Nr. 294 trfeint täglich aufter Sonntag». Cem (Siebener Anzeiger verden im Wechlel mit ,em 6e|fl1d)en Landwirt nr Stehrner ZamUien- ilätttr viermal in der Woche beiqelegt. ^oationsdruck u. Der- loo der Brüh l'lchen Ürverl.-ibucb' u.Stein- brdevei(tiie(ld)(iiben) Ftoahion, Ervedltwa und Drnckeret: Schalftrabe 7. Drelle füt Depeschen: Anzeiger Sieben. ^rnltirrd)anfd)hi69ir.51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Montag 15.Dezember LSOS GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezu gsprets: monaluch7bPl., oiertel* iahrUch Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.— oiertel- sährl. auölchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen füt die TageSnummer bi» vormittag» 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12^ ausivärt» 20 Plg. Verantwortlich für den polil. u. allgem. Deik i.V.: Fr. Hannemann; für,Stadl u. iianb' und JÄeridjtSiaal": Curt Plato; für den 9ln- zeigenteil: Hans Beck. Valitische Tagesschau. Der Bund der Landwirte kündigt die Freundschaft. Der engere Vorstand des Bundes der Landwirt- Hat an die Wahlkreise und Bezirksvvrsitzenden, sowie an die Vertrauensmänner des Bundes ein Rundschreibe n gesandt, dessen Wortlaut die „Disch Taaesztg." veröffentlicht und in dem es heißt, daß der Bund auf ein weiteres Zusammengehen mit denjenigen politischen Parteien und Abgeordneten verzichten müsse, welche ihre wichtigsten Ziele durch Annahme des Antrages Kardorff preisgeben. Auf dieses Rundschreiben antwortet die „Kreuzzeitung" u. a.: „Wenn der Vorstand des Bundes in dem Rundschreiben einen Kampfruf gegen die Mitglieder der konservativen Partei erläßt, die aus gewissenhafter Ueberzeugung der Landwirtschaft und dem Gemeinwohl dadurch am besten zu dienen glaubten, daß sie der Verständigung in der Zoll- tarisfrage beitraten, so stehen wir dieser Kundgebung gelassen gegenüber. Wieweit dieser Kampfruf wirksam sein wird, hängt nicht allein von dem engeren Vorstände, sondern vielmehr von der Mitgliedschaft des Bundes der Landwirte ab. £6 diese in überwiegender Zahl geneigt sein sollte, einen Brucb mit der konservativen Partei cmtzuheißen, wird vor- läusig in Ruhe abgcwartet werden können." Bennigsen-Denkmal. Der Ausschuß der Deutschen ^oloni.alsesetl''^aft hat in seiner Sitzung am 5. Dezember beschlossen, das Andenken des verewigten Ehrenmitgliedes der Gesellschaft Rudolf von Bennigsen dadurch zu ehren, daß sowohl aus Gesellschaftsmitteln zu den Sammlungen für das Denkmal in '"-nnover ein Beitrag von 500 Mk g währt, ab auch an bi- Abteil- J>le heutige Kummer umfahl 12 Seiten. Z>er letzte Kampf! Endlich, nach jahrelangem harten ’ tgen, ist die Ent- । fheidung über die Zolloorlage gefallen und zwar zu einer ' Lchst ungewohnten Stunde, am Sonntag früh zwischen 4 > mb b Uhr morgens nach einer 18 l/t stündigen, ununter, frochenen Sitzung, wie wir bereits am Sonntag früh durch ■ txtrablütter in der Stadt bekannt gegeben haben. Hebet Jen Verlauf dieser letzten, denkwürdigsten Sitzung schreibt unS mser parlamentarischer Mitarbeiter unterm 13. Dezember: Den Grafen Bülow wird man in keinem Punkte mit -em klastischen Bösewicht Franz Moor vergleichen können — außer in dem einen, daß auch er von sich sagen kann, *t Hobe sich nie mit Kleinigkeiten abgegeben. Dies Erfasten rur der großen Momente hat dem Reichskanzler beim Zoll- arif den Erfolg gebracht. Denn hätte sich Graf Bülow an )en wechseloollen Gefechten persönlich beteiligt, hätte er in bet Zollkommission die Reihe zugespitzter Erklärungen abgegeben, womit Graf Posa dowskp „betraut" war' so würden ?mfte Mißhelligkeiten unausbleiblich gewesen sein. Der viel- zewandte und erfahrene Diplomat ließ die Parteien zunächst intet sich Abrechnung halten, ließ „die Leute ausreden", und ÜS die Verwirrung und Ratlosigkeit der Zollfreunde am höchsten, da öffneten sich weit die Thüren des Kanzlerpalais ien Verständigung Suchenden. Derselbe feine Schachzug wie bei der Erneuerung des Dreibundvertrags ist auch beim Zolltarif in Anwendung gebracht worden: Graf Bülow ließ in Zeitungsunterredungen durchblicken, der neue Tarif fei — .keine absolute Notwendigkeit". Und diese anscheinend kühle Verzichtleistung that ihm Dienste: die Gegenpartei verlor «uffallend rasch ihre Sprödigkeit und Sperrigkeit, und wenn Siner sagt: Ich thue dies und das unter keinen Umständen, man kann aber einmal darüber reden — bann ist er chon halb gewonnen. . . Als Graf Bülow heute dem Reichstag die Zustimmung 5et Verbündeten Regierungen zu den Beschlüsten zweiter Lesung verkündigte, in aller Form dem Bund mit der Zollmehrheit den Segen erteilte, da mag ihm der Gedanke durch Den Kopf gegangen fein, daß auch ein Parlament zu lenken, nicht allzuviel Weisheit bedarf, daß es für den leitenden Staatsmann mehr auf die Kunst deS AbwartenS anfonnnt, bis die Frucht schüttelreif ist. Die äußerste Linke hielt sich für verpflichtet, einen Demonstrationsversuch gegen die Regierung in Szene zu setzen; Graf Vulow fand für die lärmenden Protestrufe und Unterbrechungen eine Antwort, die sehr wirksam an den Anstand appellierte. Trotzdem konnten es sich die Abgeordneten cholerischen Temperaments unter den Sozialdemokraten nicht versagen, der Hoffnung BÜlowS, der Zolltarif werde dem Vaterlande zum Segen gereichen, mit dem grimmigen und dramatischen Rus zu erwidern: „Zum Fluch deS Vaterlandesl" Dann that Frhr. o. Wangenheim, der Führet deS Bundes der Land- wirte, in feiner trockenen Weife dem Haufe kund und zu wisten, daß und roarum die .entschiedenen" Agrarier der Zolltarisoorlage die Genehmigung versagen. Niemand erfuhr durch diese Rede etwas neues. Im weiteten Verlaufe der Diskussion schien es, als ob die Geister sich beruhigt hätten. Es ereignete sich nichts Ungewöhnliches, auch nicht während der Rede des Abg. Richter (frf. Vp.), der manch Körnlein .Pfeffer und Salz" ein ft reute. Eine .unkluge und unheilvolle That" nannte Richtet daS Tarifwerk. Die Szene änderte sich, als Abg. Dt. Barth (frf. Vg.) zum Worte kam. Et sandte seine Pfeile so hageldicht zum Regierungstische hin, daß Graf Bülow sich genötigt sah, nochmals auf den Plan zu treten. Es war ein in seiner Art glänzendes Rededuell. Dr. Barth focht eS aus mit den Waffen haarscharfer Dialektik und schneidenden Hohnes, Graf Bülow parirte mit dem Florett eleganter Satyre. Et kennzeichnete den Führet der Freisinnigen Vereinigung als einen „schlechten Propheten", der noch vor Kurzem das Zustandekommen des Tarifs unmöglich genannt, sich also gründlich geirrt habe; der behaupte, Handelsverträge würden mit diesem Tarif nicht zustande kommen, und sich damit wiederum irren werde. Er, der Reichskanzler, könne das Ausland nur warnen, den Schilderungen des Herrn Dr. Barth Glauben zu schenken. Die Mehrheitsparteien spendeten dem Staatsmanne, der zudem nicht verabsäumt hatte, des Patriotismus der Zollfreunde an- erkennend Erwähnung zu thun, tosenden Beifall, und Abg. Dr. Paa sch e (ntl.) spann den Bülow'schen Faden munter weiter, unbekümmert um die geräuschvollen Unterbrechungen von Seiten -der Tarifgegner. Mit allem Nachdruck vertrat deren Standpunkt nochmals per volksparteiliche Abg. h a u ß m a n n-Böblingen. Er bezeichnete die Zolldebatten drastischer Weise als „Komödie", was Vizepräsident Büsing alsbald rügte. An regelrechten Ordnungsrufen setzte es außerdem em oollgerüttelt Maß. Die Taschen füllen", „dem Volk das Fell über die Ohren ziehen" — diese und andere „Aufrichtigkeiten" wurden dem Zollkartell entgegengeschleudert und Zug um Zug vom Präsidenten geahndet. Graf Bülow blickte, die Arme über der Brust gekreuzt, gleichmüthig in daS Gewirr. Seine Mienen drückten unverkennbar aus, daß er keine Neigung habe, sich nochmals an der Debatte zu bctciliaen. Tocb leichten Kaufes sollte das Zollkartell nicht davon kommen. Immer neue Anträge zur Spezialdiskustion brachte die Linke ein, immer neue namentliche Abstimmungen herbeiführend, wobei sich die starke Prüfung — durchschnittlich 325 — herausstellte. Auch eine ausführliche Rede über und gegen die Erhöhung deS Braugerstenzolls schenkte Abg. R o es icke-Destau (freif. 93er.) der Direktor der Schultheißbrauerei, dem Hause nicht. So rannen die Stunden dahin. Allmählich bemächtigte sich Unruhe der Herren von der Mehrheit; eS wurden starke Zweifel laut, ob man heute zu Ende kommen werde, als Abg. A n- trick (Soz.), mit einem großen Aktenbündel bewaffnet, ans Rednerpult trat. Eine Dauerrede hatte man in diesem Stadium der Beratung wohl nicht erwartet. Doch Herr Antrick machte einen dicken Strich durch die schönen Berechnungen der Zollkompromißler . . . Um y2ö Uhr nachmittags hatte Herr Antrick seine Rede begonnen, und er sprach noch um halb sieben, halb acht, ja um halb elf begründete der Redner noch immer ohne äußere Spuren von Ermüdung seine Anträge. Um halb rwölf Uhr verbreitete sich auf der Tribüne das Gerücht, dem Grafen Posadowsky sei inzwischen der Bart am Tische festgewachsen — aber glücklicherweise war das nur eben ein „Gerücht", das viel Heiterkeit erweckte. Um Mitternacht trat eine allgemeine Unruhe im Saale ein. Aber Herr Antrick sprach weiter. Lärmende Rufe auf der Rechten, die den Redner auffordern, lauter zu sprechen, und ein entrüstetes Echo auf der äußersten Linken nötigen den Präsidenten, Ruhe hüben und drüben zu heischen. 7i/2 Stunden dauert die Rede schon und kundige Leute suchen Sd)reden mit der Mitteilung zu verbreiten, daß Antrick- Zigarren 10 Stunden kohlen. Die Unruhe wird stärker und der Präsident mahnt vergeblich zur Ruhe. Es sei seine Pflicht, setzt er wie zur Entschuldigung hinzu. Ein Ordnungsruf, der den Redner hin und wieder ereilt, giebt erfreuliche Kunde von der unausgesetzten Wachsamkeit des Präsidenten, die sich auch durch einen Ruf zur Sache be- thätigt, als der Redner sich auf das Koalitionsrecht der Arbeiter ausführlich einzugehen Miene macht. Um halb eins, nach achtstündiger Rede, endlich schließt der Redner unter Händeklatschen der Genossen und Herr Spahn kann seinen Schlußantrag stellen. Murren bei der Mehrheit, als Herr Dinger die namentliche Abstimmung darüber herbeiführt. Mit stockender Stimme, der man die Anstrengung des Tages und Mends anmerkt, muß Graf Ballestrem um Ruhe bitten. 308 Volksvertreter beteiligen sich an der Abstimmung, deren Resultat in dem Schluß unseres Reichstagsberichtes im ersten Blatte zu ersehen ist. 5>er KonffiLL mit Venezuela. Tie Lage in Venezuela ist ernst, lehr ernst. Nach einem gestern in Berlin eingetroffenen Telegramm des deutschen Geschäftsträgers v. Pilgrim aus Port of ©bain vom 10. b. M. war ihm an biefem Tage bie vom 9. d. M.datierte, in allen Punkten ablehnende Antwort des Präsidenten Castro auf das am 7. d. M. überreichte Ultimatum zugegangen. Sehr bemerkenswert ist eine von zuverlässiger Stelle aus Rom stammende Mitteilung, daß Italien beabsichtigt, gleichfalls Ansprüche an Venezuela zu erheben und sich mit zwei Kriegsschiffen, an den Operationen zu beteiligen. Heber die Lage in Venezuela liegen heute folgende Meldungen vor: Ein Newyorker Telegramm des .^Lokalanz," besagt, daß man in Washingtoner Regierungskreisen die Ausrichtigkeit des Schiedsgerichtsvorschlages seitens des Präsidenten Castro bezweifelt. Er benutze vielleicht die Gelegenheit, um eigene Ansprüche, so gegen die Orinoco Steamship Co., vorzubringen. — Tie Londoner „,St. James-Gazette" will aus Regierungskreisen erfahren haben, daß England Vorbereitungen treffe, um seine Ansprüche an Venezuela einem Schiedsgericht unter gewissen Bedingungen zu unterbreiten. Zwei derselben seien, daß daß Venezuela 30 000 Dollars anzahle als Beweis seiner bona fides, und daß es während der Verhandlung die Zölle durch den Schiedsrichter kontrollieren lasse. Die Haltung Deutschlands sei noch unbekannt, doch schwebe ein Meinungsaustausch zwischen London und Berlin. Tie Londoner Presse schiebt fortgesetzt die Vernietung der venezolanischen Flotte Teutschland in die Schuhe und stellt sich entrüstet über die sogenannten deutschen Methoden. Die Blätter sprechen davon, daß Venezuela aus der Vernichtung seiner Flotte eine Gegenforderung herleiten könne. Nach Washingtoner Meldungen soll übrigens die Union von der Aussicht, in dem Streitfälle den Schiedsrichter spielen zu müssen, nicht besonders begeistert fein. Tas amerikanische Kabinett befurchtet auch^ daß, wenn England und Teutschland sämtliche Zölle beschlagnahmen, Frankreich dagegen protestieren werde. In den Ultimaten, die die Vertreter Deutschlands und Englands überreichten, ehe sie Caracas verliehen, wird Venezuela aufgefordert, die Berechtigung der aus dem letzten und den früheren Bürgerkriegen entstandenen Forderungen anzuerkennen und sich bereit zu erklären, die Entschei- düng einer gemischten Kommission, die über die Forderungen befinden soll, anzunehmen. Gleichzeitig wird in dem Ultimatum angekündigt, daß die deutsche und englische Regierung gemeinsam vorgehen würden, um Befriedigung ihrer Forderungen zu erlangen. Tas Ultimatum Deutschlands erwähnt außerdem die heftigen Ausdrücke und die herausfordernde Art, in welcher seitens Venezuelas der auf die Forderungen bezügliche Schriftwechsel geführt wurde. Aus La Guayra, 13. Tez. wird noch berichtet: Der englische Dampfer „Topage" wurde am 10. Dez^. von der Bevölkerung von Puerto Cabello beschlagnahmt, am 13. Dez. aber wieder freigegeben. Die deutschen Schiffe „if^aHe" und „Panther" sowie das amerikanische Kmionenboot „Marietta" sind hier eingetroffen. Tas deutsche Kriegsschiff ,Mneta" nahm daS venezolanische Kanonenboot „Restau- rabor", als es Guanta verließ. Eine aus Kaufleuten von Caracas bestehende Kommission stattete im Auftrage Castros Besuche an Bord der Kriegsschiffe „Charybod", „Charyb- dis" und „fißineta" ab. In Washington hatte Präsident Roosevelt und Staatssekretär H a y am 13. d. M. eine Besprechung in Betreff der venezolanischen Angelegenheit. Beide sind der Ansicht, daß, wenn nicht unerwartete Verwicklungen eintteten, die Vereinigten Staaten sich in den Streit nicht ernstlich mit hineinziehen lassen sollten. Ter Höchstkommandierende der deutschen Kriegsschiffe an der Küste von Venezuela, Kommodore und Kapitän z. S. Georg Scheder, gehört, wie Berliner Blätter mitteilen, der Flotte seit dem Mai 1870 an. Am 14. Juni 1877 wurde er zum Oberleutnant befördert. Nach einer Weltumsegelung an Bord der Fregatte „Elisabeth" 1882/83 besuchte er die Marine-Akademie in Kiel, während welcher Zeit auch feine Beförderung zum Kapitänleutnant (am 14. März 1885) erfolgte. Zu Anfang der 90er Jahre wurde er ins ReichS- Marineamt berufen, um als Dezernent in der Militärischen Abteilung thätig zu fein. Während dieser Tienstfunktion erfolgte seine Beförderung zum Korvettenkapitän Ende 1891. 1893 bis 1895 war er Kommandant des KreuzerS „Bussard" auf der australischen Station. Tann wurde er wieder zu den Zenttalbehörden der Marine versetzt, um in dem damaligen Oberkommando der Marine zu wirken. 1897 zum Kapitän z. S. befördert, würde er Kommandant des Linienschiffes „Bayern", das er bis zum Jahre 1899 befehligte. Sodann übernahm er die Stellung des Chefs des Stabes auf der Nordfeestation, die er im Herbst dieses Jahres abgab, um die deutschen Seestreitkräfte auf der amerikanischen Station unter seinen Befehl zu nehmen. Tie gesamte Macht, welche von den Verbündeten gelandet werden kann, belauft sich auf tausend Mann. Falls Verstärkungen erforderlich sind, würde England mit den westindischen Garnisonen am schnellsten zur Stelle fein. Wenn Präsident Castro die natürlichen Vorteile des Geländes benutzt und La Guayra von. der Landseite besetzt, kann er erhebliche Schwierigkeiten bereiten, da die Höhenzüge Schutz gegen ein Bombardement von den Schiffen gewähren und der Versuch, den Landkordon zu durchbrechen, bei geordnetem Widerstand schwere Verluste im Gefolge haben müßte. Tie effektive reguläre venezolanische Armee zählt ca. 5000 Mann; davon ist die amerikanisch ausgebildete Artillerie die Kerntruppe; sie besitzt einige Geschütze, leidet aberMangel an Munition. Tie amerikanischen Meldungen von dem Eintritt großer Scharen Freiwilliger sind übertrieben, nominell wurde die Einberufung aller Waffenfähigen zwischen 18 und 50 Jahren 100 000 Mann ergeben, in Wirklichkeit ist an eine solche Zahl nicht zu denken. Selbst wenn bie Revolutionären zu Castro übergehen sollten, würde er ins- gesamt kaum mehr als 10000 Mann besitzen, die Mehrzahl davon schlecht bewaffnet und undiszipliniert. Nach Meldungen aus La Guavra wurden General Ferrers Trupvep auf den Anhöhen hinter der Stadt twrch 1500 Freiwillige aus Caracas verstärtt. Die Defensivpositionen hinter der Stadt werden verstärkt, und alle Munition ist aus den Forts Lavigia und San Carlos fortgeschafft. Alle Kohlenvorräte in der Flottenwerft und alle den Engländern gehörigen Waggons der La Guayra-Bahn wurden nach Caracas geschafft, um weiteren Truppentransport der Europäer per Bahn zu verhindern. In Caracas hält man die Lage für kritisch, und glaubt, daß Krieg bevor steht. —, Kenner des Landes halten eine Kriegsführung, im Innern des Landes für überaus schwierig, wenn auch die sog. venezolanische Armee schlecht ausgerüstet und nicht sehr zahlreich ist. Ern Privattelegramm meldet uns: uiryen mw TTrrrgrtevrr Der tyFfeiiftrpcnT trre Tnrrrowenntg $u weiteren Deitragsleiftungen uni) Sammlungen gerichtet wird. Nach einer dem geschäftsführenden Ausschuß für das Bennigsen-Denkmal durch den geschaftsführenden Viceprä- 'identen der Deutschen Kvlonialgesetlschast, Oberpräsidenten i. T., Wirkt. Geh. Rat v Pommeresche, gewordenen Benachrichtigung wird der Präsident der Deutschen Kolonialgesell- aesellschaft, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, in der „Deutschen Kvlonialzeittrng" einen bezüglichen Aufruf erlassen und die Dauptkasse der Gesellschaft (Berlin W. 9, Schellingstr. 4) als Sammelstelle bezeichnen. — Die Gesamtsumme der bis jetzt für das Bennigsen-Denkmal gezeichneten hezw. enngesandten Beiträge beträgt 55 839 Mk. Rußland und Macedonieu. Der „Petersburger Rehierungsbote" veröffentlicht ein Kommun igue, worin es heißt: Laut Nachrichten aus der östlichen Türkei schließt die Lage auf der Balkan Halbinsel nicht die Möglichkeit ernster Komplikationen aus. Tank rechtzeitig ergriffener Maßregeln und dem Eintritt des Winters ist anzunehmen, daß die Gärung in Makedonien einstweilen keine weitere Ausbreitung findet, dennoch sprechen viele Anzeichen dafür, daß die steigende Unzufriedenheit orthodoxer Unterthemen unter dem Drucke verschiedener Komitees einen allgemeinen Aufstand im Frühling hervorzurufcn geeignet ist. Diese beängstigenden Erscheinungen konnten nicht verfehlen, Rußlands Aufmerksamkeit zu erwecken, daS von Alters her für das Schicksal der verwandten Stämme besorgt ist. Die russische Regierung machte der Pforte entsprechende Vorstellungen, um dem weiteren Umsichgreifen der Unruhen Über die ganze Balkan- Halbinsel vorzubeugen.....Es ist die erste Dauptbeding- uny für einen Erfolg in dieser Richtung das Aufhören der Agitation der Komitees in Macedonien, da sie den beabsichtigten patriotischen Zweck nicht erreichen, sondern die Bevölkerung nur von friedlicher Arbeit zurückhalten und zu verhängnisvollen folgenschweren Schritten hinreißen. Tie russische Regierung hatte wiederholt Veranlassung, ihre Ansicht über die makedonische Frage auszusprechen, sie verurteilte jeden Versuch der slavischen Stämme, eine gewalt- thätige Aenderung der durch internationale Vereinbarungen garantierten Lage auf der Balkanhalbinsel herbeizuführen. Dieser Ansicht ist die russische Regierung auch gegenwärtig. Angesichts dessen erachtet sie es für zweckentsprechend, von neuem der serbischen und bulgarischen Regierung den wohlmeinenden Rat zu geben, sie auf die Notwendigkeit hinzuweisen, im eigenen Interesse die gefährliche Agitation zu verhindern und zur Wiederherstellung der Ruhe auf dem Balkan ihrerseits beizutragen. Ter unerschütterliche Entschluß Rußlands, möglichen Komplikationen auf der Balkanhalbinsel vorzubeugen, findet die vollste Zustimmung der übrigen Mächte. Tie österreichischungarische Regierung hat nickt verabsäumt, ihren Vertreter in Konstantinopel nach einem Meinungsaustausch mit dem russischen Botschafter zu beauftragen, sich den Schritten des russischen Botschafters bei der Pforte behufs Notwendigkeit unverzüglicher Einführung von Reformen in Macedonien anzuschließen. Zum Schluß kann die kaiserliche Regierung, welche nicht wenig Beweise ihres steten Wunsches, die besten Beziehungen mit der Türkei zu unterhalten, gegeben hat, nicht umhin, die Hoffnung auszudrücken, baß die Regierung des Sultans die nötigen Maßregeln zur Unterdrückung jeglicher Gewaltthätigkeiten ergreifen und die Bedeutung der freundschaftlichen Vorstellungen Rußlands zu Gunsten der christlichen Bevölkerung Makedoniens schützen wird, dessen schnell möglichste Beruhigung al? bestes Mittel erscheint, der Entstehung für die ottomanische Regierung gefährlicher Komplikationen vorzubeugen. — Tie „Birschewija Wjedomosti" betrachten das gestrige Communiqus des „Regierungsboten" als wichtigstes Dokument der letzteren Zeit, daS von internationaler Bedeutung fei Es bedeute Rußlands festes Wort, welches sicherlich weit über dessen Grenze hinaus vernommen würde. Rußland dürfe aus volle Zustimmung anderer Mächte rechnen. Es gehe mit Oesterreich-Ungarn im Sinne der Konvention von 1897 vor. Die Pforte könne nicht mehr in der Hoffnung auf Uneinigkeit und Mißtrauen zwischen den Mächten der Erfüllung ihrer Verpflichtungen ausweichen; sie würde in einem solchen Falle wissentlich Ereignissen, die dem Ottomaneureiche gefährlich würden, entgegensehen. Parlamentarisches. — Zweite Kammer der Stände. Der vom Abgeordneten Möllinger erstattete Bericht des Ersten Ausschusses Über die Regierungsvorlage, betreffend den Entwurf eines Gesetzes Über die Abänderung des Gesetzes, die Erhebung der direkten Steuern vom 29. August 1874 gipfelt in dem Schlußantrage, die Kammer wolle den vorgelegten Gesetzentwurf (der die Erhebung der direkten Steuern vom April an in je zweimonatigen Raten vorsieht) annehmen. Ein weiterer Bericht desselben Ausschusses, erstattet vom Abg. Häusel, empfiehlt Annahme der Regierungsvorlage, betreffend Nachtragsforderung (von 12 800 Mk) zu Kap. 93 „Kriminalkassen" des HauptvoranschlagS 1902/03. Eine Vorstellung einer Anzahl Oberlehrer betrifft die Regelung ihres Desoldungsdienstalters. Vorstellung einer Anzahl Einwohner in Wörrstadt, betreffend den Reblaus- hero in der Gemarkung Sulzheim. Vorstellung des Heinrich Hartmann IV. in Kölzenhain, betreffend Rückersatz zu Unrecht bezahlter Hundesteuer. Vorstellung einer Anzahl Pfcmdmeister, betreffend Regelung ihres Diensteinkommens. Vorstellung der „freien christlichen" (deutsch-katholischen) Gemeinde in Mainz, betreffend die Vertretung im Schulvorstand der Stadt Mainz. Vorstellung einer Anzahl Wähler in Birkenau, betreffend Protest gegen die Wahl der Wahlmänner in Birkenau im 4. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg. Deutsches Reich. Berlin, 14. Dez. Zur heutigen Frühsläckstasel bei dem Kaiserpaar im Neuen Palais waren geladen Reichskanzler Graf Bülow und Gemahlin, der Chef des ZivilkabinetS o. LueanuS und Intendant v. Hülsen. Bei dem Frühstück überreichte der Kaiser dem Grafen die Kette des Hohenzollem- ordenS. — Der Kaiser verlieh dem Staatssekretär deS Innern Grafen v. PofadowSkn die Kette zum Großkreuz des Roten AdlerordenS, dem Staatssekretär deS NeichSschatzamtS Frhrn. v. Thiel mann den Roten Adlerorden 1. Klaffe und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Frhrn. v. Richthofen den königlichen Kronenorden 1. Klaffe. Breslau, 13. Dez. Auf eine Anfrage der D elfer Arbeiterschaft beim Kronprinzen, ob er geneigt wäre, s oet fernem Besucy auf fernem Kronlehen öte Timen er von OelS zu empfangen, die für ihn eine Ovation planten, ist, wie der ,B. G.-A." erfährt, an den Bürgermeister Kallmann folgendes Telegramm eingegangen: ,S. König!. Hoheit der Kronprinz werden bei ihrem Besuch auf Schloß OelS die Arbeiter der Stadt bei ihrer Einfahrt in den Schloßhof sehr gern empfangen. Oberst v. Pritzelwitz." Dresden, 14. Dez. Der König nahm heute Nach- mitia] an der Familientafel im Restdenzschloffe teil. Der Bronchialkatarrh ist nahezu beseitigt, doch ist der König noch genötigt, auf einige Tage daS Zimmer zu hüten. — Der König richtete folgendes Telegramm an den Reichskanzler Grafen Bülow: Eure Exzellenz beglückwünsche ich herzlichst zur Annahme der Tarifvorlage und zu dem hierbei von Ihnen erzielten großen Erfolg. Georg. Dresden, 13. Dez. DaS königl. Finanzministerium versendet in den nächsten Tagen an sämtliche deutsche Bahn- verwaltungen eine Denkschrift Über bie Sic form der Eisen- bahn-Personentarife. Angestrebt wird der Wegfall der Rückfahrkarten, die einfache Fahrt soll etwas teurer sein als jetzt die halbe Rückfahrkarte; die Ausfallsicherung erhofft man von der Verteuerung der ersten Klaffe; man erwartet eine Mehreinnahme von Millionen; die Rückfahrkarten nach außer- sächsischen Stationen werden beibehalten. Die gleichzeitig beabsichtigte Verteuerung der Monatskarten ist bedenklich, weil ihre Inhaber im Vertrauen auf deren dauernde Unterhaltung Vorortwohnungen bezogen haben. Karlsruhe, 13. Dez. Der Gesamtoorstand des nationalliberalen Vereins in Karlsruhe hat in seiner gestrigen Sitzung eine warme Zustimmungskundgebung an die nationalliberale Fraktion des Reichstags beschlossen und an den Abgeordneten Baffermann telegraphisch abgesandt. Metz, 14. Dez. Die Prinzessin Sibylle von Hessen, Tochter der Landgräfin Anna von Hessen, ist in Metz, wo ihr Gemahl Frhr. v. Vincke in Garnison steht, sehr schwer an Unterleibstyphus erkrankt. Der Zustand der Prinzessin gibt zu schweren Besorgnissen Anlaß. Die Landgräsin von Hessen weilt an dem Krankenlager ihrer Tochter. Ausland. Wien, 14. Dez. Ministerpräsident v. Szell trifft heute in Wien ein. Im Kronrat soll angesichts her Fertigstellung des deutschen Zolltarifs nun ein autonomer österreichisch-ungarischer Tarif und Ausgleich selbst fertig- gestellt werden. Wien, 13. Dez. Tie „Wiener Zeitung" veröffentlicht die Erhebung der Gesandtschaft in Washington Grafen Clary nach Brüssel, und die Ernennung des bisherigen diplomatischen Agenten und General-Konsuls in Kairo zurBotschaft, bie Versetzung des Gesandten in Tresden zum Gesandten in Dresden. Wien, 14. Dez. Kaiser Franz Josef verlieh dem Reichskanzler Grafen Bülow in Anerkennung seiner Verdienste um die Erneuerung des Trcibundes sein Bildnis. Der Kaiser empfing heute die Ministerpräsidenten v. Körber und v. Szell in längerer Audienz. 9t o m, 14. Dez. Der Papst empfing gestern den deutschen Gesandten in Peking, Mumm v. Schwarzenstein, und wohnte dann mit sämtlichen Kardinalen der Advents- predigt bei. Paris, 14. Dez. Der Wert der Einfuhr in den ersten elf Monaten dieses Jahres beläuft sich auf Francs 4 008174 000 gegen Frs. 3 974 030 000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres, der Wert der Ausfuhr in demselben Zeitraum beträgt Francs 3 849 490 000 gegen Francs 3 651 075 000 im Jahre 1901. Konstantinopel, 14. Dez. Da in Damaskus die Cholera ausgebrochen ist, und dort ein lebhafter Reiseverkehr mit Beyrut besteht, ordnete der Sanitätsrat für Reisende aus Beyrut ärztliche Untersuchung an. Der Sani- tätsrat erhöhte die Quarantäne für Alexandrien auf sieben Tage. An meine Neichstagswähler*). Berlin (Reichstag), den 14. Dezember 1902, Morgend V,6 Uhr. Gestern und heute (denn die Sitzung des Reichstags dauerte diesmal vom Sa mStag den 13. Dez. morgens 10 Uhr bis Sonntag den 14. Dez. morgens >/,5 Uhr) haben die geschworenen Feinde des deutschen Baueruft an des, die Sozialdemokraten und mit ihnen die Männer von nur Handel und Industrie, Freisinn und süddeutsche Volkspartei, gegen den Zolltarif gestimmt, so wie ihn, Hand in Hand mit der Reichsregierung, die Koalition der Konservativen, der Nationalliberalen und des nunmehr Alles regierenden Zentrums nun richtig auch durchgesetzt haben. ES war ein eigenes Verhängnis, daß zu der hier oben genannten Gesellschaft der Sozialdemokraten, Freisinnigen und süddeutschen Demokraten, also der heftigsten Gegner der bäuerischen Interessen, diesmal auch die eifrigsten Vorkämpfer und Freunde de8 Bauernstandes, die Männer vom Bunde der Lan dwirte, deS bayerischen Bauernbundes, der beiden deutsch-sozi alen Parteien und folgerichtig auch ich sich zu gesellen veranlaßt waren. Wir haben also gegen den Zolltarif in der Form gestimmt, wie er nun besteht. ES veranlaßte unS zu dieser ablehnenden Haltung vor allem der Umstand, daß nach unserer wohlbegründeten festen und ehrlichen Ueberzeugung die Annahme deS Zolltarifs in vorliegender Form einen erneuten Verrat der Parteien am Bauernstände bedeutet. Denn der neue Zolltarif wird der Landwirtschaft sicher keine höheren Preise ihrer Produkte bringen, ebensowenig wie der fast gleichwertige BiSmarck'sche Zollsatz für landwirtschaftliche Produkte während seiner Geltungsdauer von 1887—1894 dies trotz der damaligen weniger entwickelten VerkehrSverhältniffe vermochte — aber die gleichzeitig um ein Vielfaches erhöhten Jndustriezollc werden ihr zum allerverderblichsten Schaden gereichen, und da meinen wir, es wäre freilich beff« geblieben, so schlimm es schon war, wie seither! *) Herr Reichstags- und Landtagsabgeordneter Köhler-LanqS- borf überfenbet uns bezüglich feiner Stellung zum Zolltarif mit der Ditte um Abdruck folaenbc Erklärung, bie wir im Wortlaut hier roiebergtben, natürlich ebne un5 irgendwie mit dem Inhalt zu identifizieren. Tie Redaktion. Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Dezember 1902. ** Personalien. Durch Verfügung des Großh M- nisteriums der Justiz wurden die Gcrichtsassessoren Wei) und Dr. Möbiusin Gießen mit Wahrnehmung der Dienst. Verrichtungen von Amtsrichtern bei dem Amtsgericht Gießen, der Gerichtsassessor Dr. Everling in Offenbach mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Nidda, der Gerichtsassessor May in Gießen mit Wahrnehmung der Tienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Gießen. Hungen und Lich beauftragt. Ernannt wurden die Forstaccessisten Eurt Haeberle aus Fri Edberg und Casimir Leo aus Grebenhain zu Forstassessoren. Hs. Arbeitsnot. Ter plötzlich eingetretene und anhaltende Frost, welcher die Einstellung sämtlicher arbeiten, insbesondere auch die der Kanalisation zur Folxe hatte, beginnt sich auf dem Arbeitsmarkt schon reckt bemerkbar zu machen. Infolge der großen Nachfrage nach Arbeitsgelegenheit von einheimischen Arbeitern — bS Samstag waren schon über 30 gemeldet — beschloß bit Stadtverwaltung auf Grund eines kürzlich durch die Stadt« verordneten-Versammlung gefaßten Beschlusses, wonach be eintretendem Bedürfnis Notstandsarbeiten eingerichtet werden sollten, heute piit der Beschäftigung einheimischer Arbeitswilliger — wobei Saisonarbeiter jedoch vorerst au$- geschlossen sind — zu beginnen. Tie Arbeiter erhalten bti achtstündiger Arbeitszeit einen Tagelohn von 2 Mk. Pr. Konzertverein. Für das gestrige dritte Kon» zert hatte der Vorstand des Konzertvereins das Frankfurter Museumsguartett engagiert und damit wieder gezeigt, daß er stets bemüht ist, feinen Mitgliedern unb Freunden stets nur die beste musikalische Kost vorzuseften Ein Blick auf daS Programm belehrte un5 übrigens, M in der Besetzung des Quartetts eine Aenderung ein getreten ist, die ihm aber, wie wir sehen werden, durchaus nicht geschadet hat. Herr Professor Heermann ist nach wie vor Primgeiger; an Stelle des Herrn Bassermann hat Herr Redner, von den Kammermusiken in der Aula vorteilhaft bekannt, die zweite Violine übernommen, und Herr Bassermann ist für den wegen Krankheit ausgeschiedenen Herrn Naret Koning an die Stelle des Bratschisten getreten. Do- Cello ist in den bewährten Händen des Herrn Prof. Hugo Decker geblieben. Obwohl diese Veränderung noch nicht lange besteht, so machte es doch den Eindruck, als ob die Herren schon Jahre lang gespielt hätten. Tie Quartette von Mozart, Schumann und Beethoven, die sie gesternzn Gehör brachten und die oft große Anforderungen an sämtliche Mitwirkende stellten, wurden mit einer Bollendung gespielt, die eine Anerkennung seitens he8 Publikums fand, wie man sie selten in Kammermusikkonzerten findet. Dreimaliger Hervorruf lohnte die Künstler nach jedem Quartett. Den Reigen der Vorträge eröffnete ein im Jahre 1782 komponiertes und Haydn gewidmetes Quartett von Mozart, dessen vier Sätze „Allegro vivace asiai", „Menuetto", „Andante cantabile" und „Molto allegro" in ihrer Verschiedenartigkeit ein schönes abgerunbetel Ganze gaben. Das Zusammenspiel war, wie wir schon andeuteten, auSaezeichnet, die technischen Schwierigkeiten wurden glänzend überwunden, und in Bezug auf die dynamischen Vorschriften möchten wir bemerken, daß wir in Gießen, abgesehen vielleicht vom Walter-Quartett, eine so feine Nuancierung im Streichquartett noch nickt gehört haben wie gestern. Namentlich war es da? Pianissimo, das die Herren mit einer ganz erstaunlichen Zartheit zu spi'len verstanden. Das wir von der Wiedergabe deS Mozart'scken Tonstücks sagten, gilt auch von Schumanns teibrnferartuep gehaltenem A-moll-Quartett, das nur in dem kurzen Dxichv Herrn Professor Becker eine dankbare Gelegenheit gab, des Komponisten Schwermut auf seinem Instrument in ergreifender Weise zum Ausdruck zu bringen. Einen würdigen Schluß des Abends bildete Neethoven'S ES-dur-Quartett Opus 74, ein Werk, reich an wunderbaren Schönheiten, zu dessen tadelloser Wiedergabe aber ein Kün stleren semble wie das gestrige gehört. Dir bemerken nur kurz, daß auch dieses Quartett meisterhaft gespielt wurde und dem entsprechend stürmischen Beifall erweckte. Der Pefucn be8 Konzerts hätte besser sein können; in den Stumreiben gab es manche Lücken. Ob daS bevorstehende DeihnachtSfefl daran schuld war? Der kmn'S wissen! . ** Stadttheater. Ludwig Anzengrubers „M e t n • eidsbauer" hatte gestern abend ein sehr gut besetztes HauS zusammengeführt. Als . Vroni", die Hauptdarstellerin des ziemlich düsteren DolkSstückeS, trat Frl. Josephine Rottmann vom Frankfurter Schauspielhaus auf, xte Künstlerin beherrscht den oberösterreichischm Dialekt mtl großer Virtuosität unb sie bewies gestern auch in der gaiuen Ausfassung und Darstellung dieser Partie, daß sie die echten Vvlkstvpen deS TickterS und ihre tiefe Poesie und LebenS- wahrheit in ganz vor^reAlicker Weise zu interpretieren tm stände ist Unsere Künstler und Künstlerinnen hatten tu der Tialektausivracke mit recht fühlbaren Schwierigkeiten zu kämpfen, und auch sonst schwebte über der Aufführung kein besonders günstiger Stern, sodaß wir über die Einzelheiten näheres zu berichten nicht für angemessen halten. Hoffen wir, daß wir bei den bevorstehenden Neuaufsuyv- ungeu recht viel des Guten zu berichten haben werde»! eage Darum Reiner, man nane ,oas TOenl;e nehmen^ sollen, waS sich uns darbot! Ja, wenn „b® Wenige" an landwirtschaftlichen Zollerhökmngen „nch mei- nicht auch gleichermaßen mit einem „vielfachen des Wi nigen geben" an den Jndnftriezollerhöhungen Verbunds gewesen wäre! — — — So bot sich unS denn aus dieser politischen Gesellschaji in der unS zu befinden freilich „in der Seele weh tljut' kein AuSweg. Der politischen Einsicht unserer Wähler ebrt vertrauen wir, vertraue ich insbesondere, daß sie unsere Be- weggründe verstehen und daher unsere, speziell hier m ine Abstimmung gegen den Zolltarif in dieser Form guthetzen werden. Möge fürderhin unser Bauernstand immer mehr au- feinem Jahrhunderte langen Schlafe endlich sich auftaffen.ba- mit endlich einmal auch ihm der Lohn seiner Arbeit züeil werde unb der Baue rn krieg deS 20. Jahrhun be p, der mit dem heutigen Datum begann, ba sich geigt', daß mehr als zwei Drittel der öffentlichen Gewalten, onrt"2T ft9' n. . . . \% C. Türken . . . Türkenloso .... 4% Griech Monopo’ -Anl 4l>.% fuaeere zrgjntiuer - Säbel- oder Pistolenduell. Der Verein I d.utscher Studenten schreibt und: .Bezug nehmend auf JHren Bericht über die Studenten-Versammlung vom 11. De- i| z.j,mber 1902 teilt der Verein deutscher Studenten zu Gießen ntit, daß von seinen Mitgliedern niemand mit einer offiziellen Aer-tretung betraut war. Im übrigen sei hier bemerkt, daß d«r Verein deutscher Studenten entschieden Verwahrung ein» leigt gegen die irrige Ansicht, als sei er unter der »Gießener Studentenschaft", von welcher jene Resolution unterzeichnet ist, ■’M ® ' 7CQri|0',$bn h""" I" M|i ^let, )f5 Reichs Landwirtschaft. K. Gießen, 14.Tez. In Gegenwart zahlreicher Forstbeamter, darunter Vertreter der obersten Forstbehörde des Großherzogtums, land vor emigen Tagen im Darmstädter Forst die Vorführung einer vom Forslwart Stendal-Weickardshain erfundenen Baumrod e m a s ch i n e statt. Dem Erfinder dieser, im Interesse von Leben und Gesundheit der Waldarbeiter, überaus wichtigen Neuerung, war die Ausgabe gestellt, je eine gewaltige Buche und Elche so zu fällen, daß die Riefenbäume bis zu ihrem Fall eine vorher genau bestimmte Lage einzunehmen hallen. Herr Stendal hat die 'hm gestellte Ausgabe glänzend gelöst; seine Maschine arbeitete leicht und sicher, obwohl die Wurzeln der sehr alten Versuchsobjekte sehr weit verzweigt waren. Ebenso ist die Haiidhabung der Maschine und deren Konstruktion überaus einfach. Die versammelten Fach- (ente sprachen sich sehr anerkennend über das neue Werkzeug aus und beglückwünschten den Erfinder. Wir hören übrigens, daß bereits eine ganze Anzahl von Gemeinden und Privaten ^n und außerhalb Hessens, die über Waldbefilz vermgen, mit der Ltendal- lohen Maschine arbeiten lassen. Der Erfinder hat die Fabrikation und den Betrieb Seiner Maschine der Firma L. Reiß hier übertragen und wird demnächst auch in unserem städtischen Walde die zgilr Beerdigung nach hier verbracht. (:) Darmstadt, 14. Dez. Gestern abend fand tm Schützenhofsaale erne von der Sozialdemokrat!- sschen Partei einberufene Versammlung statt, in welcher der Reichs- und Lcmdtagsabgeordnete B. Kramer Ueber die Vorgänge der letzten Wochen im Reichstage" sjixrach. Es hatten sich selbstverständlich fast nur „Gegossen" eingefunden. Von lebhaften BeifaNsbezeuaungen ober Pfuirufen unterbrochen, je nachdem es in die Ci- Mation paßte, suchte Redner unter Benützung der bekannten Schlagwörter wie „Volksausbeutung", Raubzug Ker Agrarier und Junker, Brotverteurer, Knechtung des vslrbetterstandes usw. usw. die von der Linken im Reichsilage mit allen Mitteln durchgeführte „Obstruktion" zu rechtfertigen, indem er dabet drohte, daß der durch An- inähme des Antrags Kardorff „gesetzwidrig^ durchgeführte sßerfassungsbruch den Parteien, welche ihn unterstützt Isaben, zum eigenen Schaden gereichen werde. () Darmstadt, 14. Dez. Die durch den frühen .Heimgang des Pfarrers Dr. Friedrich Grein nledigte Nfarrstelle wurde dem Pfarrverwalter Friedrich Ger- tn er aus Klein-Linden bei Gießen zur Verwaltung über- tragen, föcrr Germer verwaltete seither die evangelische •SfarrMe zu Frischborn und Schloß Eisenbach, Kreis Lau- - erb ach; vorher amtierte er zu Ernsthofen, Kreis Dieburg. 8d Darmstadt, 13.Dez. An der hiesigen Technischen Hochschule hat sich gestern eine Akademische Ortsgruppe des deutschen SchulvereinS zwecks Erhaltung deS Deutschtums -m Auslande gebildet. 350 Mitglieder sind ihr beigetreten, -lodaß die hiesige Ortsgruppe die stärkste an den deutschen Hochschulen sein dürfte. Den Vorsitz führt Stud. Paul Müller (.Germania)", 2. Vorsitzender des Studenten- msschusies. „d. Darmstadt, 15. D-z. (Eig. Drahtbericht.) aif|'" iiäs' Süft ®ä(,A »‘«iS $orm Qlll,> Lande! und Verkehr. Uolkswittschast. T^ktiim — Don jetzt ab gelangt die Dividende der Gevelsberger! ^HlElRniirTi vUL Aitl ilUll II. Aktienbrauerei vo rm. Earl Denninghoff für 1901/1902 mit (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) 5 pCt. zur Auszahlung. I K. tu H. und Andere. Wir ersuchen Sie dringend bei 4 2Oo7ooVt.eInFuaenf$l'men Ä.rner B°r°7n? t.(eP6onifd>emJnruf des Giebener An,-M°r- stets-°n aornher.in Bergbau und Gußstahlsabrikation und von 30 Millionen zu sagen, ob Sie die Expedttton oder die Redaktion zu 4 pCt. Pfandbriefe der Deutschen Hypothekenbank be- sprechen wünschen. Alle Inserate, Druckausträge und geschäftliche und getötet. „ .. , _ I Die Pfarrer und Kirchenoorstände der vier Kirchen« * Barmen, 13. Dez. Infolge Undichtigkeit eines 1503== gemeint>en bitten ihre Gemeindeangehörigen, ihnen auch in diesem rohreS vor dem Hause Hochstraße 53 hatte sich die dicht Jahre Gaben zur Ehristbescherung der Armen spenden zu daneben liegende Wohnung der Eheleute, Milchhändler Wil- wollen. Solche Gaben wolle man freundlichst den Pfarrern oder , , orf, ° •. m-» AOtr,(u r>rnn cnns. mnn maraens Kirchenvorstehern jeder Gemeinde übermitteln. Auch die Gemeinde- Helm Abel mit GaS gefüllt. .Die Frau fand man.morgens ro’ftcrn rmb bereitf Gaben entgegenznnehmen. erstickt, den Mann und ein kleines Kind betäubt vor. > Dienstag den 16. Tezeniber, nachmittag? 5'/, Uhr: Ver- Letztere wurden ins Krankenhaus verbracht. I einigung der konfirmirten Mädchen der Lukasgemeinde im Kon- 1 firmandensaale der Iohanneskirche. Pfarrer Euler. Mil, -kzembtr 1902, n9 bei te w Mfc 3- i dem ötzeriÄM,^. V ts bei bm H nrftragt. hm- berleMM zu WW’ Ingetretene ur- g sämtliche! afifation irft schon M ien Mchsü'! Arbeiten -k!i lich durch ft hlusse?, ::d je en emMt iver g eichmslkrt Ar« jebsi tM rbeifc eiMbt nt m 2 M yW Mr kr ereinb W W damit toiebti MiM'edem J - N vorztift ns xtxms Mr' en, dnrchm^ ■" j n ist nach ®i- ■ ! ssmum N 1 )et Dla iortfir- n, ' sqeslbietKM hrm WKx tbemg *4 : ßinbmi - tten. ÄJJ? i, die ft '■Si# «'st s iE Ä 1,1,5 ^8 « to «- Ewürdtza 5 fei 5 reu^As^l' säs SS । , grein' »AM schcil, . bdfi i'irlk M ?i%fe Stz Ute Zwei auS Frankfurt zugereiste Personen: ein, anscheinend lern Kaufmannsstande angehöriger Mann von etwa 30, und ,ine etwa 26 Jahre alte Frau, haben sich gestern morgen auf der Marienhöhe bei Darmstadt erschossen. Ein bei ihnen vorgefundener Zettel enthielt die Namen: Ludwig Busch aus Preungesheim und Lilli Bardorff, geb. Oykerhoff. Auf dem Zettel wurde der Wunsch ausgesprochen, tiner Frau Kautzki, Spohrstraße 7 (Frankfurt ?) telegraphisch Nachricht von dem Vorkommnis zu geben. DaS geschah benn auch. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, daß das Paar im Samstag abend von Frankfurt fortgereist sei und in Darmstadt in einem Hotel, desten Rechnung man noch vorfand, übernachtet !>abe. Am Sonntag morgen machte das Paar dann einen Spaziergang nach der Ludwigshöhe, wo es frühstückte. Um ) Uhr erfolgte dann auf der benachbarten Marienhöhe der imitinbegriffen.* •♦Tie Spar- und Leihkasse Gießen hat einen günstigen Abschluß erzielt. Tie Zinsen für entliehene Kapi- ; trillen konnten auf 4 Proz. ermäßigt werden. Zur Prämiierung von fleißigen Sparern sind 800 Mk. vorgesehen, ypr Prämiierung von treuen Dienstboten aus dem Spar- k.'-ssenbezirk steht ein Betrag von 1200 Mk. zur Verfügung. Wie tn früheren Jahren, so soll auch im nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer skrophulöser Kinder in der Kinderheilanstalt zu Vad-Rauheim behufs Gebrauch einer Wadekur auf Kvsten der Spar- und Leihkasse untergebracht werden. Eine Uebersicht der für 1901 beantragten resp. bewilligten Unterstützungen aus der Spar- und Leihkasse e-rgiebt für Krankenanstalten, Krankenpflege rc. einen Be- ttrag von 4870 Mk., für Kleinkinderschulen einen solchen von 8F3OO Mk., für Rettungshäuser und sonstige Anstalten einen solchen von 1300 Mk., für Lehranstalten einen solchen von 4K159 Mk., und für sonstige Vereine einen Betrag von 940 Mark; im ganzen sind für diese Zwecke 15019 Mk. zur Ver- Mgung gestellt ** Der Eisenb. Konsumverein hielt am Freitag aibend tm Cafe Leib eine Generalversammlung ab, welche van 54 Mitgliedern besucht war. Der Vorsitzende des Auf- s-chtsrats, Verkehrsinspektor Nordmann, eröffnete die Wersammlung. Ter Vorsitzende des Konsum-Vereins-Vor- stiandes, Eisenb.-Sekretär RuNmann erstattete den Geschäftsbericht über das verflossene Jahr. Die von feiten einiger anwesenden Mitglieder vorgebrachten Bemerkungen t«urden von dem Vorstande, mit einigen Ausnahmen, als unhaltbar zurückgewiesen, ev. Mhilfe zugesagt. Ueber die Werteilung und Verwendung des Reingewinns wurde beschlossen, daß 5 Prozent vom Reingewinn und drei Prozent tront Geschäftsanteil zur Verteilung an die Mitglieder kom- tneu sollen. Tie durchs Los ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats, Gütervorsteher Hentzel, Bahnmeister Küpper und Werkstättenschlosser Becker wurden wieder- gewühlt. Ter Verein zählte am Jahresschluß 437 Mit- ksilteder. ----Lang-GönS, 14. Dez. Gestern abend feierte die ^freiwillige Feuerwehr hier ihr 22jähriqeS Stiftungsfest, verbunden mit einer Weihnachtsbescherung. )( Inheiden, 13. Tez. Bei der heutigen, Hierselbst cvbgehaltenen Bürgermeisterwahl wurde, da der feiterige Bürgermeister Reitz eine Wiederwahl ablehnte, dessen Sohn, der Schmiedemeister Otto Reitz mit Stimmen- ernheÜ zum Bürgermeister gewählt. ba. Bermuthshain, 14. Dez. Uns wird geschrieben: Won einem schweren und traurigen Schicksalsschlage wurde die Fsamilie des hiesigen seitherigen Bürgermeisters Oechler tottroffen. Bürgermeister Oechler war als Geschworener für toiS 4. Quartal 1902 in Gießen ausgelost. Am Abend to?8 ersten SitzungStageS wurde er in der Frankfurterstraße plötzlich von einem Schlaganfall betroffen und mußte, imchdem er in der am nächsten liegenden Wohnung deS Zahnarztes Jäger die erste Hilfe erhalten hatte, nach der neuen Alinif in Gießen gebracht werden. Hier machte sich anfangs keine Besierung im Befinden OechlerS bemerkbar; einige Tage f p5ter erhielt er abermals einen leichten Schlaganfall, der j -doch ohne Folgen blieb. Zwei Tage darnach traf ihn ein dritter Schlaganfall, der sein Leben endete. Die Leiche wurde Kunst uni Wissenschaft. ________ u____ , Darmstadt, 12. Dez. r o 6 b. Hostheater.) Gestern D-°htb-rich. handelt e, sich nicht um einen SvjLhrigen W^wuede ^^ qeHihrt. Die geschmackvolle Inszenierung und die neuen Dekorationen im Verein mit den hübschen Tämen und der ansprechenden . , . . - .Ait.fik verhallen dem mit großer Sorgfalt einstudierten Ballet zu Mainz, 15. Dez. (Eig. Dra h tbericht.) Der In» I wem freundlichen Eckolge. Haber der weithin bekannten Zabern'schen Druckerei, Philipp — ------- 1 v. Zabern, hat sich erschossen. Das Motiv ist offenbar CilincfnUÖL m einer Detstesstörung zu suchen. Versammlung in ber ^ür Form und Inhalt alle, umer biefer Rubrik stehenden Redakteur v. Gerla'ch-Berlin Über die Vorgänge im Reichs» Krickel übernimmtgegenüber tage unb bie politischen Parteien sprach, nahm gestern abend Tle ycsengarde. nach zirka dreistündiger Dauer mit überwiegender Mehrheit e-00 Psg., Lebendgewicht 00—00 Psg. — b{ere Stadt verließen, ohne auf die bevorstehende! Geschäft: be.Lornmeh gut, bei guN^ AlleS^verkmllt. I aufmerksam zu machen. Tie Bopkottbewegung gegen Anz.") ' Amtliche Noti'enmaen der heutigen Fruchtmarkt'preise. die deutschen und englischen Weizen Mk. 14.75,-00.00 Kurhessischer Mk. 15.50—15.75, La Plata Plymouth, 15. Tez. Sämtliche Versuche, das hier Mk. 17.00—17.25, Kansas Dik. 17.00—17.25, Roggen (hiesiger) gescheiterte französische Torpedoboot 108 in Sicher- Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—16.50, Franken- hej^ zu bringen, sind vergeblich gewesen. VjkßOI Brüssel, 15. Tez. N°.ck einem gestern °ber,b hier bis Mk. 23.75, 8. Qualität Mk. 21.50—21.75. Roggenmehl 0 verbreiteten Gerücht soll auf den Zug, mit dem König Mk. 28.00—23.75, 1. Qualität Mk. 21.75—22.25, Weizeiiklete Mk. 8.00 L e o p o l d von Paris zurückkehrte, kurz vor der Einfahrt «« r S hÄ’wÄÄ1 Allein m den Bahnhrs aus einem Gebüsch ein Sch u ß abgegeben 100 Kg. ab hier. worden fein. Tie Untersuchung hat nichts ergeben; man -------------TL Pält ba§ ®QTT*C Einen schlechten Scherz. ^tunlnUCUJrßUng« Marseille, 16. Dez. Die Tischler stimmten im Marseille, 14. Dez. Die Verhaftung des Führers der AuS- Prinzip dem Generalausstanb zu. Tie Seeleute beschlossen, ständigen, Rivelli, erfolgte, weil er erstens ein Telegramm an den toenn Korporationen nicht in drei Tagen den allge- Kabinettschef gerichtet hatte, worin er der Regierung Ltraßenun- I. Beschlüssen beiqetreten wären, ihre Forderungen ruhen androhte, falls die Truppen sich mcht zuruckz.ehen wurden. aufru^nebrnen und bis zur Vollständigen Zweiten? hatte Rivelli in einer öffentlichen Versammlung einen wieder a u f g u n e t) m e n uno ö 1 0 Aufruf zur Revolution erlassen, in der er u.sA. sagte: „Ich ersuche Genugthuung durchzuführen. die französischen Revolutionäre, sich mit Waffen unb Mimition Rom, 15. Tez, Tie Blätter melden die bevorstehende aiiszurüsteu und Jeden ohne Erbarinen zu erschießen, welcher iins Kündigung der Handelsverträge mit Oesterreich- nicht unterstützt. Auch fordere ich unsere Brüder, die Soldaten Ungarn. Einige Blätter beklagen sich über die Weinklausel, auf, mit un5 gemeinschaftliche Sache zu machen". — Rivelli ist be' ^,{e Hieiften nehmen eine abwartende Haltung ein. reiis vom Untersuchungsrichter verhört worden. Wie verlautet, Wien, 15. Tez. Der ungarische Ministerpräsident kann ihn eine Gefängnisstrafe von 1 5 Jahren neuen. Gleich-1«- » s < welcher aestern n eiuer oksikiellen Mitteilung! ÄÄÄM ÄÄ 6ħngI,Ä£gwt>ertragJ bie SBerbaftunq Rivelli^ ,-hr auffleregt. 'N Wien weiTte und me andertsialbsttminge Audienz beim Marseille, 14. Dez. Man befürchtet eine Ausbehnungl Kaiser hatte, konferierte sodann den ganzen Nachmittag mit des Ausstandes auf andere französische Häfen. Die Matrosen Goluchowsky und Körber» —, -Wie die Sonn- und Montag- in Cannes haben bereits beschlossen, sich den Ausständigen an- »eitung von informierter Seite erfahren haben will, dürfte zuschließen. In Toulon und Cette sollen die Matrosen bereit sein, n0(f ^r Weihnachten eine ofsizielle Verlautbarung be- diesem Beispiele 8u folgen. - ^er marinemin.fter erhärte tn emem Ausgleiches mit Ungarn und der zoll- Interview, er werde die Forderungen der Ausständigen, erwägen » 9 ' ^rnnen erfnToeu und versuchen, denselben gerecht zu werden. Die ©eruebte oon ^111^^11 fragen erjoigen. . iq s seiner Demission dementiert er auf das entschiedenste. Der Marine- Newyork, 14. Tez. Nach einer Meldung vorn 13. d. Minister fügte hinzu, die letzten Ereignisse in Marseille hätten der eröffneten „CharybdiS" und „Vineta" nachmittags Sache der Ausständigen sehr geschadet. . 5 Uhr das Feuer auf das Fort. Tiefes erwiderte, Marseille, 14. Dez. Tie Tischler nehmen ,m Prmzip den , u, , , , allgemeinen Ausstand an. Die Seeleute beschlossen, daß sie, wenn wurde aber bald zum Schweigen gebracht, in drei Tagen die Korporationen ^dem allgemeinen Ausstand nic^t | erlitt keinen Schaden. Newyork, 14. Tez. Nach einer Reutermeldung anS San Juan treffen am 19. Tez. eine Anzahl amerikanischer Kriegsschiffe vor Trinidad ein. Diese Schiffsbewegung hat mit der Lage in Venezuela keinen Todes-Anzeige Carl Bieler Carl Bieler und Frau Minna, geb. Wallenfels. Giessen, den 14. Dezember 1902. 8706 Die Beerdigung findet Dienstag den 16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Sddankge 10, aus statt. <»-.• IW «<* V.' i Heute nacht verschied sanft und unerwartet nach nur zweitägiger schwerer Krankheit unser innigst geliebter, guter Sohn, Bruder und Enkel im Alter von 13 Jahren. Angesichts des grossen Schmerzes bitten wir um stille Teilnahme. £ Praktische Weihnacht? - KeZchelltze sind ball- und Sesellschastzschuhe für Damen und Herren. 91(3 besonder- preiswert empfehle: Wiener weihe Glacö-Lalonschuhe . . Paar 8.75 Mk. do. mit Spangen . , 4.25 , Lackschuhe mit Pcrlschlcifen ..... , 3.50 , Herren-Lack-Halbschuhe ..... von Mk. 9.— an Herrcn-Lack-Lchnür-, Knopf- und Zugsticsel , 10.— , Echte Htelersöurger Hummischußc sowie 8718 grosse Answabl Hausschuhe zu den billigsten Preisen. Aurwaylsendungen nach anSwärt» gr«-tl5. — Arntansch gellattel. mflTa6t Es. Allein - Verkauf der berühmte« „Herz"-Schnhwaaren. i Spezialität: Billige Ausgabe*. 96U( Ernst Challier (Rudolphs Nach!.) Giessen. 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