E3 hungrig und gehen fort. Mg. S Mg. S 6 Abstimmung angenommen. in 70 68 2 69 69 85 78 294 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werben im Wechiel nut dem hessischen Landwirt die Siehcner Zaniilicn- blällcr viermal tn der Woche beiqelegt. Rotationsdruck u. Verlag bet Brühl 'scheu Uiiioers. Buch- u.Stein» bruderet lPietsch (ixben) IRebafnon (irvebmon und Truderei. Schulstraße 7. Abreise für Depeschen: Anzeiger Gießen. ^mdprrdianidiliifrJtt 51 Deutscher Deichstag. (Schluß auS dem ParlamentSblatt.) bei § la 2 8 4 5 6 7 7a 8 9 10 11 11a 12 § 10a wurde dafür: 282 246 228 254 298 296 299 228 280 297 282 284 268 227 einfacher Ordnungsrufe. Um 2 Uhr 15 Min. wirb Graf Ballestrem im Präsidium vom Vicepräsidenten Büsing abgelöst. Ter Antrag Spahn wird angenommen. Es folgen die namentlichen Abstimmungen über stimmung. beendigt. Um 41/* Uhr hatte wieder Graf Ballestrem daS Präsidium übernommen. Unmittelbar nach Schluß der Abstimmungen, die rund zwei Stunden erfordert haben, wird die inzwischen bereits gedruckte Zusammenstellung der Beschlüße der dritten Lesung verteilt. Zu diesem Zwecke tritt eine kleine Pause ein? Hierauf schreitet das Haus zur Gesamt ab stimm» un g. Dieselbe ist gleichfalls eine namentliche. Sie ergiebt mit 202 gegen 100 Stimmen bei einer Stimmenthaltung die definitive Annahme des ganzen Zollgesetzes nebst Tarif, die also am Sonntag früh und zwar um 4,35 Uhr erfolgt ist. Die Verkündigung des Resultats wird von der Mehrheit mit donnerndem Beifall, von den Sozialdemokraten mit Zischen und Pfuirufen ausgenommen. Reichskanzler Graf Bülow und Staatssekretär Graf Pofadowsky schütteln einander die Hände. Hierauf vertagt sich daS HauS. Nächste Sitzung: Dienstag, 13. Januar 1903, 2 Uhr. (Resolutionen zum Zolltarif. Petitionen.) Präsident Graf Ballestrem wünscht allen Anwesenden frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr. Schluß Sonntag früh 48/4 Uhr. ist folgendes: dagegen: Stimmenthaltung: ‘26 — 54 — 66 — 35 — er anthaltung angenommen. Ter § 1 wird sodann mit dem Antrag Herold mit 200 gegen 107 Stimmen bei 1 Stimmenthaltung angenommen. Um 1 Uhr 45 Min. nachts erscheinen tn der Tiptomaten- loge eine Anzahl Attaches in Frack und weißer Binde, sowie ein Gardeleutnant. Tie späten Besucher werden mit allgemeinem Ah! empfangen. Mg. Tr. Spahn (Z n.r.) beantragt die D i s ku s s i o n über alle übrigen Paragraphen deS Gesetzes Gegenüber mehreren Wortmeldungen zur Geschäfts- orbmina erklärt Präsident Graf Ballestrem: Zur Geschästsvrdnuna erteile ich nicht mehr das Wort. (Allgemeines Oho! und Murren bei den Sozialdemokraten. Rufe: Pfui!) Präsident Graf B a l le st r e m : Ich erteile keinen Ordnungsruf. Sie werden wohl selbst empfinden, warum. Ter Antrag Spahn wird in einfacher Abstimmung angenommen. Nachdem Abg. Ga m p (Rp.'! 2 Minuten lang gesprochen, wird auf Antrag des Abg. Spahn (Zentr.) die TiS- kussi on neschloffen. (Großer Lärm bei den Sozialdemokraten.) Abg. Spahn beantragt Uebergang zur Tagesordnung über alle Abänderungsanträge. Mg. Stadthagen beantragt Uebergang zu* Tagest ordnung über einen Teil der Anträge und begründet diesen Antrag. Abg. S p a h n wendet sich gegen den Antrag Stadthagen. Darauf wird der Antrag Stadthagen mit 228 gegen 72 ebenso Einleitung und Ueberschrist. Damit ist die 3. Lesung, abgesehen von der Gefamtad pifamme i uzich ’n. plötzlich zwei Bogenlampen. Dieselben werden herunter- gelassen und mit neuen Kohlenstisten versehen. Präsident Graf Balle st rem teilt zur Erklärung dieses, wie er sagt, wunderbaren Manövers, mit, daß er angeordnet habe, daß Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen. * ti a I) n empfiehlt darauf seinen Antrag. _._o. _ inger spricht dagegen; nennt die Präsidenten Büttel der Majorität, wirst der Mehrheit mehrfach Rechts bruch vor und erhält dafür im Lause seiner Rede drei die 88 1 a bis 12. tz la bestimmt, daß in jedem Steuerdirektionsbeziri eine Auskiinstsbehörde für Zolltariffragen zu errichten ist. § 2 enthält die Bestimmungen über die Erhebung der Gewichtszölle nach Roh- bezw. Reingewicht. § 3 verleiht dem Bundesrat die Befugnis, schwer zu untersuchende Waren nur an bestimmten Zollstellen abfertigen zu lassen. § 4 befreit die mit der Post eingehenden Warensendungen vost 250 Gramm und weniger sowie die der Gewichtsverzollung unterliegenden Waren in Mengen unter 50 Gramm bort der Verzollung. § 5 zählt in 14 Abschnitten die zollfreien, Gegenstände aus. § 6 handelt von Abfällen und abgo nützten Gegenständen. § 7 ermächtigt den Bundesrat, fflr bie* Herstellung von Eisenbahnverbindungen mit Grenz-Stativ- nen von Nachbarstaaten gewisse Zollfreiheiten zu gewähren. 8 7a liegt dem Einbringer einer je nach dem Herstellung»- lande verschieden zu verzollenden Ware den Nachweis deÄ Herstellungslandes auf. § 8 handelt von dem Zollzuschlag«^ der auf Waren aus solchen Ländern zu legen ist, die deutschen Waren keine Mcistbelünstiaung gewähren. § 9 enthält die Bestimmungen über die Einsuhrscheine und di« Transitlager. 8 10 Zollkredite. § 10 a Aufhebung der kommunalen Oktrois vom Jahre 1910 ab. § 11 Strafbestimmungen. § 11 a die Witwen- und Waisenversvrgung. § 13 Inkrafttreten des Gesetzes. Das Stimmenverhältnis die Kohlenstifte in den Lampen nach und nach erneuert werden. Tiefe Erklärung wird mit großem Beifall ausgenommen, welche einer allgemeinen Heiterkeit Platz macht, als Abg. P a a s ch e einer der Lampen, als sie wieder heraufgezogen wurde, glaubte nachhelfen ru müssen, während Abg. Schlumberger, der die Lampe festhielt, fast mit in die Höhe ->ezogen worden wäre. Tie heruntergelassenen kolossalen Bogenlampen bilden überhaupt einen Gegenstand ein- qehendster Betrachtung der sich um sie herum drän gen den Mgeordneten. Einer ruft voll Genugthuung: Tie Lampen brennen jetzt bis morgen früh! Auch Reichskanzler Graf Bülow und Staatssekretär Graf Posabowsky verlassen ihre Plätze und sehen sich eine Bogenlampe voll Interesse in der Nähe. Inzwischen spricht Redner, der bei der Position „Schweine" angelangt ist, von guten Eisbeinen und von Pökelfleisch. Mehrere Tribünenbesucher werden infolgedessen Politische Wochenschau. Eine ernste Woche liegt hinter uns. Tas ganze politische Leben wurde durch geradezu einzigartige Ereignisse in Atem gehalten. Tas Jnteresjse an den Reichstagsverhandlungen war auf- höchste gestiegen. TaL Parlarnent Mg. An t r i ck (Soz.) besteigt mit einer Menge Material belastet die Rednertribüne und beginnt mit ganz leiser Stimme zu reden Tie Abgeordneten, welche merken, daß eine Dauerrede ihnen bevorsteht, verlassen in der großen Mehrzahl den Saal, in welchem etwa 30—40 Mgeordnete zurückbleiben, von denen nur einzelne Sozialdemokraten zuzuhören scheinen. Tie anderen lesen, schreiben Brief' oder unterhalten sich, einer betrachtet mit großer Aufmerksamkeit die brennenden elektrischen Bogenlampen, wahr-! scheinlich in der stillen, aber vergeblichen Hoffnung, daß sie wieder, wie neulich, allmählich verlöschen. Redner verbreitet ich weitläufig über die sozialdemokratischen Anträge und odann über den Zolltarif im allgemeinen. Man glaubt sich n die ersten Tage der sog. Obstruktion zurückversetzt, wo )ie Tauerreden des Abg. Stadthagen und anderer gleich- alls in schläfriger Ruhe vor sich gingen. Auf den Sofas m Hintergründe schlafen auch jetzt wieder friedlich einige Abgeordnete. Nur die rosaweißen Abstimmungsumen, die auf dem Tisch des Hauses stehen, erinnern daran, daß zwischen jenen Zeiten und heute die Lex Mchbichler liegt und was daran anschloß. Nachdem Redner N/sStunden | tn gleichmäßigem Tonfall gesprochen, ruft ein Abgeordneter, der auf einem Sofa im Hintergründe sanft geschlummert hatte, plötzlich aufschreckend und offenbar ohne eine Ahnung von dem, was vorgeht: Sehr richtig!, was eine schmerzlich- müde Heiterkeit bet den in der Nähe sitzenden Abgeordneten bertiorruft. Gegen 61/2 Uhr beginnen einige der Bogenlampen schwach zu brennen und zu flackern und bilden von diesem Augenblick an bei einigen Abgeordneten den Gegenstand gespanntester, teils hoffnungsfroher Aufmerksamkeit. Wider Erwarten erholen sich die Lampen nach einiger Zeit und brennen ruhig weiter. Allmählich werden die Mgeordneten unruhig und unterbrechen den Redner unwillig. Redner, der immer noch sehr leise spricht, toid> durch ironische Rufe: Lauter! offenbar in Aufregung versetzt. Er ruft den betr. Abgeordneten zu: Gehen Sie doch hinaus, wenn Si" sich langweilen! Vizepräsident Büsing ersucht, den Redner nicht zu unterbrechen. Der Reichskanzler, die Staatssekretäre Graf Pofadowsky, Frhr. v. Thielmann und Frhr. von Hammerstetn harren am Bundesratstisch unentwegt aus und beschäftigen sich mit großen Aktenstücken. Ter Reichskanzler wird längere Zeit von dem Wog. Kropatscheck, der ein Gespräch mit ihm anaefnüpft hat und und sich gemütlich an die Rampe des Bundesratstisches lehnt, mit Beschlag _ belegt. Wiederholtes Flackern und Zischen der Lampen er- als der Bund Um 10 Uhr 45 Min. erhält Redner statt des üblichen Glases mit Wasser ein Glas mit einer dicken, gelblichaoeißen Flüssigkeit, offenbar Eiergrogk, den er mit Behagen aus- schlurft. Er setzt dann seine Rede in merllich gehobener •Stimmung fort. Ermunternde Zurufe sehr richtig! sehr ' wahr! hört, hört! aus den Reihen seiner Parteigenossen wirken weiter belebend auf den Redner ein. In etwa halbstündigen Zwiscbenräumen begiebt sich der Abg. Schlumberger auf die Tribüne, um das noch vorhandene Manuskript des Redners zu mustern. Um 11 Uhr 40 Min. ertönten wiederum die Rufe: lauter! Redner geht hierauf auf die Ursachen ein. warum er so lange zu sprechen gezwungen sei, man hätte eben tn eine Einzelberatung der Tarifpositionen willigen sollen; er bitte aber, ruhig zu sein, bann werde man ihn schon verstehen. — Ans der Tribüne erzählte man, daß die Sozialdemokraten in viertelstündigen Zwischenräument die Hüte in den Garderoben -ählen lassen. Tas Haus ist recht schwach besetzt. Punkt 12 Uhr nachts strömen plötzlich die Abgeordneten, offenbar herbeigerufen, in den Saal hinein. Man ruft: Guten Morgen! Sofort ertönten auch wieder die Rufe: lauter! worauf die Sozialdemokraten dagegenrufen- Ruhe drüben! — Präsident Graf Ballestrem schwingt die Glocke und bemerkt: Ruhe hüben und drüben! (Große Heiterkeit.) Redner nennt im Laufe feiner weiteren Ausführungen den Abg. Kröcher den starken Mann, der noch schlimmer sei, tucount» Uluuuu u,.u _______r..... der Industriellen, einer der ärgsten Arbeite regen von Zeit zu Zeit bei den Abgeordneten erneute Hoff- sch-inder. Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner nungen und Befürchtungen. Mg. Speck, der die ganze wegen dieser Aeußernng in Beziehung auf den Wg. Kröch^r Zeit über so aussah, als ob er, wie die übrigen, gar nicht zur Ordnung; später wird ?r no Keinmal zur Sache zuhörte, ruft plötzlich in irgend welche Ausführungen des gerufen. Endlich, endlich um halb 1 Uhr schließt Redner Redners hinein: „Tie sind ja zollfrei!" Redner ist offen» feine um halb 5 Uhr begonnene achtstündige Rede, bar aufs höchste erstaunt und betroffen darüber, daß jemand die längste Rede, die je in einem deutschen Parlament ge- im Saale wirllich zugehört hatte, und erwidert: „Tas wollte halten worden ist. Tie Schlußworte des Redners, die er ich ja noch ausführen." Mehreren Mgeordneten, darunter mit lauter Stimme vorbringt, werden von seinenl Partet- ftürft Bismarck, welche die Treppe zur Rednertribüne hinauf- genossen mit anhaltendem Bravo und Händeklatschen begehen, um zu sehen, ob der Redner noch viel Material habe, gleitet. Ms Redner auf seinen Platz wird er weist Letzterer höhnisch ein dickes Aktenbündel vor. Um von den Sozialdemokraten lebhaft beglückwünscht. 71/4 Uhr scheint Redner seine Ausführungen mit einigen darauf wird ein Antrag Spahn auf Schluß der Debatte tönenden Worten zu schließen. Die elektrischen Klingeln ü^r § 1 tn namentlich'r Abstimmung mit 234 gegen 73 bet werden In Bewegung gesetzt, um die draußen befindlichen 11 Enthaltung angenommen. Mgeordneten herbeizurufen. Ms diese daraufhin in dichten $Ibg. Tr. Spahn (Zentr.) beantragt Uebergang zur Scharen in den Saal strömen, holt Redner plötzlich neues Tagesordnung über alle zu 8 1 deS Gesetzes gestellten W- Material heraus und führt in seiner Rede fort. Die eben änderungsanträge, ausgenommen den Antrag Herold, herbeigekommenen Mgeordneten bleiben verdutzt stehen. Ter Mg. Baudert (Soz.) beantragt Uebergang zur größte Teil verläßt sodann wieder den Saal, während einige Tagesordnung über sämtliche Anträge. sich mit resignierten Gesichtern auf ihre Plätze im Saal Präsident Graf Balle st rem erhärt, daß er zuerst niederlassen. Im Saale macht sich neue Unruhe und Un- ^ber den Antrag Spahn abstimmen lassen werde. (Widergeduld bemerkbar. Redner ruft: Ich spreche nicht zu Ihnen, spruch bei den Sozialdemokraten.) sondern zu Millionen deutscher Arbeiter. (Glocke des Präsi- §ür den Antrag Spahn spricht Mg. Spahn (Zentr.), deuten.) Immer weiter und weiter rückt der Zeiger der gegen denselben Mg. Stadthagen (Soz^), dem nach großen Uhr im Sitzungssaale. Unverdrossen nimmt Redner 5 Minuten das Wort entzogen wird. eine Position des Zolltarifes nach der anderen vor, bei Mg, Stadthagen bittet ums Wort zur GefchäftSord- einigen, wie z. B. beim Reis, eine halbe Stunde »er» nung linb will gleich sprechen. t _ weifend. Mehrere Mgeordnete beschäftigen sich, als auch Präsident Graf Ballestrem: Sie haben das Wort um acht Uhr die Rede noch nicht zu Ende war, damit, in n0$ ^icht erhalten und haben es nicht. Sie haben jetzt-- periodischen Zwischenräume den Kopf zu schütteln und die , (^sprechende Handbewegung, die ausdrückt, daß der Red- Hände über dem Kops zusammenzuschlagen. Einige suchen ner üon bcr Tribüne sich entfernen soll. Redner verläßt auch durch laute Rufe den Redner zu belästigen, und, als-das bie Tribüne). nicht hilft, durch überzeugungsvoll llingende Rufe: „Sehr Andere GefchästsordniingSwortmelLungen bleiben unwahr!" und „Sehr richtig!" Wer^vergebens. T«-.Rede- Machtet. ström rauscht über die Zwischenrufe ungeschwacht hinweg. Ter Antrag Spahn wird in namentlicher Ab- Schließlich macht sich eine humoristische Stimmung im I fl f m m u n g mit 236 gegen 72 Stimmen bei 1 Stiment- geitenb. Man amüsiert sich über die Gesten unb bie Zwischen-1 h^^ung angenommen. töne, mit bettelt Redner feine R-de wurzt. WS er gar im Hierauf spricht > O monatlich 75^!., oiertel« V (Sr W . iährltd) 9)lt. 2.20; durch * AM A44 Aü >I »A* A s&M ll Är ■ Ji | | ■ I | H H V> M N Lfl rx JT M ■ H K ’S K 'tik annabme oon Mnjelgtn ■, wLr s-1 H 'Bw äL R D HL WM WV JBL ,ur bie Tagesnummep W Li w y W V VHz ine vormittag« 10 Uhr. ” General-Anzeiger & v w den volU. u. aüqem. Tetb Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW V 1 KF -eiqenteil: HanS Beck. tjat allerdings seinen Kulnrlncrtionspunkt jetzt überschritten: die Tarifvorlage ist so gut wie Gesetz, die zweite Beratung ist zu Ende gegangen und am Sonntag früh 4 UHr 45 Min. sind auch über die dritte Lesung die Würfel gefallen. So aussichtslos war noch kaum eine Vorlage, so wenige Für- svrecher im Reichstage hatte noch kein Regierungsentwurf. Von den „Unentwegten" der Rechten, die meinten, bei einem Zoll unter 7.50 Mk. ginge das Reich auseinander, wurde er a nfänglich ebenso energisch bekämpft, wie von der äußersten Linken, die daS unssinnige Wort vom „Drotwucher- tarif" geprägt. Run ist er doch in dritter Lesung sogar mit 202 gegen 100 Stimmen angenommen worden. Tie wenigen Ueberagrarier konnten auf ihrem Eigensinn beharren und gegen den Tarif stimmen, weil sie seiner Annahme gewiß waren. Tie Annahme des Tarifs bedeutet zunächst einen nicht geringen Sieg der Regierung. Sie hat Festigkeit gezeigt, dos muß man anerkennen; sie hat ihre Ausdauer nicht verloren selbst in den Tagen, da die Aussichten infolge einer ganz unglücklichen Konstellation mehr als gering waren: sie hat den guten Glauben behalten, daß sich doch eine Mehrheit finde, die sich zu der Mittellinie des Tarifs bekehren werde, der nach der so oft betonten Meinung der Regierung das Aeußerste darstelle, was zum notwendigen Schutze von Industrie und Landwirtschaft zu erreichen sei und der zugleich eine richtige Grundlage abgebe, auf der mit bestem Erfolg und ohne Benachteiligung der einzelnen Interessen der Bevölkerung, wie des Reiches Handelsverträge errichtet werden könnten. Tie Regierung ist der Beantwortung auf die ängstliche und bange Frage enthoben, was werden solle, wenn all die Mühe und Arbeit, die sie auf die Fertigstellung des Tarifs verwandt, die die Kommission und das Plenum haben brauchen müssen, vergeblich gewesen wäre. Es muß aber fteilich hervorgeh^ben werden, daß der Regierung ein außerordentlich günstiges Geschick zu Hilfe gekommen ist, das ihr die Sozialdemokratte und der Freisinn Rickertscher Observanz selbst zugewandt. Tenn daß die Berattingen des Zolltarifs in einer nie erhofften und geglaubten Schnelligkeit zu einem für die Regierung so überaus glücklichen Ende geführt wurden, das hat trotz aller Wegleugnungsversuche die Linke mit ihrer Obstruktion gethan. Wäre nach Richters Beispiel verfahren worden, so wäre jetzt noch kein Ausgang abrusehen gewesen. Tie Stellung zum Tarif mag noch so verschiedenartig sein, darin aber stimmten doch wohl alle ruhig und politisch denkenden Männer überein, daß das Verhalten der Sozialdemokratte ein durchaus verfehltes war. Es atmete alles erleichtert auf, als der Bann endlich gebrochen war, als eine arbeitss- willige Mehrheit sich fest entschlossen zeigte, ihren Willen zur Geltung zu bringen. In der unverantwortlichsten Weis e hat die Sozialdemokratie gegen ihren eigenen demokrati- schen Geist, gegen die Hauptsätze ihres Programms fort und fort verstoßen, bis ihr die Flügel lahm geschossen wurden. Taß es dem Reichstage geglückt ist, die Obstruktion siegreich auszuscheiden, daß der an Ordnung gewöhnte Geist des deutschen Volkes, der für die Würde des Parlaments stets Verständnis gezeigt, zum Turchbruch glommen ist gegen ein undeutscheö Verhalten, ist als ein Sieg zu betrachten, der nicht hoch genug geschätzt werden kann. Tie jüngst in Breslau gehaltene Kaiserrede, die sich mit der Frage derArbeitervertreterim Reichstage befaßte, läßt die in- und ausländischen Blätter noch nicht zur Ruhe kommen. Es werden immer neue Gedanken vorgebracht, von denen man glaubt, daß sie der kaiserlichen Rede zu Grunde gelegen haben dürften. Klar ist, daß der Monarch sich gegen die jetzige Art der Vertretung der Arbeiterinteressen im Parlament aufs entschiedenste aus- gesvrochen hat, und daß er ein Mittel in Aussicht stellt, welches zu einer Besserung führen könne: wenn es den Arbeitern gelänge, Freunde und Kameraden aus der eigenen Mitte, den einfachen, schlichten Mann aus der Werkstatt, der daS Vertrauen der Arbeiter besitze, in die Volksvertretung zu senden. Auch in der sozialdemokratischen Arbeitermasse hat sich schon häuftg das Verlangen geltend gemacht, mehr als bisher von wirklichen Arbeitern vertreten zu sein. Bei der gegenwärtigen Sachlage ist dies aber völlig bedeutungslos, denn die Fraktion würde gerade so blindlings den wenigen maßgebenden Führern folgen, wie es eben jetzt der Fall ist. Fest steht, daß die Arbeiter keine schlechtere Vertretung ihrer Interessen haben können, als sie dieselbe zur Zeit besitzen. Tenn die Sozialdemokratie hat gegen all die Vorlagen agitiert und gestimmt, die jährlich Tausende und Tausende von Mark in der Form von Alters-, Invaliditäts- und UnfaHrenten rc. in die Arbeiterkreise hineinbringen. Mit Worten geschieht ja fteilich genug und übergenug, aber die Thaten, auf die es allein ankommt, bleiben zu suchen. Tiefer Bann muß gebrochen, dem Arbetter muß Aufklärung zuteil werden. So lange die- nicht geschieht, wird es die Regel sein, daß der Arbeiter, der das Vertrauen seiner Kameraden besitzt, sich sofort der äußersten Linken anschließen und innerhalb dieser Partei nicht als „Arbeiter", sondern als Sozialdemokrat, als „Genosse" figurieren wird. In seiner auS starken Impulsen heraus- gesprochenen Rede deutet der Kaiser den einzig richtigen Weg an, der beschritten und weiter gegangen werden muß, soll eS mit der Vertretung der Arbeiterschaft ander«, soll es besser werden. „Durch die herrliche Botschaft des großen Kaisers Wilhelm I. eingeleitet, ist von Mir die soziale Gesetzgebung weitergeführt." Hiermit hat der Kaiser das erlösende Dort gesprochen. Man empfand es mit innerer Gcnugthuung, als die erhabenen Verheißungen der Kaiser- botschaften vom 17. November 1881 und vom 4. Februar 1890 den Beginn und die Fortführung der Sozialreform ankündigten. Auf deren vollendete Erfüllung harrt man noch immer. Durch die Breslauer Kaiferrede wird wohl daS Verständnis für diese notwendige Aufgabe auf5 neue erwachen. Wenn der deutsche Arbeiter sieht, daß feine Interessen auch von anderen gewahrt werden, daß vor allen Tin gen auf Seiten der Regierung die Sozialreform eine praktische und energische Fortsetzung erfährt, wird das Verständnis sicherlich nicht ausbleiben. Am vergangenen Mittwoch hat Se. K. Hoheit unser Großherzog, das Hessenland auf ungefähr V* Jahr verlassen, um die weite Reise nach Ostindien, jenem gewaltigen Wunderlande, angetreten. Die aufrichtigsten und herzlichsten Wünsche aller treuen Hessen begleiten ihn. Möge Gott der Herr ihn auf der gefahrvollen Reise und im fremden Lande den teuren Fürsten schützen und sicher geleiten! In Venezuela aeht'S ganz lampsmäßig her, der Krieg ist, wenn auch nicht ofiiziell angekündigt, doch that- sächttch ausgebrochen. Wir haben unsere Leser von den letzten Ereignisse eingefyenb unterrichtet, lieber die Tollkühnheit Castros schüttelt man nur allgemein den Kopf. Es muß doch jeder vernünftige Mensch einsehen, daß die Forderungen Deutschlands gerechtfertigt waren und daß der Zwerg auch gegen zwei Riesen nichts zu thun vermag. Es wird au neuem Aufruhr, zu neuem Blutvergießen kommen, ohne baß etwas anderes dabei erreicht wird, als daß den deutschen und englischen Forderungen von der Republik Genüge gethan werden muß. Wir wollen nur wünschen, daß dabei fern deutsches Blut stießen wird! Ter Ausstand in Marseille ist noch immer nicht beigelegt. Die Rheder wiesen die von dem Admiral Rouvier bermittelten Vorschläge oer Arbetter einfach zurück, die sich darauf grundsätzlich für einen Generalausstand aller französischen Hafenarbeiter ausgesprochen haben. Zusttmmungen von anderen Orten sind bereit? erfolgt Auch dieser Streik wird wohl enden, wie die meisten, denn bei ihnen sind die Waffen gänzlich ungleich »erteilt, daß die Arbeiter, wenn sie lange genug gehungert und gefroren haben, klein bei- geben müssen, und das Resultat ist das, daß Hunderttausende an Lohn oen Arbeitern in dieser schweren Zett entgangen sind. Tie Durchführung eines Streiks ist immer schwerer, als ihn leichtfertig zu beginnen. Schade nur, daß in den seltensten Fällen die wahrhaft Schuldigen getroffen werden, der arme Arbeiter die Suppe auskosten muß! Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Dezember 1902. *♦ Gedenktage. In der Nacht vom 15 zum 16. Dezember 1878 starb der Dichter Karl Gutzkow, der Verfasser deS berüchtigten Roman? „Wally, die Zweiflerin." Diese? Werk wurde seinerzeit konfiSziett und der Dichter zu dreimonatigem Gefängni? verurteilt. Gutzkow schtteb trotz polizeilicher Maßregeln doch noch Romane, Novellen und Dram n, wirkte einige Zeit in Hamburg al? Dramaturg und gründ?te dann in Weimar die Schillerstiftung, bei der er lange Zeit al? 1. Sekretär thätig war. Einige unliebsame Angelegenheiten in genanntem Verein regten ihn so auf, daß er einen Selbstmordversuch machte. Von seinen Dramen gehen heute noch „Zopf und Schwert" und der „Königsleutnant" über die Bühne. -1-. Der gestrige Sonntag bot außer dem Konzett der Regimentskapelle auf der Südanlage, dem Abendkonzert derselben Kapelle in Stein? Gatten an Vergnügungen wenig. Diese werden für die Weihnachtsfeiertage aufgespart und damit wird denjenigen Rechnung getragen, die der Beruf vor den Feiertagen stärker wie sonst in Anspruch nimmt. Der Kaufmännische Verein eröffnete die Reihe der Weihnachtsfeierlichkeiten mit der üblichen gegenseitigen Bescherung, Votträgen re. in seinem Heim an der Nordanlage. Die Feier befriedigte alle Teilnehmer aufs Beste. — Am Sams» tagabend hielt der Gießener Radfahrer-Verein 1 88 5 sein Winterfest in Stein? Saalbau. Das Programm bot viel: Konzett, Votträge eine? DoppelquattettS, Theater, Reigenfahren in mehrfacher Abwechselung, humoristische Vorträge mit trefflichem lokalen Anstrich und schließlich Ball. Die Nachfeier fand am Sonntag nachmittag im Schützenhaus statt. — Ein gleich reichhaltige? Programm hatte der Beamten-Verein seiner inEafS Leib abgehaltenen Weihnachtsfeier zu Grunde gelegt. Besonderen Beifall erntete die Gesangsabteilung de? Verein? mit dem „Weihnachtslied" von E. Kremser, dem Chorlied „Christnacht", andere Mitwirkende mit zwei Duetten und dem Weihnachtsschwank: Junggesellen-Weih- nacht. Ein Ball schloß die Feier. —Diejenigen, die nicht geschäftlich, gesellschaftlich oder häuslich in Anspruch genommen waren, wanderten nach der Eisbahn, deren Besuch diesmal nicht durch rauhen Wind beeinträchtigt wurde. — Die Eindrücke, die unserSonntagsberichterstatter über den Weihnacht?- verkehr empfing, schildert derselbe wie folgt: Was die Auslagen in den Schaufenstern der Gießener Geschäftsleute betrifft, so find auch diesmal bedeutende Aufwendungen gemacht worden. Allerdings gibt es Geschäfte, die immer schön und reich ausstellen, als ob da? ganze Jahr hindurch Weihnachten wäre. Es ist schwer zu sagen, ob man die Manufaktur-, Damenkonfektion?-, Weißzeug-, Pelz-und Galanteriewaren- und Putzgeschäfte mehr bewundern soll, ober die ausgestellten Möbel- und Polsterwaren, Eisen- und Kurzwaren, Gold- und Silberwaren; hier entscheidet der Wunsch nach dem Besitz diese? oder jenes Gegenstände?. Da? Entzücken der Damen beim Anblick der schönen Kleiderstoffe, Mantel, Hüte, Handschuhe, Schirme rc. ist begreiflich, denn sie (die Damen nämlich) haben meisten? nicht? anzuziehen, was aber die Ungeheuer von Männern nicht einsehen wollen. Auch Ihr Berichterstatter gehött zu denjenigen, welche derartige Klagen nur von den Damen auf Samoa und ihren Schwestern in Kamerun gelten laßen wollen, diese ober — klagen nicht. — Daß auch Ehemänner, Väter, Großväter, Onkel, Brüder und „Zukünftige" Weihnachtswünsche haben, wißen die Paletots-, Schlafrock-, Kleiderstoff-, Wäsche-, Wollewaren-, Möbel-, Zigarren- und viele anderen Händler, und deshalb sind die Tage vor Wechnachten reich an Einbrüchen in die hauöfräulichen, jungfräulichen, brühet«, schwester- und bräutlichen Sparbüchsen — sofern nicht bei Zeiten flinke Finger ganz im Geheimen die großen und kleinen, alten und jungen Herren der Schöpfung angestrickt, angehäkelt und angebrandmalt haben. Wer aber sagt, daß alle diese Angebinde sich in Bratwürste verwandeln, mit denen nach Speckseiten geworfen wird, der verdient, mindestens hundettmal „Petter" zu werden. — So weit sich beurteilen läßt, war das Geschäft am gestrigen Sonntage den durch die allgemeine, wenig erfreuliche Geschäftslage und teilweise Verdienstlosigkeit gegebenen Verhältnissen entsprechend; jedenfalls muß noch recht viel verkauft werden, bis die mit großen Vorräten versehenen Geschäftsleute einigermaßen befriedigt sind. Das kalte, aber ruhige Wetter begünstigte den Zuzug von Kauf- und Schaulustigen au5 der Umgebung, die Straßen der Innenstadt waren sehr belebt. Der goldene Sonntag steht noch au?; hoffentlich steigert sich der Zuzug an diesem und bringt unserer Geschäftswelt den ersehnten Tiamon. — Kurz vor Schluß deS Blattes stellt sich noch ein Spezialberichterstatter in kurzen Höschen in der Redaktion em. Der KnirpS hat die Spielwaren-Schaufenster und andere die Herzen feiner Altersgenossen und Altersgenossinnen erfreuen» den Auslagen eingehend bettachtet. Semen Bericht stellt er unS unter bet Bedingung eine? zum Ankauf eines PaareS Schlittschuhe reichenden Honorars (in dem Kerlchen steckt ein zukünftiger Geschäftsmann) zur Verfügung. Ta der kleine Mann mit seiner Schreibkunst noch nicht weit über daß Malen von Haar- und Grundstrichen hinaus ist, muß er seinen Bericht mündlich erstatten — und so leat er los: Schee, schee un nochmal schee IS dorch die Schtadt schpaziere geh Un Christba am düste emzuschlucke Un in die Lade nei zu gucke. Un was de fiinner all gefällt, I? hübsch un sauber ausgeschtellt: Puppe in Hemd un Modedame, Bräute — nor kaa Bräutigame — Cchokkelgäul un aach Soldate, Peffemiß un Schokkelade Kuh un Schoof mit richfge Fell Menagerie un Wutzeschtäll; Hanßwerscht mit verdrehte Aage, Poppe-, Schport- un Mebelwage, Poppekiche, gute Schtube Kochheerd, Trommle für die Buwe, . Ziehharmonika un Fiete Geige, Brummtoppch un Trambete, Leierkäste un Klaviere Un noch mehr zum Musiziere. Festunge un Karresell, Hippsaalcher un Gummibäll, KaafmannSläde, Schpazierstöck, Heßemädche — mit Schtumpröck — Lawedenniß, Lottoschpiele, Wind- un Damp- un Wassermühle. Gartereche, Hacke, Schippe, Panne, Schißelcher un Dippe, Schlittschuh, Gäulsgeschirr un Sättel, KaSpertheater, Ueberbrettel, ßatemamagifa, Waßerschpritze, Helme un Soldatemütze. Dampfschiff un weiß-rote Fahne, Hmkelshöf un Eisebahne, Kinnerschlitte, Poppescheese, Schlittschuh aach m alle Größe, G-ßclkäste, Lineale, Farbkäste zum Bildermaie, Velocipede, Hundehütte, Poppe-Badewann un -Bütte. Taicheuhre, die aach geh', So lange se net schrille schteh. Kerbschnittschtichel, Handwerkskasie, Segelschiff mit viele Maste, Dampmaschine, Feldkanone, Nikelöscher, kleine Kohne, Bicher von de Schtruwelpeter (Un von annem Uebelthäter), Schtekkepferd un Portmonnee, Alles i? schee aazeseh. Zum Schluß nach allen wünsche ich Werschtcher für die Poppekich. ------— ■ — ... . ---3 gptelpltm brr wninigtrn Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. DienStag den 16. Dezember*): Zum ersten Male: ,Ttt Zwillinge." Komische Oper in 3 Auszügen. Text nach Shakesveans „WaS Ihr wollt", Muük von Karl Weis. Mittwoch den 17. Dqbr.: Zur Erinnerung an v. Beethoven-Geburtstag: „Fidelio". Donner»- tag den 18.Dezember: „TerBajazzo." Hieraus: .Cavalleria mstioana*. Freitag den 19. Dezember geschlossen. SamStag den 20. Dezember: „Der Troubadour." Sonntag den 21. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Die Geisha." Abends 7 Uhr: „Die Zwillinge." Schauspielhaus. Dienstag den 16. Dezember*): „Maria Stuart." Mittwoch den 17. Dezember: „Wallenstein- Lager." Hieraus: „Piccolomini." Donnerstag den 18. Dezember, abends halb 8 Uhr: „Im bunten Rock." Freitag den 19. Dezember: „Die zärtlichen Verwandten.'' SamStag den 20. Dezember: Zum ersten Male: „Monna Wanna*. Schauspiel in 3 Auszügen von Maurice Maeterlinck, deutsch von Friedrich v. Oppeln-Bronikow-ki." Sonntag den 12. Dezember, nachmittag halb 4 Uhr: „Der Nachtwächter." Hieraus: „Der alte Bürgerkapitän." Abends 7 Uhr: „Monna Fauna." Montag den 22. Dezember: -lieber unsere Kraft." 2. Teil. DienStag den 23. Dezember: „Monna Vanna." *) Anfang, wenn nicht ander- bemerkt, abend- um 7 Uhr. Vermischtes. • Nr. 50 der Jugend ist Adolf v. Menzel gewidmet,, der kürzlich seinen 87. Geburtstag beging. Auf dem Titelblatt prangt sein Bild von der Hand R. Schulte- im Hofe, Richard Muther giebt eine kurze Würdigung seine- Schaffens. Der Altmeister selbst ist mit zwei bisher unveröffentlichten Studien vertreten. ——i— ^Ihre Verdauung wird geregelt wenn Sie nach jeder Mahlzeit «Lv ein Gläschen 0! W. Knecht s D Magenbitter,, Säntis zu sich M nehmen. Grosse Flasche M.2.50 . Probeflasche M.1._Überall erhältlich Gratis-Proben direct von der theira tehtW nur noch H Leibniz KindcrmehLa^X'U S Zu haben bei HofL J. 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Gegenüber der übertriebenen Stickerei- Reklame seitens der amerikanischen Gesellschaft Singer & Co. sieht sich der unterzeichnete Verein Deutscher Nähmaschinen-Fabrikanten veranlasst, das verehrliche Publikum darauf aufmerksam eu machen, da*s auf jeder Deutschen Famillen-Niilimaschine mindest ns ebensogut wie auf den sogenannten Origii al - Singer- Nähmaschinen der Singer Co. gestickt werden kann. Auch hat die amerikanische Singer Co. durchaus kein anderes Stickverfahren als die deutschen Nähmaschinen-Fabrikanten. Das Sticken auf der Nähmaschine ist üebungs- sache und hängt lediglich von der Geschicklichkeit und Fertigkeit der Stickerin ab. Alle gegenteiligen Behauptungen müssen wir als völlig unzutreffend bezeichnen und richten wir an das verehrliche Publikum die Bitte, beim Ankauf einer Nähmaschine das deutsche Fabrikat, welches dem amerikanischen in jeder Hinsicht ebenbürtig ist, zu bevorzugen. Der unterzeichnete Verein empfiehlt für den Ankauf bewährter Fabrikate: Dentsehe Nähmaseliinen-GesellseliaU Eymer & Karnes Schulstrasse 5 und Steinstrasse 1?, Giessen Drnlsehes lähmasehinen-fieschält Job. Fr. Schaaf Donnerstag den 18. und Freitag den 19. Dezember, viin 10 bis 5 Uhr, findet die * 86,4 ^usßdTunfl non WeilinaMsarünten unterer Schülerinnen statt und laden wir zu zahlreichem Besuche Simons-Brot Doggen-, Weizen- und Hrwürz-Arot leicht verdaulich, aut bekömmlich und sehr nahrhaft, wöchentlich dreimal frisch bei 7376 Markt 2i. A. & G. Wallenfels, sctc^o« i«. Unterzeuge tn.ill. fjrmiifu gkkncktk törflcn Sdliiltrrkratjtu Ihtrnöiht Kavdschiht Strünipft Zocke» ktl. ktk. -mpfi-hl, billigst |8602 Julins Mljk Kreuzplatz. 15 Pfennj^ ■überall Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rabertshausen für 11)03 04 liegt vom 18. Dezember 1902 an acht Tage lang ttuif dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht sämtlicher KMeiügten offen. Rabertshausen, den 13. Dezember 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Rabertshausen. WidderSheim. 8696 Bestimmungen: 1,„ Das Einlagebuch wird mit 10 Pfg. berechnet. Einzahlungen können täglich geleistet werden. L Das Einlagebuch ist von dein Besitzer gut zu verwahren. L Kommt ein Einlagebuch abhanden, so hat der Sparer unverzüglich bei der Bank Anzeige zu erstatten. &. Die Bank ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, bei Kapitalrückzahlungen die Legitimation des Vorzeigcnden zu prüfen. 6,. Die Beiichreibung der Zinsen erfolgt im Januar jeden Jahres in den Büchern der Bank. Die Besitzer der Eiulagebüchcr können die Auszahlung oder Beischreibung jedoch ganz gele- gentltch auch in anderen Monaten veranlassen. ?... Kapitalien unter 1000 Mark können ohne Kündigung abgehoben werden, dagegen hat der Zunicknahme von Beträgen über 1000 Mark in der Regel eine dreimonatliche Kündigung vor'- auszuaehen. 8J, Vormünder können die Zinsen für ihre Mündel erheben, wenn das Gericht nicht anders bestimmt hat. Bei Kapitalrückzahlungen bedarf es der schriftlichen Ermächtigung der obervormund- schastllchen Behörde. 8625 Bekanntmachung. Ed wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß smsere Kaffe im laufenden Monat zur Erhebung oder Welschreibung der Zinsen Dienstags, Mittwochs, TlonnerStags und SamStagS geöffnet ist. Gießen, den 9. Dezember 1902. 8600 Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Dießem Wiener. Versteigerungsanzeige. Mittwoch, den 17. Dezember 1902, vormittag« 9’', Nhr airfangend, werden im Gasthause „Zur Krone" in Bad-Nauheim Agende Pfänder öffentlich meistbietend versteigert: 2 Gaskandelaber, 1 zweifl. Gasarm, 1 einfl. Gasarm, 1 Gas- Itjirn, 2 Faßlager, 1 Gartenhalle mit Dach ohne Fundament, 2 einfl. Mer, 1 Kopierpreffe, 1 Ofenschirm, 1 Zither mit Kasten und Sfhtenblältern, 1 kl. Musikiverk mit 21 Platten, einige Hühner, | Feldstecher mit Futteral, 1 Sopha, 1 Waschtisch, 1 Sekretär, 1 Weißzeugschrank, 1 Tivan, 1 Bücherschrank, 7 Bettstellen mit Msatratzen, 1 Mahagonischrank, 1 Nußbaumschränkchen, 1 Schränkchen mrit Spiegel, 1 Kommode, 1 Ausziehtisch, 2 Waschtische mit Marmor- plllatten, 22 Teile Fenstergardinen, 10 Lambrequins mit Halter, 2 Roulenux und 9 Rouleauxblenden, 18 weiße Plümeauxbezüge 1« weiße Kopfktssenbezüge, 12 Ger-stenkomhandtücher (weiße), IS desgl. mit roten Streifen, 12 halbleinene Betttücher, 48 weiße 1 schtücher, 220 Servietten, 86 Gläsertücher, 24 Kellnertücher, IS Cheffchürzen, 1 Mefferputzmaschine, 36 liefe Teller, 96 flache I, -fier, 160 ovale Platten verseh. Größen, 6 Saucier, 26 Ein- p^rtionsschüsselchen, 15 Suppenterrinen, 5 runde Porzellanvlatten, ICT Emmltöpfe, 5 Brattöpfe, 10 Bratpfannen, 8 Schneidbretter, 10) emaillierte Kasserollen, 1 Hackbeil, 1 Fleischmaschine, 1 Bohnen- , l^neidmaschme. 8 Fässer mit je 100 Liter Weißwein, 50 Fl. versch i bieme, 80 Büchsen Erbsenkonserven, 80 Büchsen Schneidebohnen, flTter wirklich tadellos ruhen ’Jn und feine Gesundheit fördern '*** will, kaufe nur 8444 van Galen’s auf Körpergewicht stellbare M-Mato auch in hervorragenden deutsche» Krankenhätlserii im Gebrauch. Nueutbehrltch für Kraule. Fabrik: van Galen & Terlinden, ReeS a. Rhein. (Unsere Firma hat niemals Beziehungen zu der Firma G. Terlinden in Cberhausen gehabt.) Kleinkinder-Bcwahranstalt. Am nächsten Sonntag, 21. Dezember, soll, wie seither angekündigt wurde, die Christbescheruug unserer Anstalt gehalten Nachmittags 31/, Uhr findet zunächst in der JohanneSlirche eine kirchliche Feier statt, die zugleich als Gemeindegottesdienst ge- halten wird. Nachher werden in der Kleiukindcrschule ben Kindern ihre Gaben beschert werden. Zu der kirchlichen Feier in der Johanneskirche laden wir die ganze Gemeinde freundlichst ein. Zu der Bescherung m der Anstalt selbst können wir, außer den Angehörigen der Kinder, wegen des sehr beschränkten Raiimes leider niemanden emladen. Alle, die uns ziir Christbescherung für unsere 210 Kinder noch Gaben zugedacht haben, bitten wir, dieselben baldigst an die Bor» standsdamen gelangen zu lassen. Gießen, 15. Dezember 1902. 071U Der Borstand der Kletukinder-Bewahraustalt. Dr. Naumann. Th. Brück Echloßgaffe 16. Rohrsessel nnb m Blumentische billigste und feinste Oambnomübrl Theetlsche Hocker Sessel Triumph-Klappscffel jeder Lage ohiie Ausstehen verstellbar. 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Mr bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und begleichen, besonders aber auch Geldgabrn, die uns die gleich- nmßigste Bescherung für unsere Riemen ermöglichen, zuwenden jn wollen. E Erhebitng von Beiträgen wird nicht herumgehen. Welmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an fiirte der nachbenannten Borstandsdamen gelangen zu laßen: Frau w'chtsamvalt Grünewald, Liebigslraße 21; Frau Johanna Haas, Citanlone 311 Frau Rechnimgsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; ssau Professor Leist, Ostanlage 36; Frau Bürgermeister Mecum, Ls'berstraße 23; Frai. Pfarrer Naumann, Ludaulage 8: Frau Lbiise Ltteus, Bismarckstrabe 11; Frau Lma Schwall, Ostan- l«ge 36; Fräulein Luise Wortmann, Dammstraße 32 Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben am iinnebmen; man wolle freundlichst beachten, daß es bte $Uemtmber= Ichulschwestern sind Diezstraßc 15. Gießen, den 10. November 1902. Der Vorstand der Kleinkinderbewahranstalt. Dr. Naumann. 7865 Südweine! Fst. Samos p. 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