Nr. 270 Eriche,ut täglich aubei Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden ,in Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt bte Siebener Zamilien- blätter viermal tn bet Woche bciflelegL NolanonSdruct u. Verlag bei Brüt» l'ichen Umoeri.-Buch- u.Stein- btudeiet tVielich (Arbeit) Reduktion, Expedmoa und Druckerei: Schul st ratze 7. Dbietle tüx Depeicheni «nzelger Gtctzeu. AernlprrchanictiliißNr 61 Zweites Blatt. 152. Jahrgang Montag 17.November LSVS GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen ve»ug»pretAi monatlich 7b Pt^ viertel- täbrlich tJJlL 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pj.; durch die Post Tlf. 2.— vienel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzelgea füt bic lageenummet bi6 vormittag« 10 Uhr. ZeilenpreiS lokal 12 Pf* aoSwärl- 20 Psg. Verantwortlich: tüt den poht u. allgem. xeil. P Wtttko; tue .Stabt und tianb* und (Äerithtelaar Cutt Plato, tüt den An- jeiaoiiteil £>an« Beck. Ale heutige Plummer umfaßt 12 Seiten. Volitische Tngcsschan. Zum Attentat auf den belgischen König. lieber des Sliteiitäterä Qkiinaro Rubino persönliche Verhältnisse werden aus dem neapolitanischen Orte Bttonto folgende Einzelheiten gemeldet: Am 24. Nov. 1859 als Kind achtbarer Eltern geboren, diente Rubins beim 50. Infanterie-Regiment. Er wurde als Sergeant zu fünfjähriger Zuchthaus st rafe verurteilt, weil er in einem den Um» sturzrdeen huldigenden Blatte Artikel verössentlichte. In Mailand, wo er spater Lehrer der französischen Spracye war, wurde er 1893 wegen Fälschungen zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Rubins Frau ist irrsinnig. Ter Bürgermeister fehler Vaterstadt Bitonto schildert ihn als einen geistig geweckten Marin. Offiziös wird dementiert, daß Rubino je im Tienft der internationalen Polizei gestanden habe. Ter in Brüssel festgenommene Elsässer R i e n e r ist französischer Unrertyan; er gilt als gefuyrlicher Aiiarchist, der aber wohl mit Rubinos That nichts zu thun Hut. Rubino ist darüber iun gehalten, daß ihn nicht die Todes- strafe treffen wird. Als Verteidiger lvählte er Emile Roher, von dem er Artikel gelesen hatte. Manche glauben, daß er seine That begangen hat, um sich bei seinen Freunden zu „rehabilitieren". Ter P ap st richtete an den Känig der Belgier ein Glückwunschtelegramm, ebenso Ministerpräsident Zanardeili namens der italienischen Regierung an die belgische Regierung. Ter König von Italien beauftragte den Oberzercmo- nienmeister Gianotti, der belgischen Gesandtschaft seine Glückwünsche zu übermitteln. Bei der Beurteilung des Mordversuchs Rubinos in der Presse Belgiens zeigt sich einmal wieder kraß, bis zu welchem Grade die politischen Leidenschaften das belgische öffentliche Leben durchseucht haben. Wahrend die klerikalen Blätter fast unisono für die That eines zugereisten Italieners die belgischen Sozialisten vercuttwortticy ntaajen, äußert sich der sozialistische „Peuple" dahin, daß dieser dem unpopulären König so gelegen gekommene Attentatsversuch auf höhere Bestellung stattgefunden haben könne. Leopold sollte Rubino einen Orden verleihen für seinen Versuch, der Popularität des Monarchen eine neue Jugend zu geben (!!). Auch der liberale „Petit Bleu" konstatiert den großen Menst, den Rubino dem König erwiesen und schließt bezeichnend: „Selbst jene, welche manches Mal konstatieren mußten, daß der Mensch nicht fehlerlos ist, selbst wenn er aus einem Throne sitzt, rufen lebhafter noch als sonst: Es lebe der König!" Tie angesehene liberale „Gazette" glaubt ebenfalls, daß die verlöschende Popularität des Königs von neuem einige Nahrung erhalten habe. Sie warnt vor einer politischen Ausbeutung dieses Ereignisses und protestiert im voraus gegen jeden Versuch der Machthaber, diesen Vorgang zur Einschränkung der freiheitlichen Institutionen des Landes zu benutzen. Deutsches Reich. Berlin, 16. Nov. Ter Kaiser hat sich nach Lowther Tastle begeben, von wo am nächsten Donnerstag die Rückreise nach Deutschland angetreten toeiben soll. — Kaiser Wilhelm beabsichtigt, wie Ingenieur Armstrong in dem „Journal os commerce" schreibt, noch im gegenwärtigen Monat den geplanten Kongreß von Fachmännern aus dem Gebiete der Funkentelegraphie zusammenzuberusen, wozu Vertreter aus Schlveden, England, Frankreich, Rußland, Italien, den Vereinigten Staaten rc. eingeladen werden sollen. Eine der Hauptaufgaben der Konferenz wäre, wie Armstrong vermutet, zu ermitteln, welche Vorteile die Funkentelegraphie im Kriege bietest — Zu einem Feste hatte gestern Graf Balle st rem il a. Einladungen ergehen lassen an die anderen Mitglieder des Präsidiums des Reichstages, Grafen v. Stolberg-Wernigerode und Büsing, an den Vorsitzenden der konservativen Fraktion v. Normann, an den Grasen Arnim, den Vorsitzenden der nationalliberalen Fraktion Wassermann, an die Zentrumsabgg. Dr. Spahn und Prinz Arenberg. Auch Graf Bülow war erschienen. — Frau Isabella Bronsart v. Schellendvrf erklärt in einer Zuschrift an den ,-Borwärts", chr sei von maßgebender Seite bestätigt worden, daß ihr Mann weder den Tuckerbrief geschrieben habe, noch überhaupt zu jenem Briefe in irgendwelcher Beziehung stehe. — Der Gesetzentwurf betreffend die Errichtung f auf- Män nischer Schiedsgerichte sieht bei den Gewerbe- gerichtcn besondere Kammern vor, denen die Entscheidung der aus dem Arbeits- oder Vertragsverhältnis der kaufmännischen Angestellten herrührenden Streitigkeiten obliegen .sollen. _ , . — Ter Minderertrag der Zuckersteuer wird in Bundesratskreisen für das nächste Etatsjahr auf nahezu 30 Millionen Mark geschätzt. v c — Ter Verein zur Bejserung der Strafgefangenen in Berlin feierte heute sein sunfundsiebzig- lähriges Bestehen unter Teilnahme von Vertretern der Behörden und der Universität. . _ Braunschweig, 15. Nov. Ter Landgerichtspräsident Tr. Dedekind hat neuerdings auch zu der Abänderung des Regentschaftsgesetzes, welche die Negierung soeben dem braunschweigischen Landtage vorgeschlagen hat, Stellung genommen. Tedekind, welcher der Ministerialtommission der Justiz als Mitglied angehort, | hatte, als die Vorlage diesen Mitgliedern vorlag, der Landesregierung ein längeres Gutachten übermittelt, in dem er scharf gegen jede Abänderung des Regentschaftsgesetzes iroteftiert und aussührt, daß derselben seines Erachtens )ie rechtliche Zuständigkeit zum Erlaß eines derartigen Gc- etzes ohne Zustimmung der Agnaten des Ständ.Hauses ehle und das Gesetz mangels solcher Zustimmung der Nichtigkeit verfallen müsse. Tedekind hat hierbei auch noch diejenigen Erivägungen h.rvorgehoben, welche, auf einem anderen Gebiete liegend, es ausschließen müßten, daß ein Regent über die Tauer seiner Regentschaft selbst Bestimmung trifft.___________________________________________________________________________ Ausland. London, 16. Nov. Prinz Eduard von Sachsen- Wei mar, englischer Feldmarschall und Chef des 1. Regiments der Life Guards, ist 79 Jahre alt an einer Blinddarmentzündung gestorben. — Hiesige Blatter berichten, daß sich der Kronprinz von Siam mit der Prinzessin Masako, der 14jährigen, ältesten Tochter des Kaisers von Japan verlobt habe. (Also eine ostafialische Allianz?) Wien, 16. Nov. In vatikanischen Kreisen verlautet, Frankreich habe, um das Protektorat über die Ehristen im Orient zu retten, mit dem Vatikan einen KomPromi ß f r i e d e n geschlossen, wonach der Papst die Kongregationen preisgiebt und den Bischöfen größere Autorität verleiht, falls die Regierung sich verpflichtet, bei der Anwendung her Kongregationsgesetze alle unnötigen Schärfen zu vermeiden. — In der Kammer ohrfeigten sich gestern die beiden ministeriellen Abgeordneten der Provinz Nom, Leali und Galnppi wegen lokaler Wahlpolemik. Es soll ein Tuel folgen. Nom, 16. Nov. Tie „Agenzia Stefani" meldet aus Hodeida: Kommandant Arnone erhielt die für die Familien der beiden in Midi getöteten Seeleute festgesetzte Entschädigung ausgezahlt. Tie Schaluppen der Seeräuber wurden zerstört. Arnone schickte sieben gewonnene Seeräuberschaluppen nebst drei Flüchtlingen aus Erythräa, die sich an den Seeräubereien beteiligt haben und ihm von den türkischen Behörden ausgeliefert worden sind, unter Eskorte nach Massauah. Arnone zog hier eine Entschädigung für die von den Piraten ans der Insel Tahlak begangenen Räubereien, sowie für die Abgaben, die willkürlich von den Fahrzeugen aus Erythräa erhoben wurden, ein und ging dann mit feinen Schiffen nach Massauah ab. Washington, 16. Nov. Ter Generalpostmeister wird beim Kongreß beantragen, die Verhandlungen mit Deutschland, England und Frankreich zu genehmigen, nach denen das Briefporto auf 2 Cents festgesetzt wird. Rio de Janeiro, 15. Nov. Präsident Rodrigues Alves richtete an den Kongreß ein Manifest. Er spricht in demselben seine Absicht aus, zahlreiche Reformen einzu- führen, unter ihnen die Reorganisation des B a n k - kredits, Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse in der Hauptstadt, Vermehrung der Marine, Förderung der nationalen Industrie und Umgestaltung des Justizwesens. KedeuLfeier der Stadt Ariedverg. p. Friedberg, 16. Nov. Tie Gedenkfeier der hundertjährigen Zugehö- rin feit der Stadt zu Hessen wurde gestern abend im Saalbau abgehalten, ©tobtrat Falk begrüßte namens des Geschichtsvereins die den Saal dicht füllende Festver- versammlung. Hieran schloß sich der Festvortrag eines geborenen Friedbergers, Oberlehrers Tr. Waas- Mainz, von dessen interessanten und oft mtt humoristischen Anekdoten gewürzten Ausführungen über das Thema: „Wie Friedberg an Hessen kam" wir nur die Hauptmomente hervorheben. Zuerst sprach er über die Blüte und den Wohlstand Friedbergs im Mittelalter, das als Perle der Wetterau an der Hauptverkehrsstraße zwischen Nord- und Süddeutschland gelegen war; hohe Mauern, vier starke Thore, Hefe Gräben umgaben die Stadt, und es entstand in jener Zett der Blüte die berühmte Stadtkirche, ein Tenkmal des Kunstsinns und der Kirchlichkeit zugleich. Tie Mauern Fried- bergs wurden zu ena, und es entwickelten sich die Vorstädte außerhalb der Stadt. Da kam im 17. Jahrhundert der unglückselige 30jährige Krieg. Furchtbar waren die Leiden der freien Reichsstadt, der frühere Wohlstand machte einer Verarmung Platz, die Vorstädte verschwanden fast vollständig, die Stadt zählte nach dem 30jährigen Krieg nur noch 356 Häuser mit 2000 Einwohnern und besaß eine Schuldenlast von 114 000 Gulden, die nach jetzigen Ver- hältnissen etwa 5 Mill. Mark gleichkomme. Nun geriet die früher freie Stadt in Abhängigkeit von der kaiserlichen Burg Friedberg, fortgesetzte Reibereien und Zwistigkeiten, die erst nach der Besitzergreifung durch Hessen ihr Ende erreichten, entstanden zwischen Stadt und Burg. Auf der „Freiheit", wo jetzt das Predigerseminar steht, mußten die städtischen Behörden dem Burggrafen huldigen. Nachdem im Frieden zu Lüneville Frankreich das linke Rheinufer zugesprochen wurde und das morsche römische Reich deutscher Nation unaufhaltsam seinem Untergang entgegenging, wurde im Reichsdeputationshauptschluß den auf dem linken Rheinufer geschädigten Fürsten die Besitzungen der geistlichen Fürsten, Kloster und außer den sechs großen die 43 kleineren freien Reichsstädte zugtteilt. So bekam Hessen-Tarmstadt für die verlorenen 13 Meilen deren ca. ICO, darunter auch Friedberg. Schon beeilten sich die Fürsten, sich in den Besitz der ihnen zufallenden Beute zu setzen; uno so wurde die freie Reichsstadt Friedberg am 2. Sept. 180 2 durch Hessen-Tarmstadt von 300 Mann unter Führung des Majors Beck militärijcf) besetzt und provisorisch in Besch genommen, am 6. L kt. 1802 erfolgte durch Regierung ö- r a t Güntherrode die provisorische Zivilbesitznahme, der bald der definitive Anschluß an Hessen erfolgte; am 19. April 1803 wurde eine Deputation nach Seligenstadt entsandt, um mit anderen einverleibten Orten dem Landgrafen Ludwig X. zu huldigen. Mit größter Ruhe ließen die Friedberger die Aenderung und den Verlust ihrer Freiheit über sich ergehen, man empfand es vielfach als eine Erlösung von der alten Mißwirtschaft und wußte sich jetzt gesichert gegen die Ucbergrjfe des Burggrafen. Am 10. Dezember li,03 ergriff H. ,s. n auch promst-risch Besitz von der Burg, die am 21. Jan. 1804 überrumpelt und besetzt wurde, doch erst durch Errichtung des Rheinbundes 18o6 wurde Großherzog Ludwig I. Souverän der Burggraf- ichast Friedberg. — Großer Beifall lohnte den Vortragenden. Siadlrat Falk übergab hwranf dem Bürgermeister San dm an n das Präludium zum zweiten Teil der Feier. Lieser schilderte nun im Anschluß an den Festvortrag: „Wie es weiter ging", hebt besonoers die Fürsorge der hessischen Regierung für Friedberg hervor, durch Art. 53 der Vep- fa||üt:g von 1820 gewährte man einen Abgeordneten, gründete Schulen und Lehranstalten: 1817 Lehrerseminar, 165.' Predcgcw,cminar, ferner landwirtschaftl. Schule, Realschule, Gymnasium, Gcwerbeakadcmie, Musterschule, Taub- Hammen« und Blindenanstalt, 1832 kant das Kreisamt hier- ijor, 1849 Main-Weseroahn, 1879 Hauauerbahn rc. Tas alles wären Ursachen des Tankes Friedbergs gegen den Landes- sürsten, der seiner Zuneigung gegen Friedberg noch im etzten Sommer Ausdruck gegeben habe. Redner schloß seine Siebe mit einem Hoch auf den Großherzog Ernst Ludwig. Nachdem Kreisamrmann v. Bechtold in Vertretung des 5-israts Fey in markigen Worten den Bürgersinn, die Opserfreubigkeit der Friedberger, die Tüchligkett feiner ®er- ^un.-i-gdbeamien betont und der Stadt Friedberg ein Hoch ausgebracht, wird auf Vorschlag des Bürgermeisters an jat ^roßherzog solgenoes Huttugungstelegramm abgesandt: „An S. K. H. den Großherzog zu Darmstadt! E K. H. giebt die heute zur Gedenkfeier der lOO/Hjrigen Zugehörigkeit zu Hessen verfammelte Bürgerschaft Friedbergs bte Versicherung der Dankbarkeit und Treue." Im Laufe der Feier sprach noch Prof. Dr. We if f enbach über die Gründung des Predigerseminars, wobei er besonders die Verdienste des Prälaten Köhler erwähnte. Tr. v. Peter toastete auf die Frauen. Bei Gesang und Konzert fand die erhebende Feier erst nach Mitternacht ihr Ende. ($in Naubmord in Oberhtssen. (Telegraphischer Bericht des Gießener Anzeigers.) in. Grebenhain, 16. Nov. Aus offener Landstraße, zwischen Ilbeshausen und hier nahe am Waldessaum wurde heute (Sonntag) nachmittag ein sch reckliches Verbrechen verübt. Gewerbeschüler, welche von hier nach Ilbeshausen und Herbstein unterwegs waren, bemerkten auf der Landstraße große Blutspuren, folgten denselben und fanden hinter einer nahen Hecke die Leiche eines älteren Mannes, der durch Stiche und Schnitte in den Hals ermordet war. Soviel bis jetzt festgestellt werden konnte, ist der Ermordete ein Oesterreicher in den 50er Jahren, der Thäter ist allem Anschein nach ein Landsmann von ihm von etwa 19 Jahren. Beide arbeiteten in dem Steinbruch der Gewerk- ichast Claus in Ilbeshausen, waren zusammen hierher gegangen und hatten im Lause des Nachmittags die Wirtschaft von Ganß besucht, auch, wie verlautet, sich wieder vereint und auf den Heimweg begeben, wo dann der Mord zur Ausführung kam. Ter Getötete wird als ein sehr sparsamer Arbeiter geschildert, welcher vermutlich auch Familie hatte. Seine Ersparnisse soll er in einem Gurt bei sich getragen haben. Ties Geld ist geraubt, ebenso die Uhr; das Gehäuse zu derselben wurde in der Nähe des Ermordeten auf der Straße gesunden. Ein eigentlicher Kampf dürfte nicht stattgesunden haben, vielmehr wird der Unglückliche auf hinterlistige Art überfallen worden jein, sodaß eine Gegenwehr ausgeschkjfen war. Der Thäter soll eine Anzahl größerer Silbermünzen an der Uhrkette getragen haben; vielleicht dürfte dies Kennzeichen zu seiner Festnahme beitragen. Aus Stuöl und £anö. Gießen, den 17. November 1902. • * Gedenktage. Vor zwei Jahren, am 18. November 1900 starb der Schriftsteller Ernst Eckstein. Von Paris aus erschien sein ErstlmgSwerk, das humoristische Epos „Schach der Königin'. Den größten Beifall fanden seine Humoresken „AuS Sekunda und Prima", aus denen der übermütige Scherz r6in Besuch im Karzer" als Schwant über die Bühne ging und ungeheuren Erfolg hatte. Auch als ernster Schriftsteller hatte Eckstein einen Namen von gutem Klang. • • Akademische Vorträge. Wie bereits im An. zeigenteil mitgeteilt, findet der erste der akademischen Vorträge nicht am Dienstag den 18., sondern Freitag den 21. d. M. statt. * * Der Bruder des verstorbenen Münchener Generalmusikdirektors H. Levi, Prokurist in einem Mannheimer Banlhause, rote dieser ein geborener Gießener, der hier dem Eorvs .Stackenburgia* als slud. jur. an» gehörte, wollte srllyer Sänger werden und hatte den Namen Lindeck als Künstlernamen angenommen. Als Hermann Levi die Festspiele in Bayreuth leitete, war auch, so erzählen die „Münch. N. Nachr." sein Bruder „Lindeck" dort. Levi stellte ihn mit der üblichen Handbewegung und mit den Worten „mein Bruder" vor, und bald darauf nef jemand mit erhobenem Glase: „Herr Levl, ich gestatte mir . . .* Der Angeredete erwiderte: .Ich heiße Lindeck!" Erstaunt und fragend schaute der Herr den Dirigenten an, der den Vorgang verfolgt hatte. „Ja wissens," rief Hermann Levi über den Tisch herüber, „i hab ja früher aa Lindeck g'heiß'n, t hab' mi aber umtauf'n lass'n." (Bekanntlich war der Vater dieser beiden Brüder der vor einigen Jahren im höchsten Oreisenalter verstorbene Rabbiner Dr. Levi in Gießen. •* Städtebundtheater. Am Samstag fand hier die erste Sitzung der vereinigten Marburg-Gießener Kommission zur Begründung eines Städtebundtheaters statt. Von Marburg waren anwesend die Herren Vizebürgermeister Siebert, Stadtv. Stroinsty, Stadtv. Häring, Stadto. Dr. Schellenberg, Prof. Dr. Leonhard und Geh. Rat Prof. Dr. Lehmann. Von Friedberg war das Ersuchen eingelaufen, sich an dem Städtebundtheater beteiligen zu dürfen. Es wurde beschlossen, das Städtebundtheater zivischen Gießen, Marburg und Friedberg für den Winter zu begründen; im Sommer könnte die Truppe dann in Bad Nauheim spielen. In Gießen soll, nach dem vorläufigen Plan, die Truppe viermal, in Marburg zweimal und in Friedberg einmal wöchentlich spielen. Es fand hierüber eine lange Diskussion statt. Zur Begründung wurde u. a. angeführt, daß z. B. in Marburg bei häufigeren Spielabenden, wenn also die ganze Spielzeit ohne Pause durchgeführt würde, das Publikum zu leicht theatermüde werden würde. Die Kosten sollen durch städtische Suboentionirung aufgebracht und in Prozenten auf die einzelnen Städte verteilt werden. ** Aus dem Bureau des Stadtheaters. Der morgige Abend bringt als zweite Klassiker-Vorstellung eine Wiederholung von Schillers „Kabale und Liebe" bei kleinen Eintrittspreisen. (Loge 1,20 Mk., Saal 50 Pfg., Gallerie 30 Pfg.) — Billcts zu dem am Donnerstag diese Woche stattfindenden Alwine Wiecke-Ga st spiel sind bereits von Dienstag ab bei Herrn Ernst Challier zu haben. Für dieses Gastspiel gelten hohe Preise. Abonnements- billcts sind mit Zuzahlung von 75 Pfg. für Loge, Sperrsitz, 1.* Parquet und 40 Pfg. für 2. Parc^uet gültig. ** Der Sängerkranz beging am Sonntag seinen diesjährigen ersten musikal. Abend durch eine Ausführung des Chorwerkes „Die Kreuzfahrer" von Niels W. Gäbe. —Ter Sängerkranz ist bekanntlich eine Männerchor- Vereinigung, die über keinen vorbereiteten Tamenchor oer- ügt; um so verdienstvoller ist es, sich eine solche Aufgabe zu teilen. Zweifel am Gelingen sind ja bei der Tüchtigkeit eines Dirigenten Franz Bauer ausgeschlossen. Das mindert aber niemals das Verdienst, sich ein Hohes Ziel zu stecken und unentwegt darauf los zu steuern. Franz Bauer hat denn auch seine Aufgabe glänzend gelöst. Chor und Orchester folgten willig seiner energischen und verständnisvollen Leitung. Sehr anerkennend muß auch der Vertreter der Soli gedacht werden, die in Fräulein Sophie Schulz (Sopran), Herrn Heinrich Hormann (Tenor) und Herrn Theo do r Haubach (Bariton) bewährte und würdige Interpreten fanden. Frl. Schulz und Herr Hormann boten außerdem noch durch Liedervorträge dankenswerte Leistungen, ebenso zeigte sich die Kapelle, auch in ihren Solonummern unter Musikdirektor Krautzes sicherer Führung, als höchst schätzenswerte Körperschaft. Herr Hahn, der die Begleitung am Klavier übernommen, führte seinen Part diskret aus. Ter Sängerkranz kann mit berechtigtem Stolz auf diesen Konzert-Abend zurückblicken. Zu bedauern ist es nur, daß auch diesmal wieder der Abend als Vereinssache behandelt wurde und damit der großen Oeffentlichkeit nicht zugänglich «war. G Ch. *’ Das Winterfest des Turnvereins Gießen verlief in schönster Weise, die geräumige Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Betrachten wir die Einzelheiten des Programms, so wißen wir wirklich nicht, wem der Vorzug gebührt; Dem, der in der Aufstellung eines solchen Programms so großen Geschmack entwickelte oder allen denen, die sich an der Ausführung desselben verdient machten. So sei denn, um jedem gerecht zu werden, erwähnt, daß alles sehr glücklich entworfen war und vortrefflich ausgeführt wurde. Während man den prächtigen musikalischen Vorträgen nuferer Regimentsmusik und namentlich den Solos zuhörte, ergötzte man sich gleichzeitig an den turnerischen Aufführungen. Nicht zum Mindesten hat auch der Sängerchor Anteil am Gelingen des Festes. Der von der hiesigen Theatergesellschaft vorgeführte Schwank „Die goldene Eva" bildete die Glanznummer des Programms und fand ungeteilten Beifall. Vor Beginn des Tanzes wurde noch das lebende Bild, „Das Fest im Elfenwald", vorgeführt, das mit seinen rasch aufeinanderfolgenden Verwandlungen und den wirkungsvollen elektrischen Beleuchtungseffekten einen recht schönen Abschluß des reichhaltigen Programms bildete. Der Ausflug am Sonntag Nachmittag nach dem Jagdschlößchen bei Dutenhofen erfreute sich eines recht starken Besuches. " Der Männerturnverein feierte letzten SamStag fein Stiftungsfest durch einen Festkommers, der sich eines überaus starken Besuches erfreute. Bei dem Gesang gemeinsamer Lieder und den zahlreichen musikalischen und humoristischen Vorträgen mehrerer Vereinsmitglieder floffen die Stunden nur allzu rasch dahin. Am gestrigen Sonntage fand unter sehr zahlreicher Beteiligung der Vereinsangehörigen ein Ausflug nach Textors Hardt statt. ^Ga st wirte und Brotpreisfrage. Die Gastwirte oeschäftigten sich in ihrer letzten Vereinsversammlung auch mit der Brotpreisfrage. Man war in der Mehrheit der Ansicht, daß eß jedem der Mitglieder überlaßen bleiben müße, mit seinem Bäcker wegen einer Ermäßigung des Preises auf Brot- und Backwaren zu unterhandeln. Der Bäcker würde ja anerkennen, daß der Wirt, der Brod und andere Backwaren zum Wiederverkauf beziehe, einen entsprechend billigeren Preis verlangen könne als der Konsument. Ferner wurde beschloßen, bei der städtischen Verwaltung den Antrag zu stellen, daß das Wirtsgewerbe durch eines seiner Mitglieder in der städtischem Kommission zur Prüfung der Bedürfnisfrage für Wirtschaft und Branntweinverkauf vertreten werde. Begründet wurde der Antrag damit, daß in der Schlachthauskommission sogar zwei Mitglieder des Metzgergewerbes Sitz und Stimme haben, und was den Metzgern recht sei, auch die Wirte verlangen können. • * Steinkohlenbezugsgesellschaft. In der am 15. d. Mts. im „Schiptapaß" abgehaltenen 6. ordentlichen Generalversammlung der „Steinkohlenbezugs- gesellschast Gießen", deren Mttgliederzahl von 811 auf 837 stieg, berichtete Vorsitzender Dickors über die Thäligkeit des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr: die geführte Verwaltung, Beschaffung der Kohlen rc., und ersuchte die Mit- glieder, zur Vermeidung unliebsamer Verzögerungen bei der Kohlenlieferung, ihm jede Wohnungsveränderung mitzutcilen, ebenso liege es im Interesse rechtzeitiger Anfuhr, den Kohlen- auffeher von einem etwaigen Straßenaufbruch bei den z. Z. auszuführenden Kanalisationsarbeiten zu benachrichtigen. Ein Prozeß, der den Vorstand in 7 Sitzungen beschäftigte, wurde teilweise zu Ungunsten der Gesellschaft entschieden. Von einer Rechnungslegung nahm man mit Rücksicht auf den bereits im Besitz der Mitglieder befindlichen Verivaltungsbericht Abstand und entlastete den Rechner nach dem Bericht der Rechnungsprüfungskommission. In letztere wurden neu- bezw. wiedergewähtt die Mitglieder Erle, Fourier und Keßler. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Bräutigam, Richter und Tz sch ich verblieben in ihren Aem lern. Einer Anregung, künftig auf den Wiegscheinen auch die Nummer des betr. Wagens anzugebeN, soll entsprochen werden. * * Die Gießener Vereine, soweit sie neben ernsten Aufgaben die Geselligkeit pflegen, stehen vor und in den Winterfestlichkeiten. Am Samstag feierten die Turnvereine ihre Feste, und zwar der Turnverein 1846 das Winterfest, der Männerturnoerein fein Stiftungsfest. Das Winterfest des Turnvereins in der Turnhalle an der Nord- anlage, das den Teilnehmern in Konzert, turnerischen Aufführungen, Gesangsoorträgen, Theater, lebenden Bildern und Tanz reiche Abwechslung bot, war wie immer so stark besucht, daß es den später Kommenden schwer wurde, ein Plätzchen zu finden. Die ebenso stark besuchte Nachfeier fand im Jagdschlößchen Dutenhofen statt. — Das Stiftungsfest des Männerturnoereins stieg im Hotel Schütz und bestand in einem stark besuchten Herrenkommers. — Der Gießener Sängerkranz eröffnete fein Winterfest-Programm mit einem Konzert unter Mitwirkung auswärtiger und hiesiger Solisten; es fand seinen Abschluß in Niels W. Gade's ,5)ie Kreuzfahrer", deren Vortrag alle Mitwirkenden auf der Höhe der Leistungen fand, die man an dem Sängerkranz gewohnt ist. — Theater, Konzert und Ball veranstaltete der Wohl- thätigkeitsverein Gießener Zitherklub am Sonntag Abend in der Turnhalle an der Nordanlage. Wie immer kamen auch hierbei die zahlreich erschienenen Besucher durch die gediegene Unterhaltung auf ihre Rechnung. — Das Prcisschießen des Gießener Zimmerstutzen-Clubs im Aquarium, das am SamStag Abend begann und acht Tage dauern soll, verzeichnete schon am ersten Tage manchen Treffer. — Die Vereinigung der Maschinenbauer und der Harmonie bot am Sonntag auf der Liebighöhe in Form eines Familienansfluges Konzert, Theater und Tanz. Die Feier war, der großen Mitgliederzahl beider Vereine entsprechend, stark besucht. — Dasselbe Bild reger Teilnahme zeigten die Familienzusammenkünfte der„Gcmüthlichkeit" in Steins ©arten, der »Concordia" im Poslkeller und der „Victoria" in Stadt München. —Reger Sonntagsverkehr herrschte ferner auf dem Windhof, wo im oberen Saale die Unteroffiziere des hiesigen Regiments sich mit ihren Angehörigen zu gemütlicher Unterhaltung emgefunden hatten und die unteren Räume mit Ausflüglern gefüllt waren. — Auch der Weg nach dem Philosophenwald und die Grünberger Straße waren am Sonntag Nachmittag so stark belebt, daß auf zahlreichen Besuch der Wirtschaften im Philosophenwald, Liebigshöhe, Schützenhaus rc. geschloßen werden konnte. — In dem zum Wintergarten umgewandelten Felsenkeller gab es am Nachmittag Freikonzert. — Dicht umlagert war besonders am Abend die Kasse von Pott- harsl's mechanischem Theater auf Oswald's Garten. — Trotz der Fülle von Sonntagsoergnügungen häuften sich die Gäste noch in den Cafes und Restaurants so, daß in manchen buchstäblich „fein Stuhl mehr da" war. * * Wahlkuriosa. Von der Rabenau wird uns noch nachträglich von der letzten Wahl zur Zweiten Kammer folgendes Vorkommnis berichtet: Ein Landwirt, der für die Wahl des Kaufmanns Moll eintrat, fragte am Vormittag des Wahltages feinen verheirateten Tagelöhner, welche Wahlmänner er wählen wolle. Dieser zeigte seinem Herrn den Zettel mit den Namen der Wahlmännern, die für Hirschel eintreten. Mit den Worten: „Aber Schorsch, das ist ja ein falscher Zettel!" händigte der Herr seinem Arbeiter einen Zettel der Gegenpartei ein und schärfte ihm ein, ja nur diesen im Wahllokal abzugeben. Andern Tags erkundigte sich der Landwirt bei dem Taglöhner, ob er denn auch den richttgen Zettel abgegeben habe und erhielt eine bejahende Antwort, der aber mit listigem Augenzwinkern wörtlich folgender Nachsatz zugesügt wurde: „Aeich hunn noch zwaa u'rächte Zettel gehat. Aeich hunn dem Schmid Hannes un dem Schuster Michel däi ufgeärbert Dei hunn se abgegäbbe". § Butzbach, 16. Nov. Aehnlich wie im März wurde gestern auf Anregung der unermüdlichen Frau Direktor Inger ein Wohlthatigkeitsbazar im neuen Saal- bau des hessischen Host' eröffnet. Tas Programm für den Abend leitete ein von Fräulein Waid mann Dorgetragener Prolog ein. Alsdann kamen die verschiedenen gesanglichen Solos durch die Fräuleins Waidmann und Wendel, sowie Musikpiecen in meisterhafter Weise zum Vortrag. Hieran reihte sich das humorvolle Lustspiel „Tie Ebestifterin" und eine Vorstellung des Hofzauberkünstlers Bellachini. — Inzwischen hatte sich ein flotter Wirtschaftsbetrieb und Lvse- verkauf entwickelt; von zarter Tamenhand wurden im Kaffeezimmer, iam Weinstand, in der Champagnerbude, Eisgrotte und Bierhalle sowohl seine Leckerbisfen und köstlick)c Getränke wie auch duftende Würstel nebst euuertraut feil- geboten. Unterdessen begann die Verlosung der zahlreich gespendeten Gewinne, woran sich endlich der Tanz schloß. Tie Ueberschüsse der Veranstaltung werden dem Äitzdacher Kirchenbaufonds zugewendet. -h- Burkhards, 15. Nov. Der Unfall der Maurer am hiesigen SchulhauS-Neubau scheint ein gerichtliches Nach, spiel zu haben. Gestern weilten ein Untersuchungsrichter, so- wie Bauunternehmer Winn au3 Gießen hier. Ersterer vernahm mehrere Zeugen. fg. Grünberg, 15. Nov. Gegen die Giltigkeit der Wahl HirschelS für die Zwecke Kammer ist Protest eingelegt. Bekanntlich erhielt Hirschel eine Stimme mehr als sein Gegner Moll. 1.- Marburg, 16. Nov. In den nächsten Tagen be- giebt sich ein Offizier des hiesigen Jägerbataillons nach Italien, um dort der Königin Margherita, welche bekanntlich Chef des Bataillons ist, zu ihrem Geburtstag eine prächtige Ahnentafel zu überreichen. Die Königin flammt in direkter Linie von der heckigen Elisabeth. — Die hiesigen Burschenschaften haben zwecks Stellungnahme gegendaSPistolen- duell auf Dienstag eine allgemeine Studentenoersammlung einberufen. Frankfurt a. M., 15. Nov. Der populärmedizinische Schriftsteller Medizinalrat Dr. Friedrich Dornblüth, früher in Rostock, ist hier, 78 Jahre alt, gestorben. — Der Ge- sandle Mumm o o n Schwarzen stei n schenkte dem hiesigen Messing-Gymnasium, als ftüherer Schüler, die Radierung des Bildes der Schlußsitzung des Pekinger Kongreßes vom Berliner Künstler Ernst Heilemann. Das Bild ist nur m 100 Exemplaren für die beteiligten Diplomaten vervielfältigt worden. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Main-Neckarbahn ist bekanntlich der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft angegliedert worden. Die Eisenbahndirektion in Mainz erhielt von dem Minister Budds Tank und Anerkennung für die prompt und mit bestem Erfolg bewirkte Uebcdeiiung der Verwaltung der Bahn m die neuen Verhältnisse. — Am nächsten Donnerstag findet ein Vortrag des Geh. Hofrats Prof. Dr. Wilhelm Oncken, über „Kaiser Wilhelm 11. und Deutschlands Eintritt in die Weltpollllk 1897—1900" im Kurhause zu Wiesbaden statt. Vermischtes. * Stettin, 15. Nov. Au« einem Kartoffelfelde bet Herrschaft Nassenhaide wurde gestern abend der Schnitter Martin Koch, ein Russe, erstochen aufgefunden. Er war seiner Barschaft von 110 Mk. und feiner Uhr beraubt Ter mutmaßliche Thäter ist der 19jährige Schnttter Albert Katz- marck. * Danzig, 15. Nov. Gegen den seit einigen Tagen flüchtigen Rechtsanwalt Thun hat der Staatsanwalt Haftbefehl wegen Untreue erlassen. Ter fehlende Betrag beziffert sich auf 18 000 Mk., über den Thun durch verfehlte Spekulationen zu Ungunsten seiner Klienten verfügt haben soll. Ter Betrag ist beretts durch ihm nahestehende Personen gedeckt * Paris, 15. Nov. In der Zentral-Postverwaltung wurde gestern ein Beamter verhaftet, welcher beschuldigt ist, za hl re iche Wertbriefeunterschlagen zu haben. Bei seinem Verhör stellte der Verhaftete jebc Schuld in Abrede. Toulon, 16. Nov. Im hiesigen Bahnhofe rannt# heute vormittag eine rangierende Lokomotive auf den letzten Wagen eines nach Nizza abgehenden Zuges auf. Fünf Personen wurden verletzt. Budapest, 16. Nov. Die Meldung eines auswärtigen Blattes, daß der Defraudant Keszkemethy in New- L)ork festgenommen wurde, jedoch wieder entsprungen fei, bestätigt sich nicht. Tie hiesige Polizeibehörde hat keinerlei diesbezügliche Mitteilungen erhatten. * Temesvar, 16. Nov. Ter reiche Landwirt Muja überraschte seine Frau mit dem Landwirt Sttoja und schoß beide nieder, worauf er sich dem Gericht stellte. • Wahlkuriosa. Aus Rothenburg a. T. berichten die „Münchener N. N.": Die jüngst hier vorgenommenen Gemeindewahlen brachten verschiedene Wahlzettel mb dichterischen Ergüßen. Wir teilen den Inhalt eines solchen Wahlzettels hier mck: „Wähle zum Stadtrat nie einen von den Propheten, Die vorher halten zu viele Reden, Denn nachher, wenns gilt, dann sitzen sie Zumeist wie die „Stumme von Portici." Kunst und Wstenschufl. Aus dem Spielplan der deutschen Bühnen. Ter neueste deutsche Bühnenspielplan für die Zeit vom September 1901 bis August 1902 giebt interessante Ausschlüsse darüber, „wie man den Geist des Volkes versöhnt". Mn größten Erfolg wahrend des bezeichneten Zeitabschnittes hat Meyer-Förster mit seinem Schauspiel „Alt-Heidelberg" gehabt, das 1258mal gegeben wurde. Außerdem überschritten die Zahl 1000 nur Sudermann, der 1139mal gegeben wurde, und Schiller, aus den 1015 Ausführungen entfallen. Goethe hat daneben nur 342, Lessing 215 Aufführungen zu verzeichnen, während Shakespeare mtt der Zahl 746 vertreten ist. Grillparzer wurde 213, Anzengruber 227, Hebbel 90, Otto Ludwig 38ma[ gegeben. Von den heute lebenden Dramatikern wurde Lttv Ernst 636mal aufgeführt. Gerhart Hauptmann brachte eS mir auf 369 Aufführungen, Fulda wurde 625mal aufgeführt. Tie Firma Blumenthal-Kadelburg bucht 997 Aufführungen. Tas „Weiße Rößl" wurde noch immer 219mal gegeben. Firma Schönthan-Kadelbura-Koppel- Ellseld kam auf 607 Ausführungen, während es Moser mit seinen Mitarbeitern Schönthan, L'Arronge, Trotha rc. auf 587 Aufführungen brachte. L'Arronge verzeichnete 327 Theater-Abende. Von den Ausländern siegte Bneux mit seiner „Roten Robe". Tas Stück wurde öllmal gegeben. Ibse n wurde 331mal aufgeführt, Björnson sogar 510 mal. „lieber unsere Kraft", erster Teil wurde 19omal, der zweite Teil 206mal aufgeführt. Von Fritz Mauthners Werk ,Fritik bei Sprache", dessen erste beiden Bände wegen der Kühnheit der darin ausgesprochenen Gedanken ungewöhnliches Aufsehen erregten fist kürzlich der dritte Band im Verlage der Cottaschen Buchhandlung erschienen. Tamtt hat das bedeutende Werk seinen Abschluß gefunden. Petersburg, 16. Noo. Nach einer Meldung aus Alexandrowsk ist der Dammer der Murman-Erpedition Andrei Perwos- wahny" dorihm zurückgekehrt, nachdem die Polarnacht und der strenge Wmler eine F o r t s e y u n g. der wissenschmrlichen Arbeiten nicht mehr zuließen. Tas Schm errcichle nur den 72. Grad Atleralur. Präsident Krugers Lebenserinnerungen, die den ersten Dano des abschließenden Werkes über den Burenkrieg „Im Kampf um Südafrika" bilden, kamen, wie wir bereits meldeten, am SamStag aur Ausgabe. Neben der deutschen Originalausgabe erschien daS Buch auch in autorisierten Ausgaben in holländischer, englischer, französischer, dänischer, schwedischer, norwegischer. b.en nächste» 5- ! welche Ä ’eeMS; ’V’muÄ 3'iiotben. l«in tatlr ®« '«$4« bi $L'"’s» ^rsya ** vervieWttz 2b beB SSKÜsS 5 £»s;: frgja DonneiAg Pros. Dr.AiM "im freU?[anb§ e*ntt lm Nöu|e zu Wies, einem Lartoffelfelde der •em abend der Ähnilln n ausgesunden. Er m seiner llhr beraubt. Ter ize Schnitter Albett 1 den seit einigen Lager in hat der StaatsanM' zerlassen. Ter sehlme H, über den Lhun bmo M seiner Aienten versüg: a durch ihm naheslchck r Zentral-PostvemaltUj »erhaftet, welcher lt- riefeunterschlliztt teilte der Verhafte \& esigen Bahnhofe tor; Lokomotive auf derP iden Zuges auf r Meldung eines Eeszkemethtin^ i wieder eiü)pm^ [ijeibefäbe pai Lineck c reiche Landwirt. W dwiit TilosaMd schotz aem Gericht Me. ochendurtz a. T. berichte ngit hier uorgenommenta (tat , den Inhalt eines solch» m von den Propheten. eben, nn sitzen sie n^Portici.' Wschck $.to, -elvlan für dw E )2 fließt h*RK* m Seist des.E rend des be-echL er mit as 1258mal hl lOOO/ur^^ ie hat danebo zu oerzeichner ^lzer Vertreten iGat ?;.SK? .-S^'K'S idetbu^Mer 2Mat. zssss Ä >5w4t 1 .uf der Stz-'Z -' fe-rtjä; MSK 11. rinnei^rtÄ ^ltbehairi,a Mimischer, italienischer, portugiesischer und tschechischer Sprache. In Rußland, Rumänien und Serbien toirb es verschiedentlich nachgedruckt. Von Kulturnativnen, die dem Buche kein Interesse entgegenbringen, steht somit die mad° jarische Nation vereinzelt da, dies jedoch nur, weil die meisten Madjaren es vorziehen, die deutsche Originalausgabe zu lesen. Tie Nachfrage ist, wie man uns aus München schreibt, ganz außerordentlich groß; es gingen allein von München nach Leipzig nicht weniger als 80 Kisten im Gewicht von je 10 Zentnern ab. 14 Schnellpressen waren ausschließlich mit dem Truck beschäftigt. Würde man alle Bände des kompletten Werkes aufeinander- legen, so gäbe es einen Stoß von 4000 Meter Höhe. Krügers Lebenserinnerungen werden wahrscheinlich für seine Stammesgenossen und für alle Burenfreun.de i>er ganzen Welt der Schlußstein in der Beurteilung der südafrikanischen Verhältnisse bilden. Krüger bot alles auf, sein Vaterland vor einer Umllammerung zu bewahren. Wenn er schon den einzelnen Engländern alle Gerechtigkeit widerfahren läßt, so ist sein Urteil doch über die Hauptträger von Englands Politik vernichtend, und er scheut sich nid#, Milner, Rhodes und Chamberlain als das zu zeichnen, für was er sie hält. Er spricht frisch von der Leber und die Charakteristik dieser Männer ist nichts weniger als •schmeichelhaft. Wenn trotz der furchtbaren Anklagen die Nachfrage nach dem Werke gerade in England ganz außerordentlich stark ist, so sieht man daraus wohl nichts anderes, als daß die Leute das Buch nur kaufen, um die Ansichten des gestürzten Feindes des britischen Reiches kennen zu lernen. Ter englische Verleger von Krügers DLe- moiren sagt, die Nachfrage übertreffe alle Erwartungen bedeutend; allein die Bestellungen aus den Kolonien überträfen die erste Mrflage um das Dreifache; zwei Auflagen werden neu gedruckt und für die Kapkolvnie und für Natal hat je eine besondere Ausgabe gedruckt werden müssen. In Amerika werde Krügers Buch wahrscheinlich populärer werden, als alles, was bisher über Südafrika und den Krieg erschienen sei. Universitäts-Nachrichten. München, 15. Nov. Tie Akademie wählte unter Anderen ru korrespondierenden Mitgliedern: Den Professor der Sprachwissenschaft a. D. A u f r e ch t-Bonn, den $)tt{io= logen Engelmann-Berlin, den Botaniker Engler und Chemiker Banthoff-Berlin, den Mineralogen Ro sen- busch-Heidelberg, den Professor der Staatswissenschaften Knapp-Straßburg i. E, den Kirchenhistoriker Hauck- Leipzrg und den Professor der Rechtsgeschichte Hüffer- Donn. Paris, 15. Nov. Die Gruppe der Freidenker beschloß, den Unterrichtsminister durch eine Delegation auszufordern, allen Universitäts-Professoren die Erteilung des Unterrichts an den verschiedenen religiösen Gymnasien zu untersagen. Geriltitssaat. Halle a. S.» 16. Nov. Vom Kriegsgericht der 8. Division wurde der Kürassierleutnant Heinz von Oertzen wegen versuchter Notzucht, begangen an der Tochter eines Maurers während des letzten Herbstmanöoers, zu vier Monaten Gefängnis und Sienft- entlasiung verurteilt. Arbeiterbewegung. Meerane (Sachsen), 16. Noobr. Ten in den Fabriken streikenden Färber haben sich jetzt auch die Arbeiter in den Meißener Färbereien angeschlossen; die Hauswebcr wollen gleichfalls in eine Lohnbewegung eintreten. Paris, 16. Novbr. Sämtliche Hutmach er sind seit gestern abend im Aus st and. Triest, 16. Nov. Die Hafenarbeiter fordern neuerdings eine Lohnerhöhung und drohen, falls sie nicht bewilligt wird, in den Streik einzutreten. Brüssel, 16. Nov. Aus einem in Horml abgehaltenen Kongresse der M inen arb eiter wurde beschlossen, alle Vorbereitungen für eine allgemeine Ausstandsbewegung der belgischen Grubenarbeiter zu treffen. allen Grudenbecken sollen Versammlungen und Kundgebungen stattfinden zur Erlangung des Achtstundentages und der Altersrente. Märkte. Grüubcrg, 15. November. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 15.44 bis 15.75 Mk., Korn 14.10 bis 00.00 M, Gerste 13.12 bis 13.75 Mk., Haier 12.70 bis 14.00 Mk., Erbsen 17.50—00 Mk., Linsen 26.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 Mk^ Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Alk. lo. Frankfurt a. M., 8. Nov. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. 3um Verkaufe standen: 434 Ochsen, 118 aus Oesterreich, 31 Bullen, 0 aus Oesterreich, 845 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 249 Kälber, 455 Schafe und Hämmel, 1248 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Dd?fen LQualUät 70—72 TIL, 2. Qual. 65—66 Ttt, 3. Qual. 60—63 Ml.; Bullen l.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 59—61 Mk.; Kühe L Qual. 61—62 SDIL, 2. Qual. 56—58 Mk., 8. Qual. 46—48 Mk, 4. Qual. 40—42 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—82 Pfg.,Lebendgewicht 50—00 Pf., 2. Qual. 74—75 Pfg., Lebendgewicht 44—46 Pfg., Schlachtgewicht 62—65 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 62—64 Pfg., 2. Qual. 58—60 Pfg^ 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg^ Lebendgewicht 53 Pfg^ 2. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 52 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gedrückt, Ueberstand bed., bei Kleinvieh gut. ic. Frankfurt a. M., |17. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 15.75,-00.00 Kurhessischer Mk. 15.75—16.00, La Plata Mk. 17.25—17.50, Kanias Mk. 17.25—17.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—15.75, Frankenfelder Dlk. 00,00—00,00, HaserDlk. 14.75—15L5, Mais Dlk. 14.00—14^5, Weizenmehl 0 Mk. 25.25—26.,00 2. Qualität Mk. 23.00 bis Alk. 00.00, 3. Qualität DU. 21.75—22.00, Roggenmehl 0 Mk. 23.00—23.75, 1. Qualität DU. 21.75—22.25, Weizenkleie DU. 8.75 bis DU. 9.00, Roggerikleie Mk. 9.50—00.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis DU. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried DU. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Spleipl.au der «reinigten Frankfurter Stadttheater. Operuhaus. Dienstag den 18. November, abends 7 Uhr: „Unbine/ Neues Schauspielhaus. Dienstag den 18. Stooember, abends 7 Uhr: „Faust", 1. Teil mit Prolog nn Himmel. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 17. November, abends 8 Uhr, Bibel st unde im Konfirmaiidensaal der Johanneskirche. 1, Johannesbrief, Kap. 2, 12—14, die Absage an die Welt. Pfarrer Dr. N a u m a n n. Tie Versammlung der konfirmierten Mädchen der Lukas- gemeinde findet nicht Dienstags sondern Donnerstag den 20. Novb.r, nachmittags 51/, Uhr, im Konfirmandensaal der Johanneskirche statt. Pfarrer Euler. Krieskasien der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Sch. P. iu Lollar. Das Hallen von Privatslunden ist den Volksschullehrern gestattet, wenn die Kreisschulkommission nichts dagegen einzuwenden hat. Nenene Rielouagen. Originaldrahtmeldnugeu des Gießener Anzeiger. Berlin, 17. Nov. In einer großen Po len-Ver-, samrnlnng, welche behufs Stellungnahme gegen die zollfreundliche Haltung der polnischen Reichstags-Fraktion einberufen war, ging es vielfach stürmisch zu. Namentlich schlugen die polnischen Sozialdemokraten eine sehr scharfe Tonart an. Tie Haltung der Fraktion wurde als rücksichtslos gegen die Interessen der ärmeren Bevölkerung bezeichnet. Großer Sturm erhob sich, als ein polnischer Sozialdemokrat meinte: Alles Reden helfe nichts, man müsse den Abgeordneten den Laufpaß geben und nur polnische Sozialisten wählen. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, in der die Haltung der Fraktion als unvereinbar mit den Interessen des polnischen Volkes bezeichnet wurde und die Abgeordneten aufgefordert werden, gegen den Zolltarif einzutreten. Eine von den polnischen Sozialdemokraten eingebrachte well schärfere Resolution wurde abgelehnt. Rendsburg, 17. Nov. Auf der Eisenbahnstrecke Schleswig-Owschlag fuhr ein Eisenbahnzug auf eine Draisine auf, die mll Arbeitern beseht war. Es gelang allen Arbeitern, noch rechtzeitig abzuspringen bis auf einen, dem beide Beine abgefahren wurden. Die Draisine wurde vollständig zertrümmert. Der verunglückte Arbeiter starb bald daraus im Krankenhause. Königsberg i. Pl^, 17. Nov. Heute früh herrschten acht Grad Kälte. London, 16. Nov. Heute vormittag wohnte der Kaiser mit den anderen in Lowther Castle anwesenden Güsten dem Gottesdienst in der Kirche in Lowther bei. Nach dem Frühstück unternahm der Kaiser bei schönem Wetter einen Spaziergang. Während des Diners und abends spielte die Kapelle des Lord Lonsdale. Ter Kaiser überreichte Lord Lonsdale die Insignien des Kronenordens 1. Klasse. London, 17. Nov. Gegenüber den Ausführungen des Kriegsministers Brodricks, welcher am Freitag in seiner Rede versichert halle, die englische Regierung allein habe die Verpflegungskosten der Buren in den Konzentrationslagern übernommen, ruft die Erklärung des Amsterdamer „Handels'blad" großes Aufsehen hervor, daß das holländische Komitee zur Unterstützung der Buren in den Konzentrationslagern eine?' Gesamtsumme von 43 500 Pfund Sterling aufgewendet habe. Budapest, 17. Nov. Auf den Bi schof vonn Ber- schetz wurde in Karlosza ein Attentat verübt. Ein unbekanntes Individuum feuerte durch das Fenster einen1 Schuß auf den Bischof ab, welcher die Kleider desselben durchlöcherte. Athen, 17. Nov. Zwei Wachtposten des in den Binnew-, Hafen in Reparatur befindlichen deutschen Stationsschis seS Loreley wurden in der Nacht ermor bet und zwei groß? Koffer mit Geld und Dokumenten entwendet. Tanger, 16. Nov. Nachrichten aus Fez zufolge ist der Prätendent von den Truppen des! Sultans geq fangen worden. Washington, 16. Nov. Ter Generalkonsill der einigten Staaten in Guatemala sagt in einem Bericht über den durch den Ausbruch des Vulkans Santa Maria den Kaffeepflanzungen zugefügten Schaden, den ev auf fünf Millionen Tollars schätzt, daß viele zerstörte Pflanzungen Eigentum deutscher Staatsangehöriger, seien, die dadurch vollständig verarmt seien, da sie die Pflanzungen mit dem Gelbe fremder Banken anlegten. Telephonischer Kursbericht* Frankfurt a. 1m., 17. November 1902. 3*/8o/o Reichsanleihe . . 101.95 3 do. . . . 91.45 ö1 /,% Konsola . . . . 101.80 »o/o do.....91.40 8‘/t°/n Hessen .... 100.20 356 Oberhessen . . . 99.80 456 Oesterr. Goldrente . . 103.10 4'/, 56 Oesterr. Biiberrente 101.30 4% Ungar. Goldrente . . 101.55 4% Italien. Rente . . . 103.20 4*/a% Portugiesen ... 50.00 6°/ Portugiesen. .... 31.45 156 6. Türken .... —.— lückenlose......—.— 4% Griech. Monopol.-AnL 44.40 4'/, 56 äussere Argentiner —.— 3% Mexikaner .... 25.10 41/ü’/o Chinesen .... 92.50 Electric, bcbuckert . . . 79.25 Nordd. Lloyd . . . . 95.70' Kreditaktien ..... 210.70 Diskonto-Kommandit. . . 187.60 Darmstädter Bank . . . 138.20 Dresdener Bank . . , . 142.00 Berliner Handelsgee. . . 155.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 149.30 Lombarden • • • • . 18.70 Gottbardbahn..... 180.25- Laurahütte ...... 200.25 Bochum ....... 167.00 Harpener......166.70 Tendenz: fest. Vermögen deutscher Versicherungs-Gesellschaften. Kem- Gewerbe Hat in den letzten 10 Jahren in Deutschland einen sos großen Aufschwung genommen, wie das Versicherungs-Gewerbe.! 1890 betrug das Vermögen aller deutschen Privat-Versicherunas- Gesellschaflen 1851, dagegen 1901 3684 Millionen Mark, also fast das Doppelte. Tie deutschen Gesellschaften legen in löblichem Gegensatz zu den Gesellschaften anderer Länder ihre Kapitalien der Hauptsache nach in mündelsicheren ersten Hypotheken an. So kommt, es, daß der Hypolhekenbesitz einer einzigen Gesellschaft, der Viktoria^ mit rund 270 Düll. Diack eben so groß ist, wie der Besitz an Wellpapieren bei allen Gesellschaften aller Branchen zusammengenommen. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß keine Versicherungs- Gesellschaft unseres Kontinents in ihrem Gesamtvermögen auch nur den Hypothekenbesitz der Viktoria erreicht. Dies ist weiter fein Wunder, da bekanntlich die Viktoria nicht nur die größte deutsche Lebens-Versicherungs-Gesellschaft, sondern auch gleichzeüig die größte deutsche Unfall-Versicherungs-Gesellschaft ist. Die Lebens-Versiche- rungs-Gesellschasten haben die größten Rücklagen zu machen, sie verfügen daher über die größten Vermögenszahlen, die bei besonders! rührigen Gesellschaften ganz rapide wachsen. Z. B. hat sich bei der Viktoria das Vermögen in den letzten 4 Jahren verdoppelt, iw den letzten 8 Jahren vervierfacht. Aber auch sonst fitrden ansehnliche Zunahmen statt. Im Jahre 1901 stieg das Vermögen bei der Viktoria um 48,6 auf 319,8 Millionen Mark, bei der Gothaer um 9,6 auf 267,7, bei der Germania um 13,5 auf 263,5, bei der alten Leipziger um 14,1 auf 210,7, bei der Stuttgarter um 13,5 auf 197,8' u. j. f. Dagegen verschwinden in ihren Vermögenszahlen die Gesellschaften anderer Branchen. Alle anderen Gesellschasten zusammengenommen, die Feuer-, Transport-, Hagel-, Vieh- u. s. ro. Versicherungs-Gesellschaften, die Rückversicherungs-Gesellschaften mit eingeschlossen, hatten im Ganzen nur ein Vermögen von 894 Mill. Mark, also rroch nicht dreimal so viel als die Vlkwlla allein. Kennt ihr mich nicht? Ich bin das Zeichen der echten Pfeiffer & Diliers Kaffee-Essenz in Dosen. In allen guten Geschäften zu haben. Or.W.Knechf's Magenbitter „SÄNTIS" istbei Magen-u.Darmbeschwerden das vorziiglichsleuunenrbehrlichste Hausmittel. 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Mts. an acht Tage lang zur Ein- icht der Jntereffenten auf hiesigem Bürgermeistereibureau offen. Reiskirchen, am 16. November 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner. 7998 Bekanntmachung. Der Boraufchlag der Gemeinde Reinhardshain pro 1903/04 liegt vom 21. November 1902 an acht Tage lang auf Großherzogl. Bürgermeistereibureau zu jedermanns Einsicht offen. Reinhardshain, am 17. November 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Reinhardshain. ______________Kornmann, Beigeordneter.__________7999 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BröhFsche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 Zum Totenfest empfehle in großer Auswahl 8003 Kränze und Kreuze in geschmackvollster Ausführung und billigsten Preisen. Eduard Rieger, vaicklMtucr, Asterireg 3. Heuchelheim, Zur Ludwigsburg Mtttwoch, den 19. November 8010 Grosse Tanzmusik wozu ergebenst einladet f* KpilSß Giessen, Cöln, Gotha, New-York, Nieder-Gemünden, den 17. 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