Nr. 819 •rftehtt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMschen Landwirt die Stehener Zamilten- Hatter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brü h l'scheu Untoerst-Buch- u.Slein- druckerei (Pietsch Erben) Rebofllon, Lrpedttio« und Druckerei: vchulstraße 7. Ildrefse für Depeschenr Anzeiger (Sieben. yernsprkchanschlußNr.bl. Zweites Blatt. 182. Jahrgang -Donnerstag 18. September LAOS Gießener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezagSpreiSr monallich7bPs„ viertel jährlich Mk. LL0; durch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk. 2.—viertel- iährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für bie Lagesnummer biS vormittags 10 Uhr. ZeilenpretS: lokal ILPf, auswärt» 20 Psg. verantwortltchr für den polit. u. allgem. Lett: P. Wittko: für ,©labt und £?anb* und .GerichtSsaal'r Cutt P lato; für den An- zeiganteil: HanS Beck. 3>it Heutige Flummer umfaßt 8 Seite«. Politische Tagesschau. Der westdeutsche Baoenttag, 6er kürzlick vom „Bund der Landwirte" in Düsseldorf veranstaltet wurde, ist fortgesetzt Gegenstand lebhafter Preß- erürterungen. Auch Blätter, die dem Bund nicht eben wohlwollend gegenüberstehen, urteilen, daß die bündlerische Agitation die Zentrums-Gefolgschaft auf dem platten Lande äu dezimieren drohe. Demgemäß giebt Abg. Dr. Dertel in der „Deutschen Tagesztg." dem b a y e r i s ch e n Flügel der Agrar-Parte: und dessen Hauptführer, dem Abg. Dr- Heim, der von „Gärungen" im Lcmdbund gesprochen hatte, in ruhigen Worten anheim, zu berücksichtigen, daß, wer im Zusammenhänge mit dem angekündigten Rücktritt deS Frhrn. v. Wangenheim vom Bundespräsidium von „Gärungen" spreche, wider besseres Wissen handele. Die leitenden Männer des „Bundes" rechnen vielleicht mit der Möglichkeit deS „Umfalls" der bayerischen Zentrumsmänner in dem Sinne, daß Dr. Heim und Gen. den bekannten Getreide- zoll-Kompromißantrag als nicht weitgehend genug verwerfen werden. Durch das Prisma parlamentarischer Taktik betrachtet sehen sich die Dinge anders an. Tie Machtsphäre des Landbundes und die Zugkraft seines Programms ist unleugbar auf dem Londe sehr bedeutend: im Reichsparlament, bei dessen gegenwärtiger Zusammensetzung, ist seine Bedeutung doch nicht besonders wesentlich. Deshalb bewahrt das kluge Zentrum der bündlerischen Agitation gegenüber den „Mut der Kaltblütigkeit". Das Zentrum braucht wegen der Eroberung der katholischen Bauernvereine einstweilen nicht besorgter zu sein, als die Konservativen wegen der Eroberung ihrer Gefolgschaft. Man weiß, daß ein großer Tell der Konservativen alle agrarischen Forderungen sich nicht zu eigen macht. Man erinnert sich auch, daß der Abg. Dr. Oertel im Parlament, als Mitglied der konservativen Fraktion, es den offiziellen Bündlerführern v.Wangenheim, Dr. Rö si cke, Dr. Hahn überläßt, der Regierung entgegenzutreten. Der gemäßigte, einem Ausgleich der Interessen zwischen Landwirtschaft und Industrie geneigte Tell der Konservativen und deS Zentrums hat im Parlament sichtlich Oberwasser. Durch die Düsseldorfer Vorgänge wird sich der Reichstag in seiner Mehrheit nicht beeinflussen lassen, und bei den Neuwahlen zum Reichstag wie Landta g werden sich schließlich wohl auch die Konsumenten rühren. Der unparteiische, objektive Beobachter darf behaupten, daß es den Erfolg der agrarischen Agitation überschätzen heißt, wenn man glaubt, daß sie die bestehenden Politischen Parteien zersplittern wird. Zur FleifchteueruugLfrage. In Mannheim sprach dieser Tage in einer Birte- Versammlung Herr Hermann aus Darmstadt Über die allgemeine Lage des Wirtsgewerbes, hauptsächlich die Organisation desselben. Es wurde nachstehende Resolution angenommen: „L Die von ca. 360 Wirten besuchte Versammlung richtet an daS Bürgermeisteramt die Aufforderung, bei der Großh. Staatsregierung mit allem Nachdruck für Aufhebung der Sperre von Schlachtvieh und Fleischwaren hinzuwirken. 2. Die Versammlung richtet an die Großh. Regierung die Bitte, ihren Vertreter im Bundesrate dahin anweisen zu wollen, für Aufhebung der Grenzsperre von Schlachtvieh und Fleischwaren einzutreten. 3. Die Versammlung beschließt, gezwunaen durch die allgemeine Erhöhung der Fleischpreise, sowie auch dem Preise für Wurstwaren im Verhältnis zu den von der Metzger-Innung festgesetzten Preisen, ebenfalls einen Preisaufschlag eintreten zu lassen und dem Publikum dies in geigneter Weise zur Kenntnis zu bringen." Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung hat einen Antrag angenommen, der den Magistrat ersucht, mit den Stadtverordneten bei der Regierung um Maßnahmen zur Abstellung der Fleischnot vorstellig zu werden. — Der Magistrat der Stadt Forst ist dem Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung, bei dem preußischen Land- Wirtschaftsminister wegen Aufhebung der Grenzsperre für Schlachtvieh vorstellig zu werden, nicht beigetreten, hat ihn vielmehr beanstandet, da er in dem Beschlüsse ein Ueberschreiten der Befugnisse der Stadtverordnetenversammlung angenommen hat. lieber die Ankunft der Bureugeneräle in Berlin gehen die widersprechendsten Meldungen durch die Dresse. Bald heißt es, bie Generäle würden schon in einigen Tagen dort eintresfen, bald wird diese Meldung dahin abgeändert, daß die Berliner Reise der Buren überhaupt noch zweifelhaft sei, jedenfalls aber in nächster Zett noch nicht bevorstehe. Wie das „B. D." erfährt, liege die Ang »legen heit zur Zeit folgendermaßen: Tas Burenhilfsckmnttee, das von vornherein die Reise der Burengeneräle nach Berlin in die Wege geleitet hatte, war darauf bedacht, den Saal der Philharmonie zu einer Versammlung zu gewinnen, in welcher die Generale über den Transvaalkrieg sowie über ihre Europamission sprechen fotlten. gesehenen Zwischenfällen, denen der Aufeiithalt der Gen^ räle in England und Holland ausgesetzt war, hi^t es schwer, den Zeitpunkt zu bestimmen, an welchem die Buren in Berlin eintreffen und in dem bezeichneten Saale sich vorstellen konnten. In vergangener Woche war indes der Plan so weit gediehen, daß die bezeichnete Versammlung am nächsten Montag stattsinden sollte. Vor einige-nj-tagen lief aber bei dem Hilfskomitee die Nachricht eüi? baß die Reise der Generäle nach Berlin nochmals v e.cj cö sib e n werden müsse, da gerade am nächsten Montag sm. die GerreräLe in Holland verschiedene Errrpsan^ vvrgefeveri seien. Nunmehr hat sich ein Vorstandsmitglied des Berliner Burenkomitees nach Holland begeben, um die Angelegenheit endalltig zu regeln. Wie der „Nat.-Ztg." mitgetellt wird, ist die deutsche Regierung entschlossen, etwaige anti-englische Kundgebungen auf deutschem Boden anläßlich der bevorstehenden Anwesenheit der Buren-Generäle nicht zu dulden. Ihr zufolge gilt der Besuch als sehr wahrscheinlich, nur stehe der Zeitpunkt noch nicht fest. Unseres Erachtens lag die Besorgnis vor. anti-englischen Demonstrationen ebenso nahe bei dem Aufenthalt der englischen Generale in Berlin. Ist aber den Manöver- gäften deS Kaisers die leiseste Unbill zugefügt worden? Tie Herren haben sich, wie u n s Berliner Privatmeldungen versichern, vollkommen unbelästigt in der Reichshauptstadt bewegen und die Sehenswürdigkeiten besichtigen können wie jeder andere Fremde. Hurrarufe sind allerdings nicht ertönt, aber es sind aus dem Ff einen Häuflein Neugieriger, die vor dem Hotel de Rome mit langer Geduld Pvsto faßten, auch keine MißfallenSäußerungen laut geworden. Lord Roberts und seine Begleiter genossen eine schweigende Beachtung. Kommen die Buren-Generale nach Berlin, so wird ihnen aller Voraussicht nach ein anderer, wesentlich sympathischerer Empfang zu teil werden. Es ist kaum nötig, an das „Taktgefühl" der Buren-Generale zu appellieren, „daß sie anti-englischen Kundgebungen in keiner Weise Vorschub leisten werden." Solcher Anregungen bedarf es gar nicht, zumal ja, wie der ,^8oss. Ztg." aus dem Haag berichtet wird, öffentliche Vorlesungen der Buren-Generäle in keinem Falle zur Ausführung kommen. Daß die Bevölkerung die Führer der tapferen Männer, denen im südafrkanischen Kriege sich die Bewunderung zuwendete, bei ihrem Erscheinen herzlich, vielleicht stürmisch begrüßt — das wird man wohl nicht als eine antienglische Temonstration auf fassen können. Und sind etwa in England die gegen Deutschland gerichteten Demonstrationen verhindert worden? Niemand hat daran gedacht, erregten Versammlungsrednern ins Wort zu fallen. Noch mehr: in England selbst sind die Buren-Generale mit Sympathiekundgebungen von der leicht beweglichen und leicht gerührten Menge geradezu überschüttet worden. Tie irischen Elemente, die daran teilnahmen, hatten dabei zweifellos die Absicht der „Demonstration". Bon einem Einschreiten der Behörden wurde nichts berichtet. Die Regierung wird nicht englischer fein wollen, als man es in England ist. Macht sich der Enthusiasmus Luft bei dem Besuch der Buren-Generäle, so ist das ein frischer Ausdruck der Empfindungen, dem man am besten nicht sich entgegenstellt, weil dadurch gerade Opposition geweckt wird, liebet Imbun gen richten sich selbst, außerdem ist die allgemeine Stimmung England gegenüber seit dem Friedensschluß allent- hchben ruhiger, maßvoller geworden. Amsterdamer Depeschen sprachen von einem Bruch zwischen Reitz, Krüger, Leyds und den Generälen. Nach oer ,Hranks. Ztg." soll dies eine irrige Kombination sein. Die verantwortlichen Buren im Haag sollen bereits vor Ankunft der Generale die versöhilliche Politik adoptiert haben, welche Botha, Tewet und Telarey jetzt ebenfalls betreiben. Der Verkehr zwischen den Generälen, Wessels, Reitz, Leyds u. s. w. sei der heEchste. Am Freitag gehen die Generäle nach Antwerpen, Samstag nach Brüssel. In der folgenden Woche ist beabsichtigt, die Hauptstädte der noch nicht besuchten Provinzen Hollands zu bereisen, worauf sie wahrscheinlich nach Deutschland gehen werden. Pelletans Rückzug. Wie zu erwarten war, ist dem französischen Marineminister, oer uns recht lebhaft an den famosen Operetten» General Bombardon in Jacques Offenbachs,/GrvßHerzogin von Gerolstein" erinnert, vor seinen eigenen Worten bange geworden. In einer neuen Rede, die er jetzt in Diserta gehalten hat, erklärte er feierlich, daß es ihm fern liege, Politik zu treiben, und daß seine Auslassungen unrichtig verbreitet worden seien. Ob diese Einkehr ganz freiwillg geschehen ist, kann bezweifelt werden im Hinblick auf die Pariser Blättermeldung, woonach auf einen Schritt des italienischen Botschafters bei dem französischen Minister des Auswärtigen Delcasss Ministerpräsident Eombes sich beeilt hat, seinem redefrohen Flottenminister überaus scharfe .Vorstellungen wegen seiner Rede in Ajaccio zu machen. Infolgedessen mag Pelletan eingesehen haben, daß es angebracht und nützlich fein müßte, friedlichere und besonnenere Töne anzuschlagen. Auf einem Bankett im republikanischen Klub hielt der Marineminister eine Rede, in der er aus führte, daß er nicht gern über Politik spreche, denn man lege ihm Worte in den Mund, die er nicht gejagt habe. So habe er auf Corsica von Italien gesprochen, und da habe man ihm, einem der ältesten Freunde Italiens in Frankreich, der zur Zeit der zwischen beiden Ländern bestehenden Spannung erklärt habe, daß ein guter Teil der Schuld daran auf Frankreich falle, ihm, der schon zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges in Italien stets für ein Eingreifen Frankreichs gewesen wäre, ihm habe man eine aggresive Haltung gegen dieses Land zugeschrieben. Von Politik zu sprechen, fei also gefährlich. Er wolle indessen erklären, daß die Regierung die Verwirklichung ihres republikanischen Programms entschieden weiter betreiben werde. Die Republik müsse eine solche der Arbeiter fein, daher eine sozialistische und nicht kollektivifche. Die Zeit des KollEivismus sei noch nicht gekommen und werde niemals kommen. Pelletan berührte alsdann die religiöse Frage und hob hervor, der gegenwärtige Kamps setze ihn nicht in Erstaunen; er habe nichts gegen die Religion; man müsse, so denke er, der Religion alle Freiheiten gewähren, mit Ausnahme derjenigen, die Freiheit eines anderen zu verkümmern. Was die Freiheit des Unterrichts betreffe, so sei er der Ansicht, daß die Kongregationen, die nicht gewöhnliche Vereinigungen seien und von ihren Mitgliedern das völlige Aufgeben ihrer Freiheit, ihres Willens und ihrer Persönlichkeit verlangen, kein Recht hätten, den Unterricht für sich zu beanspruchen. Tie französischen Regierungsblätter, und das ist bezeichnend, veröffentlichen letzt ausführlich alle für Pelletan ungünstigen Auslandstimmen. Es scheint, daß trotz der obigen freundlichen an die Adresse Italiens gerichteten Worte Pelletans der Minister Delcasss noch nicht versöhnt ist. Von der gesamten Presse des In- und Auslandes wird diese Entschuldigungsrede als noch kläglicher bezeichnet als die ersten Reden. Tas konservattve Wiener Vaterland schreibt: Wenn Pelletan nichts anderes zur Abschwächung der Provokation Italiens vorzubringen wußte, so hätte er besser geschwiegen. Auch die englischen Blätter behandeln diese Bankettansprachen mtt sarkastischer Geringschätzung und erllären sie für zu lächerlich und albern, um internationale Verwickelungen herbeizuführen. Deutsches Reich. Berlin, 17. Sept. Nach einer Meldung aus Cuxhaven wurden die Flottenmanöver, die wegen stürmischen Wetters abgebrochen werden mußten, wieder ausgenommen. Tie Garnison wurde alarmiert. Nach einem heftigen Feuergefecht durchbrach heute mittag zwischen 12 und 1 Uhr der Kaiser auf der ,Hohenzollern" an der Spitze des Angriffsgeschwaders die Sperren und nahm die Elbe. — Tie Manöver find beendet; die Flotte wird nach der Kritik a-upgelöst. Die Flotte mit der Kaiseryacht ,Hohenzollern" kehrte um 2 Uhr 30 Min. zurück irnb ankert in der Grödener Bucht. — Wir lesen ut dem unzuverlässigsten Berliner Blatt, der „Dtsch. Warte": Die Prinzessin Alice von Großbritannien, Tochter der Herzogin von Albany und Schwester des jugendlichen Herzogs Eduard von Sachsen-Koburg-Gotha, ist schon feit längerer Zeit ein ständiger Gast bei unserem Kaiserhofe. Wenn die Prinzessin mit ihrer Mutter in Potsdam in der Villa Jugenheim anwesend ist, fährt sie saft täglich nach dem Neuen Palais, falls dort das Kaiservaar anwesend ist. Ganz besonders hat die Kaiserin für die liebliche Prinzessin Sympathien und zeichnete sie schon bei manchen Gelegenheiten aus. Auch am letzten Sonntag nachmittag stattete die Kaiserin in Villa Jugenheim einen längeren Besuch ab. Vielfach ist darum das Gerücht verbreitet, daß die Prinzessin Alice als die zukünftige Braut für den Kronprinzen bestimmt sei. — Tie heute beendeten Sitzungen der Zentrumsfraktion über den Zolltarif, an denen 78 Abgeordnete teilnahmen, ergaben, tote bie „Germania" meldet, eine weitgehende Übereinstimmung in der gesamten Auffassung deS Zolltarifs und der allgemeinen Lage. Tie Fraktion stellte sich auf den Standpunkt, daß im allgemeinen an den Beschlüssen der Zolltarifkommission f e st z u h a l t e n sei. Der Antrag über die Verwendung der Mehrbeträge aus den Zöllen zur Begründung einer Witwen- und Waisen-Bersorg- ung wird von den Vertretern des Zeuttums bei der zweiten Lesung in der Kommission wieder eingebracht werden. — Beim Beginn der zwetten Lesung der Zolltarifkommission deS Reichstages am 22. d. Mts. wird der Mitgliederbestand ungefähr derselbe sein, wie am Anfang der ersten Lesung. Die einzelnen Fraktionen gedenken wegen der Wichtigkeit der Beratung ihre ersten Kräfte ba#u zu entsenden. — Wie heute verlautet, soll die Subkom- rn i s s i o n am Donnerstag zusammen treten, um der zweiten Lesung der Zolltarifkommissivn die Wege zu ebnen. Die Beratungen dürften aber insofern keinen großen Wert haben, als die entscheidenden FraktionKsitzungen der Konservativen und Deutschen Reichspartei erst am Samstag stattfinden werden. Norderney, 17. Sept. Ter Minister des Innern, Frhr. v. Hammer st ein folgte einer Einladung des Reichskanzlers Grasen v. Bülow zu Tisch. Gnesen, 17. Sept. Ruchlosigkeiten werden gegen die Plakate, auf denen sich die Ansprache des Kaisers gedruckt befindet, verübt. Fast sämtliche in der Stadt Gnesen an den Plakatsäulen angebrachten Plakate sind, obgleich sie ganz oben Angebracht sind, abgerissen oder mit einem Stock oder Schirm durch st osten. Posen, 18. Sept. Was ist hier gegentlich des Ab»- bruches der Kaisertribüne am Berliner Thor aus- gegraben worden? Nach verschiedenen Berliner Zeitungen fand man „eine Blechbüchse, gefüllt mit Tynarnit und Kugeln und dabei eine Lun re". Nach der „Posener Ztg." war es eine „kleine Quantität einer harmlosen Materie, welche die Installateure der elektrischen Beleuchtungsanlagen an den Obelisken gebraucht hatten". Nach den „Posener Neuest. Nachr." war es am Samstag ein „mit Pulver gefülltes Loch". In der nächsten Nummesr desselben Blattes hatte sich das „mit Pulver gefüllte Loch" in „kleine Bleistückchen" verwandelt, die dort gefunden wurden. Nach einem anderen Blatte war es nichts weiter als ein „Pöstchen Schrotkörner, die einem Monteur entfallen waren und in die Höhlung hineingerollt sind". Nach der „Posener Morgenztg." war es „tatsächlich" ein Loch mit Pulver gefüllt. Tie „Posener Morgenztg." schreibt unter dem Titel: Eine neue Tatarennachricht: „Wahr ist nur, daß in dem gegrabenen. Loch Pulver gefunden wurde." Nach einer d'eutschen Posener Provinzzeitung waren es „Pulver und Schrotkörner" zusammen. Nach auswärtigen Blättern hatte man in dem Loche allerhand ominöse Gegenstände gefunden. Was war nun wirklich in dem Loche? Heer und Flotte. Am 22. und 23. Sept., nach Beendigung der Manöver des 18. Armeekorps, findet unter Leitung des kommandierenden Generals vom 18. Armeekorps, von Lindequist, Lei Birst ein im Kreise Gelnhausen noch eine interessante Angrnfsubung mit schwerer Artillerie, verbunden mit Scharsichießen, statt. An diesem Angriff, bezw. dem Scharfschießen sind beteiligt: ein Bataillon Infanterie, ein Feld- Artillerie-Regiment und ein Regiment schwerer Feldhau- bitzen. Angriffsobjekt wird wohl der im Kreise Büdingen liegende sogenannte „Galgenberg" jein, der L Zt. durch Pioniere befestigt wird. Als militärische Zuschauer sind eine größere Anzahl Offiziere geladen. Den Angriff leitet Generalmajor v. Viebahn, Kvwrnand. der 50. Jnf.-Brig., die Verteidigung ftchrt Oberst Frhr. Rüdt v. Collenberg, Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 115. Das Regiment schwerer Feldhaubitzen wird formiert aus den Fun-Artillerie-Regimentern Nr. 3 und 9. Stad und L Bataillon Feldhaubitzen-Regiments stellt das Fuß-Art.-Regt. Nr. 3, das 2. Bataillon des Fuß-Art.-Regt. Nr. 9. Die Formation des L Bataillons hat am 15. d. M. in Mainz begonnen, die Formation des 2. Bataillons findet vom 17. September ab in Hanau a. M. statt. Die geladenen militärischen Zuschauer nehmen während der Uebungstage im Kurhotel zu Bad Orb Quartier. Ausland. Haag, 17. Sept. Prinz Heinrich der Niederlande, der Gemahl der Königin Wilhelmina, ist zur Fortsetzung seiner Kur nach Aachen zurückgekehrt. Paris, 17. Sept. Der Generalgouverneur von Mada- gascar erstattete gestern Bericht über die Ansiedelung von Buren in Madagascar. Danach soll die Zahl der Buren, die sich dort niederzulassen gedenken, ziemlich beträchtlich sein. Es werden bereits große Vorbereitungen zum Empfange getroffen. Man glaubt nicht, daß die Einwanderungen diplomatische Schwierigkeiten machen werden. Die französische Regierung wird die Ansiedelung unter der Bedingung gestatten, day die Buren französische Unter- thanen werden. — Der^Kövig von Portugal wird in den ersten Tagen des Oktober zu einem sechswöchentlichen Aufenthalt hier eintrcf, en. Der König Wirch alsdann voraussichtlich auch dem König Eduard einen Besuch abstatten. Peking, 17. Sept- Der ameritamsche Gescutttte Conger übergab denr Auswärtigen Amte am 2. August 1902 einen geschriebenen Brief Dr. Canrights, der als Missionar in Chengtusu in der Provinz Szerschwan thätig war. Dieser flieht eine Schilderung von der Niedermetzelung der eingeborenenChriftenim Juli 1902. über die bereits bereits telegraphisch berichtet würbe. Canright sagt darin, daß elf Christen durch Boxer getütet wurden. Die chinesischen Beamten weigerten sich, gegen die Feindseligkeiten Maßregeln zu ergreifen. Die Missionare wurden damals durch Soldaten bewacht. Nach einem jüngst aus- gegebenen Telegramm Canrights verschlimmerte sich die Lage noch, Washington, 17. Sept. Die Regierung hat ein in äußerst scharfem Tone gehaltene Note in Bukarest über» reeichen lassen, welche gegen die gegenüber den rumänischen Juden getroffenen Maßnahmen protestiert. Amerika sieht in dem Verhalten der rumänischen Regierung eine Verletzung des Berliner Vertrages und wird die Protetz- uote allen Unterzeichnern desselben zustellen. Kolouialpost. Für die Konstruktion geeigneter Maschinen zur exportfähigen Bereitung der Produkte der Oelpalme setzt das Koionialwirtschaftliche Komitee einen Geldpreis von 1500 Mark aus. Zu Versuchen der sich bewerbenden Fabriken sind dem Komitee durch das Auswärtige Amt, Kolonialabtellung, genügende Mengen Oel- palmensrücyte zur Verfügung gestellt. Ueber die Expedition des Oberstleutnants Pavel nach dem Tschadsee berichtet das „Kol.-Bl.": Aus dem von Oberstleutnant Pavel über (einen Zug nach dem Tschadsee erstatteten vorläufigen Bericht, datiert Ga- rua, 8. Juni 1902, ist zu entnehmen, daß die von dem Kominanoeur der kaiserlichen Schutztruppe befehligte Expedition am 26. März von Garua abmarschiert ist, die Ngollo- und Lebelebaberge unter Gefechten durchquert, Ditao am 21. April uttd den Tschadsee am 3. SDlai erreicht hat. Der Rückmarsch wurde den Logo entlang über Karnak-Logon nach Mama genommen. Dte Wiederankunft in Garua erfolgte am 7. Juni- Dem Sultan wabern von Jo la wurden in den Ausläufern der Mandaraberge westlich von Nlarua zwei Niederlagen beigebracht, ohne daß es jedoch gelungen roäre, ihn gefangen zu nehmen. In Dikoa wurde eine sranzüsifche Garnison — Kapitän Tangevill mit einem weißen Unteroffizier und 50 Spahis — vorgesunden. Diese wohnte der feierlichen Hissung der deutschen Flagge bei und zog hierauf auf französisches Gebiet ab. Weitere französische Garnisonen in Kusseri und Gulfei zogen beim Nahen Der Expedition gleichfalls ad. Die Engländer verhindern von Englisch-Bornu ans den Handel mit Deutsch-Bornu, indem sie den von Norden tommenben Handelslarawanen den Uebcrtritt auf deutsches Gebiet verwehren. Sie haben ferner durch allerlei Versprechungen den Sultan Gentail veranlaßt, mit seinem Volle aus Dikoa auf englisches Gebiet uberzusiedeln. Von Seiten Pavels wurde hiergegen energischer Protest bei den englischen Behörden eingelegt. Dikoa und Garua erhielten deutsche Garnisonen, und zwar Dikoa 50 Mann unter Oberleutnant v. Bülow und Garua 50 Mann unter Oberleutnant Dommil. Obersileulnont Pavel trat am 8. Juni b. I. von Garua aus den Rüctmarsch zur Küste an und ist Mitte August in Duala eingetroffen. Das Hinterland von Kamerun i|t nun thatsächlich in Besitz genommen, lieber das weitere Ergebnis der Expedition, über die politische und wirtschaftliche Lage des ^schadsee- gebietes wird jiä) ein Urteil erst gewinnen lassen, wenn der von Oberstleutnant Pavel in Aussicht geftetlte euigehende Bericht hier vorliegt. AuS einem Bericht des Gouverneurs von Teutsch-Süd- westafrila, datiert Wliidhoek, den 17. Juli 10, geht hervor, daß Die bisher bestehende Heliographenlinie naaj Gideon nunmehr bis Kcetmanshovp ausgedehnt worden ist. Bon jetzt ab ist mithin über Wilidhoek eine telegraphische Ver- dindnng bis nach dem zuletzt genaniiten Orte hergestellt. Aus H1M unb ^unb. Gießen, den 18. Sept. 1902. Mitteilungen aus bent Publikum werden gern entgegengenommen und annernennt honoriert. •• Personalien. Ter Regierungsassesior Haberkorn, welcher mit Aushilfeleistung bei der Provinzial-Direktion und dem Kreisamt Gießen beauftragt wurde, ist hier eingetragen und hat den Dienst bei genannter Behörde abgetreten. — Während deS AufenthalleS des Großherzogs iu Friedberg ist der TislriktSkommandeur des Gendarmeriekorps Oberhessen, Oberstleutnant Frhr. v. Norm an n, nach Friedberg abgereist. Er trifft voraussichtlich am SamStag hier wieder em. v. Personalien der Handelskammer. Ter Posten eines Sekretärs der Großh. Handelskammer Gießen, welcher dem Herrn Vogel seinerzeit nur provisorisch übertragen worden war, ist nun definitiv besetzt. Die Kammer hat die Stellung einem ersten Fachmanne, dem Herrn Dr. Knipp er, einem geborenen Oberhessen, übertragen, der schon gegen Ende dieses Monats das Amt übernehmen wird. Dr. Knipper war zuletzt zweiter Sekretär der Handelskammer zu Halle a. d. Saale und vorher in Diensten der Aeltesten der Kaufleute zu Berlin thätig. Die Doktorarbeit unseres neuen Handelskammersekretärs, die das Verbot resp. die Beschränkungen des Börsen-Terminhandels zum Gegenstände hat, und die seinerzeit in den Schmoller- schen Sammelhesten für Sozialpolitik Aufnahme gefunden, hat weitere Kreise auf Dr. Knipper aufmerksam gemacht. * • Marktbericht. Die Marktberichte des „Gieß. Auz." haben von jeher die größte Anerkennung gefunden und der ländlichen Bevölkerung in vielen Fällen neue Absatzgebiete erschlossen. Es liegt deshalb im Interesse der Landbevölkerung, den „Gieß. Anz." wiederum rechtzeitig zu abonnieren, um eine verspätete Zustellung nach dem 1. Oktober zu vermeiden. Bei der großen Auflage des Gießener Anzeigers — sie ist bei weitem die höchste von allen Zeitungen in Ober- Hessen — haben selbstverständlich anch Inserate den größten Erfolg. * * ßu den Landtagswahlen. Die Centrumspartei hat nach dem „Mainz. Journ." die Aufstellung der Kandidaten in den für sie in Betracht kommenden Wahlkreisen meist vollzogen. In den Wahlkreisen Ober-Ingel- heim-Finthen und Bingen-Stadt kandidiren die bisherigen Centrums-Abgg. Dr. Frenay und Redakteur Pennrich wieder. Im Wahlkreise Dieburg-Groß- Umstadt, den bisher der antisemitische Abg. Ohl vertrat, hat das Centrum den Verwalter Uebel-Dieburg aufgestellt. Im Wahlkreise des nationalliberalen Abg. Heid en reich, in Wald-Michelbach-Fürth kandidirt für das Centrum der Pfarrer Blum-Ober-Abtsteinach. Die Proklamirung des Kandidaten für den früher vom verstorbenen Abg. Wasserburg und während der letzten Legislaturperioden durch einen Sozialisten vertretenen Wahlkreis Offenbach-Land, für welchen Bürgermeister Lammert in Bürgel allerseits vorgeschlagen wird, soll in den nächsten Tagen endgiltig erfolgen. Aus Offenbach wird uns noch gemeldet, daß von der national- liberalen Partei und dem Centrum Oberbürgermeister Brink als Kandidat aufgestellt worden sei. Bezüglich der Kandidatenfrage in der Stadt Mainz, sowie der Stellungnahme der Centrumspartei in anderen Wahlkreisen steht die Entscheidung noch aus. Auf dem am 12. Oktober in Mainz stattftndenden allgemeinen hessischen Katholikentag wird seitens der Centrums-Parteileitung auf Grund des in den nächsten Tagen erscheinenden Rechenschaftsberichts der Centrumsfraktion des hessischen Landtags die Stellung der Partei zu den Landtagswahlen näher dargelegt. • * Schloßfreiheit - Lotterie. Bei der heutigen Ziehung flel ein Gewinn von 20 000 Mk. auf Nr. 4411 (nach Offenbach), zwei Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 3971 (nach Darmstadt), Nr. 20156 (nach Bensheim), zwei Gewinne von je 3000 Mk. auf Nr. 14760 und 18709 (beide nach Mainz), Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 8220 (nach Mainz), 472 (nach Worms), 10553 (nach Mainz), 20187 (nach Mainz), 20566 (nach Mainz), 21234 (nach Karlsruhe); Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 1486 3290 4230 6142 7061 10806 13900 18129 22792 24097; Gewinne von je 500 Mk. auf Nr. 2141 2529 8443 6007 6369 6593 7231 7546 8454 9477 11416 13439 15061 17900 18694 19761 20986 22962 23206 23591 28791 24229. (Ohne Gewähr.) * * Stadttheater. Das Mitglieder-VerzeichniS des hiesigen Stadttheaters für die bevorstehende Saison gelangt in den nächsten Tagen zur Verteilung. Es verzeichnet außer den vorjährigen Mitgliedern (Herren: Faber, Gerlach, Ram- seyer, Zober; Damen: Frl. Feige, Frau Jenny) folgende neuengagierte Kräfte: Marga Brücker vom Obcrschles. Volkstheater in Königshütte, Sophie Egard vom Stadttheater in Wesel, Adelheid Mannstäbt von Wiesbaden, Lina Schmidt vom Stadttheater in Beuthen, Lieschen Sieg vom Stadttheater in Heidelberg, Käthe v. Stahl-Bünau vom Stadt- theater in Elbing, Johanna Steinert von Gera, Martha Swoboda vom Residenztheater in Dresden; Herren: Hans Sättige vom Stadttheater in Düsseldorf, Fritz Becker vom Hoftheater in Oldenburg, Willy Brosch vom Stadttheater in Freiberg i. Sachsen, Oskar Heypertz von Köln, Christian o. Stahl vom Stadttheater in Elbing, Otto Steinert vom Hoftheater in Detmold, Fritz Töpfert vom Stadttheater in Bremerhaven, Konrad Wallmüller. V. Vom Bahnhofsumbau. Tie Einrichtung einer Zentralweichenstellung auf unserem langgestreckten Bahnhöfe, welche in ihrem wesentlichen Teile der Firma Zimmermann & Buchloh-Berlin zur Ausführung übertragen war, ist nach zweijähriger Arbeitzeit nunmehr beendet. Aus 13 Stellwerken wird nunmehr die gesamte Weichenstellung auf unserem ca. 9 Kl. langen und ziemlich breiten Bahnhof besorgt. Wir erfahren übrigens, daß der gleichen Firma die Zentralweichenstellung auif den Stationen der Strecke Gießen-Fulda übertragen wurde, und daß die bisher in Gießen beschäftigten Monteure vorerst in unserer Provinz weiter thätig bleiben werden. ** Vom Arbeitsmarkt. Das Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Industrie, soll, wie wir der „Franks. Ztg.^ entnehmen, neuerdings an die Großh. Kreisämter em AuSschreiben gerichtet und um eingehende Berichte über die derzeitige Lage des Arbeits- markteS sowie über die Produktions- und Arbeitsverhält- nific und die Lebenshaltung der Industriearbeiter ersucht haben. Dabei soll, dem genannten Blatt zufolge, hauptsächlich ermittelt werden, ob und in welchen Industriezweigen Arbeiterentlassungen eingetreten, ob Feiertage oder Kürzungen der tägi.chen Arbeitszeit eingeführt sind und ob eine Zu- oder Abnahme der Arbeitslosigkeit für den kommenden Winter im Vergleich zum Vorjahr zu gewärtigen ist. Ferner wünscht daS Ministerium Bericht darüber, wieweit in günstiger Sage befindliche Industrien im stände sein werden, den au6 anderen Betrieben wegen ArbcitSmangel ausscheidenden Arbeitern Beschäftigung zu gc* währen, und welche Maßnahmen jetzt schon in Vorschlag gebracht werden können, um einer etwaigen Arbeitsnot zu begegnen. g. Aus dem Manöver der 25. (hessischen) Ti Vision schreibt man uns aus Friedb erg vom 17. Sept.: Heute Mittwoch ist großer Ruhetag. Am Montag fand das Haupttrefsen zwischen Södel, Wölfersheim, Rockenberg ynd Melbach statt. Tie 49. Brigade zog sich dabei südwestlich zurück. Abends wurde Biwack bezogen und zwar lagen bei Dorheim, Schwalheim, Rödgen die 115er, 116er und Tragoner. Tie Feldwachen ftanoen etwas nördlich. Dienstag früh wurde das Gefecht wieder ausgenommen; obige Regimenter marschierten mir den 168ern nördlich über Rödgen die Wetter hierauf nach Steinfurt zu, es galt die Brücken über die Wetter für ein angenommenes nach ruckendes Armeekorps gegen bü 50. Brigade zu verteidigen, welche von Osten heranrückte. Ein lebhaftes Gefecht entspann sich bei Steinfurt, der feindliche Infanterie-Angriff wurde abgeschlagen, da die Artillerie eine sehr gute Stellung hatte. Auch die feindliche Kavallerie griff ein, wurde aber ebenfalls zurückgedrängt und von unserer Kavallerie vollständig zurückgeschlagen. Tas Gefecht war beendet, und die ganze Tivision hat in der Gegend Obermörlen, Bad-NaUt-eim, Friedberg, Ober-Nosbach heute Quartier. Morgen beginnt der gemeinsame Angriff gegen die 21. Tivision, die südöstlich liegt. Bei günstigem Wetter ist Tienstagabeud Divisions- biwak zwischen hier, Assenheim bis nach Altenstadt zu. Hier und in Nauheim liegen heiue je ca. 4000 Mann im Cuariier. Im Hotel Trapp (Friedberg) liegen: der Tivisionstomman- beur Frhr. v. Gall, Oberst v. Schmidt, Kommandeur der Kov.-Brigade und Oberstleutnant Frhr. v. Zedlitz- Gießen. )(. B a fi n b a u Butzbach- Lich. In der am 11. d. M. zu Gießen im Hotel Prinz Karl abgehaltenen Vertreterversammlung der an dem Bahnbau beteiligten Gemeinden wurde daS von den Gemeinoen Eberstadt, Birklar, Sich, sowie von Fürstlich Licher und Gräflich Laubacher Seite aufgestellte neue Projekt, demzufolge die Bahn bei Münzen berg das Wetterthal verlassen und von dort über Eberstadt, Hofgill, Muschenheim und Birklar nach Lich weitergeführt werden sollte, endgiltig verworfen, da sich diesem Plane infolge der starken Steigung allzugroß» technische Schwierigkeiten entgegenstellen würden. Es bleibt also das bereits abgesteckte Projekt, nach dem die Bahn mit kleinen Abweichungen fast ausschließlich das WeUer- thal benutzt, bestehen. Auch daS wunderschön gelegene Arnsburg mit seiner idyllischen Ruhe wird nicht belästigt, indem es von der Bahn in großem Bogen umgangen wird. Tamit ist das größte Hindernis aus dem Wege geräumt, allen Sonderwünfchen Rechnung getragen, und es wird mit dem Bahnbau, nachdem die Prüfung durch den Landespolizeikommissar stattgefunden und ministerielle Genehmigung erfolgt, baldigst begonnen werden. '* Zum Eisenbanunfall in Lollar. Der Materialschaden, der durch das Auffahren des Schnellzuges auf einen im Geleise stehenden leeren Wagen verursacht worden ist, beträgt nach den neuesten Feststellungen nur etwa 3000 Mark, nicht 15 000 Mk., wie von verschiedenen Blättern gemeldet wurde. Der Beamte, desti zuerst die Schuld an dem Unfall zugeschrieben, und der deshalb zunächst vom Außendienst fort versetzt wurde, hat jetzt seine frühere Thätigkeit im äußeren Dienste wieder aufgenommen. Es ist daher anzunehmen, daß die vorläufige Untersuchung zu feinen Gunsten ausgefallen ist. *• Der Bankiertag in Frankfurt wird, wie wir hören, van der hiesigen Handelskammer nicht beschickt iverden, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß eine Einladung an die hiesige Handelskammer nicht ergangen ist. Dagegen ist in Privathandelskreisen das Interesse an dem Bankiertag sehr groß und es ist anzunehmeu, daß einzelne Herren aus der hiesigen Geschäftswelt an dem Bankiertage teilnehmen werden. ** Es wirb immer unheimlicher! Nun sind auch schon im nördlichen Bayern, unb zwar im oberen Maingebiete, starke Erberschütterungen aufgetreten. Wie aus dem Fichtelgebirge gemelbet wird, wieber- yolten sich bie Erberschüiterungen bei sechssekunbiger Dauer mehrfach unter heftigen Stößen. Die Temperatur ist bort auf ein Grab gesunken. G. Frieb b erg, 17. Sept. Der Großh erzog, Prinzessin Elisabeth unb bie übrigen hohen Gäste fuhren heute vormittag 8.20 Uhr mittels Extrazug über Gießen nach Romrod und kehrten um 4 Uhr naajm. roieber hierher zurück. Am Bahnhof stand trotz des Regens eine zahlreiche Menschenmenge, bie ben Großherzog lebhaft begrüßte, wofür er durch Schwenken seines Hutes batikte. Er trug grauen Tuchanzug, gelbgrünen Paletot und schwarzen Hut. Nach lurzem Aufenthalt in Friedberg fuhren bie hohen Herrschaften nach Bad Nauheim (s. o.). Morgen begeben sich bie hohen Herrschaften roieber ins Manöver. r. Hungen, 18. Sept. Ein Unhold der gefährlich st en Art wurde gestern nachmittag hier fest genommen. Ein in der Brikettfabrik bet TraiS-Horloff beschäftigt gewesener Bergmann, der erst heute morgen wegen Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, überfiel eine alte kränkliche Frau, mißhandelte und vergewaltigte sie. Ter rohe Patron wurde dann später m einer Wirtschaft in TraiS-Horloff entdeckt und versuchte nun zu fliehen. Er wurde aber eingeholt unb verhaftet. d. Groß-Eichen, 17. Sept. Der Fischereipächter Georg Philippi 11 von hier fing jetzt seit zwei 'Monaten den dritten Fischotter an ein und derselben Stelle. Ter Fangplatz liegt direkt am oberen Ende eines Wehres, baS zur Wadenhäuser Mühle gehört. Ta gerade gegenüber die Ilsbach liegt, so scheint diese Stelle ein bevorzugter Wechsel der Jischotter zu jem. Der gefangene Otter, der eliuafl leichter rote seine beiden Vorgänger i|t, war em Muttertier. Vorhandene Zeichen ließen auf zwei Junge schließen, ivelche kurz vor dem Fange gesäugt zu haben schienen. Daß sich der Pächter der Fischbach den Otternfang so angelegen sein läßt, verdient volle Anerkennung. Tie früheren beiden Otter- balge verwertete er das Stück |iir 14 Mk., außerdem erhielt er noch 12 Mk. Prämie aus der Staatskasse. Somit bringen ihm die drei Otter einen Betrag von 60 Mk. em. Ter Nutzen für die Fischpächter der hiesigen und auch der Nachbarbäche ist aber gewiß noch wett größer. rg. Vom oberen Vogelsberg. Am nächsten Sonntag treffen hier der Großherzog unb der Fürst von ^lienburg-Birstein zum Beiuch em. Von Bierstern auS, wo der Graßherzsg schon am S-am-tag cmlrifft, geht bie Fohttt über ixe £mc Fischborn, WujiwiUenroch, Lichen- 23,09 Seemeilen in der Stunde. 1873 September Wetter 6 Regen 1 Sternhll. Hirn. Bed. Himmel Höchste Temperatur Niedrigste „ 16. Sept, bis 17. Sept. vom 16. 17. überaus kurzen . Die erreichte 744,1 747,6 760,7 16,9° C 8,4° C SW. bbW. 8. S CD o 3-^ 55 ei > bieW^ihiat ^eti etoüa5Er'.. U6er wieder L nördlich. :n 168ern’?Snitllc>‘‘ W die ■’Äf'w 5^5 Kommandeur ,tt W. b. z-dlif! ■'Jn der am u. z, $ Vertreter. JJ“ Ge. Birklar, Aaskch Laubackn die Ba^N R® und von dort l und Arllar nach Lich ^utig verworfen :en Steigung allzugroß! Men würden. Es bleibt t nach dem die Bahn schließlich bas Weller» derschün gelegene Arns« d nicht belästigt, indem rmaangen wirb. Tamit ‘ Wege geräumt, allen , und es wird mit dem trch den Landespolizei. stelle Genehmigung er« n Lollar. Der Ma. n des Schnellzuges aus agen verursacht worden Hungen nur etwa 3000 rfchiedenen Blättern ge« erst die Schuld an bem । zunächst vom Äußen« seine frühere Thätigkeit men. ö^i/t daher an« fying ju feinen Gunsten Märkte. rt. Nieder«Mooö, 16. Sept. Ter hier abgehaltene zweite diesjährige (auch letzter) Vieh markt sogenannter Herbst- markt, war in Rindvieh nicht befahren, in Schweinen dagegen mittelmäßig. Ter Handel war zwar ein sehr reger, doch zögerten die Käufer infolge der hohen Preise. Junge Feriel waren ziemlich da. Tas Paar kostete 8—10 Wochen alt 35—45 Mark. 10—13 Wochen alt 50—60 Mark. Es blieben viele Ferkel unverkauft. Es waren ferner noch Emlegeschweine aufgetrieben, die meistens verkauft wurden, da sie in nicht allzu langer Zeit schon schlachtsähig gemacht werden tonnen. Ter Preis war verhältnismäßig nicht hoch. Tas Paar kostete 100—125 Mark, bessere Qualität das Paar 120—145 Mark. Einige fette Schweine, welche aufgetrieben waren, gingen rapid ab. Manche wurden oUgemem (pro Kops) verkauft, die meisten jedoch nach Geivrcht. Tas Pfund Lebend-Geivlcht kostet 50 bis 53 Pfg., Schlachtgewicht pro Pfund 61—65 Psg. Zuchlschweine waren iticht da. Die Käufer waren im Allgemeinen zufrieden mit den Schweinekäufen, wenn auch hohe Preise gezahlt wurden. Maii spricht vorn Herabgehen der Schiveineflestchprelje, hat jedoch hier noch nichts davon ivahrgenorninen. Handel imb Verkehr. Vollii-wirtschasl. — Petroleum-Tankverkehr. Wie das Organ des deiltschen -andelstageö, die Zeitschrift „Handel unö Gewerbe" mitteilt, hat ite Handelskammer in Bingen es abgelehnt, die von der Handelskammer in Gießen gegen die Errichtung von Petro» leum-Lagereien und den bannt verbundenen direkten Verkehr der Leutsch-ainerikanlschen Pekroleum-Gejellschail mit den TetaiUlsten, en den Handeltnunister gerichtete Eingabe, zii unterftühen, und zwar unter dem Hinweis darauf, daß auS der seit Jahren in Kunst und Wissenschaft. Berlin, 18. Sept. Die „Voss. Ztg." hört, die Pariser Theaterfahrt deutscher Künstler sei auf den Herbst 1903 verschoben worden. — Sudermanns neuestes Werk „Sokrates derSturm- geselle" wird, dem Vernehmen nach, in dieser Spielzeit noch nicht auf der Bühne erscheinen. Hermann Sudermann war in den Monateii leibeiib und mußte die Arbeit an dem noch nicht vollendeten Manuskript einstellen. Auch setzt noch soll sich Sudermann angestrengterer Arbeit enthalten. Bis das Schauspiel vollendet ist, dürste es für die Aufführung in diesem Theaterjahre wohl zu spät roerbeit Das Stück spielt wieder in des Dichters ostpreußischer Heimat, und politische Motive klingen in das Schauspiel hinein. Paris, 17. Sevl. Einer Privatmeldung aus New-Pork zufolge soll Leutnant Peary nicht naher als bis zum 83. Grade 50 Minuten gelangt sein. Dagegen sollen seine Forschungs-Resultate von großer Bedeutung für Die arktische Wlssenschast fein. VnivrrMts-Uachrichten. rg. Darmstadt, 17. Sept. Die Technische Hochschule wieS im Winterhalbjahr 1901/02 einen Gesamtbesuch von 1803, im Sommerhalbjahr 1902 von 1733 Studierenden und Hospitanten aus. Der Staatsangehörigkeit nach entfielen auf das Großherzogtum Hessen 482 (432), auf die anderen deutschen Staaten 862 (883), auf das Ausland 459 (418) Personen. Rußland stellte von den letzteren das Hauptkontingent mit 211 (188) Personen. Je ein Studierender war u. a. von solgenden Staaten gestellt: Kolumbien, Trinidad, Uruguay, Australien, Japan, Ostindien und Persien. München, 17. Sept. Die 22. Versammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege wurde durch Prof. Frankel-Halle eröffnet und von Vertretern Der staatlichen und städtischen Behörden begrüßt. — Zum Nachfolger Vircho w's ist Prof. Marchand- Leipzig ausersehen, der entweder das Gesamtfach Virchoivs oder einen Teil Der Lehrkanzel übernimmt. Für Marchand ist Prof. L h i a r i - Prag in erster Reihe in Aussicht genommen. — Am 14. September starb in Burgsteinfurt der Geh. Berg- rat Prof. Tr. Rudolf ^in teuer von der Berliner König!. Technischen Versuchsanstatt, ein in weiteren Kreisen bekannter Gelehrter. — In 'M ü n et) e ii ist der Professor der Rechte Konrad v. 'Maure r im Alter von 80 Jahren geitorbcu. — Die Verhandlungen zwischen Der Deiltschen Regierung und bem Vatikan behuss Errichtung einer katholischen Fakultät in Der Universität zu Straßburg sollen einer Berliner Meldung zufolge augenblicklich noch schweben und bisher noch nicht tum Abschluß gediehen sein. Alan hege indessen Die Zuversicht, baß in nächster Zeit eine Vereinbarung zu stände kommt, welche reiben Teilen gleich genehm sein wird. rott), Bermuthshain, Grebenhain, Crainfeld, Hart- mannßhain, Herchenhain, Völzberg (preußisch), wieder zurück nach Birstein. Tie Erwartung der Bewohner ist überall groß und der Großherzog wird allgemein einen begeisterten Empfang finden. sd. Bürgel, 16. Sept. Wegen Sittlichk eitSver- gehen mit kleinen Kindern wurde gestern der Maurergeselle K. K. von Dudenhofen verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Frankfurt, 16. Sept. Die heutige Stadtverordnetenversammlung beschloß in Anbetracht der schleckten Lage des Geldmarktes, den Z in SfußsürSpar- etn lag en bei der städtischen Sparkasse von 3i/8 auf 3 pCt. herabzusetzen. Tie hiesige Polytechnische Gesellschaft, welche für 80 Millionen Mark Spareinlagen verwaltet, hat lürzlich den gleichen Schritt gethan. Die Versammlung beschloß fernerhin, den Elementarlehrern, die in der 4. Gehaltsllasse figurieren, sowie sämtlichen Lehrerinnen alljährlich die Kommunalsteuern (es handelt sich um 6 bezw. 25 Mk.) zurückzuvergüten und zwar so lange, bis eine endgiltige Regelung der Gehaltsverhältnisse erfolgt ist. g. Marburg, 17. Sapt. Ten Hauptgewinn der Pferdemarkt-Lotterie, eine Chaise mit 2Pferden, gewann der 10 Jahre alte Sohn des Gastwirts Lem - mer in Sichertshausen bei Fronhausen. a. Marburg, 17. Sept. Cine auf gestern abend einberufene Versammlung der Schneiderzwangsinnung, in der über den Antrag auf Aufhebung der Innung abgestimmt werden sollte, mußte vertagt werden, da sie nicht rechtzeitig, d. i. vier Wochen vorher bekannt gemacht worden war. W. Nach dem häufig noch gütigen Wahlgesetz von werden Wahlmänner und Abgeordnete auf 6 Jahre gewählt. Alle 3 Jahre fcheiDet Die Hälfte Der Abgeordneten aus unD für sie fin- Det eine Neuwahl statt. Eine nötige Ersatzwahl für einen abgegangenen AbgeorDneten für Dessen RestDienstzeit geschieht Durch Die- unter Berücksichtigung DeS ZeitunterschieDes in Der i Zeit von 5 Tagen 11 StunDen 57 Almuten zurück. Durchschnittliche GeschwmDigkeit betrug ~ ~ ntfutt TOVCb, TDU M x n\d)t beschickt werben, daß eine Einladung an langen ist. Dagegen isl ; an bem Bankieäag seht einzelne Herren aus bei ttage teilnehmen werben, vmlidiei! An finb Ä ün oberen schutterungen aus- i Msl-WdM D«r ;e Jemperatw T dck GroßheM» ~ hohen Aste «Ess Herrslhasle» * unh°-d wA: TraiS-HoE ■ 'Äli 7.7-8--' ,nd >L S'd- '^MN°d.- i * •? W el,eü nfltne c“1' gjlutt«1* '-Zs- i gonif 'M*bet Schiffslmchrichten. NorDDeut scher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirckenplatz. Bremen. 16. Sept. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter VostDampser .Hohenzollern", HpL O. Eüppers vom NorDDeutschen LloyD in Bremen, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Newyock angekommen. Der Tovpelschrauben-Schnellpostdampfer ^Kronprinz Wilhelm" Kapitän A. Richter vom 91orDDeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 2 Uhr morgens wohlbehalten in 9lem-9)ort angekonunen. „Red Star Linie" Antwerpen. Ter Postdampfer „Kronland" Der „ReD Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 14. September wohlbehalten in 9lew-Porr angekommen. sie eine (Garantie von 2500 Pfund stellen, während früher nur 300 Pfund. London, 18. Sept- „Daily Mail" meldet aus Sidney: Zwischen der Bundesregierung und Neu-Süd- Wales sind Differenzen entstanden. Die Bundes-Regierung, welche sich an den Landesverteidigungsmaßnahmen beteiligt hatte, behauptet, das Recht KU besi^en, die Festunas- und Schanzwerke im Hasen von Srdney militärisch zu besetzen. Die Behörden von Sidney lehnten diese Forderung ab. Auf die Erklärung der Bundes-Regierung, daß sie das Gebiet mit Gewalt besetzen werde, antwortete die Behörde von Sydney, daß sie die damit beauftragten Truppen entwaffnen würden. — AuS Bombay wird gemeldet: Englischen Blättern zufolge sind 12 Belage- rungs- und 18 Feldgeschütze sowie reichliche Munition durch eine d e u t s ch e F i r m a an die Adresse des Emirs von Afghanistan nach Peschawar abgesandt worden. Brüssel, 18. Sept- Das Befinden der Königin Henriette hat sich derart gebessert, daß dasselbe erwarten läßt, daß Die Krisis vorläufig überwunden ist. Die Königin konnte Nahrung zu sich nehmen und in einem Rollstuhle eine Ausfahrt in den Park unternehmen. Brüssel, 18. Sept. Es bestätigt sich, daß die Reise der Buren-Generäle zweifelhaft geworden ist, nachdem mehrere europäische Regierungen erklärt haben, de.ß sie keinerlei antiengltsche jlu Umgebungen dulden würden. In Burenkreifen herrscht eine sehr niedergedrückte Stimmung. Man setzt nunmehr alle Hoffnungen auf König Eduard unb glaubt, daß er den Vuren-Generälen befriedigende Erklär- ungen mit auf den Weg geben werde. Paris, 18. Sept. „6u)O de Parts" erfährt, daß nach längerer Beratung das internationale Komitee der Bergarbeiter beschlossen hat, den Sitz des Komttees nach Brüssel zu verlegen. Tas Komitee sprach sich energisch gegen einen Ausstand sranzösstcher Bergleute aus. — Dem „Matin" zufolge ist der Zusammentrttt der Kammer bereits auf den 14. Oktober anberaumt, um das Budget noch bis Neujahr erledigen zu können. Paris, 18. Sept. Der Handelsvertrag zwischen Frankreich und England ist um ein Jahr verlängert worden. Madrid, 18. Sept. In der Nähe von Jzurzu (Navarra) lieferten sich zwei Zigeunerbanden eine regelrechte Schlacht. Zwei Personen wurden getötet, drei verwundet. Das Militär mußte einschreiten. Elf Verhaftungen wurden vorgenommen. Rom, 18. Sept. Blättern zufolge soll der Advokat Murrt die Gattin des Hauptmamts Jmericv vom 12. Bersaglieri-Regiment mißbraucht haben. Ein Duell fand nicht statt. Graf Bonmartini ahnte bereits im Mai, wie er sich einem Freund gegenüber ausdrückte, daß, wenn er ermordet würde, sein Schwager der Thäter sei. Oedendurg, 18. Sept. In Felso Szakony wurde eine Gendarmerie - Patrouille von Zigeunern überfallen. Die Gendarmen mußten von der Waffe Gebrauch machen, wobei vier Zigeuner getötet und dreizehn schwer verletzt wurden. B u t a r e ft, 18. Sept. Die Häfen von Constanza und Mangalia sind für Provenienzen aus Odessa gesperrt. Alle anlonimenben Schiffe unterliegen einer Quarantäne. Die mit der Eisenbahn ankommenden Reifenden werden ärztlich beobachtet und einer Desinfektion unterworfen. Odessa, 18. Septbr. Vom 11. bis 18. September wurden sechs neue Pesterkrankungen konstatiert. Seit dem 10. Juni sind 24 Pestfälle festgesteM worden, von denen sechs tätlich verliefen. " M Telephonischer Kursbericht« Frankfurt n. H. 3l/s% Beioheanleihe . . 102.00 8% do. ... 92.35 8V,% Konsole .... 102.00 30/0 do. 92.25 3*/a% Heesen .... 100.40 8% Öberhessen . . . 99.70 4% Oesterr. Goldrente . . 103.45 4'/, 96 Oeeterr. bilberrente 101.35 496 Ungar. Goldrente . . 101.50 4°/, Italien. Rente . . . 103.00 4,/196 Portugiesen . . . 49.60 .1°/ Portugiesen 80.70 196 C. Türken .... —.— Türkenlose 128.00 4% Griech. Monopol.-Anl. 44.50 4*/i96 äussere Argentiner —.— 18. September 1902. 8u/o Mexikaner .... 26.75 47, /o Chinesen .... 91.70 Electric. Sobuckert . . . 89.10 Nordd. Lloyd . . , , —.— Kreditaktien .... 216.50 Diskonto-Kommandit. . . 187.80 Darmstädter Bank . . , 187.20 Dresdener Bank .... 144.00 Berliner Handeteges. . . 157.50 Oesterr. Staatebahn . . . 153.00 Lombarden .... 20.40 Gotthardbahn 176.50 Laurahütte ..... 198.75 Bochum ...... 181.70 Harpener 16540 Tendern: still. die Nerven ausübt täglichen Gebrauch? thuenden Einfluss auf Unübertroffen für den VAN HOUTENs CACAO ist ein ausserordentlich nahrhaftes Getränk, welches einen wohl- askocli- und Bade-Apparate Lyras, Lustres, Ampeln, Kronen modernen Stils Schirme, Tulpen, Cylinder, Biacker und Stifte. Glühstrümpfe haltbare und von höchster Leuchtkraft I. Qual. pr. 8t. 45 «j, pr. Dtzd. 4.80 X, pr. 100 8t. 36 JL II. „ 35 H, „ 3.60 JC, „ 28 JL Wasserleitungsartikel, Closets Elektrische Klingeln, Telephone, Feuermelder. Komplette Anlagen unter Garantie. Reparaturen. 6865 Carl Graf, Giessen 11 Kirchenplatz 11. Ladeneingang Schlossgasse. Eigene MeUlldreherei und ArBaaturen/abrikAtioa. M MM* M M»M. . 5. 6. 6853 Ltcherstraße 5. 7. 8. 9. Gute Küche zu Jeder Tageszeit. Weine nur erster Firmen. 6471 12. 'kalt zu vermieten. 6021 F5 Heinrich Montag 18. U. Wohnen jetzt 6121 21. 22. bet 23. 24. Din Versuch wird jeden von der Thatsache dieser Offerte überzeugen. 6481 27. 28. 29. »0. 81. 82. <_e, Ort und Haasenstein & Vogler, Sttt.-®eL Gießen, erbeten.6488 an ÄttlttMWG MMWMH In verlinuten Ihi vermieten t ■■ n c ■ 16. 16. 17. 18. 19. 20. 1902. Wieseck. 6466 bietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist der Straße nach Beuern. Großen-Buseck, am 17. Sept. 1902. Off- an 3: W bei Alten-Buseck an Stelle versteigert. Gießen, 18. Sept. Großh. Oberförsterei Weigand. Kropp's Zahnwatte hilft eloherl 6767] Die von Herrn Leumant Kretzschmar innegehabte, mit Zentralheizung verseh. Wohnung ist per 16. Oktober ds. IS. bezw. 1. April 1908 anderweit zu ver- Mit der Bitte um gütigen Zusprnoh zeichne Hochachtungsvoll 48/9 — 6200 qm Wiese an der GanSweide, 48/61 — 1481 qm Acker an der Lahn neben den Wiesen, 48/62 — 1481 qm Acker baf„ 42/29 — 681 qm Acker aus dem Sandseld, 42/80 — 662 qm Acker da., 6423] Mädchen für Küche und Haus, sowie auch Kindermädchen m- die Wiesen, 26/880,7," —888 qm Grab- garten daselbst, 26/808“/^ — 292 qm Grab- garten im untersten Riegel- Dmttriag, 25. Snrfraitt nachmittags 8 Uhr, werden auf bieftaem OrtSgericht WWMkNts Obst. Versteigerung. Mittwoch den 24. September, von vormitt. 9 Uhr an, soll das Obst der Gemeinde Orotzen-Bufeck, bestehend in bedeutenden Quantitäten Aepseln, sehr schönes Tafel- und Kelftrobst, und etwas Birnen, öffentlich meist- WagenMe Philipp Schwager Witwe nächst der Schulstraße. Billard preiswert zu verkaufen, unter .BtuardE schriftlich btt Hohl, 11. , 49/162 — 8462 qm Wiese an ber Steinkaute auf den Ernestine Höpfner Gründ ergerstrahe 17. 2. 8. L SyPthek von 12000 Mk. auf prima Objekt in der Nähe Gießens aufzunehmen gesucht. Offerten unter Nr. 04029 an die Expedition dieses Blattes. mm M. Seng. Aufträge werden GelterSweg 46 m Laden entgegengenommen. in. SO n Bachenheimer & Schaumberger, 22 Marburgerstraße 22. Anständiges Zimmer, möglichst m. Pension für Studenten za mieten Ml. Offerten unter L. 2648 au Haasensteiu <& Vogler K.»®., Straßburg, Elsaß.6476 sucht möbl. Zimmer mit ViU bürgerlichem Mittag- tu «beudtisch. Offerten uut. 04082 au die Expedition ds. vls. erbeten. Gvoßherzogl. Bürgermeisterei Großen-Bufeck. Schwalb. 6477 04046] Zither (neu) zu verkaufen. ItlictiU'Imhc Plakate! Aevfelmost, Rauscher, «epkel- tofttt, sowie alle anderen stet- vorrätig 6472 Nirntferei »IHM« Neuenweg 12. Melche LebenSvers.-Gesellsch.giebt ™ einem Raufen, ein Darlehen v. 600 geg. Gicherh.u. Lösung einer LebenS-Versich.-Police ob. welcher Privatmann gegen hohe Zinsen und pünktliche monatl. Rückzahl. Offert, unt. 6410 an die Gxpch. ßlaferflefelle Gebrauchte-, sehr gut erhalt, und neu bezogene- Beff. älterer Herr ober PkNW. ältere Dame können in guter Familie vorzügliche Pflege und Pension erhalten mit behaglich eingericht. Zimmer. Näheres VtSmarckstr. 86, I. 6409] Schöne Mansarden-Wohi ung nebst Zubehör per 16. DI zu vermieten. Bahnhofftr. 15. 6483] Vergamottbiruen jju verkaufen, k Pfund 15 Pfemng. Bahnhofstraße 57. Weg und die Lahn, 41/66 - 1660 qrntASK Acker und I 56»7.e — 8118 q™i5"p % Grabgarten »• FS 04043] LV Starker Handwagen zu verkaufen. Gerber, Schützenstraße 6. 04040] JJaft neuer Pariser Koffer, äußerst solid, mit 3fach. Verschluß, 2 Einsätzen, billig zu verkaufen. Neueu-Väue 17, ul Pensionat Zum Herbst können noch einige junge Mädchen in meinem Pensionat Aufnahnrn finden. Unterricht in allen deutschen 04084] Sch. 8-Zimmerw. m. Balk. u. all. Zu b eh. i. ruh. Lage i.anderw. zu vermieten. Näh. Asterweg 48. 6467] Brave», ordentliche- Mädchen sofort gesucht. Näheres in der Erped. b. ÖL 42/81 — 562 qm Acker da., 42/28 — 969 qm Acker da., 42/227,. - 707 qm Ho - raite auf dem Sanbfelb, 42/24'/,. — 1274 qm Miefe daselbst, 44/9 — 688 qm Acker auf den Fluthgraben am Weg, 44/10 687 Acker daselbst, 44/11 — 1400 Acker daselbst. 44/15 — 660 qm Acker auf den Fluthgraben, 25. „ 44/15» — o60 qm Acker bas., biese unter 1—25 genannten Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Morgen: 6426 StzVckchW §0 Pls- ganz, ferner: 26., 26/880"/ - 81 qm, 380“L - 18 qm, 830»,/,.. - 800 qm Hoftaum unb Hoftaite am untersten Riegelpfad auf gründliche Unterweisung im Haushalt, Kochen, Backen zu mäßigen Dreisen. Angenehme-, gesellige- Familienleben. Pensionspreis pro Jahr 700 Mk., pro Winterhalbjahr allein 400 Mk. 08929 Beste Referenzen. Anna Nover, Darmstadt, Grafenstraße 27. süchtige» junge» Mädchen, in Mafien Hand- sow. häuSLArbeiten erf., sucht z. 16. Oktbr. nach Gießen Stellung als Stütze ber Hausfrau. Offerten zu richten an Frl. Anna OechSner, Orlemünbe L Th .«.i, Für starke-, gefchirlteS Mädchen wirb Stelle gesucht. Alter 16 Jahre. Eintritt nach Ueber- einkunft. Gute Behandlung. Für Rückantwott und Porto sind 25 Pfg. erforderlich. [6479 S. Wallenstein, Schotten. Frankfurterstratze 31 ist die Mansardenwohnung, bestehend au- 6 Zimmern, Küche re. per sosott zu vermieten. Näh. bei «Uh. Plank, Bahnhofftr. 18. Wichtig für Schreiner! Wir offerieren Koöeköretter, schwedische, zu sehr billigen Preisen. 26 mm stark, 16 om breit. Besonders gisst Gelegenheitskauf in guta Thürenhal: 2 Zoll stark 0 Zoll brett, 2 Zoll stark 12 Zoll breit, !