Freitag 18. April LSOS ISS. Jahrgang Erstes Blatt. Bezugspreis: monatlich 7b Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6ö Pf.; durch diePost Mk.2.—Vierteljahr!. ausschl. Bcstellg. Annahme von Anzeigen für tue Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zellenprcls: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den oolil. u. allgem. Teil: P. Wittko; für Stadl und Land' und ,GerichtLlaal':R.Ditl» mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Nr. 90 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische» Landwirt die Siebener flomllle» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'sche« Unioerf.-Buch- u. Steile- hruckerei (Piets ch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschent Anzeiger Sieben. Fernsprrchanschluß Nr. 61. SietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen KeKamtmachung. Großherzogliches Ministerium der Justiz hat den I. Mai 1902 als den Tag bestimmt, an welchem mit der Anlegung des Grundbuches für die Gemarkung Alb ach zu beginnen ist. Gießen, 17. April 1902. Großherzogliches Amtsgericht. Kerveröüche Kinderarbeit. Paragraph 13ö der Gewerbeordnung verbietet die Beschäftigung von Kindern in Fabriken. Kinder über 13 Jahre dürfen danach dort nur noch thätig sein, wenn sie die Schule nicht mehr zu besuchen brauchen. Tiefe seit dem Jahre 1891 bestehende Bestimmung hat Die wohl- thÜtige Folge gehabt, daß im Jahre 1900 nur noch 9347 Fabrrk-Mnder gegen 27 485 im Jahre 1900 ermittelt wurden. Andererseits trieb sie indes nicht wenig Kinder der Hausindustrie zu, für welche Schutzvorschriften fehlen. Tie im Jahre 1898 über die gewerbliche Kinderarbeit vorgenommenen Erhebungen ergaben, daß im Deutschen Reiche mehr als eine halbe Million, genau 532 283 Kinder außerhalb der Fabriken gewerblich thätig waren. So hoch die Ziffer ist, sie bleibt hinter dem thatsächlichen Gesamtumfang der Kinderbeschäftigung noch zurück, da gewisse Gebiete des Reiches in die Erhebungen nicht einbezogen waren, und diese selbst teilweise im Frühjahr vorgenommen wurden, also zu einer Zeit, wo eine Anzahl sonst gewerblich beschäftigter Kinder im landwirtschaftlichen Betrieb Verwendung zu finden pflegt. Daß eine solche Beschäftigung, zumal wenn sie lange dauert und in gesundheitsgefährlichen Betrieben stattsindet, der geistigen und leiblichen Entwickelung des Kindes in hohem Maße abträglich ist, braucht nicht erst des Näheren dargelegt zu werden. Am besten können die Lehrer die ungünstige Wirkung einer zu frühen gewerblichen Ausnutzung an der Schlaffheit, Mattigkeit und Teilnahmlosig- keil ihrer Zöglinge in den Unterrichtsstunden erkennen. Die Lehrer waren es deshalb, welche die nachdrücklichsten Anregungen zur Einschränkung der h^usindustriellen Kinderarbeit gaben und den hauptsächlichsten Anteil an der Enquete von 1898 hatten. Sie sind es auch, auf deren Mitarbeit bei der Durchführung des zu erlassenden Gesetzes gerechnet werden muß. Nachdem das Maß der gewerblichen Kinderbeschäftigung, wenigstens in ungefähren Umrissen festgestellt ist, darf man mit Abhilsmaßregeln nich^ länger zögern. Allerdings sind hierbei prinzipielle Bedenken gegen einen staatlichen Eingriff in das häusliche Leben zu überwinden. Ueber die eigenen Kinder konnten die Eltern bis zu einem gewissen Grade frei verfügen. "Nun aber tritt angesichts der herrschenden Mißstände der öffentlich-rechtliche Gesichtspunkt in den Vordergrund. Man betont das Interesse des Staates an der Erhaltung der nationalen Kräfte, an der Ausbildung und Gesundheit der Jugend. Man zweifelt nicht mehr daran, daß zwischen der individualistischen und der sozialen Auffassung ein Ausgleich gefunden werden muß. Vor den landwirtschaftlichen Betrieben macht der dem Reichstag vorgelegte Entwurr allerdings Halt, obwohl die Arbeit des Rübenziehens und Kartoffelaufneh- me n s unter glühenden Sonnenstrahlen gleichfalls recht an- Jtrengend ist und die Zeit für den Unterricht dadurch über trengend ist und die Zeit für den Unterricht dadurch regelung ist ferner der HauSdienst, der sich seiner ganzen Natur nach zum Gegenstand gesetzlicher Reglementierung wenig eignet. Nur in gewerblichen Betrieben soll die Kinderarbeit künftig bestimmten Bescyränkungen unterliegen. Aus einzelnen besonders gefährlichen Betrieben will der Entwurf die Kinder ganz entfernen, so namentlich aus Bauten, Ziegeleien, Brüchen und Gruben, Kalkbrennereien, Glasbläsereien, Töpfereien, Werkstätten, in denen Blei, Kupfer, Zink re. bearbeitet wird, aus Färbereien und anderen in einem Verzeichnis besonders aufgeführsten Unternehmungen. Im übrigen wird ein Unterschied zwischen fremden und eigenen Kindern gemacht. Tie ersteren dürfen in Werkstätten, im Handels- und Verkehrsgewerbe unter 12 Jahren üb erb haupt nicht, und über 12 Jahren nicht in der Zeit zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens, auch nicht vor dem Vormittagsunterrichte beschäftigt werden, letztere unter 10 Jahren nicht, über 10 Jahren nicht in der Zeit zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens. Für den Betrieb von Gast- und Schankwirtschasten werden noch besondere Vorschriften getroffen. Tie Motive lassen erkennen, daß man sich die Schwierigkeiten der Kontrolle nickt verhehlt hat . Hier wird die Revisionsarbeit des Reichstages einzusetzen haben, damit einerseits die Absicht des Gesetzgebers in Erfüllung geht und andererseits die Bevölkerung vor Chikanen unb Parteilichkeit verschont bleibt. Aufmerksam will in dieser Beziehung der § 20 des Entwurfes gelesen sein, der cs dem Bundesrat überläßt, zu bestimmen, inwieweit aus die Aufsicht über die Ausführung dieses Gesetzes der § 139 b der Gewerbeordnung Anwendung findet, o. h. inwieweit den Gewerbe- inspettoren die Ueberwachung zu übertragen ist. Gewerbeinspektoren sind jedenfalls geeignete Kontrollorgane, und weil sie dies sind, sollte versucht werden, bei der Umgrenzung ihrer Befugnisse nicht nur den Bundesrat, sondern auch den Reichstag zu beteiligen. Einmal an diese Materie herangetreten, konnte man die Beschäftigung von Kindern bei öffentlichen theatralischen Vorstellungen und anderen öffentlichen Schaustellungen nicht übergehen. Ter Entwurf will Kinder unter 12 Jahren von der Beteiligung an solchen ganz ausschließen und Kinder über 12 Jahren sie nur bis 9 Uhr abends gestatten. Aus- nohmen lann die untere Verwaltungsbehörde bei solchen Vorstellungen und Schaustellungen zulassen, bei denen ein höheres Interesse der Kunst oder Wissenschaft obwaltet. Tiefe Ausnahmen mußten mit Rücksicht auf die Kinderrollen in klassischen Stücken vorgesehen werden und können unbedenklich Platz greifen, wenn in der Person des Leiters der Unternehmung genügende Sicherheit dafür liegt, daß die Kinder vor sittlichen Gefahren behütet bleiben, und wenn durch angemessene Zwischenräume Gesundheitsschädigungen vermieden werden. Auch andere Staaten haben einer derartigen Erwerbsthätigreil von Kindern einen Riegel vorgeschoben und dabei ebenfalls vornehmlich ihre Verwendung als Artisten, Zirkuskünstler, fahrende Sänger und Musiker in Betracht gezogen. Tie sozialdemokratische Presse bezeichnet die Regierungsvorlage als viel zu milde und stellt in Aussicht, daß, wenn der Reichstag nicht ganze Arbeit leiste und alle schulpflichtigen Kinder ohne Unterschied von der gewerblichen Thätig- keit ausschließe, die Ausbeutung und Verelendung nach wie vor bei Hunderttausenden von Kindern die Regel bilden werde. Man wird indes Schonung bei den ersten Schritten auf einem Gebiete, das für die Gesetzgebung Neuland ist, nur billigen können. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Uebergangsbestimmung gutzuheißen, derzufolge für die ersten fünf Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes Ausnahmen von etlichen Zwangsvorschriften durch den Bundesrat, in anderen Fällen dura) die unteren Verwaltungsbehörde verfügt werden könne. Es ist genug, daß zunächst ernsthaft ein Anfang gemacht wird. Haben sich diese Betimmungen erst eingelebt und sind sie der Bevölkerung vertraut geworden, dann ergiebt fick ihre weitere Ausdehnung von selbst.________________________________________ Politische Tagesschau. Der deutsche Tabakverein hat sich erneut mit den Klagen befaßt, die ihm aus Kreisen seiner Mitglieder über die Beraubung von Bahnsendungen nach England zugegangen sind. Um weiteres Beweismaterial hierfür aus anderen Industriezweigen zu gewinnen, wandte sich der Verein auch an die Handelskammern mit der Bitte, die betreffende Angelegenheit aufmerksam verfolgen zu wollen. Die Han- delskammeru find dem Ersuchen nachgekommen, konnten aber nur feststellen, daß zu Klagen über die Beraubung von Warensendungen auf beut)d:cu Bahnen im allgemeinen ein Anlaß nicht vorlag. Dagegen sind die Klagen über die Beranbmigen von Warensendungen nach England außerordentlich häufig. Ter Handelskammer in Offenbach, die ihre früheren leider erfolglosen Bemühungen in dieser Angelegenheit im letzten Jahre wieder aufnahm, konnte von der Solinger Handelskammer eine Menge Beweismaterial, bas ihr von einer Anzahl an ber Ausfuhr nach Englanb beteiligter Firmen zur Verfügung gestellt war, überwiesen werden, hoffentlich gelingt es bald, diesem Mißstand ein Ende zu machen. Die Ausländer im Deutschen Reiche. Soeben wird vom statistischen Amt ein ganz besonders interessantes Ergebnis der letzten Volkszählung bclannt gemacht, nämlich die Zahl der in Deutschland wohnenden Ausländer und ihre Verteilung auf die verschiedenen Gebiete deS Deutschen Reiches. Besonders bemerkenswert ist die verhältnismäßig starke Ansammlung von Reichsausländern in einigen Grenz- und Küstengebieten, während wieder andere, gleichfalls an der Landesgrenze liegende Provinzen und Bundesstaaten eine relativ geringe Zahl von Reichsausländern aufzuweisen haben. In Elsaß-Lothringen kommen beispielsweise auf 1000 Reichsangehörige 37,94 Ausländer, während das östliche Reichsgrenzgebiet noch nicht den zehnten Teil hiervon zu verzeichnen hat. Rein numerisch stellt sich das Verhältnis naturgemäß anders und wir lassen nachstehend zur Crientirung des Lesers die genauen, sowohl absoluten wie relativen Zahlen (letztere sind in Klammern beigefügt und zeigen die auf 1000 Reichsinländer entfallenden Ausländer an) der ReichSaus- lünder in den einzelnen Reichsgebieten folgen: In den Provinzen Ostpreußen 7 451 (3,73), Westpreußen 3 893 (2,49), Stadt Berlin 35 026 (18,54), Brandenburg 19 694 (6,34), Pommern 4 437 (2,71), Posen 5 184 (2,75), Sachsen 14 413 (5,05), Schlesien 59 123 (12,67), Schleswig-Holstein 28 591 (20,60), Hannover 16 289 (6,29), Westfalen 46 449 (14,57), Hessen-Nassau 18 215 (9,60), Rheinland 108 820 (18,59), Hohenzollern 509 (762). Im ganzen Königreich Preußen mithin 368 003 (10,68). Weiter folgen Bayern r. d. Rh. mit Plaudereien aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Nachklänge von der Wafseruot. — Ter Luxusdampfer auf dem Nord-OstseeKamü. — Der Schaden von der Hundesperre. „In ber großen Seestadt Leipzig War einst eine Wassernot . . Das alte Leierkastenlieb mit den famosen Illustrationen ist in vcrschiebeneu Variationen wieder zu Ehren gekommen, seit uns ber Aprilhimmel zum Zielpunkt seiner etwas groben Scherze gemacht unb uns in der Nacht zum Montag ein endloses Gewitter mit einem richtigen kleinen Wolkenbruch beschert hat. Unb wie das so in dem großen steinernen Meer zuzugehen pflegt: bie meisten ber Einwohner lagen behaglich in ihren Betten, murmelten schlaftrunken ein paar Verwünschungen auf bie Erbsenmusik, bie ber strömende Regen auf den Fensterblechen ausführte, hörten auch wohl den nicht allzu lebhaften Donner unb legten sich bann auf die andere Seite, ahnungslos, daß in der Nachbarschaft Menschen um ihr Hab unb Gut bangten, baß Hunderte von fleißigen Leuten, bie in früher Morgenstunde in die Werkstatt müssen, den Weg verlegt fanben, daß anderswo wiederum die Polizei in höflicher Kürze an die Schlafstuben-Thüren pochte und ersuchte, „binnen fünf Minuten" die Wohnung zu räumen, da Einsturzgefahr vorliege. Die kleinen Seen, die sich an einzelnen Bahnunterführungen mit lebhaftem Verkehr unb auch sonst an tiefer liegenben Stellen gebildet hatten, gaben mitunter Bilder voll drolliger Komik zum Besten, die von ben unvermeidlichen Amateur-Photographen vielfach auf ber Platte festgehalten würben. Alte und junge Weiblein, die Huckepack durch die Fluten kamen, waren keine Seltenheit. An ber Tempelhofer Straße hatten sogar unternehmende Leute ein Floß gebaut, unb vermittelten darauf den Verkehr. Freilich war es ein tückisches Fahrzeug, bas ständig .Tauchergelüste hatte. Aber trotzdem mangelte es nicht an Zuspruch. „Immer ran, Männeken", lud der Kapitän s^ieichlerisch ein, um möglichst Piel zu profitieren. „Die Fahrt über den Nord-Ostsee-Kanal geht gleich los. Zwanzig Pfennje be lumpichte Person! Del 's doch alle Billigkeit uff so 'nen Luxusdampfer!" Der arme Geschäftsreisende, ber, weiß b.r Himmel, was auf ber anderen Seite an ben Mann bringen wollte, ging benn auch richtig noch an Borb unb mit Hilfe feines Parapluis gelang es ihm mühsam, bie Balance zu halten. Ta plötzlich, wo ber Ozean am tiefsten war, neigt sich ber „Luxusdampfer" unb sank langsam, wie weilanb ber Becher bes Königs von Thule, in bie brobelnbe, spülenbe unb vor allen Dingen unendlich schmutzige Tiefe. Der Musterkoffer machte einen Absprung wie ein Wasser- afrobat, Bemannung unb Passagiere verschwanben bis an ben Hals in den scheußlichen Fluten; von dem Jünger Merkurs war eine Zeit lang sogar nur der Regenschirm zu sehen, der wie eine Kirchturmspitze Vinetas aus dem Meeresgrunbe ragte. Aber schneller, als sich s erzählen läßt, waren hilfsbereite Hände zur Stelle unb als der Kapitän im Hafen bie Häupter feiner Lieben zählte, konnte er voll Stolz konstatieren, baß kein teures Haupt fehlte. Von bem Reisenben wollte er jetzt nur noch die Hälfte bes ausbebungenen Lohnes, welche Ermäßigung dieser je- boch vornehm ablehnte unb sich dann schleunigst „auf bie Tour" begab. Ein ähnliches Mißgeschick traf im Ozean an ber Yorkstraße einen Bäckerwagen, der mitten burch bas nasse Element fuhr. Es öffneten sich nämlich vom Wasserdruck bie Hinteren Thüren, unb wie ber Teufel rutschten bie dahinter aufgestapelten Brote in bie höhnisch auf- klatschenbe Tiefe. Ein höherer Offizier, der die Katzbach- straße hinauffuhr unb bie Flut burch bie Ritzen ber Droschke bringen sah, wollte seinem Groll über ben dämlichen Kutscher Luft machen, ber feiner Meinung nach einen anberen Weg hätte wählen können. Just im ungeeignetsten Moment riß er bie Thür auf, um sofort bis an ben Leib im Wasser zu sitzen. Auf ben überschwemmten Polstern hockend, mußte er ben Rest bes Weges zum kippelt zurücklegen! Er wirb sicherlich noch manchen Leibensgefährten gehabt haben! Der Schaden, der in den Kellern angenchtet ist, läA sich zur Zeit noch nicht übersehen. Im Bazar von Tietz hat man ca. 20 000 Mark an Waren zugesetzt, allein für 8000 Mark Konfitüren, bie unten lagerten, ähnlich ist's in vielen anberen Geschäften, besonbers in Souterain- Hanbluugen. Die nächsten Wochen werden uns eine Fülle von Ausverkäufen ber so beliebten „bei der Wassernot befähigten Waren" bringen. Ter eo. Vorrat kann unter ber Wasserleitung täglich neu ergänzt werben! Eine ein» bringliche Lehre haben jedenfalls die Hausbesitzer und solche, bie es werden wollen, erhalten. Tie leichtfertige, nur auf ben äußeren Schein berechnete Ar( ber Berliner Bauten ist bei ben zahlreichen Unterspülungen ber Mauern einmal schreckhaft zutage getreten! Ab.er beswegen wirb zweifellos weiter gesündigt werben. „Nach uns bie ^unbflut. ist unb bleibt bie Devise ber berliner Bau-Unternehmer! Noch eine anbere Not herrscht i.i ber Reichshauptstadt in biefen ersten Frühlingstagen Sie betrifft bie vierfüßigen Lieblinge ber Kinber, sowie unverheirateten Xanten unb einsamen Ehepaare. Die Toll.FUt eines Artisten- pubels hat bie Hunbesperre über Berlin heraufbeschworen, bie sehr streng dura-geführt wirb. Wer »)nch Berlin will, lasse daher feinen Hund diesmal bafjeim; zum mindesten vergesse er nicht die Steuermarke oder, we's diese nicht giebt, die Quittung über erlegte Hundesteuer; selbstverständlich auch Maulkorb unb Leine nicht. Zweifellos wird ber Hundebestaiib Berlins burch diese Maßregel park dezimiert. Bei dem Riesenverkehr berührt es übrigens nur angenehm, wenn dem Ahnungslosen nicht, wie bisher, große Jagd- ober Fleischerhunde zwischen bie Füße laufen unb womöglich zu Fall bringen. ES ist darin ein bischen viel gesündigt worden; benn Hundeliebe wird bekanntlich sehr oft zur Affenliebe, die sich schrecklich entrüsten kann, wenn irgend ein Barbar „den süßen Liebling", dem alle Unarten der Welt mit Fleiß angewöhnt zu sein scheinen, mit irgend einem Namen belegt, der nicht aus dem „Knigge für Hunde" stammt. Tr? Guten, Wohlerzogenen, müssen natürlich mit unter bie’em drakonischen Gesetz leiben. Aber ist das nicht überall so in der Welf? Ä. R. 102 126 (19,11), Bayern L d. Rh. 4 628 (5,56), Sachsen 133 175 (31,69), Württemberg 17 083 (7,87), Baden 35 033 (18,75), Hessen 7 019(6,27), Mecklenburg-Schwerin 3 003 (4,94), Sachsen-Weimar 2 951 (8,13), Mecklenburg-Strelitz 638 (6,22), Oldenburg 2,744 (6,87), Braunschweig 4 476 (9,64), Sachsen-Meiningen 599 (2,39), Sachsen-Altenburg 2 043 (10,48), Sachsen-Coburg-Gotha 853 (3,72), Anhalt 2 240 (7,09), Schwarzburg-Sondershausen 601 (7,43), Schwarzburg-Rudolstadt 353 (3,79), Waldeck 208 (3,59), Reuß ältere Linie 950 (13,89), Reuß jüngere Linie 1 277 (9,17), Schaumburg-Lippe 78 (1,81), Lippe 321 (2,31), Lübeck 1 769 (18,28), Bremen 4 977 (22,13), Hamburg 16 299 (21,21), Elsaß-Lothringen 65 251 (37,95). Das größte Ausländerkontingent wird von unserem Nachbarstaat Oesterreich-Ungarn gestellt, und zwar haben davon allein 113 000 das Königreich Sachsen als Domizil gewählt. Schleswig-Holstein wird natürlich in der Hauptsache durch die Gegenwart von Dänen beglückt, welche ca. 3/4 der gesamten dort lebenden Fremden bilden. In Elsaß- Lothringen besteht die größte Fremdenkolonic merkwürdigerweise aus Italienern mit 20 952 Köpfen, dann erst folgen die Franzosen mit 14 934, die Schweizer mit 11934, die Luxemburger mit 10671 und die Oesterreicher mit 2972 Köpfen. In den Küstengebieten Deutschlands, namentlich in den Handelsstädten Hamburg und Bremen, ist die Fremdenkolonie zumeist international, aus vielen gleichstarken Kon- ttngenten zusammengesetzt. Innerhalb der letzten 50 Jahre hat sich die Zahl der im Deutschen Reich ansässigen Ausländer von 262 381 auf 678 698 erhöht, sodaß im Jahre 1900 auf 1000 Reichsangehörige 13,81 Ausländer entfallen, während m der 1880er Volkszählung deren nur 6,10 berechnet wurden. Erwähnt sei noch, daß das männliche Geschlecht unter den Reichsausländern im Deutschen Reich gegenüber denl weiblichen mit 67,8 Prozent in der Mehrzahl ist; nur die Engländer, Franzosen und die Angehörigen der Vereinigten Staaten von Nordamerika schicken ein größeres weibliches als männliches Kontingent nach dem Deutschen Reich. Heer und Flotte. Ein neuer Uniformknopf soll in der Armee -eingesührt werden, ähnlich dem österreichischen, kleiner und gewölbter als der bisherige. Der „Reichsb" bemerkt dazu: „Erwägt man bei allen diesen mehr oder minder vermeidbaren Abänderungen der Ausrüstung auch immer hinreichend die nicht unbedeutenden Kosten, welche sie der Verwaltung wie dem einzelnen Soldaten verursachen? Es scheint doch nicht zu sein, denn sonst würde man z. B- in Offizierskreisen nicht immer wieder Klagen über die steigende Belastung der Ausgaben für die Uniformierung begegnen. So wird es auch schwer einleuchten, was ein etwas mehr oder weniger eleganter Unisormtuopf .für den Geist und die Schlagfertigkeit der Armee bedeuten soll. Die vorhandenen Bestände hätten gewiß noch für Generationen gereicht. Aber mtt der alten preußischen Sparsamkeit ist es schon lange reißend bergab gegangen. Sterbekaffen für Beamte. Wir lesen in der „Zeitschrift des Verbandes hessischer Finanzbeamten: In den persönlichen Sorgen und Bestrebungen eines Beamten nimmt die Frage der Hinterbliebenen-Ver- sorgung nicht die letzte Stelle ein. So lange der Beamte am Leben bleibt, ist — wenn auch nicht reichlich — so doch in der Regel ausreichend für ihn und seine Familie gesorgt; sein Gehalt und nach eingetretener Dienstunfähigkeit seine Pension gewähren die Mittel für den notwendigen Lebensunterhalt. Darüber hinaus aber meistens nichts. Ein Vermögen aus seinem Arbeitsverdienst zu sammeln, wie andere Erwerbsstände, ist für den Beamten vollständig ausgeschlossen, und sauer genug wird es Manchem, die Prämien für eine etwaige Lebensversicherung zu erschwingen. Mit dem Ableben eines Beamten tritt aber in der Mehrzahl der Fälle eine völlige Veränderung in den Lebensverhältnissen seiner Hinterbliebenen ein. Vermögen ist — besonders bei den mittleren und unteren Beamten — in der Regel nicht vorhanden, an die Stelle des Gehaltes des verstorbenen Ernährers der Famllie tritt die schmale Witwen- und Waisenpension, die umso kleiner ist, je früher der Beamte den ©einigen entrissen wurde. Nehmen wir nun ein Beispiel aus der Gruppe der mittleren Staatsbeamten: Ein Kassebeamte, ein Revisor, stirbt im 40. Lebensjahre, und hinterläßt eine Witwe mit drei Kindern. Nehmen wir den sehr günstig gegriffenen Fall an, daß er 3100 Mk. Gehatt bezogen und 15 pensionsfähige Dienstjahre erworben hatte, dann würde sich die Witwen- und Waisenpension für seine Hinterbliebenen aus zusammen etwa 840 Mk. belaufen; damit soll die Witwe ihr Dasein fristen und ihre Kinder zu brauchbaren Menschen erziehen. Diese Beispiele lassen sich günstiger,- jedoch auch noch trüber vorführen; auf alle Fälle aber zeigen sie, daß die Sicherheit, die dem aktiven Beamten hinsichtlich seines eigenen Lebensunterhaltes in seinem festen Gehalte gewährt ist und wegen dessen er nicht selten von anderen Berufsständen beneidet wird, reichlich ausgewogen wird durch die Sorge um die ungesicherte Zukunft seiner Hinterbliebenen im Falle seines vorzeitigen Ablebens. Hierin bessernde Hand anzulegen ist gleichmäßig Pflicht des Staates als des Arbeitgebers und der Beamten selbst. Vieles ist schon geschehen im Laufe der Jahrzehnte, von beiden Seiten, das muß dankbar und lobend anerkannt werden. Aber vieles bleibt noch zu thun und kann umso wirksamer und rascher gethan werden, je mehr sich die wohlwollende Fürsorge des Staates mit energischem und zielbewußtem Streben der Beamten nach Selbsthilfe erfolgreich und verständnisvoll verbindet. Einer dieser vorhandenen und im Beamtentum noch sehr mangelhaft ausgefüllten Lücken wollen wir hier unsere besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Wir meinen die Lücke, die sich beim Tode des Beamten oder auch eines seiner Familienmitglieder durch dieses Ereignis selbst unmittelbar in den wirtschaftlichen Verhältnissen der Familie in drückender Weise fühlbar macht, — ganz abgesehen von der hieran anschließenden völligen Umwälzung in den gesamten Lebensbedingungen der ihres Ernährers beraubten Hinterbliebenen. Welch' beträchtliche Kostensumme erwächst nicht schon aus Anlaß des Sterbfalles, nehmen wir noch die ost recht beträchtlichen Kosten der Krankheit, wohl gar für einen teueren Aufenthalt in einer Heilanstalt, kostspielige Operationen nnd dergl. mehr hinzu, dann wird sich unter allen Umständen eine Ausgabeschuld ergeben, für die das auf den Gehalt gegründete Budget des Beamten keinerlei Deckungsmittel bietet. Zwar gewährt der Staat in dem sogen. „Sterbequartal" den Fortbezug des Gehaltes oder der Pension für weitere drei Monate nach dem Ableben des Beamten, aber einmal ist eine Monatsrate in der Regel schon vereinnahmt und im Voraus verbraucht, und dann kann dieses Sterbequartal doch nur die Mittel dazu bieten, den Hinterbliebenen den Uebergang in die veränderten Lebensverhältnisse — die Miete für die bisherige Wohnung kann beispielsweiie erst nach einem Vierteljahre in Wegfall kommen — zu erleichtern. Auch die Versicherungssumme aus einer Lebensversicherung kann hier nicht als Deckungsmittel in Betracht fjommen, da die Zinsen des Kapitals für den ferneren Lebensunterhalt der Familie bestimmt sind und überdies ein großer Prozentsatz von Beamten überhaupt nicht versichert ist, sei es wegen verweigerter Aufnahme, sei es wegen der Unmöglichkeit, die Prämie für eine nennenswerte Versicherungssumme aufbringen zu können. Diese Lücke kann nur durch eine Sterbegeld-Versicherung zweckdienlich ausgefüllt werden. Die Bedeutung dieses Versicherungszweiges ist längst hinreichend erkannt und wird begründet durch das Bestehen unzähliger Sterbekassen, die teils von Versicherungsgesellschaften, teils von Vereinen — vorzugsweise Berufsoeremigungen — ins Leben gerufen worden sind. Speziell für die Beamten sind hier neben den Sterbekassen einzelner kleinerer Vereine die Sterbekasse des „Preußischen Beamtenvereins" und die des „Verbandes deutscher Beamtenvereine" zu nennen, die vorzüglich geleitet sind und bisher schon außerordentlich segensreich gewirkt haben.*) Gelegenheit zum Eingehen einer Sterbegeld-Versicherung ist also für die Staatsbeamten in ausreichendem *) Die Versicherungseinrichtungen dieser beiden großen Vereinigungen sind voneinander verschieden; der „Preußische Beamtenverein" versichert immer nur eine einzelne Person, während der „Verband deutscher Beamlenvereine" sich ausschließlich mit der wechselseitigen Versicherung zweier Personen (z. B. Stann und Frau) besaßt. Maße gegeben uno man kann umsomehr von jedem Beamten die Benutzung derselben erwarten, als die Prämie bei dec verhältnismäßig nicht hohen Versicherungssumme wohl von allen getragen werden kann und überdies die Schwierigkeiten für die Aufnahme bei weitem nicht so groß sind wie bei der Lebensversicherung. Wir haben aber trotzdem Zweifel, ob die vorhandenen Gelegenheiten und Einrichtungen genügen. Eine Thatsache ist es, daß nur ein kleiner Bruchteil der Beamtenschaft in Sterbekassen versichert ist, trotzdem das Bedürfnis hierzu allgemein anerkannt ist. Hieran mögen verschiedene Um* stände Schuld tragen. Zunächst wohl die leidige Lässigkeit. Gar viele Menschen leben leider nur den Bedürfnissen des, Tages und lassen die Zukunft für sich selbst sorgen: schon manche Wohlthat — man denke nur an unsere gesamte Sozialgesetzgebung — mußte, um wirksam zu werden, den Menschen aufgezwungen werden. Wenn wir hier auch keinen direkten Versicherungszwang befürworten möchten, so läßt sich doch eine Einrichtung denken, die durchs ihre unmittelbare und nachdrückliche Einwirkung auf die Beteiligten einen gewissen sittlichen Zwang zum Beitritt bewirken würde. Vielleicht spielt auch für manchen der Mangel an Kenntnis der bestehenden Versicherungseinrichtungen oder der Zweifel, welcher derselben er sich anschließen soll, eine hindernde Rolle. Allen diesen Mängeln würde in weitgehendem Maße begegnet werden können, wenn eine von Staatswegen begünstigte und geförderte, im übrigen aber mit vollem Selbstverwaltungsrecht ausgestattete Sterbekasse für alle Staatsbeamten bestände. Wir denken uns diese Kasse so, daß sie von den Beamten selbst ins Leben gerufen und verwaltet wird, und daß der Staat sie insoweit unterstützt, als er die Kassegeschäfte durch seine Organe besorgen läßt. Die Beteiligung an der Verwaltung wäre durch Berufst gruppen auszuüben, dergestalt, daß jebe derselben eine der Zahl der aus ihr Versicherten entsprechende Anzahl von Verwaltungsmitgliedern oder Delegierten zu den Haupt- Versammlungen zu stellen hätte. Wo einzelne Beamtengruppen in Berufsvereinen organisiert sind, gestaltet sich eine solche Beteiligung an der Verwaltung sehr einfach, aber auch für die nichtorganisierten Gruppen werden sich hierbei keine unüberwindlichen Schwierigkeiten ergeben. Die Mitwirkung des Staates, der vielleicht durch einen Kommissar auch bei der Verwaltung beteiligt sein könnte, würden wir vor allen Dingen darin erblicken, daß derselbe auf seine Kosten die Beiträge — vielleicht durch Abzüge am Gehalt — erheben und die Sterbegelder auszahlen, schließlich auch die Verrechnung — etwa durch Angliederung an die staatliche Betriebskrankenkasse — durch seine Organe besorgen läßt. Ein Beitrittszwang dürfte zu vermeiden sein, dagegen wäre die Frage der Prüfung wert, ob und inwieweit auch mittelbare Staatsbeamte, Gemeindebeamte :c. zum Anschluß an die Versicherung zuzulassen seien. Es liegt auf der Hand, daß eine derartig eingerichtete Sterbegeldver* sichernng infolge des Wegfalls nahezu aller Verwaltungskosten die billigsten Prämientarife bieten könnte. Den Haupt-, vorteil derselben würden wir aber darin erblicken, daß neben diesen Vergünstigungen die hierbei vorliegende unmittelbare Anregung und (Änwirkung auf die Beamten recht viele zum Beitritt veranlassen würde, und daß dieser Beitritt — wenigstens im Anfang — auch denjenigen älteren Beamten ermöglicht werden könnte, welche wegen Ueberschreitens der Altersgrenze in andere Sterbekassen nicht mehr ausgenommen werden. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß unsere hessische Regierung bei ihrem bekannten Wohlwollen für Bestrebungen auf dem Gebiete sozialer Fürsorge eine derartige Beamten-Sterbekasse mit allen Kräften unterstützen würde. Zunächst muß aber die Initiative der Beamtenschaft selbst vorliegen, und darum wenden wir uns an alle hessische Staatsbeamten mit dem Ersuchen, der Prüfung dieser Frage näher zu treten und, soweit sie deren Bedeutung anerkennen und zur Mitwirkung bereit sind dies der Schriftleitung deH Verbandes hessischer Finanzbeamten in Darmstadt, Kies- straße 84, zu erkennen zu geben. Kongreß für innere Medizin. IL Wiesbaden, 17. April. Nach Leyden kann die Stcttisttk, die das Ergebnis der jüngst stattgehabten Sammelforschung über die Kr eb s- k r a n k h e i t ist, nur Anregung zur weiteren Forschung/ aber keine Entscheidung über die Natur des Leidens geben. Von den vielen Theorien über das Wesen der Krankheit bestehen zur Zeit noch zwei zu Recht: 1) die histogenetische Feuilleton. Hermann Bahr, Premieren, Gesammelte Essays, Winter 1900 bis Sommer 1901, geheftet 4 Mark, elegant gebunden 5 Mark, Verlag Albert Langen, München. Ein liebevolles und feines Verständnis für die moderne litterarische Kunst in allen ihren Ausdruckssopmen, die Fähigkeit, das Gesuhlte in glänzendem Stil, espritvoll und doch voll idealen Ernstes auszusprechen, haben Hermann Bahr als Kritiker in die erste Reihe unserer ledenden Schriftsteller gerückt. In den „Premieren" giebt er so, mit der heutigen litterarischen Bewegung fühlend, und oft ihren zukünftigen Gang hellhörig vorausfühlend, eine fesselnde und litterarisch wertvolle Dramaturgie der letzten Jahre. Das Problem des menschlichen Fluges beschäftigt die Aüsmerksamkeit der hervorragendsten Techniker der Gegenwart mindestens in demselben Maße, wie die Frage der Erfindung eines lenkbaren Luftschiffes. In jüngster Zeit ist die Lösung des Flugproblems von einem fachmännisch gebildeten Amateur, Carl Buttenstedt in Kl.- Rüdersdorf bei Berlin, durch Widerlegung der bisher allgemein angenommenen Theorien in neue Wege geleitet worden. Buttenstedt ergreift in Heft 17 der illustrierten Zeitschrift „Für Alle Welt" (Deutsches Verlaasihaus Bong & Co., Berlin W. 57, — Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) das Wort zu einer eingehenden, durch zahlreiche Momentaufnahmen erläuterten Auseinandersetzung seiner Ansichten. Von Interesse ist in derselben Nummer ferner wieder die Rubrik der neuesten Erfindungen und Entdeckungen. Historische, geographische, meteorologische, poetischje, zeitgenössische und sportliche Beiträge, größtenteils reich illustriert, verleihen dem Hefte Abwechslung. Dem Unterhaltungsbedürfnis dienen die Romane: „DieNibelunge n" von Robert Kraft und „Prinzeß Mabel" von Paul Blumenreich, sowie die Humoreske: „Der Kasinoball" von Charlotte Wolterg. Erne farbige Kunstbeilage — „Ungarische Csikosrciterin" nach C. Beckers gleichnamigem Gemälde —- bildet eine besondere Zierde der Nummer. Das freie Wort. 2. Jahrgang, Nr. 1. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl Saenger, herausgegeben von Max Henning. Preis pro Quartal 2 Mk., Einzelnummer 40 Pfg. — Die vorliegende erste Stummer des 2. Jahrganges dieser vornehm gehaltenen, temperamentvollen Reformschrift erörtert in knappen, anregenden Essays die verschiedensten Fragen und Vorgänge von allgemeinem Interesse. Der Berliner Philosoph Simmel bringt einen Essay „Zum Verständnis Nietzsches", in dem er den Sinn des „Uebermenschen" darlegt. Bode würdigt in seinem Aufsatz „Was ist uns Tolstoi" den großen Russen als Propheten. Max Henning zieht in seiner Studie „der biblisch-babylonische Sintflutmythos" eine Parallele zwischen dem keilinschristlichen und den beiden biblischen Sintslut- berichten und weist nach/ daß alle drei Erzählungen aus einem ursemitischen Sonnenmythos herausgewachsen sind. Ter Ethiker und Indologe Dr. Psungst verbreitet sich in seinem Aufsatz „Tie Upanishads" über die indische Veoanta- lehre, die einen Höhepunkt des menschlichen Denkens bezeichnet, wie er höchstens noch in der Kantischen Philosophie ein zweites Mal erreicht ist. — Endlich erörtert noch O. H. das kitzliche Thema „Der Cölibat". Der Bremer Pastor Steudel zeichnet scharf seinen Standpunkt gegenüber allen Versuchen einer Rekonstruktion des Lebens Jesu, und Emil Felden, ein elsässischer Pfarrer, tritt für die „Befreiung der Volksschullehrer aus der geistlichen Herrschaft" ein. Eduard Castle, Nikolaus Lenau. Zur Jahrhundertfeier seiner Geburt. Leipzig (Max Hesses Verlag) 1902. Mk. 1.50. — Zur Jahrhundertfeier von Lenaus Geburt legt Castle eine gedrängte Darstellung von dessen Lebens- E,ang und schriftstellerischer Entwicklung vor. Der Ver- asser läßt die Persönlichkeit Lenaus aus dem Unbehauen es alten Wiens in der sranzisceischen Periode uno aus Den geistigen Kämpfen der dreißiger Jahre herauswachsen, bemüht sich, die seelische Eigenart des Dichters zu durchleuchten, und sucht auch der Frau gerecht zu werden, deren Name mit Lenaus Leben, Schassen und Zusammenbruch m verhängnisvoller Verbindung steht: ein spannendes Kapitel aus einem Lebensroman. Mit Sachkenntnis wird der Fortschritt von Lenaus philosophischem Denken und poetischem Hervorbringen verfolgt, werden hier wie dort die entscheidenden Momente aufgezeigt. Ein Register ermöglicht rasches Zurechtfinden in der Fülle des zusammengedrängten Stoffes. Neun Bildnisse und eine Schriftprobe in trefflichen Reproduktionen ergänzen in willkommener Weise den Text.. Tas Büchlein verdient Empfehlung und Verbreitung. Berlin, 17. April. Was heute mit einem großen Gastwirts» betriebe verbunden tft kann man aus der großen Industrie« A u s ft e l l u n g im Luisenhof lernen, in welcher nichts fehlt, was der Wirt braucht und der Gast verlangt, llö Aussteller sind mit Neuheuten und Erfindungen auf den verschiedensten Gebieten vertreten. Zu ihnen gehört auch eine deutsche Fürstin, die Prinzessin Marie zu Isenburg, Prinzessin Reuß ä. L., die einen von ihr konstruierteii Bücher- und Notenoffenhalter und einen Blattnoteiihalter ausgestellt hat. London soll eine jüdische Oper erhalten. Ein Syndikat hat das Manor-Theater in der Vorstadt Hackney gepachtet und es für die geplante Oper einrichten lassen. Das Innere wurde mit Bildnissen und Büsten jüdischer Komponisten geschmückt, zu welchen neben Meyerbeer und Mendelssohn auch — der König David gerechnet wird. Die zur Aufführung gelangenden Opern sollen in den jüdisch-deutschen Dialekt übersetzt werden. Außer den Opern wird man auch jüdische Operetten von Goldfaden geben. Freitag-Abend wird nicht gespielt. Drastische Wirkung eines BortragcS. In der Berliner Rettungsgesellschaft hielt Exzellenz Geheimrat Professor v. Bergmann einen Vortrag über die Thcitigkeit der Gesellschaft. .Sterbet kanten Lichtbilder zur Verwendung. Alan sah das Ankommen eines Krankenwagens auf der Hauptstation, die Einlieferung, die Amputation eines Bernes, das Einrenken eines Schultergelenkes u. a. m. Dabei wurde verschiedenen Damen unwohl. Eilte ältere Dame (eine Frau Saurat) wurde vom Schlage gerührt und mußte nach der ersten Behandlung im Hause selbst nach ihrer Wohnurrg gebracht werden. fri einem an die Kasse gerichteten Schreiben beantwortet oder cellulare, deren Hanptvertreter Hansemcmn und Rib- bert sind, 2) die parasitäre, oder die biologische. Leyden bekennt sich entschieden zu der letzteren, die ja auch dem Kliniker am nächsten liege. Nach einer kurzen Charakterisierung der histogenetischen Theorie, besonders des Standpunktes, den Ribbert in dieser Frage einnimmt, ging der Vortragende auf die biologische Theorie ein. Wenn diese letztere Theorie verständlich sein soll, so muß der Parasit in den Zellen liegen. Man rennt keine fortdauernde Wucherung der Zelle, ohne daß ein fortdauernder Reiz vorhanden ist. Diese Annahme widerlegt den von Ribbert gemachten Einwand, daß ein kleiner Parasit solch gewaltige Veränderungen Hervorrufe, wie wir sie beim Careinom sehen. Leyden weist darauf hin, daß von russischen Botanikern eine Erkrankung von Pflanzen beobachtet ist, die mit dem Krebse gewisse Analogien darbietet. Von dieser Pflanzenkrankheit (eine Geschwulstbilbung an den Wurzeln des Kohls), ist bewiesen, daß sie auf einem intracellulären Parasiten (Plasmodium) beruht. Aus diesem Plasmodium entstehen Sporenhaufen, deren Ucbergang in Amöben außerhalb der Pflanze beobachtet worden ist. Eine weitere Stütze findet ine parasitäre Therapie in dem Einflüsse >es Krebses auf den Stoffwechsel, Vermehrung der Harn- tossausscheidung, Krebscachexie re. Was die Ansteckungs- ährgkeit anbetrifft, so ist sie direkt nicht bewiesen. Ver- uche am Menschen sind natürlich ausgeschlossen. Bei Tieren sind solche Uebertragungen aus Tiere derselben Spezies in neuerer Zeit wiederholt geglückt. Mit der größten Wahrscheinlichkeit müssen wir die Uebertrag- ung des Krebses b an Mensch zu Mensch an- nehmen, umsomehr als neuerdings in einem katholischen Krankenhause ein llnglückssall beobachtet ist, wo zwei Jahre nach dem Verschlucken einer carcinomatären Flüssigkeit sich bei einem jugendlichen Mädchen Carcinom entwickelt hat. Zum Schlüsse schildert Leyden die schon vor zwei Jahren von ihm gefundenen für Parasiten gehaltenen intracellulären Körperchen. Für einen großen Fortschritt hält Leyden die von ihm erst jüngst gemachte Beobachtung, daß diese Körperchen an einzelnen Stellen zu Haufen zusammen liegen, die nach Analogie der von den Botanikern gemachten Beobachtungen als Sporangien (Fortpslan- zungsftobien des Plasmodium) anzusprechen sind. Geheimrat N a u n y n berichtete über einen ähnlichen llnglückssall von Krebsübertragung am Menschen, einem Arzte, den er in jüngster Zeit beobachtet hat. Aus tztadt und Kund. Gießen, 17. April 1902. ** Oeffestliche Lesehalle. Das Zeitungis- zimmer der öffentlichen Lesehalle wird Werktags von 6 bis 10 Uhr abeitds, Sonntags von 11 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends für jedermann offen gehalten. Die Beleuchtung soll in diesen Tagen wesentlich verbessert werden. Auch ist eine Schreibgelegenheit geschaffen worden. Tinte, Feder, Briefpapier und Briefumschläge werden zur Benutzung am Orte dauernd verfügbar sein. ** Zwangserziehung im Großh. Hessen- Aus einer amtlichen Statistik, die in den „Hessischen Schul- blättern" abgedruckt ist, ersehen wir, daß sich im letzten Jahre in Hessen 109a Kinder in Zwangserziehung be- sanden. Mit Recht bemerken hierzpt die „Schulblätter": „Die große Zahl der in Zwangserziehung untergebrachten Kinder muß als ein bedenkliches Zeichen unserer Zeit ausgefaßt werden. Sie beweist die zunehmende Zerrüttung des Familienlebens und die damit Hand in Hand gehende Vernachlässigung der Kindererziehung. Nicht minder bedenklich und beklagenswert ist die erschreckende Zunahme der jugendlichen Verbrecher in Deutschland. Während im Jahre 1882 wegen Verbrechen und Vergehen rund 30 000 Jugendliche gerichtlich verurteilt wurden, betrug die Zahl derselben im letzten Jahre 50000. Diese Zunahme, welche die Bevölkerungszunahme Deutschlands weit übertrifft, spricht eine sehr deutliche und ernste Sprache. *♦ Die falschen Thalerstücke, die in der Gegend don Frankfurt zum Vorschein gekommen sind, sind ziemlich gut ausgeprägt, aus Bronze hergestellt, versilbert und wiegen nur ein Gramm weniger als die echten Stücke. Auch die Rundumschrift „Gott mit uns" ist deutlich vorhanden. Die Falsifikate tragen das Bildnis Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, das Münzzeichen „A" und die Jahreszahl „1860". Für den Laien dürfte es immerhin schwierig sein, die Falsifikate zu erkennen, da sie an Klang und Farbe echten Exemplaren ziemlich gleichen und nur ein wenig Fettigkeit beim Anfühlen sich bemerkbar macht, während allerdings auch die Adlerseite teilweise eine etwas verschwommene Prägung zeigt. ** Das Tabakrauchen hat — so wird uns von geschätzter Seite geschrieben — heutzutage allgemeine Verbreitung gefunden; es ist bei vielen unter Arm und Reich zur alltäglichen Gewohnheit geworden, so sehr auch beim Aufkommen des „Tabaktrinkens", wie man anfangs diesen Genuß bezeichnete, von Staat und Geistlichkeit gegen dieses „hochschädliche Wesen" geeifert wurde. (Während des 30- jährigen Krieges hatte sich das „Tabaktrinken", vermutlich begünstigt durch spanische Söldner, in Deutschland verbreitet.) Die ersten Verbote gegen diese „gottlose Unsitte" erließ Württemberg. Auch in Hessen erschien 1669 vom Landgrafen Ludwig VI. eine Verordnung gegen das „Tabak- trirfen", als gegen ein „sowohl der Gesundheit halber als wegen der Feuersgefahr und sonst in vielen Wegen hoch- schädliches Wesen". Den Kaufleuten und Krämern wird der Tabakverkauf unter Androhung der Konfiskation ihrer Tabakwaren und harter Geldstrafe verboten. Wer beim Tabaktrinken betreten wurde, hatte einen Reichsthaler zu zahlen. Nur den Apothekern sollte es gestattet 'ein, Tabak als Arzneimittel zu verkaufen. Trotz strenger Verbote und harter Strafen ließ sich das Tabakrauchen nicht ab klaffen. Als man dies erkannte, wollte man wenigstens einen Nutzen für die Staatskasse daraus erzielen. Aus den Zentner Tabak wurde eine Abgabe von 1 fl. 40 Kr. gelegt. Die Folge war, daß ein starker Schleichhandel getrieben wurde, und die „tabaksüchtigen Untertanen" ihren Bedarf in fremden Ortschaften holten. Die Macht der Volkssitte war stärker als staatliche Verbote. So fügte man sich behördlicherseits nach und nach ins Unvermeidliche und gestattete sogar schon am Ende des 17. Jahrhunderts in Süddeutschland die Anlegung von Fabriken. Zu 'Anfang des 18. Jahrhunderts wird in Württemberg der Anbau der Tabakpftanze empfohlen, wei' ter Gebrauch des Tabaks fast überall dermaßen eingerissen, daß er dem gemeinen Mann gleichsam zur Nahrung und Präservar.on geworden, und daher, da dessen Verbrauch groß geworden, an den Orten, wo er gepflanzt und bereitet wird, ein gar nützlicher und einträglicher Handel damit geführt werde." Das „hochschädliche Weseri" rst heute ein hochnützliches geworden; die Vernichtung der Tabakindustrie, in der Millionen ihre Brot ftnden, würde für viele Bevölkerungsklassen wirtschaftlichen Ruin bedeuten. ♦* Am Schlüsse der Saison! Tie Ball-, Gesell- chafts- und Konzert-Saison ist vorüber! Wir haben uns müde getanzt, müde drniert und soupiert, müde geredet und gemiemt und vor allem müde gehört, denn Frau Musika ist uns überall, dort mehr, dort minder, aufdmnjglich ent* legengetreten, hier zu unserer Freude, da zu unserem jeibe! Verstummt ist das Tongeschwirre aus den ver- chiedenen Blas-, Streich- unb Schlag-Instrumenten, erzeugt von Metall, Saite und Kehle. Künstler und Dilettanten in Sälen und Salons, im Vereins- und Familien-Zimmer haben ihr Möglichstes geleistet, um angenehm zu unterhalten und ich zu sonnen in dem verdienten und nicht verdienten Lobe, ober sich zu erfreuen an ber wvhlgefüllteu Kasse, freilich nur zu oft auch, um in künstlerischer Resignation über das mangelnde Metall d rin hinwegzublicken. Bei den Menschen mengt sich nun einmal unter alles Ideale das persönliche unb materielle Interesse. Anbers im großen Konzertsaaie ber freien Natur, ber jetzt seine weiten Thore öffnet. Ta ist mit einem Male bie Hörmübigkeit, welche die Saison jei uns gezeitigt, gewichen. Der heitere, jubilierende, lenzfrohe Vogelgesang erfrischt und belebt: sein wohlthuender Eindruck wird gestärkt durch den Einfluß der ätherreinen Lenzesluft und durch den Strahl der lebenweckenden Morgenröte! Wer den Frühlingsvogelsang in seiner ganzen Fülle hören will, ber muß es vor Sonnenaufgang thun! Stärkenbe Morgenluft wirb bann außerdem noch Herz und Lunge erquicken und die Gesundheit neu beleben! ** Ei ne Reise um bie Welt ohne Gelb! Die Myrrholin-Gesellschaft in Frankfurt a. M. giebt als Attrac- tion für ihre seit Jahren bewährte unb beliebte Patent- Myrrholin-Seife, sowie für bas Myrrholin-Glycerin ein Welt-Panorama von 1200 Bilbern aus allen Erdteilen in brei Albums heraus, bie unentgeltlich abgegeben und nicht verkauft werden. Es bietet sich hier ein neues Feld für Sammler unb gleichzeitig eine unerschöpfliche Quelle )er Belehrung unb Unterhaltung. Zwei Millionen von ben Bildern sind bereits verausgabt. Die Bilder sind in allen Geschäften, welche Toiletteseife führen, auch in ben Apotheken gratis erhältlich. Man lese bas ausführliche Programm wie man rasch unb kostenlos in ben Besitz bes Myrrholin-Welt-Panoramas gelangt. Für bie schnellsten Sammler sind noch als Prämien Mk. 2000.— in bar und 200 Albums Nr. 2 ausgesetzt. Die Bewerbung steht jeher* mann frei. k— Ran stabt, 17. April. Gestern nacht wurden in hiesiger Gemeinde brei freche Einbruchsdieb st ähle begangen. Die Diebe brachen in bas Pfarrha us, bei einem Wirte unb einem Lanbwirte ein. Die Beute war nicht bebeutenb, sie nahmen einige Mark, Kleibungs- tücke und Eßwaren mit. In zwei weiteren Wirtschasten jatten sie schon Leitern angestellt unb suchten einzubrechen, ourben aber burch Hunde verscheucht. Man hat im Verlacht zwei Fechtbrüder. ** 23 o n der Bergstraße, 15. April. In dem Steinbruche in Schriesheim ereignete sich dieser Tage ein schreckliches Unglück. Die Arbeiter 23. Ullrich und PH. Gruber wurden durch einen Schuß getötet. Der Schlag war so heftig, baß bei Ullrich die Eingeweide aus bem Leibe traten. Beide hinterlassen Witwen, der eine mit acht, ber anbere mit sieben Kindern. Es ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt, durch welche Ursache das Unglück herbeigeführt wurde. Es ist dies seit bem kurzen Bestehen des Bruches schon ber vierte Unglücksfall mit tätlichem Aus gange. Vermischtes. "GrafPückler hat aus der Schweiz an seinen Inspektor in Klein-Tschirne geschrieben, daß er beabsichtige, sich freiwillig dem Glogauer Gericht zu stellen. Daß die Frau Gräfin Pückler von ihm getrennt lebt, wird bestätigt. Die Gräfin hat ihren Mann verlassen und kehrt nicht mehr zu ihm zurück. Keins von beiden Teilen leitet die Scheidung ein, weil beide Teile glauben, daß die Ehe nach der heiligen Schrift nicht geschieden werden dürfe. * In Sachen des Pastors Disselhoff in Trebbin wird berichtet: Disselhoff hat in zwei Jahren rund 200 0 00 Mk. vergeudet. Man wußte in Trebbin, daß er die Offiziere während des letzten Manövers in der dortigen Gegend in einem Hotel glänzend bewirtet hatte, daß er die Kindtaufen seiner Kinder in Berlin Unter den Linden iu einem vornehmen Restaurant feierte. Man sprach auch davon, daß er „junge Damen" unterstützte, daß er wöchentlich mehrere Male nach Berlin fuhr, um sich dort zu amüsieren. Man erzählte sich, daß er in einem Berliner Theater eine Loge für sich und seine Freunde abonniert habe unb in allen Vereinen und Klubs den Schwerenöther spielte. Alle diese Dinge waren bekannt und wurden besprochen, nicht minder seine Freigebigkeit. Wer Geld brauchte, pumpte ben wohlmögenden „Herrn Pastor" an, der stets eine offene Hand hatte und mit blauen Scheinen nicht kargte. In dem Hotel, wo er verkehrte, pflegte er oft bie Zechen aller seiner Freunbe zu bezahlen. Niemanden fiel das bei dem Pastor auf, der stets mit seiner „reichen Erbtante in Westfalen" renommierte. Nicht nur bei den Lebemännern galt Disselhoff viel, sondern auch bei den Frauen, und besonders bei den Damen, die fleißig seine Predigten besuchten. Er war ein ausgezeichneter Kanzelredner, mildthätig gegen Arme, leutselig gegen jedermann und stets zum Helsen bereit. Man rechnet es ihm sehr hoch an, daß er vor ungefähr Jahresfrist eine bedeutend bester dotierte Pfarre ausgeschlagen und zu den Kosten der Wiederherstellung einer kleineren Kapelle, in der er dann Mittwoch abends predigte, wesentlich beigetragen hatte. Sehr zu bedauern ist seine Frau mit ihren drei kleinen Kindern. * Ueberbrettl-Eheroman in 10 Kapiteln. 1. Kapitel: „Das Gänschen" (von Robert Eysler). 2. Kapitel: „Bruder Liederlich" (von Dettev v. Liliencron). 3. Kapttel: „Das Herz in der Lttrde" (von Otto Julius Bierbaum). 4. Kapitel: „Seelenbündnis" (von Joseph Willo- mitzer). 5. Kapttel: „Der lustige Ehemann" (von Otto Julius Bierbaum). 6. Kapitel: „Kußlehre" (von Paul Flemming). 7. Kapttel: „Die silberne Wiege" (von Julius Bauer). 8. Kapitel: „Moderne Treue" (von Marie Madeleine). 9. Kapttel: „Der verlassene Lehmann" (von Otto Julius Bierbaum). 10. Kapitel: „Die Wasserleiche" (von Hans Heinz Ewers). Unwersitäls Nachrichten. Dr. Alfred Schulze, Bibliothekar an der königl. Bibliothek zu Berlin, rsl zum Oberbibliochekar und stellvertretenden Direktor an die Universitätsbibliothek zu Marburg berufen? worden. Hunde-Aus st ellung in Frankfurt a. M. Für ben 24. unb 25. Mai ist eine große internationale Hunbe-Aus st ellung aller Rassen ausgeschrieben, für biefe Tage unb für Montag kommen zum ersten Male kyno- logische Veranstaltungen und Vorführungen vor, wie sie noch auf keiner anderen deutschen Hunde-Ausstellung abgehalten wurden. Dem Publikum werden Foxhomidsmeuten auf kurzer Schleppe durch Piqueure vorgesührt, sodann ist .Gelegenheit geboten, die Armee Kriegshulibe deutscher Jägerbataillone in Mrbcit und voller Ausrüstung vor- gcsuhrt zu sehen. Zugleich werden hier die Hunde einzelner Bataillone in Rassereinheit, untereinander konkurrieren. Eine die weitesten Streife aufs höchste interessierende Arbett wird durch die Sanitätshunde ausgeführt werden. Der deutsche Saniläts Hunde-Verein, der unter bem Protektorat des Großherzogs von Baden steht, wirb sich durch seinen Vorsitzenden, Maler I. Bungartz, vertreten lassen; dieser läßt verschiedene Rassehunde, so u. a. old english Sheep doogS, Collie's und Aircbale terriers in ben Hebungen im Sanitätsdienst arbeiten. Anschließend an diese Veranstaltungen, bie bis zum Dienstag dauern, beginnen die Schliefen auf Dachs und Fuchs mit Fochsterriers und Teckeln, bie bis zum Freitag währen. — Das Interesse an diesen Veranstaltungen ist heute schon ungemein rege, da täglich neue Spezialklubs ihr Erscheinen zusagen. E inegroßeinternationaleH un beaus st ellung veranstaltet ber „Jagdhund-Verein Vorpommern" am 28. unb 29. Juni zu Stralsund. Tie bekanntesten Ky- nologen haben als Preisrichter zugesagt. In allen offenen Klassen rnerben Geldpreise vergehen. Viele wertvolle Ehrenpreise sind gestiftet. Programme und Meldescheine durch Herrn G. Liebreich, Pankow-Berlin. (ÖmdjtsJaaL Offenbach, 17. April. Das hiesige Gewerbegericht hat einem Fensteranschläger, der erst 2'/, Atonal sich in ferner Stellung, anscheinend gegen 14tägige Kündigung, befand, feinen Lohn für eine 1 2 tägige Reserveübung zugesprochen. Das Gericht verficht unter Hinweis aus die Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs und der Gewerbeordnung den Standpunkt, daß bei auf un» bestimmte Zeit abgeschlossenen dauernden Arbeits- oder Dienstvev- trägen, welche die Erwerbsthätigkett des Verpflichteten vollständig oder hauptsächlich in Anspruch nehmen, die Kündigungssrist, sei es die gesetzliche oder eine vereinbarte, im allgemeinen ats eine nach dem Willen des Gesetzgebers „nicht erhebliche Zeit" auszusassen sei, für welche dem Angestellten oder Arbeiter ein Unterhalt gewährleistet sein soll, sofern er nicht burch fein Verschulden ben Anspruch verscherze. Kandel und KerKchr. Volkswirtschaft. Leipzig, 17. April. Die Generalversammlung des Verkaufsbureaus der Vereinigten Emaillirwerke beschloß im Einvernehmen mit der sächsischen Gruppe nur solche Aufträge zu den gegenwärtig für Jnlandsgeschäste geltenden Preisen anzunehmen, welche! im zweiten Quartal ausgeführt werden. Dortmunder Union. Ter Abschluß dieser Gesellschaft für bas erste Halbjahr 1901/02 ergiebt bei 155 634 Mk. Gewinnvortrag nach! Abzug der Schuldzüisen u. Generalunkosten einen Verlust von 477 955 Mark. Für den entsprechenden Zeitraum des Vorjahres ergab sich bei 895 590 2Jlt. Gewinnvortrag ein Gewinn von 3 344 595 Akk. — Wir möchten jedoch daraus Hinweisen, daß die Semestrolbilanzerr nur eine relative Bedeutung haben, da erst bei der Jahresbilanz die Inventur und die verschiedenen Abrechnungen Berücksichtigung sinden tonnen. Tie unerledigten Aufträge sind bis Ende Februar d. I. auf 105527 Tonnen im Verkaufswerte von 13 374 578 Mk. gestiegen. Tie Bestände werden bis UMaid.J. auf ihre normale Höhe herabgesetzt fein. Tie Börse hat diese Ergänzung als relativ günstig ausgenommen. Auch hör die Ernennung emes neuen Ge- nerakdirectors in der Person des Herrn Regierungs- und Baurats Mathies einen günstigen Eindruck gemacht. Ter Hürder Bergwerks- und Hüttenvereiu hat einen neuen, ben sechsten Hochofen angeblasen. Kandwirtschast. — Preissteigerung des Getreides und des Brotes durch die neuen Koruzöllc. Die neuen englischen Korn- und Mehlzölle haben im ganzen Lande ziemlich allgemein eine Preissteigerung von 1 Sh. für das Quarter Weizen unb ebenfalls 1 Sh. für den Sack Diehl bewirkt. Einige Bäcker in London haben bereits den Preis für das zweipfündige Brot um einen halben Penny heraufgesetzt. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aiici unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Rebaktivn bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Nach Fertigstellung der Bahn st recke Londorf-Lollar am 1. Juni d. I. soll der jetzt 620 nachmittags von Grünberg abgehende Zug auf 5lti verlegt werden. Ta der G i e ß e n e r Zug erst 603 in Grünberg eintrifft, wäre es von allgemeinem Interesse, wenn der Zug von'Grünberg nach Lollar nicht vor, sondern nach Eintreffen des Gießener Zuges abginge, vielleicht 5 oder 6 Minuten nach 6 Uhr. Hoffentlich thut diese Anregung das Ihre zur Durchführung von Maßnahmen ber Eisenbahnverwaltung in diesem Sinne. Im Namen zahlreicher Interessenten: -k-. ------ ' -" a Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. April Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstäcke Wetter 17. । 2” 746,1 11,4 6,7 66 W. 2 Bed. Himmel 17. 9“ 747,2 8,6 7,5 91 SW. 2 Klarer _ 18. 7“ 749,4 2,6 5,5 100 NE. 2 Nebel Hock ste Ter nperatu r am 16. b s 17. s. Ipril 1 j,6° C. Niedrigste „ „ 16. „ 17. „ 0,8" C. Schiffsnachrichten. „Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdampfer „Kensington" der „Red Stet Lime" in Antwerpen ist laut Telegramm am 15. April wohlbehalten in New-Pork angekommen. Gegen Schnupfen hilft Formau. 3123 Von bi -mp erha qoj roii in hc' wemgflens uns ausg, wissen, no Sprache nichts! L Haupt in i nichts fort hatten. .Auf die Kosten gemeinsan bet Sinn« ebenso ur so schon hmen na ^toOOtüllO. rat ®amp < d-L 5r! b I Ter be beileibe derErde sroßind mh tann t Anbeste des Ausstai slüher entgi M in Äi Mz beend, ?ie W de hecheln sanibre 10 ( SRr.fl »»1**2 «iS« ®‘ r-->« ST« SÄ Aoche bei -ch-lstr übttfie Sizeigek' pttjgg Hili ; ^Dnvmm ^tilik B ykWktic m alb torä nicht y\ttelb( "Ugrs, m Tie $ Vorlage i l°rt. Aus Arauns W-rt- 6cl, ?b «ich i L'*«ur toürbe bt»«nag, «Hart, bi SÄ Mm» »tag’, ‘«Mi «eL®'n t’Me iu ; P «eue <\toe !r«t lü 5^ An die «chnetenhai m hellH/'.' ■ hessische» M Mer W>Ml aus unsere üc to Wek Hiyak Coursbericht von Conrad IMetz, Bankgeschäft, Gießen, Zohannesstraße 1. I Course vom Course vom OS» Course vom «1 Course vom «T Course vom Course vom s_ 10./4. 17./4. 5? 1O./4.| 17./4. GO 10./4. 17./4. GQ 10./4. 17./4. G9 10./4. 17./4. 10./4. 17./4. Türk Pit D 25.70 101.15 85.50 98.35 101.70 71*85 65.95 99.70 105.- 89*90 Eisenb. priorit. 372 do. Ser. 28,30, Industrie -Aktien Harpener Berg- 3 3M 3 8M 4 4 3M 3 Staatspapiere. Deutsche. D. Reichs.-Anl. do..... Preuß. Consols do..... Badische v. 86 . Bayern . . Bayer. St.-Obl. Hess. 4 Gießener (alte) . —.— 97.40 3 do. Erg.-Netz . 91.30 91.60 Löhnberg.ibkühle 78- 78.- 31, Cöln-Mindener 139.— 139.25 4 Italiener Rente —.— 100.90 3^ do. v. 96 . . 98.20 97.40 3 Prag-Dux 96 . 103.30 83.80 41 a Faber u. Schlei- 3 Madrider . . 44.80 8 do..... Oester. Goldrte. —- — 67.- 4 Mainzer. . . 103L0 3 Raab-Oedenbg. cher . . . . 130.50 130.50 4 Metn. Thlr. 100 J 33.45 133.40 4 102.55 102.45 3^ do..... 98.- —.— (alte) . . . 83.70 78.- Vank-Attien. Maschf. Gritzner 161.50 162- 5 Oesterr v. 1860 153.50 153.60 6 „ Galtz. Karl- Ludw.-Bahn in 3^ do..... — 98.— 3 Jtal. gar. E. B. 65.40 66.30 ) 37 Schuhfabrik Otto 3 Türk. Frs. 400 111.40 111- 3/4 Frankfurt a. M. 98.70 99.— 3 Livorneser . 66.40 67.30 Herz u. Co. . 128.50 127.50 Silber . . . 99.80 *■.—* 3)4 Darmstadt . . 98.70 98.- 4 Sizil. v. 91 . 101.80 101.70 102.40 189.— Siemens GlaS 112.— 249.— pr. Stück i. Mk. Portug. Staat. 43.65 43.50 4 Mannheimer . —.— —.— 5 Toscanier . . 104.20 105.- Rordd. Lloyd . 108.90 109.30 8 do..... 28.50 28.55 4 Münchener . . 103.75 104.- 4 Rufs. Südost . 99.- ConcoxdiaBerg- Ansbacher fl. 7 — — 6 Rum. am. Rte. 97.— 96.90 4 Nürnberger. . 103.80 103.80 4 do. Südwest 98.80 191‘- werk . . . 263.- 269.- Augsburg, fl. 7. 31.- 4 Rumän. v. 1890 82.95 83.60 4 Pforzheim . . 103.- —— _-- 4 Rjasan-Uralsk. 99.30 98.85 Dortmund.Union 49.90 51.- Brschw.Thlr.20 129.90 —.— 4 8M Russen v. 80 . Russen Gold- 100.40 100.— 4 4 Wiesbaden . . Babenhausen . 103.10 103.10 102.50 4 5 Wladikawkas . Anatolier . qq_ 102*50 99.20 102.30 105.70 118.10 122.60 105.25 118.90 121.- Eschwlr. Bergwerk . . . 200.30 208.50 Freiburg. Frs. 10 Mailand. Frs. 10 18.— ___ Anl. . . . Rufs. Staats- 94.40 4 Lissaboner . . 76.20 75.30 3 Salon.-Mon. . 59.80 60.40 Donnersmark- Dkcinlnger fl. 7 29 70 —.— 4 4 Rom 11-VIII . 101.50 101.50 Hütte . . . 190.— 190.10 Pappenh. fl. 7 — _ 34.40 8M 8M Rte., Rubel . Schweden v. 80 Schweiz . . . Serben v. 95 . Spanier. . . 104^— 101.— 67.— 80.10 96.50 100.60 104.— 101.— 67.05 80.— 47, 4 3V, BuenoS-Aires . Standeshrl. Anl. S.-Braunf.. . do..... —.— 4 37« 372 Pfandbriefe. Franks. Hypotbk. XIV . . . do. xn-xni . do. XV . . 99.- 96.60 96.80 101.— 96.50 96.70 108.90 110.40 110.70 211.10 115.— 109.15 110.20 110.50 211.70 114.80 Hörder Bergw. Kölner Bergw. Dkannst.-Fayon Nordstern Bergw. Phöntx Rtcbcck Montan 96.— 314.25 139.25 227.- 137.75 201.80 118.75 320.75 148.50 228.- 140.30 202.90 Venediger L. 30 29.- Türk. Zoll-Obl. —.- - —.— »'/> do. Llch . . —.— 4 Frkft. Hypoth.- Schalker Grub. 318.— 320.75 | do. conv. Vit. B. 52.— 52.- 3», Nsenb.-Bierst. . 97.- 97.25 Creditverein . 100.-- 100.- Bochumer Guß. 192.50 195.50 | do. conv. Lü. 0. 27.60 - 27.70 4 do. Ser. 27 101.— 101,20 Gelsenk. Bergw. 163.90 167.40 im Gambrinus. 3072 Kkeesamen E>bsenrriscr Grnssamen zu haben. Nahrungsberg S. fax garantiert seidcfreier Qualität empfiehlt billigst Robert Stuhl, 23 Neustadt 23. 2911 K Bin M unter zwei die Wahl, zu verkaufen. Bäcker Äliugelhöffer, Asterweg ;r: Achtung!rr Garantiert uaturreineu V/etterauer flepfelwein im Zapf. August Friedrich AlboBd zm KlllvicrßiMell empfiehlt sich 2808 Herrn. Bauer, Dammstr.34,11 Pünktliche und gute Ausführung zugestchert. Herren welche sich einen eleganten Anzug oder Paletot anfertigen lassen wollen, empfehlen unser grosses Lager in [2164 Stoffneuheiten. Wir machen besonders aufmerksam auf die Preislagen von Mk. 35.—, LIL. 50.-, Mk. 65.-. Äug. Montanus Nachfolger Inh.: Gehn Imheuser. Damen- u. Herren-Modewaren. Marktplatz 9—10. / Emil \ / Fischbach X. Außbodenanstrich jedweder Art Nk Lackfarbe ^^alle Sorten. Kartoffeln zur Aussaat Magnnm bonum L 2.— Mark, Professor Maerker ä 1.75 „ per Centner. 3019 Fr. Seibel, Ludmigstraße 31. Alle Sorte« e««tfirtofieln empfiehlt 3003 I. Haukel, Schloßgafle 6. Prima BaHeiue, Feldbrand, empfiehlt Heinrich kröck I, 01568 Heuchelheim. Stahlpanzer- Geldschränke feuer- und sturzsicher, thermit-- und diebessicher. J. Co Petzoid, Geldschrankfabrik, Magdeburg. Preise äußerst billig. 1139 Illustrierte Zlataloge kostenfrei. Vertreter: Joh. Fr. Schaaf, Gießen. Lustre Futterstoffe. Taillenfutter Croises Nähartikel. Nähseide Nähfaden Armblätter Engi. Twill Reversible Oolterheff Söhne Seltersweg. 3043 Krageneinlage Zwischensätze-Entredeux. Wichtig für Schucidertnneti "W Seidene Besätze in allen modernen Farben. Farbige und schwarze Seiden- So utache. Seidene und waschbare Stoffe fürKleidereinfätze Besätze Mene Kksatzlihen Kragen und Garnituren in ecrue, schwarz und weiß. Mitglied des Weimarer Verbandes mit seinen H üleultitra1" _ Millionen-Ums ätz en. Durch gemeinsamen Einkauf mit circa 200 Geschäften sind wir in der Lage, in allen Artikeln sehr leistungsfähig und billig zu sein. Papac .roei6' schwarz, grau, 1 VI UD, in 4 cm, 5 cm, 6 cm, 4 8 Psg. 10 Psg. 12 W- Seltersweg. GieSSCH IWohairbesenfiitze L Qualität Diamant Meter 9 Psg. Qualität Königin „ 11 „ Beste Qual. Brillant „ 12 „ BrookS Spulfadeu, AR 500 Yards QU Psg- Goggiuger, 500 Yards 14 Pfg. «NF" Rotzhaargaze zu 36 Pfg. per Meter in 65 cm. BolautS Gloriagaze zu 50 Pfg. per Meter. per Meter 26 Pi«, 33 Psg, 45 Mg, 65 «g. la. Qualität in allen EA Farben ju UV Mg. 12,18, S, 30, 41), 15 m,d 65 Psg. Tailienstäbe in allen Längen mit AA QA guten Einlagen, Dtzd. tiU, OU Plg- Taillen Verschluss 12,22,24 Psg. Naturfischbein- Taiilenstäbe, 25 w feinfädiges Taillen- fiK futter, per Äteter "v, I v Pig- Gutermaun, auf Sternen 8 Pfg- doPPelseitig.Tailleu- 90 ßß futter, per Äteter 00, Uv Mg- Putz \ Extract. Putze nur mit Globus-