Nr. 140 täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unioerf.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprcchanschlich Nr. 51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 18. Juni 1008 r> . Bezugspreis: monatlich 75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.—uiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pß auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. I 3>te heutige Kummer umfaßt 10 Seiten- Das Aaiferpaar in Bonn. Bonn, 17. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin sind heute morgen in Bonn eingetroffen. Die Fahrt ging Uimt Nürnberg auÄ über Würzburgs Mainz und Koblenz. Aus dem Bahnhöfe- waren der Kronprinz, Prinz und Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe, die Mitglieder des Korps Borussia, der Oberbürgermeister Spiritus und andere hervorragende Persönlichkeiten zur Begrüßung anwesend. Zu den Festlich^ ketten trafen u. a. noch ein: der kommandierende General des 8. Armeekorps Erbgroßh erzog Friedrich von Baden, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und von Sachsen- Weimar, die Prinzen Friedrich Heinrich, Joachim Albrecht und Friedrich Wilhelm von Preußen, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, Prinz Carl von Ratibor, Fürst Bismarck und der Fürst zu Fürstenberg. Der heutige Tag gehört in der Hauptsache den Königshusaren, der morgige den Borussen und der St,U- dentenschaft, aber alle Schichten der Bevölkerung Bonns und die ganze Umgebung feiern die Jubiläen mit. Um 11 Uhr vorm. fand auf der Hofgartenwiese die Parade des Husaren-Negiments König Wilhelm I. (1. Rheinisches) Nr. 7 statt. Nach dem 'Adretten der Front und einer Begrüßung des Regimentskommandeurs Oberstleutnants v. Hertzberg an den Kaiser, die mit einem dreifachen Hurra schloß, richtete der Monarch mit fester, klarer Stimme eine eindrucksvolle Ansprache an das jubilierende Regiment, deren Inhalt etwa folgender war: Er spreche dem Husaren-Regiment zum heutigen Tage seinen Glückwunsch aus: die 50 Jahre, die das Regiment rn Bonn gestanden hat, haben ihm Gelegenheit gegeben, sich einen Namen rn der Geschichte unserer Armee zu schaffen. Es ist innig verbunden mit der Stadt Bonn. Mit Stolz erzählt die Geschichte von seinen Thaten im Kriege. Die höchste Auszeichnung, die einem preußischen Regiment zu teil werden kann, ist ihm zu teil geworden, da Kaiser Wilhelm I. seine Chefftellc annahm und ihm seinen Namenszug verlieh. Euch — und dabei wies der Kaiser mit dem Marschallstabe auf die alten Husaren- Beteranen — „die Ihr unter dem großen Kaiser gefochten und gesiegt habt, verdankt das Regiment seinen Ruhm." Die Königshusaren hätten auch in der langen Friedenszeit in e'.rnster Arbeit gelernt, sich für den Krieg bereit zu hatten; der Kaiser hoffe, daß sie den Beispielen ihrer Regimentsgeschichte nacheifern würden, um, wenn es darauf ankomme, ihre Schuldigkeit zu thun. Nach Schluß der Parade ritt der Kaiser an der Spitze des Regiments nach der Sternenthor-Kaferne. Um 1 Uhr war Frühstück im Offizierkasino der Königshusaren, an dem der Kaiser teilnahm. Der Kaiser, der bei der Parade auch die Front des Vereins ehemaliger Königshusaren abgeritten hatte, begrüßte bei dem Frühstück eine große Anzahl früherer Offiziere des Regiments, darunter den Reichskanzler Grafen Bülow und den Generalobersten Freiherrn v. Los. Nach dem Frühstück kehrte er in das Palais Schaumburg zurück, wo er den Vortrag des Reichskanzlers entgegennahm. Bei der heutigen Parade über das Königshusaren-Regi- ment hatten auf dem rechten Flügel des Regiments die früheren aktiven Offiziere des Regiments (unter anderen Generaloberst Freiherr v. Loe, Reichskanzler Graf v. Bülow, die Generalleutnants v. Deines, v. Moßner, v. Winter- f zum Goldenen Stern, seiner früheren Korpskneipe, ab. ... Komische Tagesschau. Ein Denkmal der Stadt Berlin. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 17. Juni: , Y . Die Reichshauptstadt wird also wirklich dem seligen Herrn Simon Blad, der ein arger Lebemann gewesen, aber iestaimnlarisch große Summen für gemeinnützige Berlm vermachte, ein Denk m a l setzen! Bald witu v G - ergms; Stadtbaurat Hoffmann, bekannt durch den vom Kaise.r verworfenen „Märchenbrunnen", hat sich der nicht eben dankbaren Aufgabe unterzogen, den Wohlthäter im Bilde kommenden Zeiten zu überliefern. Der Erblasser hatte sich, sei es aus Vorfreude am Nachruhm, sei es aus Vergnügen an einem malitiösen Witz, em Denkmal „in ganzer Figur" als Gegenleistung für seine Schenkung ailsbedungen. Er mag dabei an eine Bildsäule in schöner und edler Pose gedacht haben. Aber das iväre ein bischen viel Ehre geivesen in der Stadt des Goethe-, des Schiller-, des Lessing- Denkmals. Herr Blad wird, wie die Blätter melden, zwar in ganzer Figur abgebildet — aber als Bronzerelief, in sitzender Haltung, auf einem Granitstein. Das Ganze ist als „Grabschmuck" gedacht. Immerhin wird dies originelle „Werk der Pietät" zu den Sehenswürdigkeiten Berlins zählen. Parlamentarisches aus Hessen. Ein Antrag des Mg. Köhler (Langsdorf) will im Wege der Aendevung des Gesetzes „den Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen vom 12. August 1896 betr.", den Erbauern und Besitzern von Gemeinden- und Privat- chausseen, Ersatz verausgabter Baukosten in Höhe von sieben Achtel sichern, für den Fall solche Chausseen in Kreisbesitz übergehen. Die Regierung erklärte^darauftzin, daß in Fällen, in denen der Neubau einer Straße aus gemeinschaftliche Kosten des Staates, der Provinz, des Kreises und der beteiligten Gemeinden nicht alsbald zur Ausführung gebracht werden soll, und in welchen daher die beteiligten Gemeinden oder Gemarkupgsinhaber sich entschließen, sämtliche Baukosten einstweilen selbst zu bestreiten, nichts entgegenstcht, daß beit Gemeinden oder Ge- markungsinhabern, welche die Gefamtkosten vorlagsweise bestritten haben, demnächst sieben Achtel dieser Kosten, nämlich die auf Staat, Provinz und Kreis gesetzlich entfallenden Kostenanteile, ersetzt werden. Es ist dies übrigens seither auch in derartigen Fällen schpn geschehen. Tre Gemeinden haben sich nur vor Beginn des Baues der Zustimmung des Kreises und der Provinz, sowie der Anerkennung der Ersatzpflicht derselben durch Einholung der Genehmigung des Gemeinderatsbeschlusses seitens des Kreistags und des Provinzialtags zu versichern. Der erste Ausschuß der Zweiten Kammer hält diesen Weg des Kostenersatzes für durchaus richtig und beantragt, den Antrag des Wg. Köhler (Laiugsdorf) für erledigt zu erklären. J-erner hat sich der erste Ausschuß mit der Frage der Förderung des genossenschaftlichen Verkaufs des Getreides und anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie ibier Errichtung von landwirtschaftlichen Getreidelager Häusern beschäftigt. Die Negierung will von der Einstellung eines Betrages für gedachten Zweck in den Entwurf zum Hauptvoranschlag 1902/03 einerseits mit Rücksicht auf die Finanzlage, anderseits aber um deswillen absehen, weil sie ein dringendes Bedürfnis für die Er- richttmg von Kornhäuscru auf Staatskosten nicht anerkennt. Dagegen würde die Regierung bereit sein, mit dem Verband der landwirtschaftlichen Konsumvereine wegen staatlicher Förderung des geirossenschast- lichen Getreideabsatzes in Verbindung zu treten, wenn seitens des Verbandes die Organisation der Angelegenheit in ähnlicher Weise in die Hand genommen werden sollte, wie dies int Großherzogtum Baden geschehen ist. Daraufhin hat sich denn auch der erste Ausschuß nach längeren Beratungen gezwungen gesehen, für Ablehnung aller bezüglichen Eingaben einzutreten. Der Abg. Backes beantragt, die Regierung zu ersuchen, möglichst bald den Ständen eine Gesetzesvorlage zu machen, welche die Ausbildung der israelitischen Religionslehrer, deren Anstellung und Besoldung zeitgemäß regelt. Die Regierung ist (bereit, die Materie gesetzlich zu regeln, da. sich schwere Mißstände gezeigt haben, und glaubt dazu auf Grund des Kirchensteuergesetzes befugt zu sein. Der erste Ausschuß ist mit der prinzipiellen Regelung der Frage einverstanden und empfiehlt, diese in der Richtung zu veranlassen, daß die gesamte jüdische Bevölkerung des Landes zur Dr a g u n g der Kosten verpflichtet wird. Er beantragt deshalb, dem Antrag Backes zuzustimmen. Deutsches Reich. Berlin, 17. Juni. Der Kaise r hat der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde in Metz die Reliefs und Pläne der Festungen Bitsch und Dietenhofen aus ben Jahren 1794 bezw. 1736 für ihre Sammlungen überwiesen. — Tie „Tägl. Rundschau" läßt sich aus Marienburg schreiben, daß der Kaiser dort bei seinem letzten Aufenthalt in der Unterhaltung sein Bedauern über die sich bei einem Teile der Deutschen int Osten zeigende nationale Schwäche bekundet und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß angesichts der energischen und f e st e n Haltung der preußischen Regierung alle Deutschen fernerhin ihrer Pflicht Nachkommen würden. — Wie ein Berichterstatter mitteilt, ist den bezüglichen Behörden auf höhere Weisung anempfohlen worden, jedes Gesuch um Abänderung eines polnischen Familiennamens in einen deutschen nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Im Lause der letzten Monate ist eine ganze Anzahl solcher Gesuche genehmigt worden, auch solche, die vor Jahren abgelehnt worden waren. — Ter Marineattachee der hiesigen französischen Botschaft, Fregattenkapitän Graf Lu gut), ist in Kiel ein* getrofs-'u und hat dem Prinzen Heinrich sowie dem ^tativuschef Besuche abgeirattet. Heule begab sich d.rAttachee auf die kaiserliche Werst, um die bei derselben im Bau und Reparatur befindlichen Schiffe zu besichtigen. — Ter „Reichsanz." veröffentlicht das Gesetz betr. Abänderung seerechtlicher Vorschriften des Handelsgesetzbuches, vom 2. Juni d. I. — Das Kriegsministerium teilt über_ die Fahrt der Truppentransportschiffe mit: Heimkehrende Mannschaften vom 2. Bataillon des 3. und vom 3. Bataillon des 2. ostasiattschen Infanterieregiments und der ostasiatischen Eskadron Jäger zu Pferde sind am 15. Juni in Taku nach Shanghai für die Heimreise mit dem Reichspostdampser „Jamburg" eingeschifft, zusammen 15 Offiziere, 472 Mann unter Führung des Majors von Schönberg. — Tie Kommission des preuß. Herrenhauses für das F lei sch be schau gesetz stimmte der Fassung des Abgeordnetenhauses zu. Tie Lücke für die Verständigung bildete die Hinausschiebung des Termins bis zum 1. Oktober 1904. Abänderungsanträge wurden nicht gestellt. Damit wäre der S ch l u ß d e r S e s s i o n für morgen gesichert.. — Im preuß Abgeordnetenhause wurde heute eine Petition um reichsgesetzliche Regelung des G e h e i m m i t te l w e s e n s der Regierung als Material überwiesen, ebenso eine die Erhöhung des Volks- s ch u l l e h r e r - T i e n st e i n k o m m e n s betreffende Petition. Der Präsident teilte alsdann mit, daß das Haus sein gesamtes A r b e i t s m a t e r ial erledigt tyabe. Abg. Herold (Zentr.) sprach dem Präsidenten ben Dank des Hauses aus, worauf die Sitzung geschlossen wurde. — Der Stadtverordnetenausschuß zur Beratung eines Antrages über die Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichtes für alle Berliner- Arbeiter unter 18 Jahren hat sich für einen Antrag ausgesprochen, den Magistrat zu ersuchen, daß er baldmöglichst eine Vorlage zur Besch luß fas ,una über die Einrichtung von obligatorischen Fortbildungsschulen mache, unter möglichster Beibehaltung und Fortentwickelung der bestehenden fakultativen Fortbüdungs- und Fachschulen. S i b y l l e n o r i, 17. Juni. Nachdem gestern die Aerzte und die Hofgesellschaft große Besorgnis wegen des Befindens des Königs Albert gehegt hatten, ist heute morgen eine h o f f n u n g s f r e u d i g e r e Stimmung vorhanden. Der König nahm um 11 Uhr wieder Vorträge in Regierungssachen entgegen. Mit Wehmut und einiger Besorgnis sieht man dem morgigen 49. Hochzeitstage des Königspaares entgegen, da der König vor Gemütsbewegung bewahrt werden muß Auf keinen Fall aber darf man sich gar zu optimistischen Anschauungen hingeben. Die Aerzte bewundern zwar die ausgezeichnete Konstitution deS hohen Kranken, stehen aber der cutgeblichen Besserung durchaus skeptisch gegenüber. Tie einlaufenden Bittschriften und Gnadengefuche mehren sich täglich in geradezu unglaublicher Weise. Der König nimmt selbst in die eingehenden Briefe Einsicht und treibt mit Bleistift unter die bewilligten Gesuche fein A. Es trifft auch täglich eine Anzahl Schreiben ein, in denen sich Naturheilkundige, oder Leute ails dem Volke, die im Besitze wirffamer Sympathiemittel zu sein behaupten, sich anbteten, den König zu behandeln. Ausland. London, 17. Juni. Die irische Partei faßte ein* stimmig folgenden Beschluß, als Protest gegen die M i ß r e g i e ru n g ihres Landes, an den $ r ö it u n g seierlichkeiten nicht teilzunehmen.- Paris, 17. Juni. Der Gehilfe des russischen Finanzministers, Wichnegrodsky, ist aus Petersburg hier einge- trosfen. Man glaubt, daß sein Besuch mit der Aufnahme einerneuenrussischenAnleihe zusammenhängt. — Nach dem „Temps" erfolgte die Diensten^ lassung des Generals Bonnal, obwohl bas Disziplinargericht die Frage nach einem Verfehlen gegen die Ehre verneint hatte. Der Kriegsminister habe sich aus den Akten überzeugt, daß der General trotzdem nicht fehler- frei gehandelt habe Wien, 17. Juni. Die Polizei hat außerordentliche Maßnahmen für die Sicherheit des Kaisers Franz Joses getroffen. Sie soll Informationen erhalten haben, daß italienische Anarchisten eine Verschwörung gegen das Leben des Monarchen geschmiedet und einen ihrer Genossen, einen gegenwärtig sich in Wien aufhaltenden Schneider mit der Ermordung des greisen Herrschers beauftragt hätten. — Zum Schluß der Sitzung des Mbgcorbnetcu*- Hauses interpellierten Klofac, Krempa und Genossen wegen der vom Grasen B ü l o to bei der Polenvorlage im preußischen Abgeordnetenhause gehaltenen Rede, die eine absichtliche Hetze des deutschen Elements außerhalb der deutschen Reichsgrenzen und in erster Reihe in Oesterreich ge-i wesen sei. Wenn die österreichischen Staatsmänner bisher zu allen aus Berlin foimnenben Provokationen geschwiegen haben, nach der Rede Bülows müssen sie reden, wenn sie nicht durch das beständige Schweigen den Schein criuedeit sollen, daß Oesterreich ei n Vasall Deut s ch l a u d s sei. Die österreichischen Staatsmänner müssen die historische Aufgabe Oesterreichs hervorheben als Antwort aus die Worte des deutschen Reichskanzlers. In einer weiteren Anfrage an den Präsidenten bringt man ferner auf bie Beantwortung der Interpellation über* die Marienburger Rede des detttschen Kaisers. * — Der für heute anberaumte Besuch des Kaisers auf. dem Hoch-Sck;neederg mußte wegen des nachts eingetreienen st a r l e n S ch n e e s a l l e s iuii) der großen Kälte auf morgen verschoden werden . Der Schnee liegt mehrere Centimes hoch. Die Tenlperattrr ist auf den Nullpunkt gesunken. der Generalversammlung vorgelesene Expose keine ^Lrupel ...__«tnUAt mnr p5, hort nertraiiens- ihre volle Schuldigkeit gethan und seien sich nicht betE> eine Verschleierung der Bilanz begangen zu haben. Damll ist die Vernehmung der Angeklagten beendet. Dre wertere Verhandlung wird auf morgen vertagt. geschlossenen Zentrale derart zusammenzusassen, daß er Augenblick in t " ai,T *prfl Vermischtes. * Tilsit, 17. Juni. Den Divisionskommandeur von Bock und Po lach traf bet Besichtigung des Dragoner. regimentZ „Prinz Albrecht von Preußen" em ichwerer tln- befindet sich Johannesstr. 5. ** Unsere schönen Anlagen — so wrrd uns aus unserem Leserkreise freundlichst geschrieben — werden nicht nur von Sängern aus der Vogelwelt belebt, fte smd nun auch von munteren Eichhörnchen bevölkert. Heute morgen beobachtete ich bei meinem Gange dre Sudcmlage und Johannesstraße herunter am sogen. Johannesberg rn der Nähe des Schwesternhauses, wie ein Eichhörnchen sich auf dem Rasen vergnügte, sein Frühstück einnahm und dann an den hohen Bäumen hinaufsprang. Es war gar nicht furchtsam, sondern blieb, obwohl, verschiedene Personen vorübergingen, ruhig sitzen, und erst nach einer geraumer Weile entfernte es sich. Offenbar hat das Tierchen dre Waldeinsamkeit verlassen und fühlt sich w ber Snöanlage mit ihren schönen Baumgruppen, ihren Farnkräutern und anderen an den Wald erinnernden Pflanzen recht wohl. — Wasserschuhe. Man schreibt uns: Die von dem Direktor der psychiatrischen Klinik unserer Universität Prof. Dr. R. Sommer konstruierten und^ihm patentierten Wasser- schühe'haben sich in ihrer jetzigen Form als praktisch verwendbar vollkommen bewährt. Auf eine liebenswürdige Ew- ladung des Erfinders hin hatte sich der stud. rer. tech. W. Mang aus Heidelberg zur Teilnahme an den letzten Versuchen mit den Wasserschuhen hierher begeben. Es gelang ihm nach einigen kurzen Anweisungen Prof. Sommers ohne weiteres sich auf dessen Apparaten im Gleichgewicht zu hallen und fortzuschreiten. Das Tags darauf beabsichtigte Laufen auf der Lahu mußte leider der fortgefetzten Regengüsse megen unterbleiben. Ueber die Ergebnisse der später von Prof. Sommer allein auf der Lahn unternommenen Versuche, die letzten vor der industriellen Venvertung des Patentes, teilt dieser Folgendes mit: Bei einer Länge des Versuchsfelds von 28 Meter und eine milllere Stromgeschwindigkeit von 0,18 Meter-Sek. betrug die von ihm flußabwärts zurückgelegte Strecke 0,62 Meter-Sek., flußaufwärts dagegen 0,26 Meter, im stehenden Wasser sonach 0,44 Meter, welch letzteres auch mit deni im Volksbade erhaltenen Resultate gut überem- ftimmt. In der meist ruhig fließenden Lahn kann man cllso flußabwärts je nach der Strömung 2i/i—2l/2 Km.-St. bequem zurücklegen, im Rheine, Neckar oder Main, dem steteren Gefälle entsprechend, wohl eine mehrfach so große Strecke, etwa gleich der Leistung eines ausdauernden Schwimmers bei mäßiger Anstrengung. Der Hauptwerk der Erfindung liegt entschieden in der gesundheitlichen Bedeutung dieser All bet Fortbewegung auf dem Wasser. Diese Leibesubung besitzt ür die wichtigsten und umfassendsten Muskelpartien des ganzen Körpers einen ebenso hohen Ausbildungswert wie die anderen Arten des überhaupt so gesunden Wassersports, Rudern, Schwimmen, Schlittschuh- und Schneeschuhlaufens. Wie das Schwimmen, mit den: es auch die gestreckte Haltung genrem hat braucht das Wasserschuhlaufen zur Fortbewegung hauptsächlich die Beinmuskeln, die stärksten des Körpers, und bietet wie das Rudern, da hierbei das eigene Körpergewicht analog dem Radfahren nicht gehoben zu werden braucht. Gelegenhell zu ausdauernder Muskelübung ohne zu große Anstrengung. Zu seiner richtigen Ausübung gehört natürlich noch mehr wie beim Rudern das Gefühl unbedingter Sicherheit aus dem Wasser das nur die vollkommene Beherrschung der Schwunm- kunst qiebt. Die Art des Fortschreitens hat sehr viel Aehn- lichkeit mit der beim Schneeschuhlaufen gebräuchlichen und gewährt daher den Anhängern dieses Sports große Erleichterung beim Erlernen des Wasserlaufens. , •* Ihre silberne Hochzeit feierten gestern der Architekt Jakob Stein und seine Gemahlin Katharina geborene Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Juni 1902. ** Personalien. Die Gerichts - Accessisten Rudolf Lauteschläger aus Darmstadt, Theodor Reinhart zu Worms und 'Heinrich Schlosser aus Gießen wurden zu Regierungsassessoren ernannt. . ** Das 3. Abonnement-Konzert der hiesigen Regimentskapelle findet am Donnerstag den 19. Juni m Steins Garten statt. Das Konzert beginnt um 8 Uhr, EinMU 50 Pfennig. „ .. < , Hospiz. Es scheint hier noch nicht genügend bekannt zu sein, daß im evangel. Schwesternhaus em Hospiz eingerichtet ist, in dem reisende Damen billige und gute Unterkunft finden. Es ist auch bisher schon viel benutzt worden. Aber wiederholt ist es vorgekommen, daß hier ankommende Damen nach dem Hospiz frugen, und Niemand wußte ihnen Bescheid zu geben, oder inan hat sie sogar in die Herberge zur Heimat geschickt. Deshalb möge an dieser Stelle einmal darauf aufmerksam gemacht sem. Das Hospiz Ern er erwidert auf die gestrige Aussage Rodels, daß in der Sitzung des Aufsichtsrates vom la. ^uni 1900 nicht ein Engagement mit dem Treber-Coneern, sondern nur em Engagement mit dem Easseler Treher-Eonto den Gegen- tand der Erörterung bildete, dieses Engagement sollte von 18 Millionen auf 10 Millionen Mark zuruugefuhrt werden Der Aufsichtsrat habe auch von dem damaligen Engagement von 30 Millionen mit dem Treber-Coneern Kenntnis gehabt. Angeklagter Wo lker erklartz oaß er als Mitglied der Obligo-Kommission m Sachen ^ubergelelb 'chast jede Verantwortung abgelehnt habe. Sem Einblick in die Trebertrocknungsgesellschaft habe ihm aber ent günstiges Bild von der Ausnutzung des Bergmannschen Pc^ tentes gegeben. Nach seiner Reise nach Petersburg und anderen Orten war Völker der festen Meinung, daß nur ein Teil verloren sein würde, und er hatte auch nach dem Zusammenbruch der Leipziger Bank noch dre Ueberzeugung gehabt, daß, falls sich eine hilfreiche §ant> biete, tel Kasseler Unternehmen doch noch zu sanieren fei. Der An- aeklaatc Kiebiger behauptet, daß er Uber die folgenschweren Beschlüsse betreffs der Trebergesellschaft erst spater MM Teil sogar erst aus dem Prozeßverfahren »nntnls erhalten habe. Ohne sein Wissen sei die eigentliche Wer- bindung mit Kassel 1895, als er selbst noch Direktor gewesen durch (irrtet eingeleitet worden. Er (Flebiger) sei nur wenig über Kassel unterrichtet gewesen, ebenso wenig über die mißliche Lage der Leipziger Bank Immer im guten Glauben, daß die Leipziger Bank vollständig intakt sei, habe er ohne Bedenken das Creditoren-Conbo anerkannt und die Beschlüsse genehmigt, weil er die Meinung gehabt habe, daß das ganze Obligo bei der Trebergesellschcht nur 18 Millionen betrage. Später habe er von 23 Millionen gehört, dann sei ihm zur Kenntnis gekommen, daß es 33 Millionen ge- wesen seien. Er sei der Meinung, die Protokolle der Aufsichtsratssitzungen bei der Setpätger T. ' ' - ; 4, -It A A o tti rr rfi, f will den. zu stellen. Praktische Winke zur <------ m den Landbezirken sollte weiter em Vortrag des geordneten Dr. Schmidt-Mainz geben. Die ^bells- nachweise vermitteln in 1 ' ’ kräfte nach dem platten Land. Ta gilt es nun billig das! erforderliche Personal an schaffen. Der Referent vereinigte sem Vorschläge dahm, i v e u n o - ebenfalls, daß ihnen die Höhe der auf Telephon Verbindung der ^andgemeiuoen uill vreberaesellschaft gewährten Kredite unbekannt war den zunächst liegenden Nachweisstellen und ^uifuhrung von an d - 9 ’ ^n Zusammenbruch der Leipziger Bank Militärs ahrpreisen für die nach ihren Ärbellsstellen und !da; ie rDrhüttem We Allen ;äU transportierenden Arbeiter hmzuarberten. ganze» vermöge« >. O^^Balduinstein, 17. Juni. In größerem Umfangjals sonst wird jetzt die Schaumburg, deren innerster Bering allerdings streng abgesperrt ist, von Fremden aufgesucht, und be- onders viel Holländer ergreifen die Gelegenheck, ihre Königin hier zu begrüßen. Am Sonntag soll das Anerbieten eines auswärtigen Gesangvereins, einige Lieder vorzutragen, dankend abgelehnt worden sein. Außer dem kleinen Abstecher der Königin Mutter nach Honnef ist nichts zu berichten; nur wollen die Gerüchte nicht schweigen, welche das ursprünglich für den 18. Ium von der Presse angekündigte Zusammentreffen der Königin mit Kaiser Wilhelm an diesem oder einem späteren Termin aufrecht erhalten. Auf der einen Selle glaubt man, daß die Königin zu diesem Zweck auf einige etunben nach Bonn reisen würde, andrerseits findet die gegenteilige Meinung ihre Unterstützung darin, daß der Kaiser die Kömgin hier auf der Schaumburg zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit beglückwünschen würde, zumal er seit feiner Studentenzeit die Schaumburg nicht wieder besucht hat. Es find das aber nur Vermutungen. Sicheres weiß offenbar Jiiemanb, und auch von größeren Vorbereitungen ist noch nichts zu sehen. Jedenfalls aber scheint es der Königin auf der Schaumburg sehr wohl zu behagen. griffen. Das zeigte vor allem ein 5« «’l bie'Ke s°st°" ^stellen! die nSht Wiesbaden, dem e» gelungen ist, fast sämtliche Kra ü , v entsprächen auch habe er sich über das m tenpflc gerinnen .der. Stadt »“eOW« ÄVlwrfaSng 'taÄene »feine Skrupel und Nichtorganisierte) m einer an den Arbeitsnachweis an ., 1 . Ansicht war, daß es von vertrauens- J " utrale derart zusammmzusassen, datz erleben gemacht well er Än^cyt war^^v Generalversamm- der Lage ist, freie Kräfte zur Verfügung würdige» ^une^venM der Beunruhigungen. Erweiterung der EinslußspMe Die Msprürhe Treber^feM)asi ' - I wah prmnn hie Entlassung der Direktoren, weil man von 4at sich am Dienstagabend in der Grube „Friedrich" bei Hungen zugelragen. Wie wir bereits heute früh durch Extrablatt bekannt gaben, ist die Grube gestern abend 8^/4 Uhr m Brand geraien. Es befanden sich etwa 80 Mann in der Erde, deren Leben aufs höchste gefährdet war. Doch ist es, wie die heute vormittag bei uns einlaufenden Nachrichten melden, glücklicherweise gelungen, die große Mehrzahl der Arbeiter zu retten. Immerhin zählt man 2 Tote und 6 Verwundete. Der Materialschaden ist beträchtlich, man . schätzt ihn aus 175 0 00 Mk. Das skeffelhaus ist unversehrt und der eigentliche Grubenbrand bereits gelöscht. Die heute Vormittag noch brennenden Briketthausen werden nicht gelöscht, sondern durch 2 Mtr. breite Gräben von den übrigen netrpimt Die Entstehung des Feuers wird aus Warmlaufen u. . u,.y o - - . dner WclA in ber Staubkammer zuriickseführt. Andererseits Bank feien schon vor d er S itzung gemach tmorden -L man von einer Er»l°f.°n. Vertreter der Staatsanwalt, denn seine »^iifenJXn W i4af‘Än"fntet a"Ach"l^ Junu ° d'sGieß. Änz.) AugeklagD Ex n er und Gentz s ch erwidern auf die Ans- Dem 5 Jahre allen Sohne des Amtsdieners Lu 13 beimI ’a3el^1pq\Cf/n9get^r Mayer sagt aus, er habe stets die Re- hiesigen Hauptbauamt wurde vom Großh. Kabinett em -sA^esucht Exners mißbilligt. Der Auffichtsrat Schreiben mit dem Bilde des Großherzogs überreicht. Icm^e, e§ in den Trebergründungen mit einem gut Der kleine Mann hatte tni Herbst vergangenen Jahr^ln prosperierenden Unternehmen zu thun zu haben. am Nieder-Bessingen b. Gießen ein 3 Jahre altes Mad- der Presse wurden uur als Ausfluß der Koillurrenz chen, das in die hvchgehcndc Weiter gefallen war, mit eigener! verachtet. - ?^r^Ban? nicht rechi^gelnngen^^Tcr Grdmikc Lebensgefahr gerettet. ____________.— gu'(i’n mit bcc Trebergesellschaft habe nicht zur iK^önscren^drr^öffenMchen Arvcrts-Iiermiitc- ^^i^^^^mnmcn kmiuen im^d s^seramme^ lunttssteü'en der Mhein- und Wnrngegend zu Meinung gewesen, daß Geschäftsbericht und Bilanz für WorMS. 1900 auf voller Wahrheit beruhten, wenn auch die Enga- f T» T gernents bei der Trebergesellschaft in Kastel nichc beson- (Originalartikel des ^'^Irwahnt worden sind. Da sei emes Tages zur Kenn - Am vergangenen Samstag tagten in Worms die Ab- E der Direktion Ml- gesandten der öffentlichen Arbeitsvermittelungsstellen d IMayer behauptet bestimmt, daß die Rhein- und Maingegend, darunter auch des^hie,ig°ii stadti, »b-rrafcht^gewesen. tz der Tr e b er- scheu Arbeitsnachweises. Unter Zugrundelegung em - r 9lussichtsratev 0 rgelegt habe, äußerst interessanten Tagesordnung gestalteten sich» die ^' 91 Scklmse seiner Aussagen meint Mayer, es wäre ohne Handlungen, bei denen auch das Groyh. Ministerium des Am'e llmer^ ^n£ noch möglich gewesen, Innern und die Provinzialdirektionen ^^rhessen und Rheim Z s '^^n Unternehmungen $ber Trebertroclliungsge,ellschast Hessen, sowie zahlreicye Kreisamter vertreten waren, um! rctLclI y^le Verbindungen der Leipziger gemein lebhaft und lehrreich. Wertgeyendes 2^eresse riefen m nch ö ' Ergebnis der Liquidation gün- vor allem die Mitteilungen der Vertreter der einzelnen Bant zu halten uno °as »kursversahren Arbeitsnachweise über die Thatigkeit derselben wahrend de s g zu st ^Mittagspause sagt der Angeklagte S chr ö - schweren Krise im letzten Winier wach Gnn auch -w^er^-itt-g Verwaltung der von allen Sellen vor einer Ueberschatzung dieser ^bullgleit I 0 , ^cc Beziehungen zur Treber- gewarnt worden ist, so hat sich doch gerade im ^rtzangen 1 in Kassel zu veunruhigen begann, sei Halbjahr gezeigt, welche große Bedeutung die paritätisch n ~^ $ 91 beschlossen ihn (Schröder), Dodel und ArbeitSnachLeise für unser gewerbliches Leben gewonnen im ^^XSten^utbe zsisnden, um die Ver- in welch hervorragendem Umfange ,re an f“ '1 af).»i ^ber allj den ener- zwischen Angebot und Nachfrage auf ?^deitsm t > N Widerstand des Generaldirettors Schmidt gestoßen, mitgearbeit-t haben. In be,anderem Ausbluhm q: fafl: g«l4l‘e» unb die Bilanz von 1900 habe überall die Arbellsvemilltelung für weibliches Personal ve- ^e cy s I .' geprüft und das Vertrauen ge- a^„ .PinfP vor allem ein Vortrag von Dr. <^-r e 9 -1 er^® Posten einstellen, die nicht Ueber Wohnungsnachweisim Anschlußan dieAr- beitsvermittelungsstellen sprach Beigeordneter ^r. Gla st n a - Darmstadt. Seinen interestanten Darlegungen zufolge^ wurden von dem Wohnungsnachweis m ^urmitadt, ber Zumeist durch freiwillige Beitrage erhalten wird, im vergangenen Jahre bei 222 Nachfragen 187 Wohnungen an Personen der arbeitenden Stande nachgewiesen, gewiß ein hocherfteuliches Resultat, wenn man bedenkt, wie schwer es bei dem chronischen Mangel an kleineren Wohnungen den niederen Volksllassen vielfach wird, em Unterkommen 8u ’sri erlcbigung der geschäftlichen Verbandsangelegen, beiten wurde Stadtrat Dr. Flesch-Frankfurt zum Referenten für die Oktober d. I. in Berlin stattfindende Ver- baudsversammlung der deutschen ^^tsnachweise bestellt und Gießen zum Vorort gewählt., An die^ Verhandlungen schloß sich ein Festessen im Festspielhaus an. bedauern ist bei allebem nur, daß der städtische Arbeitsnachweis zu Gießen mit seiner thatigkeit an letzter Stelle steht. Es mag das zum Teil in ben eigenartigen gewerblichen Verhältnissen am Ort feinen Grund haben Es scheint aber immer noch nicht genugenb bekannt zu sein daß der Arbeitsnachweis männliches und weibliches Personal aller Art, insbesondere auch Dienstboten, unentgeltlich vermittelt. Bemerkenswert ist,,daß m letzter Zeit der Arbeitsnachweis in wachsendem Masze durch Arbeitgeber auf dem Lande in Anspruch genommen wird, unb es steht zu hoffen, daß man auch in städtischen Kreisen mehr und mehr dem Arbeitsnachweis die Pachtung,schenkt, welche er ohne Zweifel im heutigen Wirtschaftsleben verdient. ___________ Ter Leipziger Bankprozetz. ii. Leipzig, 17. Juni. SofTa, 17. Juni. Wie nunmehr mit Bestimmthell Verlautet, wird die Proklamation Bul gari e n s zum I Königreich anläßlich des 25jährigen Gedenktages der Gründung des bulgarischen Staates erfolgen. England und Transvaal. ’ Lord Kllchener telegraphierte am 17.: Die Heber- ( gabelisten sind jetzt in Transvaal und der Oranlefluß- wlonie vollständig. In Transvaal haben sich 11'--o . Mann mit 10 843 Gewehren übergeben, m der Oranfe- flußkolonie 5395 Mann mit 5280 Gewehren. Die Liste ans der Kapkolonie ist noch nicht vollständig. General French berichtet aus ber Kapkolonie, daß nur noch lo0 Mann sich zu ergeben haben; er habe die Polizeigewalt m Südafrika den Zivilbehörden Ü6ergeben, da die Notwendigkeit weiterer militärischer Operationen jetzt nicht mehr bestehe. 4.er „Zentral News" wirb aus Eolombo gemelbet, batz dre erste Abtellung gefangener Buren Enbe bes Monats von Ceylon nach Sübafrita zurückkehren wirb. smb bies 400 Burger, welche sich berell erklärt haben, bie britische Oberhoheit anzunehmeii. Sie waren währenb ber letzten zehn Monate von ben unversöhnlichen Gefangenen getrennt. Louboner Blätter verzeichnen mit Vorbehalt bas Gerücht, C r o n j e sei heimlich von St. Helena nach Vereeniging gebracht worben, wo er eifrig für ben Frieben gewirkt habe. Im Unlerhause fragte Gibson Bowles an,_ ob tu Anbetracht ber vermehrten Sicherheit, bie bem Hanbel unb bet Inbustrie ber sübaftikanischen Kolonien allgemein aus dem Ergebnis des Krieges erwachse, die Regierungen der Kapkolonie und Natals von der Regierung aufgefordett werden würden, die Besitzer der Debeers und anderer Diamanten und Goldminen in eubafrita außerhalb Transvaals unb ber Oranjekolonie zu den Kriegv- xosten heranzuziehen. Chamberlain erwibert schriftlich, bie Regierung beabsichtige n i ch t, das zu thun. Jeder Bürger und Bauer hat die Pflicht, angesichts der außerordentlich wichtigen politischen Vorgänge unserer Tage, vornehmlich angesichts der Verhandlungen über die neue Wahlrechtsvorlage im Hessischen Landtage, bie uns eine Anzahl städtischer Abgeordneter mehr und obendrein das direkte und geheime Wahlrecht bringen will, eine gut unterrichtete, größere hessische Tageszeitung zu lesen. Der Gießener Anzeiger ist die am besten bediente, reichhaltigste, größte und verhältnismäßig billigste Zeitung Oberhessens. Bestellungen für das dritte Viertefiahr sind im ^n- tereffe ber pünktlichen Zustellung sofort aufzugeben. Ein fürchterliches Unglück fall. Als bei einer Attake Kehrt geblasen wurde, befand sich der General unmittelbar hinter der Front und wurde von der Lanze eines Dragoners bei Ausführung des Kommandos an der Backe und am Halse verwundet. Vom Garnisonlazareth, wohin der General zuerst gebracht war, wurde er nach einer Privatklinik geschafft. * Bern bürg, 17. Juni. Wegen des Verdachtes, in vergangener Nacht einen Schutzmann ermordet zu haben, wurden 9 Personen verh aftet. Einer derselben verübte im Gefängnis Selbstmord. * Paris, 17. Juni. An Bord des Unterseebootes Silure, das gestern Schnelligkeits-Versuche machte, gerieten drei Mann der Besatzung in Gefahr zu ersticken, nachdem das Boot zwei Stränden unter Wasser gewesen war. Die Mannschaft wurde in das Hospital gebracht, doch ist ihr Zustand nicht besorgniserregend. An Bord des Unterseebotes Triton wurde der Marine-Offizier de Pere infolge Platzens eines Dampfrohres schwer verbrüht. * Budapest, 16. Juni. Der Offizierstellvertretcr Baron Springh-Panani wurde in Kestlay von einer Gendarmeriepatrouille erschossen, weil er sich seiner Verhaftung mittels Revolvers wiedersetzte. Es ist eine strenge Untersuchung eingeleitet. * Konstantinopel, 17. Juni. Der General-Inspekteur der kaiserlichen Medizin-Schule, Oberst Ihsan Bey wurde auf offener Straße durch sechs Revolverschüsse getötet. Es liegt ein Racheakt vor. * Der D-Zug 6 Berlin-Frankfurt a. M., der um 4Va Uhr nachmittags in Frankfurt eintreffen soll, ist hinter Bebra bei der Haltestelle Ronshausen auf freier Strecke mit 2 Wagen entgleist. 3 Personen, 2 Reisende und 1 Wartefrau, wurden leicht verletzt. Die beiden Wagen sind nicht unerheblich beschädigt. Beide Geleise waren bis 3 Uhr gesperrt. Nach 3 Uhr wurde eins, gegen 7 Uhr abends beide wieder fahrbahr. Der Zug fuhr mit einer Verspätung von 53 Minuten nach Frankfurt a. M. weiter. Die Ursache der Entgleisung ist noch nicht festgestellt. • Raubmord. In Nancy wurden die Leichen eines 64jährigen Exkommandanten und seiner 40jährigen Tochter in ihrer Wohnung aufgefunden. Beiden war der Schädel eingeschlagen. Es liegt ein Raubmord vor, da Juwelen und Gold- iachen im Werte von 80000 Francs fehlen. * Erderschütterungen. Im französischen Arrondissement Oloron wurden am 17.d. M. Erderschütterungen wahrgenommen. — Eine heftige Erderschütterung verbunden mit starkem unterirdischem Getöse, verursachte unter der Bevölkerung von Melilla (Marocco) große Bestürzung. Die Erscheinung dauerte zwei Sekunden. Gerichtssaal. M. Gießen, 17. Juni. S t r a f k a m me r. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt Hoos. — Der Unternehmer Wilhelm Jcckob Kitz von Eichen ist des Betruges beschuldigt. Vom Schöffengericht Friedberg war er von Strafe und Kosten freigesprochen worden. , Die von der Staatsanwaltschaft gegen dies Urteil eingelegte Berufung wurde in der heutigen Verhandlung zurückgenommen. — Der Taglöhner Karl Emmel von Dorheim wird beschuldigt, am Abend des 19. April 1902 in der Gemarkung Dorheim 23 Obstbäumchen völlig abgebrochen, 5 Obstbäumchen durch Abbrechen der Krone zerstört und schließlich 3 Bäumchen dadurch beschädigt zu haben, daß er mittels eines Messers einen Teil der Rinde abgeschält habe. Das Gericht hielt sür diese bestialische That, durch die etn Schaden von ca. 250 Mk. angerichtet worden war, die Maximalstrafe des § 303 des St.-G.-B. für am Platze und verurteilte den Angeklagten demgemäß zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. — Ein Standesbeamter ist beschuldigt, eine Eheschließung unter Außerachtlassung der Bestimmungen über das Ausgebotsoerfahren vollzogen zu haben, wonach das Aufgebot 2 Wochen lang auszuhängen ist. Das fragliche Aufgebot gelangte am 2. November 1901 zum Aushang und war demnach gemäß der Fristberechnung des B. G.-B. nicht, rote geschehen, am 16. November, sondern erst nach Ablau dieses Tages, am 17. November abzunehmen. Wegen dieses Ver> gehens gegen § 69 des Personenstandsgesetzes erhält der Angeklagte eine Geldstrafe von 3 Alk. — Der Schausteller Max Walldor : von Gießen roar vom Schöffengericht Gießen wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Beanrlenbeleidigung und groben Unfugs zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt worden. Mit Rücksicht auf die m der Hauptverhandlung vor dem Berufungsgericht nachgewiescne erhebliche Angetrunkenheit des Angeklagten z. Zt. der Lhat lyprde die Strafe auf 3 Monate Gefängnis herabgesetzt. — Der Kutscher Karl Rolshausen von Gießen ist des Verbrechens aus § 176» des St.-G.-B. angeklagt und wird deshalb in eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte mif die Dauer von fünf Jahren verurteilt. — Der Metzgergeselle Heinrich Christian Krieger von Wiesbaden wird wegen des Verbrechens der widernatürlichen Unzucht und wegen des Vergehens der Körperverletzung zu fünf Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt.—Der wegen Betrugs vielfach vorbestrafte Konrad Roß von Hainchen wird wegen Betrugs im Rückfalle und wegen Diebstahls unter Einbeziehung einer früher gegen ihn verhängten Zuchthausstrafe von 1 Jahr 7 Monaten zu em er solchen von drei Jahren lMonat 1 Woche verurteilt. — Ter Dienstknecht Wilhelm Odenwald von Nieder-Mörlen hat ein Grabdenkmal auf dem Friedhof in Wiffelsheim dadurch beschädigt und zerstört, daß er das auf demselben besiltdliche Marmorkreuz umriß, sodaß es zu Boden fiel und zerbrach und hat weiter eine Beschädigung eines andern Grabdenkmals zu verüben versucht. Einem bei der That zugegen gewesenen Arbeitskollegen hat er mit Totschlag gedroht, falls er ihn verrate. Der Angeklagte stammt aus einer epileptischen Familie und hatte früher selbst schwere epileptische Anfälle. Nach dem Sachverständigengutachten war der Angeklagte zwar ischer Kursbericht Frankfurt a. M., 18. Juni 4% Oesterr. Goldretno I. Gioth, Hanau. 4335 102.40 46.30 29.70 4% Italien. Rente 4'l.2% Portugiesen 8°/d Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 4% Griech. Monopol 102.20 92.90 101.30 92.40 99.80 90.25 102.90 3u/o Mexikaner . . 41/2V0 Chinesen . e Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . , Bochum . . , . . Harpener . . . . 3V2% 3% 3V,°/0 3% 37 2% 372% meister 'Lir. AdickeS mit 47 Stimmen auf weitere TZ FatM Mm Oberbürgermeister gewählt. 5 Stimmen rooren wei^ 2 Stimmen zersplittert. Gleichzeitig wurde der Gehalt beg Oberbürgermeisters sür diese zweite >Amtsperiode von 24000 aus 3 0 000 Mark erhöht. Bonn, 18. Juni. Unter den Huldigungen, dre bm Kaiserpaar im Rheinlande dargebracht werden, wird zweifellos der Fa ckelzug, den gestern abend 2000 Stu^ d ent en dem hohen Paare zu Ehren veranstalteten, ein« erste Stelle erhalten. Am Palais Schaumburg war em Kaiser-Pavillon an der Rhein-Anlage errichtet. Die Dammo- runa war angebrochen, als sich! der Rhein mit grosten und kleinen Dampsern belebte. Die Kaiserin wurde stürmtschj begrüßt, als sie den Pavillon betrat, ebenso der Kaiser, der als B 0 r u s s e erschien. Sichtlich erfreut durch ine digungen zog er den Borussenstürmer und verneigte sich dankend. Der imposante Zug zog sich wie eine mächtige flimmernde Linie an der Rheinanlage entlang. Tie Studentenschaft in WichS mit zahllosen Fackeln deftlrerte vor dem Kaiserpaar. Ein Vertreter des Wingolf hielt eine Huldigungs-Ansprache an den Kaiser, in der er an die Worte erinnerte, die der Kaiser vor einem Jahre sprach: „Männer sind es, die wir brauchen, mehr als le." Der Kaiser sagte in seiner Erwiderung, er freue sich, daß gerade diese Worte nicht vergessen seien. — Der Kaiser hat dem Bonner Husaren-Regiment sein Bildnis in Mis- sicht gestellt. — Gestern abend hat das Korps Borussia eine Begrüßungstneipe abgehaltetl, an der auch der Kron-, Prinz teilnahm . ! Sibyllen ort, 18. Juni. Das heute morgen 7 Uhr ausgegebene Bulletin über das Befinden des Königs vo« Sachsen lautet: Auf den gestrigen, ohne wesentliche Aende- rungen verbrachten Tag folgte ein unruhige Nacht. Der König blieb liegen. Die Athmung war zeitweise erschwert. Der Puls war regelmäßig. Fiebererscheinungen traten nicht auf. Paris, 18. Juni. Bei dem gestrigen 6 Stunden«- Rennen auf der Buffalo-Bahn stürzten zw ei Radfahrer. Dieselben mußten ins Hospital gebracht werden. Ihr Zustand ist hoffnungslos Haag, 18. Juni. Nach einem kurzen Besuch ber dem Präsidenten Krüger werden Dewet Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Botha Belgien, Holland und Frankreich, Delarey Rußland und Reiß Amerika besuchen, um Gelder für die verarmten Buren-Familien zu sammeln. Dewet dürste Anfang September in Berlin eintrefsen. Fünfkirchen, 18. Juni. In den Szaszvarer Kohlengruben fand eine Explosion schlagender Wetter statt. Eine Anzahl Bergleute wurden verschüttet. Bis jetzt konnte erst ein Toter geborgen werden. Washington, 16. Juni. Kriegssekretär Root nahm in einem Schreiben an den Staatssekretär Hay die Einladung für dieGenerale Corbin, Poung und Wood zur Teilnahme an den deutschen Manüvern als Gäste des Kaisers an, indem er den Staatssekretär bat, dem deutschen Botschafter mitzuteilen, wie hoch das Kriegsdepartement die Liebenswürdigkeit des Kaisers zu schätzen wisse. Die Einladung sei besonders angenehm, weil sie zeige, daß der Kaiser die Gefühle persönlicher Achtung und Freundschaft teile, die sich während des Besuches des Prinzen Heinrich entwickelt haben. Bombay, 18. Juni. Gin furchtbarer Cyclon zerstörte die Stadt Karacha. Die Stadt wurde von den Wellen verschlungen, zahlreiche Einwohner sind um- gekommen. Die Dampfer Simla, City of Delhi unb, Kola sind Mit Flüchtlingen angefüllt. 1902. . 25.60 . 91.05 . 103.25 . 110.00 . 214.80 . 186.10 . 138.30 . 145.90 . 157.25 . 151.00 . 18.70 . 170.00 . 205.75 . 19820 . 177.60 Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 18. Juni. (Zweite Kammer.) Die erste Lesung über die Wahlrechtsvorlage wurde fortgesetzt Lund Artikel 1 mit einem Zusatzantrag Haas-Darmstadt, die Ständekammer in Zukunft Landtag zu nennen, angenommen. Zu Artikel 2 des Gesetzes beantragt der Abg. Weidner, daß die Hälfte der vom Großherzog für die Erste Kammer zu ernennenden Mitglieder womöglich vom Lande zu nehmen seien. Ms. 1—8 des Artikels werden angenommen, Ms. 9 abgelehnt, ebenso ein Zusatzantrag Weidner, desgl. Absatz 10, Art. 3, der bestimmt, daß die Zweite Kammer aus je 15 städtischen und ländlichen Mitgliedern zu bilden ist. Hierzu hat Abg. Wolff einen Antrag auf Bewilligung von 13 Mitgliedern gestellt. Man solle die Interessen zwischen Stadt und Land nicht gegen einander ausspieten. Der Mmister Rothe habe sich durch die Vorlage ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Abg. David empfiehlt die Vorlage und ist mit der Vermehrung der Abgeordneten einverstanden. Mg. Braun ist gegen die Vermehrung der städtischen Abgeordneten; man solle das Land mehr unterstützen, das sich in Not befinde. — Mg. Weidner vertritt den gleichen Standpunkt und präzisiert nochmals seine gestrigen Ausführungen. — Mg. Graf Oriola bittet, keinen Gegenscch zwischen Stadt und Land zu schaffen. — Gegen die Vorlage spricht ferner Mg. Schaumberger, für dieselbe Mg. Gutfleisch. — Nächste Sitzung Donnerstag 9 Uhr. Berlin, 18. Juni. Schwere Ausschreitungen zweier Potsdamer Unteroffiziere sind am Sonntag in Fahrland vorgekommen. öie drangen dort in eine geschlossene Gesellschaft ein, ohne vorher um Erlaubnis gebeten zu haben, und stifteten Unfrieden. Ein Wortstreit artete in Thätlichkeiten aus, bei welchen die blanke Waffe die Hauptrolle spielte. Gin junger Mann wurde durch mehrereSäbelhiebe, von denen einer lebensgefährlich sein soll, so schwer verletzt, daß er ins Kran- kenhaus überführt werden mußte. Gegen die Unterofftziere 472% Oesterr. Silberrento 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 101.80 z. Zt. der Begehung der That im Besitz seiner Wrllensfrechert, nrnr sedoch durch den für Epileptiker sehr aefährlichen Genuß von Alkohol, in eine zu Ausschreitungen besonders geneigte Stimmung versetzt. Das Gericht berücksichliate die krankhafte Veranlagung des Angeklagten in weitgehendem Maße, sah von einer, der -rhat an sich gebührenden exemplarischen Bestrafung ab und erkannte gegen den Angeklagten auf eine dreimonatige Gefängnisstrafe. 2 Monate Untersuchungshaft, die wesentlich durch die Untersuchung des Geisteszustandes des Angeklagten erforderlich gewesen waren, wurden auf die Strafe aufgerechnet. Kiel, 17. Juni. Der wegen Messerstechereien m Euskirchen verhaftete Assistenzarzt Kleinertz wurde wegen mehrerer Diebstähle in Universitäts- und Krankenmstituten zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. H 1 •• j Bestes Mittel gegen Hautröten, lt. vielen 16 £1TITjP0Tj(jÖ. 01-5^)011 Zeugnissen, ist Obermeyer's Herba-Seife. Z. h. p. St. 1.25 Mk. in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder vom Fabrikanten ist Anzeige erstattet. Frankfurt a. M., 18. Juni. Von den Stadtverordneten wurde in geheimer Sitzung der bisherige Oberbürger-1 . . 113.20 -Anl. 44.40 Telephon Reichsanleihe , do. Z . Konsole . . , do. .... Hessen . . . Oberhessen . . 2000 Mark Prämien in Baar an die schnellsten Sammler von 21 (bum I des Myrrholin - Welt - Panorama kommen zur Verteilung. Man benutze deshalb die als beste Toiletteseife weltbekannte Myrrholin-Seife und das Myrrholin- Glycerin, sammle die Umhüllungen davon und verlange die Bilder. Alles Nähere siehe Prospekt in den Verkaufsstellen. Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einricht.), Preist, grat. 3821 Ceibniz Cakes Cakes - “Fabrik § 4’/,% äussere Argentiner —.— Tendenz: reger. Kirche und Schule. Alsfeld, 16. Juni. Zur Förderung der dringend nötigen Renovation unserer Walpurgiskirche hat sich vor Kurzem hier ein Kirchenbauve rein gebildet. Die Renovation wird nach den Pläne,: des Architekten Hofmann in Herborn erfolgen. Beiträge zum Baufonds werden von Pfarrer Sic. Herr- mann in Alsfeld entgegengenommen. Handel und Verkehr. UMswirtschast. — Zum Konkurs der Leipziger Bank. Die Eingänge ans den noch vorhandenen Vermögensobjekten der Konkursmasse der genannten Bank werden von der Konkursverwaltung aus höchstens 32 Mill. Mk. und mindestens 25 Mill. Alk. beziffert. — Der neue amerikanische Schiffbantrust hat die gesamten Anlagen der Bethlehem Steel Company für 15 Millionen Dollars angekaust und sich dadurch völlig unabhängig von: Stahltrust gemacht. Tie Gesellschaft unterhandelt, um noch eine sicherere Stellung zu gewinnen auch wegen des Ankaufs ausgedehnter Eisen- bergwerke. Sie gedenkt, auch dein Schiffbau in Europa Konkurrenz zu machen. — Den Trustmännern Amerikas könnte man zurufen: „Ihr baut immer weiter, baut bis in die Wolken, bis eines schönen Tags der treulos morsche Bau zusammensällt". — Bei dem Ruhrkohlenversaud in der ersten Hälfte dieses Monats ist eine kleine Zunahme zu verzeichnen, namentlich ist der Hafenversand lebhaft, so daß die Kipper stark beschäftigt sind und teilweise Nachtschichten einlegen mußten. — Die Diskonto-Gesellschaft beantragt die Notierung von einer Million 4proz. Frankfurter Stadt- u. Synodalanleihe-Union Aktiengesellschaft für Bergbau-, Eisen- und Stahlindustrie. Das Bezugsrecht auf 10800000 Mark Vorzugaktien Lit D ist jum Kurse von 100 Prozent vom 18. Juni bis 4. Juli er. auszuüben. — Auch von der gestrigen Börse ist absolut nichts Erfreuliches zu melden. Es herrschte im Allgemeinen dieselbe Oede, dieselbe Apathie, über welche schon seit langer Zeü zu klagen ist und wenn auch zeitweise für das eine oder das andere Papier etwas Interesse an den Tag tritt, so blieben die Umsätze (auf ein so bescheidenes Maß) so beschränkt, daß zu chrer Erledigung eine kürzere Börsendauer, als wie sie jetzt offiziell gewährt wird, genügen würde. ~, — Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt. Die Gesellschaft vereinnahmte im Mai 454 096 Mk. gegen 487910 Mk. im Vorjahre. Portugiesische Finanzen. Die Konferenz des portugiesischen Gläubiger-Komitees wird schon am 19. ds. in Paris abgehalten. In dieser Konferenz sollen noch verschiedene Einzelfrageri, insbesondere auch über die Art der Durchführung und Einhaltung des Gesetzes geregelt werden. Wie wir schon früher mitteilten, soll von einer Zusammenberufung der Inhaber ausländischer portugiesischer Schuldverschreibungen abgesehen werden. Dieselben sollen ihre Einwilligung durch Einreichung ihrer Stücke behufs Abstempelung aus- b rüden. Mobiliar- Versteigerung. Freitag den 20. Juni, nachmittags 2i/2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale, Neustadt 55, nachverzeichnete Gegenstände versteigert: Mehrere vollständige Betten, Tische, Stühle, Kommoden, 1 Äüchen- schrank, Bilder u. Spiegel, 2 Nähmaschinen, 1 Nähtischchen, 1 Wasch und 1 Nachttisch, sowie verschiedene Haus- und Küchengeräte. 4198 I. A.: Schneider. Versteigerung. Donnerstag den 19. d. M., nachmittags 3% Uhr, sollen Neuenweg 28 mehrere Tische, Schränke, Sofas, Stühle, Bilder, 1 Handwagen und 1 Ladentheke zwangsweise gegen bar versteigert werden. 4500 Gießen, 17. Juni 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Donnerstag den 19. d. M., nachmittags 2 Uhr, sollen auf meiner Amtsstube 1 Schreibmaschine, 38 Bände Klassiker, 17 Bände Meyers Konversations- Lexikon, 2 Globus u. v. a. gegen Barzahlung versteigert werden. Gteßen, 17. Juni 1902. 4499 Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Donnerstag den 19. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich dahier im Luft'schen Saale, Neuenweg 28: 46 Flaschen Liköre, 4 Krüge Wachholder, 18 Flaschen Bay-Rum, 30 Fläschchen Odeur, 6 Fläschchen Veilchen- wasser, 8 Pack Seife, 2 Dtzd. Haarbürsten u. v. A. gegen Barzahlung. 4473 Versteigerung bestimmt. Gießen, am 17. Juni 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. Prima Aepfelwem ä Liter 35 Pfg. empfehlen A. & 6. Wateeis DlarttLl. (2448) Telephon 46. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen, Hq>kuSkisch 35 Kfg. Rindßkislh 40 M KiGeisch 40 M Carlschulz-Atend Samstag $5an 21. Juni im Cafe L>eib. 4601 Prim LMbutter Dickmilch, Buttermilch. Lahr, Tampfmolk. BlMtPßMzell (Sommerflor) für Gärten, schöne Farben, div. Sorten, 100 Stück 90 Pfennig zu haben bei 4496 Karl Berger Kirchenplatz 9. prachtvolle Saigon-Neuheiten empfehlen 3997 Ang. 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