegen der gemcinjchastlich begangenen Tclitic des Hausfriedensbruchs und der Körperverletzung zu je 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Tie Slraslammer änderte aus die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung hin das gesetzlich unzulässige Strafmaß dahur ab, das; jeder der Angeklagten zu 2 Wochen GHängms verurteilt wurde. Ter Mitangeklagte Ernst W a g ii e r wurde mangels Bcweiies freigesprochen. — Gegen den Bäckergesellen Gnslav Rohrbach aus^ .peübronn wurde unter Ausschluss der Oeffentlichkcit wegen Liiilichkens- verbrechens verhandelt unb aus eine »monatliche Gefängnisstrafe, abzüglich 1 Atonal erlittener Untersuchungshaft, erlannt. — Ter Maurer Ludwig T a u l aus Schlitz ist der fahrlässigen Brandstiftung beschuldigt. Er hat, als er einen Herd nebst Kessel in einem Hause in Schlitz setzte, die Mauer zwischen Kessel und Haus wand nur ui der halben vorfchrijtsmässigen Ticke hcrgesteUl. Tas Feuer teilte sich dann der Hauswand mit, von der em Holzbalken in Brand geriet. Zufällig wurde der Brand rechtzeitig entdeckt uiid größerer Schaden verhütet. Erschwerend fiel für den Angeklagten ms Gewicht, daß er es unterlassen hatte, den Hausbesitzer zu einer Nachprüfung durch einen Sachverständigen zu veranlassen. Tas Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einer Woche. — Der Heinrich Schneider aus Trais-Horloff ist der Zechprellerei angeklagt. Tie vom Schöffengericht Hungen verhängte Strafe wird mit Rücksicht aus den geringen Betrag der Zeche — 39 Psg. —, und die Unbestraslheck des Angeklagten in Bezug auf Eigentumsdelikte auf zwei Tage Gefängnis herabgesetzt. — Em Standesbeamter hat — analog früheren Fällen — vor einer Eheschliessung unterlassen, gemäß § 69 des Personenstandsgesetzes und § 1314 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu prüfen, ob die Braut, die Witwe mit Kindern erster Ehe war, von dem Bormundschastsgericht sich em Zeugnis verschafft hatte, daß sie ihren zu Gunsten der Kiiider erster Ehe getroffenen Verpflichtungen bezüglich der Vermögensverwaltung ge- nügt hat. Er wird zu einer Geldstrafe von 5 Alk. verurteilt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Bad-Nauheim, 18. Febr. Ter Verwalter im Konlurs oer Fabrik feuer- und säurefester Produkte, Vallendar-Bad-Rauheim, Justizrat S a y n, bestreitet alle Ersatzansprüche ans Kurssturz sowie die Forderungen des Exdirektors Boeing und der früheren Aufficbtsräte. Koblenz, 18. Febr. Heute fand vor dem Amtsgericht Ehren- breüstein ein Prüfungstermin betr. die angemeldeten Forderungen in der Konkursmasse der Aktiengesellschaft Fabrikseuer- und säurefester Produkte in Vallendar statt. Die Forderungen erster Klasse wurden anerkannt, jedoch ihr Vorrecht bestritten; die Forderungen zweiter Klasse (Gemeindesteuern, Handelskammerbeitrag) werden beftritten, desgleichen die Forderungen dritter Klasse (Feuerversicherung, Beitragszahllmgen für die Be- rufsgenosienschaften, Arbeilerversicherungen usw.) Tie gellend gemachten Forderungen, die sich aus dem Kurssturz der Aktien ergeben, wurden sowohl von der Konkurs» erwaltung als auch vom Vertreter des Direktors Boeing bestritten. Tie angemeldeten Forderungen betragen iiisgesamt 254. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. b. Darmstadt, 19. Febr. Prinzess in Heinrich von Preußen ist heute Vormittag 1001 Uhr mit ihren beiden Söhnen Sigiömund und Heinrich hier eingetroffen und am Bahnhof vom Großherzog, dem preußischen Gesandten nebst Gemahlin und dem Grafen von Erbach-Schönberg nebst Tochter empfangen worden. — Die Abberufung des hiesigen preußi- scheu Gesandten, Prmzen zu Hohenlo h e-Oehring en, steht bestimmtem Vernehmen nach in kurzer Zeit bevor. Berlin, 19. Febr. Das Zentrum hielt gestern Abeud die augekundigte Fraktious-Sitzung ab, um Stellung zu nehmen zu der Frage der Mindestzölle für Getreide. Tie Sitzung dauerte S1/» Stunden. Tie allgemeine Aussprache ergab, daß die große Mehrheit der Fraktion gewillt ist, sich auf den Standpunkt des Kompromiß-Antrages zu stellen. Auf dieser Grundlage werden die Kommissions-Mitglieder dis Zentrums >m Verein mit deu übrigen zolltarif-freundlichen Parteien in der Kommission zunächst vorgehen. Ein förmlicher Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt Nizza, 19. Febr Gestern wurde ein deutscher Baron auf Verfüguug der Pariser Staatsanwaltschaft verhaftet. Terfelbe wird des Betruges und oer Spionage beschuldigt. Er befand sich im Besitze mehrerer Lebel Patronen und ftanzö- fifcher Generalstabskarten Tie Behörden bewahren Stillschweigen über die Affaire. l'ondon, 19. Febr. Ter „Standard" meldet ans Pretoria von gestern: Die Buren brannten die deutsche Missionsstation Rueler im Spelnnkendistrikt im nördlichen Transvaal nieder. — Eine andere Meldung des „Standard" aus Pretoria besagt: In der Nacht, in der man erwartete, daß der Burengeneral Ben Viljoen als Gefangener von Machadodorp nach Pretoria gebracht werden sollte, legten die Buren zwischen Machadodorp und Dal- nianutha eine Mine unter die Bahnlinie. Sie beabsichtigten wahrscheinlich, den Zug zum Entgleisen zu bringen und den General auf diese Weise zu befreien. Ein Fürderkarren, der dem Panzerzug voransfuhr, wurde von der 9)hne in die Luft geschleudert und zertrümmert. Der Zug selbst wurde nicht beschädigt. Der Plan der Buren wäre in jedem Falle mißlungen, weil Viljoen nicht in Machadodorp, sondern in Talmanntha zur Bahn gebracht wurde. Madrid, 19. Febr. Nach langen heftigen Debatten, woran sich alle Parteiführer beteiligten, beschloß die Kammer die Verhängung des Belagerungs-ZustandeS über alle Provinzen. In Barcelona wurden bei den Zusammenstößen zwischen Ausständischen und Truppen 15 Personen getötet. Die Ausständischen verhinderten tue Beerdigung der Leichen. Der geheime Agent, der mit der lieber» wachung der Anarchisten beauftragt war, wurde durch mehrere Revolverschüffe verwundet. Es gelang ihm jedoch, sich in Sicherheit zu bringen. Barcelona, 18. Febr. Der neue Präfekt hatte heute eine Beratung mit den Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeiter. Zwischen den letzteren erfolgte eine Einigung über die Grundlagen der Beilegung des Ausstandes, wonach alle Arbeiter die Arbeit unter den gleichen Bedingungen, wie vor dem Ausstand wieder aufnehmen würden. Es soll ein gemeinschaftliches Schiedsgericht zur Prüfung der erhobenen Ansprüche eingesetzt werden. Wien, 19. Febr. Gestern trat in Abgeordnetenkreisen das bestimmte Gerücht auf, der Finanzminister erkläre, Oesterreich in der Zuckerfra ge nicht isolieren zu können, und die österreichische Regierung werde den englischen Forderungen nachgeben und den Eingangszoll für Zucker auf 5 Frs. herabsetzen. Man führt diese Entschließung auf gleiche Absichten der deutschen Regierung zurück. Die Nachricht ruft in agrarischen Kreisen große Erregung hervor. . 1 '■ ■ ■■— ...... ■ Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 11.. 19. Februar. 8 VgO/o Reicheanleihe . . 102.15 8% do. ... 92.00 8‘/,°/o Koneole .... 101.90 ßO/o do 91.80 8*/e% Heesen .... 100.00 3% Heseen .... —.— 4% Oeeterr. Goldrente . 103.00 4‘/,% Oeeterr. öilberrento 101.75 4% Ungar. Goldrente . . 101.00 4% Italien. Rente . . . 120.00 4%% Portugiesen . . . 42.00 '0/ Portugiesen .... 27.75 1% C. Türken .... 27.90 Türkenloee 114.40 4% Griech. Monopo 1-Anl. 45.00 4%% äussere Argentiner —.— Tendenz: 3u/q Mexikauer .... 26.80 4,/g /•> Chinesen .... 90.95 Electric. Bctuckert ... 122.50 Nordd. Lloyd .... —.— Kreditaktien 219.00 Diskonto-Kommandit . . 194.90 Darmstädter Bank . . . 138.70 Dreedi ner Bank .... 137.20 Berliner Handelsges. . . 151.50 Oeeterr. Staatsbahn , . . 145 00 Lombarden .... 19.00 Gotthar-ibahn 168.70 Laurahütte 205.50 Bochum ...... 201.00 Harpener ..... 160.50 schwächer. Seidenstoffe von Elten & Haussen, g anOluna Krefeld. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenitraste 2. 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