luhlrs. intim gbet 2 Nammlung -dutichenichLilen hÄ»e£ ä'ta» »SS* Nr. 871 • r|$el*t täglich anbei Sonnlag#. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. FtolalionSdruck u. Verlag bei Brühl 'schen Univers.-Buch- u.Slein- drackerettPletsch Erben) Hebaftton, ErpedUtoa und Druckerei: Schatfiraße 7. ftbiefle tüt Depeschen» Anzeiger Gießen. ^erniprrchanichlußAt 51. Erstes Blatt. 158. Jahrgang Dienstag 18. NovemberRSVS GietzenerAnzeiger General-Anzeiger u Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen tJeinflOreiti monatlich 76 Ps^ otertfln lahrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch diePost DK.2.— otertek jährl. ausschl. Bestell-» Annahme von Anzeige» sür die TageSnurnrn« bi# vormittag» 10 Uhr. ZeUenpreiS: lokal 12Ps^ auSwätt# 20 Psg. Beranlwortlichr für den pollt a. allgem. fcetl; P. Wtttko: fül ,Stadt und Canb* und (Serichtssaal^ 6 all Plato^ sür den An- zeigenleil: Han# Beck. Das Attentat gegen den öelgischen König. Die Untersuchung in der Attentats-Angelegenheit wird natürlich in der belgischen Hauptstadt lebhaft fortgesetzt. Der Prokurator verhörte den Brüsseler Anarchisten Mestag, den Herausgeber des Anarchisten .Flambeau". Er hatte sich dem Prokurator freiwillig zur Verfügung gestellt, um diesem über seine Beziehungen zu dem Attentäter Auftlärung zu geben. Ferner wurde ein junger Italiener, welcher Rubino in London kennen gelernt hatte, vernommen. Das Verhör förderte jedoch Neues nicht zu Tage. Bei zahlreichen Freunden Rubinos wurden Haussuchungen vorgenommen und 80 Personen wegen ungenügender Legitimationen über die Grenze befördert. Am Montag Vormittag wurde Keir-Hardic, Mitglied des englischen Unterhauses, in einem Brüsieler Hotel verhaftet. Wahrscheinlich kannte die Polizei seine Persönlichkeit nicht. Ketr-Hardic wurde trotz seines Protestes, obgleich er sich legitimieren wollte, zum Polizeibureau geführt, wo er nach Feststellung seiner Persönlichkeit sofort entlassen wurde. Der Abgeordnete, welcher sich auf der Durchreise von Frankreich nach Deutschland in Brüsiel aufhielt, begab sich nach der englischen Gesandtschaft, um gegen seine Verhaftung zu protestieren. Es stellt sich jetzt heraus, daß Rubino sehr wohl wußte, daß der König in dem Wagen, auf welchen er schoß, sich nicht befand. Aber da der König vorüber war, bevor er schießen konnte, und er nun einmal schießen wollte, so that ec es trotzdem! — Rubino erklärte weiter, daß er ursprünglich den englischen König habe ermorden wollen, doch habe er das englische Volk für so dumm gehalten, daß es aus der Ermordung doch keine Lehre gezogen hätte. Darauf hätte er die Absicht gehabt, seinen eigenen König zu ermorden, doch hätte ihm das Reisegeld nach Italien gefehlt. Dem „Daily Ehronicle" zufolge kam Rubino vor sechs Jahren nach London und hatte dort einen Zeitungsladen. Vor etwa zwei Jahren zog er nach Glasgow, wo er ein Restaurant hatte und vor etwa neun Monaten kam er, reichlich mit Geld versehen, nach London zurück. Er miethete dort ein Haus, in welches ec mittellose Kameraden frei aufnahm, kaufte dann eine Druckpresse und Typen, um ein revolutionäres Blatt zu drucken. Wenige Tage darauf wurde er aber als Polizeispion denunziert. Die Anarchisten sollen eine Versammlung veranstaltet haben, auf der Rubino über sein Treiben Rechen- schäft geben sollte. Rubino kam nicht, schickte aber einen angen Brief, in dem er zugab, er sei ein Polizeispion, doch sei sein wahrer Zweck, der Sache des Anarchismus zu helfen und die Spione unter seinen Landsleuten zu entdecken. Rubinos Rechtfertigung wurde nicht angenommen und er vurde zum Verräter erklärt. Dies geschah im Juli fteses Jahres und seitdem ist Rubino nicht mehr in London reschen worden. Aus Brüssel wird ferner noch gemeldet, daß sich unter oen Sympathie-Telegrammen, dieKönigLeopold erhielt, ruch em herzliches G l ü ck w u n s ch-Telegramm s c in e r T o ch t e r, der Gräfin Lonyay, befand. Der König beharrte aber ti seiner ablehnenden Haltung und ordnete an, daß das Telegramm nicht beantwortet würde! Als der König von Italien von dem Attentat er» chr, sprach er sich m bittersten Worten über das Verbrechen xu§, das leider? wieder ein Italiener begangen habe. Er meinte, eS müsse doch endlich einmal ein Ende nehmen. — Die gesamte Wiener Presie spricht ihre Genugthuung über das Mißlingen des Attentates aus. Das Fremdenblatt sagt, die Enttüstung, welcher die Brüsieler Presse Ausdrilck gibt, werde allenthalten geteilt, ebenso wie die Freude darüber, daß der Mordversuch mißlungen sei. Man wird diesem Wiener Blatte natürlich überall zustimmen. Das „Giornale d'Jtalia" aber meldet aus Mailand, daß dort vor vier Tagen eine Versammlung von Anarchisten statt- gesunden habe und ein freudiges Ereignis für die Partei angekündigt wurde! Höerst Kavel über seine Expedition nach dem Tsadsee. Seinen an interessanten Erlebnissen überreichen Zug nach dem Tsadsee, wo bekanntlich das deutsche Besitztum zeitweise durch französische und englische Expeditionen be- eintrüchtigt zu werden drohte, schildert Oberst Pavel, der Kommandeur unserer Schutztruppe in Kamerun, in der neuesten Nummer des Deutschen Kolonialblattes. Er berichtet zunächst über den Verlauf seines Vormarsches, der am 25. März angetreten wurde und ihn am 21. April nach Tikca, dem eigentlichen Ziele der Expedition, führte. Dann fährt der Bericht fort: Schon in Bama, von wo aus ich dem Sultan von Tikoa meine demnächstige Ankunft anzeigte, erfuhr ich, daß Tikoa durch französische Truppen bessetzt sei. In Gaua, dem letzten Quartier vor Tikoa, wurde ich denn auch nicht nur vom Sultan von Tikoa, sondern auch von dem Rittmeister Tangeville vom Regiment der Spahis du Tsad, dem Kommandanten der französischen Truppen in Tikoa, empfangen. Nach ungemein liebenswürdiger Begrüßung bat mich Rittmeister Tangeville um eine Unterredung behufs Rechtfertigung der Anwesenheit seiner Truppe in Teutsch-Tikoa. Auch der Sultan von Tikoa, Sanda, sprach mir in einer Unterredung feine Dankbarkeit für das Erscheinen der deutschen Truppe in seinem Lande aus, da dadurch die Verhältnisse geregelt würden und er nicht mehr von englischer und französischer Seite bedrängt werden konnte. Am nächsten Tage, dem 21. April, traf ich vor Tikoa ein, dortselbst von dem Rittmeister Tangeville und seiner Truppe (50 Mann Spahis unter einem meisten Wachtmeister) und dem Heere des Sultans in Stärke von etwa 1000 Reitern und 5000 Mann Fußvolk, sämtlich mit den wunderbarsten Gewehren bewaffnet, empfangen. Nachdem ich meine Kompagnie vor der Front des Sultanheeres aufgestellt hatte und gegenseitige Ehrenbezeugungen ausgetauscht waren, die bei dem Heere des Sultans aus ohrenbetäubendem Geschrei, in die Lust Wersen und Wiederauffangen der Gewehre bestanden, ritt ich die Front der Truppen ab, hierbei auch wieder von jeder einzelnen Abteilung mit großem Geschrei, Waffenschütteln nsw. begrüßt. Nach einem Vorbeimarsch sämtlicher Truppen fand der offizielle Einmarsch in Tikoa statt. Tausende und aber Tausende von Einwohnern auf den Strasten und auf den flachen Tächern der im arabischen Stil gebauten Häuser, auf meinen Weg Blätter streuend, rechts und links von mir Hunderte von Weibern, die mit Straußen- wedeln mir frische Luft zufächelten — so zog ich, an dem Sultanspalast vorbei in den alten Palast des Rabbey ein, der jetzt von den französischen Truppen verlassen mar. Ter Freundlichkeit des Rittmeisters Tangeville hatte ich zu danken, daß für den ersten Tag dort für meine Expedition Verpflegung niedergelegt worden war. Schon am Nachmittage wurden auf dem Hauptplatz von DiLoa, einem Platz in quadratischer Form mit 600 Meter Seitenlänge, Reiterfestspiele mir zu Ehren abgehalten. Die dabei entwickelte Pracht in den Anzügen, Ausrüstungen der Pferde, das vorzügliche Material der letzteren, die Gewandtheit und Geschicklichkeit der Reiter, das alles mochte einen überwältigenden Eindruck. Am 22. April vormittags 10 Uhr waren zur Feier der Besitzergreifung Teutsch-Bornus sämtliche Truppen in einer Art Paradeaufstellung aufgestellt. Nach Hissung der deutschen Flagge auf dem von mir bewohnten Palast, einer Ansprache meinerseits, und nachdem unter präsentiertem Gewehr drei Hurrahs auf Seine Majestät den Kaiser ausgebracht waren, erklärte ich den Sultan Sanda als von der deutschen Regierung bestätigt. Ein großes Freudengeschrei der sämtlichen Einwohner, die als Zuschauer dienten, und wohl die Zahl von 40 000 erreichten, schloß die Feier, die mit einem Parademarsch und einem großartigen Reiterfestspiel endigte. Noch stundenlang nach, her wogte die freudig erregte Menge auf dem Platze auf und ab. Nachdem ich dann noch dem Sultan Sanda in seinem Palast einen Besuch abgestattet und er mir kurz darauf den Besuch erwidert hatte, wurden gegenseitig zwischen uns beiden Geschenke ausgetauscht, die seinerseits aus vier schönen Hengsten und einer Unmenge Ledims- mitttel für meine Expedition bestanden. Oberst Pavel schließt den ersten Teil seines Berichts mit der Mitteilung, daß er zur dauernden Sicherung der errungenen Vorteile in Dikao den Oberleutnant von Madai mit 50 Mann zurückließ und für die definitive Uebemahme des Postens den Oberleutnant Dominik oder von Bülow bestimmte. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. November 1902. — Gedenktage. In Wien starb am 19. November 1828 der Liederkomponist Franz Schubert. Er war als Sohn eines Schullehrers in Lichtenthal bei Wien am 31. Januar 1797 geboren. Von 16 Jahren an war er Schulgehilfe seines Vaters und schrieb in seinen Musestunden damals sechs Opern und Singspiele, Mesien, Sinfonien und Lieder. Der „Erlkönig- und der „Wanderer" stammen aus seiner Jugendzeit. Die größte Zahl seiner Lieder, etwa 700, gelangte erst in neuerer Zeit zu allgemeiner Verbreitung. Selten hat ein Komponist in einem so kurzen Leben eine gleiche Fruchtbarkeit offenbart. ** Winterkuren in den Lungenheilanstalten. Interessenten seien darauf aufmerksam gemacht, daß in der von der Jnvalidenversicherungsanstalt „Gr. Hessen" bei Sandbach i. O. errichteten „Ernst-Ludwig-Heil- ftätte" nicht nur in den Sommermonaten, sondern auch während der Winterzeit männliche Lungenkranke Aufnahme finden Eöonnen. Es werden nicht nur Mitglieder der reichsgesetzlichen Invalidenversicherung aufgenommen, sondern es sind en auch andere lungenkranke Mnner gegen einen mäßigen Verpflegungsscch — 4,50 Mk. täglich — Aufnahme. Tie erste und wichtigste Voraussetzung für alle Aufnahmen ist die, daß die Krankheit noch nicht soweit vorgeschritten ist, daß sich der Erkrankte also im Anfangsstadium befindet. In allen Fällen must der behandelnde Arzt ein Zeugnis ausstellen, aus dem zur Genüge hervorgeht, wie die Krankheit aufgetreten ist, wie chr bisheriger Verlaus war, tumb ob Aussicht vorhanden ist, daß Wiederherstellung oder doch wesentliche Besserung durch eine Kur in einer Lungenheilaustalt zu erwarten ist. Ungeeignet für die Ans- Feuilleton. m. Ein Willem de Haan-Abend in Darmstadt. Man schreibt uns: Es ist ein Verdienst de-s Richard Wagner-.Vereins in Darmstadt, daß er solche Soireen, welche dem Schaffen einzelner moderner Tondichter gelten, einem größeren Publikum zugänglich macht. Als feinsinniger Dichter für das Pianoforte kam der Komponist an seinem Ehrenabend zuerst zu Gehör. Viele Piecen spielte er selbst, andere in Gemeinschaft mit Arnold Rendels sohn, dem Dirigenten des Wagnervereins. Der ,okale Teil bestand ans Liedern, Ensemble- und Chorsätzen; 'm der Wahl der Texte vergegentvärtigte er die Anpas snngs- sähigkeit de Haans an die verschiedenen Phasen deutscher schrik, von Uhland, Bodenstedt, dloquette bis zu Stephan George und seinen Nachahmern. — In diesem Gefühlsreis bewegten sich die Bokalbompositionen, bei deren Interpretation drei erste Kräfte der Hofoper, die Damen ^.olli, Rödiger und Kapust, der Tenorist Joseph T y s s e n aus Frankfurt und aktive Mitglieder des Musik- lereins mitwirkten. Ter große Kvnzertraum des Kai.er- ,aals war ausverkauft. Wir wünschen nur, daß man sich lier auch bald wieder der Opern de Haan's erinnern möchte. Seine nach einer Novelle von Multatuli gearbeiteten „Jnkasöhne" sind musikalisch inhaltsreicher als "o manche fragwürdige. A Frankfurt, 17. Nov- Bildhauer Professor Karl Weber, der Fachlehrer der Holzbildhauerllasse der hiesigen Kunstgewerbeschule, ist nach längerer Krankheit im Alter von 42 Jahren gestorben. W- war in Stuttgart geboren. Nach abgelegten Studien war er lange Zeit als künstlerischer Leiter in großen Firmen zu Stuttgart und Mainz in Stellung. 1896 tarn er in die hiesige Kunstge- werbeschule, an der er bis zu seiner Krankheit mit großer pflichttreue wirkte. Berlin, 17. Nov- Am 10. November, Schillers Geburtstag, hätte nach dem am 1L November v. I. veröffentlichten Statut des Schillerf)reises die Zuteilung dieses Preises durch den Kultusminister bekannt gegeben werden müssen. Das ist nicht geschehen. Tie „Voss. Ztg.", die darauf aufmerksam macht, fragt, ob auch in diesem Jcchre der Preis nicht verliehen werden solle oder ob sich keine Kommission gefunden habe, die dem Kaiser rechtzettig Vorschläge unterbrcüete. Diehl, Wilh., Lic. theol. D. phäl. ev. Pfarrer zu Hirschhorn a. Neckar. Die Schulgründungen und Schulmeister der Obergrafschast Satt en einbogen in den Zeiten von der Reformation bis zum Jahre 1635. V, 143. Darmstadt 1902. Johs. Waitz. Mk. 2.—. Vorliegendes neuestes Buch von Diehl erbringt wieder einmal den Beweis, daß in der hessischen Geschichte noch eine Fülle ungelöster Pro- bleme steckt, daß Anschauungen, die traditionell fortgeschleppt werden, bei näherer Prüfung als falsch sich erweisen. Man ist es bei Diehl schon gewohnt, daß seine „neuen Funde"' oder „neue Materialien" stets nicht sowohl Ergänzungen als vielmehr Korrekturen des bisherigen Geschichtsbildes bieten. Dieses Mal gilt fein Studium dem hessischen Schulwesen; und es setzt sich die Aufgabe — bereu Lösung auch völlig gelingt — aufzuweisen, daß die bisherige Ansicht von dem Tiefstand des hessischen Schulwesens in der Nesormationszeit falsch, das Bild vom „armen Schulmeister", der als Küster, Glöckner u. dgl. noch allerlei Nebendienste thnin mußte, ein Zerrblld ist. Tie Akten, deren mühevolle Durcharbeitung Diehl sich nicht hat verdrießen lassen, lehren Anderes. Allerdings gab es in Hessen eine Anzahl von „Winkelschulen", die von Küstern, Glöcknern oder anderen geleitet wurden, aber einmal sind wir nicht in der Lage, Genaueres und Näheres über sie auszusagen, und ferner galten sie amtlich nicht als Schulen; sie wurden geduldet und konnten pasfieren, ohne daß die kirchliche Obrigkett sich chrer weiter annahm. Amllich kamen nur die sogen, „eingerichteten Schulen" in Frage; mit ihnen allein beschäftigt sich Diehls Buch vornehmlich. Ter Schulen in der Obergrafschast zu Philipps des Großmütigen Zeit gab es nur 9:: in Groß-Gerau, Darmstadt (hier zwei). Zwingenberg, Auerbach, Arheilgen, Trebur, Groß- Bieberau, Cberramftabt), vier von ihnen sind „eingerichtet". Unter Georg L, dem ,/Vater des hessischen Bolksschul- wosens", steigt die Zahl auf 19, unter Ludwig V. (1596 bis 1626) und Georg II. (—1635) steigt sie wiederum, und namentlich wird das bisher Eingerichtete weiter ausgebaut. Was über die einzelnen Schulmeister, chr Einkommen, ihre Lebensart aus den Akten zu entnehmen war, (kulturhistorisch z. T. sehr interessantes Material), hat Wich. Diehl genauer jufammengetragen, insgesamt werden etwa 200 Landschulmeister namhaft gemacht. Von diesen hatten etwa 87i/2 pCt. ein Universitätsstudium hinter sich, in der Periode vor 1626 ist der Prozentsatz sogar noch höher! Wertvoller noch ist der Nachweis, daß 74 Prozent dieser studierten Schullehrer späterhin ins Pfarramt ubergetreten sind, und diese durch den Schuldienst hindurchgegangenen Pfarrer haben etwa 80 pCt. der Gesamtzahl der Pfarrer betragen — man sieht, daß es mit dem hessischen Schulwesen um die Zeit des 30jährigen Krieges, wenigstens in der Obergrafschaft gut bestellt war. Um seinen statistischen Nachweis zu erbringen, hat Diehl eine nahezu lückenlose Liste der Pfarrer in den einzelnen Ortschaften aufgestellt — für die Pfarreigeschichte außerordentlich dankenswert! Wir mochten wünschen, daß das wertvolle Buch Anregung gäbe, auch in den übrigen hessischen Provinzen der Schul- und Pfarreigeschichte durchzugehen. Wären nur erst einmal die Pfarreiarchive durchforscht! Und wenn so oft auf Anregung hin die Antwort kommt: Wir wissen nicht, wie's gemacht wird! — nun, so lese man es bei Diehl nach, der Har und deutlich zeigt, worauf es ankommt. K. rnrmne Md tt a- Tmphchemattrer into alle l^ertuISfe, welche schon Komplikationen haben. Kassenkranke haben ihr Gesuch um Einweisung bei ihrer Krankenkasse anzubringen, Nichtversicherte können sich direkt mit dem Vorstand der JnvalideTwersicherungsanstalt Gr. Hessen in Tarrn ft ab t ins Benehmen setzen. (Ed fei nock darauf hingewiei'en, daß nach der Ansicht hervorragender Autoritäten uno Aerzte auf dem Gebiete der Tuberkulosebekämpfung geraoe die Winterkur als besonders wirkungsvoll und im ganzen noch für wertvoller, als die Sommerkur gehalten wird, vorausgesetzt, Daß der Kranke nicht zu blutarm und nicht zu entkräftet üi die Heilstätte ausgenommen wird. ES empfiehlt sich für alle diejenigen, die die Absicht haben, eine Kur in einer Lungenheilanstalt Durchzumachen, oder denen eine solche angesonnen wird, diese nicht auf die wärmere Jahreszeit au verschieben, sondern schon jetzt die nötigen Schritte zu thun, um ihre alsbaldige (Einweisung in die Heilstätte zu ermöglichen. Die bei der ärztlichen Behandlung und Pflege der Patienten in der Emst-LuDwig-Heilstätte befolgt werdenden Grundsätze sind die der sog. hygienisch-diätetischen Methode, wie sie mit kleinen Unterschieden in allen Deutschen Lungenheilanstalten geübt werden. Tie drei wichtigsten Faktoren dieser Methode sind, wie allgemein bekannt, Freiluftkur, Abhärtung durcy Wasseranwendung und reichliche (Ernährung. § Wißmar, 17. 9tov. Einweihungsseier. Die Firma Rinn & Cloos, Heuchelheim, welche seit 4 Jahren in Wißmar einen Filialbetrieb ihrer Zigarrenfabrikation unterhielt, hat im Laufe des Sommers und Herbstes Da- elbst einen stattlichen Fabrikneubau errichtet, der kürzlich )em Betrieb übergeben wurde. Aus diesem Anlaß wurde ettens der Firma am Samstag eine würdige Einweihungseier veranstaltet. Zu diesem Zwecke fanden sich abends die Inhaber nebst dem Personal der Firma, die Arbeiter des Wißmarer Betriebes, sowie der Gemeinderat von Wiß- toar und sonstige geladene Gäste daselbst zusammen. Ern Rundaang durch die neue Fabrik bot den Teilnehmern Gelegenheit, die luftigen, hellen Arbeitsräume, welche zirka 150 Arbeitern Platz gewähren, au bewundern und alle Besucher waren bei ihrem Urteil darin einig, daß die Firma Rinn & Eloos hier eine Arbeitsstätte geschaffen hat, welche als gesund, praktisch und mustergiltig in jeder Hinsicht gelten lann. Nach beendetem Nundgang begaben sich die Teilnehmer in die bisherigen Arbeitsräume, deren Wände mit frischem Tannengrün dekoriert waren. Tort begrüßte Herr Teilhaber Rinn die Erschienenen und hieß dieselben herzlich willkommen, um alsdann das Wort dem Prokuristen der Firma, Herrn Bergen, zur Weiherede zu überlassen. Redner schilderte in eingehendem Vortrage die Ent- steyung und Entwickelung des Wißmarer Betriebes, gab den Anwesenden ein Bild von dem Emporblühen der Firma, welche erst vor sieben Jahren mit 60 Arbeitern die Fabrikation begonnen habe und heute fünf Betriebe mit 570 Arbeitern zähle. Trotz der ungünstigen Konjunktur im Tabaksgewerbe fei die Firma doch in der Lage gewesen, in ihren sämtlichen Betrieben in vollem Umfange arbeiten lassen zu können; es habe sich sogar eine Betriebserweiterung als unumgänglich notwendig erwiesen, die nun durch den Neubau in Wißmar zur Thatsache geworden sei. Es wurden noch weitere Ansprachen ernsten und heiteren Inhaltes gehalten, in denen namentlich auf das gute Einvernehmen hingewiesen wurde, welches zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern besteht. (Eine Kapelle ließ ihre lustigen Weisen ertönen, und bei Konzert und Tanz schwanden die Stunden, die allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben werden, rasch dahin. (?) Ulrichstein, 16. Nov. Gestern fand hier im Pfannstielschen Saale eine von hiesigen Einwohnern zahlreich besuchte Versammlung statt, in welcher Professor Dr. Röschen von Laubach einen sehr interessanten Vortrag über die Geschichte des Ulrichsteiner Schlosses nach den neuesten Ausgrabungen hielt. Professor Röschen hat sich bereits seit längerer Zeit mit der Geschichte unserer Stadt eingehend beschäftigt, wertvolles Material fand sich in den Archiven von Darmstadt und Marburg vor und an Hand dieses Stoffes und der im lebten Jahre von der Regierung veranlaßten umfassenden Ausgrabungen ist es möglich gewesen, ein genaues Bild über die Geschichte des Schlosses und der Stadt zu schaffen. Der Vortrag fand allseitigen Beifall und die am Schlüsse von dem Vortragenden gegebene Anregung, daß auch die Einwohner Ulrichsteins an ihrem Teil mit dazu beitragen möchten, daß das bisher an der Schloßruine Geleistete erhalten und noch weiter ausgestaltet werde, fand freudigen Anklang. Es begründete sich sofort, indem sämtliche Anwesenden ihren Beitritt erklärten, ein Verein, der sich die Ausgestaltung der Schloßruine im Anschluß an die vom Staate unternommenen Ausgrabungen und Herstellungsarbeiten zum Ziel setzt und insbesondere auch den Wie d er- aufbaud es alten Wartturmes erstreben will. Tie erfreuliche Antellnahme, die der Sache von der diesigen Einwohnerschaft entgegengebracht wird und die schätzenswerte Unterstützung, die schon von anderer Seite zugesichert wurde, lassen hoffen, daß das vorgesteckte Ziel in nicht zu ferner Zeit erreicht werde. Professor Tr. Röschen bat in Gemeinschaft mit Bauassessor Bert aus Alsfeld, der bie Arbeiten an ber Schloßruine geleitet hat, das Ergebnis bet neuesten Forschungen in den Quartalblättern des historischen Vereins für das Grohherzogtum Hessen niedergelegt. Durch das dankenswerte Entgegenkommen des letzteren Vereins ist dem Schloßbauverecn eine große Anzahl von Sonderabdrücken dieses ausführlichen, mit einer Tafel und ?wci Mbildungen versehenen Aufsatzes zur Verfügung geteilt worden; der Erlös hierfür fließt in die Kasse des Schloßbauvereins. Mainz, 17. Nov. Wir lesen im kathol. „Mainzer Journ.": „Landtagsabg. Joutz in Butzbach kann sich anscheinend noch immer nickt mit dem Gedanken vertraut machen, daß er lediglich der Hilfe des Zentrums seine Wahl verdankt. Unsere dortigen ZentrumS- wahlmänner machen kein Hehl daraus, wie sie abgestimmt haben. Für Fenchel stimmten je einer unserer Wahlmänner von Oppershofen und Obermörlen, für Joutz infolge des Mahlresultats in Groß-Umstadt brei Wahlmänner von Obermörlen, zwei von Rockenberg und einer von Nieder- mörlen. Zieht Joutz diese sechs Stimmen an feinen 19 Stimmen ab /und zahlt sie Fenchel zu, so wird er wohl endlich begreifen, daß er nur dem Ausfall der Groß-Um- städter Wahl und dem Zentrum seine Wahl verdankt. Wir konstatieren hiermit, bag Joutz vor der Wahl an einen in Mainz wohnhaften Zentrumsabgeordneten ein Schreiben gerichtet hat, worin er bat, man möge ihm doch die Stimmen ber Zentrumswähler verschaffen. Vor einer weiteren Unter st Ützung seiner sianbibatur durck das Zentrum wird Herr Joutz in der Zukunft bewahrt bleibe n." Poppelmord auf S. 'M. S. „^orelep" vor Athen. Ein in feinen Einzelheiten noch ungeklärtes Verbrechen, dem ein Unteroffizier unb ein Matrose deS Stationsschiffes „£orelctj" zum Opfer gefallen sind, ist im Hafen von Piräus verübt worden. Die Umstände des nächtlichen Ueberfalles, soweit sie bisher festgestelll werden konnten, sind so auffälliger Art, daß man nur wünschen kann, die Untersuchung möchte völliges Licht in diese rätselhafte Affaire bringen. In der Nacht zum Sonntag wurde das Stationsschiff der deutschen Botschaft in Konstantinopel der Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. Die ,Loreley" war zwecks Ausbesserung feit 15 Tagen in Piräus, dem Haren von Athen, verankert. Ten Wmhtdienst versahen sich ablösende Mannschaften. Als der inspizierende Unteroffizier um halb vier Uhr morgens mit zwei Matrosen das Verdeck der „Loreley" betrat, fand er keine Wache vor, unb die Laterne warf ihren Schein auf Blutlachen. Im Rauchzimmer des Kapitäns, wo provisorisch der wachehabende Unteroffizier Bicdritzki schlief, war das zerwühlte Bett leer und blutbesudelt. Ter große eiserne Schrank, der wichtige Dokumente der deutschen Botschaft enthielt, fehlte, ebenso die Barkasse der „Loreley". Der deutsche Gesandte in Athen, Graf Plcssen, und Baron Griesinger eilten sofort nach dem Piräus. Außer dem Unteroffizier Bie- dritzki war noch der Matrose Köhler ermordet, der in der ebenfalls Blutspuren aufweisenden Küche gesessen hatte. Sein Leichnam ist bis jetzt nicht gefunden, wohl aber nach Durchforschung des Hafens durch Taucher Der Leichnam bes Biedritzki mit einer tiefen, von einem Stilet herrührenden Stichwunde. Ter eiserne Schrank, den die Verbrecher vergebens zu öffnen versucht hatten, wurde bei dem Leuchtturm des Themistolles mit unversehrtem Inhalt gefunden. Nahebei war die Barkasse ans felsige Ufer getrieben worden. Der Kapitän der „Loreley", Kapitänlcutncmt von Reuter, fetzte eine Belohnung von 1000 Franks für die Entdeckung des Verbrechers aus. Vom Schiff herab weht die Flagge über der aufgebahrten Leiche des ermordeten Unteroffiziers. Taß ber ungeheuerliche Vorfall von ben griechischen Behörden auf bas äußerste beklagt wirb, versteht sich von selbst. Sie setzen denn auch alle Hebel in Bewegung, um Die Thäter zu ermitteln. Zwei Matrosen, bie außer den Getöteten an Bord schliefen, haben nichts gehört. Arn Montag fand in Athen bie feierliche Beerdigung bes ermorbeten Unteroffiziers Biebritzki statt. Derselben wohnten ber deutsche Gesandte mit den Mitgliedern der Gesandtschaft, sowie der Kommandant der „Loreley" bei. Vermischtes. ♦ Berlin, 17. yiob. Heute vormittag sand die Enthüllung des Feuerwehrdenkmals auf dem Ma- riannenplatze statt. Zugegen waren Minister von Hammerstein, Generaloberst von Hahnke, ber Kommandant von Berlin, Generalmajor von Höpfner, der Polizeipräsident von Windbeim, der Magistrat und die Stadtverordneten. Ter Oberoürgermeister hielt eine Ansprache, in der er des Zweckes des Denkmals gedachte, welches zur Erinnerung an bie 50 jährige Thätigteit ber Berliner Feuerwehr errichtet ist, unb bem Tank ber Stadt Berlin für die Männer, bie. im Kampf mit ben Elementen ihr Leben für bie Rettung der Mitmenschen hingeben, ausdrücken solle. Nach der Enthüllung wurden Kranzspenden am Denkmal niedergelegt. * Essen (Ruhr), 17. Nov. Hier geriet gestern ein mit Stroh gefüllter Schuppen, in dem Kinder mit Streichhölzern spielten, in Brand. Vier Kinder, die sich in dem Schuppen befanden, erlitten so schwere ^Verletzungen, daß sie heute nacht starben. • München, 17. Nov. Nach der „Augsb. Abendztg." hatte ein Erlanger Student hier zwei Pistolenduelle. Die Duellanten wurden verwundet, aber nicht schwer. * Wien, 17. Nov. Ter Telikatessenhändler E Keller aus Paris hat sich in einem An falle von Geistes st ör- ung auf dem Bahnhofe Blindenmarkt vor einen aus» fahrenden Güterzug geworfen unb wurde auf ber Stelle getötet. * Innsbruck, 17. Nov. Der seit Wochen vermißte Münchner Tourist Georg Sänger ist von bem koburgischen Jäger Schwarzenbacher in Hinterriß vollstänbig verwest aufgefunben worden. Sänger war beim Uebergang vom Risserthal ins Karwendelthal abgestürzt. • Agram, 17. Nov. In der Ortschaft Soetajana ist das neu erbaute Schulgebäude eingestürzt. Neun Personen wurden schwer verletzt. * C a t a n i a, 17. Nov. Ein Telegramm des Semaphors auf Stromboli besagt: gestern erfolgte wiederum ein Ausbruch des Vulkans, der glühende Steine, Rauch und Asche in die Höhe schleuderte. Dem Ausbruche folgten mehrere kleinere Eruptionen, wobei viel Lava dem Krater entströmte. * Duell wegen des „Kleinen Kohn". Der „berühmte" Berliner Gassenhauer „fraben Sie nicht ben kleinen Kohn gesehen" hat kürzlich in Wien zu einer Ehren- beleibigung geführt. In Budapest führte es zu einer ritterlichen Affaire, die einen blutigen Ausgang fand. Ter Bankbeamte Waldmann spiette nämlich in einem Lass eine Partie Carambol, als ber Jurist Gosztolak ihm das geflügeüe Wort ins Ohr schrie: „£aben Sie nicht ben lleinen Kohn gesehen?" Waldmann war über diese Frage derart empört, daß er dem Goszwlak mit seinem Billardqueue einen wuchtigen Hieb versetzte. Gosztolak ließ Waldmann provozieren unb heute nachmittag fanb zwischen ihnen ein Säbelbuell statt. Ter SBafjengang endete mit einer schweren Verletzung GoSztvlak's der im Gesichte eine acht Zentimeter lange Schnittwunde erhielt. AoäUlu vor Kcricht. Der Beleidigungsprozeß bes Sohnes Arnold Böcklins, deS Malers Carlo Böcklin in Florenz gegen den Breslauer Universitätsprofesfor Dr. Richard Muth er ist, wie wir dieser Tage kurz meldeten, um weitere Ermittelungen zu ermöglichen, vertagt worden. Bekanntlich handelt es sich bei dieser Fehde um einen Artikel Prof. Mut Hers in einer Berliner Tageszeitung, worin behauptet wird, daß verschiedene von Carlo Böcllin in der venetianischen Kunstausstellung als Bilder [eines verstorbenen Vaters audgefüllte Gemälde von ihm selbst herruhrten, und daß er daher mit bem Namen seines Vaters einen unsauberen Handel getrieben habe. Prof. Muthers Verteidiger, der Verfasser Der „Mali", Rechtsanwalt und Schriftsteller Dr. Max Bernstein-München führte in der Verhandlung u. a MgenbeS Ich behaupte, daß es m München oerannr tyr, oa^ ein Konsortium bort besteht, baß sich mit der ftänbige« Lieferung Böcklinscker Bilder auf Bestellung befaßt. Das Haupt dieser Gesellschaft ist eine Frau Rieß, die sich bald Teppich-, bald Weinhändlerin nennt Ich habe Briefe, in denen es heißt: Ich . . inmal „Schweigen im Walde", zweimal ,Hm Spiel Der Vellen", ich bestelle (Heiterkett), ja, ich bestelle, etwa io, wie man eine Fuhre Kartoffeln bestellt (Große Heiterkeit.- Ich stelle ferner unter Zeugen beweis, daß Frau Rieß bei Gelegenheit eines Bilderhandels mit dem Königlichen Rat Paulus in Berlin und dem Kommerzienrat Lchaumberg in München geäußert hat, als sie ein für wenige Tausend Lire von Carlo Böcklin erworbenes Bild anbot: Ter Carlo muß noch recht fleißig fein, so lange ber Vater noch lebt! (Heiterkeit) Hermes u. Co. in Frankfurt a. M. hatten 41 m 21000, Mk. bas Bild „Der heilige Hain" von Arnold Böcklin durch Vermittelung Carlo Böcklins erworben unb es Dem Bankier Heimann in Frankfurt a. M. weiterverkauft Es würbe als vom Vater gemalt bezeichnet Heimann hat es verschiedenen Sachverständigen gezeigt unb diese haben zum Teil in energischen Ausorücken Dagegen protestiert. Daß e s sich um einen echten Böcklin hanoele. Prof. Licht- warck-Hamburg sagte ihm, er würde das Bild für einen echten Böcklin nicht nehmen, und wenn man es ihm auch schenken würbe. Ein anderer dieser SachversiänDigen, unter Denen sich Männer, wie v. TschuDi-Berlin, Pofes,or Roebdecke u. a. befanden, äußerte sich sogar Dal)in, daß er sich Den Arm abhauen lassen würde, wenn Dies ein echter Böcklin wäre. Es ist selbstverständlich. Daß Heimann das Bild nur in der Voraussetzung gekauft hat, daß es von Arnold Böcklin allein gemalt war. Heimann hat Hermes aufgefordert, das Bild zurückzunehmen, und Hermes hat Carlo Böcklin eine Bedenkzeit von 14 Tagen gegeben, um sich Darüber zu äußern, ob das Bild echt oder unecht fei. Tiefe Anfrage erschien überflüssig, da Carlo Böcklin bei der Lieferung des Bildes dem Hermes bereits einen Schein unterschrieben hatte, in dem es heißt: Ich bestätige, daß Dieses Bild ausschließlich von Der Hand meines Vaters gemalt ist. Trotzdem nahm Hermes nach Ablauf Der 14 Tage das BilD zurück. Ich erkläre mir die Sache so, Daß Hermes Dem Carlo Böcklin gesagt hat: Sie, jetzt wirds Ernst; es kommt zum Prozeß. UnD Da hat Carlo Böcklin sich geweigert. Die Echtheit zu beschwören. Nun sagt Carlo Böcklin, Daß er an Dem Bilde thatsächlich miigearbeitet unD Den üblichen Echtheitsschein unterschrieben habe, ohne im Moment Daran zu Denken, Daß es sich diesmal nicht um ein echtes Bild handelte. Tas ist meines Erachtens eine Ausrede; er steckt offenbar mit Hermes unter einer Decke. Dem Käufer sollte absichttich verschwiegen bleiben, daß das Bild nicht von Arnold Böcklin war. Sonach liegt in diesem Falle ein ganz glatter Betrug vor. Der Verteidiger giebt sodann ber Vermutung Ausbruch daß dieses von Hermes zurückgenommene Bild jetzt an em Fräul. Lachmann in Hamburg weiterverkauft sei, und daß Dieser ebenfalls, unD zwar Durch einen diesmal von Frau Böcklin unterzeichneten Schein die Echthett des Bildes bestätigt worden sei. Ferner behauptet der Verteidiger, daß ein Wetter es, durch Vermittlung der schon ermähnten Frau Rieß an den Kommerzienrat Junghanns verlaustes unD im Münchener Glaspalast ausgestellles Gemälde Arnold Bock- Ittis ebenfalls nicht von diesem herrühre, obwohl ein Echtheitsschein, von Arnold Böcklin selbst unterschrieben, vorliege. Es müsse nämlich nach dem Gutachten zweier graphologischer Sachverständigen angenommen werden, daß diese Unterschrift Arnold Böclli ns auch gefälscht sei. UnivciMts Nachrichten. Greifswald, 17. 9lov. Geh. Medizinalrat Prof. Leonard 2a n b o i § ist vergangene Stacht nach längerem Krankenlager an Brustfellentzündung gestorben. Tübingen, 17. Nov. Die Burschenschaften .Deren- btngia" und .Germania" hatten die hiesige Studentenschaft zu einer aQgemeiiien Versammlung emgeladen, in der die Möglichkeit erwogen werden sollte, die P i st o l e n d u e 11 e in Zukunft ein- zu schränken und Mttlel zu finden, um Reibungen zwischen Studenten undOffizieren vorzubeugen. Tie Versammlung, die von sämtlichen Satisfaktion gebenden Verbindungen mit Ausnahme der Korps sehr zahlreich besucht war, nahm einstimmig die von ben Sprechern beider Burschenschaften empfohlene Resolution an, welche sich mit der Bitte an den würtlembergischen KriegSnimisler richtet, in Offizierskreisen doHm zu wirken, daß an Stelle der Pistolenforderung bie Forberung auf Säbel tritt, forme baß bie Pistole nur in den schwersten und in ganz besonderen Fällen zur Anwendung kommt unb »war 1. wenn eine schwere Familienbeleidignng vorliegt, 2. wenn ber eine Teil körperlich unfähig ist mit bem Säbel au fechren, 3. wenn ber eine Teil mit einer ansteckenden, durchs Blut übertragbaren Krankheit behaftet ist — Der Kongreß für innere Medizin wird wegen des im April nächsten JahreS bevorstehenden Internationalen Atedizinifchen Kongresses zu Aladrid erst im Frühiahr IV04 zu Leipzig stattfinden. — Man berichtet auS Heidelberg: Bei der philojophifchen Fakultät ber hiesigen Universität promoviert« Frl. Hedwig Atichaelsohn aus Berlin mit der Tlssenatton .Lukas Kranach der Weitere'. —In Mailand wurde vor einigen Tagen bie vom Inhaber eines borkigen Warenhauses Luigi Bocconi gegrunbete Handelshochschule unter entsprechender Feierlichkeit eröffnet. — Der Professor ber Physik an ber Rolumbia-Uniüerfität in 9tew - Pork, Cgben Nicolas Rood, ist gestorben. — Im 56. Lebensjahre ist ber Professor ber Botanik an ber forstwissemchastlichen Hochschule in Aschaffenburg Dr. H. D i n g l e r gestorben. — Man berichtet aus Bonn vom 15. b.: Dr. Burger, ein vielbeschäftigter Spezialist für Halskrankheiten, ist gestorben. ,Zur Geschichte ber Versammlung mittelrheinischer Aerzte" veröffentlicht Tr. Arthur Hoff- rn a n n - Darmstadt interessante Mttteilungen. 1857 sand die erste als Versammlung mtttelrheinischer Aerzte bezeichnete Versammlung in Darmstadt im Hotel zur „Iraube" statt. Auf dieser Darmstadter Versammlung sprachen u- a. Adolf Kußmaul, Gustav Simon, Louis Bücyner-Darmstadt, Eckhardt-Gießen, Roser-Marburg und Wernher- Gießen. Tr. Hoffmann giebt ferner eine genaue Zusammenstellung der bis jetzt abgehaltenen 50 Versammlungen mtttelrheinischer Aerzle. Getagt wurde acht- rcsp. neunmal in Frankfurt, je sechsmal in Darmstadt und Heidelberg, fünfmal in Mainz, viermal in Wiesbaden, Dreimal in Mannheim, je zweimal in Bad Homburg, Bad-Nauheim, Bad Soden, Worms, je einmal m Baden-Baden, Dingen, Dürkheim a. H., Gi eßen, Hanau, Karlsruhe, Kreuznach, Marburg a. d. L., Offenbach a. M. und Winzmgen in Der Pfalz. Tie orthodoxe Gciftlichkett Schlesweg-holsteins hatte sich vor kurzem an den preuß. Kultusminister mit dem Ansinnen gewandt, den kircklich-liberalen Professor der Theologie an der Universität Siel, Baumgarten, seines Amte» zu entheben. Ob ober wie Minister Studt diese Eingabe beantwortet hat, ist nicht bekannt geworden. Mittlerweile ober hat das Profesforenkollcainm der Universität Kiel eine Antwort erteilt, und diese vestand darin, datz es Pro^. beugen Sie jeder Erkältung vor. 6824 warme Schuhe« Stiesel Kaufen Sie öei größter Auswahl am besten und billigsten IM ftsvWckr Schublager m st. 12 Mäusburg 12 8023 (Biegens gvofztes und billiqstes Achublnner Vaum garten zum Rektor für das nächste Studienjahr vählte. „Meyer!" ruft der Chef Sind Sie magenleidend,muss en S ie in der Wahl der Speisen vorsichtig sein, versuchen Sie es mitDr.KnechKsMagen bilter„Säntis?- die Wirkung ist eine ganz überraschende. Grosse Flasche M.2,50 .Probeflasche 1,00. Ü berall erhältl ich. Mn. jziimlrat Pro!. W> .gerem Rronttnlager an nenschaste°,.rE ftae StudentensW p in der d,e ft* eile m Zulun!, , um Reidungt. "NvorzubE lissaklion gebens zahlreich besuch °L beider W* mit der W inWÄti le nur m den M "düng ^7? M « i Dothegt. i.™ . wiltE us He'del^iertt UnlDerhr^^Iir,°n -i;n mit der i'ii 0, Otto Erich, geboren den 8. September. — Lukasgemeinde. Den 9. November. Ein unehelicher Sohn, Konrad Ludwig Heinrich, geboren den 29. September. — Johan nesgemeinde. Den ß. November. Dem Diener an der Ohrenklinik Karl Ludwig Stork ein Sohn, Karl Ludwig Philipp, geboten den 9. Oktober. Denselben. Dem Schlosser Peter Bolt ein Sohn, Emil Friedrich, geboren den 17. August. Ten 18. November. Em unehelicher Sohn, Heinrich, geboren den 2ö. September. Beerdigte. Johannesgemeinde. Den 11. November. Dietrich Christ, Privatmann, ein Witwer, 82 Jahre alt, starb bat 9. November. Ten 12. November. Else Pi eh, Tochier des verstorbenen Heizers Konrad Pieh, 17 Jahre alt, starb den 10. Noo. Den 13. November. Eduard Hartenstein, Kürschner zu Wellburg, Sohn des Kürschnermeislers Georg Hartenstein zu Weilburg, 27 Jahre alt, starb den 10. November. 500 M Belohnung w • “ ü Europa des Morr-i holin-Weltpanoramas mit den dazu dazu gehörigen Bildern $efütU hat; für die raschesten Sammler kommen im Ganzen 250 Prämien mit zusammen 2000 Alk. zur Verteilung. Alles Nähere ist aus dem tn den Verkaufsstellen der Myrrholin-Seife gratis erhältlichen Prospekt zu ersehen. Wo nicht vorrätig, wende man sich direkt an die Myrrholm-Gesellschast in Frankfurt a. M. 7394 Bis zum 14. Jahrhundert war die Medizin in Deutsch-! land ein Stiefkind geblieben und erst mit Gründung der ersten deutschen Universität Prag im Jahre 1348 stieg für dieselbe die Morgenröte eines helleren Zeitalters herauf. Aber erst einer späteren Zeit war es vorbehalten, die im Allertum gang und gäbe gewesene Pflege der Haut roieber zu entwickeln und erst von der Entdeckung des Lanolin" ab haben wir hierin einen wirklichen^ Fortschritt zu verzeichnen. Ist doch das Lanolin" genannte Fett dem natürlichen Hautsett analog, sodaß seine Anwendung die einzig rationelle ist. Infolgedessen hat sich denn auch das ,Lanolin- Toilette-Cream-Lanolin" als Schönheitsmittel für Erwachsene und Kinder, sowie zur Hautpflege als unentbehrlich erwiesen, wie es zur Anwendung in der Kmderstube auch von den Aerzten aus bad' allerangelegentlichste empfohlen wird. dem Lehrling zu, ,Holen Sie mal sofort 12 Schachteln Sodener Mineral-Pastillen aus berApotheke oderTrogetie, aber verlangen Sie „Fay's ächte I" Der Husten des Personals muß endlich einmal energisch bekämoft werden —der vertreibt mir sonst die ganze Kundschaft." Dann wendete er sich an seine Angestellten: „Für die Folge aber sorgen Sie selbst dafür, daß Sie nicht wieder mit einem Husten und chronischer Heiserkeit ins Geschäft kommen Eine Schachtel Pastillen kostet nur 85 Psg. und damit Kunst und Wisjenschafl. Sarah Bernhardt eine geborene Deutsche. Dem .Mainzer Sägeblatt* wird von einer Frau Wilhelmine Carsten, geb. Bucher, in Essen, geschrieben: .Es wird jetzt so viel geschrieben, ob Frau Bernhardt aus Deutschland oder tftanfreid) stammt, daß ich ihnen meine guten Kenntnisse hierüber nicht ooreuthalten will. Wir sind nämlich in demselben Hause geboren und sind nur eme Woche von «inanber. Als alte Frau kann ich bies ja auch eingestehen. Es munbert mich nur. baß Frau Bernhardt sich so sehr Diel Jünger machen will unb durchaus keine geborene Deutsche sein will. Sie iuib ich, wir siiid beibe im August 1836 in Essen in ber Kett- irncherstraße zur Welt gekommen. Ihr Vater war Lehrer unb Lantor, ihre Mutter war aus Cleve. 1848 wanberten die Leute irach Frankreich aus. Ab unb zu hörte ich noch von ihnen burch Leute aus Essen, welche in Paris waren. Im Jahre 1878 habe ich bie ehemalige Spielgefährtin in Paris selbst zufällig getroffen. Sie wohnte in der Rue de IHome unb hatte mich auch zweimal M Tische emgelaben. Zum zweiten mal waren ber Schauspieler Gervais unb bie Sängerin Judic anroejenb. Frau Bernhardt sagte mir, sie müsse des Publllums wegen als Französin gelten, konnte Oder nach einerViertelstunde wieder ganz gut .Esseuer Platt" sprechen. Silber weil sie durchaus als Französin gelten wilh so soll sie wenigstens reinen Wem eingeschenkt haben. Mit besten Grüßen...." Zur Gießener Brodpreisfrage. Obgleich ich dieser Frage ziemlich fern stehe, kann ich nicht umhin, als Fachmann und eifriger Leser des „Gieß. Anz." hierzu Stellung zu nehmen, um die so ungerechten wie grundlosen Anschuldigungen gegen die dortigen Bäcker abzuwehren. Das Gießener Brod ist Qualitätsbrod er st en Ranges, wie es selten so gut und nirgends besser gebacken wird. Als Beweis diene, daß jede Woche große Mengen Brod aus Gießen und den umliegenden Städten nach dem Niederrhein und Westfalen geliefert werden, aber kein einziges Brod kommt von hier nach ober in bie Nähe von Gießen. Dementsprechend ist das Brod in Gießen so preiswert wie fast nirgends. Es ist wahr, was ein anonymer Einsender Jagt, daß bei den hohen Frucht- und Mehlpreisen 1891/92 das Brod in Gießen nur 58 Psg. bie vier Pfunb kosteten, in Bab Nauheim unb Friebberg zu gleicher Zett 72 Psg„ ebenso in Darmstadt und Worms, in Mainz, Wiesbaden, Offenbach, Frankfurt 72—75 Psg. bie vier Pfunb. Da bamals fast alle Gießener Bäcker billig eiickauften, beantragte in ber Bäcker- inuung Herr Wilhelm lieber in Anbetracht der bebröngten Lage ber ärmeren Bevölkerung ben Brolpreis nicht weiter zu erhöhen. Dies war wohl sehr ebel, aber geschäftlich, wie es sich heute zeigt, unklug. Der Mehlpreis war bamals für Roggenmehl 36—38 Alk. ohne Octroi, für Weizenmehl 37 - 40 Alk. ohne Octroi. Beweis bie Herren Karl Schlüter, Ferb. Burk, Friedberger Söhne, Josef Herz, Gebr. Rosenbaum rc. Da, wie fast Jeder weiß, zu einem Vierpsund-Brod mindestens drei Pfund Mehl erforderlich sind, also das Mehl allein 55—57 Psg. zu einem Brod kostete, wird dies Jedem verständlich. Wenn bei Submissionen Unterbietungen ftatt- flnben, so kommt dies, weil es immer Leute giebt, die Geschäfte machen wollen, um jeden Preis. Bei anderen Gewerben tritt dieses noch viel schärfer hervor. Der Alinbestfordemde erhält kaum bie Hälfte ober ben britten Teil bes Höchstforberndern. Vor einigen Jahren jagte Oberbürgermeister Gaßner in Alainz fast wörtlich: .Die Stabt Mainz hat nichts zu verschenken, aber die Angebote ber fDlinbeflforbemben sind derart nach Urteil von durchaus zuverlässigen Fachleuten, daß der Lieferant viel zulegen mutz, roemi er nur einigermaßen reell liefern will." Es schieden damals thatsächlich die Atindestfordernden aus. Weiter erinnere ich mich einer Notiz ber „Berl. Bäcker- u.Konb.°Ztg.", wonach vor einigen Jahren in einer Stabt bei Magbeburg ähnliche Angriffe auf bie bortigen Bäcker erschienen. Die Bäcker, empört über bie grunblosen Verdächtigungen unb Verleumbungen forschten tiefer nach bem Einsenber, unb siehe ba: es war ein Angestellter mit über 3000 Alk. Gehalt, ber fast alle Bäcker unb anbere Geschäftsleute angepumpt hatte unb bann natürlich nirgenbs mehr geborgt bekam. Besonbers klug scheint ber Einsenber auch gerabe nicht zu fein, sonst schwiege er ganz still, grünbete selbst eine Bäckerei ober ließ seine Söhne nur Bäcker werden, seine Töchter nur Bäcker heiraten, unb: bas Lebensglück ber jungen Leutchen wäre besiegelt, ba könnte Papa schmunzeln, unb bie gute Mama glückselig lächeln; boch überaus würbe es mich freuen, wenn ber Einsenber ben Mut hat, offen unb ehrlich, wie ich, seinen Namen zu nennen. Also heraus mit ber Sprache. August Guhr, Cöln a. Rh., Weichserhof-Skr. 25. NUft etwa fo Allyl«, 'iterlest.) ieß bei (LW Erg inÄ« Tausend Lire Ter Carl» 11011 n°ch leLN utt a. ® Hain" von Ä M u,V1n und ez LmaneäV!S 'P°!eiiorRoebbeL ' baB er sich den teui eM ÄZ ^wlann das M $ von Arnold ^t Hermes aujae, J gegeben, um sich sei. lv.Bocllm bei der «tt« einen Lchein -öch bestätige, datz ' meines Varers ae. ach Ablaus der lj r die Sache so, das t-^e, jetzt lvicds a Hut Carlo em, 9hm sagt Caib ühlich mügeaibeito schrieben habe, ohne ich diesmal nicht ub Mes Erachtens eint ..Hermes uniti sichtlich verschwiege!! ld Böcklm war. eo» Mer Betrugt ermutung ene Bild jetzt an m erkauft sei, wbitj n diesmal voiM i^eit des W Leder Verte^'5, daß Hou erichLL sjim ns Deito unb emälde imoü) M ;re, oboohl tut W Merschrieden, üok t^ten jötiei giW werten, daß dies ach gpwlplan der vereinigten Frankfurter ZtadttheaLer. Opernhaus. Mittwoch ben 19. November geschloffen. Donnerstag den 20. November, abends halb 7 Uhr: „Tristan und Isolde". Freitag ben 21. November*): „Martha ober Ter Markt zu Nichmonb. Samstag den 22. November: „Dornröschen". Sonntag ben 23. November, abends 6 Uhr: „Tie Ateistersinger von Nürnberg". Atontag den 24. November, abends halb 8 Uhr: „Die Geisha." Schauspielhaus. Mittwoch ben 19. November geschloffen. Donnerstag ben 20. November, abenbs halb 8 Uhr: „Die zärtlichen Verwanbten." Freitag ben 21. November"): Zum erftenmale: „Tas Theaterdorf." Samstag den 22. November: Zum erftenmale wiederholt: „Tas Theaterdorf." Sonntag den 24. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Alt-Heidelberg." Abends 7 Uhr: .Es lebe das lieben." Atontag ben 24. November: „Wallensteins Lager." Hieraus: „Die Piccolomini". Dienstag ben 25. November: „Das Theaterdorf." Vcrichtssaat. eerlitt, 17. November. In dem gegen die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft angeftrengten Patent- »rozesse betr. die N e r n st l a m p e wies das Reichsgericht tei ber heutigen Sitzung unter Aushebung bes Urteils bes Patent- Lintes bie Nichtigkeitsklage gegen bas erste Nernst- patent ab. Tas Patent wirb in vollem Umfang aufrecht erhalten. Dem Nichtigkeitserklärer werden die Kosten beider Instanzen auserlegt. Paris, 17. Nov. Die zuständige Kammer des Kaffations- Hases ist heute zii einer geheimen Sitzung zusammengetreten und hat ben Richter Anbrieux, dessen fiJlame im Zusammenhang n>tt bem Prozesse gegen ben Bankier Boulaine genannt würbe, i>or bie Anklagekammer in Rouen verwiesen. Diese wirb zu ent- idjeiben haben, ob Anbrieux wegen Teilnahme an Dieb- sLahl unb Hehlerei vor ben Geschworenengerichtshos gestellt werben soll. Slirlntoml6-.!.' tut* ÄS n Hotel u Jtgt u. 4 üs vEKern her- Mh KsK Eingesandt. (gär Form und Inhalt ui... oiefer Rubrik stehenden ilrtifel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Heber die Fleischpreise. Der Preis ber Fleisches sinkt langsam. Nach ben Marktberichten ist bas unverkennbar. Aber auch im Kleinverkauf im Heßgerlaben wirb heute billiger verkauft. Ich möchte von K-ietzener Verhältnissen nichts schreiben unb sie ganz außer Betracht [affen. Es könnte sonst einer kommen unb auf Grunb feines Zu- |a inmenlebenS mit ben Gießener Metzgern fett einem Menschen- aLter nachweisew baß auch unsere Metzger zu ben Notleibenben gehören. Tas ist ja recht schwer, aber man macht sichs leicht l — 21 Iso nichts von Gießen 1 Ich war in Frankfurt unb hatte ba unb dort zu thun. Beim Durchwandern ber Straßen besah ich mir miit Interesse bie Metzgerläben, Fleisch in Hülle unb Fülle, von Flleischnot nichts zu sehen. Mich ütteressierten bie Preise, aber nur selhr selten loaren Preise angegeben. Ich hätte gern hier unb da ei n paar Pfund Fleisch gekauft, um ben Preis festzustellen. Das Hölle aber mein Reisegepäck — ich wollte noch weit über Frank- suill hinaus — in unerwünschter Weise vermehrt. Aber ba in ber ttnonprmzeiistraße war ein Uabeninhaber offenherzig, ba prima sehr stzönes Hammelfleisch zu 55 Pfg., Rinbflelsch, bas nicht als solches bejeichnet war, bas ich aber für solches von bester uulität hielt, 6» 60 unb 70 Pfg. bas Pfund. Ich kam auch nach Sachsenhausen unb suchte ben Hauptbahnhof. Dem Gleise einer elektrischen Bahn Arbeiterbewegung. Paris, 17. 9ioö. Ter Abg. Roche wirb in ber Kammer einen Gesetzentwurf betrefjenb Betelligung ber Grubenarbeiter unb SUngeftellten am Gewinn ber Grubengesellschasten ein- b ringen. Roche wirb für biefe Vorlage bie Dringlichkeit beantragen. — Im Loire-Becken hat sich bie Lage bebeutenb gebessert. Zwischen ben Gruben-Direktoren unb Arbeitern ist eine vollkommene Ver- ftänbigung erzielt worben. Erstere haben sich bereü erklärt, b«s Arbeiter-Komitee aiizuerkennen unb verschiebene von ben Arbeitern geforberte Reformen einzuführen. Unter anberem sollen bie toirafgelber von jetzt ab in bie Arbeiter-Unterstützungskasfe fließen. Die Ausstänbigen tn Carnaux haben sich mit ben Gruben-Gesell- ictaften ebenfalls oerftänbigt, indem sie sich verpflichteten, einen Schiedsspruch, wie er auch ausfallen möge, ohne weitere Verhandlungen anzunehmen. Als Schiedsrichter wurde von ihnen der Abg. üiDiani bestimmt. folgend, geriet ich in die N2he des Lokalbahnhofes unb sah hier einen sehr appetitlich ausaestatteten Atetzgerladen, ber gut burch- wachsenes Rinbfleisch im Schaufenster zeigte, bas für 45 Psg. per Pfunb zu haben war. Ich überholte einen Metzger, einen älteren Gesellen ober felbftänbigen Meister. Ich fragte nach bem Wege zum Sachsenhäuser Hauptbahnhos. Ei, da könn'se mit nur gehen, lagt er, und ich gehe mit Wie ist's mit bem Schlachtvieh, frage ich! S'is halt teuer, erhalte ich zur Antwort. Ja, erwiderte ich, da ist Fleisch angeboten zu 45 Psg. das Pfund. Ja, sagte er, bas iS all Kuhsleisch, gutes Rmbfleisch kostet noch immer seine 70 Pfg. — Ich glaube gern, baß ich richtig beschieden bin. Wenn aber m Sachsenhausen unb bamit auch in Franksurt gutes Kuhsleisch, wenn es auch von alten Kühen herrührt, in einem burchaus sauberen Laben zu 45 Pfg. bas Pfunb zu haben ist, bann ist es wohl erlaubt, über bas Fleischnotgeschrei auch einmal emen schlechten Witz zu machen, es ist bann auch wohl erlaubt, zu fragen, ob der Preis für befferes Rlndflelfch, also von jungen Tieren im Laden nicht niedriger sein könnte als 70 Pfg. f ! ? Auszug aus dku Kircheubücheru der Stobt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 8. November. Christian Emil Büttner, Schlosser zu Gießen, unb Marie Karoline Hillgärtner, Tochter bes Fuhrmannes Philipp Hillgärtner zu Gießen. — Lukasgemeinde. Den 12. November. Friebrich Lubwig Karl Möser, Kaufmann zu Gießen, unb Karoline Ämstine Christine Fink. Tochter bes Oberküfers Johannes Fink zu Gießen. — Zohannesgemeinbe. Den 13. November. Karl Emil yinßer, Sparkassebiener zu Gießen, unb Emilie Alker, Tochter bes oerftorbenen Schreinermeisters Hermann Alker zu Grünberg. Getaufte. Atatthäusgemeinbe. Den 9. November. Dem Bauunternehmer August Scheppelmann ein Sohn, Bruno Franz August Wilhelm, geboren ben 14. September. Den 12. Nov. Dem Fabrikanten Br. phü. Karl Kempff em Sohn, Walter Max g| i • V • r schreibt Herr Tr. med. lieber unreinen Teint »ä __„DbermetjerS Herbaseise" habe ich schon in kurzer Zeit bei unreinem Teint unb Gesichtsausschlägen prächtige Erfolge erzielt. Z. h. in Apotheken, Drogerien unb Fabrikant I. Gioth, Hanau 15. 5712 Restaurant HohenMern. Mittwoch und Donnerstag: Kmiktr-Amble „Berghaus" au» Elberfeld. — 3 Tarnen und 3 Herren. Anfang Mittwoch 4 Uhr, Donnerstag 8 Uhr. 06181 C. Kruse wozu ergebens! ein! ad et Senchelhtm, Zur Ludwigsburg Mittwoch, de« 19. November 8010 Grosse Tanzmusik WM Julins Schulze 8032 7938 tätshauSmeister zu haben. 7797 August Kilbinger 8030 Ihrati frische Eier Ferd. Nennstiei Blockstraße 8. Mvelhaudlung. 7983 per Stück Gehr. Berduz Lindenplatz 12. Bahnhofstraße 27. Well. Strickgarne großer Auswahl^« HI. (Experimental-)Vertrag biUigftcn Preisen Robert Stuhl, W U ¥ Ausstellung Düsseldorf 1902 Goldene Medaille.« Unterricht la allen Kunetfiohera Farbiges Panorama ▼. Giessen ... 4bx6 . cm Mk. 6 — Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein Giessen Ditlwoch den 19. November, abends pünktlich 8^ Uhr im Cafe Leib (Festsaal). (Marke MÄH) anerkannt beste Qualität, empMit in Atelier für Fortraitmalerei ▼on Otto Fritz, akad. Kunstmaler Plockstraese 8a — Giessen. Kunstverlag für Postkarten und Farbendrucke. Steinstratze Zlr. 92 nächst der Marbnrgerstraße. Hochachtungsvoll Heinrich Hochrenther. Akademische Vorträge. Im Laufe des Winters werden in der UniversilälSaula folgende fünf allgemein verständliche Vorträge stattfinden: 1. Oberbibliothekar Prof. Dr. Haupt: Friedrich der Große und Voltaire. 2. Prof. Dr. Krüger: Der heilige Franz. Nach dem Vortrage Vorführung von Darstellungen Giotto's zur Legende des Heiligen in Lichtbildern, erläutert von Prof. Dr. Tauer. 3. Lektor Goetnctoy: George Sand, la femme et l’ticrivain. 4. Prof. Dr. Albert: Justus von Liebig «ud fein Einfluß auf die Landwirtschaft. 5. Prof. Dr. Drude: lieber elektrische Entladung. Der Ertrag ist zu gemeinnützigen Zwecken bestimmt. Karten für die ganze Reihe (für 1 Person zu 4 Mk., für 2 Personen derselben Familie zu 5 Mk., für 3 und mehr Personen derselben Famllie zu 6 Nlt.) und Einzelkarten zu 1.50 Mk. sind in der Ferber'schen, Frees'schen und Ricker'schen Buchhandlung, Studententarten beim Universt- ähmaschfacti kauft man am beeten und billigsten beim Faob manne, der auch ein reichhaltiges Lager unter- hllt in Fahr katen von: H. 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Hiernach um 9 Uhr: Vorlegung uud Erläuterung der wichtigsten neuen Erwerbungen sür das Verems-Atuseum durch den Museums-Konservator Herrn Hauptmann a.D. Kramer. Gäste find bet dei diesem Teil deS VerciuSabeud» willkommen. teflT Während der aeschäsllichen Verhandlungen und des lVortragS ist Rauchen und Speisen mcht geslaUet. Gießen, 8. Slovember 1902. 7932 Der Vorstand.___ 8Machenerßadeäfen ÄL O-R. F! Gebrauch. OUBEN Eü asheizöfen M Vertreter an Faslallen Plä e n. ■«'TW r' ■ Prima wollene Pferdedecken von uaturfarbiger Wolle, bou den billigsten bis zu deu feinsten Qualitäten tu allen GrSßeu vorrätig. Tapisserie! Tapisserie! J. H. Fuhr LonucustraD empfiehll den Eingang ganz besonders schöner »n gezeichneten und angesangenen Arbeiten, LTsSTT sowie aller Arten Stoffe, Materialien uu2> sonstiger in sein Fach emschlagender Anikel zu billigsten Preise». Kinder-Arbeiten jeder Art. 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