Nr. 191 Erstes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 16. August 1908 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untvers.-Buch- u. «Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FKrnsprechanschluß Nr. 51. GiehenerAnzeiger " General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Bezugspreis, monatlich 75^., viertel* jährlich WW. 2.20; durch Abhole- u. Hweigstellm monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— viettel- jahrl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZeUenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich» für den poliL u. allgem. Steil; P. Witiko: für .Stadt und £anb* und .Gerichtsfaal^: Curt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Betr.: Maul- und Klauenseuche. Da nunmehr die Schafherden wieder auf die Sommerweiden getrieben werden, bringen wir unsere Anordnung vom 10. Mai 1899 nachstehend in Erinnerung. Für den Fall der Zuwiderhandlung behalten wir uns die Sperrung des ganzen Kreises gegen den Durchtrieb von Schafen vor. Gießen, den 14. August 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. 23.: Dr. Heinrichs. Kckanntmachung. Betr.: Wie oben. Nachdem die Einschleppung der Schafräude und der Maul- und Klauenseuche in den Kreis durch wandernde Schafherden festgestellt worden ist, ordnen wir hiermit gemäß § 8 des Ausschreibens Großh. Ministeriums des Innern vom 3. Juli 1897 an, daß wandernde Schafherden im Kreise Gießen nur die Kreisstraßen benutzen dürfen und der Führer derselben mit dem Zeugnis eines beamteten Tierarztes versehen sein muß, in welchem das Freisein der Herde von Maul- und Klauenseuche bescheinigt ist. Ein solches Zeugnis ist drei Tage lang giltig und muß dem Polizeiaufsichtspersonal, in allen Fällen aber unaufgefordert der Ortspolizeibehörde desjenigen Ortes vorgezeigt werden, in dessen Gemarkung die Herde zum Aufenthalt eingeführt wird. Zuwiderhandlungen unterliegen der Strafbestimmung in § 66, 4 des Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880. Gießen, den 10. Mai 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen- v. Bechtold. Gießen, den 14. August 1902. Betr.: Maul- und Klauenseuche. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Ortspolizeibehördeu und die Gendarmerie des Kreises. Sie wollen wandernden Schafherden Ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden und die in obiger Bekanntmachung geforderten Zeugnisse an den Großherzogl. Kreisoeterinärarzt Schmidt zu Gießen einsenden, sowie denselben von jedem Eintreffen einer solchen Herde alsbald in Kenntnis setzen. — Sollten die Führer der Herden nicht mit den erforderlichen Zeugnissen versehen sein, so ist die sofortige Einsperrung der Herde und chre Bewachung insolange anzuordnen, bis die Seuchenfreiheit der Herde durch kreisoeterinäramtliches Zeugnis nachgewiesen ist, und uns sofort Nachricht zu geben. Wird die 23erseuchung festgestellt, so ist den Anordnungen des Großh. Kreisveterinärarztes pünktlich zu entsprechen. I. 23.: Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Betr.: Schießübungen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25 zu Darmstadt am Samstag dem 30. d. Mts. ein Schießen mit scharfer Munition in dem Gelände abhalten wird, welches begrenzt wird durch folgende Ortschaften, Straßen und Linien: im Süden: «Schwalheim—Dorheim; im Osten: Dorheim — Melbach — Södel — Wölfersheim—Wohnbach — Straße Wohnbach — Münzenberg bis zum nordösllichen Waldausgang nach Münzenberg; im Norden: Nordrand des Waldes südlich Münzenberg und weiter bis Rockenberg; im Westen: Rockenberg — Oppershofen — Steinfurth — Wisselsheim—Rödgen—Schwalheim. 1. Das genannte Gelände wird von 9 Uhr vormittags ab durch Sicherheitsposten für jeglichen Verkehr abgesperrt werden. Den Anordnungen der Posten muß aus Gründen der Sicherheit unbedingt Folge geleistet werden. 2. Das Aufheben blind gegangener (nicht geplatzter) Geschosse ist mit der größten Gefahr verbunden und deshalb verboten. Falls solche gefunden werden, empsiehlt es sich, die Stelle zu bezeichnen, ohne das Geschoß zu berühren, und baldigste Mitteilung an das Kommando des Feldartillerie- Regiments Nr. 25, Friedberg, zu machen. Gießen, den 14. August 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. 23.: Dr. Heinrichs. Gießen, den 14. August 1902. Betr.: Wie oben. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzogl. Bürgermeistereien Bellersheim, Obbornhofen, Utphe, Trais-Horloff, Inheiden, Hungen, Bettenhaufen, Mufchenheim, Eberstadt und Ober-Hörgern. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sic in ortsüblicher Weise zur Kenntnis aller Einwohner bringen, sie auch am Tage vor dem Schießen wiederholen. Auch sind die Einwohner darauf hinzuweisen, daß sie den Weisungen der Posten strikte Folge zu leisten haben. I. 23.: Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Betr.: Schießübungen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das 2. Bataillon Jnf.-Regiments Nr. 168 am 22., 23. und 25. August d. I., jedesmal von 1 Uhr nachmittags bis 7 Uhr nachmittags gefechtsmäßiges Schießen mit scharfer Munition mit Schießrichtung von den Höhen südlich der Gambacher Mühle nach dem Buch- (Feller-) Berg abhalten wird. Das für den Verkehr gesperrte Gelände wird begrenzt: im Norden: Durch die Wetter von Griedel nach Osten bis zur Chaussee Eberstadt—Münzenberg, den Weg Münzenberg—Bellersheim bis zum Weg Mufchenheim—Obbornhofen; im Osten: Durch den Weg Mufchenheim—Obbornhofen von seinem Schnittpunkt mit der Straße Trais— Münzenberg—Bellersheim; im Süden: Durch die Linie Obbornhofen—Oppershofen; im Westen: Durch die Straße Södel—Oppershofen (vom Gabelpunkt des Weges nach Wölfersheim), die Straße Oppershofen—Rockenberg, Weg Rockenberg—Griedel (auf dem linkenWetter-Ufer). Die als Grenze angegebenen Wege sowie die genannten Ortschaften dürfen betreten werden, jedoch muß das innerhalb dieser Grenzen gelegene Gelände eine Stunde vor Beginn und bis eine Stunde nach Schluß des Schießens von jedem Verkehr frei bleiben. Gleichzeitig werden die Einwohner der beteilgten Gemeinden darauf aufmerksam gemacht, daß die Wege Münzenberg— Rockenberg, Rockenberg — Wohnbach, Wohnbach — Münzenberg und Münzenberg—Oppershofen während vorstehend genannter Zeit für jeglichen Verkehr gesperrt sind. Gießen, den 16. Aug. 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Heinrichs. Gießen, den 16. August 1902. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Bellersheim, Obbornhofen, Utphe, Trais-Horloff, Inheiden, Hungen, Bettenhausen, Mufchenheim, Oberstadt und Ober- Hörgern. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie ortsüblicher Weffe zur Kenntnis aller Einwohner bringen und dieselbe nochmals am Tage vor dem jedesmaligen Schießen wieder- Das Gießener Schloß. 0. PL Gießen, 16. August 1902. Ein Zeuge aus halb vergesse neu Zeiten, liegt am Brandplatz das altersgraue Gießener Herrenschloß. Auf gewaltigen Mauern strebt es empor, trotzig und stark, als wäre es noch immer die alte Zwingburg, an der einst die Kraft des Feindes zerschellte, den Wellen gleich die auf die Felsen stürzen. Bewunderung erfüllt uns, wenn wir diese alten Mauern betrachten, diesen ehrwürdigen, düstern Bergfried, der noch heute in ungebrochener Stärke dafteht, und uns die Geschichte so vieler Völker und Geschlechter, so vieler Jahrhunderte erzählt. 23ei seinem Anblicke träumen wir uns zurück in die Romantik des frühen Mittelalters, in jene fernen, sagenumwobenen Zeiten, wo dieser Turm die Unbesiegbarkeit des Schlosses bedeutete, wo er wohl oft genug der letzte Retter von Freiheit, Ehre und Leben der Helden war, die sich ihm in der höchsten Not anvertrauten! Und wenn wir weiter an dem alten riesenhaften Recken vorbei in den dunkeln Schwibbogen und in den stillen Schloßhof treten, begreifen wir, wieviel der Stadt Gießen an diesem Wahrzeichen ihrer frühesten Geschichte liegen mußte, urid daß es nur eines leisen Anstoßes bedurfte, um die Erwerbung der Ruine und ihre Restaurierung zu veranlassen. Gewiß sind damals auch Stimmen laut geworden, die nur den Turm, diesen Campanile von Gießen, erhalten, das eigentliche Schloß dagegen beseitigt wissen wollten, aber die Stadtverordnetenversammlung hat die Mittel nicht gescheut, die zur Restaurierung des Ganzen erforderlich waren. Obwohl gegen die Bewilligung der Bausumme wegen anderer wichtiger Ausgaben mit Recht Be- benfen geltend gemacht wurden, muß mau heute doch anerkennen, daß die Stadt sich mit dieser Restaurierung ein Denkmal chrer Pietät für Gießens Geschichte gesetzt hat, wie kein zweites hier vorhanden ist; und wenn ihr auch der Beifall der Gegenwart nicht bedingungslos zu teil wird, so wird ihr die Zukunft um so dankbarer sein. Im Schloßhof und im Schiloß selbst herrscht heute die Anordnung, die mit einem Umbau immer verbunden ist. Wohin wir blicken, überall Schutt, Baumaterial, Arbeits- gegenstände und nochmals SchutL Im Rohbau ist das Schloß ja ziemlich fertig, es fehlt eigentlich nur noch der Treppenbau. Es ist uns nicht ganz verständlich warum man die, in elegantem Bogen ansteigende, aus schwerem, massiven Eichenholz gezimmerte, uralte Treppe nicht erhalten hat, sondern sie schutzlos der Zerstörung durch den Schutt usw. überlassen hat Es last doch durchaus keine Veranlassung vor, aus dem Schiloß erneu modernen Prachtbau herzustellen, man beabsichtigte doch wohl vor allem, soviel wie möglich von dem Altertümlichen und damit den ursprünglichen Charakter des Schroffes zu erhalten. Wenigstens wäre allein unter dieser Voraussetzung der Umbau von vornherein für jedermann gerechtfertigt gewesen. Doch diese Erwägungen sind jetzt müßig, die alte Treppe rst einmal geopfert, und es muß eine neue gebaut werden. Dazu ist indessen das Geld noch nicht bewilligt worden. Das ist auch wohl der Grund, weshalb auf dem Bau z. ZL nicht gearbeitet wird. Bei der Restaurierung der Fassaden hat man sich im allgemeinen an den Styl gehalten, der einst bei der.Erbauung des Schlosses maßgebend gewesen ist. Wir lassen hier zur Erläuterung eine Stelle aus dem 4. Jahresbericht des „Oberh. Vereins für Lokalgeschichte" folgen. Es wird dort gesagt: „Trotz alledem trägt noch heute die Anlage im ganzen das Gepräge einer Herrenburg spätestens ans der Mitte des 14. Jahrhunderts. Bezeichnend dafür ist die Anlage des Bergfrieds und des Gefängnisses, ferner die beiden Spitzbogenthore, deren eines, das auf den Braudplatz führende, neuerdings ganz umgebaut wurde, aber doch den gleichen Spitzbogen erkennen läßt, wie das östliche Thor." Wenn wir das eben Gesagte berücksichtigen wollen, können wir uns mit der Auffassung des Baumeisters, der gegenwärtig dieRestaurierung leitet,im einzelnen nicht immer befreunden. Muß auch zugegeben werden, daß die Archii- tettur in den vorhandenen Resten des Schlosses keineswegs einheitlich ist, so verdiente doch der ursprüngliche Styl unbedingt den Vorzug. Das gilt besonders von dem, auf den Brandplatz führenden Hauptportal. Selbst nach seiner Ausarbeitung durch den Bildhauer, die es zierlicher erscheinen lassen wird, paßt es nicht in den architektonischen Rahmen der Fassade. Ganz abgesehen von seinem unmotivierten Styl macht es einen etwas plumpen Eindruck, woran vor allem der übermäßig schwere Aufsatz schuld ift Wenn dieser Aufsatz, der außerdem das darüb erliegende Fenster zum Teil verdeckt, beseitigt würde — was wir nur wünschen können, — sv würde das Portal sich dem architektonischen Rahmen immerhin schvn eher einfugen Seines Styles wegen gefällt uns ferner der daneben befindliche Erker nicht Endlich können wir uns nicht damit eluverstanden erklären, daß man in die, der Straße am Kanzleiberg zu- gekehrte Fassade, etwa in Höhe des Hochparterres, ein gewaltiges Loch durch die Mauer geschlagen hat Offenbar soll es zur besseren Erleuchtung der dahinter liegenden Küche dienen,deren eigentliche Fenster, tote wir hier gleich bemerken wollen, in den Schloßhof führen. Es ist ohne weiteres klar, daß der gerade in dieser Fassade zum Ausdruck kommende festungsartige Charakter durch, dieses Riesenfenster vollständig zerstört wird. Der ursprüngliche Entwurf hatte hier Schießscharten vorgesehen, die zur Verteidigung eines daneben liegenben Thores aedacht waren. Tas Schloß sollte nämlich mit dem auf dem benachbarten Grundstücke stehenden Hause durch eine ziemlich hohe, crene- lierte Mauer verbunden werden, die ein spitzbogiges Thor enthielt. Es ist sehr bedauerlich daß man von der Ausführung dieses ursprünglichen, von der Stadt und dem Großherzog genehmigten Entwurfs Abstand genommen hat. Im Innern ist das Schloß mit zweckmäßig eingerich teten Räumen ausgestattet worden. 23on den alten Räumen sind Haupt ächlich die Keller, sowie das unheimliche Gefängnis erhalten geblieben. Das letztere insbesondere erinnert lebhaft an die düstere Romantik des Mittelalters. Der enge, winklige Gang, das kahle, finftere Gefängnis selbst mit den gewaltigen, vom Alter geschwärzten Steinquadern, die steinerne Pritsche, und die ebenfalls in Stein eingelassene alte, eiserne Kette, mit der die Gefangenen gefesselt wurden! Grauen empfindet der Besucher, wenn er daran denkt, daß an diesem traurigen Ort so Mele, oft von tyrannischer Willkür hierher verbannt, chr Leben haben beschließen müssen, fern von freunden, fern von b>r Welt, ihre Feinde verwünschend und Gott um Erlösung bittend! Und doch ist dieses Gefängnis noch nicht das düsterste im Schlosse. Wenn wir die Treppe hinauf ins erste Gemach des Bergfrieds steigen, bemerken wir in der Mitte des Raumes eine Fallthür. Darunter befindet sich das, beinahe neun Meter tiefe, schaurige Verließ. Welche Greuel mögen sich in diesem Raume abgespielt haben! Wer hier eingeschlossen wurde, war wohl in den meisten Fällen für ewig verschollen ! Durch die dicken Mauern drang nrcht der Klang seiner Stimme, kein Sonnenstrahl fiel in diesen Kerker, einsame, finstere Nacht war das Schicksal des hier lebendig Begrabenen. Wie ost sind in der letzten Zeit in diesen alten Türmen Skelette gefunden worden, die uns mit grauenhafter Deutlichkeit jene Zeiten brutaler, grausamer Willkür vor 2lugen führen! Auch in dem Schlosse selbst schlummern noch viele Geheimnisse. In einem der Fußböd en des Schlosses vermutet man Särge, die an heimlich Ermordete und bann hier Verscharrte denken lassen, und weiterhin soll sich unter der schweren Granitplatte der Schloßftont am Kanzleiberge ein unterirdischer Gang befinden. Wie uns mitgeteilt wird, sollen an veiben Orten Nachgrabungen vorgenommen werden. Wer aber wollte behaupten, daß mit diesen Nachforschungen alle Geheimnisse des Schlosses aufgedeckt würden? Wer könnte sagen, ob in der Tiefe der Erde unter den Kellern, ober in den, viele Meter dicken Mauern nicht noch so Manches verborgen liegt, was der aufdeckenden Hand des Forschers harrt? Und ob überhaupt jemals alle Geheimnisse dieses alten Schlosses an baä Tageslicht kommen werden? Wer vermöchte es zu sagen! holen. Auch sind die Einwohner darauf hinzuweisen, daß sie den Weisungen der Posten strikte Folge zu leisten haben. I. 23.: Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Betreffend: Die Herbslübungen der Gr. Heff. (25.) Division im Jahre 1902. Die Herbstübungen der Gr. Hess. (25.) Division finden m der Zeit vom 23. August bis 7. September statt und werden sich auch auf den südlichen Teil des Kreises erstrecken. Um Flurschäden u. Unglücksfälle möglichst zu verhindern, empfehlen wir allen Interessenten die nachstehenden Maßnahmen zu ergreifen: 1. Die reifen Feldfrüchte sind, soweit ohne Schaden möglich, vor den Hebungen abzuerutcn und nach der Aberntung möglichst bald eiuzufahren bezw. auf Schober zu setzen. r. Die zu schonenden Grundstücke sind zu bezeichnen und zwar: a) Die vom Betreten durch die Truppen überhaupt ausgeschlossenen Gärten, Parkanlagen, Holzschonungen Pflanzgärten rc., sowie die Versuchs-Anstalten land- unb forstwirtschaftlicher Lehranstalten und Versuchsstationen, soweit dieselben nicht als solche abgezäunt oder von weither für jedermann deutlich erkennbar sind — vermittelst hochstehender Tafeln mit Aufschrift. b) Die vorzugsweise zu schonenden Felder (Zuckerrüben, Erbsen, Raps, Flachs, Samenklee, Samenrüben u. bergt) mittelst etwa 2 Meter hohen Stangen mit Strohwiepen. 3. Bei Kartoffeln, minberroertigen Rüben, Dickwurz u. s. w. bebarf es ber Bezeichnung mit Wiepen nicht. Das unter- schieblose Bestecken aller Felber mit Warnungszeichen würbe den Truppen nur bas Erkennen ber wertvolleren Felber erschweren. Besonders sei hervorgehoben, baß eine Vergütung für etwa entstehende Flurschäden auch bei solchen Felbern gewährt wirb, welche nicht abgewiept waren. 4. Rach einer Verfügung bes Kriegsministeriums vom 30. 7. 95. barf bas Einebnen ber etwa währenb ber Herbst- übungen ausgehobenen Schützengräben durch bie Truppen selbst nicht mehr stattfinden. Die betreffenben Gelänbe- eigentümer haben baher bas Einebnen bieser Gräben selbst zu veranlassen, wofür ihnen alsbann eine Entschäbigung auf Grunb bes Naturalleistungsgesetzes fettens ber Flur- abschätzungs-Kommissionen zuerkannt werben wirb. Das Einebnen ber Koch- re. Löcher in bcn Biwacks wirb burch biese Bestimmung nicht berührt, sonbern ist nach wie vor Sache ber Truppen. 5. Um Unglücksfälle zu verhüten, sind die Ränder von Steinbrüchen, Lehm-, Kies-, und Sandgruben, Hohlwegen und Steinabfällen, außerdem sumpfige Stellen im Gelände durch Aufstellen schwarzer Flaggen zu kennzeichnen. Die Brückendecken sind in stand zu setzen, sodaß ein Einbrechen von Fahrzeugen ober Durchtreten von Pferden verhütet wird. Sensen, Pflüge, Eggen sind von dem Manöverfelde zu entfernen. Für Sicherung und Beaufsichtigung des weidenden Viehes ist während der Manövertage genügend Sorge zu zu tragen. 6. Schließlich werden die Bewohner des Kreises aufgefordert, bei allen Durchmärschen von Truppen durch Ortschaften von selbst möglichst viele Eimer und Gefäße mit gutem Trinkwasser längs der Marschstraße aufzustellen, so daß die Truppen an möglichst vielen Stellen gleichzeitig Wasser schöpfen können. Gießen, 15. August 1902. Großherzogtiches Kreisamt Gießen- I. 23.: Dr. Heinrichs. Gießen, den 15. August 1902. Betr.: Wie oben. Das GrohherMiche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, soweit Ihre Gemeinde von vorstehendem berührt wird, obige Bekanntmachung zweimal in ortsüblicher Weise veröffentlichen zu lassen und durch eigene Anregung für deren Ausführung Sorge zu tragen. Ihr besonderes Augenmerk wollen Sie auf pos. 5 des obigen Ausschreibens richten und sich selbst von der Ausführung dieser Bestimmung überzeugen. I. V.: Dr. Heinrichs. —- - '• 1 >. ——-------------- Gießen, 14. August 1902. Bett.: Leichenöffnungen in Unfalloersicherungssachen. Das Großhcyogliche Kreisamt Gießen au Grotzh. Polizciamt Gietzen und Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden. In denjenigen Fällen, in denen es zweifelhaft ist, ob bex Tod eines gegen Unfälle Versicherten auf einen mit dem Betrieb zusammenhängenden Unfall oder auf eine außerhalb des Betriebs liegende Ursache (insbesondere Krankheit oder organische Fehler) zurückzuführen sei, werden in manchen Fällen nähere 2lnhaltspunkte zur Lösung dieses Zweifels nur durch eine Oeffnung der Leiche gewonnen werden können. Wenn nun auch das Rerchsversicherungsantt wiederholt anerkannt hat (cf. Rundschreiben des Reichsoersicherungsamts vom 18. Oktober 1887, A. N. III S. 336, Entsch Nr 1409 vom 20. März 1895 A. N. XI S. 196), daß bie Ortspolizeibehörden verpflichtet sind, in gewißen Fällen die Unfalluntersuchung auf Grund des § 64 (53 alt) des Ge- werbe-Unfall-Versicherungsgesetzes auf die Oeffnung der Leiche des Verunglückten zu erstrecken, so lehrt doch die Erfahrung, daß die Ortspolizeibehörden nur äußerst selten zu einer solchen Anordnung aus eignem 2lnirieb sich entschließen. Da aber die Berufsgenoffenschaft an der Vornahme einer Leichenöffnung öfters ein sehr erhebliches Interesse haben kann, so er» schemt eS angezeigt, daß in allen zweifelhaften Fallen bei dem Vorstand ber Berufsgenoffenschaft ober deren Sektion telegraphisch angefragt wird, ob eine Leichenöffnung gc- wünscht wird. Wird diese Anfrage bejaht, so sind bie Hinterbliebenen, welchen dre 23erfügung über bie Lerche zusteht, sofern sie nicht selbst den Antrag auf Leichenöffnung gestellt haben, vor Anordnung derselben über ihre Zustimmung zu befragen. Verweigern sie bie Zustimmung, so hat bie Leichenöffnung zu unterbleiben. Uebrigens wirb es sich in geeigneten Fallen empfehlen, bie Hinterbliebenen ausdrück- lich barauf aufmerksam zu machen, baß im Weigerungsfälle, wenn baburch bie Benützung dieses Beweismittels für bie Feststellung bes Entschädigungsanspruchs unmöglich gemacht wird, dies unter Umständen zu ihren Ungunsten ins Gewicht fallen kann. Die Kosten ber anläßlich einer Unfalluntersuchung vorgenommenen Leichenöffnung sind, sofern sie nicht zur Klarstellung bes Sachverhalts unbedingt von Amtswegen geboten war, nach § 144 des Gewerbe-Unfall-Versicherungsgesetzes (§ 154 des Unfall-Vers.-Ges. für Land- unb Forstwirtschaft) von ber Berufsgenoffenschaft zu tragen. Sie wollen hiernach für bie Zukunft verfahren. I. 23.: Dr. Heinrichs. Gießen, ben 13. August 1902. Betr.: Den Hessischen Schutzoerein für entlassene Gefangene. Tas Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Der seither — „Verein zur Unterstützung und Befferung der aus den Strafanstalten Entlassenen* — genannte Verein führt fortan auf Grund der neuen Satzung den Namen: „Hessischer Schutzverein für entlassene Gefangene". Die Organisation des Vereins ist insofern eine andere geworden, als die Bezirks-Kommissionen als Bindeglied zwischen Vorstand auf der einen und Beiständen und Pfleglingen auf der anderen Seite weggefallen sind, und die Fürsorge dem Vorstand fortan in unmittelbarem Verkehr mit ben Beistänben unter Mitwirkung ber Behörben, ber sogen. Hilfsorgane bes Vereins (§ 17 ber Satzung), obliegt. Von bieser größeren Bewegungsfreihett erhofft man eine wesentliche Hebung ber Vereinsthätigkeit unb Förderung bes Vereinszweckes. Dabei ist es jedoch unerläßlich, baß bie Hilfsorgane bes Vorstanbes ihr Interesse an ben Bestrebungen bes Schutzvereins bethä- tigen. Da auch bie Großherzvgl. Bürgermeistereien unb bie Polizeibehörben nach ber Satzung als Hilfsorgane des Vereins erscheinen, so weisen wir Sie an, den Ersuchen des Vorstandes jederzeit bereitwilligst zu entsprechen, und den Besttebungen des Vereins rege Förderung angebeihen zu lassen. Zur Thätigkett der Hilfsorgane gehört hauptsächlich, daß sie Erkunbigungen über bie Verhältnisse ber um die Fürsorge des Vereins nachsuchenden Personen und der Pfleglinge des Vereins einziehen und Auskunft darüber zu erteilen bereit sinb, baß sie bie von bcn Beistänben ausgehenden Unterstützungsvorschläge begutachten und an den Vorstand übermitteln, und daß sie sich in geeigneten Fällen um Unterbringung der Pfleglinge bei Dienstherrschaften, Handwerkern, Fabrikanten u. s. w. eifrig bemühen. Eine besonders wichtige Aufgabe der Hilfsorgane ist die Auswahl der Beistände, deren Vertrauensamt durchaus zuverlässige Personen erfordert, die nicht nur mit den Verhältnissen und Bedürfniffen der Pfleglinge bekannt sind, sondern auch ohne Voreingenommenheit gegen den Makel, der den entlassenen Gefangenen anhaftet, diesen und unter Umständen deren Familien mit Rat unb That beizustehen bereit sind und sie vor einem Rückfall nach Möglichkeit zu bewahren suchen. Ein Exemplar der neuen Vereinssatzung wird Ihnen alsbald zugehen. I. 23.: Dr. Heinrichs. Der Kaiser am Ahein. n. Düsseldorf, 15-. Aug. Der Kaiser ist heute vormittag 9.45 Uhr hier eingetroffen. Zum Empfange waren auf dem Bahnhofe die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden erschienen. Der Kaiser begab sich nach der Begrüßung in das Fürstenzimmer des Bahnhofes, wo die städtischen Behörden Ausstellung genommen hatten. Oberbürgermeister Marx hielt eine Ansprache, in der er dem Kaiser Gruß und Willkommen der Stadt entbot, die sich freue, heute ihren königlichen Schirmherrn zum Zeugen dafür zu gewinnen, daß sie rege teilnimmt am edlen Wettkampf für des Vaterlandes kulturelle und wirtschaftliche Macht. Der Redner erwähnte bann die Fortschritte, die Düsseldorf seit elf Jahren gemacht habe, und dankte dem Kaiser für die Genehmigung, den Park, der auf ber Fläche, die jetzt die Ausstellung einnimmt, angelegt werden soll, Kaiser Wilhelm-Park nennen zu dürfen. Der Oberbürgermeister schloß, nachdem er dem Kaiser auch für den heutigen Besuch gebankt hatte, mit ben Worten: „Gott schütze und segne bcn Kaiser, bie Kaiserin und bas kaiserliche Haus! Gott schütze bas Vaterland!" Ter Kaiser erwiberte: „Meine verehrten Herren! Ich bin erfreut, daß es mir möglich gewesen ist, ber Stabt Düsselborf unb der Ausstellung bcn versprochenen Besuch machen zu können. Ich bin mit besonderer Freude nach Düsseldorf gekommen, einmal, weil ict)v als ich noch junger Bonner Student war, von meinem hochseligen Großvater den ersten großen Auftrag erhalten habe, ihn bei der Einweihung des Cornelius- Denkmals in Düsseldorf zu vertreten. Schon damals habe ich von dem einheitlichen Zusammenwirken ber Bürgerschaft unb der Künstlerschaft ben schönsten Eindruck gewonnen, und ich habe meinem Großvater Bericht erstatten können über die Schönheit der Stadt und den warmen Empfang der Bürgerschaft. Auch zum andern sind mir im Laufe der Zeit, wo ich regiere, unter den vielen Plänen der Stabte, die mir Vorgelegen haben, auch diejenigen ber Stadt Düsseldorf zu Gesicht gekommen, und ich habe daraus entnehmen können, mit welck>em Scharfblick Sie hier die Zukunft ins Auge gefaßt haben, mit welcher rücksichtslosen Energie die Stadt Erfolge erstrebe und erreiche. Es ist mir deshalb eine große Freude gewesen, daß ich befehlen konnte, baß ber Stadt das von ihr gewünschte Terrain überlassen wurde, unb als ich von ber großen Ausstellung erfuhr, bie ben Blick Europas auf sich lenkt, unb von der Entwickelung der Stadt, die einen großen Hafen anlegte unb ihr Rheinufer ausgebaut hat. Düsselborf ist auch eine von denjenigen Städten, bie jeden von ber Nützlichkeit der ßroßen Wasserstraße überzeuaen müssen. Indem ich ber Stadt Düsseldorf den herzlichen Tank dafür ausspreche, baß sie ihren neuen Park an dem schönen deutschen Rheinstrom nach mir nennen will, füge ich zugleich hinzu,' wie schmerzlich Ihre Majestät die Kaiserin bedauert, an bem Besuch nicht teilnehmen zu können, da ihr noch schmerzender Fuß ihr nicht gestattet, eine so weite Reise zu unternehmen. Äe grüßt durch mich die Stadt Düsselborf und hofft, später einmal den Besuch nachholen zu können. Ihnen allen, meine Herren, die zum Besuch gekommen sind, herzlichen Dank. Ich wünsche von ganzem Herzen den Segen Gottes für die Entwickelung der Stadt unter den schönen und friedlichen Aussichten, die sich jetzt in Europa entspannen, und die ich lange zu erhalten hoff e." Nach kurzer Unterhaltung mit dem Oberbürgermeister fuhr der Kaiser dann durch die reichgeschmücktc Stadt nach dem Ratinger Thor, eskortiert von einer Schwadron Husaren. Tie Parade wurde eröffnet vom 39. Füsilier- regiment, es folgten Husaren, Ulanen und eine reitende Abteilung. Nach einer Ansprache an das O ffizier- korps fuhr ber Kaiser zur Ausstellung. Kurz nach 9 Uhr betrat der Kaiser bie Ausstellung, wo er von den beiden Vorsitzenden des zwmitees. Geh. Kommerzienrat Lueg und Professor Fritz Roeber, empfangen wurde. Ter Kaiser unternahm unter Führung einen Rund- gang, wobei er alle wesentlichen Telle der Ausstellung eingehend besichtigte, ganz besonders den inbuftriellen Teil' sowie die Ausstellung historischer und kirchlicher Kunstwerke. Ter Kaiser ließ sich vielfach die in Betrieb befindlichen Maschinen erklären. Mehrere Bergleute wurden vom Kaiser angesprochen Ter Kaiser, ber große Sachkenntnis verriet, ein Zeichen, daß er sich mit ben neuesten Fragen der Technik eingehend beschäftigt hat, sprach seine Befriedigung über das Gesehene aus; besonders erfreut habe ihn überall die trotz des spröden Materials so geschmackvolle Anordnung. Im Kunstpalaste interessierte den Käiser besonders bie kunsthistorische Abteilung. Für die Kunstausstellung blieb leider nicht allzuviel »Zell übrig, nur bei einzelnen Gemälden, die ihn besonders interessierten, hielt der Kaiser sich länger auf. Anerkennend äußerte er sich über bie Leistungen der jungen Düsseldorfer Bildhauer schule. Auf den Kunstpalast folgte ber Kruppsche Pavillon, wo Geheimrat Krupp selbst bie Führung übernahm. Schließlich wurde das Panorama Caub von Wendling und Ungewitter besichtigt unb bann das Schiss bestiegen, das den Kaiser an der Ausstellung und den Rheinanlagen entlang zum Hafen führte, von wo die Abfahrt per Wagen zum Bahnhof erfolgte. Auch bei der Verabschiedung drückte ber Kaiser wieder» holt seine Anerkennung unb Befriedigung über das durch bas einmütige Zusammenwirken aller Kräfte hier Geschaffene aus. Ganz besonders freue ihn, daß die Ausstellung auch vom Auslände so zahlreich besucht werde; er hoffe, daß sie zur Pflege der guten Beziehungen zum Auslande und zur Hebung des Exportes mitbienen werde. „Telegraphieren Sie meinem Sohne", (der Kronprinz ist bekanntlich Protettor der Ausstellung) schloß er bei seiner Verabschiedung von den Herren des2lrbellsausschusses, „daß ich von Ihrer Ausstellung in höchstem Maße befriedigt bim" Um 1 Uhr verließ der Kaiser die Ausstellung und bestteg den reich bekränzten und bewimpelten Dampfer, der zur Haroldstraße fuhr. Fanfaren und Gesänge des Männerchprs, Hurrarufe und Böllerschüsse begleiteten den Kaiser auf der kurzen Nh einfahrt. Vom Landungsplatz des Dampfers begab sich der Kaiser mm Bahnhof und verließ kurz nach 1 Uhr mit Sonderzug die Stadt, um über Köln nach Koblenz zu fahren. Köln, 15. Aug. Ter kaiserliche Sonderzug traf heute nachmittag gegen 2 Uhr auf dem hiesigen Hauptbahnhofe ein und fuhr, nachdem Maschinenwechsel stattgefunden hatte, nad), Coblenz weiter. 23 o n n, 15. Aug. Ter Kaiser traf auf der Fahrt nach Coblenz um 2 Uhr 40 Min. auf dem hiesigen Bahnhofe ein. Offizieller Empfang war nicht vorgesehen, doch hatte sich Generaloberst v. £oe zur Begrüßung eingefunden. Nach kurzem Aufenthalte erfolgte die Weiterreise nach Coblenz. Coblenz, 15. Aug. Der Kais er traf hier um3 Uhr 50 Min. mit dem Hofzug ein und wurde auf dem Bahnsteig von dem Erbgroßherzog von Baden unb Gemahlin begrüßt. Der Kaiser unterhiell sich kurze Zeit in bester Stimmung mit ben erbgroßherzoglichen Herrschaften. Hieraus fuhr der Kaiser in einem offenen Wagen mit dem Erbgroßherzog nach der Rhein-Landungsbrücke. Tie Jnfanterietruppen der Garnison bildeten Spalier. Ucberall hatte mau geflaggt unb bie Hauser geschmückt. Am Rhein beftiegen der Kaiser und der Erbgroßherzog sowie die Herren der Begleitung ben Salondampfer Kaiserin Auguste Viktoria. Bei der Abfahrt ertönten Böllerschüsse und Hurrarufe. Das Wetter ist andauernd herrlich. B r a u b a ch, 15. Aug. Ter Dampfer „Kaiserin Auguste Viktoria" mit dem Kaiser an Bord, passierte gegen hall' 5 Uhr unsere Stadt. Am Rheinufer hatten die sämtlichen hiesigen Vereine mit ihren Fahnen, sowie die Schulkinder Ausstellung genommen. Die Werft und das Ufer, sowie die Stabt, insbesondere aber die Kirchtürme unb allen Befestigungstürme waren mit Hunderten von Fahnen undFähnchen geschmückt und boten im Verein mit der ebenfalls schön geschmückten Marksburg einen prächtigen Anblick Unter dem Geläute der Kirchenglocken fuhr der Dampfer schnell rheinauswärts. Nieder-Lahnstein, 15. Aug. Bei herrlichem Wetter passierte ber Schnelldampfer „Kaiserin Auguste Viktoria" mit dem Kaiser an Bord um halb 5 Uhr unsere Stabt. Tas Ufer war reich beflaggt; die Schuljugend, die Vereine mit Fahnen und die Behörden hatten am Rhein Aufstellung genommen und bewillkommneten das Kaiserschiff mit Hurrarufen, Böllerschüssen und Musik. Ter Kaiser stand auf dem Oberdeck unb bankte anbauernb grüjjenb zu dem Ufer herüber. S t. Goarshausen, 15. Aug. Tie ,Kaiserin Auguste 23iftoria" mit bem Kaiser an Bord passierte hier um 6 Uhr 20 Min. Vereine unb Schulen bildeten hier und in St. Goar Spalier und begrüßten den Kaiser mit Böllerschüssen und Glockengeläute. . Aßmannshausen, 15. Aug. Der Tampser „Kai- lerin Auguste Viktoria" passierte um 8 Uhr unsere Stadt. Auf dem Mühlstein hatten eine Musikkapelle unb Gesangvereine Aufstellung genommen, bie die „Wacht am Rhein" spielten resp. sangen. Ter Kaiser, ber auf bem Vorderdeck desSchiffes ftanb, winkte nach beiden Ufern der Menge zu. Hier in Aßmannshausen hatten bie Vereine unb weißgekleidete Schulender mit Fähnchen Aufstellung genommen. Die Stadt war reich geschmückt. Mainz, 15. Aug. Bei schönstem Wetter traf um 3.26 llhr mittels Sonderzuges derGroßherzogvon Hessen auf bem reichgeschmückten Bahnhofe ein. In feinem Gefolge befanden sich ber Oberhof-Marschall v. Weslerweller- Oberst v. Dichter, Dbeqtleutnant v- Röder und Rittmeister Krämer. Zum Empfange hatten sich eingefnnden Overstallmeister v. Wedel nnd Eisenbahnpräsident BrerdenLach^ Der Großherzvg, der Zivil trug, schritt rasch durch das Fürsten- zinuner und bestieg den bereitstehenden offenen Zweispänner. Auf dem Bahnhofsplatze 'und in den Straßen hatte sich ein zahlreiches Publikum angesammelt. Dem Großherzoge wurden aus der Fahrt zum Schlosse lebhafte Huldigungen dargebracht. . w . Um y2ll Uhr am Abend ist der Kaiser rn Begleitung der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und des Kronprinzen von Griechenland hier eingetroffen und vom Groh- herzog und den Spitzen der Behörden empfangen worden. 'Die Rheinfahrt war sehr interessant. Alle Ortschaften und Villen waren beleuchtet und auch hier gab es eine imposante Uferbeleuchtung. Bei der Ankunft des Kaisers wurde mit allen Glocken gelautet. Hier wie in Kastel und Biebrich waren etwa 1000 Frankfurter erschienen, um den Einzug des Kaisers und die Illumination in Mainz anzusehen. Auch aus anderen Städten der Nachbarschaft waren zahlreiche Schaulustige herbeigeströmt. Bei seiner Ankunft begrüßte der Kaiser, wie unser ^-k-Berichterstatter uns schreibt, den GroßHerzog auf das herzlichste, ebenso die anderen erschienenen Personen. Zu dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner sagte der Kaiser, daß er zur späten Abendstunde hier angekommen sei, um die Schönheiten von Mainz auch zur Nachtzeit kennen zu lernen, eine Bemerkung, die er mit Rücksicht auf die herrliche Beleuchtung zu beiden Ufern des Rheins wie auf dem Wege nach dem Schlosse machte. Unter Vorfahrt des Oberbürgermeisters fuhr der Kaiser mit dem Großherzog direkt in das Schloß, fortgesetzt von einer Vieltausendköpftgen Menge mit Zurufen begrüßt. Im Gefolge des Kaisers befanden sich General der Infanterie v. Plessen, Generalleutnant Graf Hülsen-Häseler, Generalmajor v. Lüwenfeld, Hofmarschall v. THrota, Hauptmann v. Friedenburg, Oberstabsarzt v. Jlberg und die Geh. Hofräte Schwerin, Prepp und Tinney. Die sonst in ihrer fast unabsehbaren Ausdehnung langweilige Große Bleiche war in eine Via triumphalis umgewandelt und bot einen ftischen, buntbelebten Anblick. Hunderte Flaggenmasten, an der Spitze mit Tannenbüschen gekrönt und außerdem mit Wappen und kleinen Fähnchen verziert, sind durch Tannenguirlanden mit einander verbunden. Eine wunderbare Dekyration erhielt der Deutsch- hausplatz vor dem Schlosse. Rechts und links an den beiden «Straßen ein gän gen zu diesem Platze erstrahlten Gaskandelaber mit den kunstvoll verschlungenen Initialen „W" und „E L", die übrigen Laternen in der Umgebung des Platzes tragen Spiralkugeln und sonstige Kunstwerke für Gasbeleuchtung. Eine Anzahl Bogenlampen gießt ihr weißes Licht über den Platz, zu dem zwei dichte Tannenguirlanden mit bunten Glühlampen den Weg öffnen. Reiche Blumenparterres und eine mächtige Palmengruppe, in deren Grün unzählige vielfarbige Glühlichter erstrahlen, gewähren ein fesselndes Bild. Im Hintergründe des Platzes umrahmen kunstvolle Guirlanden und Blumenkörbe mit in elektrischem Lichte glühenden Blumen das mächtige Reichswappen, das von einem'ebenfalls aus Glühlampen hergestellten bunten Stern und Fahnen gekrönt ist lieber den gewaltigen Schloß- p!atz Herüber, hinter der Schloßkaserne, erstrahlt die Kuppel von dem Neubau der Chrishus-Kirche. Aus der Turmspitze unter dem goldenen Kreuz sendet eine Nernstlampe ihre intensiv roten Strahlen weit hinaus und kontrastiert in wundervoller Wirkung zu der übrigen Beleuchtung des Kuppellraues, um den sich mehrere Kränze von ungezählten weißen Glühbirnen schmiegen, und dessen Inneres im rnagi- chen Glanze vieler Bogenlampen in das Dunkel der Nacht leuchtet. Prächtig geschmückt ist auch der Alieeplatz. Zwei mächtige, große, blumenkorbtragende «Säulenlauben flankieren den llebergang zur Straßenbrücke. Flaggen, Tannen und Blumenanlagen dienen im übrigen zur Dekoration. Einen einheitlichen Schmuck hat die Binger «Straße, die den Aliceplätz mit der Großen Bleiche verbindet. Das Schloß- und Brückenthor sind mit Teppichen bekleidet, die in der Mitte das Reichs- nnd hessische Wappen tragen. 1500 Lampions sind aus der kurzen Strecke vom reichgeschmückten Landungsbock bis zum Schlosse angebracht. Auch hier haben eine Unmenge Flaggenmasten Aufstellung gefunden. In Kastel sind fast alle Häuser in den Straßen, welche der Kaiser passierte, mit Tannengrün, Teppichen, Wappen und Fahnen reich geziert, und bei dieser Gelegenheit sei ganz besonders der Atondrionscheu Weinstube gedacht. Das neben dem Gouvernemeutsgebäude befindliche kleine Haus ist hübsch geziert und trägt, wie bei 'jeder Gelegenheit, auf drei großen Tafeln eine originelle Begrüßungsinschrift. Diesmal hat sie folgenden Wortlaut: Moguntias magnetische Macht Zieht den Rmjer zu uns immer mehr; Jetzt bleibt Er schon hier über Nacht, Bald zieht es Ihn ganz hierher. Der Mainzer Festungswall kommt fort, Der Bortell leucht' Jedem wohl ein, Denn Mainz giebt jetzt ein Luskurort, Die Landluft kann besser herein. O edler Herrscher, 0 mecke Dir Was unsere Damenwelr spricht: -Laß doch die Leutnants alle hier Versetz' sie nach Krefeld nicht 1" Mainz, 16. Aug. (Tel. d. Gieß Anz.) Heute vormittag tr.-i'en per Bahn die drei Schwesters des Kaisers, die Kronprinzessin von Griech>enland, die Erb- Prinzessin von Meiningen und die Prinzessin Friedrich Kaul von Hessen, hier ein und wohnten in Begleitung des Pro- vinzialdirektors und des Oberbürgermeisters der Tr u p p e n- sch au aus dem „großen Sande" bei. Nach der TruppenschM sind et Tafel im Schlosse statt, an der außer dem Kaiser und seinem Gefolge nur an höhere Militärs Einladungen ergangen sind. Der Großherzog, der noch einen Tag hier bleibt, hat für den Sonntag die Spitzen der Zivil- behördeu eingeladen. » In seiner Düsseldorfer Rede ist der Kaiser also auch auf die Kanal Pläne zu sprechen gekommen Unser obiger Bericht folgt einer Privatmeldung; der ofsiziöse Bericht des Wolsischen Bureaus giebt die betreffende Stelle in der folgenden, weniger markanten Fassung wieder: „Düsseldorf sei eine von den glücklichen Städten, die ein Lied singen könnten von der Nützlichkeit der Wasserstraßen." Der Unterschied beider Lesarten faW ins Auge. Für die Korrektheit der Privatmeldung spricht der Umstand, daß )ie kaiserliche Rede in chrem direkten Wortlaut mitgeteilt, also nachstenographiert worden ist. Die Wiedergabe durch das ofsiziöse Depeschenbureau enthält nur einen Auszug aus dem Inhalt der Ansprache. Jedenfalls wird man den Schluß ziehen dürfen, daß die noch vor kurzem verbreitete Behauptung die Vorarbeiten zur Wiedereinüringung der Kanalvorlage seien „in vollem Gange", durchaus hinfällig ist. Hätte der preußische Landtag bereits in der nächstQi «Session sich mit dem Mittellandkanal wieder zu beschäftigen, so würde der Kaiser wohl ausdrücklich daraus hin- gernteten haben. Aber die Wasserstraßen stehen nidg-t auf dem Programm; Graf Bülow ist mit seiner Meinung durchgedrungen, daß es nicht zweckmäßig sei, den Kampf um den Zolltarif-Entwurf 'durch politische Schwierigkeiten in Preußen zu verschärfen. Der Zufall fügt es, daß just jetzt die konservative „Kreuzztg." einen Aufsatz int amtlichen „Archiv für Eisenbahnwesen" über die ftnanzielle Entwickelung der preußischen Binnenwasserstraßen zum Anlaß einer erneuten Feststellung der „schon lange bekannten Thasiache" nimmt, daß unsere künstlich hergestelllen Binnen- wasserstraßen durchaus unrentabel seien, eine schwere Last für den Staatssäckel. Es liegt auf der Hand, daß die kanal- geanerischen Preßorgane nicht immer wieder ihre Gründe geltend machen würden, wenn nicht in diesen Kreisen die Besorgnis herrschte, daß die Regierung auf diese Pläne nicht verzichten wolle. Einstweilen also ist diese Besorgnis gegenstandslos. Mer ebenso der Unterlage entbehrend erscheint die Annahme, daß mit der Zeit eine andere Auffassung von dem Verkehrsnutzen der großen Wasserstraßen bei der Rechten Raum gewinnen werde. Das Gegenteil ist zu bemerken : Der Widerspruch wächst und befestigt sich un Laufe der Zeit. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kircherwlatz. Bremen, 14. August. (Per transatlantischen TelegrapbJ Der Doppelschraubeu-Postdampfer „Frankfurt", Kapt. P. Albrecht, vom Siorddeutjchen Lloyd in Bremen, ist heute 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Verlobte verlangen von der Darmstädter AtSbel-Fabrik, Darmstadt, Offerte nebst Katalog und Preisliste. Bedeutendstes und größtes Einrichtungshaus Rüttel- und Süddeutschlands für alle Stände. 160 Zimmer-Einrichtungen wohnungsfertig, einschließlich Küche. Sehenswürdigkeit 1. Ranges. Spezialität: Brautausstattungen in ledem Genre und Preis. Konkurrenzlos in Auswahl, Form, Geoiegenheit und Preis. 3789 ■ Warnung vor Fälschung in Pillen noch in Pulvevform noch mit Kakao ■ Wv(lv.L gemischt, sondern n 11V in Flaschen mit eingeprägtem Namen ißt HommePs H Haematogen echt. 5410 I $C18ö5.Öet Magdeburger Ä^Mi^Wk! Lebens-Verficherungs-Gesellschaft gewährt alle Arten der Lebens-Versicherung zu billigsten Prämien und günstigsten Bedingungen. Vertreter für Gießen: General-Agent H. Krieb, Goetheftr. 46. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen | Garteustraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 8 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Buchbinder, 1 Heizer oder Kesselwärter. 2 Schreiner, 1 Arbeiter, 2 Hausbürschchen im Atter von 14 bis 16 Jahren. 8 Taglöhner, 2 Dienstmädchen, 2 Laus- stauen, 1 Kaufmann, 1 Expedient. Nachfrage der Arbeitgeber: 2 Glaser, 1 Wagner, 1 Schremer, 1 Gärtner, 1 Schneider auf Woche, 1 Knecht, 2 Bäcker-Lehrlinge, 10 Dienstmädchen. Bekanntmachung. Bezüglich der nachfolgenden im Hypothekenbuch von Albach eingetragenen Hypotheken: 1. zu Gunsten der Vorschutzkaffe zu Steinbach für ein dem Johannes Weber zu Albach gegebenes Darlehen von 1200 Mk. mit Rang vom 25. August 1877, lastend auf IX/13, 14'/,g, 146/io, 15, 15'/io, V1I1/303, 1I/2O1»/1O, 1/643 (alt: IX/103, 32, VIII/613, 11/371, 1/496); 2. zu Gunsten des Karl Vogt VI. zu Lich für eine gegen Johannes Weber zu Albach ausgeklagte Forderung von 44 42 Mk. mit Rang vom 14. November 1879, lastend auf IX/13, 141/10, 14-/1°, 146/io, 15, 151/10, H/216, 1/643 (alt: IX/103, 32, 1I/379%O, 1/496); ,3. zu Gunsten des Spar- und Vorschußoereins Großen-Buseck * für ein dem Johannes Schmidt von Albach gegebenes Darlehen von 200 fl. mit Rang vom 14. Januar 1853, lastend auf 1/65, 481 (alt: 1/51, 986); 4. zu Gunsten des Kaufmanns Karl Lony zu Gießen für ein dem Christian Lauer zu Albach gegebenes Darlehen von 538,51 Mk. mit Rang vom 10. Februar 1880, lastend auf 1/35, 36, 37, 11/211, III/123, VI1/166, 205, 298, 450, X/79 (alt: I/30'/10, 303/10, 3O5/lo, 30«/,«, H/3792/,0, IU/321, VI1/218, 238, 425, 739, X/184); 5. zu Gunsten des Daniel Keil zu Gießen für eine gegen ' Christian Lauer zu Albach ausgeklagte Forderung von 425,48 Mk. mit Rang vom 10. Februar 1880, lastend auf 1/35, 36, 37, 11/211, IU/123, V11/166, 205, 298, 450, X/79 (alt: I/3O‘/10, 3O3/lo, 305/io> 3o8/to, n/3792/io, 111/321, Vll/218, 238, 425, 739, X/184) ist im Anlegungsverfahren das Erlöschen des Schuldgrundes glaubhaft gemacht worden. Die Hypothekurkunden sind in Verlust geraten. Rechte aus den vorgenannten Hypotheken sind binnen 2 Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, widrigenfalls die Löschung der Hypotheken verfügt werden wird. Gießen, den 12. August 1902. 5769 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung, betreffend: Die Rabbiner Dr. Levi-Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 1. Oktober d. Is. die Jahreszinsen pro 1901/02 mit 156 Mk. zu einem Drittel an zwei Arme der israelitischen Re- llgionsgemeinde Gießen, zu einem Drittel an zwei arme Israeliten der Provinz Oberhessen, zu einem Drittel an zwei christliche Arme der Stadt Gießen zu »erteilen und wollen sich Bewerber um dieselben innerhalb der nächsten 4 Wochen schriftlich hierher wenden. Gießen, den 15. August 1902. 5766 Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. I. V: R. Stamm. Arbeitsvergebung. Die zur inneren Herstellung einer Lehrerwohnung zu Allendorf a. Lahn nötigen Arbeiten sollen auf dem Submissionsweg vergeben werden: L Weißbinderarbeiten veranschlagt zu 115.85 Mk. 2. Tapezierarbett n v 42.55 , Angebote sind verschlossen bis zum 21. d. Mts., vormittags 11 Uhr, mit entsprechender Aufschrift portofrei auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen nnd wird an diesem Tage auch die Oeffnung der Offerten stattsinden. Voranschlag und Bedingungen können vorher daselbst esngesehen werden. Allendorf a. £at)n, am 15. August 1902. Großb. Bürgermeisterei Allendorf a. Lohn. Volk. 5768 Kochm-Dmi»!»Gtchn-KchiK Eingetr. Genossensch. mit unbeschr. Haftpflicht. Sonntag den 24. August L I., nachmittags 3 Uhr: General'-Versammlung bei Gastwirt Heinrich Größer. T°g-S-Ordnung- L R-chnungsablage für 1901. 2. Ausschluß von Mitgliedern. 3. Verschiedenes. Der Borstand: 5788 H. Meyer, Direktor. Karl Siegsried, Lagerhalter. NLAWZ Panzerkassen, Aktenschränke für Gemeinden und Behörden, Kassetten und Kopierpressen preis würdig. jfr, Krogniann, Kassenschrankfabrik. Fall Löhning. Es wird der Fall Löhning zur Zeit ventiliert, Als wär' was Besonderes gescheh'», Wer einigermaßen nur orientiert, Der wird nicht Apartes drin sehen. Wohin heute wenden die Blicke man mag, Da tritt ein Pedant zu dem Fall zu Tag. Im Schnellzugtempo chut stets reifen Die Firma Anna Springmauu hier. Der Kundschaft Schuhe anzupreisen. Die wirklich gut und billig sind. 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