w A Ä J aSkt Io 8 iulafftgen Mittel £ 5«- W h-r-dL ’*”in itt £ «»!--» Md ich “«f oSjifejen W,« t» -» ta 1 ^Mobe dann Keita »” mu«en, ll6 te non verlangen HW » ?ufle Vielleicht den ' icme Freunde auch cire Leblich gemißbraucht kitt ober einer Aechrung bei :n dreier ihm in den Mutt glaube, dch da? Hau? d buidl seine eben gcmafe i4 meine Ansicht über itir: (Sehr wahr!) lbgg. Singer und (Senofa etliche Abstiminuiii i (Senk.), 6. SZotmenn lgenden Anttag eingerö: Anttag Aichbichlcr geM zur einfachen Zagt?« BeisallsbezeMngen rtti neck g ist geschäft?ordT7,-/-.^ lein Präjudizfall iir- Anträge eingttafr 3 der EesW."Äig iin ml Otitoorjtr? 'Jraog aus iderholt keck« ton. tw nicht Uebtrm m W>‘- n über sellWdigr Ankäge. WZordm-ng itaW w "werthlostt M Machten, isere Sedenlen ie Sie wollen. Tie wiM Mitglieder der Achten mb , Sie nebmen eine autmv r die Majorität burdg t, M da »t-n aus üeberacmg gut : W n würde. Mr gutM sideni stüher schon ^ einzuM-Ml-nM^ 4 än M der G-M nird, ist «W«j«=*5 ist ein gefährliche? W .Ats.) Wir «vollen W ; mir wollen M 1 Vv ertfjfl TerrorismiO - !ini' ? -rr,n b(n Antk^ lerten, ft muffen n «** u* «* «*w 1= •PjgSÄÄS liwS^fcWg auf inj« Acrr Singer er rfKng; die ? M d^E. ^ortcn- % I i mir dn Mag,- Si «*•*,, «^0 "7t Zenn 2* sonnen UHK K-M IrlanicntL LeideASrn 5, von?K Mnfch^ ^f M1 .^^ers aber S M burdiauVyttt SV« Ne® * A- G« ’ W * Zchl.t. 1 ^^nben i,Änltln! tt”011«"’ Md d-r fd, Nr. 269 Erstes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 15. November l»O2 Grl-etnt täglich autzei Sonnlagi. DrmGietzeneiAnzeiger werden Im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal tn der Woche beigelegt. RotattondDrucf u. Verlag bet Brüh loschen Unwerl.-Buch- u.Slein- bruderet (Pietsch (itben) ssttdalnon, Expedition und Druckerei: Gchatstrahe 7. Kldresie füx Depeschenr Anzeiger Gtetzen. FerniprechanIchlußNr 5L Gießener Anzeiger '"T General-Anzeiger 99 '** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen veza gSpret», monatlich 76'131, otertel* täbrhd) Ml. 2.20, durch Abhole- u. Hrvelgstellei, monatlich 6o Pf.- durch die Post All. 2.— Dtertek fährt. ausschl Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnurnrner big vormittag- 10 Uhr. Zeitenpreis total 12Ps^ auSrvärtS 20 Psg. Verant rvoTlltchi für den poltl u. allgem, leil P. Witiko: füi .Stadt und Üanb* und (Send)t6|aale Lari Plato, für den Anzeigenteil h»anS Beck. Gießen, 4. November 1902. Betr.: Unfallversicherung der in der Tabakindustrie beschäftigten Arbeiter. Das Grohherzogliche Kreisamt Gietzen an Grotzh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Preises. Wir sehen bis zum 1. Dezember Ihrem Berichte darüber entgegen, 1.) welche Betriebe Hausgewerbetreibender der C-igarren- und Tabakindustrie in Ihrer Gemeinde vorhanden sind; 2.) welche von diesen fremde, nicht zur Familie gehörige Arbeiter innerhalb oder außerhalb ihrer Betriebe beschäftigen, und 3.) ob die Gewerbetreibenden der gedachten Art der Tabakberufsgenossenschaft als Mitglieder angchören oder nicht. Unter Hausgewerbetreibenden sind solche Personen zu verstehen, die in ihrer Wohnung auf eigene Rechnung die Herstellung von Zigarren, Rauch- oder Schnupftabak vornehmen. Weiter wollen Sie berichten, wieviel Heimarbeiterder Cigarren Industrie in Ihrer Gemeinde vorhanden sind, d. h. Personen, die nach Bedarf Tabak aus der Fabrik holen, daheim zu Cigarren verarbeiten und letztere wieder an die Fabrik abliefern, sowie ob diese Heimarbeiter seitens der Fabriken bei der Tabakberufsgenoffenschaft zur Versicherung angemeldet sind. I. B.: Tr. Wagner. Bekanntmachung. Wir bringen zur öffentlichen HemuniS, daß Herr Karl Vogt IV. heute als Ortsgerichts-Vorsteher und Standes- beainter für die Stadt Lich von uns verpflichtet worden ist. Lich, den 13. November 1902. Großh. Amtsgericht. ^rluiHiiiiiiiiüjiiiiß. Betr.: Die Ausführung der Verordnung, das Gewerbe der Gesindevermieter und Stellenoermittler betr. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die von der Gesindeoermieterin Pitzer beanspruchte Gebühr beträgt: 1. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen ....... Mk. 5.— 2. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts ...... Mk. 5.— wovon der Dienstbote jeweils Mk. 2.— zu entrichten hat. Gießen, 15. November 1902. iä)roßherzogna>ee poiizciamt Gießen. Hechler._____________________ Krlranntmachung. In der Zeit vom 8. bis 15. November 1902 wurden m hiesiger Stadt gefunden: 1 Zwicker, 2 Pferdeteppiche und 1 Päckchen Kordel; verloren: 1 goldene Brosche, 1 silberne Uhrkette, 1 silb. Brosche, 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 seidenes Herrenhalstuch. Entlaufen ist: 1 Foxterrier und 1 schwarzer Mopshund. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 15. November 1902. Hroßherzognu-ei? ,.0Li.;ciami Gießen. Hechler. Jit (Eröffnung brt lHaJdj.ntnb^nfiijult zu Offiudch a. iU. Tie weit über die Grenzen unseres Landes hinaus aufs beste bekannten Technischen Lehranstalten zu Offenbach a. M. (unter Staatsausficht), welche aus ihrer Bauschule uno ihrer kunstgewerblichen und mafchinentcllMschen Abteilung eine Menge tüchtiger Leute, die es zu sehr angesehenen Stellungen gebracht haben, hervorgehen sahen, haben nun eine umfangreiche Erweiterung erfahren, indem mit dem 1. April kommenden Jahres eine Maschinenbauschule ins Leben trUt2Bar ja auch seither den begüterten Kreisen Gelegenheit geboten, ihre Sohne durch den Besuch der Technsia)en Hochschule in Darmstadt zu Maschinen-Jngenieuren auszu- bilden so sah sich doch der Mittelstand gezwungen, wollte er seine Söhne nur Techniker oder Werkmeister werden lassen, diese wett weg zu geben. Es ist deshalb um so erfreulicher z.u begrüßen, daß gerade m das a^ Fabrikstadt einen .ehr guten Namen hat, und das nn Mittel, punkt Hessens liegt, eine derartige (schule entsteht. Tüchtige Lehrkräfte und entsprechende Hiljsmtttel bieten auger- dem Gewähr, daß dem Schüler eine gediegene und umfassende Bildung für den Technikerberus zu ^eil wird. Da das Schulgeld im Verhältnis zu dem anderer An,talten als sehr mäßig zu bezeichnen ist, da außerdem in O^enbach der Preis für Kost und Wohnung (ich auch nicht hoch |ielL, so kann allen der Besuch dieser s2ln|taU aufs wärmste empfohlen werden. , . Wir glauben «d.aher diesem Unternehmen eine .ehr günstige Entwicklung prophezeien zu dürfen. Im Kampf um IüdafciKa. Gießen, 15. Nov. Heute früh wurde uns durch Pisliilboten der erste Band des ' I. Lehma n ns V i ! 1 » h* erscheinenden Werkes, das gleichzeitig in allen Kultursprachen zur Ausgabe gelangt, ,Lm Kampfe um Süd- afrik a", auf den Redaltionstisch gelegt. Dieser erste Band, in gediegener Ausstattung — schon der Umschlag mit dem Porträt Krügers und der gefälligen Lorbeer- oerzierung lockt mächtig an — enthält die Lebenserinne- eungen des Expräsidenten von Transvaal, von chm selbst erzählt, nach Aufzeichnungen seines Privatsekretärs Bredell ano seines früheren Umerstaatssekretärs Piet Grobler, her- ^usgegeben von A. Schowalter. Den schönsten Sck)muck erhält der stattliche Band durch das von einer vornehmen nunstanstalt mei^erhaft ausgcführte Bildnis Krügers. Inzwischen sind die „M. N. Nachr." in der Lage, aus dem demnächst erscheinenden dritten Bande dieses die Welt interessierenden Werkes einiges von ben Aufzeichnungen des Feldpredigers I. D- Kestell mitzuteilen. Wtt geben daraus folgendes wieder: Am 13. Oktober 1899 zogen die Oranjeburen hoffnungsvoll unter ihrem Hauptkommandanten Martinas Prinsloo von den Drakensbergen herunter nach 9iatal, aber es macht von Haus aus keinen Erfolg versprechenden Eindruck, daß der treffliche Vorschlag des Hauptkomman- oanten, die Eisenbahnbrücke über den Tugela fudlich von Ladysmith durch ein paar Kommandos so schnell wie möglich zerstören zu lassen, in einem großen Kriegsrat erörtert wird und darüber nicht zur Ausführung gelangt. Vor Ladysmith kam Kestell gerade zu dem Gefecht von Nicholsonsneck am 30. Oktober zurecht; hier zeichnete sich der später so berühmt gewordene Christian De w e t zuerst aus, er war es, der als stelwertretender Kommandant die entscheidende Posttion erstürmte, und 800 Engländer gefangen nahm. Den Grund, weshalb man Lndyfinilh nicht sofort angriff, findet K. in dem völlig ungeordneten Zustande, in den die Kommandos durch die ersten Mrsche und Gefechte geraten waren, und die Erinnerung an den ersten Nachtmarsch, dem er beiwohnte, läßt ihn ausrufen: „Es ist beinahe unglaublich, daß der tüchtige, gehorsame Bürger von 1902 derselbe Mann ist wie der fast zuchtlose des Jahres 1899." Hiermit ist eine der Hauptursachen bezeichnet, warum die Geschichte des Burenfeldzuges in Natal trotz der abgeschlagenen drei Angriffe am Tugelo eine Geschichte versäumter Gelegenheiten ist. Es ist die Schwäche aller Volksaufgebote, selbst wenn der Einzelne die ausgezeichneten kriegerischen Anlagen der Buren besitzt. Ein schlagendes Beispiel, aus den vielen, die sich oei Kestell finden, sei herausgegriffcn. Ein Plateau (Platrand, Wagonhttl oder Caesarslamp) beherrschte Ladysmith und das gesamte englische Lager so völlig, daß seine Einnahme unmittelbar zum Falle vonLadysmith geführt hätte. Vom ersten Tage der Zernierung an — erzählt Kestell — „hatte man sich gesagt, daß diese Stellung genommen werden müsse. Eine Woche darauf hatte Kommandant de Villiers einen Sturm vorbereitet, war aber von Joubert in letzter Stunde zurückberufen worden. Von dieser Zeit ab hieß es fortwährend: Der Rand muß genommen werden! und am Ende beschloß der vereinigte Kriegsrat von Transvaal und Oranje-Freistaat, daß in der Nacht vorn 29. zum 30. November 900 Mann ihn erstürmen sollten. Um 2 Uhr früh sollte aufgebrochen werden. Es kam aber anders. Um 10 Uhr abends tarnen einige Transvaaler Offiziere in das Zelt des Kommandanten de Villiers und wiesen darauf hin, daß für die Anstürmenden keinerlei Schutz vorhanden sei, daß die Gräben am Fuße des Hügels für uns eigentlich ein bedeutendes Hindernis sein würden, wenn wir zum Rückzüge gelungen werden sollten. Ein Offizier nach dem anderen fand sich hier ein, bis ihrer 15 zusammen waren, und alle waren dagegen, den Rand zu stürmen. Um 1 Uhr hatte man sich gegenseitig überzeugt, daß der Platrand nicht eingenommen werden könne: man nahm gemeinschaftlich die Verantwortung auf sich, den Befehl des Kriegsrates nicht auszu führen, und anstatt um 2 Uhr Platrand zu erstürmen, lag ein jeder im Bett in tiefem Schlafe. Der böse Tag war aufgeschoben . . . Hauptkommandant Prinsloo erklärte später, der Rand könne und müsse genommen werden, er könne es mit 100 Mann fertig bringen. Kein Tag verging, an dem man nicht bedauern hörte, daß der Platrand nicht damals als man es vorgehabt, genommen worden sei; darauf folgte immer der Nachsatz, man müsse das Versäumte nachholen." Endlich beschloß der vereinigte Kriegsrat wiederum, in der Nacht zum 6. Januar den Angriff wirklich zu machen. 4000 Mann waren dazu aufgeboten; den eigentlichen Sturmkolonnen sollten unmittelbar nach dem Angriff von allen Seiten Verstärkungen zu Hilfe kommen. Kestell war bei den Sturmkolonnen anwesend, sie gelangten um i/24 Uhr morgens mit einem Verlust von nur zwei Mann unmittelbar an die englischen Schanzen auf der Höhe und überwältigten die Besatzung nach kurzem Kampf, so daß die Höhe im Besitz der Buren war, die nun von ben Engländern unter Feuer genommen wurde. Aber — als es völlig Tag wurde, gewahrte man, daß nur gegen 200 Oranjeburen und vielleicht ebensoviel Transvaaler die Besatzung der entscheidenden Posttion bildeten, der Rest der 4000 war in gedeckten Reservestellungen zurückgeblieben und rührte sich nicht. „Schändlich und frevelhaft hatten sie ihre Brüder im S ticy g elassen", urteilt Kestell. Trotzdem wurde die Höhe den ganzen Tag gegen das konzentrische Feuer und mehrere englische Angriffe gehalten, aber da die Verluste sich häuften, und keine Unterstützung kam, nach Einbruch der Dunkelheit wieder geräumt. Tie Lranjer verloren dabei 22 Tote und 3d Verwundete; natürlich gehörten sie zu den Tapfersten. Für eines der schweren C.,chütze, bas |id> lvttk,ain am Gefecht b.. ■ en in „Durch solche clenbe Mißwirtschaft würbe man unwillkürlich verbittert." Das ist bie lehrreiche Geschichte von Platrand. Von den Gefechten gegen die Buller'sche Entsatzarmee hat Kestell Co len so unb Spionskop angesehen. Seine Wahrnehmungen sind von großem Interesse: Bei Colenso griffen die Engländer „in absoluter Unkenntnis der Stellungen der Verteidiger" an. Schon am Tage vor der! Schlacht waren die Buren über die englischen Absichten nicht im Zweifel. Hier zeichnete sich der spätere Ober- fommanbant L. Botha in rühmlichster Weise aus, so baß ber französische Oberst Villebois über ihn urteilte: „Er ist ein geborener General". Der ganze Verlust ber 3000 Buren, bie ben englischen Angriff abschlugen, betrug sieben Tote und 20 Verwundete. Auch die Absicht Bullers, am Spionskop durchzubrechen, war schon fast eine Woche vor Beginn des Angriffs erkennbar, die Gefechte selbst währten acht Tage. Wieder war es Botha, der auch hier das Beste that. Am vorletzten Tage gelangten die Engländer in den Besitz des Spionskops, räumten ihn aber in der Nacht wieder. Der Verlust der Oranjeburen belief sich auf 55 Tote, 70 Verwundete. Im Februar gestattete General White den belagernden Buren, mit Urlaub nach Ladvsmith zu kommen, „um ihre Freunde zu sehen"; zu Ende des Monats gelang der erneute Entsatzversuch Bullers. In Abwesenheit Bothas hatten die Buren die entscheidenden Hlangwanehöhen unbesetzt gelassen, die Engländer postierten dort ihre schwere Artillerie, womit die Sache entschieden war. In größter Eile und Unordnung zogen die Oranjeburen nun nach den Pässen der Drakensberge zurück, und die nun eintreffenden Nachrichten von ber Kapitulation Cronjes unb ber Einnahme von Bloemfontein bewirkten eine allgemeine Nie- bergeschlagenheit unb Entmutigung, von der bie Frauen inbeffen eine rühmliche Ausnahme gemacht haben. Präsident Steijn sandte dann den größeren Teil seiner Kommandos gegen das englische Heer unter Lord Roberts, eine starke Macht (0000 bis 8000 Mann) unter Prinsloo sollte an den Pässen der Drakens- und Roode- berge bei Nauwpoort und Fouriesburg stehen bleiben. Bei diesem Teil der Oranjeburen trat nun eine längere Ruhepause ein, während bie Engländer sich mehr unb mehr im Lande ausbreiteten. Im letzten Drittel des Monats Juli rückten sie von Westen unb Norden aus gegen die Stellungen dieses Burenkorps vor, wobei es zu einigen sehr schwacy geführten Gefechten kam. Kestell sagt: „Die Meisten hatten nicht mehr die Absicht, zu kämpfen, alles war demoralisiert." In einem Kriegsrat ber Offiziere würbe Prinsloo zum Hauptkommandanten gewählt, unb mit 17 gegen 13 Stimmen beschlossen, zu kapitulieren, ein Entschluß, ber später wieber zurückgenommen würbe. Am 29. ergab sich indessen Prinsloo wirklich ohne nennenswerten Widerstand mit 4000 Mann den Engländern, während die Mehrzahl der Uebrigen nach Hause ging. Tn die Wahl Prinsloos keine definitive gewesen war, so ritt der inzwischen rechtmäßig erwählte Hauptkommanbant Roux zu ben Englänbern, „um gegen bie Kapitulation äu protestieren", wurde von ihnen aber natürlich nun ebenfalls festgehalten. Damit war ber Wiberstand im östlichen Oranjestaat vorläufig zu Ende. In Verbinbung mit ber Unterwerfung einer großen Zahl Transvaaler nach ber Einnahme von Pretoria und den Folgen der Gefechte bei Macyadodorp konnte dieser klägliche Ausgang wohl die Ansicht bei Lord Roberts hervorbringen, daß der eigentliche Krieg beendet sei. Nicht bei allen war indessen der Wille, ihre Unabhängigkeit zu behaupten, gebrochen. Anfang Augu»sh sammelte sich eine kleine Schar entschlossener Mnner nördlüch Harrismith um die Generale Villiers und Fourie, um sich nordwärts zu ihrer Negierung und ihrem Hauptkomman- banten Tew et zu begeben. Ein Abaesanbter Steijns traf ein unb unterstützte sie in ihrem Vorhaben. Von Organisation war keine Rebe, „es gab Generale ohne Komman- banten unb Kommandanten ohne Mannschaften". In Nachtmärschen zog man weiter; als man aber am Vechtkop bei Heilbron (dem Gefechtsfelde Eelliers gegen Moselikatse 1837) auf Engländer stieß und hörte, daß der Präsident nacy Transvaal ausgewichen sei, kehrte man wieder um, eigentlich mit der einzigen Absicht, den Engländern auszuweichen. Langsam, mit einem großen Troß von Wagen bewegte sich der Zug, der mit der Zeit bis auf 2000 Mann anschwoll, südwärts. Nach einigen Zusammenstößen mit kleineren englischen Abteilungen gelang es, die englische Garnison von Ladybrand aus dem Dorfe zu vertreiben unb sich hier frisch mit Proviant zu versehen. Hier traf nun ein Befehl Tewets bei ber Kolonne ein, sie solle nordwärts nach der Gegend von Kroonstab marschieren und ihre Anstrengungen hauptsächlich auf die Zerstörung der feindlichen Verbindungen längs der Eisenbahn richten. Alle Wagen sollten zurückgelais.n werden, eine Bestimmung, die große Unzufriedenheit erregte und daher einfach nicht befolgt wurde. Unter Schwierigkeiten wurde der befohlene Marsa) indessen ausgeführt; am 22. September erreichte man wiederum den ^chtkop bei Heilbron, unb am folgenben Tage erschien Tewet im Lager unb übernahm das Kommando. Eine neue Periode hebt mit diesem Zeitpunkt an; Zucht, Ordnung und eine auf bestimmte Ziele gerichtete, entschlossene Kriegführung lassen die Hand des seiner schwie- rigen Aufgabe gewachsenen Führers erkennen. Aus tzlaitt uni) £uuD. Eießen, 15. November 1902. **VondemAusschußber„GießenerTurner- schäft" geht uns folgendes Schreiben zu: In N'r. l A l.s . . ’ k irb unter „Freie Turnerschaft Gießen" von einem Sertan gen der hiesigen Arbeiterschaft gesprochen, einen eigenen unpolitischen Turnverein zu gründen, und angedeutet, daß ein solch unpolitischer Verein, der ausschließlich den Zweck habe, feine Mitglieder geistig und körperlich zu stählen, nunmehr in der sog. „Freien Turnerschaft Gießen" gegründet worden sei. Da durch diesen Artikel von den z. Z. hier bestehenden beiden Turnvereinen indirekt behauptet wird, daß sie politische Bestrebungen verfolgten, so sei zur Aufklärung folgendes erwidert: Die beiden hiesigen Turnvereine, der Turnverein von 1846 und der Männerturnverein von 1885, welche die ,-Gießener Turner schass bilden, gehören der „Deutschen Turnerschaft" an, die in § 2 ihres Grundgesetzes die Hebung des Turnwesens als Mittel zur körver- lichen und sittlichen Kräftigung als alleinigen Zweck iyres Bestehens bezeichnet. Ebenso vft allen der „Deutschen Turnerschaft" angehörenden Vereinen jede politische und konfessionelle Bestrebung statutarisch untersagt. Außerdem iQ nach den Satzungen der beiden hiesigen Turnvereine einem jeden o h n e Un t er- schied des Berufes und des politischen Partei standpunktes der Eintritt in dieselben möglich, sofern er sich eines unbescholtenen Rufes erfreut, wie auch thatsächlrch bei diesen Vereinen zahlreiche Angehörige des Arbeiterstandes Mitglieder sind. Aus alledem geht hervor, und sei dies hiermit ausdrücklich seftgestellt, daß die Bestrebungen, welche die ncugegründete „Freie Turnerschaft Gießen" zu verfolgen vorgiebt, von der Deutschen Turnerschaft und speziell von den beiden hiesigen Turnvereinen von jeher gepflegt und gefördert wurden. Tie Redaktion des „Gieß. Anz." hat dazu zu bemerken, daß ihr die oben erwähnte Mitteilung der „Freien Turnerschaft Gießen" durchaus harmlos und bar aller Hintergedanken schien, sie hat sich indes nachträglich von dem Gegenteil überzeugt und bedauert, jene Zuschrift in Nr. 264 nicht von allen Spitzen befreit yi haben. ** Die Großh. Hessische Sterbekasse für Unteroffiziere. Tas Großh. Ministerium des Innern bringt zur allgemeinen Kenntnis, daß mit Allerhöchster Genehmigung Sr. Königl. Hoheit des Grvßherzogs vom 11. Januar 1903 ab das aus der Sterbekasse für Unteroffiziere zu zahlende Sterbegeld bei dem Ableben eines Mitgliedes statt hundert Mark hundertundfünfzig Mart und bei dem Ableben der Ehefrau eines Mitgliedes statt fünfzig Mark fünsundsiebzig Mark beträgt. Butzbach, 14. Nov. Ter hiesige Landtagsabg. Joutz richtet an die Wähler des 3. Lberhessischen Wahlbezirkes -ine Erklärung, der wir folgendes entnehmen: War meine Wiederwahl auch keine einstimmige, mußte ich, trotz meiner Bemühungen in den vergangenen sechs Jahren, das Wohl des Sauern ft anbed in Wort und That zu fördern, gerade von Wahlvertretern dieses Standes eine Gegnerschaft erfahren, so 6in ich doch der Ueber- zeugung, daß die überwiegende Majorität meine Bemühung für sie anerkannt, und nur das indirekte Wahlsystem es möglich mache, daß herrsch- und gewinnsüchtige Agitationen ihr Unwesen treiben konnten und damit diese Anertennung abzuschwächen vermochten. Ich werde unentwegt, soweit es in meinen Kräften steht, auch zukünftig mich bemühen, die allgemeinen Interessen meiner Wähler zu fördern und geiviß bei der großen Zahl der Landwirte im 3. Bezirk, wenn auch ni ch t alle, vielleicht nebelhaften Forderungen des Bauernbundes, aber wie seither die berechtigten Forderungen des Bauernstandes nach bestem Wissen und Gewi ss en im Landtage zu vertreten suchen; zugleich aber auch Sej'trcbungen, die darauf ausgehen, in gewinnsüchtiger Absicht die einzelnen Erwerbsstände untereinander zu verhetzen, in Wort und Schrift ent* gegentreten. Es kann nur dem Ganzen nützen, wenn der Landwirt dem Handwerker, Geschäftsmann und Arbeiter und diese wieder den Landwirten ihren Lebensunterhalt gönnen und zu heben suchen. 3hir gewissenlose und gewinnsüchtige Agitatoren versuchen es seit Jahren, einen Keil zu treiben gegen die Gemeinsamkeit der Interessen dieser Erwerbsslände in unserem Bezirk und in wohlberechnender Absicht die Meinung zu verbreiten, als ob Gegensätze beständen, als ob der Eine sich über den Andern zu erheben suche. Gerichlssaal. ÄoRet, 13. Nov. Ter 55jährige Maurer Johannes Maurer dahier, der am 12. Nia, d. I. feine tfiau durch vier Messerstiche getütet hatte, um sich in den Besitz ihrer Erfparnisse in Höhe von 2000 Ml. zu setzen, wurde vom Schwurgericht wegen vorsätzlichen Totschlags zu 1 0 I a h r e n Zuchthaus verurteilt. Tie Frage aus Mord wurde von den Geschworenen verneint, weil Maurer nach dem Sachverständigen-Gutachten Alkoholiker ist und infolge dessen an Nervenüberreizung leidet. Seine freie Willensbestimmuug ist dc-.chaib nicht ausgcichloiien. Meteorologrscr-c Beobachtungen der Station Gießen. November Barometer auf 0° reduziert t -e-cnipcruuu der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 14. 2“ 756,1 + 6,2 6,4 90 SW. 1 Bed Himmel 14. 9 756,7 + 5,6 6,5 96 sw. 1 15. 7*4 756,6 + 1,5 4,5 89 NE. 2 HellerjHimmel Höchste Temperatur am 13.—14. November 7,5 °C. Niedrigste , „ 13.—14. „ 4,2" C. Auszug sus den Atautcksagrtsrktzchrnl der Aled! Gietzru. Aufgebote. November. 7. Johannes ytarl Emil Köhler, Graveur dahier, mit Johanna Garschagen in Elberfeld. 10. August Arthur Riemann, Hilfshoboist dahier, mit Emma Böhler iii Wteseck. 11. Heinrich Tieg, Knecht dahier, mit Katharine Stock in Alsfeld. l l. Jiaak Rosenthal, Kaufmann dahier, mit Rosa Sophie, genannt Ida Bärmann hierselbst. 11. Franz Lover Wiedemann, Schreiner dahier, mit Anna Elisabethe Gilbert in Lich. 11. Johann Siller, Küfer dahier, mit Alma Schilling in Coburg. Eheschließungen. November. 8. Christian Emil Büttner, Schlosser dahier, mit Marie Karoline Hillgärtner hierselbst. 12. Friedrich Ludwig Karl Moser, Kaufmann dahier, mit Karoline Ernstine Christine Fink hierselbst. 13. Karl Emil Zinßer, Spartassediener dahier, mit Emilie Alker hierselbst. Geborene. November. 2. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Uhde eine Tochter. 3. Tem Weißbinder Karl Käs eine Tochter, Frieda. 3. Dem Eifendreher Robert Windisch ein Sohn. 3. Dem Btze° feldwebel Conrad Birkenfeld ein Sohn, Heinrich Wilhelm Paul Conrad. 5. Dem Dizefeldwebel Karl Heinrich Jockel em Sohn. 5. Tem Kaufmann Ernst 'Dlüder IL eine Tochter. 5. Dem Kaufmann Friedrich Laih eine Tochter, Johanna Friederike. 5. Tem Friseur Hermann Schenck em Sohn. 6. Dem Schneidermeister Johannes Eckert eine Tochter. 6. 2em Kaufmann August Leithäufer em Sohn, Karl August. 6. Tem Taglöhner Ludwig Pfeifer em Sohn, Valentin Ludwig Conrad Heinrich. 7. Dem Metzger August Keßler eine Tochter. 8. Tem Feldwebel Karl Tambmann eine Tochter. 8. Tem Bergmann Heinrich Müller eine Tochter, Karoline. 9. Tem Treher Josephat Staubach eine Tochter, Alarm Josephine. 9. Tem Schriftsetzer Wilhelm rtenz eine Tochter, Lina Karoline Luise. 9. Tem Flaschenbierhandler Heinrich Merz ein Sohn. Gestorbene. November. 9. Dietrich Christ, 83 Jahre alt, Privatier dahier. 10. Else Pieh, 17 Jahre alt, ohne Beruf dahier. 14. Katharine Helene Basier, 3 Jahre alt, Tochter des Fuhrmanns Conrad Balser 11. dahier. 14. Lina Reitz, geb. Lauber, 24 Jahre alt, Ehefrau des Bahnarbeiters Heinrich Reitz dahier. Etablissement allerersten 758 Hof-Möbelfabrik und Kunstsohrelnerel von Ludwig Alter in Darmstadt Ranges Grosse. Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtung^* Auf Wansch kostenlose Unterbreitung meiner Hanpt-Kolleklion Hochfeine, stilvolle Einrichtungen (Ein t Autorität: BÄÄ Herren Dr. W. Knecht & Co., Frankfurt a. 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August 1902, die Handelskammern betreffend, haben an Stelle der seitherigen Mitglieder der unterzeichneten Handelskammer Neuwahlen stattzufinden. Es scheiden aus: Für den Wahlkreis Gießen - Stadt die Herren: Kommerzienrat F. C. B. Koch, Kommerzienrat S. Heichelheim, E. Balser, A. Katz, C. BZ. Rowack, (£. Röhr, H. Schirmer, E. Schmall, DZ. Zurbuch, sämtlich in Gießen. Für den Wahlkreis Gießen-Land die Herren: L. Rinn in Heuchelheim und H. Steinecke in Lollar. Für den Wahlkreis Lich-Hungen: Herr H. Jhring in Lich. Für den Wahlkreis Grünberg: Herr L. Moll in Grünberg. Wiederivahl ist zulässig. Die Listen der Wahlberechtigten liegen 10 Tage lang, vom 17. bis incL 26. d. Mts. zur Einsicht offen und zwar diejenigen für Gießen-Stadt und Gießen-Land auf dem Bureau der Firma A. Heichelheim, Gießen, Südanlage 13, von 9—12 Uhr vormittags und von 3—6 Uhr nachmittags, die Liste für Lich-Hungen auf der Großherzogl. Bürgermeisterei Lich während der üblichen Gcschäftsstunden und die Liste für Grüuberg auf der Großh. Bürgermeisterei während der üblichen Geschäftsstundcn. Einwendungen gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der erwähnten zehntägigen Frist bei der unterzeichneten Handelskammer schriftlich vorzubringen. Nach Ablauf der zehntägigen Frist wird die Handelskammer über die vorgebrachten Einwendungen entscheiden und die Listen der Wahlberechtigten nach Maßgabe dieser Enscheidung, soweit nötig, berichtigen laßen. Gegen diese Entscheidung ist innerhalb zweier Wochen Beschwerde an das Ministerium des Innern zulässig. Nur diejenigen dürfen ihr Wahlrecht auSüben, welche in die festgestellten Listen ausgenommen sind. Nach Feststellung der Wählerlisten wird die unterzeichnete Handelskammer den Tag und die für den Beginn und den Schluß der Wahl festgesetzte Stunde sowie das Wahllokal öffentlich bekannt geben. Gießen, den 15. November 1902. 7963 Die Großherzoglichc Handelskammer. Der Vorsitzende: Der Syndikus. ____________________Q ch.__Dr. Knipper. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Kcssctbach für das Fahr 1903,04 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang auf hiesigem Bürgermeistercibureau zu jedermanns Einsicht offen. Keffelbach, am 14. November 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Kesftlboch. Stein. 7966 Kümmelkäse ß per Psund 30 Ps. Markt 2L frinfl. writzkr Tasrlhonig „ selber AaLhovig garantiert rein, bei 7442 Emil Fischbach. 5 A. Grünebaum - *5 Bahnhofstrasse 35 Giessen Bahnhofstrasse 35 o L Q Q, empfiehlt sein reichhaltiges Lager in allen Arten 7451 J? Kasten- und Polster-Möbeln » rZZ in einfachster bis feinster Ausführung. üebernahme kompletter Wohnungs-Einrichtnngen. “ Betanntmachang. Der Voranschlag der Gemeinde Allendorf a. Lda. für daS Jahr 1903 04 liegt vom 14. November l. I. an acht Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten auf hiesigem Bürgermeislereibureau offen. Allendorf a. Lumda, den 14. November 1902. 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