Samstag 15. NovemberLSOL Zwettes Blatt. 152. Jahrgang a Nr. 269 •r|d)et«t täglich äugel SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Siebener Samtlienblätter viermal in der Woche beigelegt. IRoiattonSbrucf u. Verlag der Brüh l'ichen Umveri.-Buch- u.Slem- dructsre« lBietlch Erden) Redoknon, Ervedllroa und Druckerei; Schnlstraße 7. Vdrelie tüt Depeicheni Anzeiger Gießen. FrrniprrchanicklußAr 51. JF-ÜSZF O Ä ve,ug»pret»i JKäSai 'w Äw Zx\ TM Monallich7bPl., oienelM Gletzener Anzeiger ■ ** General-Anzeiger v ‘SS’ 4-y . . für den polit u. öligem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen DWZ __________Aeiqenieil Han» Beck. 9ie heutige Mmmer umfaßt 18 Seiten. Politische Tagesschau. Der Umfall. Aus Berlin, 14. November, wird uns geschrieben: Tas Vorbereiten auf den „Umfall" in Sachen des Zolltarifentwurfes beginnt! Am schärfsten haben sich die Konservativen gegen die Regierungsvorlage engagiert, während das Zentrum vorsichtiger war und sich Rückzugspfade offen lieh. Nun deutet beute zum ersten Male die „K r e u z z t g." an, d aß das Einlenken der „Zollmehrheit" zu gervärtigen ist. Ter Aufsatz des konservativen Organs „Zur innerpolitischen Lage", beschäftigt sich zwar in der Hauptsache mit der Obstruktion und den Mitteln, ihrer Herr zu werden, aber die Pointe liegt im Folgenden: Ein Teil der Mitglieder der Mehrheit wolle bekanntlich nichts von seinen Forderungen preisgeben. Es sei nur folgerichtig, daß dieser Teil der Mehrheit sich über die Obstruktion nicht sonderlich ausrege und sich demgemäß auch den za ihrer B käntpfung gemachten Vorschlägen einigermaßen kühl gegenüberpehe. „Wir glauben aber nicht fehlzugehen", fährt die „Kreuzztg." fort, „wenn wir behaupten, daß die hier in Betracht kommenden Abgeordneten nicht dieüberwiegendeZahl der Re ichstagsmehrheit stellen." Tie,Lreuzztg." äußert dann noch ein Mehreres über die Grundlage einer Verständigung, über Prüfung der Sachlage durch die verbündeten Regierungen, doch alles das ist schmückendes Beiwerk. Tie Verständigung ist nicht seit heute und gestern perfekt; man hat nur Zeit gewinnen wollen innerhalb der Zollmehrheit, um sich und die Wähler mit dem Rückzugsgedanken allmählich vertraut zu machen. Und darum ließ man nur tropfenweise Meldungen über die mit der Regierung gepflogenen Verhandlungen durchsickern. In holder Abwechselung folgten Dementis, Bestätigungen, pessimistische Gerüchte — und hinter diesem Theater-Nebel vollzog sich, den Blicken der profanen Menge entrückt, der Wechsel der Dekoration. Der „Umfall" wird sich nun wohl in der Art vollziehen, daß eine Anzahl Unversöhnlicher — genug, um einigermaßen imponierend zu wirken, nicht zu viele, um die Mehrheit für den Taris zu gefährden — auf den Getreide- und Viehzoll-Beschlüsien beharren wird. Wir haben unsererseits von folgendem Plan gehört: es soll eine Resolution in Vorschlag gebracht werden mit der Aufforderung an die verb. Regierungen, die Interessen der Landwirtschaft bei den Zöllen mit größter Entschiedenheit zu berücksichtigen, also möglichst einen höheren Zoll, als den Mindestzoll, durchzusetzen. Solche Resolutionen nehmen sich als Willensausdruck des Reichstages ganz stattlich auX- die Regierung kann die Aufforve- rung als eine höchst berechtigte anerkennen — sie ist aber nicht gebunden. Gerüchte von einer bevorstehenden Verlobung des Kronprinzen sind in der letzten Zeit sehr häufig ausgetaucht und haben die schtvierigsten Verknüpfungen zustande gebracht; als älu- riosum sei envähnt, daß die Welfen in Hannover fest überzeugt sind, der Kronprinz könne gar keine andere freien, als die zweite Tochter des Herzogs von Cumberland, die übrigens ein recht hübsches Mädchen sei. Neuerdings knüpft sich der Verlobungstlatsch mehr auf» dringlich als taktvoll an die Englandreise des Kaisers, und zwar sind es die Engländer selbst, die hier ihre Phantasie spielen lassen . Aus London wird uns darüber berichtet: Ter „Daily Expreß" läßt sich von Berlin ein Telegramm senden, dessen Inhalt wie übliche aus der besten verbürgten Quelle stammt und natürlich in jedem Worte auf striktester Wahrheit beruht und wonach Kaiser Wilhelm nichts Geringeres im Sinne habe, als mit Eduard VH. und Königin Alexandra die eventuelle Verheiratung einer englischen Prinzessin an den deutschen Kronprinzen eingehend zu besprechen; es sei Thatsache, daß eine Verbindung von diesem Charakter von jeher bei der verstorbenen Königin Viktoria hoch in Gunst gestanden habe und von ihr des öfteren erörtert worden (et Wenn der deutsche Kronprinz eine der englischen Enkelinnen der Königin Viktoria heiraten soll, die sämtlich direkte Cousinen seines kaiserlichen Vaters sind, so müßte er eine seiner eigenen Tanten freien, eine Verbindung, die schwerlich empfehlenswert sein könnte. Tie Mutter der Prinzessinnen von Counaught ist bekanntlich eine Tochter des verstorbenen Prinzen Friedrich Karl von Preußen, ist also eine Cousine des Kaisers und als solche Tante des Kronprinzen, der in ihren Töchtern also einerseits Cousinen, andererseits in ihnen als Tochter ihres Vaters, des Herzogs, seine Tanten sieht Aus dem österreichischen Parlament. Tas österreichische Abgeordnetenhaus begann am 14. dieses Monats die Verhandlung über die Dringlich keits- anträgc betreffend die Vorfälle bei der Landtags st ich- wähl in Favoriten. Abg. G e ß rn a n n wirft den Sozialdemokraten vor, bei der Agitation in terroristischer Weise vorgegangen zu sein, die christlichsozialen Wähler nicht nur an der Stimmabgabe verhindert, sondern auch auf offener Straße Straßenraub und Tieb- st a h l verübt zu haben. Tie Sozialdemokraten' unterbrechen nur hin und wieder die Ausführungen Geßmanns durch ironischen Beifall. Nach Geßmann ergreift Abg. Pernerstörfer das Wort zur Begründung des sozialdemokratischen Antrags. Tie Christlich,ozialen verlassen den Saal. Pernerstorfer führt aus: Schuld an den Vorgängen in Favoriten sei die pflichtvergessene Polizei und der pflichtvergessene Ministerpräsident. O e st e r r e i ch sei kein Rechtsstaat, sondern ein Saustaat. Lueger habe sich in der Mittwochsitzung wie ein Irrsinniger oder Gassenjunge benommen. Wer sich wie Lueger Frauen gegenüber benimmt, sei der ärgste Schandbube in Oesterreich. Eldersch ruft: Lueger ist ein Schuft! Pernerstorfer (fortfahrenb): Lueger sei ordinär Dom Scheitel bis zur Sohle. Tie christlich-soziale Partei, welche die korrupteste auf der Welt sei, nenne sich katholisch und kaisertreu. Ist bei uns katholisch und kaiserrreu der Inbegriff aller Gemeinheit? Tiefe Partei ist nicht nur jeder Gemeinheit, sondern auch jedes Verbrechens fähig. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ter Präsident erteilt Pernerstorfer einen Ordnungsruf. Ter Ministerpräsident erklärt, die Regierung habe bei den Wahlen alle Vorkehrungen zur Sicherung der Wahlfreiheit getroffen und werde dies pflichtgemäß auch bei den künftigen Wahlen thun. Er, der Ministerpräsident, werde nach Abschluß der Untersuchung aus deren Ergebnis die Konsequenzen ziehen, welche den Gesetzen und dem allgemeinen Rechtsgefühl entsprächen. Redner weist in scharfer Weise die gegen die Polizei erhobenen Beschimpfungen zurück und glaubt über die Vorwürfe des Vorredners gegen seine Person um so eher sich Hinwegsetzen zu können, als die Regierung gewohnt sei, nicht als unbefangen, sondern als parteiisch behandelt zu werden. Axmann weist die Vorwürfe Pernerstorsers zurück und beklagt sich über den Terrorismus der Sozialdemokraten. Tie Rede des Abg. Axmann wurde wiederholt von ironischen Beifalls- und Protestrusen der Sozialdemokraten unter- brochen. Hierauf wird die Tebatte geschlossen und nach der Wahl von Generalrednern die Verhandlung abgebrochen. Deutsches Reich. B e r t i n, 14. Nov. Aus KingsLynn wird gemeldet: Ter Kaiser und König Eduard jagten auch heute in den Wäldern von Sandringham. Das Frühstück wurde im Schlosse Sandringham eingenommen. — Zur Endell-Angelegenheit erfahren die „Pos. N. N.": Dem Major a. D. Endell ist mitgeteilt worden, daß das mit der Untersuchung seiner Affaire betraute militärische Ehrengericht ihn von jeder Verfehlung freigesprochen und daß infolge dieser Entscheidung der Kaiser chm die Uniform in Gnaden belassen hat. — Heute abend fand beim Reichst« gs-Präfix denken ein Abendessen statt, an dem auch der Reichskanzler teilnahm. — Tie Kommission zur Beratung des Gesetzentwurfes betreffend die Regelung der gewerblichen Kinderarbeit hat heute die erste Lesung zu Ende geführt. — Tie Einberufung der 17. Kommission des Reichstags für die kaufmännischen Schiedsgerichte ist erfolgt, um eine Erklärung darüber zu hören, daß die Vorlegung eines bezüglichen Gesetzentwurfs nahe be- vorsteht. — Ter Burenoberst Schiel ist heute nach herzlicher Verabschiedung von seinen Freunden, unter denen sich zwei ehemalige Burenoffiziere befanden, abgereist. Tie gestrige Versammlung in den Konkordia-Festsälen war zahlreich besucht. Danzig, 14. Nov. Die Sozialdemokraten stellten als Kandidaten für die durch Rickerts Tod notwendig gewordene Reichstagsersatzwahl den Kassenführer Adolf Bartel auf, der feit mehreren Jahren die unbestrittene Leitung der Tanziger Sozraldemokratie hat. Posen, 14. Nov. Heute nachmittag fand hier die feierliche Einweihung der Kaiser Wilhelm- Bibliothek statt in Anwesenheit des Fincmzmcnisters v. Rheinbaben, des Kultusministers Studt, der Spitzen der Militär-, Zivil- und Kommunalbehörden und zahlreicher Vertreter der Wissenschaft aus dem gesamten Vaterlande. Minister Studt übergab mit einer Ansprache die Bibliothek an die Provinzialverwaltung. Landeshauptmann v. Tziem- bowski übernahm die Bibliothek Namens der Provinz unter Worten des Dankes und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Tie Festrede hielt der Tirettor der Bibliothek, Focke. Tarauf folgte ein Rund- gang durch alle Räume der Bibliothek. Abends fand ein Festessen statt. Karlsruhe, 14. Nov. Ter Großherzog verlieh dem preußischen Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten, Budde, das Großkreuz mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen. Heer und Flotte. v. Wachter, Oberst, beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Gen. Adjutanten S. K. H. des Großherzogs wurde unter Ernennung zum Gen. AdManten S K. H. oes Großherzogs, zum Gen. Major, vorläufig ohne Patent, befördert; Frhr. v. Massenbach, Dberlt im 2. Großh. Hess. Trag. Regt. (Leib-Gard. Regt.) Nr. 24, wurde vom 15. Nov. d. I. bis zum 15. April k. I. zur Dienstleistung bei des Großherzogs von Hessen und bei Rhein K. H. kommandiert. Anstand. Kopenhagen, 14. Nov. In Hofkreisen wird dem Besuch des deutschen Kronprinzen für Mitte Tezember entgegengesehen. Der Besuch des deutschen Kaisers am hresigen Hofe soll im nächsten Sommer stattfinden. (?) Paris, 14. Nov. Eine Abordnung der Marseiller Kaufleute und Rheder wird morgen vom Kabinettschef und vom Präsidenten Loubet empfangen werden. Der Zweck dieser Besprechungen ist die Lösung der Freihafen-, Frage. — Im heutigen Ministerrate teilte Marine-Minister Pelletan mit, daß er sich mit der Dudgetkommission in Verbindung setzen werde, um Mittel und Wege zu finden für die Sicherung der völligen Ausführung des Programms für Schiffsbauten. Man glaubt, daß hierzu ein Nachtragskredit von 12 Millionen Francs notwendig sein wird. Petersburg, 14. Nov. Wie die Russische Telegra- phen-Agentur meloet, ist die auswärts verbreitete Nachricht, daß der Psychiater Mersch ejewski in Liva- dia gewesen sei, unrichtig. Sarah Bernhardt als Kameliendame. Mainz, 14. Nov. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") Die Mainzer sind sehr stolz daraus, sich einen Theaterabend und ein Gastspiel geleistet zu haben, auf das die Nachbarstädte aus sinanziellen Gründen verzichtet haben. Zu dem Publikum, das heute das Haus bis auf die entlegensten Plätze hin füllte, stellte natürlich auch Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt ein erhebliches Kontingent. Pünktlich 7 Uhr nimmt die Vorstellung, bei geräumtem Orchester, ihren Anfang. Es vergehen einige Minuten, ausgeführt durch ein gleichgültiges Gespräch, dann erscheint sie im Rahmen der Thür. Das Entree ist durchaus diskret, das Tempo, das sie für die Konversation anschlägt, ist Andante. Das hohe silberne Organ ist von wunderbarer Biegsamkeit und berührt wie Gesang. Blond ist die Kameliendame der SarahBernhardt, sie wirkt auch blond. Aus dem Ganzen liegt etwas wie der zarte Hauch eines Frühlingsabends, dessen Schönheit sehr bald dahin sein wird. Das Weiche, Müde, stellenweise Träumerische, das die Künstlerin in die oft banalen Worte des Textes zu legen weiß, teilt sich auf ihrer ganzen Erscheinung nut. Es ist in den letzten Tagen viel vom Alter der französischen Diva die Rede gewesen, aber kaum eine andere Schauspielerin rechtfertigt so wie die Sarah die französische Redensart: on a l’äge qu’on parut. Auch das mit dem Opernglase bewaffnete Auge entdeckt auf dem feinen, rosig angehauchten Rassegesicht nur ganz unmerkliche Spuren des Alters. Aber Niemand, der nicht mit Vorurteilen zu dem Gastspiel kommt, möchte behaupten, daß irgend ein Mißverhältnis zwischen dem jugendlichen Charakter der Rolle und ihrer Interpretin bestünde. Süß, charmant ist das Lächeln der Bernhardt. Gewiß, die Beweglichkeit der Düse zeigt das Minnespiel der Bernhardt heute nicht mehr; absichtlich sagen wir „heute". Auch'' bei der Verausgabung der Affekte, in den erregten Situationen, legt sich die Bernhardt eine gewisse Reserve auf. Eins aber hat keine Zeit antasten können — das ist der Rhythmus der Bewegungen, das Linienspiel des Körpers, der wie aus einem präraffaelitischen Gemälde herausgestiegen erscheint. Die Gewänder, man muß diesen Ausdruck statt des nüchternen Wortes „Kleider" brauchen, schmiegen sich leicht und lose um die Figur, deren tadellosen Wuchs in keiner Weise beeinträchtigend. Jede große Künstlerin erkennt man am Spiel der Hände. Wie diese sich dem jeweiligen Leben der Situation anpassen, wie Glück und Schmerz in dem nervösen Zittern zum Ausdruck kommt, das zu beachten, ist der Mühe wert! Fächer, Blumen, Briefe u. bergt, gewinnen unter der Berührung der Bernhardt eine eigene beredte Sprache. Mit der Aufnahme in Mainz kann der Gast zufrieden sein: Heroorgerufen nach jedem Akt und des öfteren Applaus bei offener Szene, vor allem nach dem 3. Akt. Das Personal, das die Bernhardt mit sich führt, ist für klassische Sachen jedenfalls nicht ausreichend; für den Kon- versationsstiel Duma's genügt es. Der 4. Akt mit der tumul- trarischen Szene im Spielsalon zeichnete sich im Ensemble durch Verve aus. Die Bernhardt weiß in „Schönheit zu sterben". Nichts von den abschreckend realistischen Krampfzuckungen und Husten- anfätten, mit welchen so viele Heldinnen das Finale sensationeller zu gestalten suchen. Es ist möglich, ja es dünkt uns sogar, daß die Technik, welche sich Sarah Bernhardt an ihrem sich in ganz bestimmten Bahnen bewegenden französischen Repertoire erworben hat, für Rollen klassischen Stils nicht ganz mehr ausreicht. Aber daraus die Annahme zu schöpfen, als habe man es bei der Französin mit einer äußerlich-pathetischen Kunst zu thun, dünkt uns verkehrt. Innerhalb ihrer Sphäre ist sie nicht nur groß, sondern auch unerreicht und letzteres in erster Linie durch die Verinnerlichung der Gestalten. Dr. M. Im Gießener Kun st verein wurde das Aquarell von HanS K o berstein-Berlin „Uebermut" angekauft und ging in hiesigen Privatbesitz über. Eisenbahn Zeitung. Eisenbahuprojekt Alsfeld-versfclv. Am Alittwoch Nachmittag sand aus Veranlassung des Finanzministers Tr. Gnauth eine Besprechung über obiges Projekt statt, an welcher außer dem Minister u. A. teilnahmen: Ministerialrat Eivald, Lderdaurat Eoulmann, Landrat von Schleimy-Hersfeld, die Landtagsabgg. v. Baumbach-Ziegenhain, Reff-Alsfeld, Morell-Leusel, serner der Vorsitzende des Eifenbahn-Baukomitees Atsseld, E. Grünewald 11., und fünf Herren dieses Komitees. Tie Anwesenden nahmen den Eindruck aus der Sitzung mit, daß die Angelegenheit in den Händen des Finanzminiflers Tr. Gnauth wohl geborgen und sonnt einen lebhafteren Fortgang nehmen werde. Aus Stadt uiü» Sand. Gießen, 15. November 1902. — Das Promenaden-Konzert morgen Sonntag, den 16. Noo., fällt aus. ** In der Gemälde-Aus st ellung am Brand "sind einige Gemälde von Paul Weim an-Schrenau und Ottilie Kowarzik-Gießen neu ausgestellt. Kommende Woche findet wieder ein Wechsel der Gemälde statt und ein großer Teil der seither ausgestellten Silber gelangt zur Weitersendung. Die Ausstellung wirb wegen dieses Wechsels von Mittwoch an drei Tage geschlossen. ** Stadt-Theater. Am Sonntag den 16. November gelangt der dreiaktigc Georges FeydeauscheSchwank „Die Damc von Maxim" zur Aufführung. Die „Cre- vette" wird diesmal Frau von Stahl-Bünau, „Dr. Peth- pon" Herr Zoder spielen. ** A1 wtne Wiecke beendigt am Samstag ihr von großem (Erfolge begleitetes Berliner Gastspiel und tritt dann sofort ihre Tournee an, welche sie in kommender Woche auch nach Gießen führt. Die Künstlerin tritt hier am Stadt-Theater bekanntlich am 20. November als „Frau v o m M e e r e" auf. Darmstadt, 14. Noo. Am 13. d. Mts. waren Ihre Aönigl. Hoheiten der Großherzog und Prinz Heinrich von Preußen nebst Gefolge morgens bis Stockstadt gefahren, um der Jagd desFrhrn. v.Hepl zu Herrnsheim in Gunters- hausen beizuwohnen. Am Bahnhof hallen die Lehrer von Stocksladt mit ihren Schulkindern Aufstellung genommen und brachten bei Ankunft der Höchsten Herrschaften ein Hoch aus. ES waren noch als Jagdgäste anwesend: Fürst zu Solms- Lich, Major v. Heyl und aus Frankfurt Exz. v. Lindequisl, Baron von Holzhausen und Baron Metzler. Das Resultat der Jagd waren 2 Rehböcke, 46 Hasen, 217 LapinS, 70 Stück wilde Welschen und 182 Fasanenhahnen. Nach Schluß der Jagd wurde ein Diner eingenommen und fuhren die Höchsten Herrschaften um 8.15 Uhr von Stocksladt nach Darmstadt zurück. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog und Prinz Heinrich besuchten noch von 9 Uhr ab die Vorstellung im Hoftheater. Heute und morgen werden noch zwei Groß- herzogliche Hofjagden stattftnden. — Prinz und Prinzessin Heinrich werden ihren gegenwärtigen Aufenthalt nicht, wie ursprünglich geplant, bis zum 25. d. Nits., dem Geburts— Dem „Sortiere della Sera" zufolge verhandelte dieser Tage Staatsrat Scheremetew mit dem Vatikan über ben Besuch des Zaren beim Papst. — Dem Großfürsten Paul wurde nunmehr auch formell der Zaren hos verwiesen und ihm gleichzeitig vom Zaren eine jährliche Rente von einer Million Francs aus den Einkünften der kaiserlichen Lrondomänen angewiesen. Großfürst Paul hat die Villa „Purtulie" in Florenz gemietet, wo er bleibenden Auf- uithalt nehmen wird. ______________________ Aie Arotfrage irr der Stadtverordneteu-Derfammlung. Gießen, 15. Nov. Stadtv. Krumm nahm in der letzten Stadlverord- netenfifcung das Wort zu folgender Ausführung: In einer Däckerversammlung haben die versammelten Jnnungsmeister einen Brotabschlag beraten. Ter „Gieß. Anz." habe berichtet, daß einige Meister bereit gewesen seien, den Laib Brot um 4 Pfg. billiger zu verkaufen, als seither, und daß die Mehrheit eine Verbilligung des Brotes abgelehnt habe. Er wolle die Frage ganz unerörtert lassen, vb unsere Backer zuviel verdienen, auch ob der jetzt verlangte Preis zu hoch sei, er meine aber, h ie städtische Verwaltung solle mit einigen der Bäcker sich ins Benehmen setzen, damit die Bevölkerung in der jetzt teuren Zeit billigeres Brot bekomme. Wenn einige Meister selber der Ansicht sind, daß bei dem heutigen billigen Mehlpreis der Preis des Brotes in Gießen um einige Pfennige zu hoch sei, so fei es ein Unrecht, wenn deren Kollegen darauf dringen, daß der hohe Preis beibehalten werde. Er sei kein Freund davon, daß man die Konsumenten einer Ware zu veranlassen sucht, diese von außerhalb zu beziehen von Lieferanten, die zu den Lasten der Gemeinde nichts beitragen, aber er sei auch kein Freund von Kartellen, von Ringen, die daraus aus seien, die Preise in der Höhe zu halten, jede gesunde Konkurrenz zu unterbinden. Es scheine chm, als ob es sich in Gießen bei den Bäckern auch um ein Ringelchen, wenn auch nur um ein kleines, handelt. Es werde naäy, (feiner Ansicht genügen, wenn der Bürgermeister mit den Leuten verhandelt, um diese zu veranlassen, den Brotpreis zu ermäßigen. Bürgermeister Mecum bemerkt, daß er der Brot- preisfrage schon seit einiger Zeit nähergetreten sei. Er habe vor, in der nächsten Woche diese der Sozialpolitischen Kommission zu unterbreiten und dieser den Erschlag zu machen, Brot, wie in anderen Städten, als Wochenmarkts-Artikel zuzulassen, wenn die Bäcker mit dem Preise für den Laib Brot nicht 4 Pfg. abschlagen. Er sei der Meinung, daß dies der einzige Weg sei, wenn am Platze unter den Bäckern selbst bu Konkurrenz unterbunden sei, eine notwendige Konkurrenz damit äu schaffen. Stadtv. Löber erklärt, daß chm die Ausführungen des Kollegen Krumm gefallen, daß er aber an Denen des letzten Redners keinen Gefallen ftndc. Es sei in der Bäckerversammlung nur ein Brotabscblag von 2 Pfg. pro Laib in Antrag gekommen, und Darüber ließe sich ja vielleicht noch reden. Ter Stadtv. Jughardt war schwer verständlich. Er bemerkte, man könne der Bäckerinnung nicht vorschreiben, welche Preise sie nehmen soll. Bürgermstr. Mecum bemerkt, baß er der Ansicht sei, wenn das Brot erst auf den Wochenmärkten seilgehallcn werde, und dort billiger zu haben sei, als bei unseren Bäckern, diese schon mit dem Preisabschlag folgen werden. Vielleicht komme es aber gar nicht dazu, vielleicht genüge schon diese Aus s prache, die Brot preise zu vermindern. Stadtv. Pirr konstatiert aus einem Zeitungsblatt oom Mai, daß damals Gießen unter den aufgeführten Städten mit dem Brotpreise an drittletzter Stelle stehe. Redner verlieft diese Preise und geht dann zu den Rindfleischpreisen über, wird aber durch allgemeine Schlußrufe aus der Mille der Versammlung unterbrochen. Bürgermeister Mecum bemertt, daß aus dieser Tabelle ein Vergleich überhaupt nicht zu ziehen sei, well in den Städten mit höheren Preisen das Octroi noch bestehe auf Brod und Mehl, welches wir aber abgeschafft haben. Damit war die Debatte über diesen interessanten Gegenstand beendet. Gerichtssaal. 0. Gießen, 14. Nov. Schöffengericht. Der Pferdehändler Dr. von Watzenborn ist wegen D i e b st a h 1 s angeklagt. Er Hal an einen Pferdefchlächler ein Pferd für 60 Mark verkauft und den Preis bar erhalten. Der Käufer nahm das Pferd in feine Koppel. Inzwischen fand sich jemand, der dem Angeklagten ur das Pferd 80 Mark bot. Dieser verkaufte das Pferd zum zweiten Riale, holte es aus der Koppel des ersten Käufers eigenmächtig heraus und übergab es dem neuen Liebhaber. Den ©aeff- oerhalt erzählte er kurz darauf feinem ersten Käufer, der damit keineswegs einverstanden war. In diesem Thatbestaud findet dsö Gericht die Merkmale des Diebstahls und verurteilt den Angeklagten zu zehn Tagen Gefängnis. — cand. med. vet. K. aus Gießen ist wegen Quälerei feines Hundes angezeigt. Mangels belastenden Beweismaterials wird der Angeklagte freigesprochen. M. Gießen, 14. Nov. Straffammer. Ten Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Staatsanwaltschaft vertrat Gerichtsassessor Dr. Hetzel. — Der Schneidermeister Friedrich Emil Schille aus Leipzig hat sich in diesem Sonnner in Bad Nauheim zur Kur ausgehalten und eines Tages von dort aus einen Spaziergang nach Steinfurth gemacht. In Steinfurth wurde gerade zu dieser Zeit ein Einbruchsdiebstahl verübt. Trotz seines Leugnens wurde der Angeklagte, der noch in unmittelbarer Stahe von Steinfurth ergriffen werden konnte, der Thäterschaft überführt, da mehrere spielende Kinder aus dem Fenster des sraglicheu Hauses einen Mann hatten springen sehen und an verschiedenen Kennzeichen sofort in dem Verhafteten den Einbrecher wiedererkannten; weitere belastende Jndieien ließen keinen Zweifel, daß der Angeklagte den Diebstahl begangen hatte. In der Folge stellte sich zudem heraus, daß in dem Angeklagten ein wiederholl rückfälliger, bereits mit langjährigen Zuchthausstrafen vorbestrafter Dieb ergriffen worden war. Mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen und die (Semem- gefährlichkeit des Angeklagten erkannte das Gericht auf eine zwer- lähriae Zuchthausstrafe, fünfjährigen Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Ter gegen Kaution auf freiem Fuß befindliche Angeklagte wurde wieder in Haft genommen. — Ter Johannes Moll von Alsfeld hatte auf der dortigen Ortsslraße einen Gendarmeriewachtmeister während der Amtsausübung durch allerhand Schimpfworte beleidigt und war deshalb vom Schöffengericht Alsfeld mit einer vierwöchigen Gefängnisstrafe belegt worden. Tie von ihm gegen das Urteil eingelegte Berufung wird als unbegründet foftenfdllig verworfen. — Ter Landwirt Wilhelm Elos aus Neustadt war durch Strafbefehl, der von dem Schöffengericht Alsfeld bestätigt worden war, in eine Geldstrafe von 25 Alk. genommen worden, weil er als Jagdpächter der Bernsburger Gemeindejagd feinen Tachshund während der gesetzlichen Hegezeit von seinem Jagdgebiet über die Grenzen hinaus m fremdem Jagdgebiet jagen ließ — Uebertretung des Art. 83 des hessischen Jagdstrafgesetzes. Der Angeklagte bestreitet die Beschuldigung und behauptet, er sei eines Tage» nach seinem Jagdgebiet spazieren gegangen mit seinem Jungen, der alsbald den mitgenommenen Tachshund angebunden habe; auf dem Wege habe sich dieser losgemacht und sei weggelaufen, ohne daß ihn, den Angeklagten, ein Ver-schulden treffe. TaS Gericht hielt für nicht erroiefen, daß der Angeklagte mittels des Hundes die Jagd ausgeübt habe — in welchem Falle übrigens nicht eine Ueberrretung^ des Art. 33 des Jagdstrafgesetzes, sondern em Jagdvergehen im cmne des Reichsstrasgejetzbuchs oorlicge — sondern nahm lediglich eine Uebeitrctung des Art. 25 des Jagd- ftraigefeges als gegeben an, nach welcher Bestimmung bas freie Herrmlaufenlasfen emes Hundes in fremdem Jagdgebiet in cuier größeren Entfernung als IOC Schritte von den erlaubten ver» bmbungsroegen strafbar ist. Tie Fahrlässigkeit des Angeklagten erblickte das Gericht darin, daß er es nicht verhütete, dag sein Junge den Hund laufen ließ, bezw. nicht Dafür sorgte, daß derselbe ordentlich angebunden war. Mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des Tellkts setzte das Gericht die Geldstrafe auf 5 Alk. herab.— Tie Pnoatklagesache Hoeres gegen Block wurde zwecks Verkündigung der Entscheidung auf den 21. d. 9JL vertagt. Gine zweite Sache wurde zwecks weiterer Beweiserhebung ausgesetzt. ! Marburg, 14. Nov. Am 81. Dezember v. ö- erschoß der kgl. Förster Klinger im Walde bei Hatzfeld im Kampfe mit Wilderern in der Notwehr einen bekannten Wilddieb namens Stenger aus Langenzanna. Am 9. Februar hatten an derselben Stelle vier Förster, darunter auch Klinger, abermals^ einen Zusammenstoß mit zwei Leuten namens Schnorr und sorge, von denen der erstere em Gewehr, der letztere einen Rucksack trug. Heute verhandelte die Strafkammer wegen Wilddieberei gegen diese beiden Männer. Es wurden nicht weniger als 17 Zeugen und vier Sachverständige vernommen. Schnorr wurde schließlich zu einem Monat Gefängnis und sein Genosse zu 40 Mark Geldfirase ver- nrte.lt- ‘ , ynü.i£i|iIat5-ilfldjnri)ÜH. fc. Darmstadt, 14. Nov. Gegenüber der Mitteilung des .Vorwärts" über die 91 i ch t z u l a j s u n g von 2 r u s s i s ch e n Studenten an der Technischen Hochschule erklärt das Rektorat: Es ist unrichtig, daß der eine Der beiDen Studenten an Der hiesigen Hochschule bereits immatrikuliert gewesen sei. Derselbe hatte leDiglid) seine Papiere im Sekretariat zur Prüfung abgegeben und der besonderen Bestimmung für Ausländer gemäß, das Minimum an Unterrichtszeit) im Voraus entrichtet. Aiis den Papieren ergab sich, daß der beireffcnbe oluDent nicht einmal, sondern innerhalb Jahresfrist xroeunal von einer ruh sichen Universität ausgeschlossen ivar. Auf Grund dessen wurde die Aufnahme an unserer Hochschule verweigert und dies Dem Herrn im Sekretariat (nicht vom Rektor) eröffnet. Ter Zweite konnte kein Abgangszeugnis von Der vorher besuchten russischen Hochschule vorlegen und so erhielt er, ebenfalls Durch Das Sekretariat, Den Bescheid, Daß über seine Aufnahme erst oerhandell werden könne, wenn die nötigen Papiere vollständig seien. Stach einigen Tagen erklärte Dieser Herr, ohne Das fefflenDe Zeugnis erbracht zu haben, daß er sich an eine andere Hochschule wenden^ werde, und erhob ebenfalls den eingezahlten Betrag von Der Kasse zurück. Mit der Vorauszahlung des 'Minimums an Unterrichtsgeld erwirbt der sich Anmeldende keinerlei Aufnahmerechte. Eingesandt. (Für Form und Inhalt ulu uiucc otefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schon seit Jahren ist es dem Einsender diese- aufgefallen, daß an der Main-Weferbahn sowohl, wie an der Kölu-Gießener- Bahn immer und immer wieder neue Stationen entstehen, Die doch zweifellos von der Eiseuhahnbehorde als rentabel anerkannt und Dementsprechend auch von dieser auSgefüffrt und mit ihren Kosten bedienstet werben. Es entsteht deshalb Die Frage: -Warum muß bei Errichtung einer S t ation »Gießen-Nord* )ie Stadt Alles und Alles und auch noch Die Bedienung auf Ja-re hinaus tragen, während bei den oben erwähnten Stationen die Gemeinden höchstens die Zufuhrslraßen herzustellen haben?' «. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Zellstofffabrik Waldhof, Mannheim. Bei der Gesellschaft, welche ein ähnliches Unternehmen, Zellstofffabrik Waldhof in Pemau in Rußland, besitzt, dessen 3 Mill. Mk. Aktien vollständig im Besitze Der Mannheimer Gesellschaft sind, soll, wie uns mitgeteilt wird, Der Absatz sich Derart gehoben haben, daß die bestehenden Anlagen vollständig im Betrieb sind. Der für später vorgesehene weitere Ausbau Des Werkes soll schon jetzt vorgenommen iverden. Siemens n. HalSke, -llticn-Gesellfchaft, Berlin. Tie Bilanzsitzung findet in Den nächsten Tagen statt. Ter Abschluß »st noch nicht fertiggestellt, sotveit sich aber überblicken läßt, werden 3 pEt. (L B. 8 pEt.) Dividende zur Verteilung gelangen. Der Auffichtsrat der Mafchineubau-Attien-Gefellschafl Humboldt in K a l f bei Köln beschloß, 5 pEt. Dividende vorzu- schlagen (L V. 6 pEt.). Die Union, Aktien-Gesellschäft für Bergbau in Dortmund, wird den ersten Hochofen auf dem Werke in Horst bei Steele am 20. d. M. anblafen. Die 4proz.steuerpflichtigen und steuerfreien Lemberg« Czernowitzer Cifenbahu-Lbligationen von 1884 sind vom 17. November nur unter Vergütung der bei der Besorgung der neuen Eouponsbogen entstehenden Roften lieferbar. Tabak. Im Lause Der vergangenen Woche wurde mll dem Einkauf in Den „Eigarrenorten" Des Neckarthales, im Brurhein und einigen Württemberger Orten durch das Eingreifen des ersten Mannheimer Hauses begonnen, es haben sich die Hoffnungen der Händler, daß Der Tabak Diesmal in abgehängtem Zustande gekauft werden könne, also wieder einmal n:cht erfüllt. Es wurden in den einzelnen Orten Preise von 21—25 Mk. angelegt, die in Anbetracht der schweren, teilweise unreifen und erfrorenen Jabafe als seyr hohe bezeichnet werden müssen und die nach unserer Ansicht 6—7 Mk. zti hoch sind. In abgehängtem Ziistande wären von richtig beurteilenden Händlern wohl niemals mehr wie 16—18 Mark bezahlt worden. Daß Die Produzenten zu Den sehr hohen Preisen em vergnügtes Gesicht machen, läßt sich wohl denken, da selbst die größten Hoffnungen derselben noch übertroffen wurden. Ob sich der Handel hinreißen läßt, auch im badlscheii Oberlande, wo Die Forderungen noch größere sinD, Den Kauf zu beginnen, wird Die kommende Woche zeigen. Wir erinnern an Den ebenso kräftigen Jahrgang 1895, Der Damals jeDoch Durchschnittlich reif war, an welchem Der Handel trotzdem viel Gefd einbüßte; genau so kann sich in diesem Jahre wiederholen. Wenn in dieser Weise noch einige Jahre fortgewurstelt wird, erachten roir den Moment als feffr bald eiutreffend, daß dem Staate das Rohmonopol offne Entschädigung zufällt. — In alten Tabaken war es während Der Be- nchlswoche ruhig, Umfätze sinD uns nicht bekannt geworden. Lose pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine 9—10 All., gebündelte 11 diS 12 Mark. Märkte. Gießen, Ib.Nov. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterpr.Pfd. 0,85—1,10 SDiL, Hühnereier pr. St. 7—9 Pfg-, 2 Stck. 00-00 Pfg., Gänseeier 00-00 Pfg., Enteneie 0—OPfg., Ka>e vr. Stck. 5—9 Pf., Käfematte2Stck. 5—OPfg., Erbsen pr.Lite» 20Pfg. Linsen pr. Liter 32 Pig., Toubenpr. Paar 0,70—0,90'2311., Hühner pr. ct 0,90—1,40 All., Hahnen pr. Stück 0,75—1,60 Alk., Enten pr. Stück 2^0—2,80 Mk., Gänse pr. Pst». 50—64 Pfg., Lchsensletsch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., od)roeüi£- sieisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—72 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5O—7o Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 4,50—5,20 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Psg., Zwiebeln pr. Zentner 3,30—3,50 Alk., Alilch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Tte Marktzeu Dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände Des Wochenmarktverkehrs Dürfen vor Begum Der Marktzeit überhaupt nicht und während Der ersten Drei Stunden Der Alarktzeit nur auf Den Dafür bestimmten unö angewiesenen VetckaufSpiatzen, also auch nicht im Umherzlehen, feilgeboten werden. tage des Großherzogs, ausdehnen, sondern voraussichtlich schon am 18. d. MtS. die Rückreise nach Kiel antreten. Am 20. d. MtS. beabsichtigt Prinz Heinrich dott seinen Dienst anzutreten, auch will er bei der Begrüßung des Kaisers nach desien Rückkehr von der Englandreise m Kiel anwesend sein. Bingen, 14. Nov. Die Nachrichten über hier, bei Mainz, Rüdesheim, Köln rc. gefundenen Dy na mit- Patronen lösen sich in allgemeines Wohlgefallen auf. Die mit Gruseln betrachteten Dinger entpuppten sich als harmlose Feuerwerkskörper. Marburg, 14. Nov. Seit dem Einzug des T-r. Böckel in den Reichstag als Vertreter des Wahltteises Marburg- Kirchhain-Frankenberg-Vöhl war der Wahlkampf hier immer recht lebhaft. Verschiedene Parteien suchten den Sieg auf ihre Seite zu bringen; dank der großen Zer- plitterung gelang cs, aber Böckel immer wieder, für unseren Wahlkreis als Vertreter in den Reichstag zu ziehen. Auch jetzt hat hier der Wahlkampf bereits einen Anfang genommen. DZährend Konservative, Antisemiten, Zenttum usw. noch immer geheime Besprechungen abhalten, zieht der nationalsoziale Kandidat, Redakteur v. Ger lach, bereits von Dorf zu Dorf und hält Wahlversammlungen ab. In aller Kürze trifft, noch ein weiterer nationalsozialer Führer ein, um ihm hilfreich zur Sette zu stehen. Ter frühere nationalsoziale Verleger Bader, hat sich indes als sozialdemokratischer Kandidat aufstellen lassen. Hanau, 14. Nov. Die Handelskammer hat in ihrem Bezirk Erhebungen über die Lage des Arbeitsmarktes angestellt. Zu diesem Zivecke fand bei etwa 200 Fabrikationsfirmen des Bezirks eine Umfrage statt. In der Edelmetallindustrie hat nur bei einzelnen Betrieben eine Verminderung der Arbeiterzahl stattgefunden; einige Firmen besetzten die durch freiwilligen Fottgang entstehenden Lücken nicht wieder. Im Allgemeinen hat eine Verminderung der Gesamtarbeiterzahl nicht stattgefunden. In den Zigarren- fabrifen haben keine Arbeiterentlassungen statt- gefunden, doch sind in einzelnen Fällen Die Abgänge nicht wieder besetzt worden. Kürzungen der Arbeitszeit sind nur in geringem Maße notwendig gewesen, höchstens bis zu einer Stunde täglich. Eine Aenderung in den jetzigen Verhältnissen wird nicht für wahrscheinlich gehatten. Fulda, 14. Nov. In der Stadtvcrordneten- sitzung stand als erster Punkt auf der Tagesordnung die Aufhebung der Fleischsteuer in der Stadt. Die Kommission erklärte, daß Der dadurch entstehende Ausfall von 30 000 Mark durch Erhöhung der Einkommen-, Grund- und Gebäude- und Gewerbesteuer gedeckt werden könnte. Außerdem könnte auch die jetzt zu zahlende Steuer wenigstens reduziett werden und Dafür eine Wild-, Geflügel- und Delikatessensteuer zur Einführung kommen. Nach zweistündiger Diskussion wurde auf Antrag des Stadtv. Dr. Kind der Kommissionsantrag an die Etatskommission verwiesen. Ist erst ein Weg gefunden, auf welche Art der Ausfall von 30 000 Mark gedeckt werden kaun, dann ist die Abschaffung der Fleischsteuer gesichert. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Im Kreise Wetzlar wurden nach der hessischen Landtaaswahl 12 Versammlungen der T rutsch sozialen abgehalten. Ueberall redete der Redatteur Reuther aus Offenbach. Tie „Volkswacbt" behauptet, daß die Aussichten in diesem Kreise bei den bevorstehendem Reichstagswahlen für die deutfchsoziale Reformpartei die besten seien. — In Langenselbold haben die Bäckermeister einen Brotpreis-Abschlag ein treten lasten. — Finanzminister Dr. Gnauth stattete der Alsfelder Möbelfabrik einen Besuch ab. — In Ober-Breiden- bach wurde der seitherige Bürgermeister Johs. Fischer mit 76 Stimmen einsttmmig wiedergewählt. Fritz Kremer, wozu freundlichst einladet Tauzgeld 5V Pfg., Militär 30 Pfg. 05098 Vereinslokal 7993 Victoria-Drogerie. 7f 91 Kissel. 7981 Wilhelm Dreher. 05134 insbesondere 7976 7975 Eintritt 30 Pfg. Tanzgeld wird nicht erhoben. !b. Meyer, Direktor. K. Siegfried, Lagerhalter. Seit 21 Jahren nicht mehr hier, 17 05069 Kförhnbacco mit über 30 000 Mitgliedern. Aufnahme ge- lölvl Uüädoov sunder Personen bis 1500 Mk. Versicherungssumme ohne ärztliche Untersuchung. 7978 Eigene Fabrikation. Reparatur u. Ueberziehen sofort. Gießener KiherCIB 1902 05091 Eintritt einzuführen. 7928 DaS Theater ist fußwarm geheizt. 103.00 50.10 81.25 123.00 44.40 . 102.00 . 91.30 . 101.90 . 91.25 . 100.30 . 99 80 . 103.10 Mandeln, Haseluutzkerne, Rosinen, Sultaninen, Corinthen, selbstgcstoßenen Zucker, fst. Puderzucker, Streuzucker, Citronat, Orangeat, Anis, Oblaten, Citronenöl, Rosenwafser, Ammonium, Aquarium, Wallthorstrasse 5 in den Tagen vom 15.—22. ds. Mts. sein großes Preis- schießen ab, wozu die Mitglieder des Vereins, Sportsleute, Jäger, Schützen und sonstige Freunde der edlen Schießkunst freundlichst eingeladen sind. Die Preise, welche in Wertgegenständen bestehen, sind im Aquarium ausgestellt. (Wohlthatigkeits-Verein). Sonntag den 16. November findet unser diesjähriger Damen frei. Die Vorstände. Aufsichtsbehörde: KönigL Preuss Ministerium des Innern. 3u/o Mexikaner . . . 4*/g ’/o Chinesen . . . Electric, bei.ackert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit, . Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatobahn . . Lombarden . • « • Gottharibahn .... Laurahütte..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: ruhig. Hebens-, Aussteuer-, Militärdienst kosten-, Studien- uud Renten - Versicherungen. Telephonischer Kursberichte Frankfurt a. Jl., 15. November 1902. J. Zufall, jimzchtz 4. AeltesteS Geschäft hier am Platze. Sämtliche ßntalljattn M Feiidickerci Trotzes Preisschichen Der Zimmerstutzen--Klub Gieße« hält in seinem Familien Nachrichten. Gestorben: Frau Elisabethe Lamprecht, geborene Deifert, in Mainz. . 25.00 . 92.80 . 77.90 . 95.40 . 209.80 . 186.80 . 137.30 . 14120 . 154.60 . 148.60 . 19.70 . 180.50 . 199.50 . 166.70 . 165.50 Deutschland Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft zu Berlin Grundkapital ... 6 Millionen Mark VerBlcherunttekapital rund 80 Mill. Mk. lung. eld. Äm Mittwoch Nach, nzministers Tr. Hnaulh au, an welcher außer brn ialrat Ewald, Dberbourat tsielö, die Landtagschz. Morell-Leusel, senirr ixr' Alsjeld, (L tiriineroolb ll, : Anwesenden nahm« bei Angelegenheit in bento wohl geborgen unb Igg rde. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Garbenteich für .1903/04 liegt vom 17. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Garbenteich, den 14. November 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Garbenteich. Prospekte, sowie Entgegennahme von Anträgen durch •ien Generalvertreter Curt Mohr» Ebelstrasse 10. BALL verbunden mit Konzert, Theater etc. in der Turnhalle des Turnvereins (Nordanlage) statt. Zu recht zahlreichem Besuche der Mitglieder und deren An- gehörigen ladet ein Anfang abends 71/» Uhr. Der Vorstand. NB. Den Mitgliedern ist gestattet, Freunde und Bekannte bei freiem KonM-Verein, E. G., Grotzen-Bchlk. Generalversammlung SSo««tag, de« 23. November l. I., nachmittags 2 Uhr bei Gastwirt H. Brück. ^Tagesordnung: 1. Wahl von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern. 2. Verschiedenes. Der Vorstand: 7974 Pottasche re. re. empfiehlt in nur tadellosen feinsten Qualitäten Christian Wallenfels Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal. Telephon 262. 7976 Gegründet 1826. S’/jO/o Reichsanleihe . 3% do. . . 3*/,% Konsole . . . 3% do..... 3‘/8% Hessen . . . 3% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . Regenschirme in großer Auswahl kaust man am billigsten bei Harmonie unb Maschinenbauer-Verein. Sonntag, den 16. November, nachmittags 4 Uhr: Familienaussiug “?? Liebigshöhe verbunden mit Konzert, Theater und Tanz. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (Bürgermetstereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und ÜrbeiMehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. vn den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Zimmermann, 2 Wagner, ZI Schmied, 2 Schuhmacher, 2 Bau- und Möbelschreiner, 2 Kutscher, d Knechte, 8 Taglöhner, 9 Hausburschen, 6 Pferdeknechte, 2 Kellner, 1 Aushilfskellner, 1 Büreaudiener. 2 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 1 Wäscherin, 1 Nähterin, 1 Büglerin, 1 Damen- ßihneiderin in und außerhalb des Hauses. Nachfrage der Arbeitgeber: 4 Knechte auf Wechnachten, n verheirateter Herrschaitskutscher, 1 lediger Herrfchaflskutscher, Pferdeknecht sofort, 1 Pferdeknecht auf Weihnachten, 1 Schnee- Lehrer, 1 Schweizer, 1 Fahrbursche, 1 Laufbursche, 1 Kutscher, einige Landwirtschaftliche Mägde, 10 Dienstmädchen, 1 Zimmermädchen. Lehrlinge: 1 Schneider, 2 Bäcker. chlers" Doktor Johnson", wozu tue Vonrcyrerfcye tseyenjcgaTr von London gekommen war. Nach der Vorstellung wurden^ Irving und Bourchier und die Gattin des letzteren, voml! Könige aufgefordert, mit den hohen Herrschaften zu soupieren, wobei Bourchier auf Wunsch des Königs im Kostüm seiner komischen Rolle blieb. Der Kaiser unterhiell sich längere Zeit mit ihm. Rom, 15. 9dov. Ter frühere Kanonikus von St. Peter, Enrico Campello, welcher zum Protestantis- m u s übergetreten war, ist wieder katholisch geworden Ter Papst hat ihm eine zweijährige Probezeit auserlegt. — Ein tendenziöses Schauspiel von Campello, betitelt: ,^Ju- lian apostata" wurde dieser Tage vor mehreren Kardinale« und vielen Prälaten im Seminar Nazareno aufgeführt. liL : Dielet )em Publikm MiMn orhing.) Einsender birt wie an bet ue Station« tnt\tthen, bu rde als rentabel ane» bitte: auSgeityti wb ml jiebt beSt)alb bie wagt: ron,Gießen-Nord bieWR etroaW VolksMM icinu Bei der SesM slomabril Walbhos BtW Mim vollständig ich W wie uns milgetetllM daß bie be^enben W ir später vorgeiehene wm rqenommen weM en des & .-ch xiben B* _ ouftanbe 8^ Stadt Marburg. Sonntag den 16. November: Grosse Tanzmusik 25 ^rVrftorenen eilen MdMch i%Äem 3*^$ ZM Ä--N Monopol •e das ^ währen! tzKc-.« t. .^heustge"N-S^ Ää 1WÄ* J?« o Nestauratian Pfau **T Sonntag, den 16. November 1902: Großes Tanzvergnügen. Neueste Meldungen, vriginaldrahtmeldunge« des Gießener Anzeiger. Berlin, 15. Nov. Neuerdings froU in den Kreisen der Reichstagsmehrheit folgender Plan aufgetaucht sein und ernstlich erwogen werden: Denn sich die Notwendigkeit Herausstellen sollte, die Zolltarif-Beratungen ab- zubrechen, würde von der Mehrheit eine Resolution des Inhalts eingebracht werden, den Reichskanzler auszufordern, das Nötige zu veranlassen, damit die bestehenden Handelsverträge rechtzeitig am 3L Dezemberd.J. gekündigt werden und demnächst in Uebereinstimmung mit der von der Mehrheit des Reichstages bei der zweiten Lesung kundgegebenen Willensmeinung neue Handelsverträge abzuschließen. Staatssekretär Posadowsky hat neuerdings in der Zolltarifkömmission ausdrücklich diesen Ausweg als politisch und zolltechnisch ungangbar bezeichnet. Man will auch mit Rücksicht auf diesen Einwand versuchen, demnächst noch eine Iiückverweisung des Zolltarifentwurfes an die Kommission herbeizuführen, um in dieser eine Uebereinstimmung in der Klassifizierung der hauptsächlich in Betracht kommenden Warengattungen mit denen des alten Tarifes zu erzielen. Man glaubt, daß dies nicht schwer sein würde und daß es auch gelingen werde, diese verhältnismäßig wenigen Nummern int Reichstag zur Verabschiedung zu bringen. — Der Reichskanzler empfing ben Adg. Paasche, um mit diesem über die zollpolitische ssrage Rücksprache zu nehmen. London, 15. Nov. „Taily Mail" meldet aus Petersburg über den Gesundheitszustand des Groß- iürsten-Thronfolgers folgendes: Ter letzte Jn- stuenza-Anfall in Kopenhagen habe die Lunge stark angegriffen. Außerdem wurde sestgestellt, daß bei der Sezierung der Leiche Alexanders III. Tuberkulose gesunden wurde. Ebenso ist die Mutter des Großfürsten an Auszehrung gestorben. Dies beweise, daß die ffranfijett in der Familie erblich sei. („Taily Mai?' ist ein höchst unglaubwürdiges Sensationsblatt.) London, 14. Nov. Kriegsminister Brodrick hiell in Dewsbury eine Rede, in der er sagte, in Irland sei eine gigantische Verschwörung im Gange gewesen, aber die Kraft der Gesetze sei zu mächtig gewesen für die Verschwörer. Bezüglich des Standes der Armee er- flärte Redner, daß es für England ein Leichtes wäre, bie gleiche Armee zu haben wie die Nationen des Kontinentes, aber es werde dies nur um den Preis der obligatorischen Aushebung möglich sein. Aufgabe der Regierung sei es, die notwendigen Streitkräfte ohne solche extremeMaßregeln zu verschaffen. Tie Regierung sei gegenwärtig am Werke, um die Grundlage für einen enbgiltigen Plan zu schaffen, nachdem man für eine zur Entsendung nach dem Auslande zur Verfügung stehende Streitmacht, die mit Reserven 120 000 Mann zählen werde, sorgen und gleichzeitig für eine starke, ausgebildete Truppenmacht zur Verteidigung des Heimatlandes Vorsorge treffen könne. Ferner führte der Kriegsminister aus, die Kriegsführung zur See sei keine exakte Wissenschaft. England sei verpflichtet, für eine Verteidigung zu sorgen, die einen Angriff nicht so leicht planen lasse. Tie eng- lische Armee sei nieso starkgewesenwiejetzt. Sie tonne morgen zu viel größerer Ausdehnung gebracht werden, als es im Anfang des Burenkrieges der Fall gewesen sei. Schließlich bat Brodrick, die Kritik möge noch einige Monate warten, bis das neue Armeesystem in Wirksamkeit getreten sei. Sandringham, 14. Nov. Um 10 Uhr abends fand im Schlosse eine Thea tervorstellung statt. In dem zum Theaterraum umgewandelten Ballsaale erschienen Kaiser Wilhelm, die Königin Alexandra am Arme führend, ferner der König, der Prinz und die Prinzessin von Wales, Prinz und Prinzessin Carl von Dänemark und die Gefolge, int ganzen gegen 200 Personen. Sir Henry Irvings Theatergesellschaft brachte Irvings „Waterloo" zur Aufführung. Taraus folgte eine Vorstellung von Bour- Vorwärts auf dem Gebiete der Möbel-Industrie durch geschmackvolle, zweckentsprechende und garantiert solide Ausstattung der Wohnräume. , 7848 Allgemeine Anerkennung finden in diesem Sinne die Ausstellungen und Arbeiten der Möbelfabrik mit Motorbetrieb Th. Brück, Gießen, Schloßgasse, Ecke Brandplah, gear. 1858. Zeh» Schaufenster, ca. 100 Zimmereinrichtungen, franko Lieferung. Mechanisches Theater von LT. Pottharst in Hießen, Oswalds Harten. An den Wochentagen: Täglich Vorstellung, abends 8V, Uhr. Sonntags: 3 Vorstellungen. 4, 6 und 8Ve Uhr. 4%% Oesterr. Silberrente 101.35 4% Ungar. 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