Nr. 114 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. -iotatumSdruck u. Dev» log der Brüh l'schen Unwers.-Buch- u.btei»- brudeiei (Pietsch (trben) Redaktton, Trpedttton und Druckerei: vchnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprrchansLlußNr.51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Samstag 17. Mai 1902 GietzenerAnzeiger u General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Vezvg*pret»r monatlich 7bPs., viertel- iährlich Mk. 2.20; durch, Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnurnni« biS vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 18PI, auswärts 20 Pfg. verantwortlich: für den poltt u. allgem. Steil: P. Wittko: für „Stadt und ßonb" und ,GenchtSlaaI^.R.Ditt» mann; für den Anzeigenteil: HanS Deck. Nie Heutige Yummer umfaßt 16 Setten. Politische Tagesschau. Ei« -Geschenk Kaiser Wilhelms an das amerikanische Volk. Kaiser Wilhelm will in der Erinnerung an die «aftliche Aufnahme des Prinzen Heinrich und als ein dauerndes Zeichen für die zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten bestehenden freundschaftlichen Bezieh- »ngen dem amerikanischen Volke eine Bronzestatue Friedrichs des Großen zum GeschenS machen. Er hat an Präsident Roosevelt ein Telegramm in englischer Sprache gerichtet, das in deutscher Übersetzung lautet: „Wiesbaden, 14. Mai 1902. An den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Washington. Ich stehe noch unter dem tiefen Eindruck, welchen der glänzende und herzliche Empfang meines Bruders, , des Prinzen Heinrich, durch die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika auf mich gemacht hat. In den Reden, mit denen er begrüßt wurde, ward wiederholt der Thatsache Erwähnung gethan, daß mein Ahn, Friedrich der Große, gegenüber der jungen amerikanischen Republik zur Zeit ihrer Entstehung eine freundliche Haltung stets bewahrt habe, indem er dadurch den Grundstein der freundschaftlichen Beziehungen legte, welche immer zwischen unseren beiden Ländern bestanden haben. Dem mir von dem großen Könige gegebenen Beispiel will ich folgen. Ich möchte die (Erinnerung an bejt Besuch des Prinzen Heinrich wacherhalten durch eine Gabe an das amerikanische Volk, die ich Sie bitte in seinem Namen annehmen zu wollen. Ich beabsichtige, den Vereinigten Staaten eine Bronzestatue Friedrichs des Großen zum Geschenk zu machen, die in Washington auf einem Platze zu errichten wäre, den Sie freundlich auswählen wollen. Möge diese Gabe angesehen werden als ein dauerndes Zeichen der innigen Beziehungen, welche zwischen unseren beiden großen Nationen mit Erfolg gepflegt und entwickelt sind. W i l h e l m." Auf dieses Telegramm ist, in deutscher Sprache abge- kaßt, folgende Antwort des Präsidenten Roosevelt m Wiesbaden eingetroffen: „Washington, 15. Mai 1902. Kaiser Wilhelm, WieÄiaden. §sth bin tief empfänglich für Ihr großartiges und freundliches Anerbieten. Ich danke Ihnen herzlich dafür un Namen der Vereinigten Staaten und werde es sogleich dem Kongreß vorlegen. Gewiß wird es unserem Volke das größte Vergnügen bereiten, aus Ihren Händen eine Statue des berühmten Herrschers und Soldaten, eines derLrößten Männer aller Zeiten, Friedrichs des Großen zu erhalten, und eine besondere Angemessenheit liegt darin, daß seine Statue hier in der Stadt Washington, der Hauptstadt der Republik, auf deren Geburt er mit solch freundlichem Interesse schaute, errichtet werden soll. Für diesen neuen Beweis Ihrer freundlichen Gesinnung für unser Land danke ich Ihnen in dessen Namen. Die Gabe wird hier sicherlich angesehen werden als ein erneutes Zeichen der Freundschaft zwischen den beiden Nationen. Wir hoffen und §lauben fest, daß diese Freundschaft in den kommenden ähren noch stärker und fester werden wird. Es ist ein Zeichen für die Wohlfahrt des ganzen Menschen-Ge- schlechts, daß am Anfang dieses Jahrhunderts das amerikanische und deittsche Volk in einem Sinne herzlicher Freundschaft zusammen arbeiten. Roosevelt." Wer also geglaubt hat, der Besuch des Prinzen Heinrich von Preußen in Amerika sei ein Ereignis, das der Strom der Zeit ins Meer der Vergessenheit tragen werde, vielleicht gar schon getragen habe, sieht sich jetzt getäuscht. Der herzliche Tepeschenwechsel giebt die Gewißheit, daß die Amerikafahrt des Prinzen Heinrich die beiden Staaten einander entschieden näher gebracht und in diesem Sinne etwas dauerndes geschaffen hat. Das ursprüngliche Verdienst gebührt allerdings Kaiser Wilhelm, dessen Meisterschaft in der Behandlung der Fragen internationaler Courtoisie sich hierbei erneut zeigt. Ein ebenso glücklicher Gedanke des Kaisers war es, einige hohe amerikanische Offiziere zur Teilnahme an den diesjährigen jKaisermanövern einzuladen. Der Einladung wird, wie man uns von unterrichteter Seite aus Berlin schreibt, höchstwahrscheinlich Folge gegeben werden. Ein hervorragendes Mitglied der Berliner amerikanischen Kolonie versicherte, das deutsche Mililärwesen genieße „drüben" derartige Hochachtung, daß die Hinzuziehung amerikanischer Offiziere zu den Kaisermanövern von der ganzen Nation besonders werde bewertet werden. Der Oberbnrgermeister-Tag in Düsseldorf xu dem u. a. für Kirschner-Berlin Stadtrat Dr. Weigert, Senator Schemmann-Hcunburg, v. Borscht-München, Trönd- lin-Leipzig, Stad trat Steuer-Breslau, Beutler-Dresden, Adickes-Frankfurt, Becker-Köln, Tramm-Hannover, Fischers- Magdeburg, Senator Schulz-Bremen, Schnetzler-Karlsruhe, Weltmann-Aachen, Zweigert-Essen, Stadtrat Pohlmann- Posen, Heß-Wiesbaden erschienen sind, wurde am Donnerstag mit einer Begrüßungsansprache durch Oberbürgermeister Marx eröffnet. Wir heben aus seiner Rede folgendes hervor: „Seit einigen Jahrzehnten hat sich der Sch w erpun kt der vaterländischen Bolköwirtschaft vom Ackerbau zur In du ftrie verschoben. Dieser für unser ganzes politisches und wirtscl)aftliches Leben so außerordentlvw wichtige Umschwung bat sich fast ganz in den deutschen 'Nähten Vollzogen; er hat zugleich mit der Physiognomie und der Größe der Städte die Thätigkeit der Gemeinde-Verwalt- unaen verändert. Zunächst aalt es für sie, zu beobachten und aus den neuen Verhältnissen die Konsequenzen für die Wahrnehmung der bisherigen Aufgaben zu ziehen. Diese Arbeit war und ist noch eine umfangreiche und ungemein wichtige; sie hat — um ein Beispiel anruführen — aus Der Baupolizei die Baupolitik, die Stadterweiterung mit all iHren Fragen entwickelt. Aber die Städte beschränken sich nicht mehr darauf, resiektorisch thätig zu sein, sie suchen auch positiv fördernd auf die Entwickelung des wirtschaftlichen Lebens in ihren Bezirken Einfluß zu gewinnen. Und n»ch» eins ist heute als Resultat eines prinzipiellen Kampfes hervorzuheben. Die Städte haben durchweg den Standpunkt aufgegeben, daß sie nicht selbst wirtschaftlich thätig sein sollen; im Gegenteil, das Gebiet eigener wirtschaftlicher Thätigkeit dehnt sich ans und beschränkt sich schon nicht mehr auf jene Betrieoe, die ihrer Natur nach auf ein monopolistisches Eingreifen der Städte Hinweisen. Wie weit diese Teilnahme am wirtschaftlichen Leben reichen soll, auch darüber find die Meinungen noch geteilt . . . Aber das läßt sich wieder im neuen Jahrhundert nicht leugnen: Ein noli me tangere in Fragen eigener wirtschaftluher Thätigkeit giebt cs in deutschen Städten nicht mehr." Eine Anfrage. Die „Westdeutsche F l e i s ch e r z ei t un g", das Organ des bekannten Obermeisters Stachelbaus-Ruhrort, veröffentlicht einen Artikel: „Der Fuchs geht herum", in dem es heißt: „Wir richten folgende Anfrage an die Herren Obermeister F. in N., Verbandspräsident Marx in Frankfurt, Verbandsvizepräjident Wiegand in Apolda, Obermeister Eitel in Düsseldorf, Obermeister Lamertz in Kalk und ganz besonders an den früheren Bekämpfer der amerikanischen Boraxwaren, Herrn Rob. Nitzsche in Hamburg: „Wollen Sie bestreiten, daß seit Jahresfrist bei allen größeren Fleischern Deutschlands Agenten von Importeuren amerikanischer Fleisch-undFettwaren herumgehen und zu diesen sprechen: Sind Sie denn immer noch so dumm und schlachten die teuren Ochsen, Bullen und Schweine? Wenn Ihre Kunden Rindfleisch haben wollen, jo kaufen Sie billige Kühe! Für Ihre anderen Fleisch- und Fettwaren aber liefern wir Ihnen billiges Material aus Hamburg. Das Bullenfleisch für die Wurstfabrikation bekommen Sie von uns in Fässern, prima, für 45 Pfennig das Pfund. Wir liefern Ihnen Prima-Ochsensleisch ohne Knochen, leicht gesalzen, vorzüglich für Rauchfleisch, für 45 bis 50 Pfg. Lebern und Zungen, für die feinste Braunschweiger und Thüringer Wurst geeignet, erhalten Sie für 30 bis 40 Pfg. das Pfund. Kotelettreihen, aus denen der feinste Lachsschinken gemacht werden kann, zu 50 bis 55 Pfg. das Pfund. Schinken, den Sie aus- b einen und zu Rollschinken machen können, für 50 Pfg. Den feinsten Speck und das reinste Schmalz bekommen Sie für 55 Pfg. — Leider ist das letztere augenblicklich etwas teurer; aber wenn erst die dummen Zolltarifs- Verhandlungen vorbei sind, dann liefern wir wieder Speck und schmalz für 40 Pfg. und noch billiger. Also, Sie brauchen keine teuren Schweine und Bullen mehr zu schlachten; kaufen Sie unsere feinen hamburgisch- amerikanischen Waren und Sie werden bald ein gemachter Mann fein! — Die Bauern aber mögen ihr teures und schlechtes Vieh selbst fressen!" Die „Dtsch. Tagesztg.", das Organ des B. d. L., bemerkt dazu: Dies ist der Fuchs, der herumgeht; und die vorgenannten Herren Obermeister wissen es, daß dieser Fuchs und Verführer unterwegs ift Deshalb sollten sich die Herren doch klar machen, daß sie durch das schimpfende Geschrei, das sie jetzt gegen die Agrarier anstimmen, nur sich selbst verdächtig machen. Man braucht die Mehrzahl der deutschen Fleischer nicht für ganz so dumm zu halten, daß sie nicht bald die amerikanischen Drahtzieher hinter den Kulissen erkennen würden." Deutsches Keich. Berlin, 16. Mac. Der Kaiser stattete in Wiesbaden dem König von Schweden einen Besuch ab, den der letztere im Laufe des Vormittags erwiderte. Abends besuchten beide Herrscher die Theatervorstellung, nach der sich der Kaiser vom König Oskar verabschiedete. Der Kaiser fuhr trotz des Regens im offenen Wagen zur Bahn. Fackelträger bildeten Spalier. Die Abreise nach Wildpark erfolgte um 10 Uhr 55 Min. — In Sachen der Aufhebung des Diktatur-Paragraphen sind dem Kaiser aus den verschiedensten Städten der Reichslande Dank-Telegramme zugegangen. Auf alle diese Kundgebungen hat der Monarch den betreffenden Städten telegraphisch seinen Dank aussprechen lasten. — In dem zwischen dem Deutschen Kriegerbnnd cmd dem Khffhauser-Ausschuß einerseits und den Bremischen Kriegervereinen andererseits vor Monaten ausgebrochenen Streite anläßlich der Reden des Generals v. Spitz ift jetzt eine Vereinbarung zu Stande gekommen, deren Kernpunkt der freiwillige Austtitt des Kriegervereins und des Vereins ehemaliger 15er Husaren zu Bremen aus dem Bremischen Landeskriegerverband ist. — Eine kürzlich in London ftattgehabte Anarchisten- Konferenz beschäftigte sich mit der Propaganda für einen Generalstreik m Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Dänemark. Nach längerer stürmischer Debatte wurde be- schlosten, unter den deutschen Nrbettern ein anarchistisches Blatt zu verbreiten, welches unter dem Titel , Generalstrelk" in zirka 100 000 Exemplaren pro Woche erscheinen soll. Zur Verwirklichung dieses Beschlustes wurde eine Kommission unter dem Vorsitz des Anarchisten Hugo Grünwald eingesetzt. Dieser machte hierauf den Vorschlag, demnächst einen deutsch-österreichisch-schweizerischen Anarchisten-Kongreß einzuberufen, auf dem die Gründung des Blattes „General- streck" vorgenommen und über die Propaganda für einen Generalstreik weiterberaten werden soll. München, 16. Mai. Wie die „Korrespondenz Hoffmann" hört, hat sich der päpstliche Stuhl mit der Ernennung des Domprobstes Dr. Lingg-Bamberg zum Bischof von Augsburg einverstandenerklärt. Die Präkonisation werde voraussichtlich im nächsten Konsistorium erfolgen. — Die Kammer der Abgeordneten nahm einstimmig die vom Ausschuß vorgeschlagene Resolution auf Aenderung des Landtagswahlgesetzes an. Nürnberg, 16. Mai. Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins schloß abermals zwei Genossen, darunter den wiederholt als Reichstagskandidat aufgestellt gewesenen Agitator Roß köpf, von der Partei aus. Beide wurden schuldig befunden, dem frei» sinnigen „Fränk. Courier" politische Mitteilungen geliefert zu haben. Auslaut». Wien, 16. Mai. Der Abg. Schalk hat K. H. Wolf in Linz bezichtigt, eine We ch s el fLI sch un g verübt zu haben, ferner hat er Wolf M ißhandlung Der eigenen Frau und Vergewaltigung zweier Mädchen zum Borwurf .gemacht. SchloßLoo, 16. Mai. Die Königin W i l h e l m i n a siedelt heute nach anderen Gemächern im Schlosse über, weil das Krankenzimmer desinfiziert wird. Die Königin zeigt größeren Appetit, aber die Nahrungsaufnahme untersteht noch immer genauer Kontvollierung seitens des Arztes, um neues Austreten des Fiebers zu vermeiden. London, 16. Mai. Das deutsche Geschwader ist um 2 Uhr nachmittags bei rauher See in Kingston angekommen. Der deutsche Botschafter, der heute morgen von London eingetroffen war, besuchte den Prinzen Heinrich und hielt sich einige Zeit an Bord des „Kaiser Friedrich" auf. Der Prinz wird sich bis zum 22. Mai, an welchem Tage das Geschwader Kingston wieder verläßt, als Gast beim Vizekönig von Irland aufhalten. Der Vizekönig wird morgen in Kingston zum Empfange des Prinzen eintreffen, der sich svdcmn mit ihm zur oizekömglichen Residenz begeben wird. Kopenhagen, 16. Mai. Der Folkething nahm heute mit 98 gegen 2 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen den Gesetzentwurf betr. die Abtretungderwe st indischen Inseln unter der Bedingung an, daß die Abstimmung unter den Bewohnern der Inseln eine Mehrheit dafür ergiebt. — Der Landsthing beschloß mit 33 gegen 30 Stimmen bei einer Stimmenthaltung, die Entscheidung über die Abtretung der westtndischen Inseln bis nach der erfolgten Abstimmung unter den zu den Kolonialratswahlen berechtigten Inselbewohnern zu verschieben. Da der Beschluß von demjenigen des Folkethings abweicht, unterbleibt Der Verkauf der Inseln für diese Reichstagssession. Stockholm, 16. Mai. Die .Erste Kammer beendete heute nachmittag Die Beratung der Wahlrecht- Vorlage und nahm mit 83 gegen 59 Stimmen einen vom Bischof Billing eingebrachten Antrag an, wodurch die Regierung ersucht wird, bis zum Jahre 1904 dem Reichstage eine neue Vorlage auf folgender Grundlage zu unterbreiten: Allgemeines Stimmrecht, Proportionalwahlen, Wahlberechtigung nach Vollendung des 25. Lebensjahres und Gleichstellung von Stadt und Land. — Heute abend erschienen außer dem Regierungsorgan keine Zeitungen. Wegen des Ausstandes der Maschinisten und des Theaterhilfspersonals wurden die Vorstellungen aufgehoben. Die Arbeiter des Elektrizitätswerkes streiken ebenfalls, bagegen sind die Wasserwerke vom Streik unberührt. Die Zahl Der Aus ständigen übersteigt heute 75 000. Madrid, 16. Mai. Der Herzog von Connaught überreichte heute dem Könige in feierlicher Weise den Hosenband-Orden. Kie vulkanische Katastrophe. Es sind von den Kleinen Antillen einige wettere Nachrichten angelangt, die zwar nichts Neues enthalten, aber die bereits gemeldeten Hiobsposten in vollem Umfang bestätigen. So wird aus Fort de France mit geteilt, daß dort der Geschäftsverkehr eingestellt worden ist. Das Volk strömt in die Kirchen und Kathedralen, wo besonderer Gottesdienst für die Toten von St. Pierre abgehalten wird. Es wird offiziell angegeben, daß zwri Erdbeben stattfanden, und man nimmt an, daß durch diese Erdbeben Die Kabel zerrissen. Man bedarf sofort der Sendung von Lebens- mitteln für 100 000 Menschen, und für St. Pierre ist aus sanitären Gründen eine Schiffsladung Kalk erforderlich. Aus St. Pierre werden viele unerttärliche Vorkommnisse berichtet. So fand man die verkohlten Ueberrefte einer weiblichen Leiche, die ein vollständig unbeschädigtes seidenes Taschenttcch an die Lippen gedrückt hielt. An einer anderen Stelle lagen die verstümmelten Körper junger Mädchen, deren Schuhe unverletzt waren. Der italienische Konsul von Barbados hat die Leiche seiner Tochter, die St. Pierre besucht hatte, aufgefunden. Eine farbige Frau Namens Filotte fand man drei Tage nach dem Ausbruch in einem Keller zu St. Pierre. Die Unglückliche lebte Ml 4 5 S *1 Großh' AM telegropl ! deS l porea: S)a Whier dissus Lrigü Br zefse gefproä B< Vernes Ur- eingeh von tnoi die am Schluß merkfan G Arb Gack Der Ar! Arbeitm An den Au> 1 Scher/ lehrlmg, Schlje. Aach 1 Slajer, brcher, ISauffra i .Die Mene »itene S- bi H«s 1. 2 Vermischtes. * Thorn, 16. Mai. In der russischen Grenzstation Alexandrowa wurden in einem mit Vorsatzbrettern plombierten Güterwagen, dessen Inhalt als Dienstgut deklariert war, bei einer Revision unter Brettern versteckt mehrere große Ballen Seidenzeug im Werte von 40000 Mk. entdeckt und von der russischen Zollbehörde beschlagnahmt. Die Untersuchung ist eingeleitet. * Dresden, 16. Mai. Nach einer Mitteilung der kgl. Polizeidirektion haben in den letzten Tagen 6 5 Verhaftungen von Personen aus Dresden und Umgebung wegen Verbrechens gegen das keimende Leben stattgefunden. Heute wurden noch acht Frauen wegen desselben Verbrechens verhaftet. Eine große Anzahl Frauen ist zeitlebens gesundheitlich geschädigt. Drei Frauen sind an den Folgen der Behandlung gestorben. * Aschaffenburg, 16. Mai. In Hofheim (Unterfranken) segelte gestern ein 82jährigerGreis wohlgemut in den Hafen der Ehe. Die ihm angetraute Eheliebste zählt 41 Lenze. * Mannheim, 16. Mai. Auf der Rheinau verunglückte heute mittag der Mitinhaber der Mannheimer Eisfabrik Louis Pfefferkorn, ein sehr angesehener Kaufmann. Er stand am Rheinufer im Bereich eines Dampf- krahnens, als dieser sich in Bewegung setzte und mit seinem Gegengewicht den Unglücklichen an das eiserne Ufergelände preßte. Kurze Zeit darauf erlag der im Alter von 41 Jahren tehende kräftige und blühende Mann seinen Verletzungen. * Kaiserslautern, 16. Mai. Das bereits gemeldete Unglück ereignete sich dadurch, daß die Pferde des Jagdwagens die geschlossene Barriöre durchbrachen. Der Jagdwagen wurde vom Zuge erfaßt und vollständig zertrümmert. Der Unfall fand zwischen 1 und 2 Uhr nachts statt. Tot sind fünf Personen, vier Ackerer aus Seyerdorf und Lachen und ein Unbekannter. Dem Bräutigam mußte ein Bein abgenommen werden. Das Gefährt gehörte dem Kutschereibesitzer Fischer-Neustadt. Der Kutscher hat sich sofort der Polizei gestellt. * Prag, 16. Mai. Nach einer hier aus Tep litz ein* gegangenen Meldung nahm in den letzten Tagen das Wasser in den dortigen Reservoirs eine o k er gelbe Farbe an. Die Reservoirs wurden abgelassen. Man bringt die Erscheinung mit den letzten vulkanischen Eruptionen in Zusammenhang. Gegenwärtig ist das Wasser wieder klar. * Görz, 16. Mai. Der Obmann des hiesigen sozialistischen Arbeitervereins Josef Kandutti und dessen Geliebte haben sich, nachdem sie sich vorher die Häirde mit einem Taschentuch zusammen gebunden hatten, in den Jnsonza gestürzt und sind ertrunken. Kandutti erklärt in einem hinterlassenen Briefe, daß er den Selbstmord auL Kränkung darüber verübt habe, weil er wegen Ehrbeleidigung zu 2V, Monaten Kerker verurteilt worden sei. Paris, 16. Mai. Ein schreckliches Drama hat sich in Calais abgespielt. Am Mittwoch Morgen gab der 20- jährige Butez, der mit seiner Mutter zusammen wohnte, 3 Revolverschüsse auf eine Nachbarin, die 59jährige Wittwe Grodez ab, die schwer am Nacken verwundet wurde. Dann richtete der Elende die Waffe gegen seine eigene Mutter und schoß ihr in die Schläfe, sodaß sie auf der Stelle tot zusammenbrach. Der Mörder wurde verhaftet Wie eS scheint, hat er das Verbrechen in einem Anfalle vov Geistesstörung verübt.__________ Di ver A übernop Medizin Herrn, lägerig, der me G Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Clettrizitätsgesellschast vorm. Schuckert u. Cie in Nürrr- berg. Wir haben bereits mitgeteilt, daß sür das abgelaufene Jahr eventuell eine Dividende von 4 Proz. verteilt werden kann. Doch soll der Gewinn zu einer Stärkung der Gejellschafl verwendet werden. Neu ist, daß angeregt wurde, bei dem fortgesetzten Nuck- gang des Kurses der Aktien des Unternehmens und bei der sur die Aktionäre unerfreulichen Aussicht, eine Vereinigung von Aktionären zu bilden, die eine gründliche Prüfung der isage des Unternehmens einträte und vornehmlich auch die Verwaltung des Unternehmens veranlassen würde, über die mit der Allge- meinenElektrizitätsgesellschaft seinersetts gepflogenen Unterhandlungen Auskunft zu geben. ~ x Akt.-Ges. für Hoch- und Ticsbauterr ^rauffurt a. M. Während im vorletzten Geschäftsjahr eine Dividende von 7 Proz. zur Verteilung gelangte, kann für das abgelautene Jahr den Aktionären ferne gezahlt werden. Vom Gewinn werden die voraussichtlichen Ballverluste abgeschrieben, dann der ganze Buchwert der Aktien der Süddeutschen Waggonfabrik m Kelsterbach, einschließlich des 30496 Mack betragenden Vortrags bleibt em Ueberschuß vov rund 50000 Mack, der dem allgemeinen Ruckstellungskonto zu- gestihrt werden soll. Dasselbe wächst dadurch auf 130 000 Mk. 3proz. Sächsische Reute von 1900. Das sächsische Finanz« minislerium hat tue resllichen 50 Millionen Mack 3proz. Anlechen noch. Wat aber buch stäb lich vom Kops bis zu den Füßen geröstet. Sre wurde ins Hospital geschafft und konnte dort ungefähr fünf Minuten lang zusammenhängend sprechen. — Dr. Verne, der jetzt in Fort de France ärztliche Hilfe leistet, hat beim Ausbruch des Mont Pelee 42 Verwandte verloren. Aus der Verwandtschaft eines Herrn Claracs, des reichsten Kaufmanns in Fort de France, sind 110 Persouen ums Leben gekommen. Der ganze Norden ist verwüstet und die Hälfte der Inselbewohner ohne Obdach, ohne Arbeit, ohne Nahrung und Kleidung. Horden von schwanen Arbeitern durchziehen die Insel, um in Fort de France Unterstützung zu finden, oder in S4. Pierre und den übrigen verwüsteten Ortschaften zu plündern. Die Gendarmerie, die ein Drittel ihres Personals in St. Pierre verloren hat, arbeitet mit lieber an strengung, um diese Plündereien zu verhindern. 50 in St. Pierre verhaftete Leichendiebe und Einbrecher wurden bereits zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Gerichtsbezirk von St. Pierre ist aufgelöst und demjenigen von Fort de France zugeteilt worden. Auch die Bank von Martinique Äst wieder eingerichtet unter der Verwaltung eines provisorischen Direktors. Die Offiziere des dänischen Kriegsschiffes „Valkyrien" berichten über erschütternde Szenen. So sah man z. B. Mütter, die mit dem eigenen Körper ibre Kinder zu schützen versucht hatten. Unwett der Kathedrale befanden sich Wagen, gefüllt mit Menschen, die augenscheinlich flüchteten, als der Tod sie erreichte. Man sand auch eine Proklamation des Gouverneurs Mouttes, die besagte, daß keinerlei Gefahr vorhanden sei, da eine gelehrte Kommission positive Kenntnis über die Sachlage habe. Am nächsten Morgen war jedes Mitglied dieser Kommission umgekommen. Bemerkenswert ist, daß lange vor dem Ausbruch des Pelse alle wilden Tiere aus der Nachbarschaft verschw anden, während die Haustiere Zeichen großer Angst gaben. v . ... Me ferner aus Fort de France berichtet wird, ist das Meer an manchen Stellen 30 Meter zurückgetreten. Die Oberfläche ist mit toten Fischen bedeckt. Am Abend des 15. hat man in Fort de France zwischen 10 und 11 Uhr von neuem starke, aus dem Vulkan M o n t P e l e e aussteigende Feuergarben gesehen. Am Morgen darauf riesen aus dem Vulkan aussteigende dichte rotleuchtende Rauchwolken in den Ortschaften Lorram, Ma- rigot, St. Marie und Trinits großen Schrecken hervor. Die etwa 20 Minuten dauernde Erscheinung war von Aschenregen begleitet. Im französischen Ministerium der Kolonien hat sich jetzt ein zielbewußtes Zusammenarbeiten organisiert. Von Paris aus sind Anweisungen ergangen, alle aus den benachbarten Inseln, sowie in Nord-Amerika aufzutreibenden Lebensmittel, besonders Mehl, nach Martinique zu schaffen. Aus Newyork sind Konservenladungen, aus Neu-Fundlaiid beträchtliche Mengen von Stockfischen unterwegs. Diese ersten Transporte sollen genügen, um 150000 Personen drei Wochen lang zu erhalten. Unterdessen kann aus dem Mutterlande weitere Hilfe eintreffen. Aus Brest sollen zwei Kriegsschiffe, mit Lebensmitteln beladen, Anfang der nächsten Woche abgehen. Daß bei der Ausdehnung des Elends auf der halb zerstörten Insel kein Pfennig der aus der ganzen Welt einlaufenden Summen überflüssig ist, braucht nicht betont zu werden. Die von dem genannten Ministerium eröffnete Sammlung hat bis gestern nachmittag Frcs. 450000 ergeben. Der Pariser „Presse" zufolge hat Präsident Kruger aus Utrecht 13. Mai an den Präsidenten Loubet folgendes Schreiben gerichtet: Da ich höre, daß es noch eine Anzahl unglücklicher Ueberlebenden der Katastrophe von Martinique giebt, so wünsche ich, obgleich zu meinem großen Bedauern meine Hand durch meine eigenen Umstände und diejenigen'meines Volkes gekürzt ist, ein kleines Zeichen meiner Sympathie zu geben, indem ich die Summe von 800 Fr. zu Gunsten der Opfer Ew. Exz. zur Verfügung stelle. Aus Fort de France wird gemeldet: Ern englischer Offizier, weicher beschuldigt wird, aus den Ruinen • der Kirche von St. Pierre heilige Gefäße gestohlen zu haben, wird steckbrieflich verfolgt. Derselbe ist nach St. Lucia unterwegs, wo er bei seiner Ankunft verhaftet werden wird. Da bereits ähnliche Fälle vorgekommen sind, haben die Truppen den Befehl erhalten, die Diebe auf frischer That sofort niederzuschießen. Aus Stadt und Hand. Gießen, den 17. Mai 1902. •* Der 1000. Student. Es dürfte unsere Leser interessieren, zu erfahren, daß der tausendste Student und sein Kommen bereits im vorigen Jahre auf einem Fest eines Teils unserer Musensöhne besungen wurde. Es geschah dies auf dem 50jähr. Stiftungsfest der Burschenschaft „Germania". Wir geben das Liedchen, das sich zwar nicht gerade durch große Schönheit der Verse, wohl aber durch kernigen Humor auszeichnet, in Folgendem wieder: 1. Von allen den.Städtchen im hessischen Land gefällt mir doch Gießen am besten, das burgenumrahmte, am Wiesecker Strand, durchzogen von sanslen Morästen. Sind krumm auch die Gassen, die Häuser auch schief, mag trüb auch der Schurgraben fließen, uns rettet das Ludooiciana-Mötiv: Der Wissenschaft Stätte ist Gießen! 2. Schon wird uns die Aula zu enge, an der jetzt neunhundert studieren; und kriegen wir erst mal den Tausendsten her, den lassen wir photographieren. Sein Bild bringt „Die Woche"; der Glückliche darf semesterlang Freibier genießen; in jedem Examen besteht er mit Glanz und wird Ehrenbürger von Gießen. 3. Immatrikulieren wir Frauen erst, — ja! dann winkt uns die Zukunft in Rosa, dann wird auch vielleicht unser Tausendsassa kein Studio, nein — eine Studiosa! Die muß dann der ältste Privatdozent frei'n, so forderts die Alma mater. Die ladet zum Hochzeitsbankette uns ein und trinkt sich im Kaffee 'nen Kater. 4. Dann naht eine liebliche Hochschulreform, verbürget mit Brief und mit Siegel. Ein Hochschulenstandesamt wickel enorm; kein Hörsaal ist mehr ohne Spiegel. Tas Eherecht wird das beliebtste Eolleg; die Couleur-Verbindungen klagen: Denn keine Studentin läßt sich darauf ein, stets dieselbigen Farven zu tragen. 5. Auch über das Studium der Theologie ergießt sich die weibliche Gnade; so voll' Auditorium sahen noch nie Herr Kacken- busch, Köstlin und Stade. Es lernen die Damen mit Eifer und Fleiß so manche gar dienliche Predigt; das „mutier taceat" früherer Zeit ist desinitiv nun erledigt. 6. Bis diese „eckräuliche" Zukunft sich naht, laßt uns „herrliche" Gegenwart tosten. Des morgens beim Studium, abends beim Skat nicht rasten hier, dorten nicht rosten. Und habt ihr den Kopf mit Gelehrtheit gefüllt, so nehmet die Gläser und leert sie; und denket der Ludoviciana dabei, und mit fröhlichem Jubelruf chrt sie. ** Submissions-Ergebnis. Gestern erfolgte die Oeffnung der Angebote für die Ausführung der Umzäunung des Pr o vinz ial-Sie ch enh aus es- Das Ergebnis war folgendes: Die Gießener Vereinigung der fange betrieben haben soll. Dr. Sonntag wurde einstweilen vom Schuldienst suspendiert. Frankfurt a. M., 16. Mai. Eine Sehenswürdigkeit von ungewöhnlicher Bedeutung, welche in Süd- und Mitteldeutschland die erste ihrer Art ist, wird am Samstag den 17. Mai hier der Oeffentlichkeit übergeben, nämlich Cast ans Panoptikum. In dem Gebäude-Komplex Kai- erstraße 67—69, unmittelbar am Bahnhof beftnden sich >ie Ausstellungsräume, die sich durch drei Etagen erstrecken unb glänzend ausgestattet sind. Kunst und Kunstgewerbe befleißigen sich, einen würdigen Rahmen für die Schau- tellung zu schaffen. Das ganze Unternehmen tritt in großartigstem Style ins Leben und überflügelt an Originalität und Reichhaltigkeit seine norddeutschen Vorgänger bei weitem. Der Schöpfer ist der bekannte Berliner Bild- -hauer Louis Castan, Begründer des Berliner Panoptikums, >er in Frankfurt a.M- eine interessante Sammlung sämtlicher lebender Fürstlichkeiten, eine Fülle historischer, künstlerischer, seriöser und humoristischer Gruppen schuf und außerdem in einer hochinteressanten Schreckens- und Folterkammer, ein Stück mittelalterilcher ^Kulturgeschichte wieder aufleben liest — Natürlich sind die Tagesberühmtheiten der Politik und Kunst, die Verbrecherwelt und sensationelle geschichtliche Ereignisse veranschaulicht. Von großem bildendem Wert ist eine umfangreiche Abteilung, und damit der Humor zu seinem Rechte komme, fehlt es auch nicht an komischen Details, sodaß jeder Besucher aus dem Frank- urter Panoptikum eine Fülle von Anregungen mitnehmen vir-b. Der Eintritt kostet nur 50 Pfg., für Kinder 25 Pfg. ** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. In Marburg ist infolge einer Lungenentzündung der Landgerichtspräsident Geh. Oberjustizrat Dr. Schultheis ge- torben. fermeifter Wiegandk, der direkt Offerte abgegeben hatte, ;ot die Arbeit für 4900 Mark an, während als billigster Lieferant Schlossermeister Arnold 4800 Mark verlangte. ** Leichenländuug. Wie wir mitteilten, ist am Dienstagabend bei der Badenburg aus der Lahn eine Leiche gelandet worden. Wie nunmehr feststeht, ist der Ertrunkene ein in den 70er Jahren stehender Mann aus Wißmar. Er verließ am Dienstagvormittag die Wohnung seines dort wohnenden Sohnes, angeblich um sich zu seinem anderen Sohne zu begeben. Jener glaubte, der Vater wäre, als er abends nicht Kurückkehrte, bei dem Bruder geblieben. Erst später hörte er, daß er aus der Lahn gezogen worden ei. Da der Verstorbene in guten Verhältnissen lebte und auch sonst kein Grund vorlag, der ihn in den Tod getrieben hätte, so dürfte ein Unfall vorliegen. Er wurde gestern unter großer Beteiligung in seinem Heimatsorte beerdigt. Dem in Wißmar lebenden Sohne kann keine Schuld beigemessen werden, da sich der Vater öfters zeitweise bei einem anderen Sohne aufhielt. ♦* Evangelischer Arbeiterverein. Wie wir vernehmen, findet am 2 7. Juli das Verbandsfest des mittelrheinischen Verbands evaugelischerArbeitervereine hier statt. Dies Fest wird noch seine besondere Bedeutung >adurch erhalten, daß damit die Fahnenweihe des hiesigen Arbettervereins verbunden ist. Iw Hinblick auf die ür ein größeres Fest notwendigen Vorbereitungen fanden bereits mehrere Versammlungen statt; auch haben sich mehrere Ausschüsse gebildet, welche für einen schönen und würdigen Verlauf des Festes Sorge zu tragen sich bemühen. Der Verband umfaßt 22 zum Teil blühende, zum Teil auf- "trebenbe Vereine, welche in solch' großer Zahl an dem Fest teilnehmen werden, daß das Gros der Teilnehmer mit Extrazug von Frankfurt aus hier eintreffen wird. Nach der Ankunft der Gäste findet um 10i/4 ll.hr in hiesiger Stadt- kirche ein Festgottesdienst statt. Daran schließt sich die Delegiertenversammlung im Cass Ebel, Besichtigung der Stadt und Mittagessen an. Um halb 2 Uhr bewegt sich der Festzug von Oswalds Garten nach Steins Garten. Dort- elbst findet die Fahnenweihe sowie die weitere Festfeier tatt. Am Abend wird der hiesige Arbeiterverein, der etwa 350 Mitglieder zählt, mit den noch zurückbleibenden Gästen noch eine besondere Familienfeier — gleichfalls in Steins Garten — abhalten. Der musikalische Teil wird von der gesamten hiesigen Regimentskapelle ausgeführt, auch wer- >en die gemischten Chöre der Vereine, darunter der hiesige, zur Belebung und Verschönerung des Festes beitragen. **DeutscheGesellschaftzurRettung Schis f- brüchiger. Zur Beratung der Fortentwicklung des Rettungswesens treten am 28. und 29. d. Mts. die Verwaltungen der Bezirksvereine und die Vertreterschaften der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in M ai n z zusammen. Wettgehende Verbesserungen des Rettungsmaterials, sowie die Unterstützung von Hinterbliebenen der bei dem Rettungswerk auf hoher See Verunglückten werden in erster Linie Gegenstand der Verhandlungen sein. Nicht weniger denn 2932 Menschenleben, die in Gefahr waren, in den Wellen des aufgewühlten Meeres ihr Ende zu finden, wurden seit Bestehen der Gesellschaft durch deren Einrichtungen gerettet, und es ist zu erhoffen, daß bei dem wachsenden Interesse, das man in Deutschland dem humanen und nationalen Unternehmen entgegenbringt, von Jahr zu -K ein ^inisM IH5 iUT Leute । Ar ttvorl« flenb® nkel bj1' vers^ & Mien bei lebha Mischen den Mts W. !•" §es ang sind zu Roggen Vais P' Sick MM-' WM ft» fleisch tt. 84 Psg, b0-?0P Stück 00- ajjer 18 ■ Trauben Lau lUfjr, w Jahr erfolgreicher vorgegangen werden kann. Nach Erledigung der Tagesordnung wird auf Einladung des Kommerzienrats Kupferberg die Besichtigung der Sektkellerei der Firma Ehr. Ad. Kupferberg & Co. stattfinden; auch ist eine Rheinfahrt nach dem Niederwald in Aussicht genommen. Freunde der Gesellschaft können mit ihren Damen an diesen Veranstaltungen teilnehmen und erfahren hierüber näheres bei der hiesigen Vertreterschaft. ** Die Eismänner herrschen mit ununterbrochener Gewalt weiter über den in tausenden von Gedichten gepriesenen Wonnemonat. Wir können uns aber noch glücklich preisen, wenn wir z. B. an jene Meteorologen denken, denen hoch oben auf der Zugspitze das „Mailüsterl" um die Nase pfeift. Bekanntlich bewohnt dieser Meteorologe das ganze Jahr die höchste Wetterwarte im deutschen Reiche von fast 3000 Meter. Der Herr telephoniecke nun folgende Temperaturen zu Thale: 1. Mai —11°, 2. Mai —14,8°, 3. Mai —9°, 4. Mai fehlt, 5. Mai —11°, 6. Mai —13,6°, 7. Mai —15,6°, 8. Mai fehlt, 9. Mai —11,6°, 10. Mai 11,2°, 11. Mai fehlt, 12. Mai —10,20. In dem 993 Meter ü. M. hochgelegenen Zugspitzdorfe Ehrwald hingegen erfroren nur an exponierten Stellen die zartesten Obstbaumblüthen, wohl dank den im Thale liegenden Wolken, welche Tage lang jeden Ausblick verhinderten. Lich, 14. Mai. Der Geflügelzuchtverein für Lich und Umgegend errang auf der Geflügelausstellung tn Grünberg 22 Preise und zwar erhielten: Auf Gänse: Gutspächter Klein, Hof Albach 2. Preis, auf Truten derselbe 3. Preis. Auf Hühner: a) schwarze Italiener: W Volz, Lich, 1. Preis; b) rebhuhnfarbige Italiener: Rechner Schneider, Mrklar 2. Preis, Gutspächter Klein 3. Preis, Karl Vogt, Lich 3. Preis; c) schwarze Bantam: Oberverwalter Büchsenschütz, Lich 4. Preis- Aust Tauben: a) deutsche blaue Kröpfer: Wtth. Volz, Lich Ehrenpreis, Stadtrechner Zimmer, Lich 1. Preis, Oberoertoalter Büchsenschütz 2- Preis; 6) rote und gelbe Kröpfer: Oberverwalter Büchsensckü je einen 4 Preis; c) schwarze Kröpfer: Karl Albach, Lich 1. Preis, Oberverwalter Büchsenschütz 3. Preis, Sußner, Lehrer, Birklar 4. Preis; d) weiße Kröpfer: Karl Albach, Lich 4. Preis; e) blaue Brieftauben: Wilhelm Vvlz, Lich Ehrenpreis, Stadtrechner Zimmer, Lich 2. Preis; gehämmerte Brieftauben: Lehrer Sußner, Birklar Ehrenpreis; schwarze Brieftauben: Wilh. Vvlz, Lich 4. Preis; weiße Brieftauben: Karl Albach, Lich 4. Preis; f) rote Dragon: Karl Albach, Lich 3. Preis; g) schwarze Türken: Stadtrechner Zimmer, Lich 4. Preis- Der Verein besteht jetzt aus 73 Mitgliedern. T Bermuthshain, 15. Mai. Eine Mißgeburt ist gestern hier vorgekommen. Eine Katze des hiesigen Schuhmachermeisters Oechler warf Junge, von denen das eine sieben Beine und zwei Schwänze hatte. Es verendete kurz nach der Geburt. Ein Bein befindet sich auf dem Rücken. Der Besitzer hat das Tierchen in Spiritus gelegt, um es an ein Museum zu verkaufen. Darmstadt, 16. Mai- Der Großherzog traf gestern abend 11 Uhr 22 Mm. mit dem fahrplanmäßigen Zug über Frankfurt im eigenen Salonwagen hier wieder ein und übernachtete im Residenzschloß. Im Gefolge befanden sich Exz. v- Wachter, Freiherr Röder o. Diersburg und Lberstallmeister Freiherr v. Riedesel; die Rückkehr nach Schloß Hettigenberg erfolgte heute per Wagen. F r a n k f u r t o. M., ,18. Mai. Gegen den Professor Dr. , Sonntag von der Liebig-Realschule in Dockenheim wurde : ein Disziplinarverfahren eingeleitet, weil er aus Gewinn- . sucht Gruudstücksspekula tioneu in großem Um- an rn Rpnftnrtntm von VarrkmsNtaten fest begeben. Das Fmanx- mmifterium hat den übernehmenden Santen die Zusage erteiU, biS zum 81. Dezember 1902 weitere Beträge 8proz. sächsischer Bente ohne Zustimmung desselben, nicht an den Markt zu bringen. ftraftiuttermittcL Ter Verkehr am Markte wird durch dre 'h,,n Stefitaqe beeinträchtigt und fanden Umsätze von tr- S daher nich? statt. Preise für sämürche Ar- Ukel blieben Denn auch unverändert, nur für Marseiller Erdnugkuchen versuchen Fabriken höhere Forderungen durchzudrücken, ohne m- b€"' Wetre?öauf die ungünstigen Schätzungen des Washingtoner Bureaus, denen zufolge der Llaird der Weizenpflanze m Len Vereinigten Slamen ziemlich schlecht ist, herrschte wie an allen Märkteri auch hier bis gegen Mute der Woche recht feste Lttmmung bei lebhaftem Verkehr, liegen Schluß derWoche trat an den ameri- kanijchen stärkten eure kleine Reaktion em und bie|e im Verein mit den vor der Thür stehenden Psrngsljelerlagen beroirhe em momentanes 9tachlassen der Haufluft. Amerika ist heute gegen die Vorwoche Mk 1.— per Tonne höher; von Argenlimen wird nur noch Vrem- oes angeboten. Rußland ist lest unö bie rumanlscheii Qualitäten sind zu mangelhaft, um darin em reges Geschäft zu ermoglicheii. Roggen ist fest Gerste unverändert. Hafer sehr fest und teuer Mais preishaltend. Tic heutigen Slotrerungeu fmb: Rediomler 11 Dtk. —Kansas II Mk. 136—137. Märkte. Gießen, 17 Mai. Marktderichl. Auf dem heutigen Wochenmarrl losteten: Butter pr.Psd. 0,90-1,20 Mk., Hühnereieri Stck. ©ämceicr 10-12 Psg., Emenerer 6-0 Pf., Käse pr. Stuck 6—7 Ps.,Käsematte2Llck.O—0Pfg.,Erbsenpr.Ltter 19P,g.,Lmsenper LUer 82 Psg., Tauben pr. Paar 0,80-1,00 Alk., Hühner pr. Stack 100-1VO Äk. Hahneii pr Stück 1,20-1,80 Alk., Enten pr. ^tuck L',40-2,60 Alk., Gänse pr. Pfd. 00-00 Psg., Ochsenfleifch xr. Pstnrd 66—76 Psa., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60-^>4 Psg., ^chwerne- fleisch pr. Pfund 70—80 Psg., Schweinefleisch, geialzen, pr. Mund 84 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 66—70 Psg., Hammelslcnch pr. V'und Stück 00—00 Psg.. Zwiebeln pr. Zentner /,oO-8,bo All., Mllck) per Liter 18 Psg. Aevsel per Pfd. 0—Oo Pfg., m Korben 00—00 Psg. ^^Dauer der Marktzeil von morgens 7 Uhr bisnackmütags 1 Uhr, während der ersleii drei Stunden der^a^elt dar, nur auf den bestimmten Derkaussplatzen und nicht im Umherzieyen feilgeboten werden. Neueste Meldungen. - Der lOOOfte Student. Auf die Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog als Rector Magnisicentissimus telegraphierte Anzeige von der 1000. ^Immatrikulation traf heute folgende telegraphische Antwort An: Besten Tank für freudige Nachricht von Immatrikulation des lOOOsten Studenten. Alma Lndoviciaua vivat, cresceat, ^°tCQt* Ernst Ludwig. Das Großherzogliche Ministerium des Innern tele- Ludoviciaua sendet herzlichsten Glückwnusch zum stu- diosus millefimus. vriginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 17. Mai. Im Lichtenfelder Meineids-Pro- zesse Hilger-Klein wurden beide Angeklagten frer- gesp^Berlin, 17. Mai. Dem ,Lok.-Anz.* zufolge wurden die Vernehmungen der Interessenten der Zuck erinbustcie im Reichsschatzamte gestern beendigt. Dre gutachtlichen Aeuße- rungen sollen den Mitgliedern des ZuckeraaSschuffes des Reichstages mitgeteilt werden. Hamburg, 17. Mai. Das Fischerfahrzeug ^William Penn^ ist während ernes Sturmes in der Nordsee gesunken. Fünf Mann von der Besatzung smd ertrunken. Stockholm, 17. Mai. Bei Beratung des Wahlrechtes in der zweiten Kammer wurde mit 117 gegen 107 Stimmen der Antrag des Agrarierführers Monsson angenommen, wonach die Regierung aufgesordert wird, die Frage der Wahlrechtsform weiter zu untersuchen und zu Beginn der Session 1904 eine neue Vorlage auf der Grundlage des allgemeinen Stimmrechts einzubringen, wonach jeder Staatsangehörige, welcher das 2ö. Lebensjahr vollendet hat und seiner Wehr- und Steuerpflicht genügt, wahlberechtigt sein soll. Birmingham, 17. Mai. Kolonialminister Ch am- berlain hielt gestern abend eine Rede, in der er ausführte, wenn Roseberry wünschte, Mitglied der Unio- nisten-Partei zu werden, so würden sich deren Arme aufthun, um chn zu empfangen. Roseberry wäre liberaler Unionist, ohne ets zu wissen. Sodann fuhr Chamberlain fort, er wünschte, er könnte der Versammlung sagen, daß der Krieg seinem unmittelbaren Ende entgegengehe und der Frieden gesichert sei. Er sei voller Hoffnung, aber er sei nicht sanguinisch. Er wisse, daß die Mehrheit derjenigen, die gegen die Engländer kämpften, nur den Wunsch hegten, mit ihnen zusammen zu wirken, um dem Lande Frieden und Wohlfahrt wiederzugeben, aber in der Vergangenheit sei die Vernichtung von Frieden und Wohlfahrt durch die Führung unversöhnlicher Männer veranlaßt worden. Esseimöglich, daß wieder einige Vorschläge gemacht würden, welche die Regierung durchaus die Pflicht habe, abzulehnen. Man möge versichert sein, daß, solange diese Regierung am Ruder sei, der Fehler von Majube nicht wiederholt werde. Die Regierung habe bereits ihre Absichten bezügl. der zukünftigen Regierung und Regelung der Verhältnisse des Landes kundgegeben und werde von diesen nicht abweichen. Die Einzelheiten seien natürlich auf Wunsch einer weiteren Auseinandersetzung Vorbehalten, die Grundzüge aber seien für alle Zeit festgestellt. Washington, 17. Mai. Präsident Roosevelt entschied dahin, daß m der Angelegenheit der vom Deutschen Kaiser gestifteten Statue kein Beschluß des Kongresses erforderlich sei, und daß, weil Friedrich der Große ein großer Bildhauer gewesen sei, es am angemessensten sein werde, wenn die Statue m der Nähe der neuen Kriegsschule errichtet würde, die auf dem Grundstück des Arsenals in Washington erbaut werden soll. Pretoria, 16. Mai. (Reuter.) Der Buren führrr Beters und sein Stab sind mit Sonderzug nach Vereen i ging abgereifl. Jetzt sind alle Delegiertem daselbst eingetrosfen. Einige erreichten den Ort der Zusammenkunft heute früh. Die Besprechung wird heute ab- gehalten werden. Lord Kitchener giebt den Delegierten jede Gelegenheit, über ihre Entscheidung sich vollkommen vertraulich zu beraten. Es wird streng Sorge dafür getragen, daß die Beratung völlig ungestört bleiben. Während den Beratungen richten sich die englischen Truppen im Felde nach dem zwischen Lord Kitchener und den Burenführern getroffenen Abkommen und greifen die Kommandos nicht an, deren Führer sich, an der Zusammenkunft beteiligen. St. Vincent, 17. Mai. Ter Schw efelb erg hat grS» Heren Materialschaden angerichtet als der Mont-Pelöe auf Martinique. Die Eruptioaea nehmen ab, jcdoch ist die Gefahr noch nicht geschwunden. Fort de France, 16. Mai. Von einer großen Re» volle wird au8 dem nördlichen Teil der Insel berichtet, welche durch die Nichtzahlung der Löhne seitens der Plantagenbefiher an die Eingeborenen veranlaßt ist. Die Wohnungen der Plantagen- Besitzer werden von den Eingeborenen bedroht. Die Lage ist kritisch. Tie meisten Numfabrikeu auf der Insel find zerstört. Ter Mont-Pelee hat vom 10.—11. wieder Zeichen größerer Thätigkeit gegeben, wodurch die Einwohner der verschont gebliebenen Ortschaften Lorrain, Marico und St. Marie von großer Panik ergriffen wurden. Fort de France, 17. Mai. In St. Pierre kam es zwischen den Truppen und 30 Plünderern, welche zwischen den Trümmern die Leichen ausraubten, zu einem Zusammenstoß. Die Plünderer wurden festgenommen und nach Fort de France gebracht, wo sie nur mühsam vor den ZoruauS- brüchcn der Menge geschützt werden konnten. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. A., 17. Mei 1902. 3’/g% Reichsanleihe . . 101.95 3% do. ... 92.05 3*/t0/o Kon 8o1b .... 101.75 30/0 do.....9190 SOjO/o Hessen .... 99.76 3-6 Hessen —.— 4-6 Oesterr. Goldretne . . 102.75 4%% Oesterr. Öilberrente 101.75 4-6 Ungar. Goldrente . . 101.90 40/ Italien. Rente , . . 101.80 4>/,-6 Portugiesen . . . 44.90 >0/ Portugiesen. .... 28.80 1% C. Türken .... 00.00 Tilrkenlose ...... 112.00 4% ürieoh. Monopol -Anl. 44.00 4'/,-6 äussere Argentiner BJ/o Mexikaner .... 25.50 4*/» /o Chinesen ... 89.60 Electric, bei ackert . . . 101.00 Nordd. Lloyd 16.24 Kreditaktien , . , . . 213.40 Diskonto-Kommandit. . . 183.60 Darmstädter Bank . . . 135.90 Dresdener Bank .... 139.20 Beniner Handelsges. . . 151.80 Oesterr. Staatebahn . . . 148.80 Lombarden .... 16.40 Gotthardbahn .... 167.00 Lanrahütte 199.60 Bochum . ..... 196.00 Harpener ..... 173.40 Tendenz: still. Für die Redaktion verantwortlich i V.: R. Dittm ann. Verlobte verlangen Hon' der Darmstädter Möbel-Fabrik, Darmstadts Offerte nebst Katalog und Preisliste. Bedeutendstes und größtes Einrichtungshaus Mittel- und Süddeutschlands für alle Stände. 160 Zimmer-Einrichtungen wohnungsfertig, einschließlich Küche. Sehenswürdigkeit 1. Ranges. Spezialität: Brautausstattungen in ledern Genre und Preis. Konkurrenzlos in Auswahl, Form. Gediegenheit und Preis. 3789 Unerreichter Insectentödter! Kaufe aber nur in Flaschen/wo Plakate auShänge«. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Oartenstraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis bat die Aufgabe, -wischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern «Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 3 Schloff«, 1 Schreiner, 1 Heizer, 1 Knecht, 3 Fuhrknechte, 1 Fabrckarbetter, 1 Schloffer- lehrling, 2 Dienstmädchen, 1 Laufmädchen, 1 Fückerm, 1 Bureau- ^Rachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler^! Krankenpfleger, 1 Glaser, 1 Rahmenmacher, 1 Schuhmacher, 4 1 ©tem- brecher, 1 Scklosserlehrlmg, 1 Bäckerlehrling, 3 Dienstmädchen, 1 Lauffrau, 1 Flicksrau. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische Friedhof von jetzt ab bis zum 15. August d. Js. von morgens 6 bis abends 9 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eme Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. 3777 Gießen, den 14. Mai 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Behandlung der Stadtarmen hat seit 1. Mai d. I. der Prioatdozent für innere Medizin, Herr Dr. Volhard übernommen. Bestellungen für Stadtbesuche werden m der medizinischen Klinik und in der Wohnung des genannten Herrn, Frankfurterstraße 27, entgegengenommen. Nicht bettlägerige Kranke wollen sich vormittags von 10—12 Uhr in der medizinischen Klinik melden. Gießen, 12. Mai 1902. 3786 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Tplir- uni MslhMreiu zu Staufenberg, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. General-Versammlung. Die auf den 4. Mai 1902, nachmittags 3 Uhr, ein- öerufene ordentliche Generalversammlung konnte wegen eingetretener Hinderniffe nicht abgehalten werden und soll nunmehr dieselbe am 25. Mai d. I., nachmittags 3 Uhr im Rathaus dahier mit folgender Tagesordnung ftattfindeu: 1. Mitteilung des Revisionsberichts. 2. Rechnungsablage für 1901. 3. Verteilung der Dividenden. 4. Wahl des Direktors und Kontrolleurs. 5. Verschiedenes. Staufenberg, ben 16. Mai 1902. 3793 Für den Aufsichtsrat: H. Stephan. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister Abt. B wurde heute em- getragen unter Nr. 7 die „Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke vormals Fcrnic in Gießen" mildem Sitz zu Gießen. Gegenstand des Unternehmens: Betrieb und Verwertung der in den Gemarkungen Gießen, Großen-Linden, Leihgestern, Schiffenberg, Herrnwald, Klein-Linden, Heuchelheim, Allen- dorf a. d. Lahn und Lützel-Linden belegenen Bergwerksberechtigungen nebst allen Immobilien, Mobilien und Anlagen, welche seither im Besitze des C. W. B. Fernie zu Gießen ich befunden und durch Kaufverträge auf Albert Zobel zu Straßburg i. E. und Dr. Heinrich Pfahl in Bonn a. Rhein übergegangen sind. Zweck ist ferner der Betrieb oder die Verwertung noch weiter zu erlangender Berechtigungen und Bergwerke, sowie die Herstellung aller Anlagen und der Betrieb aller Geschäfte, welche die Ausnutzung dieser Bergwerke und die Verwertung der Produkte derselben befördern. Der Vorstand besteht aus: 1. Rechtsanwalt Wilhelm Grünewald zu Gießen, Vorsitzender; 2. Albert Zobel, Banquier daselbst; 3. Heinrich Ref, Kaufmann zu Frankfurt a. M.; 4. Landesrat Heinrich Schmidt zu Düsseldorf; 5. Direktor Samuel Pascoe zu Gießen (Delegierter des Bankhauses Sal. Oppenheim jr. & Co. zu Köln a. Rh.). Gewerkschaft auf Grund des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 bezw. 30. September 1899. Das Statut ist mit Genehmigungsvermerk der Großh. Oberbergbehörde unterm 5. Dezember 1898 versehen, dazu Nachtrag vom 20. Januar und Genehmigungsvermerk der Großh. Bergmeislerei Darmstadt vom 24. Januar 1899. Der Vorsitzende des Grubenvorstandes ist berechtigt, ohne Genehmigung des Grubenoorstandes, Ausgaben, die für den Betrieb nötig sind, in Höhe bis zu 10 000 Mk. anzuordnen, er führt die Beschlüsse des Grubenoorstandes aus und zeichnet für ihn rechtsverbindlich. Vorladungen und Zustellungen an die Gewerkschaft, erfolgen mit voller rechtlicher Wirkung durch Mitteilung an den Vorsitzenden, der berechtigt ist, die Gewerkschaft der Bergbehörde gegenüber zu vertreten. Der Vorsitzende ist befugt, sich hinsichtlich dieser Funktionen einen Substituten aus der Zahl der Mitglieder des Vorstandes zu bestellen, insoweit es sich um Empfangnahme von Briefen, Geld- und Wertsendungen handelt, brauchen die substituierten Personen nicht dem Vorstande anzugehören. Gießen, am 6. Mai 1902. 3779 ______________Grobherzogliches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen: In Folge Ausscheidens der Frau Lma Oppenheimer geb. Heß hat sich die offene Handelsgesellschaft „R. Oppenheimer Sohn" aufgelöst; das Geschäft ist aus den Tellhaber August Oppenheimer mit Aktiva und Passiva übergegangen und wird unter der alten Firma wettergeführt. Ter Eheftau des Inhabers Sidonie Oppenheimer ist Prokura erteilt. Gießen, am 13. Mai 1902. 3778 Großherzogliche^ Amtsgericht- Kölnische KagelIerstcherungsHesellschaft Grundkapital (Voll begeben) .... 9,000,000 Mk. Bar-Einzahlnng. ...... 1,800,000 Mk. Angesammelte Reserven .... 1,420,097 Mk. Einnahme an Prämien, Kosten und Zinsen im Jahre 1901 .... 2,081,518 Mk. Bersicherungs-Summe im Jahre 1901 ...... 216,183,087 Mk. Wirksamkeit der Gesellschaft seit 1854: Gesamt-Berstcherungs-Summe. . 6,923,014,065 ML» Gesamt-Gntschädigungs-Summe . 49,356,893 Mt. Gesamtzahl der abgeschl. Polizen 967,948Stück Gesamtzahl der vergüteten Schäden 109,053Stück Die Gesellschaft versickert Boden-Erzeugrriffe aller Art, sowie Glasscheiben gegen Hagelschaden zu billigen, festen Prämien, wobei Nachschußzahlungen unbedingt ansgeschloffen sind. Sie garantiert bei loyaler Regulierung der Schäden und schleunigster Auszahlung der EMschLdigungsgelder ihren Versicherten vollen Schadenersatz und zwar unter Gewährung aller mit einem soliden Geschäfts-Betriebe zu vereinbarenden Erleichterungen und Vorteile. Die Kölnische Hagel-Versicherungs-Gesellschaft wirkt ununter» brachen sest 48 Jahren; ihre Wlrksamkest ist in landwirtschaftlichen Kreisen überall vorteilhaft bekannt und ihre Einrichtungen erfreuen sich ungeteilten Beifalls. Zur weiteren Auskunft und zur Aufnahme von Versicherungs- Anträgen sind die unterzeichneten Agetaen gern bereit. 376? Joh. Fischer, KohlkuhMdkug in Siestn. H. Weimer in Alsfeld. JD. Leidner in Alsfeld. H. Eggolt m Altenstadt. Ä. Schädvel in Altenschlirf. I. Stein in Babenhausen IL W. Balser in Büdingen. K. Münz in Büdingen. C. Volz in Burggrafenrade. E. Spiro in Butzbach. W. Trapp in Friedberg. B. Häuser in Garbenleich. I. Schncidmüller in Gedern. I. m. Eißfeller in Graßfekda. H. Linker in Grünberg. G. H. Weigaudt in Graßkarben. H. Schmalbach in Harlmanns- ham. G. Luch in Hamberg a. O. C. Brannwarth in Allendarf aJt I. PH. Schröder in Hungen. K. Sir in Klappenheim. O. Steller in Laubach. W. Klipstein in Laubach. A. Steepler in Lauterbach. L. Albohn in Lick. A. Reuning II. m Nidda. I. W. Staudt in N.-Wöllstadt. A. Nicolai in Ockstadt. H. Hild in Ortenderg. Ehr. Düring in Ramrod. H. Gnntrum II. in Schlitz. W. Wolfschmidt in Schotten. C. Billigmann in Stockheim. F. Adler m Storndors. R. Eiser I1L in Wahnbach. Stadt. Schlachtham. Freibaut. Heute: 3677 Kihstsgntih 56 pfg. LslklMkiflkisch 45 pfg. schmmfleisch 54 psg. Sltutnmtj 41 »art ist eine Plüschgarnitur, sechs Polsterstühle, 2 Auszugtiiche, 1 Kommode, 1 Schrank, 1 Bett, 1 Krauleustuhl und Spiegel zu verkaufen. — Anzusehen mtttaas zwischen 12 und 1 Uhr, abends 6 und 7 Uhr. 3791 Münchener Bürnerbräu - Münchener Löwenbräu Produktion: 1880: 30,000 Hektoliter; 1901: M,000 Hektoliter Produktion 1901: 642,000 Hektoliter in den bekannten feineren Caf&s und Restaurants in Giessen und Umgebung im Ausschank. Beide hochfeinen Biere sind vielfach mit den höchsten Auszeichnungen prämiiert. Durch allwöchentlich einlaufende Eiswaggons ist fortwährend ein feiner Stoff bei coulanter Bedienung gewährleistet durch 3782 Bier-Grosshandlung* und Biskellerei von ut.r. Emil Schmal!, Hessischer Ho£ Telephon 83. Marianne Tod durch einen bitten 3794 i 1902. sen, den Sterbehause, i, treue Mutter und hat Gott dem Allmächtigen gefallen; ie Beerdigung findet statt am zweiten Pfingstfeiertag, Seltersweg 83, au heute früh 8% Um stille Achm nnh Möchcmr ZMr-VcrMuW-WöM. Gegründet 18N. JL ii n 9,000,000.— 19,222,024.94 685,007L2 8,132,001.06 4,000,000.— 900,000 — 600,000.— 1^97,627.50 Der Geschäftsftand der Gesellschaft am 31. Dezember 1901 er» riebt sich aus dem nachstehenden Auszug aus dem Rechnungsabschluß für das Jahr 1901. Grundkapital .... Prämien-Einnahme für 1901 . . . . . Zinsen-Einnahme für 1901 ..... Prämien-Ueberträge Uebertrag zur Deckung außergewöhnlicher Bedürfnisse '. . Kapital-Reservefonds Dividenden-Ergänzungsfonds . . . . . Spar-Reservefonds 43,836,660.72 9,672,590,777.— 10,330,101.80 215,976,090.51 32,744,198.46 Versicherung flfßcn ßinöruch-Plevsiasil. Der Abschluß einer solchen Versicherung wird für die beginnende Reise-Saison besonders empfohlen. Agenten der Gesellschaft: Louis Wittich, Kausm^ Gießen, Bahnhofstraße 62. Ldg. Wagner IV., Scbneidev- meisler, Allendorf a. Ldo. Balth. Stephan IV., Landwirt, Großen-Buseck. IohS. Leun IX Großen-Linden. Julius Karl, Rechn., Grünberg. Versicherungen in Kraft am Schluffe des Jahres 1901 . An Entschädigungen wurden von der Gesellschaft im Jahre 1901 gezahlt ...... Seit ihrem Bestehen wurden von der Gesellschaft für Schäden überhaupt bezahll .. . [UL ötyuucu uvciyuu^i vtfluyu. . . . . „ Für gemeinnützige Zwecke verwendete die Gesellschaft seit ihrem Bestehen die Summe von „ Die Gesellschaft betreibt außer der Feuer-Serfichernng auch die Carl Emmel, Sparkaffenrechner, Hungen. Hch. Walz, Spenglermstr.. Lich. Heiur. Espich, Etseleur, Lollar. JohS. Schäfer UL, Wagnermeister, Steinberg. 8781 Wtlh. Wacker, Bürstenmacher, Meseck. Steins <3*arten (Saalbau). Am 2. und 3. Pfingstfeiertag©: Grosse Militär-Konzerte auBgeführt von der 3756 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Anfang 2. Feiertag: 1/,5 Uhr« Eintritt 50 Pfg. » 3. w 5 y, „ 35 „ Zum Krokodil. Während den Feiertagen das berühmte Pfungstädter Bock-Ale im Zapf 3783 wozu freundlichst einladet Wilha May CI*« Während der Jeiertage: Lauterbacher Bockbier in Flaschen empfiehlt 3788 Wilhelm Semmter, LelterMeg 25. Maschinen-technisches Bfirean Prospekte und Kostenvoranschläge gratis. Giessen Sehillenbergerweg för Ilartzcrkiiincrnnff Hydranlistlie Pressen Pcucrungsanlagen Brennöfen Dunplmasthioei Sir liUmlUei * Stliüeidinüblen Holzbearbeitang Wasserkrälte Eein-Sotore Transmissionen. Ingenieur. 2L Maschinen und Anlagen 377ol Hl| | MW M Giessen Q Scbillenbergemg Verein Edelweiß. Am zweite« Feiertag: Tanzvergnügen in 3790 Klein-Linden, BenlstrdtshöllsekHss Beginn nachmittags 4 Uhr. Der Vorstand. WUM - Z«m Gaibriies. Am zweiten Pfingstfeiertag: Gutbefetzte Tanzmusik. Es ladet ergeben ft ein 02134 Wellersburg. Am 3. Pfingstfeiertag: 02271 Gutbesetzte Tanzmusik wozu ergebenst einladet PH. Weller Wwe. Wissmar. 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