Nr. 113 Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Freitag 1«. Mai 1»O» WGietzenerAMgerN U General-Anzeiger " M-'L. ■SB Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen s“ tzerasprrchatlschlußNr.Sl.~ V flP _________________________________________^cnleit: Hantz Beck. thun und ich sie mit dem Ausdruck des Bedauerns zurüL- ziehe. Ich trage selb stv er stündlich auch die Kosten der gegen mich deshalb anhängig gewordenen Untersuchung und gebe hundert Mark als Sühne für die Stadtarmen zu Händen der Armenkasse. Ich bitte den Herrn Bürgerin elfter und die Herren Stadtverordneten, dies als eine Erkläriung ent- gegenzunehmen, die ich vorbehaltlos aus gewissenhafter Erwägung freimütig und ehrlich abgebe." — Die Erklär- ung, welche hierauf Bürgermeister Mecum abgab, lautet: „Meine Herren! Ich habe lebhaft bedauert, daß Herr Stadtverordneter Löber mich in der Sitzung am 6. März gezwungen hat, die Würde unserer Versammlung durch eine Strafanzeige zu wahren. Daher nehme ich, die heutige Erklärung des Herrn Stadtv. Löber gerne entgegen und setze das Einverständnis her Versammlung dafür voraus, brauche wohl kaum zu versichern, daß ich bei meinen frü- hereü Aeußerungen über Herrn Löber nur meiner Pflicht g.-gen die Stadt diente und persönliche Beweggründe mir ganz ferne lagen. Ich wollte nur der dringenden Forderung Ausdruck geben, die ich nach den mir gdwvrdenen Berichten für verletzt hielt, daß die Vertreter der Stadt alles meiden, was zu einer ungesunden, das Gedeihen unseres Gemeinwesens schäldi- genben Entwickelung der Bodenpreise beitragen fann. Aus Seit Mitteilungen des Herrn Löber und einer Offerte, die er mir für die Stadt gemacht hat, entnehme ich gern, daß, auch er meiner Ansicht über eine gesunde städtische Bodenpolitik beitritt und den Bodenwucher verwirft. Damit fallen alle Erörterungen, die über diesen Punkt gepflogen sind und deren Wiederholung der Stadtvervrdnetenverisamm- [ung für alle Zukunft erspart bleiben möge. — Die so erzielte Einigung wurde durch Handschlag bestätigt. Stadtv. Dr. Schäfer spricht darauf feine Äenugthuung darüber aus, daß diese Angelegenheit in einer der Würde der Versammlung entsprechenden Weise Erledigung gefunden habe; er betrachte es nunmehr als eine Verpflichtung der Vetsammluna, auf die Sache nicht mehr zurückzukommen. Seitens des Grvßh. Kreisamtes ist der StadtGieß en angesonnen worden, zu den 11000 Mk. betragenden Kosten für die Verbreiterung der Kt-e isstr a ße Gie ßen- Heuchelheim ein Achtel gleich 1375 Mk. beizutragen. Die Stadt hat das Ansinnen f. Z. mit der Begründung ab- gelehnt, daß die Verbreiterung der Straße nur dadurch notwendig geworden sei, daß ein Teil derselben der Bieberthalbahn überlassen wurde und daher die Kosten der Verbreiterung von dieser aufzubringen seien; die Stadt Gießen habe nur das zur Verbreiterung erforderliche Gelände zu stellen. Nach langer Debatte, an der, sich die Stadtv. Dr. Schäfer, Heichelheim, Schwall, Huhn, Helfrich und Schaffftaedt beteiligen, wird beschlossen, die angesonnene Beitragsleistung abzulehnen. Gegen die Korrektion der Kreisftraße von Gießen nach Gleiberg, die gelegentlich der Feldbereinigung ausge^ führt werden soll, und zu der die Stadt nur das Gelände zu stellen, einen Beitrag aber mangels eines wesentlichen Vorteils nicht zu leisten hat, hat die Versammlung nichts einzuwenden. Zur Verlegung der Kreisstraße Gie ßen->Krofdorf, die von der Schützenstraße aus in gerader Linie auf die lleberfilhrung der Eisenbahn Lollar-Wetzlar geführt werden soll, soll die Stadt Gießen mit einem Achtel der Kosten (22 OOUj gleich 2750 Mk. herangezogen werden. Die Versammlung beschließt Ablehnung des Ansinnens, weil die Straßen-Verlegung und die damit verbundene Verkehrserleichterung nicht von besonderem Vorteil für die Stadt sei. Das Baugesuch des Architekten I. Stein für die Step Han st raße wird befürwortet, desgl. das Gesuch des Sattlermeisters Aug. Kilbinger, der auf seiner Werkstätte in der Kaplansgasse ein drittes Stockwerk in Holzfachwerk errichten will. Weiter befürwortet wird das Baugesuch des Eis en b a h n f is kus für die Stellwerke 2, 3, 4, 5, 7 Md 14. Nachdem in der vorigen Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 15. Akai 1902. Anwesend: Bürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi und Grüneberg, die Stadtverordneten Brück, Emme- lrus, Euler, Flett, Dr. Gafsky, Dr. Gutfleisch, Hanau, Hau- bach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Orbig, Petri, Pirr, Dr. Schäfer, Schaffftaedt, Schmoll und Wallenfels. Entschuldigt: die Stadtv. Faber, Loos, Dr. Fuhr, Schiele. Bürgermeister Mecum giebt bezüglich des Stadtv. Dr. Fuhr der Hoffnung Ausdruck, daß derselbe bald he- ttefen möge, um wieder an den Verhandlungen teilnehmen au können. — Die weitere Mitteilung des Bürgermeisters, daß am heutigen Tage der 100 0 st e Student immatrikuliert worden sei, wird von der Versammlung mit einem „Äravo" entgegengenommen; der Bürgermeister drückt hierbei die Hoffnung aus, daß sich die Universität für die Folge ebenso entwickeln möge, wie in den letzten Jahren. — Zu dem in voriger Sitzung gefaßten Beschluß auf Abschluß der Haftpflichtversicherung der Stadt mit der Oberrhein. Vers.-Gesellschaft in Mannheim wird mitgeteilt, daß Stadtv. Dr. Gutfleisch, dem Der Vertrag vor her endgültigen Annahme nochmals zur Prüfung vorgelegt wurde, bekundet hat, daß die Rechte der Stadt ausreichend gewahrt seien. — Der Gastw irte-Verein für Gießen und Umgegend hat oie Stadtverordneten-Per- sammlung zur Teilnahme an dem am 26., 27. und 28. Mai d. I. in Gießen stattfindenden Delegiertentag des Rhein- Main-Gastwrrte-Ve rbandes eingeladen. Der Bürgermeister ersucht die Stadtverordneten, der Einladung Folge zu leisten, namentlich die am 27. Mai norm. 10 Uhr im Cafe Leib stattfindende Hauptversammlung zu besuchen, in der u. a. die Dienstzeit der Angestellten des Gast Wirtgewerbes und die Bedürf n iss rage, welche Gegenstände die Stadtverordnetenversammlung demnächst beschäftigen werden, zur, Verhandlung stehen. — In einer gleichzeitig an den Reichstag und das Großh. Mi- nisterium gerichteten Eingabe der Bürgermeisterei Mainz wird Einspruch dagegen erhoben, daß von dem der Annahme des Zolltarifs folgenhen 1. April ab Oktroi auf Mehl, Hülserifrüchte, Backwaren, Fleisch und lebendes Vieh von den Städten nicht mehr erhoben werden dürfe. Die Eingabe bezeichnet diele Bestimmung als einen Eingriff in die Rechte der Städte, Dessen Folge eine erhebliche Erhöhung der direkten Steuern sein würde. Die Einladung der Stadt Mainz zum Beitritt zu dieser Erklärung wird vom Bürgermeister befürwortet. Stadrv. Krumm spricht sich dagegen aus, weil er es als Inkonsequenz bezeichnen müsse, wenn die Stadt Steuern für sich erhebe, während sie die Zölle bekämpfe; Stadtv. Dr. Gut fleisch hat auch Bedenken gegen einen zustimmenden Beschluß; auf seinen Aittrag wird die Eingabe an die juristische und die Finanzkommission verwiesen. In einer in den „G.N. N." erschienenen Plauderei wird bemerkt, daß ein erheblicher Teil der Kanalisationsarbeiten an die Firma Holzmann in Frankfurt vergeben sei; in einer Versammlung der Gießener Jnftalla- teuce sei ähnliches mitgeteilt worden. Bürgermeister M ecu in konstatiert demgegenüber, daß mit Holzmann keinerlei Verhandlungen stattgefunden; die Bohrversuche seien auf Veranlassung der Stadt durch das Sielbauamt auAgeführt worden. Stadtv. Löber gab hierauf folgende Erklärung ab: Infolge reiflichen Nachdenkens unb vielfacher Besprechung mit meinen Mitbürgern bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, daß ich in der öffentlichen Sdadtverordneten- Sitzung vom 6. Mrz d. I. mich von der Aufregung über die gegen mich erhobenen Anschuldigungen zu unziemlichen, die Würde des Stadtv or stand es verletzenden Aeußerungen habe hinreißen lassen. Ich fühle mich daher verpflichtet, die Erklärung abzugeben, daß mir diese Aeußerungen leid Der Morgan'sche Schifffahrtstrust war Gegenstand einer interessanten Debatte in der italienischen Kammer. Der Abgeordnete Pantaleon i richtete an die Regierung die Anfrage, ob sie sich über die Wirkung, welche der unter Führung Morgans ins Leben tretende Schiffahrtstrust auf die B e f ö r b e r u n g von Auswanderern, welche aus Europa und insbesondere aus Italien nach den Vereirrigten Staaten gehen, klar sei. Des weiteren fragt Pantalevni an, ob die italienische Regieruiig glaube, daß die amerikanische Regierung ein Gesetz erlassen werde, wonach die Beförderung von Auswanderen auf Schisse, welche die amerikanische Flagge ftihren, beschränkt werden. Unterstaatssekretär Baceelli regte die Vergünstigungen dar, welche naturgemäß den vereinigten Kapitalisten und dem amerikanischen Handel durch die Gründung des Trusts erwachsen würden, und welche deutlich das Recht seines JNstehentretens darthaten, selbst ohne daß man eine allzu merkliche Wirkung infolge der übertriebenen künstlichen Erhöhung der Preise erwarten müßte. Was die Beförderung italienischer Auswanderer betrifft, fuhr Baceelli fort, so wird der Trust, wenn er dieselbe betreiben will, sich die dazu nötigen Erlaubnisscheine für seine Schiffe zu beschaffen haben und sich daher ben PreiZbeschränkungen, welche unsere Behörde für die Beförderung von Auswanderern festzusetzen befugt sind, unterwerfen müssen. Doch erscheint eine solche Eventualität nicht nahe bevorstehend, denn wahrscheinlich wird die Be- jöroerung auch weiterhin nur von derjenigen der verbündeten Linien besorgt werden, die dieselbe bisher ausgeführt hat Ich halte es nicht für wahrscheinlich, daß die Verein. Staaten im Begriffe sind, infolge der Gründung des Trusts es zur Vorschrift zu machen- daß die Beförderung von Einwanderern nach den Vereinigten Staaten durch amerikanische Schiffe zu erfolgen habe, denn jedes zum Trüst gehörendes Schiff.wird nach wie vor seine Nationalflagge und nicht die amerikanische führen. Die italienische Regierung wird indessen ihr Augenmerk auf die Wirkungen Dieser Trust- blldung gerichtet halten uno nicht verfehlen, wenn nötig, nach Maßgabe der ihr zur Verfügung stehenden Mittel die nattonalen Interessen wahrzunehmen. Politische Tagesschau. Agrarische Wahlvorbereitungen. Die Deutsche Tageszeitung fängt jetzt schon an, die vächste Reichtagswahl inS Auge zu fassen, da fte mit der Möglichkeit rechnet, daß die Wähler schon wesentlich früher als im nächsten Sommer an die Urne gerufen werden. Ob damit auf eine Reichstagsauflösung angespielt werden soll, ist eine offene Frage; das Blatt läßt sich nicht näher darüber aus. Das Organ des Bundes der Landwirte empfiehlt, schon jetzt der Kandidatenfrage näher zu treten und vor allem darauf zu sehen, daß die Kandidaten die Gewähr der „Zuverlässigkeit" bieten. Das genannte Blatt fügt dann noch hinzu: Der Bund der Landwirte denkt bekanntlich nicht daran, die Zirkel der politischen Parteien zu stören (1), aber er muß setostverständlich und pflichtgemäß von den Kandidaten, die er unterstützen soll, verlangen, daß sie in agrarischen Dingen unbedingt zuverlässig seien. Bon dieser Forderung darf bei den nächsten Wahlen durchaus nicht abgewichen werden, weil sie von besonderer Bedeutung für die Landwirtschaft sind. Selbst wenn es gelingen sollte, den Taris vorher zu erledigen, so würde doch die Entscheidung über bie Handelsverträge und damit über das thalsächliche Schicksal der Landwirtschaft dem nächstdn Reichstag vötbehalten bleiben. Tes- balb muß die Landwirtschaft gerüstet sein und auf ihren berechtigten Forderungen an die Kanoidaten unbedingt bestehen, roenn sie sich nicht an der Pflicht der Selbsterhaltung versündigen will. Kirchöerg an der Lafin. (Original ar HM des „Gieß. Anz-") Zu den ältesten Kirchen in Hessen, den Schottenkircheu, zählt man dazu Kirchberg an der Lahn. Iren, auch Schotten genannt — da Irland bis ins Mittelalter als Niederschottland bezeichnet wird — waren die ersten Glaubensboten, die für die Ausbreitung des Christentums in Deutschland thätig waren. In ihren langen weißen Gewändern, die von dem ledernen Leibgurt gehalten wurden, den Krummstab in der Hand, durchzogen sie die deutschen Gaue. Wo sie hin- kamen, waren fie die Bringer der Kultur. In kirchlicher Beziehung unabhängig von Rom, waren sie in Kunst und Wissenschaft hoch gebildet. Ihr Baustil, ihre Glocken, ihre Musikinstrumente und kirchlichen Gefäße erregten die Bewunderung ihrer Zeit. Daber waren sie gute Anroder', Pflanzer und Fischer. Schon im 6. Jahrhundert waren schottisch-irische Missionare unter den Alemannen thätig. Anfangs des 8. Jahrhunderts entstand auf einer Rheininsel unterhalb Straßburgs die berühmte Schottenabtei Hohenau, die sich ganz besonderer Fürsorge der Earxrtingi* scheu Kaiser erfreute. In einer Schenkungsurkunde des Abtes von Hohenau vom 21. Juni 810 wird unter anderen auch die „Lahnkirche auf dem Hofe, welcher der Wisicher heißt", erwähnt. Die hier genannte Kirche, die in her Wisicher" d i. Wiesecker Gemarkung lag, kann keine andere als die zu Kirchberg fein. Noch heute befindet sich bei der Kirche ein Bauernhof. Auf den „Kirchberg", die Anhöhe vor der Kirche an der Lahn, wird schon rm 10. Jahrhundert die Gerichtsstätte, das Centgericht, verlegt. Bor dieser Zeit befand sich die alle „MallMte" auf dem Altenberg bei Ruttershausen. Die Verlegung der Gerichtsstätte vor der Kirche an der Lahn war erwünscht, da die Mitwirkung eines Priesters bei Eröffnung des Gerichts notwendig war. Durch die Errichtung der Gerichtsstätte auf dem Kirchberg gewann auch die Kirche an her Lahn, zu der mtt der Zeit 14 Orte zu beiden Ufern der Lahn gehörten. Es entstanden neben der Muttertirche eine Kapelle, ein Bein haus, eine Wohnung für den Hauptgeistlichen, sowie für die beiden Hilfsgeistlichen, ein Opfermannshaus, das Haus eines Pfarrhofmanns, eine Herberge und ein oberhalb gelegenes, noch bis 1584 bestehendes Leichenhaus. Durch die Wiesecker Gemarkung ging die Gaugrenze, sodaß ein Teil der Gemarkung zum Unterlahngau, ein anderer, so auch Kirchberg, zum Oberlahngau gehörte. In kirchlicher Beziehung gehörte Wies eck wie auch Gießen und Schiffenberg zu Trier. Die Kirche an der Lobn, die der Schottenabtei Hohenau unterstand, sammelte Die im Oberlahngau liegenden Orte zu einer kirchlichen Gemeinschaft zusammen. Wann und von wem die Kirche an der Lahn gegründet"worden ist, läßt sich nicht feststellen. Die irischen Glaubensboten kamen das Lahnthal herauf. Sie schlossen sich anfangs an die im Trierschen Gebiete bestehenden kirchlichen Stationen an, und da im Lahnthal bereits im 4. Jahrhundert die Kirche in Dietkirchen bei Limburg bestand, so erklärt es sich, daß sie gerade diesen Weg nahmen. Der Schotte Wendelin *og das Lahnthal hinauf und blieb dann in Butzbach, ftältan, der Apostel unter den Thüringern, nahm denselben Weg. Möglicherweise, daß er der Gründer Der Kirche an der Lahn gewesen ist. Bei seinem Zuge nach Thüringen auf der alten Frankenstraße über Wetter schien ihm der Platz an der Lahn in der Nähe der Gerichtsstätte für die Grafschaft Buchesto zur Errichtung einer Kirche besonders geeignet zu fein. Mit dem Aufhören der Selbständigkeit Der Schottenabtei Hohenau etwa um 1104 horte auch die Selbständigkeit der Kirche an der Lahn auf. Als im Jahre 1179 der Kirchen- bann über alle Hetzer der abendländischen Christenheit ausgesprochen wurde, war auch Trier zur Ausrottung der Hetzer an der Lahn, die auch als Waldenser bezeichnet wurden, thätig . 1193 finden wir schon Wismar, eine Filiale von Kirchberg, unter Mainz; denn in diesem Jahre bestimmt Mainz den Novalzehnten von Wismar an das Kloster Schiffenberg. Um diese Zeit wird wohl auch Kirchberg zu Mainz gekommen fein. Die Glaubensrichtung der Schotten, die besonders in Der Abendmahlslehre abwich, erhielt sich trotz der Verfolgung unter den Lahnbewohnern; denn als das Stift Schiffenberg 1323 von Trier an den Deutschen Orden übergeben wurde, bemerkt der Bischof, das Stift liege inmitten einer „verkehrten Nation", mit der die Anhänger der schottischen Lehre bezeichnet werden. Wann die jetzige Kirche zu Kirchberg erbaut worden ist, läßt sich nicht feststellen. Es findet sich in Stein eingemeißelt ein Stern, das Wappen von Zieaenhain, dem die obere Burg Staufenberg gehörte. Die gleichfalls vorhandene Jahreszahl 1498 kann nur das Jahr der Renovation andeuten, da die Kirchenglocken auf die Jahre 1321, 1380, 1432 weisen. Das Kirchspiel Kirchbergs, zu dem anfangs 14, dann 8 Orte gehörten, erhielt lange feinen Umfang; noch zur Reformation waren in Kirchberg 3 Priester thätig. Heute sind noch Daubringen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen, Staufenberg nach Kirchberg eingebaut ’S Wetter Mai s sP- c Foulard-Seide 95 pt 0 49 69 87 744,2 743,3 739,8 9,9 7,0 8,2 SW. 8. 8. -b 2 2 2 2“ 925 1^35 -C ’S 4,4 5,1 7/) Sonnenschein 5llarerHimmel Bed. , + 10,3° 6. — 0,4° 6. « <3 3" o? £ et ’S § bis Mk. 5.85 pr. Attr. für Blusen und Roben, sowie Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. H- <5^ ’S« L 2 äo Kchiffsnüchrichten. ed Star Linie’' Antwerpen. Der Postdarnpfer „Vaderland" der Red Star Linie, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 12. Mai wohlbehalten in Newyork angekommen. Damen-Handschuhe Preislagen 1 Waag, X"; 15. 15. 16. Q; £s «a *4 'S Vermischtes. * Hannover, 15. Mai. In der heutigen Generalversammlung der Hannöverschen Straßenbahn teilte int Namen der Revisionskommission der Geh. Regierungsrat Ludowig mit, daß Direktor Krüger die Gesellschaft durch Unredlichkeiten, welche sich auf 3—4 Millionen Mark belaufen, geschädigt habe. * Leipzig, 15. Mai. Staatsanwalt Dr. Traut, welcher im Prozeß gegen die Aufsichtsratsmitglieder der Leipziger Bank die Anklage zu vertreten hatte, ist an Blinddarmentzündung heute Nachmittag gestorben. Dadurch ist der Termin des Prozesses gegen Direktoren und Aufsichts- ratsmttglieder der Leipziger Bank abermals in Frage 92- stellt. * London, 15. Mai. Eine Lloyd's Depesche meldete Die englischen Torpedobootszerstörer „Soquetie* und „Trasher sind zusammengestoßen. Ersterem ist dei Bug eingedrückt, letzterem das Heck beschädigt. Höchste Temperatur am 14./15. Mai Niedrigste „ u 14./15. u Arbeiterbewegung. Rom, 14. Mai. Nach Blättermeldungen aus Bari kam es in Polgnano infolge Lohnstreittgkeiten zu Ausschreitungen. Mehrere Tausend Menschen durchzogen die Straßen, steckten einige Oktroihäuschen in Brand und rotteten sich vor dem Stadthause zusammen. Als die Menge in das Haus eindringen wollte, versuchte die Gendarmerie sie zurückzudrängen; es kam zu einem Zusammenstoß mit der Gendarmerie, welche die Waffe gebrauchte. Sieben Gendarmen und eine Frau wurden verwundet und ungefähr vierzig Personen verhaftet. Es gelang den Gendarmen, die Ruhe wiederherzustellen. -2? -Q c «j sQ -Ä S tu Q^O 0-2 .üS .tj v S« Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Mai 1902. ** Schwindel-Ausstellungen. Trotz vielfacher Warnungen vor schwindelhaften Ausstellungen, bei denen es den Veranstaltern einzig daraus ankommt, an medaillenlüsterne Aussteller wertlose Auszeichnungen gegen gutes Geld abzusetzen, finden sich doch immer noch Leute, sogar anständige Industrielle, die auf diesen Schwindel hineinfallen. Neuerdings wurde für eine in Paris stattfindende „internationale Ausstellung für Kochkunst, Nahrungsmittel, Getränke, Hygiene und alle einschlägigen Jn- dnstrieen" auch in Deutschland geworben. Weitere Ausstellungen dieser Art, die wohl von demselben Komitee veranstaltet werden, sollen in Nizza, Glasgow, Mailand, Warschau und in Suez stattfinden. Als Agent für die in Paris stattgehabte Ausstellung wirkte der ru,fische Unter» than Siegmund Dobschiner, der früher in Berlin wohnhaft war, aber sich dort durch sein Treiben lästig machte und deshalb polizeilich ausgewiesen wurde. Er lebte dann in Hamburg und soll sich jetzt in Dessau befinden. Er wendet sich mit Prospekten der von ihm vertretenen Winkelausstellungen an Händler, Friseure und sonstige kleine Gewerbetreibende und verspricht diesen für Zuweisung von Ausstellern Prozente oder feste Gebühren. Die meisten dieser Leute wissen nicht, daß sie sich dadurch zu Teilnehmern an einem schwindelhaften und verwerflichen Unternehmen fangen lassen. Mögen wenigstens sie sich hierdurch warnen lassen, denn bei denjenigen Personen, die sich von solchen Ausstellungsunternehmen Auszeichnungen erkaufen, ist doch jede Warnung vergeblich. ** U e b e r e i n e k 0 m i s ch e Verwechselung schreibt der „N. Apenrader Anz/': Die Konzertsängerin Frau Fo ß- hag-Schröder gab mit dem Altonaer Cellisten Kruse, bekanntlich einem Sohn des Gastwirts Kruse in Heuchelheim, ein Konzert im Stadttheater in Hadersleben- Vor Erledigung des Programms begehrte die Sängerin, von einem herbeigerufenen Piccolo einen Spiegel. Der Piccolo hatte seinen Auftrag nicht genau verstanden, und sein anscheinend schüchternes Wesen ließ ihn zu keinerlei weiterer Verständigung herbei. Er suchte seinen Schutz in dem an der Kasse vorhandenen Programm, und als sein Blick a ls erste Nummer „Thronen" Dolorosa von Jensen sah, war aller Zweifel gehoben. Der schlaue Piccolo brachte, aus einem großen weißen Teller — eine einsame Zwiebel. Großherzog, Georg Seipp für das Haus Liebigstraße3 (ehemals Wasserschleben), Karl Loth für die Wirtschaft in der Hammstratze 4, Eugen Asprion für die Grün- sche Wirtschaft in der Neustadt, Joh. Appel Ehefrau für die Wirtschaft in der Löwenstemschen Hofraite in der Schloßgasse, Gustav Trinkaus für das Haus Seltersweg 50, Hermann Will für das Cafe Ebel, Fritz Kremer für das Haus Marburgersttaße 68. —7 Die Bedürfnis frage wird bezügl. sämtticher Gesuche — mit Ausnahme des Seippschen Gesuches handelt es sich um Uebergang bereits vorhandener Wirtschaften an neue Inhaber — bejaht. Aer Kumberl-tzrawsord-SchwmdeL zieht immer wettere Kreise und erweist sich, je eingehender die Behörden mit der Scüche sich befassen, immer mehr als ein Skandal ohne gleichen^ als ein unter Ausnutzung der Eigentümlichkeiten des französischen Zioilprozeßverfahrens mit größtem Raffinement ins Werk gesetzter Be trug, der nur durch das Zusammenwirken einer ganzen Anzahl ebenso gewiegter wie gewissenloser Juri st en, trotz des vielfach rege gewordenen Verdachts, so lange aufrecht erhallen werden konnte. Die Seele der Machinationen der Frau Humbert war der ehemalige Notar L a n g l 0 i s, der früher wegen Amtsmißbrauches mit fünf Jahren Zuchthaus bestraft war; Langlois war beretts flüchtig, ist aber gefaßt und hinter Schloß und Riegel gesetzt worden. Ihm lag es ob, den nicht existierenden Brüdern Crawsord juristische Existenz zu geben. Er wurde dabei von dem nun ebenfalls verhafteten Notar Dumont unterstützt, der, wie schon festgestellt ist, die Rolle des einen Crawsord gespielt hat. Es wird nämlich jetzt gemeldet, daß die Brüder Crawsord sich in Paris zweimal aufgehalten haben, 1886 und 1900. Sie wohnten im „Hotel Eommerce". Natürlich waren es falsche Crawfords. Sie gaben in Gegenwart eines Notars Vollmachten für Advokaten und Avoues, welche sich mit ihrer Vertretung vor Gericht Getrauten. Es fiel damals auf, daß die zwei Amerikaner das Französische vollkommen korrekt, ohne den geringsten fremden Accent sprachen. Man weiß jetzt, warum. Es kann nicht lange dauern, und alle diese Advokaten, Avoues, Notare und Jdentitätszeugen, die bei dem Schwindel mitgewirkt haben, werden ans Licht und zur Verantwortung gezogen sein. Bei der Mutter des flüchtigen Humbert, der Witwe des ehemaligen Justizministers Humbert, der ohne Zweifel ein Hauptmitschuldiger ist, aber, da er vor einigen Jahren starb, nicht mehr belangt werden kann, hat beretts eine gerichtliche Haussuchung stattgesunden, bet welcher eine große Anzahl von Papieren beschlagnahmt wurde. _ Das Schlimmste an der Sache ist, daß auch die von dem sauberen Ehepaar Humbert, namenttich aber von der Frau, ins Leben gerufene Assekuranz-Gesellschaft „R ente Vi agö r e", in die namentlich Landgeistliche und der dienenden Klasse angehörenden Personen durch Hergabe ihrer Sparpfennige für ihre allen Tage sich eingefauft hatten, vollständig verkracht ist. Die Schwindler haben das ganze Geld, etwa 20 Millionen Fr., für sich verwendet und so bleibt den unglücklichen versicherten" nicht ein Sou. Die Gelder, die bei der Kasse der Rente Viagöre eingingen, mußten den Humberts dazu dienen, chre Gläubiger, wenn sie allzu dringend wurden, und an der Crawsordschen Erbschaft von hundert Mttlionen, auf die sie ungeheure Summen vorgeschossen hatten, zu zweifeln begannen, immer wieder zu befriedigen. So haben die Schwindler 16 Mttlionen von ihren Anleihen zurückgezahll; mehr als 30 sind allerdings noch unbeglichen und für die leichtsinnigen Geldgeber endgtttig verloren. Denn besondere Schätze, die zu Geld gemacht werden könnten, haben die Humberts auch in ihrem luxuriös ausgestatteten Pariser Heim nicht hinterlassen. Es hat sich bereits herausgestellt, daß Frau Humbert ihre echten Juwelen längst schon durch geschickte Imitationen hat ersetzen lassen, und dasg sogar an die Stelle der wertvollen Gemälde berühmter Meister, die anfangs das „Palais Humbert" schmückten, später aber verkauft sein müssen, im Laufe der Zett mehr oder minder wertlose Kopien getreten sind. Es war eben alles Schwindel und auch das ursprünglich Echte wurde in den Händen dieser Leute zu Talmi. Die Tri cs der Madame Humbert, mit denen sie die Millionäre um Million, n betrog, waren anscheinend sehr mannigfaltig, lleber etliche dieser Manöver berichtet das „B. T." nach französischen Blättern. Einer der Ausgebeutel- ten erzählt seinen Reinfall in folgender Weise: Madame Humbert beschied in ihr Palais die, welche auf die berühmte Erbschaft Geld leihen sollten, oder von denen sie einen Aufschub in der Rückzahlung schon geborgter Summen verlangte. Nachdem sie sich in sehr geheimnisvollem Ton über die hundert Mttlionen und über die Verschlagenheit der Crawfords ausgelassen hatte, pflegte sie hin^uzusügen: „ftdh werde für Sie etwas thun, was ich noch nie für jemanden gethan habe, aber sprechen Sie um Gottes willen kein Wort davon. Wir werden Sie überzeugen!" Mme. Humbert entfernte sich sodann zum geheimnisvollen Kassenschrank und kam bald mit einem großen Paket in eLinw an dum schlag in den Händen zurück. Dies „Paket" mit fünf großen Siegeln versehen, die den Stempel der „Brüder Crawsord", einen rätselhaften Minervakops, zeigten, mit dem, wie Madame Humbert versicherte, diese zwei Personen die Enveloppe vor zwei Wochen gesiegelt hatten. „Dank einem Kunststück und der Geschicklichkeit eines Arbeiters, der uns die Enveloppe präpariert hatte," flüsterte Madame Humbert dem künftigen Gläubiger in Die Ohren, der schon halb gewonnen war, ,gönnen wir die Enveloppe öffnen, ohne an die Siegel zu rühren. Die Crawfords werden es nicht bemerken. Für Sie werde ich es machen — aber still!" Und Mme. Humbert entfernte in der That drei Siegel, zog aus der großen Enveloppe einen Haufen Papiere heraus, und ich bemerkte dann folgendes mtt eignen Augen, und zwanzig Gläubiger haben es ebenso gesehen wie ich: In dem Pakete waren zunächst dreiprozentige ftanzösische Rentenbriefe. „Zählen Sie sie", sagte Mme. Humbert. Ich zählte: es waren für 587 660 Fr. Rentenbriese vom Januar 1896. „Sie sehen", fuhr die Dame fort, „587 660 Fr. — die dreiprozentige Rente von 91 Mttlionen für das verflossene Quartal. Uebrigens ist hier das Zertifikat" — und dann zeigte Madame Humbert auf ein Papier, welches den Haufen Wertpapiere belleidete, es war von zwei Anwälten unterzeichnet, die sehr vortetthaft bekannt waren. Diese bescheinigten, daß die Reutenbriefe, denen die Nummern angefügt waren, die Vierteljahrsrente von 91 Millionen darstelllen und die von Herrn Crawsord in dreiprozentige Rentenbriefe umgewandell worden waren. Nachdem rch das gesehen, — wie konnte ich noch zweifeln? Es waren die Rentcnbriefe, es waren die Quartalskupons von 91 Millionen, die Zertifikate der beiden Anwälte — was konnte man mehr verlangen? Ich war dadurch überzeugt. Ich borgte, und ich ließ mich auf §rVerlängerung ein." „Henueverg- Seive" in schwarz weiß und farbig von 95 Pfg. bis Mk. 18.65 pr. Mtt. Absolut kein Zoll zu zahlen! da die portofreie Zusendung der Stoffe durch meine Seidenfabrik auf deutschem Grenzgebiete erfolgt. — Nur echt, wenn direkt von mir bezogen. Muster umgehend. G. Iftenueberg, Seidenfabrikant (K. u. K.Hoflief.), Zürich« ’fi c Sktzauo Vas Daugeffuch des Schreinermeisters Friedrich Denzler für den Ast er weg abgelehnt worden, hat derselbe neue Pläne eingereicht. Das Gesuch wird ebenfalls beanstandet, wett zwei Au^nwände nicht massiv ausgeführt werden sollen. Die Baugesuche der Firma Birkenstock & Schnei- oer für die Landgrafenstraße, bezw. den Drandplatz werden befürwortet, das Baugesuch des Maurermeisters Joh. Gg. Pfaff für den Schiffend erger Weg abgelehnt, weil der Bauplatz außerhalb des Bebauungsplanes liegt Joh. Nickel will im Stadtwald zum Betrieb einer Steinzerkleinerungsmaschine eine Lokomobile aufstellen; das Gesuch wird genehmigt lieber die Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen und des Stadterweiterungsfonds für 1900/1901 berichtet Beigeordneter Grüne berg namens der Finanzdeputation. Der Antrag derselben auf Genehmigung der Kredttüberschrettungen und Vorlagen, und auf Uebertragung der unverwendeten Mittel in das folgende Bugdet wird genehmigt. Die Rechnungen über den Druck der Wählerlisten anläßlich der Stadtverordnetenwahlen vom November v. I. (152 Mk.), über gelieferten Lahnkies für Bürgersteige (2000 Mark) und über Blei-Jsolierungsplatten am neuen Friedhof (362 Mk.) werden genehmigt Stadtv. Dr. Gaffky hat in einem eingehenden Gutachten die Einführung der Formaldehyddesinfektion für Wohnungen beantragt. Der Antrag wird ohne Debatte genehmigt, nachdem Bürgermeister Mecum dem Anttagsteller den Dank der Versammlung für diese Anregung und die Bereitwilligkeit, die desinfektore Anwendung des Verfahrens einzuführen, abgestattet Zur Anschaffung von Schlauchvers chr aub u n g en für die laut früherem Beschluß angeschasften neuen Schläuche werden 85 Mt bewilligt Die Versammlung ist bamit einverstanden, daß dem Bauunternehmer Winn die Auffüllung in der Kepler- und Bismarck st raße mit dem beim Bahnhofumbau gewonnenen Material zum Preise von 80 Pfg. pro Kbm. übertragen wird. Der Beschluß über Punkt 19: Kohlenbedarf für das städt. Elektrizitätswerk wird ausgesetzt Für Herstellungsarbeiten und Ausbesserungen in dem von der Stadt erworbenen ehemals Reiberschen Hause, Bahnhofsttaße 65, werden 1000 Mt bewilligt Für die lleberwölbung des Klingelbaches waren s. Zt 32000 Mt bewilligt worden und weitere 12 000 Mt für lleberwölbung der Strecke Stephansttaße—Löb erstraße, sofern die Interessenten einen Tett der Kosten dazu beitragen. Weitere 18 000 Mt wurden vorgesehen für den Fall einer Verlegung des Klingelbaches und Ableitung desselben in einen Abzugskanal in der Goethesttaße, wodurch das von dem jetzigen Lauf des Baches in Anspruch genommene Gelände für die Anlieger nutzbar würde. Trotz eifriger Bemühungen des Stadtv. Huhn, die Interessenten1 zu einer den Kosten und den Interessen der Anlieger entsprechenden Bettragsleistung heranzuziehen, war das Ergebnis nicht befriedigend, weshalb auf Antrag der Bau- beputation beschlossen wurde, von der lleberwölbung des Baches zwischen Stephansttaße und Löbersttaße abzusehen. Bleicher Wilh. Schwall hat, nachdem er infolge Bebauung des bisher als Bleiche dienenden Geländes am Großen Steinweg seinen Betrieb aufzugeben genötigt war, der Stadt seine Trockenhalle zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde abgelehnt. Darauf wurde dem p. Schmoll ein in der Fortsetzung der Wiesensttaße gelegenes Stück Wiese zum Pachtpreise von 80 Mt pro Jahr angeboten, damit er den Bleichereibetrieb, für welchen in dortiger Gegend ein Bedürfnis vorliegt, wieder aufnehmen kann. Gesuchsteller hat daraus erklärt, daß chm der Preis zu hoch sei. Es wird beschlossen, den Bürgermeister zur Verpachtung von 2—4 Morgen des fragt Geländes zu ermächtigen, sofern der angesetzte Pachtzins erzielt wird. — Das Gesuch der Gemeinde Trohe um Abgabe von Stteulaub wird genehmigt; der Preis auf 3 Mk. pro Haufen festgesetzt. Wilh. Rudolph hat um Erlaß der Anerkennungsgebühr im Betrage von 100 Mk. jährlich für die lleber- . Wölbung des Schoorgrabens nachgesucht; das Gesuch wird abgelehnt. Dem Gesuch der Lehrerin Math. Frank um lleber- ncchme der Unterhaltung von Begräbnisplätzen auf dem alten Friedhöfe wird stattgegeben; die zu kapitalisierende Gebühr wird auf 360 Mk. festgesetzt. Die gärtnerische Unterhaltung sollen nach den für die gewünschte Ausschmückung angenommenen Sätzen berechnet werden. Die Verhandlung über die Beschwerde der Spengler und Installateure, bett, das Gaseinrichtungswes en wird ausgesetzt, da noch wettere Erhebungen angestellt werden sollen. Nach dem beretts in voriger (nichtöffentlicher) Sitzung behandelten Gesuch der Gießener Omnibus-Gesellschaft beträgt das Defizit im Bettiebsjahr 1901/02 2838,10 Mk. Es wird beschlossen, das Defiztt aus städtischen Mitteln zu decken unter der Bedingung, daß der Betrieb in dem seitherigen Umfange und unter der bisherigen Leitung aufrecht erhalten wird. Bürgermeister Mecum teilt mit, daß sich der Betrieb in den vier ersten Monaten dieses Jahres etwas günstiger gestaltet habe. — Stadtv. Haubach wünscht, daß etwas über die Ursache des neben den 3000 Mark jährlichen Zuschusses entstandenen Defizits mitgeteUt wird. Die Mitteilung des Bürgermeisters, daß die besonders hohen Hafer- und Heupreise das Defizit veranlaßten, ergänzt Stadtv. Hanau dahin, daß der Heupreis von 2 auf nahezu 5 Mk. gestiegen sei, was bei einem Verbrauch von 1000—1200 Ztt. ins Gewicht falle; ferner sei anzuführen die Abschreibung auf die neu errichtete Wagenhalle, das Eingehen eines wertvollen Pferdes und die im Interesse der Schonung der Tiere erfolgte Mehrhaltung von Pferden. Im Hinblick auf die bevorstehende Eröffnung des neuen Friedhofes ist die Anstellung eines Friedhofsaufsehers vorzubereiten. Bürgermeister Mecum schlägt vor, den Friedhofsaufseher Löb er auf dem alten Friedhöfe zu belassen, da derselbe besser orientiert sei als ein neuer Beamter, und die Stelle für den neuen Friedhof aus- zuschreiben, wobei zu bedingen fei, daß der Bewerber gelernter Gärtner ist, weil der Friedhof mehr gärtnerisch angelegt werden soll. — Stadtv- Pirr spricht sich gegen Die Anstellung eines gelernten Gärtners aus, weil sonst angenommen würde, es solle der Privatgärtnerei Konkurrenz bereitet werden. Bürgermeister Mecum bemertt dazu, es handle sich nicht nm euren Gewerbebetrieb, sondern um hie Unterhaltung der eigenen Anlagen. Wie es mtt der Herstellung der Gräber gehalten werden solle, bleibe besonderen Beschlüssen noch Vorbehalten. Gesuche um Erteilung von Wirts chafts-Kon- ^effion liegen vor von: August Hell für das Hotel Iandwirtschast. Budapest, 14. Mai. Amtlicher Saatenstandsbericht vom Id Mai. Der Weizen ist in der Entwicklung durch Frost und Reis zurückgehalten wordcn, ttotzdem ist der Stand im Durchschnitt infolge der eingetretenen günstigeren Witterung befriedigend. Der Roggen hat durch Frost in einzelnen Gegenden nicht unbedeutend gelitten, ist jedoch im' allgemeinen gut Wintergerste ist gut, Sommergerste kaum gut, Hafer stellenweise befriedigend, im allgemeinen gut, Rapssorten besserten sich im ersten Drittel des Monats, 20 Prozent sind durch Frost vernichtet, das Uebriagebliebene steht gut. Der Anbau des Mais ist zum Teil beendet, der letzte Regen hat wohlthuend gewirkt. Der Zuckerrübenbau ift beendet, die Stuben haben gut gekeimt. Die Ackerarbeiten sind im Gange. c K .'2 C! 0 8 e aa «a v» S <=n s; 53 CD s s >L5 CO - 05 03 o 05 $3 r- ct «—» Cu 03 o O» C o p 03 o o: oa 45 50 E C Q 05 na a G C O p V CD CO - CO o 05 c 05 C dD 05 jO G O C? o a o g Ä- c UD — a 5$ r-> 45 e o Z G -Q 5$ c 5 na o K 45 K o ri JO o 4» B C ISO. S G 05 o N N- >b ro S Lo G E 05 e B co. s 8 US' o G. 04 o . “—c *5 G ä <5* 05 - G O 05 G L-s G O 05 § ISO. o Z ö >— tGl « «a aa o F c <£2. 7; .2 & S - G p 05.45 p G 40. o :C G I-, aa » S E O>o o o G o o Q — G *•“ G •c L s E G sC 45 E 5 ’S» o » .E >b G -O 05 05 tr _E o E Z v 5 j-» G G » o £ VD tGl O 5 5 /O o = B aa Z G (4i) eo a> iH. CD 05 G' aa 05 c 1 o D G *S o C ZK" . eS? io o £?C? — 05 03 G 50 «5 G v- G -kG «> O öt« w ,— G o .8>K 05* cd "g5 ° II o «5 G 45 o U3» -Q 42. - 2 G D 0» " « s c — Q — Ä <55 «O G JG l» g>-o|E 1 JD G 45 JD G ,•*. 2 O |S 05 — 2 G o X5 « u 05 G -§ r3 G G < . 4# o lSD --2 «G — ö1 = •* -*■» 6# e •—* A *-* C5# 2 -S C3 Es Bfi.» = 05 Gv . n CD o Li ^—5 **” <-» f* 'S e * E 5 res *• v q> o S *2 G =-• G 05 O 5$ VD G ♦ «E « - o »» » - o l£J> Q X) ? o s -SD-— G f00^ BZ 05 fcd cJ (8® 62 G G 05 ■ v> a 00 o .00 na S C jQ S: s 05 UD Q dC> G iS ^S- «a ^G — ° "na >N «5 G L p na 45 — s=> G L8> G> HZ —- 45 G na o> *5 ”^O o o «-§ . 05 5 E"2 ,P 05 45 50 >G- b 45 s i G C ° üg° '5ep 42 50 ■pä T • 05 P P S.®: 4> " 55-> O y »- p «i £ ,". P- 45 . , , 45 (5) O 50 CO Ci CD 55 45 45— t-IEX- a2?q C-£. * 4> 5_. *P <5— 14 ^’o ■ crG* o " Qi r-» a» V2 -e—• -C3 O o h ® *5 ° 4#° t a*® o« = ® 'S o-L . A) >o -O .50*° •-. „p„üu ZZ-^S «®ris 1"? E”" ■ PM ’n J o | "S a' ° E- :cü a « e G <» " 'OK « A V E § 5 52 «a «o G . Q ä "" ‘— c — c 45 na >jQ o P X5 «Ö* 6 o . .«*ti CO 5- p 50 G 45 _O5 "E L> p '-5 s P C <7> E _ —: >2 G >d c: p tÄS?- 03 P «s K «a c7 05 . c* p 14 45 05 G p" r- 50 05 G 50 C5-V2 ’rE G - 02 2-C7- ■"2 c « G 45 r-» CD " 2> 4. E CD U 5* — o CD G >P"7- » £ _ _ -- G o 45 D> i 5 — 05, r-. oa P nj> — . G CQ-G 5 CQ t)< lG g co^G o L G sr, £ Q Lauterbacher Bockbier In Flaschen J. Hengst, Licherstraße. H Leib Wwe, Philosophenwald. F. Häuser, Ludwigstraße. Caf4 Ebel. 8719 Cafe Ebel. erlernen. Bahnhofflraße 60. 3613 Billigste Preise Enorme Auswahl Anfertigung nach Mass 8577 L 8. Steinhauerarbeiten 340,80 3. an, empfiehlt 3675 Den Nagel aut den Kopf ffiut möbl. Wohn* u. Schlafzim. zu Perm. Asterweg 16. 1 tüchtiger Speuglergefelle Georg Appel. gesucht. Steins Garte». sucht. I evll. 2 möblierte Zimmer zu vermieten. Bleich strafte 8. Pu ticvmtcten StrllriiH (Offcnr Stellen Cap Itali en lierftljieiieiics KeinKc Miltjcsherillge LllS «eilt Urtosfelll Fr. JKütonhold, Ludwigstraße. Chr. 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