Nr. 164 Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 16. Juli 190« Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kefflschen Landwirt die Siegener Familien. Mäher viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-B»rch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Tchulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 51. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertes äbrlich Mk. 2L0; durH Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzeigen für die Lagesnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZetlenpretS: lokal ISPf, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und LandE und »Gerichtssaal^: Curt Plato; für den Än- zeigenteil: Hans Beck. Bekanntmachung. Betr.: Die Besetzung einer Schutzmannsstelle. Bei unterzeichneter Behörde ist eine weitere Schutzmannsstelle mit einem Anfangsgehalt von Mk. 1320.—, steigend jährlich um Mt. 30.— bis zum Höchstgehalt von Mk. 1800.—, am 1. Oktober l. Js. zu besetzen. Geeignete Bewerber wollen sich unter Vorlage selbstgeschriebener Gesuche, denen die Militärpapiere, sowie Führungs- zeugniffe anzuschließen sind, bis spätestens 20. August l. Js. melden und vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen. Gieß en, den 15. Juli 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, Hechler. Gießen, den 14. Juli 1902. Betr.: Die Pfleggeldsätze in den Kliniken der Landesuniversität. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien, sowie die Vorstände der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften des Kreises. In Abänderung des durch unser Ausschreiben tm Kreisblatt Nr. 39 vom 5. April 1902 bekanntgemachten Pflegegeldsatzes für die Verpflegung der III. Klasse in der Ophthalmo- logischen Klinik der Landesuniversität ist der tägliche Pflegegeldsatz in der genannten Klinik bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: Der veränderte Pfleggeldsatz für die HI. Klasse tritt sofort in Kraft. I. V.: Dr. Wagner. Ordn.-Nr. Täglicher Pfleggeldsah in der: Für die I. Klasse im Sommer- | Winter- Halbjahr Für die II. Klasse im Sommer-- | Winter- Halbjahr Für die HI. Klasse im Sommer- | Winter- Halbjahr 4 Qphthalrnologischen Klinik (Augenklrnck) 6 M. 6 Mk. 3 Mk. 3,50 Mk. für Erwachsene: 1 Mk. I 1 Mb für Kinder: 0,70 Mk. 1 0,70 Mk. Haager Konferenz gründen, die ans Initiative des Kaisers berufen wurde. Dieser Appell an die „Solidarität der Kulturvölker" klingt sehr hübsch. Zweifellos haben die Ausführungen Wittes, rein abstrakt genommen, viel Berechtigung; nament- llch auf die Entwickelung in Amerika, das durch rücksichts-- los prohibitive Schutzzölle und durch die Bildung der Riesentrusts die Preise im Jnlande so hoch hält, daß es aus dem Weltmartt mit Schleuderpreisen als mächtigster Konkurrent der anderen Ausfuhrftaaten aufzutreten vermag, treffen sie durchaus zu. Und es ist ganz klar, daß die Petersburger Anregung sachlich wie formell durchaus auf demselben Wege liegt, wie die Brüsseler Zuckerkonvention. Nur soltte Herr v. Witte nicht vergessen, oaß gerade Ztußland am wenigsten Berechttgung zur Klage hat. Volltische Tagesschau. Eine neue Friedenskonferenz? Aus Petersburg kommt wieder einmal eine internationale Ueberraschung. Diesmal hüllt sie sich aber nicht so in bunte Dekorationen idealisttscher Zukunfts- fchwärmereien; überall steht der nackte, nüchternste wirt- schaMche Egoismus aus den Hüllen der Phrase heraus. Als Herr v. Witte seine Note über die Zucker ko nvention versandte, wurde schon angekündigt, daß Rußland demnächst mit einer Anregung allgemeinerer Natur, namentlich bezüglich der Syndikate, hervortreten werde. Das geschieht jetzt. Und wenn es sich zunächst nur um amtliche Petersburger Zeitungsartikel hairdelt, so ist doch der RÄmen der Anregungen wetter als man erwarten konnte. Der Draht meldet von der Newa: „Die Organe des Finanzministeriums veröffentlichen einen längeren Artikel mit der Ueberschrist „Die internationale Bedeutung der Syndikate und die Note des Finanzministeriums". Der Arttkel behandelt die Frage der künstlichen Herabdrückung der internationalen Preise als Ergebnis von Maßregeln zur Beseitigung der Konkurrenz auf den ausländischen Märkten oder zur Hebung der Preise auf den inländischen Märkten, beleuchtet sodann die Frage der Exportprämien und die der Syndikate überhaupt und schließt mtt folgenden Ausführungen: Es liegt gegenwärtig der Schwerpunkt der Frage der Prämiierung von Ausfuhrwaren und der durch sie hervorgerufenen Herabdrückuirg der. internationalen Preise ausschließlich in der Ausfuhrthätigkeit der Syndikate, Trusts und Kartelle. Es scheint, daß es gerade jetzt zeitgemäß ist, sich mtt der Frage dieser vom intern nationalen Gesichtspunkte aus schädlichen Thätigkeit zu beschäfttgen, umsomehr als der Zeitpunkt des Ablaufes der Handelsverträge herännaht und die außerordentlich ernste Frage ihrer Erneuerung erficht. Wird es klug sein, wenn man diese der vaterländischen Industrie schädliche Seite der Thättgkeit der Syndikate vor Augen hat und weiß, daß infolge chrer Acacht schon jetzt die Frage ihrer Gefährlichkeit als „eines Staates im Staate" aufgeworfen wird, wird es unter solchen Bedingungen klug sein, auf lange Zett hinaus Zollsätze festzulegen, sich da- ourch in BeMg auf die Anwendung des einzigen wirksamen Verteidigungsmittels gegen den g e w i s s e n l o s e n K o n k u r r e n z k a m p f der Syndikate die Hände zu binden und die vaterländische Industrie den Schlägen derselben preis^ugeben? Ueberhaupt widerspricht die Thätig- kett der Syndikate den Tendenzen der modernen Handelsverträge, welche auf dem Prinzip der Solidarität der Kulturvölker begründet sind. Die Handelsverträge vom Anfang und Die vom Ende des 19. Jahrhunderts sind ihrem Geiste nach schr verschieden. Letztere enthalten eine große Reihe von Paragraphen, welche ersteren Lcnbekaunt waren, und den gegenseitiges Schutz der Industrie zum Zweck haben. Selbst Zugeständnisse bei den Tarifsätzen, die auf dem Prinzip des „do ut des" beruhen, erscheinen, wenn man genauer auf sie eingeht, als gegenseitige Abgrenzung auf dem Gebiete der Warenproduktton, denn sie gründen sich auf ein sehr aufmerksames Studium der Bedingungen der Produktton und des Handels. Die zuletzt abgeschlossenen Verträge enthalten noch einen für die gegenwärtige Entwicklung der Handelsverträge ebenfalls charakteristischen Artikel, nämlich die Abmachung über die s ch i e d s r ich t e r l i ch e Entscheidung bet Meinungsverschiedenheiten über die Anwendung der Handelsverträge. Das Finanzministerium bewegt sich, indem es sich! mit seiner Note an die Signatarmächte der Brüsseler Konvention wendet, auf dem Wege der Solidarität der Völker, welche eine der besten (£> rungenschasten unserer Kultur bildet. Wesentliche Jn- teressensragen, welche viele Staaten berühren, müssen durch internationale Vereinbarungen gelüst werden. In dieser Beziehung ist die Note des Finanzministeriums aus ökonomischem Gebiete die Anwendung derjenigen Prinzipien, auf welche M die Beschlüsse der Ausflug des landwirtschaftlichen ^okalvereins Kietzen. (Originalarttkel des „Gieß Anz.") -1- Gießen, 15. Juli 1902, Der landwirtschaftlich^ Lokalverein Gießen uitternahm am Sonntag den 13. d. M. einen Ausflug auf die Versuchsfelder des landwirtschaftlichen Instituts, die bekanntlich dem neu errichteten Siechenhause gegenüber, östlich des alten Anneröder Weges längs der Oberhessischen Eisenbahn liegen. Herr Professor Dr. Albert hatte berettwilligst die Führung übernommen und erklärte in eingehendster Weise den zahlreich erschienenen Mitgliedern des Vereins die getroffenen Vorbereitungen zur Saat, die Düngung, die Aussaat selbst, die weitere Behandlung der Saaten und den Erfolg, der mtt den verschiedenen Getreidearten bis heute erreicht, und welche Zwecke mtt den Anbauversuchen verfolgt werden sollten. Das Versuchsfeld, fünf Normalmorgen groß, ist in fünf gleiche Parzellen abgeteilt und zwar in Längs streifen, die von dem Feldweg sich nach der Oberhessischen Bahn hinabziehen, welche mit Dem oberhalb liegenden Weg hier nahezu parallel läuft. Quer durch diese Längsstreifen, die durch tiefe Furchen getrennt sind, wurden kleine Quergräben gezogen, die wiederum das Versuchsfeld und damit die ern- zettlen Längsstreifen in fünf gleiche Teile zerlegen. Die so entstandenen weiteren fünf Abteilungen sind nur in Bezug auf die Düngemittel — ausschließlich Hilfsdünger — verschieden resp. gar nicht behandelt. Zwischen dem Feldwege und dem ersten Quergraben haben die Längsstreifen durchweg eine Bolldüngung von 1 Ztr. Chili, 1 Ztr. 20 Proz. Superphosphat und 2 Ztr. Kaintt erhalten. Die folgende Abteilung 1 Ztr. Superphosphat, 2 Ztr. Kainit, Die dritte Abteilung ist ungedüngt geblieben, die vierte hat 1 Ztr. Chili und 2 Ztr. Kainit erhatten, die fünfte Abteilung 1 Ztr. Chili und 1 Ztr. Superphosphat. In der Längsrichtung der Parzellen ist die Aussaat verschieden, in den Querabteilungen nur die Düngung. Der erste Längsstreifen — jeder Längsstreifen ist, wie erinnert wird, 1 dtormalmorgen groß — trägt Sommerweizen. Dieser ist ungewöhnlich weit gedrillt, wurde mit der Hacke wiederholt bearbeitet und zeigt für diesen leichten Boden, — das ganze Versuchsfeld besteht aus humosem sandigen Lehm mit Kiesunterlage — einen guten Stand mit gut entwickelten Aehren. Auffallend zeigen sich die Wirkungen der verschiedenen Httfsdünger. Um nicht mißverstanden #u werden, sei hier gleich bei. der ersten Parzelle sestgestellt, wie die Düngung jede der fünf Weitungen, der Längsstreifen getroffen hat. Das erste Fünftel dieser Parzelle bis zum nächsten Onergraben hat durch das Quer- überstreuen der sämtlichen Parzellen die oben angeführte VoNdüngnng erhalten, das zweite Fünftett nur 1 Ztr. Superphosphat und 2 Ztr. Kainit, das dritte Fünfteil ist ungedüngt geblieben, das vierte Fünfteil erhielt 1 Ztr. Chili unD 2 Ztr. Kaintt, das letzte Fünsteil 1 Ztr. Chili und 1 Ztr. Superphosphat. Diese Düngergabe trifft nach den oben gemachten Ausführungen auch für die vier folgenden Längs- ftrpifen von je 1 Morgen zu. Treterr die Urtterschiede zwischen den verschiedenen Düngergaben und der ganz ungedüngt gebliebenen Fläche in der Vegetation des Sommerweizens nicht sehr fchchoff hervor, so ist das im hohen Maße der Fall bei dem nun folgenden Längsstreifen, dem zweiten, der Gerste und zwcrv 6 Sorten unmittelbar nebeneinander trägt. Diese sechs Sorten sind auf 21 Ctm. gedrillt, die Drillreihen folgen natürlich der Längsrichjtung der Parzelle und durchschneiden, es wird das wiederholt, um kein Mißverständnis auskommen zu lassen, die fünf in verschiedenen Zusammensetzungen auf* gestreuten Dünger, natürlich auch den'nicht gedüngten Quers* streifen (den dritten). Zwischen den verschiedenen Gerfftew» sorten ist keine Grenzlinie gezogen, jede Sorte nimmt 12? Drillreihen in Anspruch, aber die braucht man nickst zu zählen, um zu unterscheiden zwischen den Sorten. Die eine hebt sich scharf ab von der anderen dustch die Form und die hängende (nickende) ober aufreckst stehende Aehre, durch die raschere und langsamere Entwickelung der Pflanze und damit durch den Reifezustand. Herr Professor Albert hielt uns über diese Gersten»» sorten einen längeren Vortrag. Wir sehen die Gerste vom Feldwege aus; dieser Teil der Parzelle hat Volldünguna en* halten. Die Entwickelung der Gerste ist prachtvoll, sie burfte auf biesem geringen Boben nicht kräftiger sein, denn einzelne Sorten zeigen Neigung zum Lagern, obwohl wir in ber letzten Zeit boch keinen ober nur leichte Regen hatten. Die erste Sorte bezeichnet Professor Albert als gewöhnliche Landgerste, die sich ausgezeichnet entwickelt hat, lange Aehren zeigt und in der Rette am weitesten vorgeschritten ist. Ob sie eine begehrte Braugerste liefern wird, steht dahin. Beim Gerstenbau müssen die Wünsche der Brauen in erster Linie berücksichtigt werden. Die -folgende Sorte i st die sechszeilige dänische Gerste, welche bei den Brauern nicht beliebt ist, aber gstoße Erträge liefert, für das Brennereigewerbe zu Malz mit gutem Erfolg verarbeitet werden kann und wohl in erster Linie zu Futterzwecken verbraucht wttd. Als dritte Gerstensorte reiht sich an die Jmperialgerstt mit ausrechtstehenden Aehren. Der Kem ist grobkörnig, nicht besonders beliebt als Braugerste. Die Pflmrze hat sonst den Vorzug, nicht leicht zu lagern, ist aber spätreif und liefert kein gleichmäßiges Malz. Die Perlgerste, eine englische Hochzüchtung, entspricht allen Anforderungen der Malzfabriken, während die fünfte, die Hcmnagerste, sich rasch entwickelt, früh reift und in dieser! Beziehung neben ber Landgerste an erster Stelle steht. Die letzte Gerstensorte, Chevallergerfte, reift später als bie Hannagerste, liefert gute Erträge, steht aber unter den Braugersten nicht in erster Reihe. Die Gerstensorten stellen große Anforderungen an den Boden, kalkreiche warme, humose Lehmböden von bester physikalischer Beschaffenheit, auch kräftige sandige Lehmböden jagen ihr zu. Gute Braugerste wächst bei sonstiger guter Be* Handlung nur auf den besten Böden Deutschlands unter günstigen klimatischen Verhältnissen. Auf die Gerstenparzelle folgt die Roggenparzelle. Auch ber Roggen ist ungewöhnlich weit gedrillt, die Sorte scheint nicht rein, zahlreiche Aehren, die in der Kömerbaldung starke Lücken zeigen, deuten auf Staudenroggen. Bei diesen Beobachtungen macht Pros. Albert befonberS daraus aufmerksam, daß sich diese Eigenschaft des Roggens, mangelhaft anzufetzen, trotz dem besten Befruchtungswetter, vererbe. Da nun bie Körner in der Nähe einer Lücke sich besonbers voll entwickeln, da ihnen die Nahrung für die nicht entwickelten Körner zufließe, so sei es fehlerhaft, bei der Fertigstellung des Saatgutes beim Roggen die stärksten Körner zum Säen auszusondem, da sich mit Sicherheit vor ausseh en lasse, daß solches Saatgut wieder sehr viel lückige Aehren erzeuge. Die 4. und 5. Parzelle ist mit 13 Sorten Hafer bestellt und diese §aferforten erregen neben den Gerstensorten das allergrößte Interesse. Hafer kann auf jedem Boden gebaut werden, im Gebirge und im Thale. Die Haserpflanze ist genügsam, anspruck)slos, aber sie ist ungeheuer dankbar für jede Hülfe, bie ihr wird: gute Bodenbearbeitung, sachgemäße Düngung. Würde mau den Hafer mit so viel Aufwand bestellen, wie bie Zuckerrübe, man würde Wunder erleben. Wäre es nicht Zett, so zu verfahren, da heute ber Hafer teuerer ist wie jede andere Frucht und das Zuckerrübenbauen gleich nach dem Gänsestehlen kommt? Das hat aber Professor Albert nicht gesagt. Bon den Hafersorten komntt zuerst ein tatarischer Fahnenhafer, der nickst empfohlen wird. Dann folgen Drei Hasersorten: Beseler 1, 2 und 3. Nr. 1 ist die bekannte starkwüchsige Beselersche Züchtung, stark und lang im Sttoh, mit stark entwickelten, gut besetzten- Rispen, die grp^ ftörtierernten, aber mtt sehr starker Schale und geringerem Fettgehalt im Kern liefert. Diese Sorte bleibt empfehlenswert zum Anbau für Landwirte, bie Hafer verkaufen wollen. Wir kommen hernach zu Hasersorten, die über 5 pCt. leicht- verdaulichen Fettes im Kern enthalten, während Beseler Nr. 1 wenig über 3 pCt. Fett enthält, welches für tüe nährung unserer jungen Zuchttiere so überaus wertvoll ist und auch den kleinen Menschenttndern so gut bekommt.' — Beseler Nr. 2 ist kürzer im Stroh, wahrscheinlich weniger ertragreich wie die vorige Sorte, aber reicher im Jett? gehalt der Körner. Während sich Nr. 2 Dem Gelhhäser, nähert, ist Beseler Nr. ß ein ausgezeichneter Gelbhafer, der durch seine mit Körnern von unten bis in die Spitze gut besetzten Rispe vielleicht dem Beseler Nr. 1 im (ö> trage gleichkommen wird. Weit übertrifft er ihn aber in Bezug aus Dünnschallgkeit und Nährwert ber Körner, Denn Über ö PCt. leichtverdaulichen Fettes enthalten dieselben. Es folgt der Leutewitzer Gelbhafer von Stesger. Derselbe eignet sich für leichtere Böden, liefert wenig Strotz, viel Körner, entwickelt sich rasch intb ist früh reist Dch Rispen zeigen im unteren Teil und in Der Spitze leere JStoefeen^ tfefe Fehler hat Beseler ans Mwm Hafertzrrterr xstückuch hercmsge^ichtet Der PftffeLbocher Hafer von Kirsche ist durchaus cm- bauwürdig, während der darauf folgende weiße Fahneu- hafer, der Pcttttck-SHirreff-.tzafer, der schwarze Fahnenhafer MM als anbauwürdig gellen können. MS 10. Sorte folgt der schwedische Ligowohafer, welcher bn der Provinz OLerhessen schon Verbrellung gefunden hat und schwere, kurze Körner zeigt. Darnll ist diese Hafersorte eine gute Handelsware, für die Vorzugspreise erzielt werden können, aber wahrscheinlich in Bezug auf Massenertrag dem Beseler Nr. 1 nicht gleichkonnnt. Nachträglich sei erwähnt. daß Beseler Nr. 2 und 3 int Handel noch nicht zu hoben sind. Die 1L Sorte ist ein schwedischer Gelb- haser, die 12. ein Hundsrücker Gelbhafer, die 13. ein Land- hafer, fixer ausgearteter Probfterer Hafer zu sein scheint. Heber die drei letzten Sorten läßt sich nur sagen, daß ihr Stand gut ist- daß die Pflanzen aber ungleich in der Entwickelung sind und jedenfalls ungeeignet zum Anbau, wenn -rwm etwas Besonderes leisten wttl. ' Ueberraschend war jedem Beschauer die Wirkung der Hülssdünger. Durchweg zeichnete sich die Volldüngung aus. Der Stand dieser Fruchte war ausgezeichnet. Besonders die anspruchsvolleren Gerste- und Hasersorten zeigten sich Mr dankbar für die Volldüngung. Stickstoff, Phosphor- |änxe und Kall zeigten sich aber sehr stark ver- schMipst, wo man ihnen gar nichts geboten hatte. Me SückstoffLüngung mit nur Kainit nahmen .Hafer und Gerste weniger übel als die Düngung mit Stichstoff und nur Phosphorsäure. Diese Begehrlich toll nach Kainit hängt wohl jedenfalls mll den Bodenverhältnissen zusammen. Die fehbnäxe Salpetergabe machte sich wieder besonders bemerkbar bei den anspruchsvolleren Gerste- und Hasersorten, die viel leisten, aber auch danach gefüttert Jein wollen Die stärkere Düngergabe rentiert sich aber gerade bei diesen eraiÄgsten Sorten glänzend, wie die starke Futtergabe M einer guten Milchkuh. Das Ueberfüttern ist natürlich! bei Pflanze und Tier vom Hebel und rächt sich in irgend einer Weise. Herr Professor Albert will sein ausgezeichnetes Saatgut nach der Ernte den Landwirten zur Vermehrung über- ueferu. Wenn diese unter einer gewissen Kontrolle, von gewissMhafteu Landwirten und aus geeignet vorberelleten Ackerflächen geschieht, kann von dieser Stelle aus das beste .Saatgut innerhalb zwei Jahren so stark vermehrt werden, daß alle Gemarkungen der" Provinz in gewissem Maße damll versehen werden können.' Man kann erwarten, daß es nicht bei Projetten bleibt und daß die Versuchsfelder der Universität nicht allein der Wissenschaft, sondern auch der Maxis unmittelbar dienen werden. Aus Stadt und Saud. Nid da, 14. Juli. Bei dem Umbau der Kirchein «l-of eld wurde am 9. d. M. eine wenige Centimeter unter dem Chorfußboden liegmtde Gruft vorsichtig geöffnet. Die Gamft hatte eine Liefe von nur 80 Centimeter, eine Breite von 70—80 Centimeter und eine Länge von 125 Centimeter. Die Wände des Grabes und der Fußboden waren mit roten Tbonplatten bekleidet, von denen die Fußbodenplatten und die oberste Wtelluug der Wandplatten mit reichem Muster versehen sind. Diese haben eine Aehn- llchckeit mll denjenigen Platten, wie sie bei dem Umbau der Stadtkirche in Friedberg mehrfach gesunden wurden. Auch hier ergänzen sich je vier Platten zu einem Muster. Da dn Epitaphium der Familie von Brambach in der .Kirche noch vorhanden ist, so ist die Zusammengehörigkeit desselben mll der Gruft wahrscheinlich und man kann mll jSicherhell anuehmen, daß die Gruft die Ueberreste der im Jahre 1692 verstorbenen ,Mrna Elisabethe Johannia Juliana von Brambach und der Wohlgeborenen Fr. „Elisab. Rebecca von Brambach- geborene von Geismar", enthält. Die Schrift auf dem Epitaphium sagt, daß das Kind 2 Jahre und 3 Monate all geworden ist. Mainz, 14. Juli. Von Herrn A. Steinert, der mll großer Majorität zum Direktor unseres Stadt- Iheaters gjewähll worden ist, wurde dieser Tage verkündet, er fei Protestant; sein Hauptkonkurrent um diesen Posten, der einige Wochen hier wellte, hat, wo es ihm 'empfehlenswert schien, seine Angehörigkeit zum Katholizismus betont. Ob das eine Glaubensbekenntnis mehr, das andere weniger zur Theaterlellung befähigt, wissen wir nicht, dbenso wenig dürfte bekannt sein, wie lange man einem dieser Bekenntnisse ängehört haben muß, um daraus für die Kunst profitieren zu tonnen. Ein früheres Mitglied der hiesigen Bühne, das sich die Gunst aller, Katholiken, Protestanten und Juden, sichern wollle, packte die Sache prakttsch an und betonte sich zum Islam. Dieser Anhänger Mohameds erklärte mit Vorliebe: „Um Religionsstteitig- kelle' kmnmer' ich mich nix; ich bin e' Terck!" Vermischtes. • Allenstein, 15. Juli. Gestern nachmittag fuhr aus dem hiesigen Rangier-Bahnhofe ein Zug von vierzig Achsen gegen einen Prellbock. Die Maschine wurde stark beschädigt. Ein Heizer erlitt einen Beinbruch, ein anderer wurde am Arm verletzt. • Glauchau, 15. Juli. Der Stadttat Winckler, Inhaber der Papierwarenhandlung Robert Winckler jr., hat sich gestern nachmittag in seinem Privatkomptott aus unbetonten Gründen erschossen. Sein Bruder, der früher Stadttat in Chemnitz war, hat sich vor 2 Jahren im Stadtwalde von Chemnitz erhängt. • Antwerpen, 15.Juli. Einem Diamanthändler AnS Rotterdam wurde an der belgisch-holländischen Grenze seine Handtasche gestohlen, die für über 100000 Franks Diamanten enthielt. * Paris, 15. Juli. In einem Wagen L Kl. eines oou Paris nach Versailles fahrenden Eisenbahnzuges wurde heute vormittag gegen den Deutschen Dr. Orden st ein ein Mordversuch begangen. Ein anständig gekleideter junger Mann brachte chm mehrere Mesierstiche in den Leib bei. Dem Ueberfallenen gelang es, ein Notzeichen zu geben. Der Thäter wurde verhaftet, weigert sich aber, seinen Namen anzugeben. Dr. Ordenstein ist in der hiesigen deutschen Kolonie ein sehr angesehener Arzt, aus Worms gebürtig. Sein Zustand war heute abend noch sehr ernst. Die Aerzte des Hospitals Beaujon, wohin der Verwundete gebracht wurde, sind der Ansicht, daß es gefährlich sein würde, heute noch zu einer Operation zu schreiten, und verschoben die Entscheidung auf morgen. — Der Thäter wurde heute nachmittag in das Polizeidepot gebracht; er weigert sich fortgesetzt, seine Personalien anzugeben. • Wellllrrgbou (Neuseeland), 15. Juli. Hier fanden sVerg, Kertenhansen nach Fritzlar. Dort Nachtquartier, furcht b a re Explosionen des Geysers Waimangu bei 19. Juli, Abfahrt 5 Uhr morgens, bis nach Kassel, wosMst Rotorua statt. Die Wassersäule erreichtt eine Höhe von 800 to Ankunft um 7t/2 llhr vormittags erfolgen muß bis 900 Fuß. * Abgestürzt. Aus Berchtesgaden wttd mitge- teÜt, daß der 31jährige Buchhalter Ignatz Geiger aus Gartenau beim Versuche, vom Unterkunstshaus am Öfter» reichischen Hochthron über das Geiereck zum bayerischen Hochthron hinüberzugehen, vom Wege abgeraten und in der Nähe der Schellenberger Eislöcher in die Tiefe gestürzt ist. Er hat aller Wahrscheinlichkeit nach sofott den Tod gefunden. Sowohl von österreichischer als auch von bayerischer Seite find Expedllionen unterwegs, um den Verunglückten zu suchen. * Eine Rabenmutter. Ein entsetzliches Weib ist die Arbellerftau Kutza aus All-Zabrze in Schlesien. Schon oft hat man sie total bettunken an getroffen. Am Samstag erfolgte ihre Verhaftmrg, als sie mit einem ca. 2 Monate allen Kinde durch die Straßen von Zabrze taumelte. Das Kind, das einen jämmerlichen Anblick bot, wurde einer Frau zur Pflege übergeben; dasselbe starb aber nach ungefähr einer halben Stunde. Der Arzt stellte fest, daß das arme Würmchen einen qualvollen Hungertod erlitten hatte. * Vermietete Babies. In einer Stadt des westlichen Amerikas hat sich kürzliche eine Agentur gebildet, deren Zweck es ist, kinderlose Eltern ans Stunden, Tage oder Wochen mit schönen Babyexemplar en zu versehen. Es kommt häufig vor, daß eine wohlhabende Frau nicht die Verantwortung zu übernehmen wagt, die mit dem Adoptieren eines Kindes verknüpft ist, daß sie aber trotzdem sich gfern kindlicher Gesellschaft erfreuen möchte; diesem Bedürfnis soll die betteffende Agentur entsprechen. Die Mütter der vermieteten Babies gehören größtenteils den arbeitenden Klassen an und sind froh, ihr kärgliches Einkommen durch, die von der Agentur gezahllen Honorare ausbessern zu können. Die Agentur bürgt dafür, daß alle erdenkliche Sorgfalt den ihr übergebenen Kindern zuteil wird und sichert den Eltern schriftlich eine hohe Summe zu, falls das Kleine während seiner Abwesenheit vom eller- lichen Hause irgend welchen Schaden nehmen sollte. 9Jian wird gewiß die Mütter, die ihre Kinder auf diese Weise vermieten, für sehr gefühllos halten. Indessen wird man den armen Frauen doch mildernde Umstände zubilligen müssen. Thatsächflich ist aber das Kind, während es sich in den Händen der Gesellschaft oder chrer Kunden befindet, weit weniger Gefahren ausgesetzt, als zu Hause, wo Not und Armut wohnen und die Beaufsichtigung eine ganz ungenügende ist. Gegenwärttg zählt Die Gesellschaft in ihren Büchern 200 Babies im Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren. Sie stehen in dem Rufe, die gesundesten und schönsten unter den kindlichen Bürgern Amerikas zu sein, und man sagt, daß chnen der häufige Wechsel der Verhältnisse und der Umgebung durchaus nicht schade. Es scheint, daß die Abwechslung den Kindern gut bekomme und sehr gefalle. Obgleich, das Unttmehmen nckch den humansten Grundsätzen gekettet wttd, so ist es doch natürlich ein geschäftlicher Betrieb und zwar ein recht gewinnbringender. Die von den Kunden bezahlte Gebühr beträgt für das Kind 11/4 Dollar täglich Wttd jedoch ein Kind für eine ganze Woche' gewünscht, so tritt eine Ermäßigung ein und eine wettere Ermäßigung für einen ganzen Monat. Kein Kunde darf das Kind länger äls einen Monat behalten, da man es nichr zu lange von der Mutter trennen will. Die Agentur hat bisher so erfolgreich gearbeitet, daß wahrscheinlich auch an anderen Orten ähnliche Anstalten eröffnet werden dürften. (Hoffentlich beschränkt diese gewiß segensreich wirkende Babies-Agentur ihre Thätigkeit nicht bloß auf die jetzige, — heiße Jahreszeit) Sport. * Der 19. Bund estag des Deutschen Rad- fahrer-Bund es findet, wie wir bereits mitteilten, vom 18. bis 22. d. M. in Kassel statt. Von den vielen Anträgen, die zur Beratung vorliegen, dürfte der wichtigste derjenige des Bundesvorstandes sein, welcher dahingeht, den Vorstand zu ermächtigen, mit einer leistungsfähigen Versicherungs- Gesellschaft einen Vertrag auf Versicherung sämtlicher Bun- desmttglieder gegen Haftpflicht Dritten gegenüber bei Personen- und Sachbeschädigungen abzuschlietzen. Geht dieser Anttag durch, dann würde damit für die Bundesmitglieder eine segensreiche Wohlfahrtseinrichtung geschaffen sein. Der Gau 18, Magdeburg, hat übrigens einen gleichen Antrag gestellt, jedoch will dieser die Versicherung gegen Haftpflicht auf solche Personen und Sachschäden beschränkt wissen, die seitens der Bundesmitglieder bei Ausübung des Radfahrens unter Ausschluß von Wett- und Preisfahrten jeder Art Dritten zugefügt werden sollten. Von großer Wichtigkeit ist ferner folgender Antrag des Gaues 20, Berlin: „Die Fahrverbote und sonstigen Radverkehrs- einschränkungen im Deutschen Reich sind zu sammeln. Aus Grund derselben sind unter Hinzuziehung anderer Radfahrer- und Jnteressentenverbände die .Verhältnisse einer eingehenden Kritik zu unterwerfen, und das gesammelte Material mit einer Petition, in welcher dringend um Abhilfe gebeten wird, an die zuständigen Reichs- und Staatsbehörden, sowie an die betreffenden parlamentarischen Körperschaften zu übersenden." Dies würde der erste Schritt zur Herbeiführung einer einheitlichen, reichsgesetzlichen Regelung des Fährverkehrs im ganzen Deutschen Reiche sein. Hierbei Eörmte auch darauf geachtet werden, daß etwaige Beschränkungen und Erschwerungen, die dem Automobilsport behördlicherseits aus besonderen, im Wesen dieses Sportes liegenden Gründen auf erlegt werden, nicht auch auf das Radfahren ausgedehnt werden. Von allgemeinem Interesse ist noch ein Anttag des Gaues 9, Frankfurt a. M. : „Der Bundestag zu Kassel möge beschließen, daß der D. R.-B. in Gemeinschaft mit anderen Radfahrerverbänden und den Verttetungen verwandter Sportszweige den Eisenbahnminister bittet, die Straßenübergänge über die Schienennetze derartig Herstellen zu lassen, daß jegliche Art Fuhrwerk die Glerse ohne nennenswerte Erschütterung passieren kann; ferner die Barrieren an sämtlichen Sttaßenüberj-, gängen bei eintretender Dunkelheit mit hellleuchtenden Laternen versehen zu lassen, damtt Unglücksfälle, welche durch nicht beleuchtete Barrieren vorgekommen sind, in Zukunft vermieden werden." — Für die Mitglieder des Gaues 9. ist eine gemeinschaftliche Fernfahrt unter Leitung des Gau- fahrwarts, Nikolaus Ober Hoffer, Frankfutt a. M., vorgesehen. Ab fahrt von Frankfurt a. M. am 17. Juli, nachmittags 3 Uhr vom Hessendenkmal über Homburg, Friedberg, Butzbach, Gießen. Hier Zusammentreffen mit den Fahrern des Gaues 4 (Rheinland) und gemütliches Zusammensein mit den Gießener Sportgenossen. Standquartter Hottl ^Viktoria". Am 18. Juli, 7 Uhr vormittags, Wetterfahrt über Marburg, Schönstadt, Josbach^ Mlftrberg, JeK- Gerichtssaal s6. Darmstadt, 14. Juli. Kriegsgericht. Der 38 Jahr- alte Jos. Kapplin aus Regisheim u Els. war i. I. 1884 Lehrer in Altkirch. Obwohl er damals schon als Rekrut ausgehoben war, ging er wegen Differenzen mit seinem Rektor nach Frankreich, ließ sich zur Fremdenlegion anwerben, diente in Algier, Tonking rc. führte sich gut, kam wieder nach Frankreich, war zuletzt Feldwebel in Belfort. Auf Veranlassung seiner inzwischen 80 Jahre all gewordenen Mutter und in der Annahme, daß er wohl feine allzu» harte Strafe mehr zu gewärtigen habe, kehtte er nach Deutschland zurück und stellte sich den Behörden freiwillig, er wurde dem Jn» fanterie-Reaiment Nr. 116 zugeteilt und heute wegen Fahnenflucht zu sechs Monaten Gefängnis verurteitt und in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt. 14 Tage Untersuchnngshast werden chm angerechnet. Das Contumacial-Urteü vom Jahre 1885 wird aufgehoben. Zu dienen braucht er jetzt nicht mehr. Aandel uni» Verkehr. Volkswirtschast. — Petrolenmquelleu in Westfalen- Wie aus Essen ge* schrieben wird, ist man bei Bohrungen, die der preußische Berg- siskus in dem Grubenfelde „Friedrich" bei Olfen vornehmen läßt, unvermutet bei einer Tiefe von 640 Meter auf eine Petrolemrr-- quelle gestoßen. Als man nämlich in einem Bohrloche diese Tieft erreicht hatte, entströmten plötzlich mit großem Geräusch dem Bohrloche Wasser rmd Gas (Kohlenwasserstoffe), die stark nach Petroleum rochen. An einer im Betriebe stehenden Lokomobile entzündeten sich die Gase, die Flamme erfaßte den aus Holz erbauten Vorturm und äschette denselben ganz ein. Drei Arbeiter erlitten dabei ziemlich schwere Brandwunden. Nach fachmännischer Ansicht handeü es sich um eine Petroleumquelle in dem hier das Kohlengebirge in einer Mächtigkeit von 800 Meter bedeckenden Kreidemergel. Man beabsichtigt daher, einen neuen eisernen Bohrturm zu errichten und das Bohrloch dis in das Steinkohlengebirge niederzubringen, um dadurch festzustellen, ob man eä- hier wirklich mit einer ausbeutungswürdigen Petroleumquelle zu thun hat. — Manrrhenner Tabatbericht. Verkauft wurden in 93lann* beim an einen Fabrikanten ca. 400 Zentner Neckarthäler Tabak zu Anfang bis Mitte 40 Matt, m Seckenheim von Produzenten an Fabrikanten ca. 2—300 Zentner zu 28 Mark. Worms, 13. Juli, lieber das Vermögen des hiesigen Herren» kleiderhändlers Ludwig Meyer ist das Konkursverfahren ein- geleitet worden; Rechtsanwalt Dr. Strauß wurde zum Konkursverwalter ernannt. — Darmstädter Bank und Attaliwerke Ronnenberg. DeL. Abschluß eines Vorschuffes von 2 Millionen Matt mit der Darmstädter Bank ist nunmehr zu Stande gekommen. 1500 000 Matt dieser Summe hat die Gesellschaft bereits verausgabt. Die roeiteren 500000 Matt dienen ihr noch zum Ausbau der Schächte. Die Darmstädter Bank hat sich außer der Verzinsung der Anleihe die Gewährung von Genußscheinen seitens der Gesellschaft aus- bedungen. Eine Generalvefiammlung wird darüber Beschluß zu fassen haben. Belgrad, 15. Juli. Anläßlich des bevorstehenden endgültiaen Abschlusses der neuen 5proz. Anleihe von 60 Millionen Fr. übernahm die Ottomanbank in Patts auch dft letzten 19 000 nicht emittierten Obligationen der 4proz. serbischen Rente auf feste Rechnung. Mithin erscheinen sämtliche nicht emittierten Obligationen der sog. Konversions-Anleihe des Jahres 1895 begeben bis auf ungefähr 2000 Obligationen, die in London verpfändet waren. — Die neue Bosnische Anleihe wurde erstmalig zu 1007a Proz. gehandelt. Eingesandt. (Für Form und Jnbatt aller unter dieser Rubrik stehenden ArttkÄ übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das diesjähttge Jugendfest soll, roie man hört, im Laufe nächsten Monats siaUftnden. lieber SeteUigung bezw. Nichtbeteiligung der höheren Mädch en schule sind in der kürzlichen Stadt- verordneten-Versammlung uno auch sonst noch Erörterungen gepflogen und harte Worte gegen Lehrer-Kollegium und den Direktor gefallen, die, von ruhigem Standpunkt aus betrachtet, bester unterblieben wären. Führt doch derattiges Vorgehen meist zu gar keinem Resultat und es ist vor allem auch nicht geeignet, das Ansehen der> beteiligten Faktoren zu fördern. Unseres Dafürhaltens hätte ein anderer Weg der Verständigung angebahnt werden können. Einsender dieses ist der Aieinung, uno darin hat er viele Gleichgesinnte, daß das Jugendfest in seiner jetzigen Gestalt nicht mehr so recht in die im Laufe der Jahre größer gewordenen Verhältnisse Gießens hineinpaßt. Das mag eine Sache für sich sein! Zugegeben muß jedenfalls werden, daß es zweierlei Meinungen geben kann, die zu refpeftieren sind, und daß man die eine oder dft andere, bekämpfen kann, ohne dem Gegner unlautere Beweggründe unterschieben. Sehr zu bedauern roar bei den Erörterungen besonders, daß zum Gegenstand häßllcher Angttffe die Person des Direktors gemacht wurde, eines Mannes — und darin werden alle Eltern gern einstimmen — der sein bestes einsetzt, um die Anstalt auf der Höhe zu hatten Den Ausführungen gegenüber, die das Verhalten der Schule taöelten, soll einmal öffentlich, ausgesprochen werden, daß es auch viele Eltem giebt, die es billigen und die sich freuen, wenn Lehrer und Lehrettnnen eher etwas zu ängsllich, als zu sorglos sind. Ein Vater, der Kinder in die höhere Mädchenschule sendet. Meteorologische Beobachtungen der Statimr Gieße». Juli Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit - Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstätte Wetter 15. 2“ 746,7 28,8 11,7 40 WNW, 1 Sonnenschein 15. 9“ 745,7 23,2 14,8 70 NNE. 1 Bed. Himmel 16. 7« 746,3 194 14,5 87 NE. 2 ■ ■ bchste Temperatur am 15. bis 16. Juli 29J° C. liedrigste „ „ 15. , 16. , 12,3° C. Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einttcht.), Preisl. grat 3821 — Großes Unheil, schreibt Dr. A. Eppeler, Detmold, in seinem hygienisch-wissenschaftlichen Buche „Haushaltungskunde, ein Lehrbuch für Frauen und Mädchen" (Verlag Julius Zwißler, Wolfenbüttel), wurde schon oft mit Giften, wie Karbol- und Sublirnatlösung, angerichtet. Bester als alle diese giftigen Stoffe ist für den Privatgebrauch das Ehinosol, das ein gam vorzügliches Desinfektionsmittel — es wirkt viel stärker als Karbolsäure — und dabei ungiftig ist, so daß man es ohne Scheu dem Bade- oder Waschwasser beigeben und es zum Waschen des Kopfes, zum Ausspülen des Alundes, zum Gurgeln, zur Nasenspülung usw. benützen kann Es ist als Desinfektionsmittel unersetzlich und sollte in feiner Familie fehlen, zumal es den weiteren Vorzug hat, sehr billig zu sein. Leibniz Kindermehl Cohes-Taürih. 2 o E- »$» .5 So 2 2 g 2 -2»W o : N2> CD ^£N£ «2: »SS " «ft 2 2 c c 2 Oft S o P t- 2 *» 2 ? = e »ft N s £2 i 2 £ 2 2 p 2 -o 2 o »e LZ S)tiO! 8 S 2 Z 2L 2 Ä 2 Q> 2=T 40 ES oR 2 -ö£ d 2 o "-W)A u o N E^ £ es § cd o äsÖäÄ', G O &Ä a 2 Qu« K £ £ '■S' c 2 2 Ei CO o §gt s3 .= § S K 5LS ip- 2 2^ -2 N 2 ■S Z sZ ti E cd£ -o o E®5 c a 2 2 MZ o >Ä- 3 u o E 0 v 2 Ö-S 2 rä 2.42a Q Ä) Ä 2 ® o ö 2 2*^/ 2 äaMft1 GZ Z «ft53 o X*5 2 2'te osö 2.X g 2 2 c p ~ 2 «o j-» 52) t: «y O _ o Öfö E "9 2 2 2 2 ■ei S ä g S_L- 2 E . ’g }_» O 2 d>Q o ftoO 2 2 cd o ZA gf8 LZ g o 2 s5 H 2 C 2d“? 2 £>«ft ßg- -uttiO 5’S» L^G s« S«25g« ~ Oft- ~g 2^ o 73 a-ö c Zs AL o h R-« >--- w 4-» o 2 o QsQ £vq 2 2'1 o o 2 O 2 -'•=' ■ T- 2 CD G O 8) o ££?—* - «£toS)^2 2 2^^ 2*8 TZ 8 «22 B o o 2 a CD «2 §5^ Z^s a 4» E- S'ä h c 2 ö y. B 2^L k- ZML§ 8^ZS» ■§SB.6 'S X'Ö a 2 L 2-ZaZ, SS ö?2 2LZ *»2 «B SsSäses •» 5 E ° Ä £.3icö*?’s §§2Z-T'2^ ■H* 2*^030 d ft 3.2» s □ q «ft o 2 ro _. CD O u--- 4)."Ö Q IhS gd’gg®^ ,0 »'S £2. jC w ZSDZ 8Z8Z = "SBS gfl= e efM ÄL ZZT 2 SET“0 «ft jC> •— H 2 o«« S 2 2 X X .2 «ft 2 2^ oft 2 ,c< X d,oE.2cS2(^,a M CD 2 X3 2 _2 X «ft o ödJo S ßpgwäoPE 2 d -2 2) 2^2 2 2 ET" — d W) o «2 ™ CD 2 ö2> 2 £‘s «ft o O «ft Z®ii§® t f o Q o 2 2 o 2 2 « . <•> CS<2-r*~* no 1J »«LZ «’S) CD(5 * ■ -r-t rt Ä4 E £ £ sCF] 2 - d N t$ B «ft N- ® sQ § £ § 2 CD 2 2 E" 2 2 2 - 2 © 2 C 2 2 O 2 C 2 2 2 2 CD a 2 2 2 2 G G 2 CD >0 40 G «ft 00 2 2 2 2 JO G jQ ar» 2 CD g> 2 2 2 «ft «ft G St G o 2 G 2 O 2 G 2 2 s s B§S S « 2 5 2 2 CD -G 2 2 G 2 2 G CD G Ö •tt «ft SD G CD 2 2 G CD -2 CD 2 G »s *n o US « IS o CD CD 2 . 40 2 2 G O CD 2 2 2 o ö a- GD TZ 2 c 2 C 19 e »o 03 «=> 2 2 CD p CD P 2 CD-2D E^ 2 '0 o p 2 p2 •d — Q ■ o rrZ iS22?^ 2*6 :<$ o Dg' «= C2 2 CD O 2 S' 2 *5 ■X P 5“ 2 -L 2 UD CD 5# 2 2 K C 1Q B r-< zE l2>- (zx ® £ 1 «r- CD©-S O oT»dt- »MÄ 5 0 5S 25^ 5 p- ZZ >5'-ö © >S o K -2 o rQ . r->Ct -G w o «■*£, «i § -° ® » « E c 2 e G o ^52 Z.£G Mord, 32 Pferde. Dressierte Ochsen, Esel re. Emil Pistor Nachfolger, öl 42 Hotel Seipp 5178 5180 Alkoholfreie!raubenweine pr. ßt. M. 1.20 2.50 Fluß- und Seefische Konserven ( hrräder M V sowie, verlegt Lorcher........ Pfaffenwiesbacher Bodenthaler Auslese i «■ w. --- « V, '' allen Insekten, wie Atkege«, Ameisen, Assel», Atthen, Läusen, Motten, Schwaden, Aussen und deren Arni isl sicher durch Lich, am 11. Juli 1902. Großherzogliches Amtsgericht. ot d Z Casseler Schirmfabrik Giessen, Seltersweg 9, gegenüber W. Wirslg. Reparaturen und Neubeziehen schnell, dauerhaft und billigst S zu Original-Fabrikpreisen. Aersandt «ach auswärts sehr prompt, da nur 4 Miaute« von den Aahnhöfen u. KauptpoKamt. Siinrffltrpntfhp kommen und sehen Sie meine vyUUJjUUUVC hervorragenden Pserdedressuren. Krille marktschreierische Schwilldetreklame! Mas ich verspreche ist wahrt MT Preise der Plätze: Sperrsitz 1.50 Mkl, 1. Platz 1 Mk., 2. Platz 60 Pfg., Gallerie 30 Pfg. 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