"Ai «i«g: Gebrauch, ihr lmsM :nsi »fen Plätzen. brjonders Ichöna ib ongefongeneji tote, Stoffe, ViatMe M zu bifligH«* jeder M ad «oldM^ M Xouograiut ir. wta ickereien v greift. ± ckw emmabäliFtabtiiF; in reichhaltig* ■* BÄ** nun, W*» Sleia, SaaM____ DS- 2>k heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. / ' — ! ■■■.....--■"!.'.1 '■ ■ Kie islamitische „Kefahr". Ueber der amerikanischen, slavischen und gelben Gefahr ist die islamitische wenig beobachtet und thatsächlich auch noch ziemlich verborgen. Wer aber nicht Ueber- raschungen erleben will, wie sie das chinesische Abenteuer brachte, der versäume nicht, auch die politischen Kräfte zu beobachten, deren Wirksamkeit im Glaubensbereich des Islam bald da, bald dort zur Erscheinung kommt. Noch rlt es nicht lange her, daß die Engländer unter großen Opfern den Aufstand des Mahdi niederwarfen, und doch haben sie schon wieder mit einem anderen von ähnlicher Art zu thun, insofern augenblicklich Mullah dafür sorgt, daß britische Waffen nicht rosten. Muhamedaner giebt es nun im Norden Afrikas nicht nur, sondern auch in Europa und Indien, in letzterem Lande allein soviel, als Deutschland Einwohner zählt. Muhamedanische Bettelmönche, Derwische genannt, durchwandern das weite Gebiet vom nördlichen Afrika bis aum östlichen China und tragen das ihrige dazu bei, daß der Gemeinsamkcitsgedanke bei den Be- kennern des Islams nicht einschläft. Bekanntlich legt diese Religion ihren Anhängern die Pflicht auf, die Herrschaft des Islam gewaltsam zu verbreiten und zur Bekämpfung der Ungläubigen in den Glaubenskrieg (Djihad) zu ziehen. Falls es nun dem Oberherrn der Gläubigen, dem türkischen Sultan, aus politischen Gründen gut scheint, die grüne Fahne des Propheten zum Kampf gegen die Franken, das sind wir Europäer, zu entfalten, so gäbe er damit das, Zeichen für 175 Millionen Muhamedaner, den „Christenhunden" an den Kragen zu gehen. Zum Glück sieht die Sache nicht so gefährlich aus, wie es scheint, denn diese 175 Millionen verteilen sich rolllisch folgendermaßen: auf Rußland 10 Millionen, die hauptsächlich in Asien wohnen, auf die europäische Türkei 2300000, asiatische Türkei 15 400000, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Griechenland und Rumänien, Serbien und Montenegro zusammen 13 700 000; die Chanate Buchara und China 3 200 000; Persien, Afghanistan und Beludschistan 13 Millionen; Arabien 2 Millionen, China 4, Jndobritisches Reich 57, niederländischindische Besitzungen 14 Millionen; Nordafrika und Aegypten 18 Millionen; Sudan 25 Mill., Sahara 2*/- Millionen. Diese Zersplitterung ist immerhin ein gewaltiger Trost, und dennoch giebt es Schriftsteller, die nach jahrzehntelangem Aufenthalt im Orient vor Unterschätzung der anaeblicb faulen, trägen und korrupten Orientalen warnen. Wo der Europäer mit seinem „Kulturplunder" den Fuß hinsetzt, verteuert er das Leben, züchtet er künstlich Bedürfnisse, die dem Orientalen von Haus aus abgehen. Hier prallen zwei Kulturen aufeinander, von denen die eine mehr äußerlichen Glanz und mehr technische Machtmittel, die andere mehr innere Kraft und noch sehr viel Religion enthält. Dem Orientalen ist es bitter ernst mit der Religion. Das tropische Klima zwingt ihn zu einer größeren Konzentrierung in die Tiefen seines Gemütes und, wie geschulte und gebildete Beobachter versichern, hat im Orient die breite Masse des Volkes infolge der Bedürfnislosigkeit und billigen Lebensmittel einen weit größeren Anteil an den Schätzen orientalischer Bildung, als bei uns, die wir auf der Jagd nach Erwerb kaum zur Selbstbesinnung kommen. Es kommt hinzu, daß im Bereich des Islam die Derwische und Sufi, obwohl zum Teil Bettler, dennoch einen Stand von Hühergebildeten repräsentieren, der die politischen und sozialen Mängel des Orients sehr wohl empfindet und sich aller Kulturentwickelung widersetzt, die den Menschen zum Sklaven überflüssiger Bedürfnisse macht. Tie Europäer wollen aber gerade dem in geistig kulturellem Sinne keineswegs tieferstehenden Asiaten ihren „Kultur- plunder" aufzwingen. Die Zukunft wird vielleicht zu unserer Ueberraschung zeigen, daß die islamitische Gefahr noch ein harter Lehrmeister werden kann, gerade weil der Orientale in Religionsdingen zum grenzenlosen Fanatiker wird. Äirgesjchau. 3u dem Diner beim Präsidenten des Reichstags Grafen Ballestrem vorüber wir bereits in der gestrigen Abendausgabe berichteten, waren u. a. auch erfch-ienen vom Zentrum die ALgg. Graf Hompesch, Frhr. v. Hertling, Tr. SchMer, Grüber und Tr. Bachem, von den Nationalliberalen Graf Oriola, Büsing und Tr. Sattler, von den Konservativen Graf Schwerin-Läwitz, Graf Limburg-Stirum, Graf Stolberg-Wernigerode, ferner außer dem Reichskanzler der dandelsminister Möller, die Staatssekretäre Graf Posa- dowsky, fron Richthofen und von Thielmann. In der z o l l - politischen Unterhaltung, die nach Tisch geführt wurde, soll man nach dem „Tag" über Pourparlers nicht hinausgekommen .sein. Nach der „Köln. Bvlksztg." dagegen wurde zwischen der Regierung und der Neichstagsmehrheit -offiziell verhandelt über eine Basis zur Verständigung wegen des Zolltarifs. Voraussichtlich würden l)ie Verhandlungen so gefördert, daß der Reichstag am Donnerstag in erneute Beratungen eintreten kann. Nach dem „Berl. Tagebl." endlich wurde „in frischer Weise das Zustandekommen des Zolltarifs berührt, und die verschiedenen Ansichten mit einander ausgetauscht, so daß manches Mißverständnis beseitigt und der Weg zur Verständigung in den allgemeinen Grundzügen angebeutet worden ist". Möglich, obschon nicht ersichtlich ist, was für „Mißverständnisse" auf den vielen Aussprachen innerhalb und außerhalb des Parlaments unter den geladenen Herren obwalteten. Aber die leitenden Männer der Regierung und die Führer der Parteien sind bei der Gelegenheit wahrscheinlich einander näher gerückt. Tas zuverlässigste Barometer für die immer günstiger werdende Stimmung stellt die „Kreuzztg." dar. Sie konstatiert mit Hervorhebung durch den Truck, „daß der leitende Staatsmann nach wie vor den größten Wert auf ein Zustandekommen des Zolltarifs legt". Man wird sich erinnern, daß die „Kreuzztg." vor nicht langem noch den Urteilen über die „resignierte Reichsregierung" eine gewisse Berechtigung zu- erkannte. In dieser Hinsicht sind die konservativen Kreise zu einer anderen Auffassung gebracht worden. Wie die „Kreuzztg." versichert, macht sie die Initiative des Grafen Bülow zur Förderung der Zolltarifreform jetzt in erheblich kräftiger Weise geltend, als je zuvor in irgend einem Verhandlungsstadium. Ter Reichskanzler will also ein Erkalten des Interesses oder das Aufsteigen von Bedenken verhindern und drängt auf endgiltige Entscheidung über die gemachten Verständigungsvorschläge. Tas angebliche Kompvomißprogramm (Beichlußfassung nur über das Tarifgesetz, Abtrennung des Tarifs, Aufforderung durch Resolution an die Regierung, die Tarisdebatten zur Richtschnur zu nehmen) würde mit den Bestrebungen des Grafen Bülow nach Zustandekommen des Zolltarifs unvereinbar sein. Es scheint ssich 'ba um einen vorübergehend aufgetauchten unmaßgeblichen Vorschlag zu handeln, wie deren gar mancher in diesen kritischen Wochen entstanden und fallen gelassen worden ist. Nach verschiedenen Anzeichen übernimmt die Zollmehrheit die Rolle des „Klügeren", der nachgiebt. Für dies größere Maß von Nachgiebigkeit ist die Begründung gefunden, daß die Staatsräson gebiete, schwere politische Gefahren hintanzuhalten, wie sie durch das Scheitern des Tarifentwurfs und in Verbindung damit einen erbitternden und verhetzenden Wahlkampf herbeigeführt werden würden. Tie Berufung auf das allgemeine Wohl ist nicht übel; trotzdem wird sie nicht verhindern, daß vom „Umfall", vom „Kuhhandel" und dergleichen gesprochen wird. Tenn bestanden alle diese Besorgnisse, die letzt mit düsteren Mienen verkündet werden, nicht in derselben Zahl und Stärke zu der Zeit, als die „Matadore der Maßlosigkeit" ein Unannehmbar nach dem anderen in den Tarifentwurf einzeichneten'? Ter Berg ist nicht zum Propheten gekommen, da geschieht denn das andere Wun- der, daß der Prophet zum Berge sich begiebt. Ein Spckulationsmanover. Man schreibt uns aus Berlin, 17. November: Die Zugehörigkeit der beiden deutschen Groß- Rhedereien Bremen und Hamburg zum amerikanischen Schiffahrtstrust ist auf die Kursentwickelung der Aktien dieser Rhedereien letzthin nicht ohne Einfluß gewesen. Die Börsenkreise erachten als ungünstiges Moment, daß die Rhedereien an die Trusts 6 Prozent Dividende garantiert haben, ein Satz, der aus den Erträgen des letzten Geschäftsjahres auf die eigenen Aktien nicht werde verteilt werden können. Die Folge sei Inanspruchnahme des Reservefonds oder Kürzung der für Abschreibungen vorgesehenen Summen. Selbst wenn nun eine dieser Eventualitäten eintritt, so wird der innere Wert der Aktien doch nicht derart beeinträchtigt, daß ein anhaltender Rückgang der Kurse gerechtfertigt erscheint. Der Umstand, daß letzthin in Anteilscheinen des Lloyd und der Packetsahrt umfangreiche Verkäufe für amerikanische Rechnung ausgeführt wurden, läßt aber offenbar auf Spekulationsmanöoer schließen. Die Kurse sollen gedrückt werden, damit bei Veröffentlichung des Geschäftsberichts Tiefstand zu verzeichnen ist und wieder billigst eingekauft werden kann. Es ist ein Beweis für die mangelnde Spannkraft besonders der Berliner Börse, daß sie solche , Strömung" widerstandslos über sich ergehen läßt. Deutsches Keich. Berlin, 17. Nov. Man meldet aus London: Kaiser Wilhelm unternahm mit Gefolge heute morgen vor dem Frühstück einen Spazierritt in der Nachbarschaft des Schlosses Lowther. Nach dem Frühstück fand ein Jagd- ausslug statt, an dem der Kaiser, Lord Lonsdale und die gesamte Umgebung des Kaisers teilnahmen. An die Jagd schloß sich ein Frühstück an, zu dem Gräfin Lonsdale und die übrigen auf dem Schlosse weilenden Tarnen sich einfanden. Nach den bisherigen Bestimmungen wird der Kaiser Tonnerstag nach Dalmeny abreifen, dort bei Lord Roseberry frühstücken und später nach Queensferry an Bord der ,Hohenzo Ilern" zurückkehren. Tie „Hohenzollern" und die Begleitschiffe „Nymphe und „Sleipner" sind heute von Medway nach Leith abgegangen. — Ter Kaiser sprach der Prinzessin Eduard von Sachsen-Weimar telegraphisch sein Beileid anläßlich des Todes ihres Gemahls aus. König Eduard gab heute seiner Teilnahme persönlich gegenüber der Prinzessin Ausdruck, der er einen Besuch in der Wohnung abstattete. — lieber die angebliche „Ausweisung" Krupps aus Italien brachte der „Vorwärts" unglaubliche Mitteilungen und spielte dabei auf einen der häßlichsten Para- Nr. 271 •r|d)etnt ISgNch autiei Somuags. Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit den, befslschen Landwirt die Siebener Emilien- blätter viermal m der Woche beiyuiegL RotationSdrun tu Verlag bei Br h l'schen Unioerl.'Buch- u.Slein- bruderet (Pietsch Erden) Redaktion, Eroeduioa und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse tüx Depeschent Anzeiger Sieben. FernIprrchanIchtußAr 51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 18.November1S«S GietzenerAnzeiger General-Anzeiger 87 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezngSprei», wonatuch7bPs., viertel- jährlich All 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Alk.2 — viertel* jährl. auslchl. Beslellg, Annahme oon Anzeige» sür bie laqtvnummet blS vormittag« 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12Ps* a«rfroärt8 20 Psg. Verantwortlich: für den poltt. u. öligem, teil; P Wittko. für , Stabt und Canb" und -Gerichtssaal" Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hand Beck. KM- Tägliche Auflage 8235. graphen des deutschen Strafgesetzbuches an. Jetzt find die betr. Nummern des ,^Vorwärts" und der Essener „Arbeiter* ztg.", die jenen Artikel nachdruckten, beschlagnahmt worden. Ter „Fränk. Cur." in Nürnberg hat den Artikel unbeanstandet zum Abdruck gebracht. — Es verlautet, daß der Erkrankung des kürzlich beurlaubten Zentrumsabg. Prof. Tr. Hitze ein kompliziertes schweres Herzleiden zu Grunde liegt. — Tas Zentralarbertsnachweishaus, das von der Landesversicherungsanstalt Berlin erbaut, ist gestern mittag feierlich eröffnet worden. Ter Vorsitzende derLandes- versicherungsanstalt Berlin, Tr. Freund, begrüßte die Erschienenen, unter denen sich auch Staatsminister Freiherr v. Hammerstein befand. Staatssekretär Graf Posadvwsky führte in seiner Ansprache aus, die neue Zeit erfordere neue Wege, und diese würden in Berlin erfolgreich eingeschlagen. Tie Hauptstadt des Deutschen Reiches habe vielfache Einrichtungen humanitärer Art musterhaft geschaffen und stehe in dieser Beziehung an der Spitze unseres modernen Kulturlebens in Deutschland. Er empfinde herzliche Freude und Genugthuung darüber, daß eine solche vorzügliche Einrichtung aus der freien Initiative der Selbstverwaltung und hochherziger Männer entstanden sei. Hierauf erfolgte ein Rundgang durch das neue Gebäude. Görlitz, 17. Nov. Reichstagsabg. Tr. Paasche hielt gestern hier in einer öffentlichen Versammlung eine Rede über den Stand der Zolltarisver Handlungen. Er stellte dabei in Aussicht, daß eine Verständigung mit Der Reichstagsmehrheit zu stände kommen werde, knüpfte aber daran die bestimmte Erwartung, daß die Regierung an ihrer Haltung unerschütterlich festhallen werde. Meiningen, 17. Nov. Ter Landtag beschloß einstimmig, den § 1 der Verfassung, der von der Leistung bey llnterthaneneides handelt, aufzuheben. Kolonialpost. Tie Rinderpest in T eu t sch-Südwestafrika. Tie kürzlich in Teutsch-Südwestafrika aufgetretene Rinderpest hat nicht den Umfang angenommen wie in früheren Jahren. Bekanntlich haben, als vor vier Jahren die beuche in ganz Südafrika herrschte, die Veterinär-Sachverständigen vorhergesagt, daß man sich auf erneute Ausbrüche der Pest gefaßt machen müsse. Mit Rücksicht hierauf hatte man alle Vorbereitungsmaßregeln, um der Viehseuche entgegentreten zu können, getroffen, sodaß die Verbreitung derselben im ganzen beschränkt worden ist. Als wesentliches Moment tritt hinzu, daß man in der Behandlung der Pest, besonders in der Gegend von Windhoek, große Erfahrung hat und energisch gegen sie vorgeht. So ist es vor allen Dingen gelungen, eine Schädig ung des erfreulich auff* blühenden Viehhandels auf dem Landwege abzuwenden. Derselbe nimmt ungestört seinen Fortgang. Bekanntlich ist in den Etat von 1902 die Ällfchädigungs- summe von 40000 Mk. zu Beihilfen für die durch die Rinderpest besonders betroffenen Ansiedler und Eingeborenen eingestellt, und es ist zu erwarten, daß nach Feststellung deF diesjährigen Schadens das Verfahren wiederholt wird. Ausland. London, 17. Nov- Ter König von Portugal traf heute nachmittag von Calais kommend in Dover ein, wo eine Ehrenwache am Landungsplätze ausgestellt war. Ter König fuhr mit Sonderzug nach Windsor weiter. König' Eduard erwartete in Winosor am Bahnhofe den König von Portugal. Beide Monarchen begrüßten sich aufs herzlichste und begaben sich nach dem Schloß. Paris, 17. Nov. Tie Regierung hat die Absicht, dem Parlament einen Gesetzentwurf über energische Bekämpfung des Alkoholismus zu unterbreiten. Ter Ministerpräsident veranlaßte zu diesem Zwecke die Akademie der Medizin, alle gesundheitsschädlichen Essenzen vorzulegen, die zur Herstellung von alkoholhaltigen Getränken verwendet werden. Professor Laborde wurde mit der Aufstellung der Liste beauftragt Madrid, 17. Nov. Tie tyofÄ^i sand in einem Land- Hause in Cornelia bei Barzelona 33 Remington-Gewehre und 6000 Patronen, die den einen Aufstand planenden Karl ist en gehören. Tie Regierung vermutet eine well verzweigte Organisation. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen und zahlreiche Verhaftungen stehen bevor. Rom, 17. Nov. Ter „Jtalie" zufolge näherte sich gestern nach Beendigung des Gottesdienstes in der russischen Kapelle eine durch ihr Benehmen auffallende, nach Art der russischen Studentinnen gefleibete Dame dem russischen Botschafter Nelidow und versuchte ihn zu schlagen. Tas Blatt fügt hinzu, daß die Dame bereits bei anderer Gelegenheit durch ihr sonderbares Benehmen den Gottesdienst Budapest, 17. Nov. Mehrere oppositionelle Blätter bringen die angeblich von verläßlicher politischer Selle stammende Nachricht, daß der Monarch die Absicht habe, abzudanken. Charakteristisch für die Lage ist, daß dieses Gerücht von den oppositionellen Blättern mit der Nachricht verbunden wird, Coloman Szell habe sich nun völlig der Reaktion ergeben und mit derselben einen Pall geschlossen. — „Haschar Nemzet" veröffentlicht einen Leitartikel von Maurus Jokai, in welchem dieser die Opposition beschwört, von den Angriffen auf die Person des Königs in Parlament und Presse ab zu l als en. DaS spielt sich wir unselige Beairmen sei Versündigung an dem Andenken der Königm und zugleich schnödeste Ungerechtigkeit gegen den König, der sich unsterbliche Verdienste um die Wohlfahrt Ungarns erworben habe. Schließlich drückt Jokai den Wunsch aus, der König möge in Mitte seiner treuen Unterthanen erscheinen, und sagt, ganz Ungarn werde seine Leibwache fern. — Abgeordnetenhaus. Ministerpräsident v. Szell erklärte in Beantwortung der Interpellation Visontai über den Mädchenhandel, daß bezüglich des vom Interpellanten erwähnten Falles des Transportes von 40 ungarischen Mädchen, die unter Vorspiegelung ehrlichen Erwerbs zu unsittlichen Zwecken nach Hamburg gebracht seien, strenge Untersuchung eingeleitet worden sei, auch werde die demnächst ins Leben tretende Neuorganisation der Grenzpolizei künftighin solche Fälle unmöglich machen. Aus mtb &nib. Gießen, 18. November 1902. - Einberufung des Landtags. Das Regierungsblatt Nr. 74, ausgegeben Darmstadt, 15. November, ver- öffenllicht folgendes Edikt, die Einberufung des 32. Landtages betr., vom 12. November 1902: „Ernst Ludwig von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Nachdem Wir beschloßen haben, Unsere getreuen Stände, traft dieses, auf Montag den 24. November einzuberusen, jo verkünden Wir solches hierdurch öffentlich und gesinnen an Unsere getreuen Stände, daß Sie sich an dem genannten Tage in Unsere Haupt- und Residenzstadl Darmstadt zur Ausübung Ihrer verfassungsmäßigen Rechte vereinigen und die Vorlagen entgegennehmen, welche Wir an Sie werden gelangen lassen. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Grobherzoglichen Siegels. Gegeben Darmstadt, den 12. November 1902. (L. b.) E r nst L u d w i g." ** Ein Meteor. Zn vielen Orten Oberhessens ist am Sonntagnachmittag zwischen 5i/< und öy2 Uhr im Freien ein intensives, blitzartiges Aufleuchten beobachtet worden, das Wohl von einem ungewöhnlich hellen Meteor, einem Nachzügler des Mitte November fälligen ,Lenviden- schw armes" ausgeaangen ist. Ein Beobachter will auch das Meteor selbst erblickt haben; es schien sich im Fluge zu teilen. ** Tie Wanderer, Gießener Radfahr-Gesellschaft, leierten am Samstagabend auf dem Windhof ihr diesjähriges Stiftungsfest durch ein Festmahl, das mit humoristischen Borträgen und Musik verbunden war. Ter erste Vorsitzende Aug. Wehn überreichte bei dieser Gelegenheit dem zum Ehrenvorsitzenden ernannten Wilh. Hornberger das kunstvoll ausgeführte Tiplom zu dieser -Ernennung, indem er in längerer Rede hervorhob, welche großen Verdienste Herr Hornberger um den Radfahrsport und ganz besonders um den Verein der Wanderer G. R. G. sich erworben hat. — Tas Winterfest des Vereins wird am 18. Zanuar k. I. in Sterns Saalbau abgehalten. n. Gr o ßen-Linden, 17. Nov. Tas Kalkwerk in unserer Gemarkung wird in aller Kürze eine bedeutende Vergrößerung erfahren. Der Besitzer Haas- Gießen erbaut im Laufe dieses Winters einen zweiten Ringofen, der ea. 30 Klafter Kalksteine fassen soll. Tie seitherige Schienenverbindung mit unserer Haltestelle wird eine Aenderung erfahren, statt wie seither Pferde zum Ziehen zu verwenden, wird in Zukunft der Kalk mittels einer kleinen Lokomotive na'ch dem Bahnhof befördert. ** Eine ungewöhnlich große Kälte hat uns in den letzten Tagen überrascht. Das Thermometer stand heute morgen y28 Uhr noch auf 7 Gr. R- unter dem Gefrierpunkt. Damit scheint es, als ob der Winter diesmal that- sächlich früh und strenge einseßen wird. Bemerkenswert war heute in den Morgenstunden die selten klare Lust, die sogar auf dem Monde die Berge und Meere schärfer als gewöhnlich hervortreten ließ. — In den nördlichen Gegenden herrscht der Winter bereits unumschränkt. er ärztlichen Feststellung sind dem Opfer mehrere heftige Schläge mit einem stumpfen Instrument beigebracht worden; ferner weisen Kopf und Hals mehrere tiefe Stiche auf, wonach einer die Schlagader durchschnitten hat und deshalb den Tod herbeiführen mußte; zuletzt hat der Unhold seinem Opfer die Kehle durchschnitten. Mainz, 17. Nov. Ein rätselhafter Vorfall hat sich hier am Freitag zugetragen. Ter 13jährige Knabe Winkler, der angeblich von einem andern Jungen in den Unterleib gestochen worden fein wollte, hat nicht einen Stich in den Unterleib, wie es ursprünglich hieß, sondern deren drei aufzuweifen. Nachträglich gab er bei seiner Vernehmung an, daß er das Messer verkehrt in der Hand gehabt hätte, als jemand aus seiner Familie gegen ihn gestoßen ei und ihm dadurch das Messer in den Leib getrieben habe. Taß dies einmal vorgekommen sein könnte, wäre glaublich, aber woher dann die drei Stiche kommen, ist rätselhaft. .Ta der Zustand des Jungen thatsachlich lebensgefährlich ist, wird die eingeleitete Untersuchung auch eine um so strengere sein, damit das Tunket, das jetzt noch über die Ursache des Vorfalles schwebt, gelichtet wird. — Sarah Bernhardt, deren hiesiges Gastspiel mit so großem Beifall aufgenommen wurde, begab sich nach Schluß ihres Gastspieles mit ihrem gesamten Personal in den Ratskeller, woselbst daS Souper eingenommen wurde und von hier sofort zur Bahn. „Haben Sie die Sarah auch gesehen^ ist das neueste Schlagwort. MainL, 17. Nov. Tie von der hiesigen Handelskammer auf Veranlassung des Kreisamts Mainz angestell- ten Erhebungen über die Lage des hiesigen Arbeitsmarktes sind abgeschlossen. Im allgemeinen sind darnach in dem laufenden Jahre ungünstige Verschiebungen in den Verhältnissen des hiesigen Arbeitsmarktes — von einzelnen Ausnahmen abgesehen — nicht eingetreten und dürften auch für den kommenden Winter, außer dem regelmäßigen Ruhen gewisser, von der Jahreszeit abhängiger Gewerbe, nicht zu befürchten sein. Andererseits ist aller- dings auch auf eine Abnahme der Arbeitslosigkeit, soweit solche vereinzelt vorliegt, in nächster Zukunft nicht zu rechnen, und demgemäß nicht auf die Möglichkeit, daß etwa eine erhebliche Zahl von Arbeitskräften aus eingeschränkten Gewerbebetrieben in anderem Betriebszweigen Slufnahme finden könnten. Im übrigen ist bei Beurteilung vorliegender Frage zu berücksichtigen, daß die meisten in unserem Bezirke vertretenen Gewerbe, .. .e sie von der auffteigenben Richtung der Konjunktur nicht ? stark wie diejenigen anderer Bezirke beeinflußt wurden, -o auch von dem Niedergang weniger heftig in Mitleiben- in Liliput als Kinder so gern und oft gelesen, La vor unseren Augen il)< auch die Reise über Land und Meer. Hier kor verschiedensten Gegenden und Städte der Erde kennen lernen, man erlebt Löwen- und EtSbärenjagden, Schiffsuntergänge, man sieht Szenen aus der Schlacht von Sedan u. s. w. Ganz verblüffend sind die Produktionen der kleinen Seil» schwenker-Automaten; dieser Mechanismus muß wohl von allen der komplizirteste fein. Wer sich einen reinen, ungetrübten Genuß verschaffen will, der scheue das geringe Eintrittsgeld nicht, er findet mehr, als er erwartet. Die Vorstellung füllt viel schöner aus, als man das erzählen kann. — Es muß auch erwähnt werden, daß das Theater geheizt ist. Leihgestern, 16. Nov. Tas neuerbaute stattliche Schulhaus wurde heute nachmittag in feierlicher Weise seiner Bestimmung überaeben. Nachdem im Frühjahr 1900 die hiesige Schule dreiklassig geworden war, entschloß sich die Gemeinde zum Neubau, der im vorigen Jahre begonnen wurde. Bei der heutigen Einweihung versammelten sich kurz nach 3 Uhr zum Festzug die Vertreter der Großh. Kreisschulkommission, Regierungsrat Tr. Wagner, Kreisschulinspektor Drof. Tr. Lucius, Baurat Stahl, Kreisarzt Medizinalrat Tr. Haberkorn, Kreisstraßenmeifter Rohrer, der Ortsoorstand, die Lehrer mit ihren Klassen, der Äriegerberein, die beiden Gesangvereine und der Turnverein. Vor dem Schulhaus angekommen, spielte die Musik: „Nun danket alle Gott", wonach der Gesangverein ,Liederkranz" das Weihelied vortrug. Nunmehr übergab Baurat Stahl nach kurzem Tankeswovte an alle die, welche zur Herstellung des Neubaues mitgewirkt, den Schlüssel an den Regierungsrat Tr. Wagner. Tiefer hielt ebenfalls eine Ansprache, in ib.er er dem Wunsch Ausdruck gab, daß der stolze Neubau allezeit eine Pflanzstätte echter Volksbildung, wahrer Gottesfurcht, Zucht und Sitte fein möge. Ten Schlüssel überreichte er dem Bürgermeister und dieser dem Vovsitzenden des Schulvorstandes, Pfarrer Dekan Strack, der bte Weihe des Neubaues vollzog. Darnach fangen der Gesangverein „Eintracht", der gemischte Chor und die erste SchulUasse. Als Tekan Strack das Gebäude zur Besichtigung öffnete, spielte die Musik: „Ich bete an die Macht der Liebe." Tie innere Einrichtung des Schulhauses entspricht allen Anforderungen der modernen Schulhygiene. Ilbeshausen, 17. Nov. Zu dem gestern von uns telegraphisch gemeldeten Raubmorde wird uns noch geschrieben: Ter Arbeiter Zinn t ritz, früher im Basaltwerk Ilbeshausen thätig, wurde heute Sonntag mittag, vermutlich von einem Kollegen ermordet, an der Jlbeshauser Grenze, Staatsstraße nach Grebenhain, mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Im dringenden Verdacht, den Mord begangen zu haben, steht ein Kroate, der flüchtig ist. Ter vermutliche Mörder ist ca. 20 Jahre alt, 170 Ctm. hoch, von schmaler Konstitution, blasser Gesichtsfarbe, trägt grünlichen Hut, schwarzen Anzug, schwere silberne Uhrkette mit schwerem Silbermünzenbehang in Größe von Fünsmarlstücken, moderne deutsche Schnürstiefel, spricht kroatisch und geht etwas nach vorn gebeugt. Dem Morde muß ein starkes Ringen vorausgegangen sein, wie die Spuren unmittelbar an der Staatsstraße zeigen. Ter Mörder hat sein Opfer in ein nahes Gebüsch geschleppt. Neben der Leiche lagen der entleerte Geldbeutel und die llhrkopsel. Zinntritz, ca. 50 Jahre alt, war mit feinem jüngeren Kollegen auf dem Wege nach Greben- Hain begriffen, um dort Arbeit zu suchen. Beide hielten sich in der verflossenen Woche in der Löfslerschen Wirtschaft zu Ilbeshausen auf. Zinntritz soll ca. 200 Mk. bei sich getragen haben. — Aus Grebenhain wird uns ferner geschrieben: Offenbar ist der Raubmörder durch die unerwartete Dazwischenkunft der Gewerbeschüler an der Beseitigung der Spuren seines scheußlichen Verbrechens verhindert worden; bic Leiche lag hinter den ersten Fichten- bäumchen an der Straße, jedenfalls sollte sie in der kleinen, nicht ganz stockwerkhohen Fichtenschonung von ihm verborgen werden, wo ein baldiges Auffinden nicht zu befürchten war. Alle Umstände, unter welchen die That begangen wurde, zeugen von der Raffiniertheit des Verbrechers. In Bebra soll sich der Mörder unter anderem schäft gezogen worden sind, und daß bte nachtonigen öttt- ungen des letzteren wohl mehr in den Gefchästserträg- nissen, als in dem Umfang der Arbeiterbeschäftiguna ihren Ausdruck gesunden haben. — Ter Bericht spricht sich bann im einzelnen aus über Verkehrswesen, Nahrungs- und Genußmittel, Holz- und Holzwarenindustrie, Industrie der Steine und Erden, Baugeschäft, Kohlen- und Eisenindustrie, sowie Metallverarbeitung, Chemische Industrie, Textilwaren, Papierindustrie und Buchgewerbe und Leder- und Lederwarenindustrie. Weisenau bei TZairu, 17. Nov. In der Brauerei zum schwarzen Bären von Gebr. Riffel wurden heute nachmittag infolge Explosion eines Bierfasses der Braumeister und ein Braubursche getötet und ein anderer Brau- bursche schwer verletzt. r. Frankfurt a. M., 17. Nov. Tie 1. Hauptversammlung des deutschen Vereins zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten findet hier in der Zeit vom 8. bis 10. März 1903 statt. Ein Organisationsausschuß ist Bereits in der Bildung begriffen. Oberbürgermeister Tr. Adickes-Franksurt hat seine Mitwirkung zugesagt. Frankfurt, 17. Nov. Die große Notstandsvorlage des Magistrats, die in der letzten Stadtverordnetensitzung von sozialdemokratischer Seite wieder reklamiert wurde, ist nun der OeffenUichkeck zugänglich gemacht worden und steht zur Debatte. Es ist eine ungemein gründliche und umfassende Arbeit des Oberbürgermeisters Dr. Adickes, der Ursachen und Wirkungen der Arbeitsnot kritisch prüft und baß Wesen der städtischen Hülfsmaßregeln und Konsequenzen klar legt. Im vorigen Winter wurde seitens der Stadt bereits Hervorragendes geleistet; so wurden rund 360 000 Mk. für Bahnbetriebsmittel, 772 000 Mk. Zusatzkredite für öffentliche Hoch- und Tiefbauarbeiten, 30 000 Mk. für Kleider-Lieferungen seitens hiesiger Gewerbetreibender bewilligt. In diesem Jahre greift eine bessere Organisation Plag, man weiß die Steigerung deS Zuzugs und das Herabdrücken der Arbeitslöhne zu vermeiden und hat vor allem größere Mittel bereitgestellt. So hat das Hochbauamt 800 000 Mk. für Bauten, daß ElektrizitätS- unb Bahnamt 605 000 Mk. für Beschaffungen unb Umbauten, baS Tiefbauamt für Lieferungen, Erb-, Kanalbau unb anbere Arbeiten 2 242 100 Mk. unb 25 000 Mk. für gewerbliche Kleiber, Mützen unb Stiefellieferungen zur Verfügung. Für eigentliche Notstanbsarbeiten sinb 40 000 Mk. für Erd- und Steinschläger-Arbeiten während strengen Frostes vorgesehen. Außerdem sind Bestimmungen über Beschäftigung Arbeitsloser während des Winters und eine Arbeitsordnung für die Notstandsarbeiten der Vorlage angehestet. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Auf Antrag der Handelskammer zu Friedberg wurde für Bad-Nauheim ein zweiter Vertreter, sowie für den Amtsgerichtsbezirk Laubach em neuer Vertreter genehmigt. — Der 11jährige Sohn des Porte- seuillers Reitz in Offenbach spielte mit seinen Geschwistern im Hofe mit Feuerwerkskörpern. Eine Rakete ging los unb fuhr dem Knaben in den Mund, wodurch ihm der Kopf auseinandergerissen und er sofort getötet wurde. * * Der Alldeutsche Verband hat zur Erinnerung an die Anwesenheit der Burengenerale in Berlin zwei Postkarten anfertigen lassen, die zu Gun st en seiner Burensammlung vertrieben werden sollen. Tie, wie wir aut eigener Besichtigung bestätigen können, vorzüglich, ja künstlerisch ausgeführten Karten stellen bar 1. Die Generale un Reichsiage inmitten einer Griwpe bekannter Abgeordneter (Fürst BiSmarck, Dr. Arendt, Dr. Hasse, Gras Schwerin rc.). 2. Die Ansprache llhr. Tewets aus dem Festmahl des Alldeutschen Verbandes im Ratjcr- hof. Tie Karten können bei Entnahme von mindestens 10 Siück gegen 10 Psa. siir das Stück bei der Geschäftsstelle des Alldeutschen Verbandes, Berlin W. 85, Lützow'tr. 85 b, bezogen und im Einzel- tauf für 15 Pfg. in den Buchhandlungen gefordert werden. Vermischtes. • Aus dem Münchener Studentenleben liegen uns heute zwei Nachrichten vor. Die erste lautet: In eine schreckliche Lage kam am Sonntag früh ein Student, der in angetrunkenem Zustande in einen Lagerplatz geriet Er wurde von einem Hunde angegriffen, der ihm die Kleider buchstäblich vom Leibe riß, außerdem erhielt er von einem Unbekannten Messerstiche in den Kopf, in die Brust unb m die Beine. In bewußtlosem Zustande wurde er aufgefunden unb in die Chirurgische Klinik gebracht. — Zu einem größeren nächtlichen Skandal kam eS am Sonntag früh gegen 3 Uhr auf dem Stiegelmayerplah. Etwa 100 Studenten zogen, jeder mit einem Literkrug versehen unb mit dem Krugbeckel klappernd, auf dem Platz im Gänsemarsch unter Absingung von Stn- dentenliedem fortwährend im Kreise herum. Der £ärm, den sie verursachten, war schon am Bahnhofplatz vernehmbar. Zahlreiche Passanten hatten sich angcsammelt und erhoben laut Einspruch, doch konnten sie, da die Ruhestörer rocit in der Ueberzahl waren, nicht dagegen vorgehen. Auch ein Schutzmann war am Platz, doch hütete er sich, irgendwie emzugreifen. • Die Affäre Humbert. Dem »Petit Parisien" zufolge ist festgestellt, daß die Humberts zwei Millionen auf die Reise mitgenommen haben. Thatsächlich wurden sie gegenwärtig in spanischen Schlössern gesucht Mehrere Pariser Blätter publizieren seit einigen Tagen kapitelweise eine Schilderung der Flucht der Familie Humbert wodurch im Publikum vielfach die Meinung entstanden ist diese Erzählungen würden mit dem Knalleffekt der Ergreifung der Humberts endigen, ganz wie die lange, romanhaft arrangierte Erzählung beS ,Matm" von ben Umtrieben der Madame Humbert damals ihren Schlußeffekt in der Ccffnung deS eisernen Schrankes hatte. • Paris, 17. Nov. Auf eine schreckliche Weise ist Baron Frank umgefommen, der im Schlosse LaudeS, am Westabhange des Mont Suresnes wohnte. Vermutlich hat er vorgestern Abend im Bett liegend die Petroleumlampe umgeworfen, wodurch das Schloß in Flammen gesetzt wurde. Franck wurde als Leiche und gänzlich verkohlt aufgefunden. Das Schloß ist fast ganz niebergebrannt. • New-P ort, 18. Nov. Nachrichten au5 Honolulu vom 11. Nov. zufolge meldet eine drahtlose Depesche von Hawai, daß der Vulkan Kilauea auf dieser Insel in der größten Eruption seit den letzten zwanzig Jahren begriffen fei. * New-Port, 17. Nov. In Sioux City sind die Fabrikanlagen bc5 Armour Pocking Company niedergebrannt Der Schaden wird auf 900000 Dollars geschätzt 3 */a% Reichsanltiihe 3% do. 8Vt% Konsole 3% do, Tendenz: ziemlich fest. Müller. 8036 Marke „Schwan“ Allen voran! £ Koch. 8018 8037 wert abzugeben 7806, Knöß. 8016 102.10 91.20 101.75 91.10 100.15 99.80 103.10 101.30 101.65 103.10 49.90 31.10 28.25 123.00 44.30 8*/e°/o Hessen . . . 356 Oberhessen . . , 456 Oesterr. Goldrente . 4'/, 56 Oesterr. Biiberrente 456 Ungar. Goldrente . . 4°/, Italien. Rente . . . 4‘/a56 Portugiesen . . , 4°/ Portugiesen. . . . 156 C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4V,56 äussere Argentiner 3u/q Mexikaner , . 4*/g7o Chinesen . . Electric, bohuckert , Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges, Oesterr. Staatebahn . Lombarden . . . Guttharabahn . . , Laura hütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . . ) hat ait ÄMtMtz ® Berlin jwti W en [einttftuw Sie, wie wit au! zügüch, ia fünftferiW trmt ^t\6)Stac! 2. M ÄnspracheCsi :tx ieiboni« im Ami«- )on mittbtlienS 1(1 eiüd MMdrsWeuWii , bezogen wl> im Bivyti* gejoröen orckm. . 25.00 . 92.50 . 80.10 . 94.75 . 209.50. . 187.50, . 137.90; . 142.40 . 155.50 . 148.10: . 18.20 . 180.00 . 199.50' . 166.20 . 167J.0- Holzheim, den 17. November 1902. Droßherzogliche Bürgermeisterei Holzheim. Klotz. Betanntmachang. Der Voranschlag der Gemeinde Holzheim für das Jahr 1903/04 liegt vom 21. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeistereibureau offen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Mainzlar für tag Jahr 1903/04 liegt vom 17. d. Mts. an acht Tage lang pe Einsicht der Interessenten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Mainzlar, den 13. November 1902. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. Familien Nachrichten. Verlobte: Anna Deubler (Fauerbach o. d. H.) und Karl Jung (Hausen b. Butzbach). Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hausen für das Jahr 1903/04 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten auf dem Bürgermeistereibureau offen. Hausen, den 17. November 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. Einen Posten Kartoffeln prima magnum bonum (Wetterauer Ware) hat preis- Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Weickartshain für !M3/04 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang zur Ein- stzl der Jntereffenten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Weickartshain, den 16. November 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Weickartshain. Ich habe mich in Gießen als Arzt niedergelassen. Meine Wohnung befindet sich Ludwigstratze 38, Part. «Sprechstunden: Vormittags 8«/r bis 10 Uhr, nachmittag? 6027 2*/i bis 4 Uhr. Sonntag nur vormittags. Dr. Geyer, pr. Arzt. — Tolstoi. Nach einem Telegramm aus Moskau teilte der Hausarzt des Grasen Tolstoi, Dr. Nikitin, mit, daß Tolstoi von seiner letzten Krankheit, Leberkolik mit leichter Gelbsucht, vollständig wieder hergestellt ist. Herz und Lunge seien vollständig gesund. Gras Tolstoi habe sich aufs neue an die Arbeit gemacht und sei auch schon ausgegangen. V« in bet ah?bet Hw« t Kr: w und das Wesen "Sequenzen klar legt bereits hervor. * Mk. für Bahn. e öffentliches f. ^eider-Lieserungka a,9t In diesem Jahn 1 ntan weiß die tztki, en der Arbeitslöhnen el bereitgestellt. So hat tem das Eleltrizitäls. chaffungen und Um. gen, Erd., Kanals .und 25000 Ml. fä Lieferungen zur Beu iten sind 40000 L ihrend strengen Fros« gen über Beschäsiigut ) eine ArbeitsorüM angehestet. i Hessen und-en :r Handelskammn p Hm ein zweiterÄf k Laubach e»M nge Sohn de- mit seinen e Rakete M los und >odurch ij- der et wuck Diene fle ^tiriuuinjnu Originaldrahtmelduugeu des Gießener Anzeiger. Berlin, 18. Nov. Ter „Borwärts" bestätigt, daß Krupp ein Strafverfahren wegen Beleidigung beabsichtige, da der Artikel in der Samstagnummer des Blattes unwahre Thatsachen enthalte und gegen den Paragraphen 186 des Strafgesetzbuches verstoße. Ein zahlreiches Polizeiaufgebot habe am Montag mittag in den Räumen des „Vorwärts" Haussuchung abgehalten, das Manuskript des Artikels aber nicht gefunden. Selbst die Pulte von Reichs- tagsabgeordneten, deren Durchsuchung durch die Verfassung ausgeschlossen sei, habe die Polizei geöffnet und durchsucht. Hiergegen würden die geeigneten Schritte eingeleitet werden. Aucb in zahlreichen Gastwirtschaften wurde der vorwärts" beschlagnahmt. Essen a. d. R., 18. Nov. Dr. Diederich Hahn kündigte in einer Versammlung des Bundes der Landwirte einen scharfen Kampf gegen die Industrie-Zölle der Tarifkommissbou an, die um 25 bis 30 Proz. ermäßigt werden müßten. Birmingham, 18. Nov. Gestern abend fand unter Vorsitz des Lordmayors ein Festmahl zu Ehren Chamberlains aus Anlaß seiner bevorstehenden Reise nach Südafrika statt, an dem Vertreter aller politischen Parteien teilnahmen. Chamberlain sagte, die heutige 3u- sammenkunft sei eine Familienzusammen^tnft. Seine Reise sei eine geschäftliche Angelegenheit und kein Parade- Unternehmen, eine nationale und nicht eine Parteimission. Er habe erlebt, daß man ihn als den best- gehaßten Mann seiner Zeit bezeichnete. Aber er habe während der ganzen Laufbahn des Kampfes niemals Animosität gehegt und stets die öffentliche Politik von privatem Charakter zu trennen gewußt. Wir wünschen aus Südafrika einen integrierenden Bestandteil zu machen, aus das wir zu stolz sind. Wir dürfen nicht erwarten, daß alle Bitterkeit aussterben wird, aber ich kann namens der Regierung erklären, daß sie allen, welche leiden, Hilfe bringen will. Vor allem müssen wir edel und weise jenen gegenüber handeln, die auf unserer Seite gestanden haben und dürfen nie vergessen, was sie gelitten haben. Unsere zweite Pflicht ist kaum minder bedeutungsvoll. Wir haben diejenigen, die unsere Gegner gewesen sind, dahin zu bringen, daß sie sich mit dem Lose aus- Pelz waren Größte Auswahl aller Neuheiten. — Als Zu- thalen beste prima Winterfelle. — Billigst ge-; stellte Preise. — Reparaturen und Umänderungen nach Maß in eigener Werkstätte. Ang. Kretzschmar, MarklpH Gerichtssaal. K B. Darmstadt, 17. Nov. Vor der zweiten Straffammer Rrersetbst wurde heute ein Vorfall zur Aburteilung gebracht, der ßeinerzeit eingehend besprochen worden war. Vier Herren aus der kesseren Gesellschaft hatten t...t 7. August d. I. eine Vergnügungs- kour am Rhein gemacht und fuhren in heiterer Stimmung abends 8 Uhr mit dem Zug von Mainz nach Darmstadt. Als sie kaum im Koupee Platz genommen, kam noch ein anderer Herr, der 20- ßrhrige Kaufmann Paulus Hirsch aus Groß-Gerau mit hinzu. Dieser kehauptet nun, von den vier Insassen des Koupees beleidigt und mit Messer und Revolver bedroht worden zu sein. Die s. Zt. mit- Ueteilten Vorgänge hätten sich hauptsächlich zwischen Mainz-Neuthor itub Nauheim abgespielt, und bei der Ankunft in Groß-Gerau habe pirsch, wie er angab, in größter Aufregung die Feststellung der nicr Herren verlangt, die dann in Darmstadt erfolgt sei. — Die Ltaatsanwaltschast hat den Antrag aus Klageeinleitung wegen Bedrohung und Sachbeschädigung abgelehnt und nur wegen Beleidigung aus Grund des § 185 Atrasantrag gestellt. In der heutigen Verhandlung gaben nun die vier Angeklagten eine wesentlich Oiidere Schilderung der Vorgänge. Sie bestritten besonders, den Kirsch bei seinem Eintritt in das Koupee schroff angesahren oder sinne Religion beleidigt zu haben. Sie müßten zugeben, daß sie wach einem fröhlich verlebten Tage am Abend in sehr animierter Stimmung gewesen seien und den Zeugen Hirsch angeulkt hätten; et hätte aber milgelacht Rechtsanwalt, Geh. Justizrat Dr. Ojain bezeichnete es als charakteristisch für den ganzen Vorfall, daß Hirsch denselben in einseitigen tendenziösen Berichten an die Blätter einer gewissen Richtung für sich ausgebeutet habe. Er habe erklärt, er mibe jedes Wort seiner Anklage beschwören, aber durch die Zeu- Aknaussagen seien viele Behauptungen seiner Anklage als absolut irnwahr erwiesen worden. Der Dolch, mit dem er bedroht sein «olle, sei ein bescheidenes Taschenmesser gewesen, die Laterne des Schaffners ist, wie dieser in Uebereuiftimmung mit den anderen Zeugen beschwor, nicht dem Hirsch umzuhängen verlucht, sondern e inem der Zeugen wirklich umgehängt worden, und während dieser Vorgang sich unmittelbar vor Groß-Gerau abgespielt haben sollte, ; bet der Schaffner mit seiner Laterne das Koupee schon vor Nau- g«im verlassen und nicht wieder betreten. Ter Schaffner bekundete auch, er habe geglaubt, daß alle fünf Herren im Koupee zusammen- 3«borten, Hirsch habe ihm von den ganzen Vorgängen weder in (duftaosburg, noch in Nauheim oder in Bischofsheim etivas gesagt. Rechtsanwalt Bender führte aus, daß bezüglich der Hauptangeklagten alle Behauptungen Htrsch's als wahr erwiesen seien, auch sonst machten ale seine Schilderungen durchaus den Eindruck der Wahrheit. Ein all- söhnen und Bürger des geeinigten Reiches werden. DÄ Krieg hnt viel gekostet, aber unserer wartet noch eine größere Aufgabe. Unser Wunsch ist, aus der ganzen Bevölkerung eine geeinigte Nation zu machen. Die Aufgabe fei, schwer, aber weil sie nicht unmöglich sei, werden die Eng-i länder sie durchführen. Er gehe, mehr von Milners Politik zu sehen. Er glaube, man werde ihm auf halbem Weges entgegenkommen und hoffe, die Freundschaft der neuem Unterthanen des Königs zu gewinnen. Er hege eine jeJjq optimistische Ans ch auung bezüglich Suo> afrikas. Brüssel, 17. Nov. Der hiesige Anarchist MeSdag sagte freiwillig aus, daß Rubino versucht habe, sich an ihn zu drängen, daß er ihm ein Packet mit Rasierzeug unb Zeitungen sandte, und ihm mitteilte, daß er für den 15. No»> oember eine Beschäftigung hätte, ihm (Mesdag) aber sowohl wie seinem Kameraden Chapelie, dem sofort wieder frei*, gelassenen Anarchisten, sei Rubino widerlich und v er ächt« lich vorgekommen. Sevilla, 17. Nov. Die UeVerführung dev sterblichen Reste von Christoph Columbus wurde heute in feierlicher Weise Dorgenommen. Der Marine* Minister, der Generalkavitän von Cadiz, sowie sämtliche' Behörden von Sevilla und ein großer TeÜ der Bevölkerung- nahmen an der Feier teil. Rom, 18. Nov. Im Schlosse des Marchese Cor« dowa, der wegen Beziehungen zu den sizilianischen Briganten verhaftet wurde, fand man hinter einem Wandschrank int Schlafzimmer eine versteckte Mauer* Öffnung und einen Schacht, der zu einem unterirdischem, Gange von 250 Meter Länge führte und durch eine eiserne- Thür in ein Dickicht mündete. Fiume, 18. Nov. Seit gestern wütet im ganzen Küstengebiet eine fürchterliche Bora. Tie Schiffahrt ist beinahe vollständig eingestellt. — Im hiesigen Hafen kollt*^ dierten die Dampftr „Sipan" und „Risoto". Letzterer wurde^ stark beschädigt. Athen, 18. Nov. Zu dem Dvppelmord auf der Loreley wird gemeldet: Tas bisherige Ergebnis der Untersuchung war dieAuffindüngzweierHämmer^ einer Feile und eines Brecheisens im Hause des Leucht Mrmwürters, in dessen Jolle auch ein eiserner Kästen ge*, funden wurde. Alle Nachforschungen nach dem verschwun-» denen Matrosen Kohler waren trotz der ausgesetzten Sten lohnung bisher erfolglos. Athen, 17. Nov- Nach einem Telegramm von den Dardanellen umzingelten von insgesamt 300 aus dem Dienst entlassene Soldaten 50 im Namen der Kameraden das' Haus des kommandierenden Generals und verlangten ben für vier Jahre rückständigen Sold und Zurück- beförderung in die Heimat. Der Sultan spendete, um Unruhen zu vermeiden, 230 000 Franks. Petersburg, 18. Nov. Aus allen Landesteilen wird eine Zunahme des Frostes gemeldet. Aus Kasan werden 15, aus dem Kama-Gebiete eine Kälte von über 20 Grad gemeldet. Alle Flüsse sind eingefroren. Massen* hafte Quantitäten von Frachten lagern aus den SchiffayrtH, Stationen. Kairo, 18. Nov. Eine gestern veröffentlichte ©ta*; tistik weist fünf neue Cholerafälle auf. 14 Per*, fönen befinden sich in Behandlung. 6 sind an Cholera Der-, ftorben. New York, 18. Nov. Eine Zusammenstellung der Wahlziffern ergießt eine gewaltige Zunahme des sozia- listischen Votums. Im Jahre 1896 wurden 36000 und jetzt 500 000 sozialistische Stimmen gezählt. Ter Sozialismus dürfte bei den nächsten Präsidentenwahlen im Jahre 1904 bereits einen politischen Faktor Don Bedeutung abgeben. Telephonischer Kursbericht. 8 Stck. 00—00 Pfa^ ®finfeder 00—00 Pfg^ Entenei« O—OPsg^ Käse vr.Stck.5—v Pf., Kasematte 2 Stck. 5—OPsch, Erbsen pr. Liter 2OPsg. Linsen pr. Liter 32 Psg^ Tauben pr. Paar 0,70—0,90 Ack., Hühner pr. St 0,90—1,40 Mst Hahnen pr. Stück 0,75—1,60 Mk., Enten pr. Stück 2,20—2,80 2JIL, Gänse pr. Pfd. 50—64 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg^ Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Psg^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—72 Psg^ Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 4,50—5,20 All., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 3,30—3,50 Mst Milch per Liter 18 Psg. Acpsel per Pfd. 0—00 Pfg^ in Körben 00—00 Psg. Trauben 00—00 Psg. Eingesandt (Für Form und Inhalt aiiet unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Um Irrtümer richtig zu stellen, sei hier nur kurz erwähnt, baß der »Ausschuß der Gießener Turnerschast" ben in Nr. 269 bes »Gieß. Anz." angezogenen Artikel ber »Freien Turnerschaft" in Nr. 264 d.Bl. mißverstanben hat. Da vielfach bie irrige Ansicht verbreitet ist daß Alles, was von Arbeitern begonnen wird, auch sozialdemokratisch sei, dieses aber bet der Gründung der »Freien Turnerschaft Gießen" keineswegs zutrifft, was auch aus dem Statut zu ersehen ist, glaubte ber Einsender des betr. Artikels das Wort »unpolttisch" nicht entbehren zu können, um wenigstens bei den Arbeitern nicht erst eine falsche Meinung Platz greifen zu lassen. Dem »Turnverein" resp. ber »Gießener Turnerschaft" nahe zu treten, war keineswegs die Absicht des Einsenders. Bemerkt sei noch, daß die ^Freie Turnerschaft Gießen" morgen Mittwoch, abends 8'/, Uhr, ihre Turnstunden im »Pfau", Neustadt, beginnt und Anmeldungen dort entgegen genommen werden. Der Vorstand der »Freien Turnerschaft Gießen". Bekanntmachung. Mittwoch, den 19. November, nachmittags V,3 Uhr netben bei dem früheren Reqiemngsgebäude am Kanzleiberg MX Haufen altes Brennholz versteigert. Gießen, am 15. Dlooember 1902. 8006 GrokjherzogUHe Bürgermeisterei Gießen. Mecum. identenlebinlM ; erste lautet: m! ,h ein Student, wc rplatz geriet M die Kleider ■ er von einer-7' die Brust rd! et aufgef** - 3" *8 SÄ? Sgst: die zKugei ein i vorgtU . bwi( itete er » M Porisien' F m qji al io ne” aejuchl. nalltfi* ’ m# itt««' ««« t* S- n i”“"1'9 3 .i( C'nieb(t?u J. Weisel, Sonnenstraße. Prima gelbe Mäuschen-Salatkartoffeln. 50^mtirßnii-5C sowie alle anderen Sotten Kohlen KoaKs Ariketts Brennholz etc. liefern zu ben billigsten Tagespreisen 7906 BchchimLWiiiilbcM | L. Steinhäuser Neuenbäue 17 Telephon 346 empfiehlt: per Pfund Pfg. Fst Znckerrübenkrant 18 » Zwetschenhonig 25 » Marmelade (gemischt) 28 » Apfelgelee 30 »Johannisbeermarmelade 55 » Erdbeermarmelade 60 » Himbeermarmelade 60 » Bienenhonig, rein, 1,00 jl Frisch geschossene Hasen! Heinrich Klotz, Mäusburg 17 läPtttlM-Cment ä Sack 1,25 Mark, abzugeben 05192 Wolkengaffe 17. gemeiner Ult sei der ganze Vorfall nicht gewesen, sondern grobe geschmacklose Beleidigung, die bei der ganzen Stellung der Angeklagten Doppelt schwer ins Gewicht falle. Ltaalsanwalt Dr. Wolff hatte D.or diesen Plaidoyers betont, daß er die Behauptungen Hirscy's nicht sämtlich als erwiesen erachten könne. Doch sei eine Anzahl beleidigender Aeußerungen sestgestellt und auf Grund derselben beantrage er gegen Amtsrichter Mahr als den Hauptschuldigen eine Liildstrafe von 800 Mk. Bezüglich des zweiten Angeklagten Rechls- anroalt Dr. Geßner, habe er die Ueberzeugung gewonnen, daß bdefer versöhnend unb vermittelnd bei dem Vorsall eingewirkt habe und deshalb straffrei ausgehen sollte, während er bezüglich der beiben Brüder Reitzel das Urteil dem Gericht anheim gebe. Nach- ben noch Geh. Juftizrat Dr. Osann sür eine sehr viel geringere tlbftrafe für seinen Klienten plaibiert und Rechtsanwalt Dr. Jager aiuSführlich zu Gunsten der drei anderen Angeklagten gesprochen, zog sich der Gerichtshof zurück. Nach etwa zweistündiger Beratnng verkündete der Präsident das Urteil dahin, daß alle vier Angeklagte ber Beleidigung schuldig zu erachten und Amtsrichter Aiahr zu 150, A «chtsanwalt Dr. Geßner zu 70, Ober-Rechnungsrevisor Reitzel zu 70 und Hosbuchhändler Reitzel-Stuttgatt zu 50 yJlf. Geldstrafe und alle vier zur geineinjchastlichen Tragmig ber Kosten zu verurteilen seren. Berlin, 17. Novbr. Vor dem Schwurgettcht beS Lanb- gerichts 1 begann heute der Prozeß gegen den früheren Bankier umb königl. Lotterie-Einnehmer 2)1 i 11 a f f. Die Anklage be schuldigt ihn, sich gegen bie Konkursorbnung unb das Handels- gejetz vergangen zu haben. Die Verhandlung beginnt mit ber Vereinung bes Angeklagten, ber bestreitet, übermäßigen Aufwand Etrieben zu haben, und ertlärt, der Zusammenbruch seines Geästs sei die Folge eines tomplottartigen Vorgehens feiner Haupt- au gestellten gegen ihn gewesen. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft Nürnberg, 17. Nov. Von den 40 Millionen Mart An- le ihen ber etabt Nürnberg, bie im Jahre 1900 beschlossen würbe», gelangten bis jetzt 10 Millionen Mart zur Ausgabe. Es loLlen nunmehr weitere 7 Altllionen 2)lart begeben werben. Daher butiert bie etabtoerroaltung zur Einreichung von Offerten aus, ba bei bleibt es aber den Offerenten überlassen, euren 4proz. ob.tr 3'/,proz. Zinsfuß zu Grunde zu legen. Hessische Brauerei. In der am 8. Dezember stattfindenden 3sieraluerjammlung ber Hessischen Brauerei wird den Aktionären bie Verteilung einer Dwrdeirde von sechs Prozent vorgeschlagen uerben. — Der AuffichtSrat der Münchener Branhans-Attien- vasellschast hat beschlossen, in ber am 10. Dezember er. ftattfm- ieinben Generaloerjammliing bie Verteilung eurer Dividende von ! ^roz. (t. V. 4 Proz.) vorznschlageir. Märkte. Kietzen, 19. Nov. Marktbericht Auf dem heuttgen Wochenmarkt jlj bfieten: Butter pr.Pfd. 0,85—1,10 Ack., Hühnereier pr. St 7—9 Pfg., Mittwoch, d. IS. Novbr. 1902 nachmittags 2 Uhr werden im Biekettschen Saale versteigert: 2 Sophas, 1 Kommode mit Glasschrank, 1 ovaler Tisch, 1 Spiegel, 1 vollst Bett, 1 Vertikow, 1 Schreibtisch, 1 Regulator, 1 Nähtisch, 1 Blumentisch, 6 Bilder, 1 Kleiderschrank, 1 Faß Wein u. a. m. 8041 Geißler, Gerichtsvollzieher. Hostversteigerung am Bootplatze der Gießener Ruder-Gejellschast Donnerstag, den 20. Novbr. vormittags 11 Uhr bestehend in: 1. Nutzholz (Pappel- u. Esche- siainm); 2. Brennholz in Pappel- Stamm und Reisig. [8029 Portwein- Punsch-Effenz ber Firma Carl Schroeter Söhne in Hanau a. M. 8017 (schmeckt und bekommt vorzüglich) Arrac- und Rum- Punsch-Essenz Rum de Jamaica Arrac de Batavia sowie feinere Üiqneure deutscher und französischer Cognac (ärztlich empfohlen) zu haben bet F. Schott, Bahnhosstr., Ecke Wottengaste. Telephon 330. »VGGOSGVHO 05195] Kornstroh (Handdrusch) zu hab. bei Helnr. Neil vII, Atühlgaste. Gießen, den 17. November 1902. 06186 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste meiner Frau Lina Neitz, geb. Lauber insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Euler, sowie für die sorgsame Pflege der Schwestern sagt innigsten Laak Heinrich Neitz. Philipp Hof Lfeusetzer vfen-utzer -aplanSgasse 23. Empfehle mich im Setze» und Keiutge» von Oesen und Herden jeder 'Art bei pünktlicher und ge- wlssenhaiter Bedienung. 05190 Solmser Hof. 8089 Morgen Mittwoch B Metzel- suppe. «MU! Täglich von 1 bis 2 Uhr für Minderbemittelte kleine Preise. Für Unbemittelte kostenlos. Schwalm, Zahnarzt 7608 Vahuhofstr. 68. Poliklinik für Zahukraukheiterr Merklllchnmhl (phosphorsaurer Aalk) W-u.Mchullier Gustav Walter, 5103 MäuSburg 18. Wert Stuhl Neustadt 23 empfiehlt zu beiligsten Preisen: Jagdwesten 7206 gewebte Jacken Jägerhemden Normalhemden Flanellhemden Hautjacken Unterhosen woll. Strümpfe „ Socken Faust- und Finger- Handschuhe Gamaschen etc. Kohlen! 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