Nr. »42 • rffttint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem SeMfchen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioerl.-Buch- xl Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. Erpeditto« und Druckerei: Gchulftraß« 7. Adresse für Depeschent «u-etger «letzen. tzernsprrchanschlutz Nr. 5L Erstes Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 15. Oktober 1902 Gietzener Anzeiger ** General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Be»ngspret»r monnrltch7bPs.,otertel- iährilch Mk. 2.20; durch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 9?ir.2.—• viertel- tährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer btS vormittag» 10 Uhr. ßellenpTCi»; lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. a tigern. Teil: P. Witiko: für »Stadt und Land' und .Gertchtssaal': Lurt Plato; für den Anzeigenteil: Han» Beck. KekanntmachMg. Bett.: Milzbrand zu Alten-Buseck. Die in dem Gehöft des Heinrich Jnderthal zu Alten-Bus eck auSgebrochene Milzbrandseuche ist erloschen und sind die Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden. Gießen, den 14. Oktober 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- Dr. Breidert. Gießen, den 18. Oktober 1902. Betr.: Die Revision der Maaße, Gewichte und Waagen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien zu Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Ntphe, Bellersheim, Obbornhofen, Bettenhausen, Muschenheim, Birklar, Eber- stadt mit Arnsburg, Ober-Hvrgeru, Dorf-Gill. Sie wollen in ortsüblicher Weise bekannt machen, daß demnächst eine allgemeine Revision der Maaße und Gewichte und Waagen stattfinden wird. Dieselbe wird durch einen Aichmcister und einen Gendarmen vorgenommen werden. Die Gewerbetreibenden sind gehalten, diesen Beamten bei Meidung der Strafe des § 369 Nr. 2 des St.-G.-B., Art. 73 des P.-St.-G. alle in ihrem Gewerbebetriebe benutzten Maaße, Gewichte und Waagen vorzuzeigen und die Prüfung derselben zu gestatten. Bei der Revision sich ergebenden Vorschrifts- Widrigkeiten werden nach den angeführten Gesetzesstellen mit Geldstrafe bis zu 100 Mk. oder Hast bis zu 4 Wochen, auch mit Einziehung der unvorschristSmüßigen Maaße, Gewichte und Waagen bestraft. Um Strafen möglichst zu verhindern, und das ReoisionS- geschäft zu beschleunigen, empfehlen wir den Interessenten, ihre der Revision unterworfenen Maaße, Gewichte und Waagen vorher aichamtlich prüfen zu lasten, und machen zugleich darauf aufmerksam, daß die Prüfungen, die nur unerhebliche Kosten verursachen, bei Großh. Aichamt dahier ge- schehen können, und zwar für die Gemeinden Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Utphe, Bellersheim und Obbornhofen am 17. und 21., für die Gemeinden Bettenhausen, Müschen- heim und Birklar am 23. und 24., und für die Gemeinden Eberstadt mit Arnsburg, Ober-Hörgern und Dorf-Gill am 28. und 80. Oktober d. IS. Wir bemerken, daß die Interessenten der Orte Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Utphe, Bellersheim und Obbornhofen die Vorrevisionen auch bei dem Aichamt zu Nidda an einem beliebigen Aich- tage, jedoch spätestens bis zum 1. November d. Js., vornehmen lasten können. Ferner werden die Besitzer von festfundamentierten Brückenwaagen und Waagen über 2000 kg Tragkraft daraus hingewiesen, daß nach § 68 Z. 1 der Aichordnung vom 1. Januar 1888 die Aichung der genannten Waagen alle drei Jahre zu wiederholen ist, daß weiter bei denselben das Vorhandensein der Jahreszahl dem laufenden oder einem der drei voraufgegangenen Kalenderjahre angehört. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Betr.: Die Abgabe der Einkommen-, Vermög-enS- und Kapitalrentensteuererklärungen für das Steuerjahr 1903/04. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachungen in obigem Betreff vom 15. Juli l. Js. (Kreisblatt Nr. 69) machen wir die Steuerpflichtigen der Stadt Gießen darauf aufmerksam, daß die Einreichung der Steuererklärungen für das Steuerjahr 1903/04 bis 31. Oktober l. Js. zu erfolgen hat. Gießen, den 14. Oktober 1902. Großh. Steuerkommissariat. Dr. Metzler. ~ Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. In der Zeit vom 18. Oktober l. I. bis einschließlich 31. Oktober l. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen die Arbeiten des III. Abschnittes vom II. Felde bezüglich der infolge Grenzregulierung mit den Nachbargemarkungen zugezogenen Grundstücke, nämlich: L Bezüglich der Gemarkung Mainzlar: 1 Band Besitzstandsverzeichnis, 1 Band Gütergeschoß mit Zusammenstellung, 3 Bände Bonitierungsbrouillon, 1 Band ZuteilungSoerzeichnis, 2 Zuteilungskarten, 1 Band Geldausgleichungsoerzeichnis; IL Bezüglich der Gemarkung Altenbufeck: 1 Band Besitzstandsverzeichnis, 1 Band Gütergeschoß mit Zusammenstellung, 1 Band Bonitierungsbrouillon, 1 Band Zuteilungsverzeichnis, 1 Zuteilungskarte, 1 Band GeldausgleichungSoerzeichniS; HL Bezüglich der Gemarkung Lollar: 1 Band Besitzstandsverzeichnis, 1 Band Gütergeschoß mit Zusammenstellung, 1 Band Bonitierungsbrouillon. 1 Band Zuteilungsverzeichnis, 1 Zuteilungskarte (mit Heibertshausen), 1 Band Geldausgleichungsoerzeichnis; IV. Bezüglich der Gemarkung Heibertshausen: 1 Band ZuteilungSoerzeichnis, 1 Zuteilungskarte (mit Lollar zusammen) 1 Band Geldausgleichungsoerzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Montag den 8. November 1902, vormittagS von 10 bis 11 Uhr im Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterschcinendcn mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens ein halber Bogen) einzureichen. Friedberg, den 14. Oktober 1902. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär: Spam er, Kreisamlnmnn. Zur (Krinueruug an Jahn. Als Jahn heute vor fünfzig Jahren zu Freiburg an der Unstrut die müden Augen schloß, blieb dieses Ereignis in weiteren Kreisen fast völlig unbeachtet. Ter Mann, der einst in bewegter Zeit zu den verdienstvollsten und gefeiertsten Männern Deutschlands gezählt wurde, hatte von seinem früheren Ansehen und seiner Volkstümlichkeit in späteren Jahren viel eingebüßt und die politischen Verhältnisse der Zeit, in der er aus dem Leben schied, waren nicht geeignet, seiner Bedeutung volle Würdigung angedeihen zu lassen. Tie Folgezeit hat ihn zum Teil wieder zu Ehren gebracht. Heute tennr jedes Kind Jahn als den Turnvater, den Begründer des deutschen Turnens; mehr freilich weiß selbst in unserer Zeit auch mancher Erwachsene nicht von dem merkwürdigen Manne. Friedrich Ludwig Iah:: luurbc zu Lanz in der Priegnitz als der Sohn eines Predigers geboren. Schon durch die häusliche Erziehung war seinem Herzen echte Vaterlandsliebe eingepflauzt worden. Daher fühlte ec sich aus den Universitäten Halle und Greifswald, wo er anfänglich Theologie studierte, vor allem zum Studium der deutschen Sprache und Geschichte hingezogen. 1809 wurde er Hilfslehrer am Kölnischen Gymnasium zu Berlin. Terselbc Gedanke, der Stein und Scharnhorst bei ihren Reformen au irem Gebiete der Staatsverwaltung und des Heerwesens leitete, daß nur durch innere Gesundung des Volksgeistes dem gedemütigten Volle wieder aufgeholfen werden könne, gab auch seinem Wirken Ziel und Richtschnur. Teshalb, o erzählt K. 233. Schmidt in der „Natztg." unternahm er es, den bisher nur lau und planlos betriebenen Leibesübungen, für die er auch den fälschlich für deutsch gehaltenen Namen „Turnen" einsührte, m volkstümlichem Sinne auszugestalten und zu einem notwendigen Teil der Nationalerziehung zu machen. Er verstand es, den Leibesübungen geistigen Gehalt einzuhauchen und sie in enge Beziehungen Ainn naiionalen Leben zu setzen. Auf dem Turnplatz sollten >ie Küaben nicht bloß gesund, kräftig und gewandt "werden, andern es sollte ihnen hier auch im „scheinlichen Spiele" ittlicher Ernst und vaterländische Gesinnung anerzogen werden. Ter letzte Zweck der Turnübungen war jedoch die Erziehung zur Wehrhaftigkeit, die Vorschulung zu dem künftigen Ringen um die Befreiung des Vaterlandes. In immer größeren Scharen sammelten sich Knaben und Jünglinge um den Turnvater, der sie durch seine Per- önlichkeit und die Gabe hinreißender Rede magnetisch anzog — eine Anziehung, die auch durch seine Derbheit und einen Anflug von exzentrischem Wesen nicht vermindert wurde. Tie auf dem Tummelplatz jugendlicher Lust ge- treute Saat schoß zu üppiger Blüte auf. Als der König ein Volk ausrief zum Kampfe gegen dtapoleon, folgten Jahns Turner, soweit sie die Waffen tragen konnten, be- jeiftert dem Ruf und traten als Freiwillige unter die Zahl >er VaterlandAverteidiger. Jahn selbst aber begnügte sich nicht, seinen Arm dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen, sondern entwickelte auch als Werber für das Lützvwsche Freikorps eine erfolgreiche Thätigkeit. Seine in Massen unter )as Heer verteilten Flugschriften haben vielleicht das Feuer der Begeisterung und opferfreudigen Kampfeslust in nicht geringerem Grade geschürt, als es durch Arndts, Körners und Schenkendorfs Kricgslieder geschah. Nachdem Jahn mit )em siegreichen Heere in Paris cingezogen war, kchrte er nach Berlin zurück. Für seine Verdienste um den Staat wurde ihm darauf ein Ehrensold von jährlich tausend Thalern durch den König bewilligt. Damals schloß er auch einen glücklichen Ehebund. In den Friedensjahren beschäftigte sich Jahn mit dem weiteren Ausbau des Turnens, indem er die besonders auf dem,Gebiete des Geräteturnens vervielfältigten Hebungen in ein System brachte und deutsche Benennungen für sie einführte. Als Wegweiser für den Betrieb gab er 1816 mit seinem Schüler Eiselen das „Teutsche Turnbuch" heraus. Daneben hielt er Vorlesungen über oas deutsche Volkstum im Anschluß an sein bereits 1810 über diesen Gegenstand veröffentlichtes, mit einem großen Aufgebot von Gelehrsamkeit verfaßtes Werk, in welchem neben manchen vortrefflichen Gedanken und Vorschlägen zu Verbesserungen auf allen Gebieten des Lebens sich auch viel Phantastisches und Nebelhaftes findet. 1814 erschienen Jahns „Runen- blätter", in denen er warm für Deutschlands Einheit eintrat. Damals stand Jahn auf der Höhe seiner Botts, nmlich- ksit, die Universitäten Jena und Kiel ernannten iijn zum Ehrendoktor. Jahn war von reinster Vaterlandsliebe beseelt. Von Preußen erhoffte er Deutschlands Heil. Prophetisch klingen seine Worte: „Deutschland braucht einen Ärieg auf eigene Hand und auf eigene Faust, um sich in feinem Vermögen zu fühlen, cs braucht eine Fehde mijt dem Franzosentum, um sich in seiner Volkstümlichkeit zu entfalten. Diese Zeit wird nicht ausbleiben!" Auch die folgenden Worte kennzeichnen Jahn als einen weitschauen- den politischen Seher: „Deutschland, wenn es einig mit sich als deutsches Gemeinwesen seine ungeheueren, nie gebrauchten Kräfte entwickelt, kann einst der Begründer des ewigen Friedens in Europa, der Schutzengel der Atenschheit sein!" Aber schon von deutscher Einheit zu reden, machte in der Zeit der heiligen Allianz und der Demagogenriecherei verdächtig, und Jahn hatte, wie er selbst nicht ohne Selbstgefälligkeit zu sagen pflegte, die nach Ansicht der Bundestags-Kommission höchst gefährliche Lehre von der deutschen Einheit ausgebracht. Nun begann man auch bas Turnen mit Argwohn zu betrachten. Freilich war bei den von Jahn besonders empfohlenen Turnfahrten die ungebundene Jugendlust gelegentlich in Hebermut und vorlautes, lärmendes Wesen umgeschlagen. Ein schlimmes Licht ftel auch auf die Turnerei durch die Pflege, die ihr die bereits ver- fehmten Burschenschaften zuteil werden ließen. Für die wirklichen oder vermeinten Auswüchse des Turnens wurde nun dessen Begründer und Förderer verantwortlich gemacht. Man sah in dem Führer der Jugend, wie es einst mit Sokrates geschah, deren Verführer. Daß Jahn zu den Begründern der Burschenschaft gehörte und nicht Mitglied des Jugendbundes gewesen war, stärkte den Ver- dacht gegen ihn. Auch hatte er in seinen Vorlesungen manche freimütige Aeußerungn gethan, hatte seinem Unmut über die nach den Befreiungskriegen von den deutschen Fürsten befolgte Polittk in seiner derben Weise rückhaltlosen Ausdruck gegeben und es mit Blücher scharf getadelt, daß die Tiplomatie alles, was mit dem Schwerte errungen, mit der Jeder wieder verdorben hätte. Alles das machte ihn demagogischer Umtriebe verdächtig. Er wurde 1819, während gleichzeitig die Turnplätze geschlossen wurden, in Anklagezustand versetzt, vier Jahre lang in Untersuchungshaft gehalten und dann trotz der glänzenden für ihn geschrieben en Verteidigungsschrift des mit der Untersuchung betrauten damaligen Kammergerichtsrats C. T. A. Hoffmann, dvs bekannten Novellisten, zuzweiJahrenFest- ungsstrafe verurteilt. Nachdem er von dieser ein Jahr verbüßt hatte, wurde er zwar von dem Oberlandesgericht zu Frankfurt an bej Oder ft eigesprochen, jedoch unter Polizeiaufsicht gestellt und ihm der Aufenthalt in allen Städten mit höheren Bildungsanstalten untersagt. Doch sollte ihm bei künftigem Wohlverhalten der ihm bisher gewährte Ehrensold weiter gezahlt werden. Jahn wählte nun Freyburg an der Unstrut zu seinem Wohnsitz, beit er später mit Kölleda vertauschte, um dann nach einigen Jahren nach Freyburg zurückzukehren. Ein Schatten fällt fortan auf bas Bilb des wackeren Mannes. Tie Lichtseiten seines Wesens erscheinen verbunkelt, das Scharfkantige, Exzentrische, Widerborstige, Renorn- mistische seines Charakters tritt stärker in die Erscheinung. Ten Organen des Staates gegenüber übt er jetzt eine ge- wisse Vorsicht, anderen ihm mißliebigen Personen tritt er dafür mit vollwuchtiger Grobheit entgegen. Will man sich ein Bild Jahns aus seinen besseren Jahren machen, greife man zu d en Erzählungen, die er unter jbem Titel „Tenknisse eines Mutschen" 1835 veröffentlicht hat. In frischer, anziehender Weise, der man den Trübsinn und die Verbissenheit seiner späteren Jahre nicht anmerft; schildert er ein Abenteuer aus dem Jahre 1809, dessen Held er selbst ist. Es handelte sich darum, einen vornehmen Engländer, der wichtige, für den Befehlshaber der britischen Land- und Seemacht bestimmte Papiere bei sich trug, durch das von französischen Spähern wimmelnde Land sicher hin- durchzugeleiten. Jahn, der sich hier nicht mit seinem Namen, ondern als „Geleiter" einführt, übernimmt, obgleich er den Engländern keineswegs hold war, um des guten Zweckes willen in hochherziger Weise durch Vermittelung eines patriotischen Postmeisters die schwierige und gefährliche Aufgabe und führt sie glücklich durch. Wohl enthält auch diese Erzählung Züge von Jahns absonderlichem, nach Originalität Haschenbein Wesen — nennt er sich buch selbst burch ben Mund bes Postmeisters ein Urselost — aber in weit höherem Maße lernen wir Jahn hier von feiner edelsten und liebenswürdigsten Seite kennen. Köstlich ist schon die Art und Weise, wie er mit dem in Nöten befinbNchen Englänber seinen Pakt abschließt. Ehe er sich nämlich zur Uebernahme bes Geleitsdienstes bereit erklärt, behandelt er ben vornehmen Briten absichtlich barsch unb bärbeißig unb tritt ihm unsanft auf ben Fuß. Ms ber Engländer darüber einen deutschen Fluch ausstößt, da schüttelt ihm >er „Geleiter" kräftig die Hand: „Sie haben die Feuerprobe bestanden, da Sie nicht, wie sonst Ihre Landsleute thun, Goddam! schrieen, sondern auf gut deutsch fluchten." Unb ortan ist ber „Geleiter" in seinem Verhalten gegen ben Hilfsbebürftigen wie umgewanbelt. Er nimmt ihn in bie treueste Pflege, sorgt Tag unb Nacht für feine Sicherheit unb Bequemlichkeit, zeigt in der Wahl ber Wege und Aufenthaltsorte eine bewundernswerte Umsicht und Schlauheit, wirb nicht mübe, feinen Schützling unb ben Kutscher burch bie Erzählung drolliger Späße unb toller Streiche, aus benen ost fein Ingrimm gegen Napoleon hervorbricht, zu unterhalten ober über eine augenblickliche Gefahr hinwegzutäuschen, unb übernimmt gelegentlich das Amt bes Kutschers selbst, um heimlich ben Wagen in eine größere Sicherheit gewährenbe Richtung zu bringen, wobei chm [eine genaue Ortskenntnis gute Tienste levstet. Nachbem Jahn jebe öffentliche Thätigkeit unmöglich gemacht war, blieb ihm noch bie stille Arbeit des Schriftstellers. Was er aber in späteren Jahren geschrieben hat, ist weder bedeutend noch umfänglich. Tie 1828 veröffend- lenen An- Ai Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einricht.), Preist. grat. S6L1 YOM GUTEN DAS BESTE. Tamm I 8hme ?iai C^tbniz W aff ein Dieses ist die Oats Packung. Elnll Aufl» y etliche Neue! Wichtig für alle Aesucher der Düsseldorfer Ausstellung! Xi« ssuktem origer L AuSjchrei Tiel Itunien । rruch futh an lum duMunh} tlngtbi 11 llhr, v X* uni rir •UV somit ausgewogene Nachahmung Aö gesund ober Krank, sollte Huaker Hats einen Heil Ihrer lägt. Yahrung Sitten. Quaker Oats *«e Ih Ne Ai ?«L«(agCn «ö-Hi- «mith Schicksal war. U." ^-Eine Nähnadel im Herzen. In Wiener medizinischen Kreisen wird derzeit ein eigentümlicher Fall mit tätlichem Ausgang lebhaft besprochen. Ein 13jähriger Knabe war auf dem Eise gestürzt und hatte kurz daraus einen Abszeß in der Gegend der linken Hüfte bekommen, der zwar abheilte, nach anderthalb Fahren aber wieder an derselben Stelle erschien. Trotz aller Bemühungen starb der Knabe. Bei der Sektion zeigte sich, daß er eine etwa 3 Ctm. lange, ziemlich starke Nadel im Herzen getragen habe, deren Spitze nach dem Vorhof des Herzens und deren stumpfes Ende nach der Herzspitze gerichtet gewesen war. Wie die Nadel in den Körper des Knaben gekommen, konnte nicht festgestellt werden, klar aber ist, daß die Erschütterung durch den Fall am Eislaufplatze die Katastrophe inauguriert und die Nähnadel an die Stelle gebracht wurde, von der ans sie die krankhafte Verändernng m den Geweben hervorrufen konnte. Unt« Lrptemd bracht, 1 fußeS fü m.i genehm« Eli r 7170 vior Ml in i Ruxful öß Tie Inders ad f alte» unle bei Um un Ließen MvnV, 14 Ott Bei dem Grenzorte Quievrain sind estern Scharen ausständiger französischer Grubenarbeiter der die Grenze getreten. Sie nahmen gegenüber der belgischen Gendarmerie eine drohende Haltung an. Als die Gendarmen drohten, die Feuerwaffe au gebrauchen, räumten die Ausständigen das belgische Gebiet. Charleroi, 14 Ott. 600 Grubenarbeiter sind in den Ausstand getreten. Sie verlangen Lohnerhöhung. Paris, 14 Okt. Die Lage hinsichtlich des Aus|tandes i t unverändert. Die letzte Nacht ist un Kohlenbecken von s aS de Calais ziemlich lebhaft verlaufen. An einigen < tunkten mußten Truppenabterlungen die Ausständigen zer- treuen. brauche, und sie wünschten auch alle Anstrengungen zu machen, um eine erhöhte Kohlenzusuhr zu ermöglichen. Sie könnten aber nicht die ihrer Sorge anvertrauten Interessen im Stiche lassen, uiib ebensowenig die Interessen derjenigen, die jetzt in chren Gruben Arbeit oder Fortarbeit suchten. Sie ersuchten daher den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die oben erwähnte Kommission einzusetzen. — Mitchell wird wahrscheinlich zu einer Besprechung mit dem Präsidenten Roosevelt in Washington eingeladen werden. Man glaubt, daß er der Aussorderung folgen wird. Mitchell hatte abgelehnt, sich über die obige Erklärung zu äußern. WilteLbarrc, 14 Okt- Eine große Anzahl Ausständiger befürworten die Ablehnung der Vorschläge der Präsidenten der Kohlengesellschaften. Einige sprachen sich für die Annahme auS. Tie Angelegenheit wird Voraussicht lich der Entscheidung Mitchells anheimgegeben werden. Bremerhaven, 14 Olt- Turch Abschluß eines Kom promisses ist der Ausstand der hiesigen und Geeste- -der Haiesarbetter beendet. Die großen Arveiterarrsftände. New York, 14 Okt- Morgan hatte gestern abend in Washington eine Besprechung mit dem Präsidenten Roosevelt und dem Kriegssekretär Root. Später verlautete, die Eigentümer der Kohlenbergwerke seien mit dem Präsidenten dahin übereingekommen, eure Kommission zu ernennen, vor die alle Streitfragen Mischen ben Gesellschaften und chren Angestellten, mögen sie Unionisten oder Nichtunionisten sein, gebracht werden sollen. Tie Entscheidungen der Kommission werden von den Arbeitgebern angenommen werden, welche aber die Bedingungen stellen, daß die Bergarbeiter die Arbeit wieder aufnehmen, ehe die Kommission gebildet ist, und daß sie sich nicht in die Angelegenheiten der Nichtunionisten einmischen. Tie Kommission wird den Zeitpunkt bestimmen, wann die Ergebnisse in Wirksamkeit treten, und diese Ergebnisse sollen mindestens drei Fahre lang für die DeschäftigungSbedingungen der Gesellschaften und chrer Angestellten maßgebend fern. Tie Kommission soll aus einem Fngenieurosftzier des Landheeres oder der Marine bestehen, ferner aus einem sachverständigen Bergingenieur, einem Richter, einem hervorragenden Soziologen und einem Manne, welcher hinreichend vertraut ist mit der Kohlengewinnung und dem Kohlenabsatz. — Roosevelts Sekretär Eortechou flieht eine Erklärung der Präsidenten der Kohlenbahnen bekannt, welche zuerst dem Präsidenten Roosevelt unterbreitet wurde. Die Unterzeichner der Erklärung sagen, sie seien niemals dagegen gewesen, chre Streitigkeiten mit oen Arbeitern einem billig zusammengesetzten Gerichtsho vorzulegen. Tie Präsidenten der Kohlengefellschaften seien sich darüber Har, daß das Publikum dringend Kohlen ge- tocitn Tie im Kaffeehaus „Zur schönen Aussicht" waren, so werden Sie sich erinnern, da» dort der Kaffee ausgezeichnet schmeckte; c» wurden oft bi» 7000Portionen au einem Tage abgegeben! — Der Kaffee bestand au» einer Mischung von halb Bohnenkaffee und halb Kathreiners Mal,), kaffec! — Verwenden Sie auch zu Hanse die gleiche Mischung, sic ist vorzüglich und 7085 sehr bekömmlich! schast Weidig, wo er als Kellner beschäftigt war, nahm er eines Tages eine Germanenmütze mit Bald daraus wurde er in Frankfurt gesehen, wie er, die Mütze keck auf dem Haupte, in der Stadt herumparadierte. Vor Gericht sand er mit seiner Ausrede, er habe die Mütze als wertlos mitgenommen, wenig Glauben. Tas Urteil lautete auf 10 Tage Gefängnis. — Ein Vorfall, den man häufig beobachten kann und der oft Gegenstand lebhafter Klage ist, stand sodann zur Verhandlung. Zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Zähren hatten auf dem Bauplatze an der Stephanstrahe abends, als die Arbeiter bereits zu Hause waren, das dort herumliegende kleine Holz in jtörbe gepbckt, um es nach Hause zu schleppen. Ein hinzukommender Schutzmann hinderte sie jedoch daran. Tas Gericht gelangte zur Ueberzeugung, daß die Kinder die zur Erkenntnis der Straf- barfeit erforderliche Einsicht besaßen, und oerurteilte sie zur Strafe des gerichtlichen Verweises, sowie in die Kosten des Verfahrens. — Ter noch jugendliche Heinrich K. kam kürzlich zu dem Uhrmacher Ramstock in Gießen und erklärte, im Auftrag seines Vaters einige Uhren zur Auswahl holen zu sollen. Zn Wirtlichkeit hatte ihm sein Vater einen dahingehenden Auftrag nie erteilt. Eine der Uhren, die er für feinen Vater erhielt, versuchte der Angeklagte gerade zu verlaufen, als üjm ein Schutzmann dieselbe ab- nahm. Da dem H- die Absicht, sich einen rechtswidrigen Bermögensvorkeii zu verschaffen, nicht nachgewiesen werden konnte, wurde er freige sprachen. — Wegen Zechprellerei hatte sich der Arbeiter Bernhard K. zu^verant- wrtoen. Er ließ sich in der Wirtschaft auf dem Staufenberg unter Verschweigung seiner Mittellosigkeit Kost und Logis gewähren und verschwand schließlich, ohne zu zahlen. Tas Gericht verurteille ihn deshalb wegen Betrugs zu zwei Wochen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens. gllM Diener sprach der Herr Baroa: .Ta» geht doch übern Lpatz, - Die „Säulisllalche" ist ia leer f P^rbleu. SDi< kommt denn ball gch stellte doch vor «ur,»» tr# Die Flasche voll hier her. Di» tranken 6ü wohl nach und nach tzo schlnchjesstve leert' Mein Sott', verseht derTiener braif. Schmeckt ein Liqueue Io sein, wie eben dieser „Säntil" da. Dann schlieht man ihn hkbsch «in. Sie selbst stnd schuld, bal müssen St, Mir ossen zuoestehn. An einer Flasche .Sbnti»' kann Ädn Mensch vorllbrrgehn'. Zu haben in den Apotheken, Drogerien, Koloaialv.- u. Delikatetzgeschäften. Preis M. 2.60 die Flasche. Vertreter am Platze Herr CH. Ludwig ThomaS, Bahnhofftr. 87. 6210 Dr. W. Knecht & Co., Frankfurt a. M. Gcrichtssaal. -s-s-Gießen, 14. Okt. Schöffengericht. Unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrates Gebhard waren als Schöffen thätig Professor Dr. Engen Netto und Fabrikant Hermann Eichenauer aus Gießen. — Es wurde verhandelt gegen den Kellner Paul H. wegen Diebstahls- Ter junge Mann bat offenbar ein starkes Gelüste, sich hier und da als jajmacier Student aufjpielen zu können. Aus der Wirt- JSerfe zum deutschen VollStum" spinnen die in feinen früheren Werken niedergelegten Gedanken und Ansichten weiter aus. Vorarbeiten y: einer Geschichte deS dreißigjährigen Krieges und der Lützower Freischar gingen chm bet einem Brande seines Hauses in Kölleda verloren. Für die deutsche Sprachforschung batte er bereits 1806 durch die Veröffentlichung einer kleinen Schrift: „Bereicherung des hochdeutschen Sprachschatzes, versucht im Gebiete der Sttmverwandtschaft", lebhaftes Interesse bekundet. Er hielt mit Fichte die deutsche Sprache trotz ihrer damaligen Entstellung durch daS Eindringen fremder Sprachelemente für die erste der Wett und hatte sich die Aufgabe gestellt, sie aus ihrer Versunkenheit wieder empor^uheben. „Die Sprache ist in den dösen Zeitkäufen verschrieben, verschwatzt, verrechtet, verdrillt und verhandelt worden", schreibt er in den „Neuen Runenblättern". Sein Stll isst zwar kühn und markig, aber auch buntschillernd und gesucht. Durch blendende Di^- und Schlagwörter, altertümliche Wendungen, biblische Anspielungen, die den ehemaligen Theologen verraten, durch Reim, Mliteration sucht Jahn seiner Schreibweise gesteigerten Reiz zu verleihen. Daß er aut schreiben tonnte, beweist vor allem der herrliche Nachruf, den er seinen treuen Gesinnungsgenossen und Mitarbeiter Friesen widmete, der mit Recht als Muster klassisch-schönen Stils in den deutschen Schullesebüchern Aufnahme gefunden hat. Mit dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. besserte sich JahnS Lage. Die Polizeiaufsicht über ihn wurde aufgehoben und ihm das Eiserne Kreuz ausgehändigt. Die Turnplätze mürben wieder geöffnet, das Turnen unter staatlich«: Schutz gestellt und als notwendiger und unentbehr- licyer Bestandteil des öffentlichen Unterrichts anerkannt und in den Schulen eingeführt. Tie Bewegung des Jahres 1848 rief Jahn noch einmal aus seiner Verborgenheit an die Öffentlichkeit. Tas Ideal seiner Jugendjahre, ein einiges Deutschland, schien sich verwirklichen zu wollen, und durch seine Wahl in die deutsche Nationalversammlung schien ihm Gelegenheit gegeben zu fein, hieran mttzuwirken. Doch hat Jahn den damals auf ihn gesetzten Hoffnungen wenig entsprochen. Er konnte sich in die neue Zett nicht mehr schicken und zeigte auch in seinen politischen Ansichten ein auffallendes Schwanken. Zuletzt nahm er seinen Platz in den Reihen der äußersten Rechten des Parlaments ein. Seine dort gehaltenen spärlichen Reden ragten weniger durch scharfe Dialektik und überzeugende Kraft als durch Haschen nach derben Witzworten hervor. Mit großer Genugthuung betonte er in seinen Reden, daß er von jeher ein warmer Vertreter der deutschen Einhett gewesen sei. „An der deutschen Einheit habe'ich festgehatten wie an einer unglücklichen Siebe", heißt eS in dem Entwurf zu einer Rede, und in seiner Schwanenrede, die nie gesprochen worden ist, stehen die Worte: „Deutschlands Einhett war der Traum meines erwachenden Lebens, das Morgenrot meiner Jugend, der Sonnenschein der Manneskraft unb ist jetzt der Aoendstern, der mir zur ewigen Ruhe winkt!" lieber den „allersouveränsten Pöbel" schüttete er Fluten von Hohn und Spott aus. Eine besonders schmerzliche Erfahrung war ihm in jener Zeit der aufgewühllen Leidenschaften noch Vorbehalten, indem die edle Turnerei, die nach seiner Absicht und Meinung gerade ein Mittel sein sollte, die 'verschiedenen Schichten der Volksgenossen friedlich zu einigen, in die politischen Parteikämpfe hineingerissen wurde. Nach der kurzen, von neuen Enttäuschungen begleiteten Frankfurter (Spifobe kehrte Jahn in die Einsamkett seines Freyburger Hause-, das er der Güte seiner ihm treu gebliebenen Anhänger verdankte, zurück Oft brachte in das gastfreie Haus der ^Besuch guter Freunde oder leiner munteren Turnerschar, die dem allen Turnvater ihre Huldigung dar- bringen wollte, eine stets angenehm empfundene Mivechs- lung. Ein satter Tod beschloß am 15. Oktober 1852 das bewegte Leben des vierundsiebMjährigen Greises. Jahn war nach seinem Wollen und Wirken ein deutscher Mann, hart und knorrig, aber kernfest und unerschütterlich wie die Eiche, mit deren Laub sich der Turner schmückt. Teutschland darf nie vergessen, daß er für die körperliche und sittliche Gesundung und die nationale Wiedergeburt seines Volkes seine besten Kräfte eingesetzt und für Deutschlands Einheit mannhaft gekämpft und bitter gelitten hat. Vermischtes. ♦ Ein ungemütliches Reiseabenteuer wird >em ,Hann. Anz." von einer Leserin mitgeteilt Sie schreibt: ,Lch bestieg, um von Braunschweig nach Peine zu fahren, in Braunschweig ein Frauen-Coupe zweiter Klasse, in >em sich bereits eine Dame befand. Sie war^vollständig in Trauerlleidung, trug einen dichten schwarzen Schleier und hatte vor sich auf den Knieen einen prachtvollen Toten- ranz liegen. Als der Zug sich in Bewegung setzte, wurde plötzlich die Thür aufgerissen und herein stürzten z w e i H e r r e n, die sich in die Polster warfen, ohne irgend ein Wort der Entschuldigung zu haben für ihr widerrechtliches Eindringen in das Frauen-Eoups. Ich machte sie daraus aufmerksam, daß sie sich in einem Frauen-Eoups befänden, erhielt aber keine Antwort. Ich ersuchte dann die Herren, auf der nächsten Haltestelle den Wagen zu verlassen, und wandte mich, als ich auch darauf keine Antwort erhielt, an die Tarne in Trauer, die jedoch ebenfalls chwieg. Ich konnte mir dieses Verhalten meiner drei Mitreisenden nicht erklären und wollte auf der folgenden Station den Schaffner um Hilfe bitten; doch als der Zug hielt, lieg die schwarze Tarne aus, gefolgt von den beiden Ein- jringtingen, die ihr sofort die Hand auf die Schulter legten und ihr etwas zuflüsterten. Ich sah d:e Tarne zusammenzucken. Tann wandte sich einer der Herren zu mir und trat, während der andere die Tarne mit einer Kette fesselte, zu mir an das Fenster mit den Worten: „Tanken Sie Gott, daß wir zu Ihnen in das Eoups gekommen sind, die vermeintliche Tarne ist ein sehr schwerer Verbrecher, den wir chon lange verfolgt und jetzt endlich gefaßt haben." * Der „Elsässer" erzählt folgende lustige Ma- növergeschichte von Oberehnheim. In der benachbarten Gemeinde erschien der Quartiermacher bei einer alleinwohnenden hochbetagten Witwe und bat diese, chm doch „die Stube für die Soldaten" zu zeigen. Tie gute Frau zeigte ihm ein zwar einfach ans möbliertes, aber sehr geräumiges und sauberes Zirmner. Ter Sergeant schmunzelte und sagte: „Tet is je 'ne hübsche Bude, Mutter, Ihr kriegt ovch ’nen Feldwebel und seinen Burschen." — „A Feldwewel, ja, was isch denn des, a Feldwewel?" fragte Vie Alte. „Ein Feldwewel", sagte der Quartiermacher, „ist, was Ihr Elsässer ein Feldweiwel nennt: also Mutter, em Feldweibel bekommt ihr mtt seinem Burschen." — „Horiche, lewer §err", — sagte jetzt die gute Frau, „horiche, t will üch ebs saije; i hab u et gern Wied -litt im Hüs. Bi de Franzose hell m'r als an Markidentenrene g'hett; awer sie sinn verhierot g'sin. Eujer Feldwewel mneh a nett$ Muschterle sinn, daß es mtt'm a Bursch herumzijet. Horiche, i will des Mensch ntt im Hüs han; gern: m'r zwei Soldate, hoch: ober gemaini, 's isch m'r egal, awer des Mewel nimm i nitt. To thät sich so min Mann im Grab herum treffe, wenn ich a so 'ne Menschel mtt firn Liebschter in's HÜS Ion thät." Es dauerte recht lang, bis der verblüffte Sergeant der guten Frau den Unterschied zwischen einem Feldwebel und einem Feldweibchen klar gemacht hatte. * In der Mordaffaire Bonmart:n: hat man, tote ans Bologna berichtet wird, eine neue Spur entdeckt. Tie Polizei in Neapel erhielt vor einigen Tagen durch einen anonymen Brief die Mttteilung, daß an der Ermordung deS Grafen Bonmartini auch eine gewisse Angela Santangelo beteiligt set Tie Santangelo ist ein in Neapel wohnendes hübsches Mädchen, das schpn bestraft ist und unter Polizeiaufsicht steht. Sie soll einige Wochen vor der Ausführung des Verbrechens von ihrer Freundin Bonetti, der Geliebten und Mttschuldigen Tullio Murris, eine Einladung nach Bologna erhalten und angenommen haben. Mit ihr sollen zwei neapolitanische Camorristen gereift sein. Auf Grund dieser Informationen nahm die neapolitanische Polizei bei der (Santangelo sofort eine Haussuchung vor, wobei in der That mehrere Briefe der Bonetti gefunden wurden. In einem Vieser Briese wttd die Santangelo, auch im Namen einer anderen Person, aufgefordert, nach Bologna zu kommen, und ein aitberer Brief kündigt die Absendung des Reisegeldes an. Die Santangelo wurde daraufhin verhaftet, obwohl noch nicht mit Sicherheit feststeht, ob sie der Einladung auch Folge geleistet hatte. * Warum haben Sie geheiratet? Die „Groß Newy. Ztg." teilt u. a. folgende Antworten mit, die verheiratete SRänner auf die an sie gerichtete Frage „Warum haben Sie geheiratet?" gäbe::. „Tas versuche :ch schon leit elf Jahren auszufinden. R" „Tas :ft dieselbe Fraae, die meine Freunde stets an mich richten. K." ,^Zch wünschte eine Gefährttn des entgegengesetzten Geschlechts. Sie ist noch immer entgegengesetzt. O. 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