Nr. S45 Erscheint täglich oufen SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden iin Wechsel mit Dem Hessischen Landwirt bie Etehenc: Familien» blätter uicrmol m der Woche betgclegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untoers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pretsch Erben) ’Reöaftton. Expedllton und Druckerei: Schul st ratze 7, Adresse für Depeschen: Arrzeiger Gießen. Frrnsprechanschluß Nr 51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Samstag 18. Oktober 1902 Gietzener Anzeiger " General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen veßvaspret», monatlich75 Ds^ otert* iLyrlich DU. 1B0; durch Abhole- xl Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk.L— viertel jährl. ausschl. Beslellg. Lmiahme von Anzeigen für Die TageSnurnmer bll vormittags 10 Uhr, lokal UPs. auSivärtS 20 Pfg. verantmortltchr Mr den volit. e. aUgem, teil: P. Witiko: sü, ,6tabt und 2anb' und .DerichtSsaal': Curl Plato: sür den Anzeigenteil: Hans Deck. Kie Heutige Kummer umfaßt 16 Seiten Volltische Tagesschau. Immer noch Hoffnung auf Entgegenkommen! Man schreibt uns aus Berlin, 16. Oktober: Mit der Rede des Grafen Bülow zum Zolltarif beschäftigt sich erst heute abend eingehend das führende Organ der Konservativen. Tie „Kreuzztg." Das Blatt glaubt auch jetzt noch nicht, daß das „letzte 23»rt" gefallen nt! Tenn noch habe der Reichstag selbst nicht gesprochen. Wenn eine nicht allzu kleine Mehrheit des Reichstags sich für eine Stärkung des Zollschutzes entscheide — erst dann wäre für den Reichskanzler der Zeitpunkt gekommen, einEntgegenkommeninÄussichtzu stellen. Tie „Kteuzzeitung" führt die jetzige ablehnende Haltung der Regierung auf taktische Gründe zurück. — Ter Chefredakteur der „Kreuzztg.", Tr. Kropatschek, hat ja gestern und heute wiederholt im Reichstag mit den leitenden Männern längere Unterredungen gehabt; wir möchten jedoch bezweifeln, daß etwa -Gras Bülow hätte durchblicken lassen, nosch et nicht aller Lage Abend. Wollte die Regierung nach o zahlreichen unerschütterlichen Erklärungen „umfallen", so würde die Wirkung autoritativer Kundgebungen für längere Tauer recht abgeschwächt werden. Es ist anzunehmen, daß morgen ।— Samstag — noch die Vertreter der Bundesstaaten, insbesondere der süddeutschen, das Wort ergreifen, um auch ihrerseits zu begründen, daß sie einer Erhöhung der landwirtschaftlichen Zollsätze nicht zustimmen können. Deutsches Reich. Berlin, 17. Okt- Kaiser Wilhelm wird seinem Regiment in London während seines Besuches in England eine besondere Ehre dadurch erweisen, daß er an die Soldaten, welche die im südafrikanischen Kriege getragenen Uniformen anlegen, eine Anzahl Medaillen verteilt. — Die „Nordd. Allg- Ztg." stellt unter Bezugnahme auf die Zeitungsmeldung, nach welcher der Kaiser im Ossizierskasino des 3. Grenadier-Regiments in Königsberg mit Beziehung aus den kommandierenden General des 1. Armeekorps geäußert haben sollte: „Nun kann ich ruhig schlafen; jetzt habe ich einen Häse le r im Westen und einen Haseler im Osten", daß es sich hierbei um eine müßige Erfindung handelt. — An den kommandierenden General des 16. Armeekorps, Generalobersten Grafen Haeseler, hat Kaiser Wilhelm gegen das Ende des Korpsmanövers ein ungemein huldvolles Telegramm gerichtet, in dem er ihn zu der Frische, mit welcher er so schnell nach seinem Unfälle die Führung des Korps im Felde wieder aufnehmen tonnte, beglückwünscht, und der Hoffnung Ausdruck giebt, den bewährten Führer noch lauge an der Spitze seines Korps -u sehen. — Eben jetzt, zurzeit der Anwesenheit der Buren- generale, werden folgende Ordensauszeichnungen veröffentlicht. GS wurden verliehen: das Großkreu^ des Roten ALlerordens dem cngL Kriegsminister John F- B r o d r i ck; den Roten Adlerorden 1. fit- dem Generalleutnant Kelly-Kenny und dem Generalleutnant John F r e n ch; den Roten Adlerorden 2. Kl. dem Obersten Sclater; den Roten ALlerorden 4. Kl- dem Leutnant Dudley-Marjoribarks; den königlichen Kronen- Orden 1. Kl. dem Generalmajor Jan Hamilton. — Heute abend vereinigten sich etwa 250 deutsche Offiziere der Cbinaexpedition im Saale des „Kaiserhofs" zu eine, Festmahl. In der Mitte der Ehrentafel saß Graf Wald fee zwischen dem Gesandten von Mumm und Aomiral von Dendemann. Graf Waldersee brachte den Toast auf den Kaiser aus. Der Gesandte von Mumm trank auf das gute Einvernehmen aller deutschen Faktoren in China. General v. Gayl überreichte dem Grafen Waldersee ein Exemplar des soeben sertiggeftellten Werkes „Deutschland in China" und gedachte der toten Chinakämpfer. — Die „Natlib'. Korr." hört, daß außer dem sächsischen Finanzminister Rüger, der bereits gestern der Sitzung des Reichstags beiwohnte, heute der badische Fi- nanzminister Buchenberger und die württembergischen Minister v. Pischek und v. Zeyer eingetroffen sind. Es wird angenommen, daß auch der bayerische Finanzminister v. Riedel nach Berlin Eomint Das Blatt möchte von vornherein der Vorstellung entgegentreten, als seien bie bundesstaatlichen Minister zu abermaligen Konferenzen über die Larifvorlage berufen. Die Minister kommen nach Berlin, nicht um die Vorlage zu modifizieren, sondern sie in voller Solidarität mit dem Reichskanzler und den preußischen Ministern vor dem Reichstage zu vertreten. So war es bei der ersten Lesung, so wirds auch bei der zweiten sein. Darin prägt sich bte vom Reichskanzler gestern nachdrücklich betonte volle Einigkeit und Geschlossenheit der Verbündeten Regierungen in der Verteidigung gegen die von rechts und links geführten Angriffe aus. Reichskanzler Graf Bülow kann in diesem willigen Mitwirken der einzelstaatlichen Minister an dem zurzeit wichtigsten Werk der inneren Reichspolitik ein erfreuliches Ergebnis seiner auf Belebung des föderativen Geistes und vertrauensvoller Beziehungen zwischen den Bundesstaaten gerichteten Bestrebungen erblicken. — Zu dem begeisterten Empfange, den die Buren-Generale in Berlin gefunden haben, schreibt die „Kreuzztg.": Der gestrige Tag werde ihnen gezeigt haben, nicht nur daß sie hier auf eine Förderung des Werkes der Mildthätigkeit rechnen können, sondern auch daß die Bevölkerung der Reichshauptstadt den Heldenmut ihres Volkes zu schätzen weiß. Gleich den Organen anderer Parteien stellt das konservative Blatt ferner mit Genug- thuung fest, daß bisher alles vermieden worden ist, was den Kundgebungen für bte Generale einen politischen Charakter gebe ober die Empfindungen ihrer früheren Gegner reizen könnte. Rudolstadt, 17. Okt. Bei den gestrigen Landtagswahlen siegten in 7 Wahlkreisen die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit, in 2 die Freisinnigen und in 8 die Regierungspartei. In drei Wahlkreisen finden Stichwahlen statt zwischen den Ordnungsparteien und der Sozialdemokratie. Bisher war nur 1 Sozialdemokrat im Landtage. Coburg, 17. Ott. Der Chef deS Staatsministeriums v. Wittken wurde plötzlich verabschiedet. Seine Stellung war infolge des Mißlingens der Steuerreform bereits längere Zeit schwankend gewesen. Karlsruhe, 17. Okt- Zu Der bereits gemeldeten Uebersiedelung des ErbgrotzHerzogs von Baden nach Karlsruhe schreibt die „Karlsr. Ztg.": Der Erbgroß- herzog stellte am 1. Oktober an den Kaiser die Bitte, ihn von seiner Dienstleistung als kommandierender General des 8. Armeekorps zu entheben und begründete dies Gesuch mit dem Wunsche, sich in voller Unabhängigkeit den Interessen der Heimat widmen zu können, was sich mit den Verpflichtungen des Generalkommandos des 8. Armeekorps nur schwer vereinbaren lasse. — Der Kaiser genehmigte die Bitte des Erbgroßherzogs. Ausland. Stockholm, 17. Okt. Ein von der Regierung ernanntes Komitee hat den Auftrag erhallen: „einen den Verhältnissen unseres Landes angepaßten Vorschlag tii einem proportionalen Wahlmodus für bte Wahlen zur Zweiten Kammer auszuarbeiten und im Zusamm«thang damit die für einen solchen WahlmoduA am besten geeignete Wahlkreiseinteilung vorzuschlagen." London, 17. Okt. Tas Gouvernement für Südafrika begünstigt mit allen .Mitteln die Einwanderung von Italienern nach Südafrika. Ter Botschafter in Rom befürwortet ebenfalls dieses Projekt und rät den Italienern, sich nach, den südafrikanischen Kolonien zu begeben. — K i t ch e n e r ist heute vormittag nach, Egypten und Indien abgereist. Haag, 16. Ott. ES scheint sich zu bestätigen, daß eS der holländische Ministerpräsident Tr. Kun per gewesen ist, der die AudienLangelegenh.eit der Duren- generale eingeleitet hat. Paris, 17. Ott. In der heutigen Sitzung der Kammer ereignete sich ein bemerkenswerter Zwischenfall. Als Ribot mi einer kurtzen Bemerkung die Rede des Ministerpräsidenten unterbrach, klatschte eine Dame in der Tiplomatenlage lauten Beifall. Tie Sozialisten protestierten heftig gegen diese Kundgebung, während bie Rechte der Tarne eine Ovation (Bereitete. Erst als der Kammerpräsident mit der Räumung der Zuschauertribüne drohte, trat wieder Ruhe ein. Es war die Rede von der Schließung der Kongregationsschulen. Ministerpräsident Combes führte u. a. aus: Die Behauptung, das Heer sei gegen bie Frauen vorgegangen, sei unbegründet. Wir stehen an einem Wendepunkte unserer Geschichte. TaS Land würde dem Untergänge geweiht, wenn eS por den Kongregationen zurückwiche. Wir wollen dem Eindringen deS Mönch- Berliner Herbsttage. Von Carl Anton Piper. (Nachdruck verboten.) (Originalartikel deS „Gieß. Anz.") Arme, tteine Linden! Wie traurig ließen sie die Zweige und Blätter hängen, als sie wohlverpackt in großen Wagenladungen ankamen, um unserer Prachtstraße als neue Zierde zu dienen. Die alten hatte man kurzerhand um- gehauen, bie einst als Doppellinie die historische und traditionelle Baumreihe begleiteten. Sie standen nicht mehr am rechten Platz: die neue Zeit braucht mehr Raum, und ob sie sich gleich eingelebt hatten an ihrer Stelle und manch Baum in den harten Boden der Großstadt Wurzel geschlagen und kräftig in die Höhe geschossen war — sie mußten fort, Undank regiert nun mal die Welt, und an ihre Stelle tritt ein jüngeres Geschlecht. Die Bürgersteige sind an beiden Seiten wesentlich verbreitert und auf ihrer Bordschwelle hat man jetzt die jungen Bäumchen, fein säuberlich in Rech und Glied wie eine Gardetompagnie, aufgepflanzt. Es war ein trüber regnerischer Herbsttag, als man daran ging, einen noch dem andern aus seiner Hülle zu befreien, und stolz auf seine eigenen Füße zu stellen. Der Asphalt war glatt und spiegelblank von der Feuchtigkeit der Luft, und ein kalter Wind nahm die Blätter, bie eins nach dem andern den jungen Linden aus der Krone fielen, jagte sie über das glatte Master, wehte sie hierhin und dorthin und zerstreute sie in bie Riesenstadt auf Nimmerwiedersehen. Neugierig stand die Menge umher, und man konnte auf ihren Gesichtern etwas wie Mitgefühl lesen. Ahnten sie wohl, wie ähnlich das Los der kleinen jungen Linden dem ihren war? Ging in diesen Augenblicken ein Wehmutszug durch ihre Seele, ein Verwandtschaftsahnen, das alles Lebende verbindet?. Kamen die kleinen Linden nicht auch wie so manch hoffnungsvolles Menschenkindlein aus der stillen Natur in das rastlose Getriebe einer Stadt, die das Schlafen verlernt hat? In welcher Baumschule sie auch ausgewachsen, mit Brüdern und Schwestern im trauten Verein — das Jahr vertraute ihnen seine Geheimnisse, sie blühten im Frühling, umschwärmt von einer Welt von Millionen von Lebewesen, sie ruhten aus im Winter vom raschen Wachstum, in Sturm und Wetter waren sie eins mit der Mutter Erde. Und nur, wenn scherzende Menschen unter ihrem kleinen Laubdach dahineilten, ober ein waidwunbes Reh klagend an ihnen vorüberstrich — bann fühlten fie einen Schauer von Freub und Leid der Kreatur. Nun sind sie entwurzelt, losgerissen aus dem Mutterschoß, aus Ost und West haben sie sich zusammengefunden in dem großen Sammelbecken. Was werden sie nicht alles sehen! Der Menschheit große Gegenstände ziehen an ihnen vorüber. Sie hören das klingende Spiel prächtiger Truppen, den Jubel der staunenden Menge; die Herrscher Europas fahren unter ihren Kronen dahin; was immer die Menschheit bewegen mag, zu ihnen dringt es zuerst, und int Rauschen und Raunen ihrer Blätter geben sie es weiter. Luxus und Reichtum breitet sich ihnen zu Füßen aus; sie hören das freche Lachen des Lasters und den verzweifelten Schrei der Hungrigen. Die drohende Gährung bleibt ihnen nicht verborgen, und die entfesselten Gewalten branden an ihnen empor. Gewiß, sie wurzeln im Herzen der Welt!-- Und doch, sind sie glücklich? — lieber» Jahr will ich mal wieder nachsehen, ob ich noch viele der Bäume lebend antreffen werde. Sie leben rasch, die Großstadt- menschen, wie die Großstadtbäume. Schon jetzt haben bie kleinen Linden etwas Greisenhaftes, wenn sie ihre kahlen Aeste in die Luft recken und das fahle elettrische Licht sie mit bleichem Schein wie mit Schminke übergießt. Wer das Sonnenlicht ist ihnen nur kärglich zugemessen im Schatten der riesenhohen Gebäude, und doch schlagen sie früher aus im Frühling als ihre Schwestern ba draußen ttn Wald — aber wenn bie anderen noch saftig grünen, dann sind ihre Blätter schon welk und verschrumpelt, Dtraßeuftaub klebt daran, und wenn die anderen im vollen roten Herbstschmuck sich sonnen, wie schöne Greisinnen, bann sind sie schon kahl, stumpf und todesmatt. Und bann kommt der Tag, wo sie hinausmüssen. Es ist kein langsames Sterben wie da draußen in der Natur, wo das Leben sich flüchtet bis in den letzten kleinen Ast, und immer noch blüht und immer noch duftet. Ein hettisches Fieber ergreift sie mit einem Mal — und man trägt sie hinaus, kalt und grausam, noch ehe sie ganz gejtorben. Ich hene Eingaben und Gesuche. — Dor Eintritt in die Tagesordnung gab der .Vorsitzende seiner Freude darüber Ausdruck, daß nunmehr die Kammer entsprechend ihrer Be- leutung und Ausdehnung geeignetere, größere Räumlichkeiten besitze, in welchen auch die Zentralgenossenschafts- kasse Unterkunft finden solle. Aber auch wehmütig stimme ihn am heutigen Tage der Gedanke, daß die Kammer den nzwischen zum Vortragenden Rat im Ministerium des Innern ernannten Herrn Lberregierungsrat Tr. U s i n a e r als Staatskommissar verliere. Vergegenwärtige er sich das, was die Kammer während des kurzen Zeitraums von 2y2 Jahren in den verschiedenen wichtigen Angelegenheiten des Handwerks geleistet habe und vergleiche er damit die Resultate vieler anderer deutschen Kammern, so müsse er sich sagen, daß diese großen Erfolge in der Hauptsache der that- kräftigcn Mithilfe des Staatskommissars zuzuschreiben seien. Tankend müsse anerkannt werden die bereitwillige Unterstützung der Bestrebungen des Handwerks burcö die Großh. Staaisregierung, hochgeehrt habe den Vorstand die öffentliche Anerkennung auf dem 2. deutschen Handwertskammertage, welche Herr Ministerialrat Braun als Vorsitzender der Aufsichtsbehörde der Thätigkeit der Wammer gespendet hat, aber zu besonderem Tanke bleibe die Wammer Herrn Lberregierungsrat Tr. Usinger verpflichtet, der ihr in den ersten, bei der Neuheit der Sache schwierigen Jahren ein hilfsbereiter Ratgeber und rastloser Mitarbeiter war. Seiner intensiven Kenntnis auf dem Gebiete des gesamten Gewerbewesens verdanke der Vorstand manchen guten Rat bei wichtigen Beschlüssen und Entscheidungen. Bei aller Energie und Bestimmtheit im Auftreten habe er stets den richtigen umgänglichen Ton im Verkehr mit den Kammer- mitgliedern gefunden, welchen großen.Vorzug auch die Besucher der verschiedenen deutschen Handiverkskammertage alsbald erkannt hätten. Erst längst in Leipzig hätten sich ihm (dem Vorsitzeliden) gegenüber mehrere angesehene Kammer-Vertreter in diesem Sinne ausgesprochen. Tie sämtlichen Vorstandsmitglieder waren einer Meinung mit dem Vorsitzenden und beauftragten ihn, Herrn Oberregierungsrat Tr. Usinger, welcher wegen Unwohlsein an dieser Sitzung nicht teilnehmen konnte, den wärmsten Tank des Vorstandes zu übermitteln. — Der Nachfolger ist der Kammer noch nicht bekannt, doch ist bei dem großen Interesse der Aufsichtsbehörde für daS ersprießliche Weiterwirken der Kammer mit Sicherheit anzunehmen, daß sie wiederum eine gute Wahl treffen werde. WormS, 16. Okt. Zum 26. mittelrheinischen Turnfest. Dank der geschickten Festteitung, vornehmlich der im Bauausschuß geübten Sparsamkeit, ist laut ,W. Z.* ein Ueberschuß von rund 3000 Litt. erzielt worden, der der Kasse unserer Turngememde zustießt. Frankfurt a. M., 17.Okt. Die Neue Theater-Aktien- Weselljchaft erläßt heute offizielle Einladungen zur Eröffnung deS neuen Schauspielhauses für den 1. November, abends halb 6 Uhr. Krieskallen der Keöaklwn. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) W. Bei Beendigung des LehrvorschulkursuS hat der Lehrherr dem Lehrling ein schriftliches Zeugnis über bie Tauer der Lehrzeit und bie während dieser erworbenen KennMiffe und Fählgteuen, sowie über sein Betragen auszustellen. Tie Taner der Lehrzeit bestimmt sich nach dem Lehrvertrag, in Ermangelung verrragS- mäßiger Festsetzung nach den örtlichen Verordnungen oder dem Ortsbrauche. Als ein wichtiger Grund zur Kündlgung durch den LehrUng ist es insbesondere auch anzugeben, wenn der Lehrherr seine Verpflichtungen gegen den Lehrling tn einer dessen Gesundheit, Sittlichkeit aber Ausbildung gefährdenden Weise vernachlässigte, Ansprüche wegen unbefugten Austritts auS der Lehre kann der Lehrherr gegen den Lehrling nur machen, wenn der Lehrvertrag schriftlich geschloffen ist. Soweit das Handelsgesetzbuch. HandeÜ es sich um einen Handwerkerlehrling, so ist auf § 127 ff. der Gewerbeordnung zu verweisen. In bi tttdl, TT btt »abai bie Zweck« Haube* fleißigen ' fammengt lärm floh Indem w mali uns bidtm Zo durch 6pt Achen Hit ®it' Siri 2 ___Lu Tie iDesamh ttixrman 0i Gerühlssaal. M. Gießen, 17. Okt. Strafkammer. Den Vorsitz ührte Landgerichtsdirektor Tr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt Hoos. — Ter 19jährige Zimmergeselle Christian Ambron aus Nieder-Wöllsladt, trotz seiner Jugend wegen Dteb- slahlS mit einer Gefängnisstrafe von über 4 Monaten vorbestraft, tjt wiederum deS Diebstahls beschuldigt. Der Angeklagte gesteht zu, sich in der Abwesenheit der Bewohner in ein Haus eingeschltchen unb auS einer Schublade, die er mit dem an der Wand hängenden Schlüssel öffnete, einen Geldbettag von Alk. 3.70 entwendet zu haoen. Der Bestohlene behauptet, ihm seien Mk. 30 gestohlen worden, der Angeklagte bestreitet den Diebstahl in dieser Hohe. DaS Schöffengericht Friedberg hat den Angeklagten aus verschiedenen Jndicien der Entwendung der ganzen Summe für überführt erachtet und gegen ihn auf eine sechsmonatige GesangniSstrase erkannt. Tas Ber-ufungsgericht war der Ansicht, daß bet der zweifelhaften Sachlage zu Gunsten deS Angeklagten der Diebstahl von mehr als Alk. 8.70 nicht erwiesen anzunehmen sei und setzte mit Rücksicht hierauf die Strafe auf 4 Atonale Gefängnis herab. — Ter 16 jährige Bergwerksaeselle Johannes Boll von Stangenrod ist des Verbrechens i. S. der §§ 176, 56, 57 Stt.-G.-B. beschuldigt und wird unter Versagung von mildernden Umständen zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten verurteilt. — Ter Oekonomieverwalter Karl Appel von Gießen ist der unternommenen Verleitung zum Dteineid angeklagt. Gegen den Angeklagten schwebte vor einiger Zeit am hiesigen Amtsgericht ein Alimentationsprozeß, in dessen Verlauf er — unter Geltendmachung der excoptio pluriam — behauptete, ein gewisser Jünger habe in der kritischen Zeit mit der Frau verkehrt. Jünger wurde vernommen, gab auch den Verkehr zu, konnte aber keine genauen Zeitangaben machen. In dieser Lage des Prozeffes hat sich der heutige Angeklagte an einen gewißen Krausch — einen früher unter seiner Verwaltung beschäftigten Dienstknecht — gewandt und ihn soll er nach der Anklage zu einem 'Meineid zu verleiten unternommen haben, indem er ihn mündlich und schriftlich angesonnen habe zu bekunden, daß er von einem Verkehr des Junger und der Frau zur kritischen Zeit wisse. In der heutiaen Haupwerhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte eines Tags nach Bicklar ge-, fahren ist — ausschließlich zu dem Zweck, um ben^ Krausch zu fragen waS er wisse, daß er diesem Zeugen Mk. 50 für seine Bekundungen versprochen hat, daß er ihm kurz daraus einen Brief zugehen ließ, in dem er genau angibt, worauf es m der damaligen Prozeßsituation bei seiner — des Zeugen — Aussage ankommt und in dem sich Wendungen finden wie, er solle ihm doch den Gesallen thun, eS könne ihm nichts paffieren, jedenfalls aber solle er den Brief niemanden zeigen. WaS den Inhalt der Unterredung tn Birklar betrifft, fo hat der Zeuge Krausch früher bekundet, er habe sofort dem Angeklagten zu verstehen gegeben, daß er nicht wisse, ob Jünger zu der kritischen Zeit nut der Frau verkehrt habe und eS daher auch nicht bekunden könne, während er heute nicht mehr weiß, was er damals dem Angeklagten gesagt hat. Ta Krausch bei der Unterredung in Birklar stark angetrunken war, hielt das Gericht die Möglichkeit nicht für ausgeschloffen, daß er m seiner Trunkenheit Aeußerungen gethan hat, die in der Richtung der von dem Angeklagten erlangten Aussage gelegen Haden und daß auf gnmb derartiger Aeußerungen der Angeklagte habe glauben können, der Zeuge Krausch könne guten Gewissens bestätigen, was er ihm auszusagen angesonnen habe. Trotz der schweren Verdachtsmomente rechnete das Gericht zu Gunsten deS Angeklagten mit der — wenn auch sehr entfernten — Möglichkeit, dav ihm das Bewußtsein gefehlt habe, der Zeuge Krausch werde demnächst eine unwahre Thatsache beschwören. Wahrend die -Llaatsanwaltfchaft die Anklage aufrecht erhielt und eine Zuchthausittase von einem Jahr und 6 Monaten bcanfragte, hielt daS Gericht den Angeklagten zwar für schwer belastet, wegen der schwankenden Haltung deS Zeugen Krausch ein verurteilendes Erkenntnis gegen demelben tedoch furnicht möglich und sprach ihn daher von Strafe und Kosten freu Ter ^gefragte, der bisher tn Untersuchungshaft sich befunden tmantoritähÄÄÄ Herren Dr. W. Knecht * Lo., Frankfurt a. M. - Lenden Eie sofort 2 Flaschen 3^e4< Klagen bi tterl .ESntis' an Herrn M., Berlin, B ftrafee uni. Nachnahme.....Ihr „SLntis" vragendtttcr ist vorzüglich, insbesondere ist die Wirtung bei Folgeerscheinungen der Darmträgheit eine ?an, emin-nte. ''Säntts" Mageudttter ist erhältlichem den Apocheken Trogerien..Colon s u. Delikoteß-Seschästen, große Flasche Mk. 1-50, He vernachiäjsjg^ c ^te kann dn • bet Lehrveara- E'eeBM- Handel !127 fi. du tz«. er Anzeiger», rrsamuüung der )ming angenom» iefordert tvtcbtn, eitig verpfliHin ng, die Grude- Ätzen. Portugal i| •" verösfentlich inisterpchidenn mf Weiterer t mt toirb, ferne Frhrn. Speur ning von s-W genehmigt rÄ lujje, der Lft ng seiner ma nijsen oßmuj bti Sto* . KN . KU . M en ■ . ackert . unwdlL Bank . ink . - delages. a>bahn . ,1O ,N ,S .B ,D 171k . 17B irtefeuilles bt» L tonal). LaS »rovüsch x\\xt W'-'t n m ÄiM aviowW R t iapctanN^ Bericht Llkralh ÄuU.« 5aW* * «W ii(2 itteP 6-1* #> £*“ $o|e 68 W’’ , * s°°"7 gsk jnboD« »cbte 1z>S i» « 000000000 £ Kohlen Von bett bestett Zeche» Nußkohlen Anthraeit lor»te Nheiu. Briketts uw den billigsten Preisen, jedes Quantum tret ans HauS, liefert Andr. Euler. D000000000 terren-, Damen- und Kinder» eisten sowie ein Werktisch z. verlausen. 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Gustav-Adols-Frauenverern In diesen Tagen werden die Jahresbeiträge für unseren 8-treitt. wie alljährlich, erhoben werden. Eine größere Anzahl von k.rmmleriunett hat sich freundlichst bereit erklärt, die Erhebung dr-k Gaben für 1902 zu übernehmen. Im Jahre 1901 wurden für bin Zwecke deS Vereins, zur Linderung mannigfacher Not bei armen ® laubensgenossen, in unserer Gemeinde 1362 Mk. durch unsere ilertßigen Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden zu- laimmengebracht und durch Vermittelung des Verwaltungsrats in T.armstadt an 30 hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten verteilt. Zridem wir allen Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nocb- nualS unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir auch in diesem Jahre, unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und dmrch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache unserer evange- !is-chen Kirche fördern zu wollen. Gießen, den 18. Oktober 1902. 7340 Für den Vorstand des Gustav-Adolf-FrauenvereinS: Die Vorsitzende: Der Schriftführer: Luise Wortmann.Dr. Naumann, Pfarrer. Ea. 6 Ctr. schöne gebrochene Zwetscherr i abzugeben. Emil Fischbach. Beehre mich, meiner werten Kundschaft mitzuteilen, daß 8e,l;“rcnHrflntein|>eibtn bei folgenden Herren entgegengenommen werden: 04648 Kaufmann H. Bellos, Alicestr., H. Noll VH, Gr. Muhlgasse 85, I. Seeger, Neuenbäue 5, H. Baltzer, Grünbergerstr. 41, L. Becker, Ehausseehaus, L. Balßer, Steinstr. 73. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die beim Hinscheiden unserer guten Muter Frilll Therese Katzenstein geb. Hana» bewiesene Teilnahme, insbesondere Herrn Rabbiner Dr. Sander für seine trostreichen Worte unseren innigsten Dank. Wchhnns gebäuden, in dem bisher Wirtschaft betrieben wurde, zu verkaufen. 7358 Carl Martell, Wetzlar. 04652] Ein Pferd, für Oeko- nomie geeignet, preiswert zu verkaufen. 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