Samstag 17. Mai L»«» 153. Jahrgang Erstes Blatt. 22 Pfingsten. alle ein nur und und König Alfons XIII. von Spanien. Nur wenige Wochen sind erst vergangen, seit der Gemahl der einst so viel genannten tugendsamen Königin Isabella von Spanien, der Jnfant Franz von Assisi Maria Ferdinand, der nie eine Rolle, weder in Spanien selbst, noch in der äußeren Politik gespielt hat, und eigentlich bereits seit seinem Sturze (September 1868) so gut wie vergessen war, das Zeitliche gesegnet, und heute jubelt das so leicht erregbare Volk des „schönen Lands des Weins und der Gesänge" dem Enkelsohne des entthronten Herrscherpaares, Alfons XIIL zu, der heute, am Tage, an dem er sein 16. Lebensjahr vollendet, nach erfolgter Mündigkeitserklärung den Thron der spanischen BouÄonen besteigt. Bei dem Interesse, das mit der gesamten Kulturwelt namentlich auch Deutschland dem Lande der Kastanien entgegenbringt, seit die hohenzollernsche Thronkandidatur des Prinzen Leopold im Jahre 1870 die indirekte Veranlassung zum deutsch-französischen Kriege und damit zur glanzvollen Wiederaufrichrm'.g des Deutschen Reiches wurde, liegt es nahe, soweit es nach Lage der VerhÄtnisse möglich ist, daß man mit einer gewissen Spannung jenen feierlichen Politische Tagesschau. Der Ausblick auf das nächste Finanzjahr istwe der inrReichenoch in Preußen erfreulich. Die „Berl. Pol. Nachr." schreiben darüber: „Das Reich hat schon den Etat des laufenden Jahres nur durch Ausschreibung von 25 Millionen Mark ungedeckter Matrikularumlagen bei gleichzeitiger Zurückstellung einer ganzen Llnzahl von minder dringlichen Ausgaben und unter Zuhilfenahme von nicht unbedenklichen finanziellen Manipulationen, wie der Erhöhung des Etatszolls der Zölle über den auf der Grundlage des Durchschnitts ausgestellten Voranschlag hinaus, zu balanzieren vermocht. Abgesehen davon, daß die Ursachen, welche zu der ungünstigen Gestaltung der Einnahmen des Reiches in den letzten Jahren geführt haben, noch sortwirken, kommt für 1903 in Betracht, daß in diesem Jahre der hohe Fehlbetrag aus dem Rechnungsjahr 1901 zu decken sein wird. Während dem Etat des laufenden Jahres aus 1900 nur ein Fehlbetrag von etwas über 2 Millionen Mark zur Last liegt, wird man sich fiir 1903 auf die Notwendigkeit der Deckung eines Fehlbetrages von etwa 50 Millionen Mark gefaßt machen müssen. Diese Zahl genügt allein schon, um erkennen zu lassen, um wieviel das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen im Jahre 1903 gegenüber dem laufenden Etat sich verschlechtern wird. Es liegt auf der Hand, daß, wenn man zur Herstellung des Gleichgewichts sm Reichshaushaltsetat nicht zu außerordentlichen Hilfs-, Mitteln greifen will, wie sie von den verbündeten Regier-, ungen fiir 1902 in Aussicht genommen waren, aber nicht die Zustimmung des Reichstages gefunden haben, diese Verschlechterung des Verhältnisses der eigenen Einnahmen des Reichs zu seinen Ausgaben zu einer beträchtlichen; Mehrbelastung der Bundes st aaten mit Matrikularumlagen führen muß. Schon die Summe- von 25 Millionen Mark durch Ueberweisungen nicht gedeckter Matrikularumlagen, welche für 1902 ausgeschrieben werden mußte, ist für die meisten Budesstaaten ein schwerer Druck, und eine weitere beträchtliche Erhöhung derselben würde Wissenschaften hat er Unterricht genossen. Um die eigentlichen Bedürfnisse des Staates feinten zu lernen, empfing er ft »'ner Unterweisung in Volkswirtschaft, Sozialvolitik und v.taatenfunbc seitens eines namhaften Universitätslehrers. Es ist also alles geschehen, um Geist, Gemüt und Körper des Thronerben nach Möglichkeit harmonisch auszubilden. Auf eine weise Benutzung oer Zeit wurde gleichfalls bei der Erziehung großes Gewicht gelegt. Spätestens um sieben Uhr, im Sommer früher, verläßt der junge König sein Ruhelager. Nach kurzer Frühstückspause beginnt der Unterricht, der bis ein Uhr, nur unterbrochen durch eine Stunde Leibesübungen, währt. Nachmittags folgen nach Bedarf noch ein paar Unterrichtsstunden und abends eine Musikstunde. Gegen 10 Uhr begiebt der junge König sich alsdann zu Bett. Bis vor etwa anderthalb Jahren hat er dieses regelmäßige und zurückgezogene Leben geführt. Jetzt besucht er zuweilen in Begleitung seiner Mutter und der Schwestern das Opernhaus, ein Theater re. Auch einem der leider noch immer so beliebten Stierkämpfe hat er schon beigcwohnt. Je älter der junge König wurde, desto mehr sehnte «er sich danach, die Fesseln abzustreifen, die ihn an der freien Entfaltung seiner geistigen und körperlichen Eigenschaften hinderten, und aus seiner Zurückgezogenheit herauszutreten. So liebt er die Jagd über alles, und des Sonntags sieht man ihn oft bei den Jagdpartien in Garzuela. Auch übt er sich fleißig in der Fecht- lunst mit seinen Altersgenossen, die natürlich dem höchsten Adel angehören. Allgemein rühmt man dem jungen Fürsten Natürlichkeit und Offenheit, eine gewisse reife Männlichkeit und liebevolle Hingabe an seine Mutter nach, von der er wünscht, daß sie auch nach seiner Mündigkeitserklärung als seine treue Beraterin im Schlosse bleibe. Schüchternheit und Befangenheit scheint er nicht zu kennen, und für sein Alter zeigt er sowohl in Sprache als Mienen eine Würde, einen Ernst, die den König ahnen lassen. Dabei haßt er alle Schmeicheleien, und hösischcs Etikettenwesen, wie es namentlich in Spanien blüht, scheint nicht nach seinem Geschmacke zu sein. Ein ehrlicher Händedruck, ein offenes Wort weiß er wohl zu schätzen. Nach alledem darf sich das spanische Volk zu seinem jungen Könige beglückwünschen, dem die schwere Aufgabe zufällt, die Wunden, welche die jüngste Vergangenheit dem Lande geschlagen haben, zu heilen und nach dem Verzichte Spaniens auf seine Stellung als Kolonialmacht mit Aufbietung aller Kräfte an der Erneuerung und Festigung der inneren Verhältnisse zu arbeiten. Dann wird auch Spanien berufen sein, im Völkerrate wieder eine achtunggeoietende Stellung einzunehmen, wenngleich die Zeit, da es die Meere beherrschte und fernen Gestaden seine Gesetze diktierte, für immer vorüber sein dürfte. Denn wie alles auf der Welt haben auch Staaten, und Völker chre Zeiten. Berlin, 16. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt'. „König Alfons XIII. von Spanien leistet am 17. Mai den Eid auf die Verfassung und übernimmt von diesent Augenblicke an int eigenen Namen die Regierung seines,' Staates. Die Wirksamkeit der Königin-Regentin, die in schweren Zeiten für chren Sohn das Banner des spanischen Königtums würdig und tapfer emporgehalten hat, ist nun abgeschlossen. Möge es dem jungen, durch sorgsame Erziehung auf seinen hohen, schweren Beruf vorbereiteten König vergönnt sein, in einer langen glücklichen Regierung seinem Volke das Beispiel einer über den Parteien stehenden königlichen Pflichttreue zu geben und die Hoffnungen zu erfüllen, die mit seiner erlauchten Mutter das spanische Volk auf ihn setzt." Bis zum 10. Lebensjahre lag die Erziehung des Prinzen fast ausschließlich in weiblichen Händen. Dann wurde ein Kaplan des Pavftes, der einst Pate bei der Taufe des Königs gestanden hatte, mit diesem Amte betraut Später trat der Jesuitenbeichtvater der Königin-Regentin an dessen Stelle, der den Amtstitel „Director de Estudies" führt und im Schlosse wohnt. Neben ihm teilten sich noch drei Offiziere, die Obersten Loriga und Castejon, sowie der Kontreadmiral Aguirre de Tejade in die Erziehung des Thronerben. Während dem Studiendirektor mehr die moralisch-religiöse Ausbildung des königlichen Zöglings oblag, sorgten die letztgenannten für seine wissenschaftlich- tonische Förderung und sind auch seine ständigen Begleiter. Einer von ihnen schläft auch stets bei ihm im Schlafzimmer. Im allgemeinen wurde bei, der Erziehung des jungen Königs viel mehr auf praktische Ausbildung gerichtet, als es sonst in vornehmen spanischen Familien der Fall war, in denen .die bekannte spanische Etikette oft das A und O Erziehungsweisheit bildet. Dem jungen König wird besonderes Sprachtalent nachgerühmt Das aber ist dadurch erklärlich, daß er ein sehr gutes Gedächtnis eine leichte Fassungsgabe besitzt. Englisch liest, schreibt ____sprich er sehr gut; französisch spricht er fließend, wenn auch mit einem leichten spanischen Accent, und die deutsche Sprache soll er vollkommen beherrschen. Auch in den klassischen Sprachen Roms und Griechenlands wurde er mit Erfolg unterrichtet. Geographie und Geschichte, namentlich die seines Mutterlandes, waren stets feine ausgesprochenen Lieblingssächer, und mit leuchtenden Augen lauschte er den Balladen der heimatlichen Dichter, die von den Ruhmes- thaten der Vorfahren im Kampfe gegen chre maurischen Unterdrücker sangen. Auch m Mathematik und den Ratur- von allen christlichen Festen bietet Pfingsten vielleicht Mn wenigsten für uns sinnlich vorstellbaren Inhalt Bei Weihnachten, Charfreitag, Ostern, Himmelfahrt ist es die Person des Herrn Jesus, die im Mittelpunkt steht und unsere Teilnahme wach ruft Hier zu Pfingsten hören wir von SturmesLrausen, von Feuerflammen und verzückten Reden der Jünger, und wir können uns von dem allen kein klraeS Bild machen. So flüchten sich denn die Pfingstgedanken gern in die Natur mit ihrer jetzt voll erschlossenen Früh- lingsherrlichkeit und Blütenpracht, mit dem neuen Lebens- Öber durch sie hindurchgeht, und uns aus ihr anweht. geht einem ja freilich das Herz auf, und Lebensmut und Liebeslust wachen in uns auf. Aber — wir erleben's ja in diesen Tagen, auf wie schwachem Grund diese Lenzes- lust steht und wie vergänglicher Art sie ist. „Es fiel ein Reif in der Frühlinasnacht, er siel auf die bunten Blaublümelein, sie sind verwettet, verdorrt" Jst's auch bei uns noch gnädig abaegangen — viel schöne Hoffnungen sind doch zerstört, und was für herzbewegende Botschaften kommen vom Rhein und von der Bergstraße. Wir wären doch recht Übel dran, wenn wir mit unseren Lebenshoffnungen nur auf die Botschaften des Lenzes, aus die Stimme der Natur angewiesen wären. Gottlob, Pfingsten hat uns etwas Besseres zu sagen. Es redet zu uns von dem lebendigen und lebensschafsenden Geist, der über der Natur erhaben und von ihr unabhängig aus eigener Kraft sein Leben führt und gestaltet, und schöpferisch Leben zu erwecken vermag, der, obwohl er, wie der tiefsinnige schottische Naturforscher Deummond es in seinem berühmten Buch: „Das Naturgesetz in der Geisteswelt" auSsührt, auch den Naturgesetzen untersteht, ie doch in seine geistige Art mnbildet, und fru dessen Ge-i etzen daher das Gesetz der Freiheit und das Sittengesetz ;chören. Für dieses Geistes Kommen und Wirken sind Naturerscheinungen wie Sturmesbransen und Feuerflammen nur sehr unvollkommene Bilder. Er Kommt vielmehr zur Erscheinung im persönlichen Leben der Menschen, in ihrem Denken und Fühlen, in ihrem Kämpfen und sich selbst Ueber- winden, zumal in den Entscheidungen ihres Gewissens. Er offenbart vor allem seine Eigenart und seine schöpferische Kraft in den großen Persönlichkeiten der Geschichte. Da wirtt er ungebunden von Zeit und Raum von Herz zu Herz, von Geist zu Geist, von Person zu Person, da gehen wie elektrische Funken umwälzende, erneuernde, belebende Gedanken, Empfindungen, Kräfte von ihm aus durch die Welt. Die Weltgeschichte kennt kein Beispiel, das dem Segen und neues Leben schaffenden, Liebe, Mut und große Gedanken weckenden Geistesstrom, der von Jesus ausging, und unvermindert ausgeht, zu vergleichen wäre. Was uns die eigentliche Psingstgeschichte erzähl^ ist ja wohl noch etwas Besonderes: die Berufung und Ausrüstung der Jünger zu chrem Zeugenberus. Aber grade in diesem ihrem Beruf, schon beim ersten Austreten des Petrus am ersten Pfingstfest, erweist sich als das eigentlich wirksame die Wucht ihrer Persönlichkeiten, das völlige Ergriffensein von chren Ueberzeugungen, die begeisterte opferwillige Hingabe an ihre Lebensaufgabe, chre Erhabenheit über den Freuden und Leiden des Lebens — der Geist Jesu Christi. — Es geht heutzutage durch weite Kreise unseres Volkes ein starkes Gefühl dafür, daß unserem Volke vor allem solche Persönlichkeiten not thun, vom Geiste Christi erfüllte Männer und Frauen, daß alle Fortschritte der Technik in der Beherrschung der Natur, alle Entdeckungen der Wissenschaft, alle staatlichen Gesetze und Einrichtungen uns nicht vorwärts bringen auf dem Wege einer gesunden Entwickelung, durch die jedem Glied des Volkes in allen seinen Ständen freie Entfaltung seiner Kräfte und ein in sich befriedigtes Leben ermöglicht würde, wenn der rechte Geist fehlt, ohne stete sittliche Erneuerung in den tiefsten Wurzeln unseres persönlichen Lebens, wie sie immer nur ansgeht von großen, geistesstarken Persönlichkeiten, und zuletzt von Gottes Geist, der in ihnen und durch sie wirkt und Gestalt gewinnt. „Not measures, but men", d. h. was wir brauchen, sind nicht Maßregeln, sondern Männer, dies Wort des schottischen ?Zredigers Chalmers, trifft für alle Zeiten das Rechte. Im etzten Grunde ist es Gott, den wir brauchen, der die wahre LÄensquelle ist. Nicht ohne Gott, sondern mit Gott und durch Gott, durch seine Geisteskraft innerlich erneut, so werden wir siegreich voran schreiten Das ist unser Psingst- bekenntnis, das die fröhliche Psinastbotschast. Möchte sie allem Volk widerfahren und sie loien von dem Banne, in den des Lebens Not und aberglaubiscker Unglaube sie halten, daß sie frei und froh werden in Gott! Gr. monatlich 7b Pft vierte- jährlich DU. 2.80; durch, Abhole- u. Zweigstellen' monatlich 65 Ps.; durch! diePosl Alk. 2.— vtertel- jahrl. ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnununer bifi vormittag- 10 Uhr. ßetlenprttS; lokal 18 Pf* auswärts 20 Pfg. verantwortlich: für den poüL u. allgem. Teil: P. Wlttko: für ,6tabt und Lanl/ und ,Gerichlsiaal*:R.Ditt» mann; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Vorgang im Madrider Konigsschlosse verfolgt. Hängt doch von der Persönlichkeit eines jungen Thronerben nicht nur das Glück und die Zufriedenheit des Volkes ab, dem nach >en Wirren und Enttäuschungen der jüngsten Vergangenheit endlich einmal sonnigere Tage zu gönnen wären, andern unter Umständen die Ruhe unb friedliche Weiter- entwickelung eines ganzen Erdteils. Die Eltern des jungen Königs sind Alfons XII., der älteste Sohn Isabellas und des jüngst verstorbenen Jn- :ernten Franz von Assisi, und Marie Christine, eine österreichische Erzherzogin. Alfons XII. suchte, nachdem er nach Verzichtleistung seiner Mutter auf den spanischen Thron 125. Juni 1870) durch General Martinez Campos zum König proklamiert worden war, als konstttutionell regierender Herrscher die Wunden, die lange und unheilvolle Bürgerkriege dem unglücklichen Lande geschlagen, zu heilen. In erster Linie war er bestrebt, gegenüber den beiden gefährlichsten Feinden der inneren Ruhe, den Anarchisten und Republikanern einerseits und den legitimisttschen Kar- listen, den Anhängern der älteren bourbonischen Linie, andererseits die besonnenen, auf monarchischem Boden stehenden Elemente zu gemeinsamer Arbeit für das Wohl >es Vaterlandes zu vereinigen und ihnen durch eine gemäßigte, von fortschrittlichem Geiste getragene Regierung den Weg hierzu zu zeigen. Außerdem suchte er Spaniens Ansehen im Auslande zu heben u/j durch Anknüpfung neuer Beziehungen mit den Großmächten Handel und Verkehr zu fördern. Wie er namentlich in Deutschland einen starken Rückhalt suchte und von Kaiser Wilhelm I. gelegentlich der Kaisermanöver in Hamburg (1883) zum Chef eines Ulanenregiments ernannt wurde, wie er infolgedessen auf seiner Rückreise in Paris als „roi Ulan" vom dortigen Pöbel auf das gröbste beschimpft, bei seinem Einzuge in Madrid aber .um so begeisterter empfangen wurde, wie er endlich durch weise Mäßigung dazu beitrug, daß der Karolinen-Streit, der infolge der Hetzereien einer fanatischen Minderheit bereits fast bis zur Siedehitze gediehen war, nicht weitere unheilvolle Folgen zeitigte, sondern nach Bismarcks klugem Vorschläge, die Angelegenheit dem Schiedsgerichte des Papstes zu unterbreiten, in ruhigere Bahnen einlenkte: dies ist noch in unser aller Gedächtnis. Leiser starb Alfons XII. bereits am 25. November 1885, und seine (zweite) Gemahlin Marie Christine übernahm die Regentschaft für chren bereits als König geborenen Sohn. Was über diesen in die Oeffentlichkeit gedrungen, ist nicht viel. Da der .König in frühester Kindheit sehr schwächlich war, so wurde in der Erziehung ein Hauptgewicht auf möglichste Kräfttgung des Körpers gelegt Gleichwohl schien es einmal, als sollte dem königlichen Kinde kein längeres Leben beschieden sein. Das war im Januar 1890. Aber die Vorsehung hatte es anders bestimmt, und nach Wochen bangen Harrens gen aß der Thronerbe wieder, zur Freude aller, denen das Wohl des Landes am Herzen lag. Mens fana in corpore sano! Das war der Grundsatz, von dem sich fortan die königliche Mutter bei der Erziehung des Sohnes leiten liest Turnen stand infolgedessen an erster Stelle, und in allen körperlichen Uebungen- nimmt es Alfons XIII. mit jedem seiner Altersgenossen auf. Die Thatsache, daß er sich zu einem tüchtigen Bergsteiger heran» gebildet hat, beweist, daß von der früheren Schwächlichkeit des Körpers kaum noch etwas zurückgeblieben ist. Am liebsten klettert der junge Thronerbe in den zerklüfteten Felsbergen bei San Sebastian herum, und manch wagehalsiges Stücklein zeugt von seiner Kühnheit und Unerschrockenheit. In seiner äußeren Erscheinung, besonders im Gesichts ausdruck ist Alfons XIII. der vollendete Typus eines Bourbonen: Helle, klare Augen, eine breite Stirn und regelmäßige, wenn auch etwas zarte Gesichtszüge. Von Temperament ist er, ein echter Südländer, lebhaft, teilweise sogar feurig; dabei liebt er es, zuweilen mit Altersgenossen, am liebsten mit seiner jüngeren Schwester allerlei Neckereien zu treiben, wobei er stets eine gewisse Ueberlegenh-eit seines regen Geistes zeigt. erf»<«nt taeri* /»*. Q außer LonnlagS. Wg He MGietzenerAnzeiger V General-Anzeiger «* •Es& Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen ^rnsprechanschluß Nr. öl. ______________________________________ ___ für die Finanzen einer ganzen Reihe von Bundesstaaten eine geradezu unerträgliche Last bilden." Auch in Preußen dürfte die Veranschlagung der Eisenbahneinnahmen und des Eisenbahnüberschusses für 1903 sich voraussichtlich wenig befriedigend gestalten, denn dieser Veranschlagung wird das überaus ungünstige Jstergebnis des Jahres 1901 in Verbindung mit der Entwicklung des Verkehrs in den bis äut Etatsaufstellung verflossenen Monaten des laufenden Rechnungsjahres zu Grunde gelegt. Wenn daher, wozu bis jetzt keine Aussicht vorhanden ist,^ der Verkehr in den nächsten Monaten sich nicht sehr beträchtlich hebt, so wird der Etat der Eisenbahnverwaltung, sowohl was die Einnahmen als auch den Ueberschuß anlangt, sich erheblich ungünstiger gestalten, als für das lausende Jahr. Wenn dann noch eine beträchtliche Steigerung des Betrages der durch Ueberweisungen nicht gedeckten Matrikularunilagen hinzukommt, so wird es auch in Preußen eine schwierige Aufgabe werden, das Gleichgewicht im Staatshaushalt ohne eine unerwünschte Kürzung der Ausgaben, namentlich der nnmaligen 'AüÄgaben, aufrecht zu erhalten. Die Lage der österreichischen Land- und Forstwirtschaft. Im österreichischen A b g e o r d n e t en h a u s e gab bei Beratung des Ackevbaubudgets der Ackerbauminister eine umfassende Darstellung von der Lage der Land- und Forstwirtschaft unter Anführung der bereits eingeleiteten und noch bevorstehenden Maßnahmen der Regierung zur Förderung der Landwirtschaft. Er sagte u. o.: Die Landwirtschaft müsse unbedingt erhalten bleiben. Ihre Nieder- ringung dürfe um so weniger ftattfinden, als die Monarchie in der Lage sei, nicht nur den eigenen Bedarf des Landes zu decken, sondern auch einen Teil der heimlichen Produkte an das Ausland abzugeben. Hierzu bedürfe es des Schutzes der heimischen Produkte und der thunlichsten Entwicklung der Produktions- sowie Abffatzsähigkeit. Me Monarchie dürfe sich in handelspolitischer Beziehung nicht aus den Jsolierschemel stellen, noch auch versuchen, gegen den Strom zu schwimmen. Andererseits aber könne die vom Deutschen Reiche gerade auf dem Gebiete der Land- und Forstwirtschaft ein» geleitete Zollpolitik nicht ohne Rückwirkung auf Oesterreich bleiben. Ohne aus Einzelheiten einzugehen, versicherte der Minister, daß die Regierung sich ihrer Verantwortung für den Schutz schwerwiegender Interessen vollkommen bewußt sei. Er bitte das Haus, in Bezug auf die brennende Frage der Weinzollklausel versichert zu sein, daß die Regierung i m Rahmen der großen zoll- und handelspolitischen Aktion für die Interessen der Land- und Forstwirtschaft einzutreten wisse, und daß sie namentlich jene besonderen Interessen, welche Oesterreich eigentümlich seien, ganz besonders zu wahren entschlossen sei. (Beifall.) Bezüglich des Verhältnisses zu Ungarn bemerkte der Minister, es erscheine geboten, die speziellen Interessen Oesterreichs sorgfältig zu wahren und jede Preis- gebung derselben mit allem Nachdruck hintanzuhalteu Nur billige Berücksichtigung der beiderseitigen Verhältnisse könne zu einer Ordnung der Dinge führen, welche einen beruhigenden Ausblick auf die künftige wirtschaftliche Entwickelung ermögliche. Der Minister botonte, daß ber Zucker- rübenb au voraussichtlich eine successive Einschränkung roerbe erfahren müssen und hebt als Pflicht der Regierung hervor, auf Erhaltung des Rübenbaues in gerechtfertigten Grenzen sowie aus Aufrechterhaltung des Zuck er ex- Portes nach Thunlichkeit hinzuwirken. Der Minister begrüßt die Aufhebung des Terminhandels, welcher vielfach zu argen Mißständen geführt habe. Aus Gründen der öffentlichen Moral könne er keineswegs die hochgespannten Hoffnungen aus eine preissteigernde Wirkung des Verbotes teilen. Der fortschreitenden Verschuldung des Bauernstandes könne nur eine zielbewußte Organisation des landwirtschaftlichen Personal- und Realkredites steuern. Die Regierung sei entschlossen, dieses schwierige Problem sowie dasjenige der Beseitigung der Leutenot, letztere zunächst durch Schassung eines Arbeitsvermittlungsamtes, einer gedeihlichen Lösung entgegenzusühren oder zum mindesten näher zu bringen, wobei man der Fürsorge für die ^Landarbeiter werde näher treten müssen. Aus Stadt und Sand. Gießen, 17. Mai 1902. •* Diknstnachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrvikar Scheunemann in Groß-Gerau die eoang. Pfarrstelle zu Dalheim, Dekanat Oppenheim, übertragen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligien Feuerwehr zu Alzey Messinger und Becker. — Der Großherzog hat den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Wimpfen Römer auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Juli ab und unter Anerkennung seiner langjährigen Dienste in den Ruhestand versetzt. ** Personaluachrichten der Ober.Postdirektion Darmstadt. Der Kaiser hat dem Postmeister König in Nidda den Charakter als Rechnungsrat und dem Postschaffner Arras :n Darmstadt das Preuß. Allgem. Ehrenzeichen aus Anlaß hres Uebertritts in den Ruhestand verliehen, der Großherzog aus dem gleichen Anlaß dem Postschaffner Feldmann in Mainz und dem Briefträger Hamann in Offenbach a. M. des Hess. Allgem. Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste." — Versetzt sind: Der Ober-Post- praktikant Quirin von Bad-Nauheim nach Offenbach a. M., der Postverwalter Bormann von Neustadt i. O. als Ober- Postassistent nach Mainz, der Postassistent Herbert von Mainz als Postverwalter nach Neustadt i. O., die Postassistenten Boberski von Worms nach Bretten, Sitter und Schnell von Mainz, Stegmann von Darmstadt, Stock von Büdingen und Schmitt von Bingen a. Rh. nach Mannheim. — Etatsmäßig angestellt: Die Postassistenten Fink in Gießen, Glenz in Erbach i. O. und Prieur in Michelstadt. — Angenommen sind: Als Postanwärter der Hoboist Andrae in Grünberg (Hessen), als Postgehülfe: der Gynmasiast Muschkc und der Realschüler Schnell in Gernsheim, die Realschüler Appel in Reüchelsheim i. d. W., Geisel in Stockheim (Hessen), der Gymnasiast Josef May in Mlbel, die Realschüler Karl May in Groß-Umstadt und Ulrich in Seligenstadt (Hessen), als Postgehilfin: Elisabeth Diery und Wilhelmine Mühlpforth in Darmstadt, als Telegraphengehilfin: Minna Bartschat, Frieda Oeste, Marie Stiehl und Margarete Storch in Offenbach a. M. — Die Postsekretärprüfung haben bestanden: der Post- Verwalter Fischer in Bodenheim, die Ober-Postassistenlen Niebel in Offenbach a. M. und Wolff in Kastel a. Rh. — In den Ruhestand tritt: der Postverwalter Habich in Gernsheim. Kliniksbau. Auf dem zur Erbauung der Kliniken links der Frankfurter Straße vorgesehenen Gelände werden seit einigen Tagen Ausschachtungen vorgenommen. Es handelt ich vorerst wohl nur darum, die Beschaffenheit des Baugrundes festzustellen. ** Hundesport. Der erst jüngst begründete Jagdhund- Klub hält auf seinem Schliefplatz auf der „Schönen Aussicht" am 1. Juni sein erstes Schliefen ab, das nur für seine Mitglieder offen ist. e. Bad-Nanheim, 16. Mai. Da§ hiesige Bad hatte gestern eine Gesamtfrequenz von 2665 Kurgästen gegen 2498 j(ur selben Zeit im vorigen Jahre, also trotz der schlechten Witterung ein Mehr von 167 Personen. In der letzten Woche ind 878 Fremde angekommen. Anwesend sind z. Z. 2294 Kurgäste gegen 2134 zu gleicher Zeit im Vorjahre. Bäder wurden auch bereits 1052 mehr gegeben roie 1901, nämlich 17394 gegen 16342 am 15. Mai des vorigen Jahres. Das Kurtheater hat heute seine Vorstellungen begonnen. a. Marburg, 16. Mai. Dem Assistenten an der agrikulturchemischen Versuchsstation Dr. Mangler explodierte heute bei der Arbeit ein Kolben mit Natronlauge, wobei ihm letztere ins Gesicht spritzte. Er wurde sofort per Wagen in die Klinik geschafft, doch soll sein Zustand zu größeren Be- ürchtungen keinen Anlaß geben. — Die Stadtverordneten- Versammlung beschloß heute in geheimer Sitzung, eine Anleihe von 5 Millionen aufzunehmen. Gerichtssaal. M. Gießen, 16. Mai. Strafkammer. Den Vorsitz führte Landaerichtsdircktor Dr. Günaerich, die Anklagebebörde vertrat Gerichtsaffessor Hoos. — Die Wittwe Brücket von Gießen ist der ahrlässigen Brandstiftung angeklagt. Sie hat im April glühende Kohlenasche in einem Holzkasten aus den Holzboden in ihrer Küche gestellt; der Boden des Holzkastens brannte durch und das Feuer ergriff auch den Fußboden. Da kein größerer Schaden entstanden war, hielt das Gericht eine Geldstrafe von 10 Mk. für eine ausreichende Strafe. — Der Maurergeselle Karl Wedemann von Eberstadt war wegen Bedrohung vorn Schöffengericht Lich zu einer Geldstrafe von 10 Mk. verurteilt worden. Auf die von ihm ein» aelegte Berufung wird er freigesprochen, da feststeht, daß er die Drohung mir bedingungsweise, unter der Voraussetzung eines chm drohenden Angriffes, ausgesprochen hatte. — Zwei Standesbeamte werden, da sie Eheschließungen, bei denen Witwer beteiligt waren, unter Außerachtlassung der Vorschriften des § 1314 des B. G.-B. vollzogen haben, wegen Vergehens gegen § 29 des Personenstands- aesetzes zu Geldstrafen von je 5 Alk. verurtellt. — Der Arbeiter Pasarello wird wegen Diebstahls zu 3 Wochen Gefängnis verurtellt, die jedoch durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt werden. — Gegen den Landwirt I. K. Schmidt wird wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransportes auf eine zweiwöchige Gefängnisstrafe erkannt. 6. Gießen, 15. Mai. Gewerbegericht. Den Vorsitz führte Stadtverordneter Keller. Es stehen 3 Klagen ßur Verhandlung. Eine Sache wird als erledigt zurückgenommen, die beiden anderen Klagen sind gegen den Bauunternehmer August Scheppelmann hier gerichtet urd zwar auf Zahlung von je einem Tagelohn als Entschädigung wegen verfrühter Entlassung. Der Beklagte führt gegen die Klage des Maurers Earl Deines von Lindenstruth aus, daß er zur Entlassung des Klägers berechtigt gewesen sei, denn dieser habe unbefugt die Arbeit verlaßen, er fei am 9. Mai anstatt mittags um 1 Uhr erst um 2 Uhr und am anderen Morgen, statt um 6 Uhr erst um 8 Uhr zur Arbeit erschienen. Der Kläger giebt dies au und ist der Ansicht, daß er bei ,Stundenlohn" zu arbeiten beginnen könne, wenn es ihm paffe. Die Parteien beantragen Erlaß be§ Urteils ohne Zuziehung von Beisitzern. Das Gericht weist die Klage kostenfällig ab, mit der Begründuna, daß in dem Verhalten des Klägers ein unbefugtes Verlassen der Arbeit zu sehen sei. — Zu der Klage des Maurers Jos. Söhnaen von Kirchgöns erklärt Beklagter, daß er sich auch in diesem Falle zur Entlaffimg des Klägers berechtigt geglaubt habe, weil derselbe einen Lehrling während der Arbeitszeit znm Besuche einer Maurerversammlung zu bereden versucht habe. Der Kläger giebt zu, mit dem Lehrling wegen des Besuches oer Maurerveftammlung gesprochen zu haben, er selbst sei aver garnicht dort gewesen. Es kommt ein Vergleich zustande, wonach der Beklagte Scheppelmann an den Kläger die verlangte Entschädigung und weiter 1 Mark für Zeit- versaumnis bei Abhaltung oes heutigen Termins zahlt. Hungen, 13. Mai. Bei der gestrigen Schöffengerichtsverhandlung wurde Gastwirt Berg aus Trais-Horloff zu einer Geldstrafe von 40 Mk., sowie zur Tragung sämllicher Kosten verurteilt. B. hat bekanntlich vor einiger Zeit auf einige Bergleute, welche in später Abendstunde, nachdem er sie ausgewiesen, vor seiner Wirtschaft revoltierten und wieder bei chm einzudringen versuchten, geschossen und dabei einen verletzt. Der Genannte glaubt in Notwehr gehandelt zu haben und hat, wie wir hören, Berufung eingelegt Kandel und Verkehr. Uolkswirtschast. Von der Reichsbank. Am 2. Juni wird in Dilling e n eine von der Reichsbankstelle in Freiburg L B r. und in Pirna eine von der Reichsbankstelle in Dresden abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet worden. Die Cifeubahuvcrstaatltchung in Oesterreich. Bei der in Aussicht stehenden Verstaatlichung handelt es sich in erster Linie um die Oesterreichische Staatsbahn und bann um die Nordwest- bcchn und ferner um die Reichenberg-Pardubitzer Eisenbahn. Minister Wideck hat in seiner jüngsten Eisenbahnverstaatlichungs- rede im österreichischen Abgeordnetenhause betont, daß die Regierung die Vorteile der Verstaatlichung keineswegs unterschätze, aber eine große Verstaatlichung sei für die Staatsfinanzen von außergewöhnlicher Tragweite. Der Minister führte noch aus, daß bei der Staatsbahn die Verstaatlichung leichter sei, wie bei der Nordwestbahn; dies liege hauptsächlich in den Nebenuntemehmunaen der Letzterem Die Verstaatlichung könne einzig aus Grund oe§ aktuellen Ertrags ftattfinden; wäre dies nicht möglich, so müßte eben der Weg des Streits betreten werden. Der Minister schloß: Die Regierung sei bereit zu verstaatlichen, aber nicht um jeden Preis. — Die Regierung hat auch schon früher verstaatlicht, und auch nicht um jeden Preis, sondern sehr zum Nachteil der Aktwnäre. Biehmarkt. Im Allgemeinen waren die Märkte während der Berichtswoche wieder etwas lebhafter frequentirt, wenn auch der Verkauf fast allenthalben ziemlich zu wünschen übrig ließ. Dadurch daß der große Mannheimer Markt säst vollständig ausverkaust wurde, war der Bedarf im Allgemeinen gedeckt, sodaß das Geschäft sich nicht gut entwickeln konnte. Prima Großvieh fand allenthalben flotte Abnahme, an einigen kleineren Märkten waren auch mittlere Qualitäten gut beachtet. Kälber flott gehandelt, es blieb jedoch ziemlich Ueberftanb. Fette Schweine rasch ausverkaust, an einigen kleineren Plätzen konnte ber Bedarf nicht gedeckt werden. § Butzbach, 16. Mai. Der gestrige Markt, welcher früher als Konfirmandenmarkt sehr besucht war, brachte unserem Städtchen lebhaften Verkehr. Aus oem Schweinemarkte waren überwiegend Ferkel angetrieben, bereu Preise wegen der starken Nachfrage sehr hoch waren; es blieben aber nur sehr wenige Schweine unverkauft. Ter Krämermarkt hatte geftern weniger Stäube auszuweisen als sonst am Maimarkie; bogegen waren bte einheimischen Geschäftsleute Kun Teile dis in die Nachmittagsstunden vollauf beschäftigt. Auszug aus den Kirchenbücher« dtt Stabt Gikßeu. Evangelische Gemeinde. Getraute. Mathäusgemeinde. Den 15. Mai. Friedrich Wilhelm Grethe, Oberpostassistent zu Eronberg und Wilhelmine Adelheide Luise Emma Antonette Baist, Tochter des Geh. Justizrat Theophil Baist zu Gießen. Markusgemeinde. Den 14. Mai. Llidwig Christian Heinrich Hermanir Raab, Rechtsanwall zu Gießen und Emilie Lauer, Tochter des verstorbenen Rechtsanwalts Ludwig Lauer zu Gießen. Militärgemeinde. Den 10. Mai. Heinrich Eichmann, berittener Gendarm zu Gießen und Ida Valentin, Tochter des Steinbruchbesitzers Karl Valentin zu Gießen. Johannesgemeinde. Den 11. Mai. Heinrich Philipp Christian Wick, Bauunternehmer zu Marburg und Mathill>e Kölle, Tochter des Schneidermeisters Otto Kölle zu Gießen. Jacobus Sigismund, Schlosser zu Gießen und Karoline Philippine Fritz, Tochter des verstorbenen Fuhrmanns August Fritz, zu (Strafe ebersbach. Getaufte. Mathäusgemeinde. Ten 11. Mai. Eine uneheliche Tochter, Karoline Marie, geb. den 28. Januar. Ma r- kiisgemeinbe. Den 11. Mai. Dem Dachdecker Ludwig Schmidt ein Sohn, Wilhelm Heinrich Karl, geboren den 11. Mau Mi litärgemeinde. Den 14. Mai. Dem Stabsarzt Dr. Paul Radünz eine Tochter, Katharine Anna Pauline, geb. den 15. April. Lukasgemeinde. Den 11. Mai. Dem Ingenieur Louis Otto Wegerdt eine Tochter, Clara, geboren den 2. Februar. Dem Ingenieur Peter Wilson eine Tochter, Marion Friederike Pauline, geboren den 18. März. Den 13. Mai. Dem Prioatdocent Ur med. Hans Koppe eine Tochter, Annemarie, geboren den 26. November 1901. Den 14. Dem Gastwirt Wilhelm Fischer ein Sohn, Wilhelm August-, geb. den 7. Februar. Beerdigte. Johannesgemeinde. Den 12. Mai. Johannes Bell, Bahnwärter, 65 Jahre alt, starb den 10. Mai. Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 14. Mai. (Per transatlantischem Telegraph») Der Doppelschrauben - Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm bet Große", Kapitän D. Högemann, vom Norbdeutschen Lloyd w Bremen, ist gestern 9 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork anr gekommen. Bremen, 14. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Friedrich der Große", Kapitän M. Eichel, vom Norddeutscherr Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. ’S Wetter S Höchste Temperatur am 15./16. Mai Niedrigste „ , 15./16. „ 4- 13,5° 6. 4- 5,9° 0. 4 ^Sonnenschein 2 jRegen 2 Beb. Hinuuel Alai Barometer auf 0° reduziert c k 1 6= ber Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit c s -C C Z ) 16. 2“ 737,8 11,5 8,7 7,2 87 W 16. 9?5 740,2 8L 89 SW. 17. rj 25 735,4 10,8 8,4 89 SW. Äbsoluribesres ■ Sehr geehrter Herr! Der Unter« hHl tißlUlUlSS- offtzier M. war so freundlich, mir ein Stück Herbaseife abzulaffen, die ich mit deffen Rat an meinen skrophulosen Hautausschlägen gebrauchen sollte, und bin jetzt soweit hergestellt, daß ich aus dem Stations-Lazarell entlassen werden kann; mochte aber diese Seife noch längere Zeit gebrauchen, denn ich bin überzeugt, daß meine Ausschläge nicht mehr wiederkommen, denn ich liege schon über /, Jahr hier im Lazarett und es blieb bis jetzt alles uiroeränbert, bis mir vor einiger Zeit Herr Unteroffizier M. Ihre Oberweyers Herbaseife gegeben hat. Ich bitte Sie daher um recht baldige Zusendung von 2 Stück Herbaseise per Nachnahme, denn ich bin letzt soweit, daß ich aus dem Lazarett hinauskomme. Ihr dankbarer Unteroffizier G., zur Zeit Stations-Lazarett in Wilhelmshaven. 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W M = O c i « S E 3 c CD.® an — 3 c x> cd “ “ a Ä P s ®* -*-» 6* c NZ 8^ 'S s Cu r. = «U — XD -f-E t§ZßI C* 3 3?S tu X> OS »O' ' E<® 5 X «X 2 E » 2 co Z O 3 c> a «ft 3 0 3 3 3 33 M «ft .XD 3 3 uO 3 3 c< CD 3 eo O 20 O 05 CD uO 3 C uO «ft X> O> uO 3 c a o 3 C 3 kO St N- M tu c 'S'“ a sr CD' w ZD 3 tu 2 «ft 3 l3 S 3 xd e 3 8 >8* — c S £ 3 « «ft «ft 5 3 o O Q -*-. £ O o 3 o 'S 'S 3 'S c 2^ tu -3 ld w— o 'S'® £ g P XD tu 3 — cu 3 » b L 22 X) C <2 *d c 05 3 uO tu 3 XD tu -35 O X> . 5» « u 3 3 li c f-8 3 o CD ZN iE-^ OS c • C C -*— 2 !• XD jq — «ft 3 g »33LcO§L-Z XD G 3 2=2 _ ~ E 'S ® 'N 3 S 3 - E l3T—- S* ld «ft 3 *ä 309“ o L 8 CS 3 o E "8 DU vR' -3 5-0 o 3± UO tu C ^35 ° >b " «ft CD S -2 - N S CD O «5 al c XD XD 20 - 05 3 3 :q O £ e Ä 3 o =3 3 -O 3 d± CD s 3 td tu •d rr T5 g L t<3 -*-» C3. cs C35 e id c vG- tu yS o o §- 3 E t5 O> cu <3 o N E jQ s _e -xd f; 3 c S c 3 CD «.-U = ”* C «X 3 s'S'a tu O O SN 2 3 O ÖS -35 ä 3 'S 3 - — cu tu §..L 3 §Z>L ** tu o ."3 2 » B S 3 O N-Z^A 3 C tu 3 3 d 3 tu 2 '2 3 g CD tu - 5,°^ L 3 c e E CD 3 -p CD 3 C >s (9 = C C4 cu 1 CD -c 3 tu । öp ■- CD ~ S' O 3 CD c S' CD c S XD Zu 3 S" p C CD c «ft E c rs ’S *5" N - 3 a 3 J ei ä? © 5 E ►8 CD A -c >s CD X c g XD CD _o E Z Cu tu gs d~cy 53 E 05 3 C ’ tei -u g uQ OS Äs Z20 2.0 -»• 3 en c -2 - c 3 G? S P c c ** c~d?5 XD <§» § Ojg - «ft « 3 o o ® rO 5j § ? 'S'.E3 xr o Z2. -o mT. CD L2 S - ^XD ® *- C fctSä) tu P CD ~ -C -—- C 3 Ub— tu r-- xd o 3 uO -g o 3 , XD tu CD dS 37 ”6? i L- JA Z 5 CD 2 L Be c-g 5 Q± V 3S N)s 8 e 3 ^2'3 ^^23 « _ «'S« O C O lu «ft^Z g5 J® X O g ‘3 X no 3 C 8 3 ® P c ± 3it ucrliiutfcn Lokomobile, gut erhaltene, fahrbar, billig zu verkaufen. Günstige Gelegenheit für Zimmermeisler u. Dreschmaschinenbesitzer. Vorteilhafte Zahlungsbedingungen. 166 Carl Haas ji% U TtuhlMlSkukWer, aebraucbt, aoer seor gut erhalten, sowie 1000 m Gleis, Weichen und Drehscheiben, zusammen od. geteilt, sofort billig zu verkaufen od. zu vermieten. Anfragen erbitte unter J K 50 an Kaaseustein & Kogler, Kranüfurl tu M., -U ncbten.577 ZmMiB Wohuhuus jtü Stallmrg, Remise, großem Hof und Garten in schöner Lage nus freier Hand zu verkaufen. Näh, in der Exp. d. 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