3 Nr. 89 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Univers.-Buch- ruStein- dructerei (Pietsch Erbens Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.51. Zweites Blatt. ISS. Jahrgang Donnerstag 17. April LS«S _ •• vez«g»preiSr muuar ä ’wfiT Q monatlich 7bPs.,viertes AmMf V /V . jährlich Mk. 2L0; durch KlchtnerAnzclger General-Anzeiger w ää Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ALe heutige 'Dummer umfaßt 10 Seiten« KrKanntmachung. Nachdem die unter dem Schweinebcstand des Heinrich Elges dahier ausgebrochene Rotlaufseuche erloschen ist, wird die angeordnete Gehöftsperre hiermit aufgehoben. Gießen, am 15. April 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. HngLauds Koruzö'Le. Es wird die Spur von seinen Erdentagen nicht in Aeonen untergehen: Noch lange, wenn der Burenkrieg beendet ist, wenn die Gebeine all der Tapferen dort unten vermoderten, wenn vielleicht der letzte englische Aktionär der Chartered oder de Beers Company seinen letzten Fluch ausgestoßen hat gegen Chamberlain und Cecil Rhodes, dann werden die Wirtungen dieses unheilvollen Krieges sichtbar bleiben in dem wirtschaftlichen Leben der Welt, vor allem jedoch in der Volkswirtschaft Englands. Schon in der vorigen Tagung des Unterhauses hat die Regierung die Bewilligung eines Kohlenzolles gefordert, um die Kosten eines Krieges zu decken, der unternommen wurde, um den Banlerott der Chartered Company unb ihrer Pflege- schweftern zu verdecken; jetzt ist Hicks Beach, der Hüter der britischen Finanzen, vor das Land getreten mit der Forderung, einen Zoll von drei Pence für den Zentner Korn und fünf Pence für den Zentner Mehl zu erheben, und gleichzeitig hat er eine Erhöhung der Einkommensteuer um einen Penny sowie die Erhöhung der Stempelabgaben auf Checks, Kupons und Sichtwechsel verlangt, und da auch hiermit leine Deckung für das Defizit dieses Jahres, das auf etwa 9 00 Millionen Mark geschätzt wird, erreicht werden dürfte, so soll nichc nur die Schuldentilgung suspendiert, sondern noch eine neue A nl eihe von 6 4 Mill, ausgeschrieben werden. Tas sind an sich merkwürdige Erscheinungen, aber in diesem bunten Getriebe die überraschendste Erscheinung ist, daß England unter dem Tru l der Zeit, um die Löcher des Geldbeutels zu stopfen, die Lehre Cobdens, die Lehre vom Freihandel, scheinbar preisgiebt. Aber wohlgemerkt, nur scheinbar. Ter englische Schatzkanzler hat, was gegenüber Bemerkungen in der deutschen Zolltarifkommisftvn hervorgehoben lverden muß, selber folgendes wörtlich aus- reführt: Tie Korn- und Mehlzölle dürften 2 600 000. Pfund ergeben. Ter Kornzoll ist kein Schutzzoll; hat doch ein ähnlicher Zoll lange nach der Aushebung der Korngesetze bestanden. Also der Korn- und Mehlzoll, den das englische Unterhaus beschlossen hat, ist lein Schutzzoll, sondern ein Finanzzoll; er hat nicht die 'Aufgabe, die Lage der englischen Landwirtschaft, sondern die der Finanzverwaltung zu verbessern; er ist einstweilen eine vorübergehende Kriegs st euer, die dem Volke auferlegt wird wie die Erhöhung der Einkommensteuer. Hätte lEngland feinen Krieg geführt, der bereits mehr als drei Milliarden Marr kostet, müßte es nicht mit der Möglichkeit rechnen, daß dieser Krieg noch lange an dauert und große Opfer fordert, dann dächte man offenbar in England nicht an 'derartige Zölle. Aber Not kennt kein Gebot, meint der englische Schatzkanzler, und er versichert, daß der Korn - und Mehlzoll auf gegeben wird, sobald diese Not beseitigt ist. Es ist fast siebzig Jahre her, seit Richard Cobden die Gründung der Antikornzollliga und nach einem durch fün Sessionen geführten Kampi dem Gedanken des Freihandels den Sieg erfocht. Tiefer Sieg war eines der markantesten Ereignisse in der Geschichte des europäischen Wirtschaftslebens, er bedeutete den unvermittelten Uebergang des britischen Reiches aus einem Ackerstaat in einen Industriestaat. Noch im Jahre 1815 hatte die englische Landwirtschaft, als die so lange abgesperrten Länder des Kontinents wieder mit großen Zufuhren auf dem Markte erschienen, es durchgesetzt, ba&. diese Zufuhr überhaupt verboten wurde, sobald der Weizenpreis unter 80 Schilling pro Quarter stand, sie hatte also in gewissem Sinne den Antrag Kanitz vorausgenommen. 1846 führte Robert Peel die Idee des Freihandels zum endgiltigen Siege, und während jede andere Quelle des Nationalvermögens im Verlauf des letzten halben Jahrhunderts im Werte stieg, hat sich die Landwirtschaft um nicht weniger als sechzig Prozent vermindert, sodaß sie kaum noch ein Fünftel des staatlichen Einkommens repräsentiert. Zugleich nahm der Umfang der mit Getreide bebauten Fläche derart ab, daß das Vereinigte Königreich, das im Jahre 1830 noch 67 Bushels Weizen auf den Kopf der Bevölkerung hervorgebracht hatte, sechzig Jahre später nur noch 8 Bushels produzierte. Tre „gleitende Skala" wurde 1846 abgeschafft. Vom 1. Februar 1849 ab wurde ein unbedeutender Zoll erhoben. Tie Antikornzollliga löste sich in einer feierlichen Sitzung mit der Erklärung auf, daß sie ihr Ziel erreicht habe und darum die Waffen niederlege. Und doch war nicht jeder Kornzoll gefallen. Tenn eS blieb ein fester Zoll von einem Shilling auf den Quarter, gleich rund 4.75 Scheffel, bestehen. Tiefer Zoll wurde 1864 auf drei Pence, gleich 25 Pfennig auf den Zentner herabgesetzt. Diese Zölle — Mehl trug 41/2 Pence auf den Zentner — galten, wie H. B. Oppenheim in seiner Geschichte der englischen Komzölle berichtet, „nur für eine Art von Kontrolgebichyen". Unb diese Gebühr kam erst am 1. Juni 1869 infolge des Handelsvertrages mit Oesterreich in Fortfall. Was Sir Michael Hicks Beach im englischen Unterhause durchgesetzt hat, ist also die Rückkehr zu dem Zustande, der bis 1869 geherrscht hatte. Ter Kornzoll soll 25 Pfennig auf den Zentner, oder 50 Pfennig auf den Doppelzentner betragen. Andererseits beginnt in England die Eink0 mmensteuerpflicht erst bei Einkommen von 3200 Mark und beträgt gegenwärtig 1 Shilling 3 Pence vom Pfund Sterling, also rund 6 v. H. Jedenfalls wird der Kornzoll die britische Kriegsfreudigkeit schwerlich verstärken. Schon der Kohlenzoll, der vor acht Monaten eingeführt wurde, hat ein übriges gethan. Und der Penny, der jetzt für jedes Pfund Sterling als Steuer neu gefordert wird, kann auch nicht gerade als Hebel der Begeisterung dienen. Alles berträgt der Eng- länber, nur nicht den Appell an fein Portemonnaie. Und 0 sehen wir mit stärkerer Hoffnung auf die Wirkungen, )ie Zoll unb Steuer ausüben werben auf England, als auf die Verhandlungen, die jetzt in Pretoria betrieben werden, zwischen den Vorkämpfern des Kapitalismus unb ben wetterharten Helben eines wetterharten Bauerntums. Die Ariedensvervandlungen und anderes vom Uurenkriege. In ben Verhandlungen mit den B u re n zeigen sich die Engländer wenig entgegenkommend. Uebereinstimmend vird berichtet, baß bie Buren den Anspruch auf volle lnabhängigkeit fallen lassen wollen. Für die Beseitigung Keses hauptsächlichen Hindernisses, für das größte Opfer, ras die Buren bringen, könnte die englische Regierung wahrlich die Amnestie der Kaprebellen und die Zurückziehung der Verbannungsproklamation bewilligen. Es ist eine Ehrenpflicht für die Buren, die Kaprebellen nicht im Stich zu lassen und Treue mit Treue zu vergelten. Chamberlain freilich mag dafür wenig Verständnis haben. . . . Scheitern auch diese Verhandlungen, so wird die Verant- wortung ausschließlich England zuzuweisen sein. In London and am Mittwoch mittag ein weiterer Kabinettsrat über >ie Friedensvorschlage statt. In gut informierten Kreisen verlautet, die Regierung sei geneigt, die Verbannungs-Proklamation zu Gunsten derjenigen, die den Treueid leisten wollen, zu modifizieren. Bezüglich der Kaprebellen wolle die Regierung jedoch nicht nachgeben. Ter „Zentral News" wird dagegen berichtet: Lord George Hamilton, Staatsekretär für Indien, sagte vor seinen Wählern in Acton, die Regierung würde den Buren keine hauptsächlichen Konzessionen machen, weshalb er den Ausgang der Verhandlungen nicht Vorhersagen könne. Nach beendetem Ministerrat begab sich gestern Lord Salisbury zum Könige unb blieb bei ihm bis zur Abreise des Königs nach Sandringham. Tas Reutersche Bureau meldet aus Graafreinet, daß am 7. April bei den Verhandlungen gegen den Bnren- sührer Krnitzinger der Staatsanwalt, als er als Zeuge auf gerufen wurde, einen Brief vorlegte, der von britischen Truppen aufgefangen und von Krnitzinger an Scyeepers gerichtet war, in dem Krnitzinger das Vorgehen Scheepers über die Niederbrennung von Häusern im Camdebov-Tistrikt bedauerte und sich im allgemeinen als humaner Mann erwies. Ter Gerichtshof sprach alsdann den Gefangenen von allen vier Anschuldigungen wegen Mordes frei. Ter Gefangene ging hierauf hinaus, wurde jedoch sofort zurück- gebracht, und jedes Mitglied des Gerichtshofes Einschließlich des Staatsanwalts, schüttelte ihm die Hand. Diese Ehre für den großen Helden, seine Hand unter den englischen Richtern zum Schütteln herumreichen zu dürfen! Es kommt aber wohl bei diesen Herren nicht allzu häufig vor, einem ehrlichen Manne die Hand drücken zu dürfen. Zur Ermordung des Miss io nars Heese durch australische Truppen in Transvaal erfährt die „Post": Es ist durchaus richtig, wenn hervorgehoben wird, daß die deutsche Regierung nicht in der Lage ist, eine Sühne zu fordern, da Heese britifeber Unterthan war, wohl aber hat die Missionsgesellschaft Berlin I Schritte gethan, um Schadenersatz zu erlangen. Es liegt ihr nämlich die Verpflichtung ob, für die Witwe und die Hinterbliebenen vier Kinder des Ermordeten zu sorgen. Und diese Verpflichtung ist bei dem jugendlichen Alter der Fran Heese und im Hinblick aus die noch ganz unmündigen Kinder eine rdtijt beträchtliche. Tie Missionsgesellschaft hofft mit Bestimmtheit auf die Anerkennung ihrer Ansprüche. Deutsches Deich. Berlin, 16. April. Während des gestrigen Frühstücks beim Kaiser paar sprach der Kaiser dem zu der Tafel hinzugezogenen amerikanischen Geschäftsträger Jackson nochmals seinen besonderen Tank für den herzlichen und großartigen Empfang des Prinzen Heinrich in Amerika aus und beauftragte ihn, dem Präsidenten Roosevelt telegraphisch den speziellen Tank des Kaisers zu übermitteln. — Ter neu gewählte Abt von Maria Laach ist gestern abend hier eingetroffen und ist heute vom Kaiser in Audienz empfangen worden. Wie die „Germania" berichtet, unterhielt sich der Kaiser längere Zeit mit dem Abt und stellte ihn auch der Kaiserin vor. — Auf das Huldigungstelegramm des Ost asiatisch en Vereins ist an den Vorsitzenden des Vereins, Jllies, vom Kaiser folgendes Telegramm eingegangen: „Für die durch Ihre Vermittelung zu meiner Kenntnis gebrachten treuen und wahrhaft vaterländischen Gesinnungen bitte ich den beteiligten Herren des Ostasia- tifchen Vereins meinen kaiserlichen Tank zu übermitteln. Ich hoffe und wünsche, daß die Thätigkeit Ihres Vereins auch fernerhin dazu beitragen möge, das Verständnis für bie Aufgaben, die ich meiner Politik gestellt habe, in weiteren Kreisen des deutschen Volkes zu verbreiten. Wilhelm." — Ter Kaiser hat an die Witwe des verstorbenen öfter» reichischen Gardekapitäns und Generals der Kavallerie Grafen Baelly folgende Depesche gerichtet: „Aus Anlaß des herben Verlustes, den Sie erlitten haben, spreche ich Ihnen meine herzlichste Teilnahme aus. Mit Ihrem Gemahl ist ein treuer unb langbewährter Tiener seines kaiserlichen Herrn dahingeschieden, dessen Wert auch ich seit vielen Jahren hoch zu schätzen wußte. Ich kannte ihn schon von der Zeit an, da ich noch als Knabe mit dem verewigten Kronprinzen spielte. Wilhelm." — Ter Kaiser und der Kronprinz mit Gefolge reiften heute 101/2 Uhr abends nach Bremerhaven ab. — Ter „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung der ersten Klasse der zweiten Abteilung des Luisenordens mit )er Jahreszahl 1865 an die Gemahlin des Staatsministers v. Thielen, geb- Frowein. — Die Zahl der ausländischen Orden unb Ehrenzeichen, zu deren Annahme der Kaiser im Jahre 1901 die Genehmigung erteilt hat, betrug 2601 gegen 2502 im Jahre 1900 und 2125 im Jahre 1899. An der Spitze stehen die badischen Orden mit 184 (1900 158); dann folgen Mecklenburg mit 178 (86), Türkei mit 177 (120), die Herzöge von Sachsen mit 166 (116), der König von Sachsen mit 161 (93), der Großherzog von Sachsen mit 152 (66), Oesterreich-Ungarn mit nur 151 (423), die Niederlande mit 125 (51), Rußland mit 124 (266), Anhalt mit 97 (72), Württemberg mit 96 (122), Bayern mit 92 (61), Hessen mit 70 (57), dtumänien mit 65 (42), Großbritannien mit 64 (8), Oldenburg mit 60 (40), Hohenzollern mit 54 (37), Schaumburg-Lippe mit 54 (53), Braunschweig mit 50 (38), Schwarzburg mit 49 (57), Schweden und Norwegen mit 44 (51), Italien mit 43 (56), Lippe mit 43 (47), Waldeck mit 41 (55), Persien mit 37 (18;, Reuß mit 35 (18), Japan mit 29 (73), Bulgarien mit 20 (33), Dänemark mit 19 (20), Spanien mit 19 (30), Belgien mit 16 (13), Frankreich mit 16 (9), Serbien mit 14 (13), der Papst mit 10 (13), Portugal mit 10 (12), Griechenland mit 8 (22), Venezuela mit 7 (8), Luxemburg mit 6 (13), Siam mit 3 (18), Buchara mit 1 (1), Sansibar mit 1 (1), Tunis mit 1 (0) und Peru mit 1 (0). Die Genehmigung zur Anlegung des Malteserordens ist 8 (7) mal erteilt worden. Monaco unb China haben im vorigen Jahre keine Orben an preußische Unterthanen verliehen. — Tie Zahl der Eintragungen von Rechtsanwälten betrug bei den deutschen Gerichten im ersten Vierteljahr 1902 insgesamt 191 gegen 189, 200 und 177 im gleichen Zeitraum der Vorjahre bis 1899 zurück. Davon entfallen 94 (1901 81) auf Preußen, 23 (22) auf die Hansa- ftäbte, 21 (23) auf Bayern, 21 (41) auf Sachsen, 7 (7) auf Württemberg, 6 (5) auf Hesse n, 6 (1) auf die thüringischen Staaten, 4 (1) auf Baden, 3 (3) auf Mecklenburg, 3 (3) auf Braunschweig, 2 (0) auf die Reichslande unb 1 (0) auf bie übrigen Kleinstaaten. Löschungen fitib im 1- Vierteljahr dieses Jahres erfolgt 116 (1901 130), wovon 42 (61) auf Preußen, 35 (32) auf Bayern, 11 (17) auf Sachsen, 9 (0) auf die Hansastäbte, 4 (4) aus H e s s e n, 3 (9) auf Württemberg, 3 (1) auf Baden, 3 (0) auf die Reichslande und der Rest auf die kleineren Staaten entfallen. Königsberg i. Preußen, 16. April. Tem Vorsitzenden des Ostpreußischen Wohnungsmieterverbandes ging auf ein an den Kaiser gerichtetes Immediatgesuch, in dem um Niederlegung derFestungswälle und Aufhebung der Rayonbeschrankungen gebeten wird, heute Dom Kriegsministerium ein Bescheid zu, in dem es heißt, es sei zur Zeit noch nicht angängig, bie Stadtumwallung Königsbergs als einen verteibigungsfähigen Abschnitt anfzulassen, daher müßten auch die bestehenden Rayonbeschränkungen noch aufrecht erhalten werden. Tas Ministerium hoffe jedoch, daß es möglich sein werde, in absehbarer Zeit eine Aende- rung herbeizuführen. — Tie „Königsb. Hart. Ztg." meldet: Die russische Reichsregierung forderte die industriellen Körper schäften sowie eine Anzahl der einzelnen Großindustriellen auf, sich über ihre Zolltarifwünsche zu äußern. Infolgedessen werden jetzt die unmöglichsten Vorschläge, die auf bie Steigerung ber Schutzzölle hinauslaufen, bekannt, ba die Fabrikanten naturgemäß das Bestreben zeigen, sich ber in Rußland noch immer vorherrschenden deutschen Einfuhr zu erwehren und den Schutzzoll als das bequemste Mittel hierzu betrachten. Ter Korrespondent der „Hart. Ztg." wird von höchster ministerieller Seite Rußlands dahin informiert, daß die Aeußerung solcher Wünsche nicht im mindesten einen Schluß auf die Stellungnahme der Regierung zulasse. Dresden, 16. April Tie erste Kammer lehnte die Vermögenssteuer ab. Einzelne Redner wünschten die baldige Vorlage eines neuen Entwurfes, der die Grundsteuer beibehält. Bekanntlich nahm die zweite Kammer die Vermögenssteuer unter Beseitigung ber Grundsteuer an. Coburg, 16. April. Tas bevorstehende Verfassungsjubiläum macht dem coburgischen Ländchen viel Koch zerbrechen. Am ärgerlichsten ist den Coburgern der Umstand, daß am Tage der Feier die Spitzen der Behörden, die Landtagsabgeordneten u. a. nach Gotha geladen sind, was die Coburger als eine Zurücksetzung Coburgs Gotha gegenüber auffeefjen. Teswegen wurde auch gewünscht, bie Feier hier um einige Tage zu verlegen, damit bann nicht nur die Behörden sämtlich, sondern unter Umständen auch der Regent daran teilnehmen könne; man hat hiervon aber doch abgesehen, da der 3. Mai der eigentliche Festtag ist, von dem bie Verfassung datiert. Bis jetzt hat man auch noch feinen Herrn gefunden, der die Festrede beim Kommers halten will. Beder hat dankend abgelehnt. Sollte sich keine geeignete Persönlichkeit hierzu finden, so will man von einem Kommers überhaupt ab- sehen! Oberlahnstein, 16. April- Als Zentrum’Blan* bi bat für den 3. Nassanischen Reichstags-Wahlkreis, den bisher der verstorbene Dr. Lieber vertrat, soll Bürgermeister Reuß aufgestellt werden. München, 16. April. Ter Ausschuß der Abgeordnetenkammer beschloß, die bayerische Bahnverwaltung, möge bei den anderen Bahnverwaltungen die höhere Tarifierung von Mehl erwirken, keinesfalls aber eine niedrigere Tarifierung von Getreide zulassen. Ausland. Christiania, 16. April. Im heutigen Ministerrat überreichte der Ministerpräsident Steen dem Kronprinz- Regenten sein Abschiedsgesuch. Auch die übrigen Minister stellten ihpe Portefeuilles zur Verfügung. Stach dem Ministerrate berief der Kronprinz-Regent den Präsidenten des Storthings, Berner, und übertrug ihm die Bildung des neuen Kabinetts. London, 16. April. Nack' einer Meldung des „Manchester Guardian" aus Newyork will Präsident Roosevell selbst alle Einzelheiten der kriegsgerichtlichen Verhandlungen über die der Grausamkeiten angeklagten Offiziere auf den Philippinen kennen lernen und er besteht auf einer sehr drastischen Bestrafung der schuldigen Ofsizierie. Rom, 16. April. Wie der „Eapitale" meldet, glitt der König gestern auf der Jagd aus und zog sich eine leichte Verletzung am Fuße zu. Der König verließ deshalb heute die Gemäcyer nicht. Bern, 16. April. Der Nationalrat hat den Einfuhrzoll auf Ochsen, gemäß dem Vorschlag der Mehrheit der nationalrätlichen Kommission, mit 112 Stimmen auf 50 Fr. pro Stück festgesetzt. Der Bundesrat und die Kommissionsminderheit hatte 35 Fr. beantragt. Wien, 16. April. Die Jubiläums an frage der alldeutschen Vereinigung für Wilhelm Busch wurde heute ohne Zwischenfall im Abgeordnetenhause eingebracht und verlesen. Zwischen dem Alldeutschen Dr. Schalk und dem unabhängigen Alldeutschen Wolf kam es bei der Beratung der deutschböhmischen Abgeordneten über die Verteilung der Telegationsmandate zu einem heftigen Zusammenstoß. Wolf verlangte ein Mandat für seine Fraktion, da sie den grüßten Teil der deutschböhmischen Wähler vertrete. Schalk erwiderte, das sei eine kindische Farce. Wolf: Tas ist Frechheit, ich werde Sie zur Rechenschaft ziehen. Schalk: Ich reagiere nicht darauf, weil Wolf Persönlich ehrlos ist. Wolf: Werde Ihnen den Katzen ko Pf einschlagen. Tie Beratung schloß unter großer Erriegung. Tie Fraktion Wolf erhielt kein Mandat. Die Alldeutschen nominierten Stein. Wg. Wolf ließ den Dr. Schalk fordern. Schalk wird die Angelegenheit dem Ehrenrate vor- legen. Belgrad, 16. April. Die Studenten der Hochschule, die gegen den Senat demonstrierten, erhielten von dem akademischen Gerichte harte Strafen. 24 wurden auf ein Jahr relegiert und 170 verlieren ein Semester. 50 wurden milder bestraft. Die Studenten empfingen die Urteilsverkündigung mit Zischen und den Rufen: Nieder mit dem Rektor! Abzug Senat! — Ans den Bericht der zur Prüfung des Dispositionsfonds eingesetzten Kommission beschloß die Skupschtina einstimmig, über die Mißbräuche des Ka binetts Wla - dan Georgewitsch im Interesse der Würde Serbiens mit Rücksicht auf den vertraulichen Charakter der betreffenden Fonds, der ein Gerichtsverfahren unzulässig erscheinen lasse, mit Verachtung und unter strengster moralischer Verurteilung des Schuldigen zur Tagesordnung überzugehen. Der Ausstand in ZZelgien. In der Kammer stand am Mittwoch auf der Tagesordnung dieRevisionderVerfassung. Beernaert (Rechte) erinnert daran, darß schon vor neun Jahren die Verfassung von den Kammern abgeändert sei. Damals glaubte man den Frieden für lange Zeit gesichert. Jetzt werde die Regierung mit Gewaltthätigkeiten bedroht und versucht die Beratungen des Parlaments zu hindern. Er sei der Ansicht, das gegenwärtige Wahlsystem sei durchaus befriedigend. Seit 15 Jahren habe die Kammer zahlreiche soziale Gesetze geschaffen. Man antworte ihr darauf mit dem allgemeinen Ausstand. Es müsse zugegeben werden, daß die liberale Linke keinerlei Verantwortung für die Ruhestörungen treffe. Redner wird häufig von dem sozialistischen Abgeordneten Vandervelde unterbrochen, der ausruft: Das allgemeine Stimmrecht ist der alleinige Gebieter! Beernaert fährt fort: Es handelt sich um ine Existenz Belgiens. Die Regierung, die vor dem Aufruhr weichen würde, wäre der Stellung, die sie einnimmt, unwürdig. Redner fragt, wie man daran denken könne, die Revision der Verfassung zu verwirklichen, wofür eine Majorität von zwei Dritteln notwendig sei, die man nicht zu finden hoffen könne. Feron (Progressist) meint, das Parlament könne dem König nahelegen, daß die Auflösung der Kammer am Platze sei. Dazu genüge, daß der Antrag auf Revision angenommen werde. Um 5 Uhr abends wurde die Sitzung geschlossen. Brüssel ist eine tote Stadt, die Geschäfte sind verrammelt, der Verkehr auf die Hälfte herabgesunken, die Restaurants verödet, die Theater geschlossen und die Fabriken im Streik. Im Industriegebiet steht die Arbeit still, die Bergwerke sind geschlossen, die Hochöfen ausgelöscht, Glashütten, Walzwerke und Bauplätze verödet. Das nennt sich Elends das nennt sich Untergang. Ein hervorragendes Mitglied der Linken meinte, der Ministerpräsident Smet de Naeyer sei entweder gänzlich unfähig, da er dem König in so unerhörter Weise die verantwortliche Entscheidung zugeschoben habe, oder es sei ein abgekartetes Spiel zwischen beiden. Der Monarch wolle vorerst den Klerikalen die Genngthnnng lassen, der Bewegung Herr zu werden und dann seinerseits als Wort des ^Friedens die Auslösung der Kammer aussprechen. „Soir" und „Peuple" kündigen an, daß die liberale Linke des Senats und der Kammer die Intervention des Königs nachgesucht und ihn aufgefordert haben, oon_ dem Rechte Gebrauch zu machen, das Artikel 71 der Verfassung ihm gewährt, dem Recht zur Kammerauflösung. Zahlreiche Gesuche von Arbeitgebern an den König und die Kammer um Gewährung der Arbeiterfordernng werden bekannt. • Arn Mittwoch früh fand in Brüssel bei strömendem Regen die Beerdigung der zwei Toten vom Samstag statt. Ter Bürgermeister hatte die Beisetzung nur unter der Bedingung gestattet, ba& der Zug in aller Stille ohne Fahnen und Inschriften vorgenommen würde. 20 Minuten lang defilierten die Arbeiter vor der Bahre, die von einer großen Zahl Polizisten mit Revolvern und blanken Säbeln in den Händen bewacht waren. Ein Verwandter eines der Toten sprach einige Worte. Es wird berichtet, daß Prinz Albert als Major des 1. Bataillons der Grenadiere sich der Konsignallon der übrigen Offiziere nicht entziehen wollte. Wäre das Regiment ausmarschiert, so hätte man den Thronfolger auf der Straße Tiemst thun sehen. König Leopold drückte seinem Neffen seine große Freude über diese Pflichttreue aus. In der Brüsseler Vorstadt Etterbeek warfen die Bürger- Gardisten die Patronen fort und erklärten, weiter nicht Dienst thun zu wollen. Aut der Wacht-Kompagnie an den Gaswerken wurde ein Soldat wegen Gehorsamsverweigerung abgeführt. In den Maschinenfabriken von Cokerill in Seraing legten 6000 Mann die Arbeit nieder. Die Ansammlungen der Ausständigen, die sich dort bildeten, wurden von der Polizei auseinandergetrieben, wobei eine Person verwundet wurde. Sowohl in Brüssel, wie in der Provinz nimmt «di er Ausstand an Ausdehnung zu. In La Louviere streiken 30 000 Personen. In der Borinage sind von 25 000 Arbeitern 23 000 im »ckusstande. In Lütllch beträgt die Zahl der Ausständischen 8000. In Huy ist ein bei den Unruhen schwer verwundeter Gendarm seinen Verletzungen erlegen. Unter den in Brüssel verhafteten Personen befand sich auch der Vater des Abg. Hambonsin, der einen scharf geladenen Revolver bei sich trug. In Jumer wurden mehrere Schüsse gegen die Kirche abgefeuert. In Fleny und Bouissies sind die Telegraphendrähte durchschnitten. In Ecaussiues wurde vor der Wohnung des Gemeinderatsmitgliedes Rogel eine D ynamitpatrone aufgefunden. Aus Groyre wird berichtet, daß dort ein Soldat wegen revolutionärer Aenßerungen und Absingung revolutionärer Lieder zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. In der Weberei von Boertsoen in Gent wurde ein großer Transmissionsriemen von einem Meter Breite an verschiedenen Stellen durchschnitten. Eine Katastrophe wäre unfehlbar herbeigeführt worden, wenn das Verbrechen nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre. Wie aus offizieller Quelle gemeldet wird, beabsichtigt die Regierung, den Revisionsantraig abzulehnen, dagegen zu demissionieren und die Anf- lösnng der Kammern beim König zu beantragen. Aongretz für innere Medizin. Wiesbaden, 16. April. Als Thema der ersten Sitzung war die Lehre vom Magengeschwür bestimmt. Professor Ewald-Berlin und Professor Fleiner-Heidelberg teilten sich so in ihre Ausgaben, daß Ersterer die Diagnose, Letzterer die Therapie des Magengeschwüres besprach. Geheimrat Ewald betonte zunächst, daß er nicht die Diagnose der klassischen Fälle von Magengeschwür, sondern nur die der schwer zu beurteilenden Fälle besprechen wolle. Ewald selbst hat im Laufe der letzten zehn Jahre 1080 Fälle von Magengeschwüren beobachtet. Er trägt kein Bedenken, in allen zweifelhaften Fällen zur Sicherung der Diagnose den Magenschlauch anzuwenden. Ter Referent mißt dem Verhalten der Salzsäure weniger Bedeutung für die Diagnose des Magengeschwüres bei als dem völligen Fehlen der Milchsäure, ©r hat bei seinen Ulcus-Kranken niemals Milchsäure im Mageninhalt gefunden. Kleinere Mengen Blut in ihm sind viel häufiger, als man angenommen hat, sind jedoch für das Ulcus nicht charakteristisch. Wichtiger für die Diagnose ist das Blutbrechen; jedoch sind dabei Irrtümer möglich, da Magenblutungen auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, z. B- bei Krebs, bei vikariierenden menstruellen Blutungen und bei schweren septischen Prozessen des Unterleibes. Tie verschiedenen Formen solcher Blutungen wurden eingehend erörtert, und mit treffenden Beispielen aus. der Erfahrung des Vör- tragenden belegt. Eine sichere Diagnose über den Sitz des Geschwürs läßt sich heute in den allermeisten Fällen noch ebensowenig stellen, wie vor 20 Jahren. Der Referent bespricht dann nocfy mit einigen Worten die bei der Tisferentialdiagnose in Betracht kommenden Symptome und würdigt sie in ihrer Bedeutung. Eine drohende Magenblutung und der bevorstehende Durchbruch des Geschwürs durch die Magenwand kann nicht vorausgesagt werden. Professor Fleiner legte seinen Ausführungen über die Therapie des Magengeschwürs dessen Geschichte zu Grunde. Schon Hippokrates kannte es unter dem Namen des morbus niger. Noch heutigen Tages sind eine Reihe der Grundregeln der von ihm gegebenen diätetischen Vor- schristen gütig. Tie weitere Geschichte des Magengeschwürs knüpft sich an eine Reihe glänzender Namen der Medizin. Aus dem vergangenen Jahrhundert seien besonders Cru- veiller, Brintvn, Trousseau, Zienissen, von den lebenden Leube und Kußmaul erwähnt; besonders Letzterer hat sich durch die Entdeckung der Magenpumpe glänzende Verdienste um die Therapie des Magengeschwürs erworben. Drei Aufgaben sind nach dem Referenten bei der Therapie des Magengeschwürs zu lösen: 1. die Magensäure muß neutralisiert werden; 2. es muß der Säuregärung entgegengearbeitet werden; 3. der Mageninhalt muß weiter befördert werden. Tiefe Aufgaben wird man durch diätetische Vorschriften, Ruhe, Verabreichung alkalischer Wässer und Medikamente gerecht; unter letzteren spielt der Wis- muth die Hauptrolle, dessen Einführung in die Therapie einen gewaltigen Fortschritt bedeutet hat. Wismuth ist aber kein spezifisches Heilmittel, denn es giebt kein Mittel, das ein Geschwür heilt. Man schafft nur günstige Bedingungen für den Heilungsvorgang. Redner bespricht alsdann öie mechanische, physiologische und antiseptische Wirkung des Wismuths. Daß in den letzten 10 Jahren sich die Heilresultate so außerordentlich gebessert haben (Ref. hat in dieser Zeit keinen Todesfall an Magengeschwür gesehen) liegt nach der Ansicht des Referenten darin, daß man erkannt hat, wo die interne Behandlung aufzuhören und die Thätigkeit des Chirurgen einzusetzen hat. Referent bespricht die verschiedenen Indikationen zur Operation und die Operationsmethoden; für die Operation der Zukunft hält Referent die Gastroenterostomie (Magendarmfistel), die in geeigneten Fällen heilend und prophylaktisch wirke. Tie Nachmittagssitzung war der Diskussion über dieses Thema und vor allem dem Vortrage von Geheimrat von Leyden über den P a r as itismus des Krebses gewidmet. An der Diskussion beteiligten sich: Leo (Bonn), Pariser (Homburg), Minkowski (Köln), Sahli (Bern), Strauß (Berlin,, v. Schrötter (Wien), Schultze (Bonn), Rumpel (Hamburg), v. Mering (Halle), Lenhard (Hamburg). Tas Schlußwort hatten die beiden Referenten. Aus Stadt und Land. Gießen, 17. April 1902. •* Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 5, enthält u. a.: 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. S. K. H. der Großherzog haben dem Hilssweichensteller Wilhelm Trumpsheller zu Michelstadt, in Anerkennung der von demselben am 25. November v. Js. mit Mut und Entschlossenheit bewirkten Rettung der Katharina Gebhardt von Steinbach vom Tode des Ertrinkens, eine Geldprämie zu verleihen geruht. 2. Bekanntmachung, die Schiedsgerichte für Arbeiter» Versicherung betreffend. Vom 1. April 1902. 3. Bekanntmachung, die Ergebnisse der Verwaltung der Großh. Brandversicherungskasse vom Jahre 1899 betr. Vom 13. März 1902. 4. Dienstnachrichten: S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 15. Februar den Schul- vermalter an der Präparandenanstalt zu Lich Lorentz zum 2. Lehrer an dieser Anstalt, unter Belastung in der Kategorie der Volksschullehrer, mit Wirkung vom 16. Februar an zu ernennen. 5. Konkurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die mit einem evcmgel. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Atzenhain, Kr. Alsfeld; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Berns bürg, Kr. Alsfeld; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büßfeld, Kr. Alsfeld; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden, Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschute zu Ermenrod, Kr. Alsfeld; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Breitenbrunn, Kr. Erbach. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Moos, Kr. Lauterbach; mit der Stelle ist Kantor- und Lektordienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wembach-Hahn, Kr. Dieburg, sämtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. * * Bezirks Lehrerturnverein. Am Mittwoch nachmittag hielt der Bezirks-Lehrerturnverein im Turnsaale der Stadtknabenschule eine zahlreich besuchte Uebungsstunde ab. Der Uebungsstoff des Hessischen Lehrer-Turnoereins ist dieses Jahr in schönen, handlichen Heftchen erschienen, die an die Mitglieder verkeilt wurden. Darauf wurden unter Leitung des Vorsitzenden, Lehrers Bach-Großen-Linden, aus dem neuen Uebungsstoff fünf Gruppen Stabübungen durchgeturnt. Ein kürzlich erschienenes Büchlein von gesammelten Stabübungen konnte nicht empfohlen werden. Die nächste Uebungsstunde wird Ende Mai abgehalten werden. * * Laugenoffenschaft des evang. Arbeitervereins. In bet vorgestrigen außerordentlichen Generalversammlung wurde beschlossen, das Statut in folgender Weise abzuändern: a. Zusatz zu § 30 nach dem zweitletzten Absatz: „Sollten in einer ordnungsmäßig einberufenen Generalversammlung 2/8 der Genossen nicht erscheinen, so kann in einer erneut berufenen Versammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der alsdann erschienenen Genossen über die unter pos. 6 und 10 genannten Gegenstände mit einfacher Stimmenmehrheit gültiger Beschluß gefaßt werden." b. Zusatz am Schlüsse desselben §: „Im Falle der Genossenschaft Darlehen aus Reichsfonds bewilligt sind, bedürfen Abänderungen des § 1 (Genoffenschaftszweck), des § 51 (Höchstdividende 4%) und des § 54 (Beschränkung bei der Vermögensverteilung im Falle der Auflösung des Unternehmens) der Genehmigung des Reichskanzlers (Reichsamt des Innern). * * Ein Lebensmüder. Ein in einer hiesigen Klinik befindlicher Patient, der sich bereits auf dem Wege der Besserung befand, machte heute früh seinem Leben ein Ende. f Ober-Ohmen, 16. April. Junge Leute, die an einem hiesigen Bauheben teilgenommen hatten, warfen an dem Molkereigebäude der Molkereigenossenschaft Nieder - Ohmen in der Nacht sämtliche Fenster ein. Dem Gendarmen Dörr aus Ruppertenrod gelang es, die Thäter, die sich sicher geglaubt, zu ermitteln. G. Groß-Felda, 16. April. Noch ist der Dieb, der dm Einbruchsdiebstahl in dem Weifenbach'schen Laden beging, nicht ermittelt und schon wieder hat ein Einbruch stattgefunden. Diesmal aber nur mit geringem Erfolge. Während der Nacht wurde der Felsenkeller des Gastwirtes Figge auf dem Lohberge erbrochen. Da der Dieb darin wenig fand, so konnte er auch nicht viel mitnehmen. Weil dieser Einbruch mit dem ersten Ähnlichkeiten hat, so liegt die Vermutung nahe, daß beide von demselben Thäter begangen sind. Die gerichtliche Untersuchung hat bereits stattgefunden. Mainz, 16. April. Auf das Huldigungstelegramm, das von der zur Feier des 25jährigen Pontifikats des Papstes zusammengekommenen Festversammlung an den Papst abgesandt mürbe, ist folgende Antwort eingetroffen: „Der Heilige Vater hat freudigen Herzens die Gefühle und Wünsche der katholischenBürger derSladt Mainz entgegengenommen; er dankt ihnen für ihre Ergebenheit und spendet ihnen von Herzen feinen Segen. Kardinal Rampolla." Offenbach, 16. April. Eine Windhose zog, der „Offb. Ztg." zufolge, gestern nachmittag, vom Main her sich bildend, in der Gegend der Offenbach-Oberräder Grenze über die Felder nach Südwesten zu, wobei sie Staub, Blätter, Holzteilchen usw. bis in beträchtliche Höhen mit emporriß. Der Wirbelwind verlor sich schließlich im Walde, nachdem er die Oberräder Obstgärten passiert und dabei Millionen von weißen Blütenblättchen mitgenommen hatte, die sich dann über die erstaunten Spaziergänger in jenem Teile des Waldes wie ein Schneegestöber ergossen. Wetzlar, 16. April. In der Seminar-Angelegenheit befand sich gestern die Ministerial-Kommission, bestehend aus Geh. Ministerialrat und Vortragendem Rat im Kultusministerium Altmann, Regierungs- und Baurat Stooff aus dem Kultusministerium, Oberpräsident Nasse, Regierungspräsident Frhr. v. Hövel und anderen Regierungsvertretern, hier, um die in Frage kommenden Bauplätze für das neue Schullehrerseminar zu besichtigen. Die Ministerial-Kommission wählte den Platz an der Frankfurter Chaussee, zwischen dem Raffelberg und der alten Münchholzhäuser Landstraße. Hanau, 16. April. Auf Anregung aus beteiligten Kreisen beantragte die hiesige Handelskammer bei der Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M., daß für den Verkehr mit dem gemischten Zuge 3962 Helden berg en —Hanau auch Fahrkarten für 4. Klaffe ausgegeben werden möchten. Diesmi Anträge hat die genannte Behörde entsprochen. Kassel, 15. April. Die diesjährige 55. General-Versammlung des Deutschen Gesammt-Vereins der Gustav- Adolf-Stiftung wird vom 22. bis 25. September hier Vermischtes. • Berlin, 16. April. Die Stadtv. Rosenow, Kreitling il Gen. brachten in der Stadtverordnetenversammlung den dringlichen Antrag ein, den Magistrat zu ersuchen, angesichts der durch den Wolkenbruch hervorgerufenen erheblichen Schädigungen der Bewohner Berlins überall, wo Not vorhanden sei, sofort hilfreich einzugreifen und der Versammlung über die Höhe der erforderlichen Beträge eine Vorlage zugehen zu kaffen. * Charleroi, 16. April. In der vergangnen Nacht brach in der Glasfabrik in Courcelles Feuer aus, welches heute vormittag noch andauerte. Das Magazin init dem Inhalt wurde zerstört. In demselben befanden sich 20 Waggons Glas, die zur Absendung nach Rußland bestimmt waren. Der Brand ist durch Blitzschlag heroorgerufen worden. * Brüx, 16. April. Die Brüxer Bergbaugesellschast stellt im Gemeindegebiete Kammern einen zum Mathllden- schacht gehörenden Luftschacht her. Heute früh erfolgte ober» tags bei den Ausführungsarbeiten zu demselben eine Dyna- mit-Erplosion, wahrscheinlich infolge unrichtiger Handhabung der Zündung. Ein Aufseher und sechs Arbeiter wurden schwer verletzt. • Petersburg, 16. April. In Rjäsan gab der kaiserliche Gesandte Nikolski auf drei seiner Kollegen während eines Streites mehrere Revolverschüsse ab; einer der drei Herren wurde verletzt. • Der frühere Oberleutnant Rüger, der, wie erinnerlich, in Mörchingen den Hauptmann Adam erschoß und hierauf zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, lernt im Zuchthaus zu Ensisheim die Schlosserei. Er beabsichtigt, nach Verbüßung der Strafe nach Amerika auszuwandern. * Das Märchen von einem Ritualmord hat, so lesen wir in der „Deutschen Tagesztg.", in dem westpreuß. Städtchen Schlochau in den letzten Tagen viel von sich reden gemacht. Die Stimmung gegen die jüdische Bürgerschaft war bereits äußerst gereitzt; am Samstag wurde sogar dem Kaufmann A. Caspary ein kostbares Schaufenster eingeworfen, und zwar weil das Dienstmädchen eines jüdischen Pferdehändlers Z. bei Nacht und Nebel den Dienst verlassen hatte und niemand über den Verbleib Auskunft zu geben wußte. Als die Nachforschungen der Eltern des Mädchens, der Polizei und der Gendarmerie mehrere Tage erfolglos blieben, trat das Gerücht, das Mädchen sei das Opfer eines Ritualmordes geworden, immer bestimmter auf. Glücklicher Wetze ist die Verschwundene in Kamin (Westpr.) ausfindig gemacht worden, was sofort mittags durch öffentlichen Ausruf zur Beruhigung der besorgten Gemüter bekannt gegeben wurde. * Zur Verhaftung des Pastors Disselhoff in Trebbin werden nou. nachstehende bemerkenswerte Einzelheiten mitgeteilt: „Disselhosf hat sich neben den Unterschlagungen auch einer schweren Urkundenfälschung schuldig gemacht. Zur Erlangung eines Darlehns von 12 OOU Mark, das ihm der Brauer Falkenthal in Luckenwalde gewährte, stellte er eine Schuld urkunde ans, die er mit dem Stempel der Kirchengemeinde Trebbin und den Namen dreier Kirchenältesten versah. Nachträglich fiel es dem Gläubiger cm, sich über die Echtheit des Dokuments Gewißheit verschaffen zu wollen, und da erfuhr er, daß eine Fälschung vorliegen müsse. Er forderte energisch von Disselhoff Rückersatz des herausgelockten Geldes, und um diese Deckung zu beschaffen, unternahm der Pastor einen Schritt, der ein häßliches Licht auf seinen ganzen Charakter wirft. Er hatte von der Näherin Zienecke aus dem Torfe Eliestow, einer krüppelhaften Person, die Talons von Wertpapieren im Betrage von 12 000 Mar. — ihr ganzes für die alten Tage zurückgelegtes Vermögen — in Verwahrung. D. nahm ihr nun die Kupons ab, dieselben müßten neu gestempelt werden. Diese Wertpapiere verwendete er dazu, die Ansprüche Falkenthals zu befriedigen, und wiegte sich dann in dem Glauben, daß die Katastrophe wieder einmal glücklich abgewendet sei. Daß es anders gekommen, haben wir bereits berichtet. Von anderer Seite wird noch mitgeteilt, daß Disselhoff in der BerlinerLebewelt recht heimisch gewesen fei. Freilich sei er hier nicht als Pastor Disselhoff aus Trebbin aufgetreten: er habe den „Geheimen Sanitätsrat" gespielt. In Trebbin galt Disselhoff als Wohlthäter der Armen, auch Darlehen gab er gerne, ohne daß seine Schuldner sich wegen der Rückzahlung viel Kopfzerbrechen zu machen brauchten. Obwohl man wußte, daß er kein Privatvermögei: habe, daß sein Gehalt kaum 3000 Mark betrage, so erregte sein Geldaufwand deshalb keinerlei Bedenken, weil er sehr geschickt die Legende von einer sehr reichen Tante in Westfalen zu verbreiten gewußt harte, die ihm, chrem Lieblingsneffen, von Zeit zu Zeit recht ausgiebige Zuschüsse sende. Der Bürgermeister von Trebbin, Major a. T. von Deusfen, hat die von allen Mitteln entblößte Familie des verhafteten Pastors in sein Haus genommen und sorgt in vornehmster und rückstattfinden. Der Präsident beS ZentralvorstandeS, Geh. Kirchenrat Dr. Pank aus Leipzig, weilte gestern in unserer Stadt und stellte mit dem Vorstand des hessischen Landes- Verems das Programm endgiltig fest. - Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Oberlehrer Roth, der seit einer Reche von Jahren an der Realschule in Alsfeld gewirkt hat, ist nach Offenbach a. M. versetzt worden, wohin er demnächst übersiedelt. — Eine Blutvergiftung durch Glacehandschuhe zog sich ein Dienstmädchen in Mainz zu. Tas Mädchen, das nun schwer krank un Hospital liegt, trug, während es eine Wunde am Finger hatte, grüne Handschuhe, diese färbten durch den Handschweiß ab und führten durch Verunreinigung der Wunde die Krankheit herbei. — Eme recht empfindliche Strafe erhielt wegen Steuerdeftaudation ein Bürger in Rüffelsheim. Er erhielt dieser Tage ein Strafmandat von 1036 Mk. zugeschickt. Der hinterzogene Steuerbetrag betrug ca. 129 Mk. — Bei der gestern in Rodheim bei Hungen stattgehabten wiederholten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Schäfer mit 35 gegen 26 Stimmen wiedergewählt. Die erste Wahl war bekanntlich wegen eines Formfehlers umgestoßen worden. — Dem Elementarschüler Jos. Winter in Heusenstamm, der seine Prüfung mit „vorzügliche bestand, wurde, wie das „Lang. Wochenbl." nutteilt, die Befähigung zum Einjährig-Freiwilligendienst ohne die Kenntnis ftemder Sprachen zuerkannt, ein recht selten vorkommender Fall. sichtsvollster Weise für deren Lebensbedürfnisse. Die gerichtliche Behandlung der bedauerlichen Afsccire ist bereits eingeleitet worden. Gleichzeitig hat zur Besprechung derselben in Trebbin eine außerordentliche Sitzung ber Gemeindevertretung sowie der Kirchenältesten stattgefunden. Universitäts-Nachrichten. Berlin, 16. April. Wie die „Nat. Ztg." hört, hat sich der Kaiser befriedigt über die Bildung einer Vereinigung für staats wissenschaftliche Fortbildung, die unter dem Ehrenvorfiy des Reichskanzlers hier ins Leben getreten ist, ausgesprochen, ihre Zwecke gebilligt und vom Studienplan für das kommende Sommerhalbjahr Keimtnis genommen. Kunst und Wissenschaft. Nach der „Frkf. Ztg.", beabsichtigt Pros. Olbrich auch nach Uebernahme der für Bad Küniaswarl geplanten Arbeiten seinen Wohnsitz in Darmstadt beizubchalten. Ter Kuustwart, Rundschau über Dichtung, Theater, Musik und bildende Künste. Herausgeber Ferdinand A v e n a r i u s. Verlag von Georg D. W. Callwey in München. (Vierteljährlich 3 Mark, das einzelne Heft 60 Pfg.) Inhalt des zweiter: Aprilheftes: Wie richte,: rvir den Türerbund ein? Dom Herausgeber. — Vergängliche Kunst? Vor: Ferdinand Gregori. — Allerhand Muslkalien. 2. Von Georg Göhler. — Carl Neumanns „Rembrandt". Von A. Lehmanu — Sprechsaal: Noch einmal: „Tendenzpoesie". Von Karl Otto Erdn:ann. — Lose Blätter: Balladen von Carl Spitteler. — Rundschau: „Nationaler Standpunkt" und Litteratur. Berliner Theater. Konzertprogramme. Die Jenaer Liederhandschrist. PH. Wolfrums Weihnachtsmyste- ri un: in: Gießener Konzertverein. Zu unserm Carmen-Aufsatz. Kunstbild oder Unterrichtsbild? Farbige Drucke. Eine Eingabe aus Amerika. Wilhelm Busch. Politik und Hofkunst. Eine Festschrift aus Basel. — Notenbeilagen: A. von Othegraven, Bei Mondenschein; Johann Rudolf Zumsteeg, Nachtgestu:g. — Bilderbeilagen: Fritz von Uhde, „Komm, Herr Jesus, sei unser Gast"; Otto Greiner, Motiv aus Dante (22. Gesang). Arbeiterbewegung. Mainz, 16. April. Die Differenzen zwischen den Tapezierergehilfen sind, wie die „Franks. Ztg." meldet, durch Vertrag :m Einigungsamt des Gewerbegerichts beigelegt worden. Die neunstündige Arbeitszeit wird von jetzt ab eingesührt und bei Ueberstunden abends von 8 Uhr ab 25 Proz. vergütet. Gerichtssaal. L. Gießen, 16. April. Schöffengericht. Als letzter Gegenstand der Tagesordnung kam die «Strafsache gegen einen hiesigen Schneidermeister wegen Beamtenbeleidigung zur Verhandlung. Der Angeklagte kommt viel mit den Vollzugsbeamten in Berührung. Er:ft gegen diese Beamte nicht gerade fremwschaftlich gesinnt, besonders seit ihm sein blinder Eifer zwei Gefängnisstrafen von je 6 Wochen eingetragen hat. Um sich an dem Beamten, der damals als Belastungszeuge gegen ihn austrat, zu rächen, benutzte der Angeklagte jede Gelegenheit. So rief er ihm auf der Straße das Wort „Meineid" zu. Als das nicht anschlug, blieb er vor dem in der Schulstraße an ihm vorübergehenden Beamten stehen und machte mit erhobenen drei Fmgern und lächelnden Gesichts die äußeren Zeigen des Eidschwurs nach; er führte auch noch häßliche Redensarten, als ihn der Beamte bedeutete, daß er Anzeige erheben würde. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 10 Tagen. Der Amtsanwalt hatte vier Wochen beantragt. — Ein mehrfach wegen Tierquälerei vorbestrafter Landwirt aus Altenbuseck wurde wegen Bedrohung mit Begehung des Totschlags mit 10 Tagen Gefängnis bestraft. Kletu-Wallstudt, 15. April. Wie s. Z. berichtet wurde, machte im November v. Js. der ArztDr. Dolger zu Klein-Wall- stadt seinem Leben durch Sub lim a tv er g :ft ung ein Ende, weil eine dortige ledige Fabrikarbeiterin ihn eines an ihr gelegentlich einer ärztlichen Untersuchung vorgenommenen Sittlichkeitsverbrechens beschuld:gte. Die in diesen Tagen zum Austrag gelangte Klage ergab die völlige Uns ch uld des bedauernswerten Mannes und endete mit der Verurteilung der Verleumderin zu insgesamt 4 Monaten Gefängnis. Gottesdienst in der Synagoge, Südantage. Israelitische Neligionsgemeinde. Samstag, oen 19. April 1902. Vorabend: 7 Uhr. Äiorgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Sabbathausgang: 816 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathseier am 19. April 1902. Freitag abend 650. Samstag vormittag 8°° Predigt. Nachmittag 400. Sabbathausgang 810. Wochengottesdienst: morgens 680 Uhr, abends 700 Uhr. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) B. B. C. Die berühmte italienische Bühnenkünstlerin Eleonore Düse erblickte das Licht der Welt am 3. Oktober 1859 in der Etzenbahn unweit von Venedig. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Bremerhaven, 17. April. Bei dem heute an Bord des Schnelldampfers „Kronprinz Wilhelm" stattgehabten Abendessen erhob sich der Landwirtsschastsminister v. Pod- b i e l s k: zu einer kurzen Ansprache und übergab dem Generaldirektor Wiegand im Namen des Ausschusses der Tellnehmer an der im September 1901 veranstalteten Nordlandfahrt des „Kronprinz Wilhelm" das von demselben zum bleibenden Andenken für den Dampfer gestiftete Geschenk, einem silbernen Tafelaufsatz in der Form eines phantasiereich stilisierten offenen Schiffes, das mit dem Symbol des Sturmvogels über den Wellen gleitet. Der Minister schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf den Generaldirektor Wiegand und den Norddeutschen Lloyd. Wiegand sprach seinen Dank aus und trank auf die Stifter des Nordd. Lloyd. Bremerhaven, 17. April. Der Kaiser und der Kronprinz sind heute Morgen &l/2 Uhr mit Gefolge bei der Lloydhalle eingetroffen. Zum Empfang waren der Präsident des Nordd. Lloyd, Geo Plate und Generaldirektor Wiegand, erschienen. Die Lloydkapttäne bildeten Spalier. Der Kaiser und der Kronprinz begaben sich sofort an Bord des vor der Vorhalle liegenden „Kronprinz Wilhelm", wo der Kaiser die gestern emgetroffenen Tellnehmer begrüßte. Um 7 Uhr wurde die Fahrt angetreten. Bei der Vorbeifahrt des „Kronprinz Wilhelm" feuerten die Weserforts den Kaisersalut. Tas Wetter ist ruhig. London, 17. April. „Daily Telegraphie" erfährt, die Bärenführer hätten der englischen Regierung noch keinerlei endgiltigen Vorschläge unterbreitet und sich darauf beschränkt, in sehr allgemeiner Weise ihre Wünsche anzudeuten. Mau könne daher sagen, daß diese Art der Eröffnungen sich nicht dem nähere, was die Reichsregieruug bereit sei, als vernünftige Grundlage für die Verhandlungen zu betrachten. Eine Mitteilung in diesem Sinne sei an die Burendelegierten in Pretoria gerichtet. Tas Blatt schreibt wetter: Wir können hinzufügen, erstens, daß die Buhrenfährer nicht baten, das Kabel zu benutzen, um mit Kruger und seinen Ratgebern in Utrecht sich in Verbindung zu fetzen, zweitens, daß die Annahme durchaus auf Einbildung beruht, daß die in dem aus Burenquellen geschöpften Brüffeler Telegramm vom letzten Dienstag angeführten Bedingungen der englischen Regierung in den jüngst au8 Südafrika erhaltenen Depeschen unterbreitet worden seien. London, 17. April. Wie ans Amsterdam gemeldet wird, werde der Zustand der Königin Wilhelmine stündlich ernster. Man befürchtet Komplikationen. Es werden noch weitere Acconcheure hcrangezogen werden. London, 17. 2lpril. „Daily Telegraph" meldet aus Washington: General Chaffee telegraphirte, es sei eine P ebii'ien in bas Lanb ber Deselloros, ber muselmanischen Einwohner von Minbanao entsanbt worben, einer von bat Inseln, mit benen es ben Amerikanern bisher gelungen war, freunbschaftliche Beziehungen zu unterhalten. Der Zweck fei, bie Mörber ber amerikanischen Soldaten zu fangen unb zu bestrafen. Die Nachricht ruft große Unruhe in amerikanischen Kreisen hervor, bie eine allgemeine Erhebung ber Moros befürchten. Die Zahl ber Kämpfer auf Minbanao belaufe sich auf 400 000 Mann. Loudon, 17. April. Dem Unterhause würben gestern Abenb keinerlei Mitteilungen über ben Stanb ber F rieb en sverhanbl ungen gemacht. Die Sitzung war gleichgiltigen Dingen gewidmet. Eine Anzahl Mitglieder des Kabinets, sowie zahlreiche Parlamentarier wohnten bei dem Lord-Major einen: Festbanket bei. Bei dieser Gelegenheit machte Chamberlain in seiner Antwort auf ben für bie Minister ausgebrachten Toast keine Anspielung auf bie Friebens-Verhanblungen. Brüssel, 17. April. Bei ben Zeitungsverkäufern in Namur unb in ber Rebaktion bes vlämischen „Vorwärts" in Gent würben Haussuchungen abgehalten, bie erfolglos waren. In Antwerpen wirb agitiert, um auch bie Dock-Arbeiter zur Arbeitseinstellung zu bewegen. Trotz ber schweren Besch äbigungen einer Säule ber Eisenbahnbrücke bet Arlon burch eine Dynamit-Kartusche fanben keine Verkehrsunterbrechungen statt. — In ben Klöstern werben ben ganzen Tag Bußgebete verlesen. Petersburg, 17. April. Zu bem Attentat auf ben Minister des Innern wirb gemelbet: Der Mörber trug vorschriftsmäßige Kapitäns-Uniform mit bem Abzeichen ber Abjutanten im Dienst. Als er sich bem Minister genähert unb ihm ein zusammengefaltetes Schriftstück übergeben hatte, rief er: „Deine Stunbe hat geschlagen!" Gleich barauf fielen bie tobtbringenben Schüsse. Nachher zeigte ber Attentäter bie größte Kaltblütigkeit. Im Gefängnis äußerte er: „Ich habe bie Methobe, ber Mae Kinley zum Opfer fiel, mit Erfolg nachgeahmt". Kapstadt, 17. April. Das Monument zum Anbenlen an Cecil Rh ob es dürfte ein ungeheures Standbild werden, das ähnlich ber Freiheits-Statue im Newyorker Hafen in ber Tafel-Bai aufgestellt wirb. — Obwohl bie Unklarheiten über ben Stanb ber Friebens-Verhanblungen noch anhalten, bleiben boch bie optimistischen Anschauungen bestehen. Es wirb als unbentbar angesehen, baß bie in Pretoria anwesenben Burenführer sich entschließen würben, ben Kampf roieber aufzunehmen. — Aus Pretoria wirb gemelbet: Hier ist bie Grünbung eines obersten Gerichtshofes für Transvaal verfügt worben, ber am 8. Mai seine Sitzungen beginnen wirb. Ebenso werben Gerichtshöfe in verschobenen Bezirken bes Süb - Watersranb eingesetzt werben, bie am 20. Mai in Thätigkeit treten sollen. Die Verhanblungen müssen ausschließlich in englischer Sprache ge* führt werben._______________________________________________ Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. April Barometer aus 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter > 16. 2“ 746,3 15,5 5,0 39 SE. 4 Sonnenschein 16. 9“ 746,1 7,0 4,9 66 NE. 2 Sternh. Him. 17. 7“ 745,5 3/3 5,1 88 NE. 2 Bew. Himmel Höchs :e Tem perattrr am .5. bis 16. A pril 4- 19,2<> c. Niedrigste w u Io. u 16. u + 2,8° C. Telephonäscher Kursbericht. Frankfurt u. 31.. 17. April 1902. 3*/8% Reichsanleihe . . 101.55 8% do. ... 92.16 3V,% Konsole .... 101.70 3»/o do......91.85 3‘/20/n Hessen .... 100.10 3-6 Hessen ..... —.— 4-6 Oesterr. Goldretne . . 102.40 4'/z-6 Oesterr. Silberrente 101.50 456 Ungar. Goldrente . . 101.10 40/j Italien. Rente . . . 100.90 4>/z-6 Portugiesen . . . 43.60 3°/ Portugiesen.....28.55 1-6 C. Türken .... —.— Türkenlose......111.40 4% Griech. Monopol -Anl. 44L5 41/2-6 äussere Argentiner —.— Tendenz: 3u/q Mexikaner .... 26.40 4,/2,/o Chinesen .... 89.90 Electric. Schuckert . . . 110.05 Nordd. Lloyd.....—.— Kreditaktien , . . . . 211.70 Diskonto-Kommandit. . . 189.40 Darmstädter Bank . . . 137.40 Dresdener Bank .... 139.00 Berliner Handelsges. . . 153.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 141.80 Lombarden . . . . . 17.10 Gotthardbahn.....157.50 Laurahütte ...... 202.60 Bochum ....... 197.00 Harpener......168.70 befestigt. F* I Jl B I bis Mk. 5B5 pr. Fßölsid^Sside 95 pl Seide" inschwarH weiß unb farbig von 95 Pfg. bis All. 18.65 pr. Mtr. Absolut kern Zoll zu zahlen! da die portofreie Zusenbung ber Stoffe burch meine Seibenfabrik aus deutschem Grenzgebiete erfolgt. — Nur echt, wenn direkt von mir bezogen. Miyter umgehend. 6. ESen aiPberg. Lcibensabrikant lK. u. K. Loflief.1, Zürich. - Man verlange Muster. MEW. von Elten & Keussen, Krefeld. Danksagung Frau Anna Bertha Hermann 01716 Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Giessen, Frankfurt a. Al., 17. April 1902. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der kurzen Krankheit und dem plötzlichen Dahinscheiden unserer innigst geliebten, unvergesslichen geb. Kolb sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen ihren tiefgefühlten Dank Vergebung voll Schloßerarbeitell. Die Herstellung des eisernen Schutzgeländers au der Lahnbrücke bei Ruttershausen, veranschlagt zu 3520.— M., soll im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. 3093 Angebote sind bis Dienstag den 22. April l. I., vormittags 9 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten abzugeben, woselbst Zeichnung, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 12. April 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor: I. V.: Müller. Die Annoncen* Cfpcditioii des Giessener Anzeigers empfiehlt sich jur Vermittelung von Anzeigen für fämtlicpe Leitungen des W u- Auslandes )u Originalpreifen Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Rmbflrifch U M. Schmemrstejsch 5(i Dfg. Kalbfleisch 50 Pfg. (sm gut erhaltener jrHervorragend antiseptisch?^] [Unentbehrlich für Mund an dl Zähne. Nase, Hals u. Hachen. \ UnvergieichLKräutergwohmack.' FUC.M.L6Q. InApothek.,Drogen-, Pu-filmerie- n. FrUeurgeBchKft. l Ohezru Fabrik Trybol j L 8TTTTTGABT. J. Tchreibtisch mit Büchemgiil preiswert zu verkaufen. 01725 Näheres Steinstratze 10, II. Hausthüre, Borplatzthüre, einige Fenster, verglast, gut erhalten, billig abzugeben Hosmann- straße 9, zu erfrag. Seltersweg 39. [2981] g Bin M unter zwei die Wahl, zu verlaufen. Bäcker Klingelhöffer, Asterweg Nleruhardiner Hund, 15Man. •V all, preiswert zu verkaufen. 8018______Ludwigstraße 31. Gebrauchtes, sehr gut erhaltenes Halbverdeck mit abnehmbarem Bock zu ver- kaufen. [2938] A. Kilviuger. Kleines Wohnhans 8 Zimmer, Veranda, Garten, nebst allem Zubehör, der Neuzeit entsprechend eingerichtet, zu 23000 Mark sofort zu verkaufen. 1118 Näheres bei H. Winn, Hof- mannstraße 14. Miegzugshalber billig abzugeben eine Plüsch-Canseuse mit zwei Sesseln, nebst zwei pas, enden Feusterüberhängen, ein hoch- eleaautcr Steil. Mahagoui- SPiegelschrauk, ein gut erhaltener Äücheuschrank. 3040 Näheres bei Möbeltransport eur Weber, Sellersweg 52.__ 01671] Zwei Wagen Mist zu verkaufen. Frankfurter Hof. Gießener Fischbörse Telephon Nr. 50. Marktplatz 5. Telephon Nr. 50. Empfehle Donnerstag und Freitag morgen eintreffend: M. Nordscr-Zchebfischr ohne Kopf, per Pfund 30 Pfg. kfl. Kob. A«gkl-Kchkbfische per Pfund 42 und 25 Pfg. Fst. Rotzungen per Pfund 45 Pfg. lfle. große Fahii-Weißflsche per Pfund 35 Pfg. Fst. Seehecht im Ausschnitt, per Pfund 50 Pfg. Fst. Matjes-Heringe per Stück 12 Pfg. la. grossen Caoliau ohne Kopf, per Pfund 18 Pfg. Fst. Speclc-Cabiiau im Ausschnitt per Pfund 35 Pfg. Fst. Tafel-Fluss-Zander per Pfund 45 Pfg. Fst Holl. Haifische per Pfund 1.10 Mk. W. lebende Lnppen-Krebse per Stück 15 und 18 Pfg. Feinste konservierte Matjes-Heringe per Stück 20 Pfg. Seezungen, Knurhahn, Seelachs etc. Spezialgeschäft für feinste Marinaden und Räncherwaren. Wieder Verkäufer Engrospreise. Prompter Versandt nach auswärts. Lqmbs MM, Marktplatz 5. Alles zu denselben Preisen bei den Herren: 2294 Wilhelm Haas, Kolonialwaren, Bleichstraße 18. Emil Kalbfleisch, Kolonialwaren, Marburgerstraße 25. /ü utes, wenig gesahrenesDameu- Fahrrad billig zu erkaufen. Näh. Grünbergerstraße 27, II. erbaute Hofraiie mit großem, schönem Laden und Hinterbau, zu Werkstatt od.Lager- räumen für jedes Geschäft öder Gewerbe passend, im Mittelpunkt der Stadt, ist Umstände halber preiswert zu verkaufen. Selbstreflektanten belieben Offerten unt. Nr. 01661 in der Exp. niederzul. KaMOWW /ßut er!)., gebr., eis. Gartenspol. zu kaufen ges. Wiener Hof. gebrauchter Herd sofort zu kaufen gesucht. 01719 Näheres in der Exped. d. Bl. 3-Zimmerwohnuna mit Zubehör zu vermieten. Zu erfr. bei Carl Schmidt, Auf der Bach. 3080] Eine 5-Zimmerwohnung zu verm. Bahnhofstraße 57. Wohnung mieten.________Asterweg 40. 387] Beletage, besteh, aus sechs Zimmern, Badez., ger. Korridor und allem Zubehör, in meinem Neubau Bismarckstr. 38 zu verm. Chr. Schmidt, Löberftr. 10, 1. 992] Landgrafenstr. 5 zwei Wohnungen von je 5 Zimmern nebst Zubehör (im 1. u. 3. Stock) per sofort zu vermieten. __________Stein & Meyer. 1120] Creduerstratze 12 zwei schöne, geräumige Wohnungen, je 5 Zimmer nebst Zubehör, per sofort oder später zu oermieten. Näheres Hofmaunstr. 14. 2031] Mehrere eleg. 5-Zimmer- wohnungen mit Bad und Zubehör, sowie Gartenantell, alsbald zu vermieten. Stephanstr: 38. Näheres bei Gcbr. Zull, _______________Steinstraße 84/86. 2059] Neubau Plockstraße 8 per Mai oder Juni elegante, der Neuzeit entsprechende 6-Zimmer- wohnung zu vermieten. Näheres Crust Blo ebner, Plockstraße 2. Bahnhofstrasse 63 Wohnung, 3 Zimmer mit Küche, HiMerhaus, erster Stock, per Anfang April zu vermieten. 2175 _____________Christ. Reiber. 2400] Kleinere Wohnung mit abgeschlossenem Vorplatz, Wasserleitung 2C. per Mitte April zu verm. Chr. Reiber,Bahnhofstr.63 WÜHelmstraße 5, schöne 4-Zimmer°Wohnung per 1. Juli zu vermieten. Auf Wunsch kann Kontor beigegeben werden. Näheres Markt 15. 2877 3025] Frdl. Mansardenwohn. sofort zu verrn. Bruchstraße 6. 2478] Bleichstraße 16a ist die Parterrewohnung, bestehend aus 5 Zimmern mitKüche »nMädchen- kammer, Kloset- und Gaseinricht., mit Gartenanteil per 1. Juli, ev. früher, wegzugshalber zu verm. Joh. Gg. Pfaff, Bismarckstr. 32. c>m neuerbauten Hause Schiffen- -V bergerroeg 66 ist der 1. und III. Stock, bestehend aus 4 Zim. mit allem Zubehör und Gartenanteil z. 1. Juli zu vermieten. s616 Joh. Gg. Pfaff, Bismarckstr. 32. 2690] Neubau Grüuberger- sttatze 7 ist Beletage und oberer Stock, besteh, aus 6 Zimmern, 2 Balkons, Bad, Gas, Bleichpl., ©arten, per 1. Juli zu vermieten. ____________Franz Hewel. 2625] Der zweite Stock ist per 1. Juli zu vermieten. I. Kaan jr., Kreuzplatz 10. Wohnungen Ecke Landgrafenstraße und Braugasse, Beletage und 2. Stock, je 6 Zimmer und Bad, per sofort zu vermieten. Näheres bei Wilh. Weigel, Löberstraße 9. 2757] 6 Zimmer-Wohnung mit Zubehör evtl, mit 3 Mansarden- Zimmernper 1. Juli jxi vermieten. _____________Ludwigstraße 20. 2765] In meinem Hause Diez- straße 6 ist der 2. Stock, 6 bis 7 Zimmer, Koch- und Leuchtgas, Bletchplatz, per 1. Juli zu ner* mieten. Näh, daselbst 3. Stock. c*?m neuerbauten Hause Liebig- ■V straste elegante 6-Zimmer- Wohnung mit Bad, Kloset-, Gas- und Wasserleitung, uitb 4-Zim.- Wohnung in der Mansarde per 1. Juli zu uerm. Joh. Gg. Pfaff, Bismarckstraße 32, .1.______2774 01472] 3 Zimmer, Küche abgeschl. Korridor, Wassert, u. Zub. alsb. o. spät.z.bez. I. Ronstadt, Germania. 3028] Cbelstratze 3 eine Fünf- Zimmerwohnung sofort zu ver- mieten. Näh. Seltersweg 24. 1663] Bismarckstr. 32, Eckhaus, vie-ä-vis d.n.Univ.-Bibl., Beletage, 6 sch. Zim. m. Gas, Wassersp., Bleiche u. Garten re. ab l.Juli zu verm. N. Riegelpfad 41, O.-H.-W. 2680] (Geräumige ö-Zimmer- wohnuug mit sämtl. Zubehör, in schöner Lage, per 1. Juli an ruhige Familie zu vermieten. Näheres Hofmannstraste 4. Lonystratze 20, mittlerer Stock, 6 Zimmer mit Zubehör, neu hergeichtet, sofort zu verm. Näh, in d. Mansarde. 278o von 3 Zimmern im Vorderhaus zu verm. 2878 I. Unverzagt, Schottstraße 11. Kleine Wohnung mit Zubehör vV und (SartenanteU zu verm. 2879_________Riegelpfad 30. 2993] Das seither von Herrn Tapezierer Nennsttel bero. Logis nebst Lagerraum und Werkstatt ist per 1. Juli zu vermieten. Leopold Schlatter. Liebigstratze 63, in. Stock (Brömerjches Haus) sind 2 Zimm, m. Küche, Keller re. vom 15. Mai l. Js. ab an ruh. Leute zu verm. 3063] Näh. Grünberger Str. 17,11. 2919] Infolge meiner Versetzung ist meine Wohnung, 7—8 Zimm, mit Gartenantell, von Anfang Mai an zu vermieten. Prof. Dr. Pitz, Grünbergerstr.14 3090] Einfach möbl. Zimmer zu vermieten. Alieestr. 28, III. ,jijöbliertes Zimmer zu ver- mieten. Bergstr. 22, II. 01709] Gut möbliertes Wohu- und Schlafzimmer zu verm. ___________Asterweg 16, II. 01696] 2 solide Arbeiter können Kost u. Logis erhall. Atäusburg 3. 01692] Aiobl. Zimmer zu verm. Bleichstraße 12, Hinterhaus part Möbliertes Zimmer zu ver- mieten. Ostanlage 30, prt Ul)öblterte£ Zimmer zu verm. JJ* Bedorf, Bahnhosstr. 2, 1 1. •) gut möbl. Zimmer zu verm. u 2716 Asterweg 6, I. 2673] Schön möbl. Zimmer in angenehmem Hause, ruhige Lage, zu verm. Schillerstr. 11, 111. 2255] Möbliertes Zimmer zu vermieten. Neustadt 77, I. 2440] Möbliertes Zimmer zu vermieten. Ltcherstraße 7, LI. 2660] Frdl. möbl. Zimmer per sofort oder später zu vermieten. Nordanlage 1, HO 2691] 3 freundl. möbl. Zimmer zu vermieten. Brandgaffe 8. »£in junger Mann, welcher hier seine Lehrzeit absolvieren will, v tann m gut. Hause Logis mit volle Pension erhalten. Näheres Bahnhofstraße 62, 1. Stock. [2732 2734] Schön möbl. Zimmer zu vermieten. ___________Sellersweg 50. 2939] Gut möbliertes, größeres Zimmer mit Kabinett zu ver- mielen. Stephaustraste 32, Ul 3017] Schon mobl. Wohn- und Schlafzimmer. Ludwigstraße 31. 3Ö2U Schön möbliertes Wohn- und Schlafzimmer sogleich zu verm. Grünbergerstraße 14, 111. 3022] 2 gut möbl. Zimmer sof. zu verm. Bleichstt. 5, part. 3032] In feinem Hause u. Lage sind 2 schone, unmobl.Atansarden- zimmer am l. an Dame abzugeb. Näheres in der Exped. d. Bl. 3033] Zwei möblierte Zimmer an 1 oder 2 Herren abzugeben. _____________Löberstraste 24. J>röl. möbl. Wohn- und Schlafz. zu verm. Seltersweg 77, II. 01656] Frdl. möbl. Zimmer zu Perm._______Seltersweg 77, I. ILinfach möbliertes Zimmer zu >2/ vermieten. Steinstraße 61. Möbliertet Zimmer zu verm. 01668 Nlarktplatz 18, IIi. /Linfaches Zimmer, mit ob. ohne Kost, zu vermieten. 01594 Kraft, Grünbergerstraße 15. Ebendaselbst billiger Mittagstifch. Laden i mit Wohnung, neu hergerichtet, sofort zu verm. Mäusburg 7. 2325] Ein schöner ger. Laden nebst 1 Zimmer, zu jed. Geschäft geeignet, im grause Bahnhosstr. 48 zu verm. Näh. Bahnhofstr. 50. 2236] Brandplatz 14 ein llflücn mit Wchimg alsbald zu vermieten. Näheres ______Fraukfurterstraste 29. 2961] In bet früher Linden- struth'schen Hofraite Tiefenweg 13, ist das im hinteren Hof gelegene mehrstöckige Lagerhaus alsbald zu vermieten. Näheres bei Großh. Bürger- meisterei, Zimmer Nr. 15. Ein geräumiger Lagerkeller zu vermieten. Bleichstraße 8, pari. MMMM l£ine 5- bis 6-Zimmerwohnung Nähe Ludwigsplatz, gesucht. Offerten mit Preis unter M 01665 an die Exped. d. Bl. Parterrewohnung 4 bis 5 Zimmer, Per 1. Juli zu mieten gesucht. Offerten unter K L 3091 au die Ex- peditiou dieses Blattes. Zwei Zimmer Zimmer mit Ka° binet, möglichst in der Nähe der Kliniken gesucht. Offerten mit Preisangabe umgehend unter a 3089 an die Expedition.______ tQanz einfaches, möbl. Zimmer '2' zu mieten gesucht von einz. Person. Offerten unter Nr. 01715 an die Expedition d. Bl. (Offene SIrUrn Ein kräftiger junger Mann nnd°t ais chutzbestoßer sofort Beschäftigung bei 3084 _____________H. Schaffstaedt. Schreinergeselleu f. dauernd. Beschäftigung. Tiefeuweg 17,1L Tücht. Nockschneider gesucht. R. Gärtner, Liebigstr. 55. [3067 Tüchtige Weißbinder siirden Beschäftigung. 01695 Wilh.^Luler, Tammstraße 5. 01670] Tüchtige Weißbinder und Anstreicher suchen ________Schäfer & Größer. /^chuhmachergeselle gesucht. Karl Müller, Liebigstr. 64. Ziikigm Sluiölmiger für dauernde Arbeit sucht [01660 G.Kourad, Weißb.,Schützenstr.l4 loliii. stark. Taglöhner für dauernde Beschäftigung ges. Näh, in der Exped. - 3078 Acht. zumlWzer Kutscher gejucht.______Hotel Einhorn. Gesucht braver Bursche mit guten Zeugnissen, zu einem Pferde. 3062 H. E. Jughardt. feinen jüngeren Hausburscheu für leichte Arbeit sucht sofort Mark. Bauer, Gießen, Kirchenpl. 11 Em junger SMursche ges. Ludw. Reuß, Bäckerei, Wolkeng. 16 01712] Ein braver Juiige, der Lust hat, die Metzgerei zu erlernen, kann sofort eintreten. ___________Marktstraste 23. Lehrling gesucht. Ä, Glaserei, Kaplansgasse 27. 377 3092] Ein reinliches, tüchtiges Mädchen per sofort oder L 2)tai gesucht. Löberstraste 9, patt^ ^I-ädchen, im Maschinennähen geübt, w.sich noch imKlerder- machen ausb. will, sind. Stellung. Off. u. Nr. 01710 an die Expeo. ijum 1. Mai wird ein zuverläss. -0 Laufmädchen von morgens 7,8 Uhr bis nachmittags gesucht. Ludwigstraße 38, park. fC»in anständig., gewandtes Lauf- mädchen für vonnlltags in besserem Hause gesucht durch Frau Bärrn, Teufelslustgärtch. 3. 3013] Junges Mädchen tagsüber gesucht.__Bergstraße 17. 2330] Tüchtiges Mädchen per sofort gesucht. Frau Herber, Seltersweg 58. 3058] Gesucht auf 1. Mai oder früher ein im Kochen und in der Hausarbeit erfahrenes solides, nicht zu junges Mädchen. Frau Auguste Wiener, Gartenstr. 11. 3069] Einfaches^ reinlich. Dienstmädchen auf Mitte ob. Ende Mai gesucht. Bergstraße 17, II. Zwei küchenmiiölheu zum 30. dieses Atonats gesucht. 3070 Alte Klinik. Mtllen-Geluchr tafmnii Mitte 30er, in sämtlichen Kontorarbeiten firm, sprachgewandt, sucht Stellung und tritt gegebenen Falles auch mit Kapital in besteh. Geschäft em, oder übern, solches. Offerten unter C L 3023 an die Expedition dieses Blattes._______ Alsbald sucht junger Mann, militärfrei, mit guten engL und franz. Spracht., Stenogr., paff. Stellung. Off. u. i£G L 3071 an die Expedition d. Bl.________ Zg. türtjtiger MiiergeW sucht sof. Stella, als Herrschafts- gärtner. Näh.Amend,Dahnhfftr.62 WDWKWs fßin tüchtiger Kaufmann empf. sich Geschäften, Handwerksmeistern re. zum Beitragen von Büchern und allen kaufmännischen Arbeiten für ganze u. halbe Sage oder auch auf einige Zeit. Off. unter Nr. 01720 an die Erped. förtrbtt am Leihgesternerweg zu MUlll verpachten. 01722 Näheres in der Exped. d. Bl. Blteliielrittoti!!! Im Stricken u.Anyrickenvon Strümpfen empfehle ich mich angel egen, lichft. StrickgarncstchkAuMltätklll habe ich stets vorrätig. Preise billigst. -W« Ernestine Höpfner Grünbergerstraße 17. Siiitt - Pwrmli. Ecke Lindenplatz im Laden. Letzte Woche: 2947 Transvaal. Johannisburg, Pretoria, Kimberley, Ladysmith, Pitermaritzburg, sowie Zulus,Eligländer im Biwak, Buren vor Eolenso, Buren den Feind erwartend usw. Schluß Sonntagabend 19 Uhr.