"’«Seü ®'n «baet,^1* 1 gedauert. "Ä-- Al-g- ift h0, eÄ^’ 21 i« 7 Ä «em wird, jo uMlgen Gmeins ^biologischem System LeniL^ |o wichtige !_• Tas Gerücht von dei rrau M Irrenhaus Nach Mitteilungen der lg eines vornehmen L> ■n Stadt StraßLma !Md^ei, in eine ^ireji- ebuch hatte der Hm mit Verhalten und sich dm , auf die oben angegckw infolge starken W ’ auf der Station Lchmh wobei drei Personen der Mhe von Lamur iem Persomzug in die lrdeuzwölfmisende etzt. Eine Lame eilih >ere Verletzungen. - &: rdiff (England j entgleis: ern-Eisenoahn. 17 Per mter eine schwer. j (Australien) kommt,l: s Vulkans auf öo DM ftil im Wiener Burg. große Licht' Hot, vor Menschen Lrsoig geteilt si uen sehr bedeutenden (hl; Leu scher wird dack wegen der höhe des he Lchauspieler nicht m e üqe Kontakt von Sutei äugen sei. Seit der 1 m nun allgemein Die es Wenö beher et - ter§ wie den Darstello^ »K »d-s ei™»® A ind-m.s'- t b« ***£%*. d-rhöh- at, da» u«b ippel !" ou m® . mlt ber, ^"jiupptl al besser konE^machl inrichM,^ geahnt i orgE',i» tu: - w*r,bSMt ®’S i» uwM ’" lbUlN^ ,^>s- iÄf** SV IZ'MN ' n0Ä m : ®e‘ ^U«9$”S Ä> /. 2 M * um 'w nachkN- Montag 17. November LNO2 15Ä. Jahrgang Erstes Blatt. Nr. «70 • täglich außei Sonntag-, Dem Gießener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Kesflschea Landwirt bie Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche deigelegt. StoiaiionSdruck u. Der» lag bei Brüh l'ichea Univert.-Biich- u.Slein- bruderei iPieych (trben) SUbaftloru Grpebitio« und Druaeret: Ochalfiraße 7. Ddiesie tüt Deoeichenr «nzetger Gteßeu. FerntprechantchlusiAr 51. ve»ag»pret», WWW W. ’wflT O monailicb76'VL. DierteU V Ar H V . tährlich Mk. r.20, durch GietzenerAnzeigerW W General-Anzeiger ° ** «S Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW * Gießen, 15. November 1902. Betr.: Landwirtschaftliche Bodenbenutzung im Jahre 1902. Das Großherzagliche Krcislimt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien de» Kreises Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 7. Mai L IS. — Kreisblatt 91c. 52 — erwarten wir die alsbal- dige Einsendung deS entsprechend ausgefüllten Formulars 2 b insoweit dies noch nicht geschehen ist. I. V.: Dr. Heinrichs. Amtliche Nuchrichten über Vichscuchen. In Okarben, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen. Es ist Gemarkungs- sperr e angeordnet._______________________________________ Kclunmtmachung. Betreffend: Feldberetnigung in der Gemailung Hungen. Ich bringe hiertnit zur öffentlichen Kenntnis, daß 102 Grundeigentümer, welche mit im Ganzen 552,01 ha Fläche in der Gelnarkung Hungen begütert sind, unterfchriftlich die Feldbeceinigung und die Anlage von Wegen in den Obst- baumstücken der (Semarfung Hungen beantragt haben. Da im Ganzen 494 Grundeigentümer mit 955,873 ha Fläche in der Gelnarkung Hungen begütert sind, so ist nach Art. 6 deS Feldbereinigungsgesetzes voin 28. September 1887 die erforderliche Mehrheit für das beantragte Untecnehtllen, (mehr als ein Fünfteil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen), vorhanden. Der oben erwähnte Antrag nebst Ergebnis desselben liegt auf dein Amtszimmer Großh. Bürgermeisterei Hungen in der Zeit vom 20. l. Mts. bis einschließlich 26. l. MtS. zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit dieses Ergebnisses sind binnen 14 Tagen, von der Veröffentlichung der Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittels schriftlicher Beschwerde bei Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe in Darmstadt geltend zu machen. Friedberg, 14. November 1902. Der Großh. Bereinigungskommissar: •________Spamer, Kreisamtmann.____________ Technische ^el) tau Italien zu Offenbach a. M. Unter Staatsaufsicht. A. Bauschule für Bautechniker, Bauführer und Architekturzeichner. Vorbüdung: Volksschulbildung und praktlsche Thätigkeit in einem Bauhandwerk von mindestens einem halben Jahr. Vier Halb-JahreSklaffen. Im Sommer II. und I.; im Winter IV., Ul., II. und I. Neu-Eröffnung B. Maschinenbau-Lchule für Maschinentechniken und Werkmeister. Vorbildung: Volksschulbildung und dreijährige praktische Thätigkeit; höhere Schulbildung oder Einjähr.-Berechtigung und zweijährige praktische Thätigkeit. Laboratorium für Maschinenbau und Physik. Vier Halb-Jahresklassen. — Aufnahme nur zu Ostern. C. Abteilung für das Kunstgewerbe für Kunstgewerbler aller Art. Zeichnen, Malen und Modellieren. Kunstgewerdl. Entwerfen. Dauer des Kursus unbeschränkt. Außer diesen drei Abteilungen der Ganztagsschule bestehen für Bauhandwerker, Maschinenbauer, sowie für Kunstgewerbler noch drei halbe Tageskurse. Ferner für Schülerinnen je eine Fachklasse für Mu|terzeichnen, Kunst- sltcken und für die Fächer der freien Kunst, rote Aquarellieren, Oelmalen u. s. w. D. Handwerker-Sonntags» und Abendschule Fachklassen für Dauhanotverler ('Jlicmier, Zimmerer, Steinmetze und Bauschlosser); für Bauzeichner, Kunstschlosser und Möbelzeichner; für Maschinenschlosser, Etsendreher, Schmiede und verwandte Berufe; für Lithographen und Graveure; für Portefeuiller (Lehriverkstätte für feine Lederwaren. — Unternehmen des OrtSgewerbevereins). Ferner Porträt- und Aktzeichnen. Schulgeld: a) für Ganztagsichüler halbjährlich Mk. 50.— b) „ Maljchülerinnen „ , 24.— c) „ Halbtagsschüler, sowie Stickschülermnen , , 18.— d) „ Sonntags- u. Abendschüler „ „ 6.— Die unter a) Genannten zahlen 3 Mk., die unter b) bis i) Genannten 1 Mk. Eintrittsgeld. Nähre Auskunft, sowie Lehrpläne und Formulare durch die Direktion. Der Großherzogliche Direktor: Prof. Schurig. JJülili|üje Cagrüschau. Aus Badea. Wir lesen in der „Evang. Korrespondenz": „T-ie Lage ist ernst! Falsche Rücksichtnahme muß aufhören, uird so ist diese Frage berechtigt: Wer und wo sind diese Machtsaktorcu'? Die richtige Antwort ist: die Frau Groß Herzogin, die Tochter Kaiser Wilhelms I., befördert in sehr wirksamer Weise die katholischen Bestrebungen. Tie hohe Frau ist in dieser Beziehung in bte Fußtapfen ihrer erlauchten Mutter, der Kaiserin Augusta getreten. Doch diese angeborene Geistesrichtung allein erklärt die Thätigkeit der Frau Großherzogin nicht genügend. Schwer wiegende Einflüsse gehen von ihrer Umgebung, von ihrem Freundeskreis aus. Aus die Einwirkung einer bayerischen Prinzessin und der Benediktiner von Beuron und Maria-Einsieveln ist schon hingewiesen worden. 2en nachhaltigsten Einfluß auf die hohe Frau übt aber Generaloberst Freiherr v. Los, der zu den intimsten Freunden und regelmäßigen Besuchern der Kaiser- tochter gehört. General v. Los sucht katholische Bestrebungen zu fördern. Der verdienstvolle Soldat ist dem kirchenpolitischcn Agitator gewichen. Seinem Einfluß auf die Frau Großherzogin von Baden schreiben wir — um eS noch einmal zu wiederholen — das Wachsen der ultramontanen Macht in Baden zum größten Teile zu. Aus ZeutralustkN. In der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde zu Gießen sprach am 12. d. Herr Tr. Max Friede r i ch s e n über eine Forschungsreise in den zentralen Tiön-schan unb dsung arisch en Ala-tau (Mai-Oktober 1902), unter Vorführung von Lichtbildern nach Original* aufnahmen. Die Expedition, an welcher Redner als Geograph und Geologe teil genommen hat, war ausgesandt worden von der Universität Tomsk in West-Sibirien und stand unter Führung des Tomsker Professors der Botanik W. W- Sa- voschnikow. Tas gesammelte wissenschaftliche Material bestand, soweit es vom Redner zusammengetragen wurde, in erster Linie in einer von der Stadt Prschewalsk am Jssytlul bis Lepsinsk an dem Nord-Fuß des dsungarischen Ala-tau durchgesührten Routenaufnal)me, welche zusammen mit den an zwei Anero'iden und einem Kochthermometer gemachten Höhenbestimmungen und im Verein mit Prof. Saposchnikows Theodolith-Aufnahmen das Rohmaterial für eine Originalroutenkarte der erforschten Gebirgsländer darstellt. Daneben wurde vom Redner eine umfangreiche geologische Sammlung zusammen gebracht, deren Verwertung teils von ihm, teils von petrographischen Spezialisten in Deutschland zu geschehen haben toid). Die photographische Gesamtausbeute der Expedition beläuft sich auf über lOOu trefflich gelungene Ausnahmen. Professor Sa- poschnikow sammelte in erster Linie botanisch, während die übrigen drei Herren vorwiegend zoologisch arbeiteten. Pekuniär waren außer der Uniöcrfitat Tomsk auch die Kaiserlich Russische Geographische Gesellschaft in St. Petersburg, die Hamburger Geographi|che Gesellschaft und der Redner mit namhaften Posten beteiligt. Da die Expedition in einem in feinen höchsten Tellen bis ca. 6800 Meter ansteigenden Hochgebirge zu arbeiten hatte, welches nur von einer sehr dünnen und unsteten, nomadisierenden Bevölkerung besiedelt ist, streckenweise überhaupt menschenleer war, so machte der Transport Agnes Sorma als Aora.*) Gießen, den 17. November 1902. Heber JbsenS Nora werden die Akten nicht so bald geschlossen werden. Ein späteres Geschlecht wird in Nora wohl ein klassisches Drama unserer Zeit sehen. Es ist das Drama jener hochdenkenden Frauen, die das Wunderbare erwarten, das ihren Bund mit einem fremden Manne, den sie als höher Denkenden einschätzten und dem sie darum mit Leib und Seele für ihr Leben sich anvertrauten, erst zu einer rechten Ehe verwandeln soll. 9tora wurde s. Z. für ganz Europa das Leitwort für die Frauenfrage, die dadurch über die Brotfrage hinausgehoben wurde. Frau Agnes Sorina gab un§ in einerTheatervereinS- Vorstellung am letzten Samstag die 9lora. Lian wußte e§ im Voraus, das würde einen Abend auserlesenen Kunstgenusses für das Publikum bedeuten und zugleich ein paar Stunden reicher Anregung für die Kritik. Das Haus zeigte darum wohl so ziemlich alle Plätze besetzt, wie das einer Künstlerin von so großer und unbedingter schauspielerischer Autorität wie Frau Sorma zukommt. Tas ist um so beachtenswerter, als schließlich doch nur wenige Ibsen-Enthusiasten sich dieses trotz aller Wenn und Aber schließlich immer doch peinlich wirkende Drama, das Bulthaupt im 4. Bande seiner vortrefflichen .Dramaturgie deS Schauspiels- (Schulzesche Hof- Buchhdlg. in Oldenburg) sehr richtig als ein .zur Hälfte wirklich großes Kunstwerk, ein Meisterstück der Menschendarstellung" m ausführlicher Darlegung charakterisiett, gern deS Geileren ansehen. Und Irene Triesch hat die 9!ora erst vor wenigen Jahren den Theatervereinsmitgliedern geboten. Die Not an wahrhaft bedeutenden Novitäten macht sich auch hier zeltend, und wenn eine Sorma auf ihrem Repertoire auch ein Stück wie die schauerliche .Waise von Lowood" hat, so spricht das weit beredter für den Niedergang der neuen dramatischen Lltteratur als der jüngste keineswegs ganz verdiente Mißerfolg eines der talentvollsten unter den Neuen, der von Halbes .Walpurgisnacht" in Dresden, die immerhin eine echte Dichtung ist und bei der Lektüre auch als solche *) Der Gießener Aufführung lag wohl die leider immer noch auf den Bühnen beliebte Uebertraguug Wilhelm Langes zu Grunde, statt der meisterhaUen Uebersetzung m der großen deutschen Ibsen- Ausgabe von Brandes, Elias und Schlenther. (H. Ibsens jämuiche Werre in 9 Bdn. 6. Bd. S. Fischers Verlag in Berlin.) wirkt. (Das Buch erschien unlängst bei Georg Bondi in Berlin.) Ibsen, von dem übrigens neuerdings die Kunde kommt, daß er infolge von Mißhelligkeiten, die man ihm wegen seines dicht am Hasen von Christicmia gelegenen und dem Verkehr angeblich hinderlichen Hauses dort macht, mit dem Plane umgehen soll, wieder nach Deutschland überzusiedeln, und von dem es ferner heißt, daß er mit seinem Bruder m Apoll Björnst- jerne Björnson, dem Dichter von „lieber unsere Kraft", am bevorstehenden 10. Dezember die Prämie für Litterakur des Nobel'schen Preises erhalten werde, schrieb kürzlich der bekannten schwedischen Sängerin Sigrid Arnoldson folgende Zeilen in ihr Stammbuch: Ich glaube, liebe Sigrid, wir beide stimmen darin überein, daß es nicht unsere Ausgabe sein kann, Triumphe zu feiern, sondern vielmehr den Sinn der Atenschen durch Schönheitseindrücke und deren Wiedergabe zu veredeln." Diese Worte hätte Ibsen auch der Sorma widmen können. Der Dichter entschädigt uns für den Leichtsinn und die Lügenhaftigkeit dieser Frauengestalt mit einem herzlichen liebevollen Kmdersinn. Tie treuherzige, ungeistreiche Hingebungsfähigkelt eines germanischen Gretchens empfinden wir zunächst als 9lora§ hervorstechendste Eigenschaft. Wir sehen sie ganz voll Seele, ganz voll Liebe und Liebebedürfnis. Sie tänzelt und zwitschert wie eine jungd Lerche durchs HauS, daß uns das Herz im Leibe lacht. Hier durchwärmt uns Ibsens Seele mit einem Stück hellster Natur. Und diese gibt uns die Sorma in der reizendsten einfachsten Art, fodaß sie unsere Sinne durch holdeste Schönheitseindrücke gefangen nimmt. Gleich wie sie vergnügt trällernd ins Zimmer huscht, wie sie dann voll glühenden Eifers mit den sieben Sachen, die ihr das Mädchen tragen half, hantiert, wie sie dabei glückselig immer vor sich hm lacht, das macht keineswegs den Eindruck, als hätten wir eine von der Welt gefeierte Berühmt- hell vor uns, die auch einmal uns kleinen Gießenern das Gnadengeschenk einer kurzen Huld gewährt, als sei sie darauf aus, auch einmal mit kleinen Triumphen vorlieb zu nehmen. Ganz im Gegenteil; dazu ist ihr die Kunst viel zu ernst, zu heilig. Von vollendeter Natürlichkeit ift ihre ganze Art. Das Zimmer, in das sie beim Aufgehen des Vorhanges tritt, bekommt sofort den Eindruck lraulich'ter Gemütlichkeit, jeder Gegenstand, den sie ersaht, wird gleichsam Leben, wird uns lieb und vertraut, als besänden nur uns in unserem eigenen Heim, als fühlten jene Dinge da auf der Bühne mit uns und wir mit ihnen. Was da oben vor sich geht, das geht, infolge der höchst persönlichen Darstellung der Sorma, uns selber höchst persönlich an, das macht uns van varnherem warm, wir fühlen und lachen und leiden im innersten Herzen mit. Denn wir haben vom ersten Dlomente an den Eindruck das, was wir da sehen, das ist Leben, eigenstes, echtestes Leben. Wie die Triesch, so hat sich auch die Sorma in die ge» heimsten Tiefgänge dieses Seelenlabyrinthes eingefühlt — auf ihre Art natürlich. Während die Triesch alle Falten dieser aus nordischem Nebel auftauchenden problematischen Frauennatur mit genialem Spürsinn und, man möchte fast sagen, mit mathematisch geschultem Verstände einzeln aus- einanberlegte, läßt die Sorma klar und einfach, schlicht und recht ihr eigenes Herz reden. Beide Künstlerinnen aber gehen darauf aus, den schroffen Temperaturwechsel in Noras Gemüt, den der letzte Akt bringt, von vornherein so wahrscheinlich als möglich erscheinen zu lassen, ihn psychologisch von vornherein zu rechtfertigen. Zu diesem Zwecke sucht die Triesch von Anfang an weniger die „kleine Lerche^, die „Puppe", die Noras Gatte in ihr sucht; ihr Wesen weist sie überzeugend auf die große Willenskraft hin, die in NoraS Entschlüssen liegt, auf ihr Talent zur Reife. Anders die Sorma. Sie ist ganz und gar die ihr eigenes Heim durch sich selber am meisten Schmückende, eine vortreffliche herzige Mutter und Gattin, eine Frau von ursprünglich heiterstem Temperament, von hellster Lebenslust, der selbst ein totkranker Kurmacher harmlosen Spaß macht, ein holdes Weib von naivem Humor und von geringer Lebenskenntnis. Ursprünglich, vor Jahren, als das böse Geschick sie noch nicht getroffen hatte, da war sie gewiß die .kleine Lerche", die „Puppe". Davon reden die lieben, hellen blauen Augen, die so warm und so bezwingend lachen können, daß der Dr. Rank nahezu unartig werden kann. Die großen dunklen Augen der Triesch leuchten und funkeln und wachsen, und mit ihrem oft nach innen gekehrten Blick zeigen sie von Anbeginn die Nora von später, die sich in die Nora von jetzt nur mit Mühe verstellt. Auch die 9lora der Sorma spielt jetzt bewußt ihrem Gatten das ewig heitere, übermütige Kmd vor, innerlich ist sie eine andere, em Weib, das dem Gatten eine kleine Komödie bietet, weil er gerade das Kindliche an ihr gern sieht, em Weib, das ihren Gatten über alles hebt, weil sie ihm etwas ihr weit Ueberlcgeneß, Großes, Heldenhaftes des mnfangr eichen Expeditionsgepückes, sowie die Verproviantierung besondere Schwierigkeiten Für solche Unternehmungen war ba3 Kamel nicht zu gebrauchen, sondern einzig die kleine, zähe und ausdauernde Rasse des Berg-Kirgisenpferdes. Bei der Frage der Verproviantierung kam in erster Linie der Reichtum der nomabb- fierenden Kirgisen an Kleinvieh (Hammel) in Betracht. Als Obdach dienten entweder die als „Jurten" bekannten FilAkegelhütten der Kirgisen oder die Leinenzelte der Expeoitron. Redner selber traf mit der eigentlichen Expedition erst im Innern Asiens, in der Stadt Wjernyj am Nord-Fuß des zentralen Tien-schan, zusammen und hatte bis dahin allein reisend volle vier Wochen nötig gehabt, um per Eisenbahn durch das ganze europäische Rußland zum Kaukasus und nach Baku, von dort zü Schiff über das Kaspische Meer, dann durch die Wüsten Transkaspiens per Bahn bis Taschkent und schließlich in zehn Tagen und vier Nächten 830 Werst per Post nach Wjernyj zu gelangen. Diese Tour belief sich zusammengerechnet nach den Werst-Angaben der russischen Kurs- und Postbücher auf 5740 Werst (1 Werst ungefähr gleich, 1 Kilometer). Um eine weitere Vorstellung von dem für unsere europäischen Begriffe enormen Landentfernungen zu geben, Äe Redner, daß seine Rückreise über West-Sibirien sinsk bis Semipalatinsk wiederum per Achse nochmals zehn volle Tage, dann per Dampfer Jrtysch abwärts bis Omsk drei Tage und drei Nächte und schließlich per Bahn von Tomsk heimwärts acht Tage und acht Nächte in Anspruch nahm und eine Strecke von 6405 Werst ergab. Ganz abgesehen von den vielen hundert Kilometern im Hochgebirge während der eigentlichen Expedition, legte demnach Redner nur für Hin- und Rückweg bis zum Treffpunkt in Wjernyj und zurück von Lepsinsk innerhalb der russischen Reichsgrenzen über 12 000 Kilometer zurück. Von Wjernyj an begann die eigentliche Gebirgsreise, tvelche in drei große Abschnitte zerfiel: 1) Von Wjernyj durch die Buam-Schlucht zum Nordabhang des Terskei-Ala- tau und entlang am Suduser des Jssyk-Kul bis Prsche- walsk. 2) Von Prschewalsl gen Süden zur Umgebung des co. 6800 Meter erreichenden Khan-Tengri-Massivs und 3) von Dscharkent gen 9torden in den Dsungarischen Ala-tau. Unter gleichzeitiger Vorführung sorgfältig ausgewählter typischer Lichtbilder wurden die Zuhörer zunächst eingeführt in den Gebirgs-Charakter des zentralen Tienschan. An dem Beispiel des Turgen-Aksu-Thales wurden die in ihren unteren Partien prächtig bewaldeten, weiter ins Innere aber steinigen, romantischen und von zurück- weichenüen Gletschern in ihrem Hintergründe erfüllten Quer-Thäler des ^tordhangcs des Terskei-Ala-Tau erläutert. Weiterhin lernte das Auditorium die weiter südlich im Gebirgsinnern gelegenen, so sehr charakteristischen Hoch- thäler, an den Beispielen des Külu- und Jrtysch-Thales kennen. Im Külu-Paß mit seiner 4000 Meter überschreitenden Höhenlage und seinen Schnee- und Gletschereismassen gelangte ein Beispiel der schwer bezwingbaren, steilen Hochgebirgspässe des zentralen Tien-schan zur Darstellung und mit der Schilderung des Sary-dschaß-Thales wandte sich Redner der Erklärung jener im Tien-schan als „Syrt", in anderen Gebieten zentral-asiatischer Gebirgsländer als „Pamir" bezeichneten tzochslächen zu. Dabei wurde überall besonders des Vorkommens alter Glazialablagerungen gedacht, deren unzweideutiger Nachweis eine der Hauptresultate der Forschungen des Redners darstellten, sodaß es heute als erwiesen betrachtet werden kann, daß auch die Gletscher des Tien-schan, ähnlich den unserer Alpen, einst ihre heutigen Thäler weit tiefer mll Gletschermassen bedeckten als jetzt, und daß aus ibren zurückiveichenden Zungen kolossale Schmelzwasser abflvssen, welche fluvioglacmle Schottermassen von großer Deutlichkeit und Leichtigkeit vor chrem einstigen (ärde aufhäften. Verlassene Rioranen- landschaften, Gtetscherschliffe, Wann en thäler und andere zweifellose Anzeichen dieier Eiszeit des Tien-schan wurden in Wort und Bild geschildert, und als Typus eines derartigen noch heute abschmelzenden Gletschers der im Hintergrund des Sary-dschaß-Tyales liegende Semenow-Glet- scher einer eingehenderen Besprechung unterzoaen. Im Hintergründe dieses Gletschers ragte der riesige, stelle Eis- und Schneekegel des Khan-Tengri auf, welcher die Kulmination des ganzen Tien-schan bildet und dessen Höhe und Lage zu bestimmen, eine Hauptaufgabe der Expedition war. Dafür bedurfte man eines hochgelegenen Aussichtspunktes, welcher gleichzeitig so ebenflächig war, daß man aus ihm eine hinreichend lange Basis abzumessen vermochte. Tas Glück war diesem Unternehmen hold, und als man eines Morgens die über 3500 Meter hoch auf- ragende Thalwand im Quellgebiet des Aschutür (eines Quellflusses des Sary-dschaß) erstieg, fand man dahinter eine zu obigem Zweck trefflich geeignete Fläche. Bon dort bot sich ein vollständiger Ueberblick über die vereiste Sary- dschaß-Hochkette und der langerwartete Blick auf den gigantischen Khan-Tengri. Mll fllberhafter Eile ging es an die Ausnahme-Arbeit, denn schon ballten sich über den Firnmeeren die Wetterwolken und der Khan-Tengri dampste wie ein gewaltiger Riesenschlot. Die Zell genügte, um alles zu erledigen, und als man um 12y3 Uhr die Apparate einpackte, da standen in den Aufnahme-Büchern Zahlen und Zeichnungen, und steckten in den photographischen Apparaten Platten, welche nicht um vieles Geld feil waren. Noch von einem zweiten Punkte aus, war es später dem Redner möglich, den Khan-Tengri und seine Umgebung anzupellen und so außer den theodolithischen Messungen auch Schnittpunkte von Peilungslinien zur Lagebestimmung zu erhalten. Jedenfalls steht fest, daß der eigentliche Khan-Tengri, wie Dies auch bereits 1900 Tr. G. von Almasy ausgesprochen hat, nicht da liegt, wo ihn die russische Generalstabskarte in 1 : 40 Werst hinverlegt, sondern viel weiter gen SW. In seiner unmittelbaren Umgebung aber liegen zum Miillesten noch vier weitere Hochgipfel von zumeist über 5000 Meter Höhe. Die dem Auditorium gezeigte Photographie von dem Bergriesen und der Gletjcherwelt seiner Umgebung war vielleicht die erste, welche geglückt und nach Europa gekommen ist. Damit war erreicht, was bei ihrer knapp bemessenen Zell für die Expedition in diesem Teil des Hochgebirges zu erreichen war. Man wandte sich nunmehr dem nächsten Ziel, der Erforschung des bis heute noch sehr wenig bekannten Inneren des dsungarischen Ala-tau zu, diesem durch das Jli-Becken vom eigentlichen zentralen Tien-schan etwas abgetrennten nördlicheren Zuge des ganzen Systemes. Gleichwie der zentrale Tien-schan zeigte auch der dsungarische Ala-tau überall tiefgehende Spuren von sehr alter Vergletscherung, besonders überzeugend in dem näher besprochenen Kora-Thal in dem Gebiet der westlichen Gebirgsabdachung. Der ganze Nord- abhang der Hauptlette war durch reihenweise nebeneinander gelegene alte Gletscherkahre bis ins innerste Mark zerfressen, und vor diesen halbrunden Kahren lagen auf den Abhängen in Form von Rundhügeln und Moränenwällen die alten Glacialbildungen. Die Kahre selber waren noch zum Teil von Gletschern, wenn auch nur Heinen, erfüllt, und die Flüsse, welche aus ihnen abflossen, hatten Thäler erodiert von einer geradezu kanjonartigen Tiefe und Steilheit. Für die Gangbarkeit der Nordhänge des Dsungarischen Ala-tau bedeutete diese tiefe Zersägung eine ßroße Erschwerung und es war für Mensch und Tier keine Kleüligkeit, diese endlosen Schluchten und Thalwände auf der einen Seite hinab, und auf der anderen Selle wieder hinaufzuklettern. Einer ausführlichen Schllderung hielt der Redner die wenig gestört abgelagerten, mächtigen Konglomerat- und Sandsteinmassen für wert, welche die Vorberge am Südabhang des dsungarischen Ala-tau zusammensetzten, xt F. war geneigt, diesen Schichrkomplex zu den jungtertiäre» Hanhai- oder Gobi-Schichten zu zählen, welche er bei- spielsweise auch im zentralen Tien-schan schon in ziemlich großen Höhen (3800 Meter) in der Nähe des von der Expedition zuerst vermessenen und kartierten, aber bereits 1900 von Tr. v. Almasy bestimmten Pll Eduard (co. 5200 Meter) beobachtet hatte. Zum Schluß führte Dr. F. noch Bilder von Russen, Kirgisen und Tarantschen vor. Alnioersitüls-Uachrichtrn. Gießen, 17. Nov. In dem Bericht über die Drudefeier hat sich ein sinnentstellender Trucksehler ein geschlichen. Der Angehörige der Alemannen sprach nickt ,chen Tank der Burschenschaft", sondern der gesamten Studentenschaft aus. Der Kaiser über die Studenten. Ten Vertretungen der Studentenschaft in den Berliner Hochschulen ist von den Direktoren der jüngst eingeweibten akademischen Hochschulen für die bildenden Künste und für Musik folgendes Dankschreiben augegangen: „Nachdem die Feierlichkeiten aus Anlaß der Einweihung der neuen Hochschulen sür die bildenden Künste und sür Musik ihr Ende erreicht haben, beehren wir uns. Ihnen für Jyre Beteiligung an der Feier unfern verbindlichsten Tank auszusprechen und Sie zu bllten, diesen Tank den Herren Vertretern der Korporationen Ihrer Hochschule, die durch ihr Erscheinen dem Feste den hauptsächlichen Glanz und das charalleristische Gepräge gegeben haben, übermitteln zu wollen. Es gereicht uns zu besonderer Genugthuung, Ihnen mllteilen zu können, daß Se. Maj. der Kaiser bei der Gelegenheit zu äußern geruhten, daß der Anblick der stolzen und ritterlich geschmückten Schar der Vertreter unserer akademischen Jugend sein landesväterlickes Herz mit Freude und sestem Vertrauen in die Zukunstunseresdeutschen Volkes er fü ll t habe. Wollen Sie von dieser Kundgebung unseres Allerhöchsten Herrn Ihren Herren Kommilitonen in geeigneter Weise freundlichst Mitteilung machen. In ausgezeichneter Hochachtung ganz ergebcnst (gez.) A- von Werner. ^gez. > Josef Joachim." nur noch " Gratis-Proben direct von der " StRIS-GESEILSCHAFT, 0. m.b. H. Frankfurt a.M. * RI 4.3 ** ln fcöer beliebigen Sdjtlftort unb Morto» i 9 I 11 illi r ll forte, sowie mit dtrfeln aller Jtubentlftbei V »Vl» Vereinigungen, liefert jn mäßigen Preis« vrühl'sche UniverfitSts-vruderel, Schulftrahe 7 Ni-o-ne Chocolade Waffeln Zu haben bei Hofl. J. Koax, Seitenweg No. 25. 8505 zutraut. Aber sie ist die andere geworden, ursprünglich war sie das, wosür ihr Gatte sie noch ansieht. Die Triesch läßt gleich zu Anfang hier und da m bte rätselhafte Tiefe eines reichen Gemütes schauen, sie gibt sich naiv, sie ist es nicht, ihre zwanglose Laune und Heiterkeit sind Maske. Das alles ist bei der Sorma ganz echt, erst das erste Gespräch mit Günther führt sie zu furchtbarstem Ernste. Tie Seele des „kleinen Singvogels" war bis dahin noch nicht voll erschlossen, und so ist denn ihre plauderhafte Lustigkeit nicht, wie bei der Triesch, gedämpft, sie hat keine verhaltenen, schweren Töne, sondern kommt ftisch und rein aus leichtem Herzen. Im Spiel mit den Kleinen sieht man gar nicht die Erwachsene, die sich herbciläßt, auf dem Boden herumzukriechen und Versteck zu spielen nur well es den Rangen Vergnügen macht, nein, ihr selber macht es halb kindlichen, halb mütterlichen echten Spaß; es ist, im Gegensatz zu der Triesch, das freie, unbefangene Gemüt, das mit Kindern selbst zum halben Kinde wird. Und trotzdem faßt sie die Nora zu einem einheitlichen Bilde zusammen. Das Widerspruchsvolle in Nora sucht sie fast allem auszuglcichen in dem Gespräch mit Frau Linden, in dem sie sich, ihren durch die widrigen Umstände errungenen Lebensernst und ihre Sorgen und ihr Spiel vor ihrem Manne rastlos enthüllt. Der EntwickelungSgang des Charakters, über die grause Hoffnung auf daS „Wiindcr- bace" hinweg bis zu dem so vielfach beanstandeten Schluß hat seinen Ansang schon vor Beginn des Stückes genommen; jetzt bleibt sie im ganzen dieselbe, und erst die letzte Szene giebt eine plötzliche Wendung, eine Wendung aber, die ihre Gründe hat sowohl in der jähen Erkenntnis der feigen Niedrigkeit ihres Gatten, wie in ihrer leichten, raschen, ungründlichen Lebensart und ihrer Lebensunkenntnis, die so groß ist, daß sie glaubt, ohne große Blühe selber ihren Unterhalt bestreiten zu können; wie, daran denkt sie überhaupt nicht. Vom „Wunderbaren" sprach bei ihr eine in gewissen Momenten fast froh Hoffende, auf die große Lebensenttäuschung ist sie keineswegs voll gefaßt. Und so macht denn ihre Nora auch da noch den Eindruck des Wahren, wo Ibsen, aus dem bisher von ihm gezeichneten Charakter fallend, ein grauer Theoretiker, ein Tüftler und spintisierender Wortmacher zu werden anfängt Die Nora bet Sorma flieht entsetzt, bebend, fiebernd vor ihrem Manne, ja, sie verachtet ihn. Das zeigte ihr den ganzen Abend überaus belebtes Mienenspiel fast mit allzu ostentativer Deutlichkeck. Daß sich das frühere Singvögelchen aber mit plötzlicher fabelhafter Rückenstärke und Rücksichtslosigkeit chrem Manne gegenübersetzt und Philosophin, bleibt in der Darstellung der Sorma etwas unwahrscheinlich. Das stimmt schlecht zu der siirchterlichen Erregung der letzten Tage und namentlich der letzten Stundeu. Da war ihr Wille ganz gelähmt, ia ging sie umher wie im Traum, in dem Traume einer schaurigen, aber doch auch ein wenig süßer Erwartung bis zum Losbrechen der Brutalität ihres Gatten. Da sieht sie sich in ihrer größten, ihrer süßesten, herrlichsten und reinsten Em- pfindung getäuscht, als das »Wunderbare", wie sie es mit Schrecken leise ahnte, sich gar so grausam erfüllt, als ihr Mann, statt seine Liebe zu bewähren, sie jämmerlich auszankt, weil sie aus Liebe zu ihm in gänzlicher Lebensunklugheit einen dummen, nach gutem Recht strafbaren Streich beging. Da thut sich ihr ganz die ungeheuerliche Kluft zwischen ihr und ihrem Gatten auf, da vertrocknet ihre Liebe und es erwacht in ihr das Gefühl von der Ehe lüge und zugleich das der Selbstachtung, der unendlichen seelischen Ueberlegenheit über diesen Mann, dem sie so lange angehörte. Zuerst scheint sie ihn garnicht zu verstehen, dann wird ihr Auge allmählich wach, sie erstaunt und erstarrt zur Sibylle über die unerwartete Größe seines kraffen Egoismus. Und dann gewinnt sie ganz allmählich eine furchtbare Energie. Zunächst schwankt sie noch, ist noch unschlüffig über das, was sie thun soll. Heftig anklagend schreck sie den ftemdcn Mann an das macht die Triesch mit einem Tone halb trauervoller Stolz, halb Ironie, im ganzen stillste Innerlichkeit — dann aber wächst auch sie sich aus zu äußerer Ruhe. Nicht wie die Triesch blicklos, die Augen nach innen gekehrt, wehen, gebrochenen Herzens, sondern mit plötzlich geschärftem Blick, fast mit cynischer Wollust, als ein Weib, das sich auf sich selber besonnen hat, das nun erst anfängt, ein wahrer Mensch zu sein, das sich befreit von einem maßlos mißverstandenen, beschämendem Zwange, zerstückelt sie, ihre Worte schnell herstürzend, Stein auf Stein von dem bequemen Frieden dieses Hauses. Tas ist kein kleines Singvögelchen, das erfroren und verdorben vom nächsten Zweige fallen wird, auf den eS sich niederläßt, sondern em zur Erkenntnis niedriger Menschlichkeit gereiftes Weib, ein Weib, von dem wir wohl zu glauben vermögen, daß e§ die ihr bevorstehenden schweren Lebenskämpfe, von denen sie freckich noch keine Ahnung hat, wird bestehen können, von dem wir aber doch auch nicht so ganz sicher sind, ob sie nicht nach Jahr und Tag zu ihren Kindern zurückkehren ivird. Denn es bleibt trotz allem doch noch gar viel weibliche Schwäche und Unsicherheck an ihr haften. Jedenfalls ist der konstruierte Schluß in der Gestaltung der Sorma durchaus glaublich. Die Nora der Sorma ist also ganz individuell, dabei aber der Nota Ibsens konformer als die der Triesch. Was uns an der Sorma festhält mck bezwingender Kraft, das ist jene eigentümliche Hauptsache, bte man Gemüt der Frau nennt, jene schmiegsame Innigkeit im Ton, in beftridenoen Lächeln. Ihr Mienenspiel, das Herrn. Bahr in seinen in« lereffanlen und geistvollen „Premieren" (München, Alb. Langen) über die Maßen rühmt, ist außerordentlich geschult, aber nicht fast gebärdelos wie daS der Triesch, sondern schier überreich an Nüancen, schöner wie — weniger schöner. Manche Einzelheck tritt vielleicht schärfer, plastischer hervor, als es gerade nötig ist, manche Wendung ober Pointe ist, mit leicht humoristischem Beigeschmack, zu stark betont, mancher naturalistische Drücker ist augenscheinlich auf ben Effekt berechnet. Aber alles in allem ist ihre Leistung auS einem Guß und so bebeutenb empfunben in der Konzeption, daß man ihr nur Bewunberung entgegenbringen kann. Und ihre Rebe ruft baS schöne Korintherwort ins Gedächtnis: »Wenn ich mit Menschen- unb Engelzungen rebete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle." Sie aber that der Liebe l Frau Sorma hat wieder einmal gezeigt, daß die erste Regel unserer neuen Bühnenkunst ist, daß sich die Herrschaften auf der Bühne durchaus unter sich fühlen, daß sie nicht mS Publikum hinein sprechen. Tas mögen sich manche unter unseren Künstlern aufs neue gesagt sein lassen. Herr Verlach gab sich im übrigen alle Mühe, Noras Verlaffen von Mann und Kindern plausibel zu machen. Helmer, dieser Lebensweise, der ebenso wie der Bruder des „Volksfeinds" auf die Meinung der Leute achtet, die die auf höherer Warte, fern vom sausenden Webstuhl der Zeck stehende Nora gründlich verachtet, war den ganzen Abend über ein unleidlicher Patron, ein arger Kribbelkopf, der wegen der geringsten Kleinigkeit aufs heftigste auf brau fit, obendrein so oberflächlich unb selbstherrlich als möglich. DaS kam bem Ganzen in gewissem Sinne zu statten, aber gar so unsympathisch hat ihn sich ber Dichter nicht gedacht. Ten „Schöngeist" ließ Herr G. kaum ahnen. Frl. Wärt em berg verkörperte in Frau Linden daS verhärmte Weib so ziemlich in ber echten, aber hier unb ba ein wenig pathetischen Tönung. Hier wäre ein Tieferes von bem HerzenSkummer und den Lebenssorgen dieser Armen zu geben gewesen. Den Dr. Rank gab ein neuer Herr, Herr Götz, m abstoßender, aber ganz charakteristischer Maske und diskretester Darstellung; eS war ihm sichtlich darum zu thun, in echt Jbsenschem Sinne auf das Gebiet des Pathologisch-Häßlichen diese Figur hinauSzu- spielen. Er gab eine starke und gute und feine Seele, allerdings ganz ohne das leicht Zynische, Erotische, daS chr ber Dichter verlieh. Der Günther bes Herrn Ramsey er war in Spiel und Sprechweise ganz angemefien, im übrigen eine ohne alle Skrupel und Zweifel allzu mühelos geschaffene Figur. Tas Zusammenspiel zeichnete sich durch sicheres, ruhigeS Jneinandergrcifen auS. Trotz diesem und jenem machte die Vorstellung un ganzen einen tiefen und starken Eindruck. P.W» Wit sck»^ er bj « «e ^ 4 , Ö2QQ °ch Bilder btt S»LL» mgetoeihtL.Mi^eti fli®i>fa”Ä,e”,*i »LZ NL-L <»?L" »>»- und litterffire Vte.x unserer aka. m N"?!^aterlichez N^7-/°u.eniUi- Aolke» erfüllt habe ng im,eres Aerhöchsler M m geeigneter Ach ng enst &>. Loses Joachim." _ blaen Stytflan anb hfl» •il Mein aller /WeriM liefert |6 mäßigen $uw imWW ■u.Delicate5$aihiidlucgÄ :t von der 1 m. b.fL Frankfurt i> ist außerordentlich gA i der Tnesch, fonbern ^= wie - wemga W® schärfer, plastischer^ ide Waffeln I, Seltersweg No. 25. W IC, 8U, J »einlich auf den W ihre Leistung «■ J , in her M** ,rtinä ®< '9™ d Erz oder e l . . u bie * t2 wogen VS gerlaq n Helwtt'L aus d- *.«**»* ■■iÄ‘,5 :r oeB Wend «J* E'L-I ,n» „^"”7 Jen 8112 *"55^.^? KKr ? Erotifche' - ec che- v, st? a m 1e 9 „ at fTlu0 .Vii^re ' W s,ch »“tim »S inb fwrftn Verband Weimar. Gemeinsamer Einkauf von circa 200 Spezial - G-eschäften. Wir empfehlen unseren grossen Spezial - Artikel: Trikotagen für den Winter. 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Um dies zu können, wenden rotr uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und chrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidnngsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgabe«, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen, vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frau Rechtsanwalt Grüuewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haas, Ostanlage 31; Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Luowigstraße 7; Frau Professor Leist, Ostanlage 36; Frau Bürgermeister Mecum, Löberstraße 23; Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8: Frau Luise Ottens, Bismarckstraße 11; Frau Lina Schwall, Ostan- lage 36; Fräulein Luise Wortmaun, Dammstraße 32. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben an- lunehmen: man wolle freundlichst beachten, daß es die Kleinkinder- schulschwestern finb Diezstratzc 15. Gießen, den 10. November 1902. Der Vorstand der Kleinkinderbewahranstalt. ___________________Tr, Naumann.________________7865 Mimische Mltlögk. Nicht Dienstag den 18., sondern Freitag de« 21. November, pünktlich 8 Uhr abends HveröibliotheLar Professor Dr. Haupti Friedrich der Große und Voltaire. Karten für die sämtlichen Vorträge und Einzelkarten sind in der Kerber'jchen, KreeS'schen und Ricker'jchen Buchhandlung, Ltudentenkarten beim Universttätshausverwalter zu haben. 7913 I Geschäfts-Verlegung. 8 Mein Agentur-Geschäft, sowie der seither. durch mich | verwaltete Teil des Lotterregeschäftes befinden sich nunmehr y Steinstratze "glr. 92 nächst der Marburgerstratze. 7938 Hochachtungsvoll Heinrich Hochreuther. 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