* 'wbem iä. i um 6384 Lotterie 4; Oktober 1902 1*l"Dei> verwandt 50000 föl. Strassburg i.E, Ph. Weiler b Wirk. | Mwigjpltz Platze den kauf iblettern, Vchr-, M üiigtn. - md TWPOÜ-f >-5öM. zw^rteit ertragen. - axTaclr/ 1/ öi^' ’lfl **!& Ra«,r& f*O» a >ampfßefticß\. gtonS'ti1 ÄÄÖ llid- laa Scifli'fli dsberg.°'d„svori. 7 «traue- t, N^u 'Allichau. v, ®uKn Thorn, w*Sti» t- V;' n5loUvf(h?a Sihehl"- >ors, L,^«uu)laU' Elvers' chn-L^Schl. 63,3 chenbach Nr. 316 «rscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familienblätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Montag 15. September LSVS Zweites Blatt. 153. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezngSprei»: monatlich75Ps., viertel- fährlich Mk. 2.20; birrd) Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 2.— viert el- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12Pf. auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witt ko- für .Stadt und Laut/ und .GerichtLsaal'? Curt Plato; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Sie yevtige Yummer umfaßt 10 Seiten. Der König von Sachsen in Werkin. Potsdam, 13. Sept. König Georg von Sachsen traf heute mittag 12 Uhr mit großem Gefolge mittelst Sondcrzuges auf der Station Wildpark ein, wo der Kaiser mit der Generalität und den Spitzen der Behörden seinen hohen Gast erwartete. Ms der König aus dem Salonwagen stieg, ging ihm Kaiser Wilhelm entgegen und begrüßte ihn aus das herzlichste. Nach Vorstellung des beiderseitigen Gefolges schritten die Monarchen die aus dem Bahnsteige aufgestellte Ehrew-Kom- pagnie des Garde-Jäger-Bataillons ab und nahmen alsdann den Parademarsch der Kompagnie entgegen. Hierauf bestieg der Kaiser mit seinem Gaste eine bereitstehende vierspännige .offene Equipage mit Spitzenreitern und begaben sich unter Eskorte einer Eskadron des 1. Garde- Dragoner-Regiments nach dem Neuen Palais. Hier stand aus der Terrasse als Ehrenkompagnie die Leibkompagnie des 1. Garde-3iegiments zu Fuß mit ?Nusik und Fahne. Nachdem die Monarchen auch hier die Front abgeschritten und den. Vorbeimarsch entgegengenommen hatten, begaben sie sich ins diene Palais, wo der König von der Kaiserin, der Prinzessin Viktoria Luise, die heute ihren 10jährigen Geburtstag feiert, und den Prinzen begrüßt wurde. Ter König fuhr am Nachmittag in Begleitung des Generals von Plessen in einem offenen Vierspänner vom Neuen Palais nach dem Mausoleum und legte hier am Sarkophage Kaiser Friedrichs einen großen Kranz von Lorbeer und Veilchen und am Grabe der Kaiserin Friedrich einen Kranz von Lorbeer und rosa Nelken nieder. An beiden Kränzen befanden sich grün und weiße Moiröschleifen, deren Enden das Initial G. mit der Königskrone trugen. Heute abend 8 Uhr sand in der Jaspisgallerie des Neuen Palais eine Tafel zu Ehren des Königs statt. Der König saß zwischen dem Kaiser und der Kaiserin. Der Kaiser brachte folgenden Trinkspruch aus: „Gestatten Ew. Majestät Mir, den herzlichsten Tank entgegen zu bringen für den freundlichen Besuch, den Ew. Majestät Mir heute gewogentlich abstatten. Wir gedenken der schweren Stunden, die Ew. Majestät in diesem Jahre durchlebten. Innig haben wir teilgenommen an dem Schmerze, der Ew. Majestät den Bruder des verewigten Königs, des getreuen Ai itarbeiter sinder Errichtung unseres deutschen Reiches. Ich persönlich bitte Ew. Majestät, versichert zu sein, daß Ich Meine allertnnigste Dankbarkeit, Anhänglichkeit und Liebe, mit der Ich an König Mbert gehangen habe, von ganzem Herzen aus die Person Ew. Majestät übertrage; und Ich bitte, Mir die Huld, die Ew. Majestät Königlicher Bruder Mir erwiesen hat, Mir auch ferner bewahren zu wollen. Meine Gefühle und die Gefühle Meines Hauses und Meines Volkes für Ew. Majestät und das treue Sachsenvolk fasse Ich zusammen in dem Ruf: Gott schütze von segne Ero. Majestät! Seine Majestät der König von Sachsen Hurra, hurra, hurra!" Ter König von Sachse>n erwiderte: „Gestatten Mir Ew. Majestät, für die liebenswürdigen und hochherzigen Worte, mit denen Ew. Majestät Mich begrüßt haben, Meinen herzlichsten und tiefgefühltesten Tank auszusprechen. Sie werden Mir stets als ein teures Andenken im Gedächtnis bleiben. Gestatten Ew. Ma- jestät zugleich die Versicherung, daß, soweit es von Mir, Meinem Hause und Meinem Volke abhängt, wir bestrebt sein werden, dasVerhältniszuKaiserundReich so zu erhalten, wie es unter Meinem unvergeßlichen Bruder gewesen ist . Wir werden stets fest und unentwegt zu Kaiser und Reich halten. Gestatten Ew. Majestät, daß Ich den Gefühlen des Tankes für die so liebenswürdige Aufnahme, die Ich gefunden, dahin Ausdruck gebe, daß Ich Mein Glas erhebe und rufe: Seine Majestät der Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin und das ganze kaiserliche Haus: Hurra, hurra, hurra!" Wildpark, 14. Sept. König Georg von Sachsen ist heute mittag 1 Uhr von hier wieder ab gereist. Ter Kaiser begleitete den König im offenen Wagen zum Bahnhof, wo sich auch Prinz Eitel Friedrich zur Verabschiedung eingesunden hatte. Vom Fenster des Salonwagens aus unterhielt sich der König noch kurze Zeit mit dem Kaiser. Sodann setzte sich der Sonderzug in Bewegung. Berlin, 13. Sept. Ter „Reichsanz." schreibt: klönig Georg von Sachsen ist zum ersten Male nach seinem Regierungsantritt heute ui Potsdam als Gast des Kaisers eingetroffen und herzlich empfangen worden In dem erlauchten Bruder des verewigten Königs Albert begrüßen wir eine ritterliche Gestalt aus dem durch große geschichtliche Erinnerungen geweihten Kreise der Bundesfürsten, die für die Begründung des Reichs ruhmvoll miAestritten haben und deren nationale Verdienste von dem Erben der ersten Kaiser wie von unserem Volke treu m Ehren gehalten werden. ________ Politische Tagesschau. Nach dem Kaisermanöver. In einem Erlaß an den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg spricht^der Kaiser rn seinem und der Kaiserin Namen seinen Tank! aus für die Kundgebungen treuer Ergebenheit und den warmen Em- psang, der ihnen seitens der Behörden und der gewöhner der Provinz während der Manöver zuteil geworden ei. Es sei ihm eine große Freude gewesen ,oie nach vielen Tausenden zählenden Abordnungen der Kriegervereine der Provinz begrüßen zu können. Der Kaiser erwähnt ui dem Erlaß noch, daß die Aufnahme der Truppen ttotz der vermehrten Einquartierungslast überall eine vortreffliche und herzliche gewesen sei. Einen ähnlichen Erlaß veröffentlicht der Oberpräsident von Posen: Nach einem Newyorker Telegramm hat die „Associated Preß" vom deutschen Manöverfelde ein Telegramm erhalten, wonach Kaiser Wilhelm den amerikanischen Generälen gegenüber seine Freude über ihre Anwesenheit ausgesprochen hat. Dem General Corbin gab der Kaiser einige persönliche Aufträge an den Präsidenten Roosevelt, dessen Vielseitigkeit, Mut und Scharfsinn in der richttgen Erkenntnis der Lage seines Landes dev Kaiser, wie er sagte, sehr bewundere. Er verfolge auch mit Anteil Mayor Seth Lows geschickte Leitung der Angelegenheiten der Stadt Newyork; an einer richtigen Verwaltung dieser Stadt habe der gesamte Welthandel ein Interesse. In warmen Worten sprach der Kaiser auch über den demnächst von seinem Posten scheidenden Berliner Botschafter White, der viel dazu beigetragen habe, daß zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ein so gutes Verhältnis bestehe. Auch erklärte der Kaiser, daß Deutschland sich an der Weltausstellung in St. Louis im nächsten Jahre in angemessener Weise beteiligen werde. — In einer Unterredung erklärte General Corbin, daß die deutsche Armee in jeder Beziehung, vor allem aber in der Organisation, Instruktion, Disziplin und Ausrüstung zu den besten gehöre, wenn nicht die beste sei. Sie habe die Bewunderung aller amerikanischen Offiziere erregt. Nach einer Meldung des Newhork-Herald hat Kaiser Wilhelm bei dem Tiner im Neuen Palais, an dem u. a. seine amerikanischen Manövergäste teilnahmen, Gelegenheit genommen, mit diesen über den Zwischenfall in Haiti zu sprechen. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß das Eingreifen des „Panther" den Rebellen eine ernste Lehre sein würde, und daß sie künftig sich hüten würden, seeräuberische Handlungen gegen auswärtige Handelsschiffe auszuüben. Die amerikanischen Generäle haben Be rlin verlassen. General Wood, der frühere General-Gouverneur von Cuba und Oberst der Rooieveltschen rauhen Reiter, hat sich nach Dresden begeben, während die Generäle Poung und Corbin nach Düsseldorf gereist sind, um die Ausstellung zu besuchen. Von dort begeben sie sich über Paris nach London, von wo sie gemeinschaftlich die Heimreise antreten. Deutsches Keich. Berlin, 14. Sept. Heute abend gegen 10 Uhr traf der Kaiser mittels Sonderzugs in Cuxhaven ein. Er wurde auf der Fahrt am Quai entlang von den Besatzungen der einzelnen Schiffe mit Hurras begrüßt. Die Kaiseryacht „Hohenzollern" und das Torpedoboot „Sleipner" waren prächtig erleuchtet. — Zu der Meldung eines hiesigen Blattes, daß beim Abbruch der Empfangstribüne am Berliner Thor in Vosen im Boden ein Lo ch entdeckt worden sei, welches Dynamit, Bleikugeln uno auch eine Zündschnur enthalten habe, berichtet der „Lok.-Anz.", daß das Loch, von dessen Entdeckung die Rede ist, von einem Flaggenmast e herrührt und daß sich nichts weiter in ihm befunden hat als ein kleines Quantum Schrot körn er, die einem Monteur entfallen waren und die dann lin Pie Höhlung hineingerollt sind. — Im kommenden Sommer wird dem Staatssekretär des Reichs-Marineamtes zum ersten Male ein Flagg-Offizier beigegeben werden, der keinem besonderen Departement zugeteilt wird. Es ist dies der Kontre-Admiral von Ahlefeld, der als bisheriger zweiter Admiral des ostasiatischen Kreuzer-Geschwaders den Kreuzermangel im Auslande durch eigene Anschauungen kennen gelernt hat und wichtiges Material für den Ausbau der Auslandflotte beibringen wird. — Der bisherige Oberbürgermeister von Posen, Witting, hat heute den Vertrag unterzeichnet, durch den er vom 1. Januar nächsten Jahres ab in die Direktion der Nationalbank eintritt. — Der älteste Landgerichtsdirektor der preußischen Monarchie, Geh. Justizrat Gustav Witt ko in Tilsit, der der am 6. d. M. sein 70. Lebensjahr vollendete, feierte am 10. d- M. sein oOjähriges Dienstjubiläum. Ihm wurde der röntgt Kronenorden zweiter Klasse mit der Zahl „50" verliehen. — Wie aus Brüssel gemeldet wird, liefert die b e l g i s ch e P o st seit zwei Tagen deutsche Zeitunyen nicht mehr aus, mit der Begründung, daß sie Anzeigen von in Belgien verbotenen Lotterien enthalten. — Wie die „Natt. Korr." mitteiü, sind in Preußen die Oberpräsidenten mit einer eingehenden Berichterstattung über die F l e i s ch t e u e r u n g beauftragt worden. " — Aus Bromberg wird der „Frkft. Ztg." gemeldet: Der nächste preußische Etat fordert eine Summe von 12 Millionen, aus der Beamte derO st marken Darlehen und Prämien für den Bau ei ge ne r Wo hn h äus e r erhalten sollen. , . „ München, 14. Sept- Der sozialdemokratische Parteitag wurde heute in einer Vorversammlung, wie üblich, eröffnet. Der reich geschmückte Saal war außerordentlich stark besetzt Birk begrüßte die Erschienenen im Namen der Münchener Genossen. Auer dankt- Zu Vorsitzenden werden Vollmar und Singer gewählt. Singer teilt mit, der Parteivorstand sei der Ansicht, daß eine Konferenz der preußischen Delegierten über die Stellungnahme zur Landtagswahl notwendig sei. Es folgte der unterhaltende Teil des Abends. Heer und Flotte. Gießen, 15. Sept. Militärdienst nachrichten, v. Hugo, Gen.-Lt. und Kommandeur'der 31.Division, zum Gouverneur der Festung Ulm auf beiden Donau-Ufern, Litzmann, Gen.-Lt. und Kommand. der 39. Div., zum Direktor der Kriegsakademie, Richter, Gen.-Major und Kommand. der 17. Jnf.-Brig., unter Beförderung zum Gen.- Leutnant zum Kommand. der 31. Div., Schubert, Gen.- Major und Kommand. der 33. Feldart.-Brig., unter Beförderung zum Gen.-Lt. zum Kommand. der 39. Div. — ernannt. — Zu Überzahl. Majoren befördert: Hauptmann und Kompagniechef Frhr. v. L ang erm an-n u. Erlen- camp im Jnf.-Rcgt. Herzog von Holstein (Holstein) Nr. 85, unter Versetzung zum 1. Großh. Hess. Inf. (Leibgarde-) Regiment Nr. 115, Gr. v. Bredow im 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Regt. Nr. 115, unter Vers, zum 1. Unter- Elsass. Inf.-Regt. Nr. 132. Ein Patent seines Dienstgrades verliehen dem Ober.-Lt. und Adjutanten Frhrn. v. Reitzenstein der 21. Kav.-Brig. Dem General der Infanterie und Gouverneur von Ulm, v. Brodowski, der Abschied bewilligt. — Versetzt: die Hauptleute v. Kessel im Generalstabe der Großh. Hess. (25.) Division, als Kompagniechef in das 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leigarde)- Regt. Nr. 115, o. Brandenstein im Großen Generalstabe in den Gencralstab der Großh. Hess. (25.) Division. — Ernannt der Ober-.Lt. Reinicke im 5. Großh. Hess. Jnf.- Regt. Nr. 168 zum Adjutanten der 6. Jnf.-Brig. — Zum überzähligen Hauptmann befördert der Ober-Lt. Becker im Jnfant.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter Versetzung in das Jnf.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117. — Zu Oberleutnants befördert die Leutnants Trupp im Jnf.-Leib-Ncgiment Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117 und kommandirt als Jnsp.-Osfizier an der Kriegsschule in Hannover, Fett im 5. Großh. Hess. Jns.-Regt. Nr. löfe. Kirche und Schule. Gegenüber der Erklärung des Pfarrers Neidhardt, in der er der Entscheidung des Oberkirchenrats andere, Gründe unterschiebt und öffentlich die Forderung erhebt, die kirchliche Oberbehörde wolle die wahren.Gründe bekannt geben oder sich gefallen lassen, daß die Anklage, man wollte die moderne Theologie von der Kanzel fernhalten, als erwiesen gelte, erklärt die „Polit. Korresp.": Ein Urteil über die moderne Theologie des Pfarrers Neidhardt war von dem Oberkirchenrat überhaupt nicht abzugeben. Das Recht und die Pflicht der kirchlichen Aufsichtsbehörde war lediglich, die tirchengesetzlichen Bestimmungen über die Bewerbung der Geistlichen bei den Gemeindepfarrwahlen gegenüber Neidhardt in derselben Weise zur Anwendung zu bringen, wie in allen anderen Fällen dieser Art. Wenn Neidhardt die Vorschrift nicht bekannt war, rechtfertigt diese Unkennttiis keine Ausnahme zu seinen Gunsten. Ausland. London, 14. Sept. Lord Roberts, Kriegsminister Bro d rick und die anderen britischen Offiziere, welche den deutschen Kaisermanövern beigewohnt haben, sind hier wieder eingetroffen. Paris, 13. Sept. Ter Schah von Persien empfing gestern den Professor Dr. Galezowski und dessen Schüler Dr. Phlip in Audienz. Beide Aerzte wurden vom Schah beauftragt, drei LehrstühlefürAugen- heilkunde in Persien zu errichten und zwar in Je- heran, Jauris und Jsphahan. Ter Schah ist heute nach Rußland abgereist. Wien, 14. Sept. Ter hier anwesende Leibarzt des Zaren, Geheimrat Dr. Bertensohn erklärte in einer Unterredung, daß dieZarinindenletztenMonatenjede ärztliche Untersuchung verweigert habe, sodaß die Nachricht, sie sehe einem freudigen Ereignis entgegen, auf ihre eigene Aeußerung zurückzuführen sei. — Amerikanischen Privatbriesen zufolge tauchte dort der ehemalige Matrose Paichuric von Johann Orths Schiffe „Santa Margaretha" auf. Derselbe behauptet, der verschollene ErzherzogJohannSalvator lebe und habe sich auf einer Südseeinsel ein Heim gegründet. Agram, 13. Sept. Ter serbische Gesandte in. Petersburg ersuchte schriftlich die sü d sl a v i s ch e Akademie der Wissenschaften, ihn aus ihrer Mitgliederzahl zu streichen. Newyork, 13. Sept. Ein Telegramm aus Caracas berichtet: Ein hier veröffentlichtes Tekret erklärt Matos als Verräter und ordnet an, daß er vor Gericht gezogen werde, weil er Seeraub getrieben und weil er für den Fall des Gelingens seines Aufstandes sich bereit erklärt habe, fremden Kapitalisten die Kontrolle der venezolanischen Finanzen in ähnlicher Weise, wie dies in Egypten geschieht, zu überlassen. — Wie eine Depesche aus Willemstadt meldet, haben die AufftändischenJKio Eyico erobert und rücken jetzt gegen La Gueira vor. Sie haben Los Tequas in der Nacht des 11. September überrascht und 60 Mann von den Regierungstruppen getötet und 109 verwundet. Tie Regierung in Caracas hat ein Dekret erlassen, in dem allen binnen 40 Tagen sich ergebende«. Aufständischen Amnestie v.'rsprocbcn wird. Tas Dekret sagt ferner, da Matos ein Genosse der Fremden sei, weil er die Verwaltung der venezolanischen Jinanzen einem Fremden versprochen habe, dürste kein Patriot ihm weiter folgen. Port-au-Prlnce, 13. Sept. Es liegen sichere Nachrichten darüber vor, daß der Rebellen-Admirnl Killick die erste Explosion auf dem „Erste ä Pierrot" persönlich ver- ^fsqcht hatte und umgekommen ist. Aus Stadt und Land. . Gießen, den 12. Sept. 1902. — Die Viper betitelt sich der neue Roman, der mit dem heutigen Tage in unserer Unterhaltungsbeilage erscheint. „Die Viper" ist ein, nach dem Französischen von H. Revel bearbeiteter-Kriminalroman, der seines eigenartigen Milieus und der außerordentlich packend geschriebenen Handlung wegen hervorragend interessant ist. Da die Erwerbung de§ Romans, mit großen Kosten verknüpft war, hoffen wir, daß er viele Freunde sinden möge. * * Blumenpflege durch Schulkinder. In Frankfurt fand vor einigen Tagen eine Ausstellung der durch Frankfurter Schulkinder gepflegten Pflanzen statt. Auch in Gießen ist bekanntlich in diesem Jahre ein erstmaliger Versuch mit der Blumenpflege durch Schulkinder gemacht worden, indem dieses Frühjahr jedes Kind der zwei oberen Klassen der Stadt. Mädchenschule von der „Vereinigung für Blumenpflege" drei Topfpflanzen zum Geschenk erhalten hat. Nächsten Sonntag, 21., findet nun eine Ausstellung dieser Pflanzen in der Turnhalle der Städt. Mädchenschule — Westanlage — statt, wodurch den Kindern Gelegenheit gegeben werden soll, zu zeigen, was aus ihren Pfleglingen geworden ist. Auch sollen dabei, wie in Frankfurt und anderen Städten, diejenigen Kinder, welche die bestgepflegten Pflanzen aufzuweisen haben, für ihre besondere Mühe und Sorgfalt mit einem kleinen, dem Zweck der Blumenpflege dienenden Preise bedacht werden. * • „Eine schauderhafte Kält?", das ist das Signum 6er letzten Tage. Nach dem letzten gewitterartigen Regen, der in ganz Deutschland herniedergegangen ist und überall großen Schaden angerichtet hat, ist die Sonne noch nicht wieder zum Vorschein gekommen, und wir müssen ihrer Wärme spendenden und belebenden Strahlen entbehren. Die Schneider freuen sich zwar ob dieses schlechten Wetters; denn niemals sind soviel Mäntel und ähnliche Hüllen bestellt worden, wie jetzt. Statt kalten Bieres und der verschiedenen „Wässerchen" in ditto verschiedenen „Fläschchen" ist jedenfalls und unter- allen Umständen ein steifer Grog zu empfehlen, der innerlich mindestens ebenso gut wärmt, wie äußerlich das Kunstwerk des Schneiders. — In Berlin herrschte gestern gegen halb 1 Uhr starker Hagelfall. Die Dächer waren stellenweise gänzlich von Hagelkörnern übersät und machten einen ganz winterlichen Eindruck. * * In den. November versetzt glaubte rnan sich am gestrigen Sonntag, so kalt und unfreundlich führte er sich ein. Das war kein Wetter zum Verweilen im- Freien und zum Anlegen von Sommertoiletten.. Mäntel und Paletots, die bisher unbeachtet von Menschen aber auch von Motten in den Spinden hingen, .wurden hervorgeholt und auf ihre „Tragfähigkeit" geprüft, Sommerhüte nebenhin gelegt und alles buntfarbige Schuhzeug atls dem Gesichtskreise verbannt. Und trotzdem stand und stehen noch ungefeierte Feste, in erster Linie Kirmessen auf dem Sonntags-Programm. In Annerod, dem wald- und bergumgrenzten Nachbarorte, fanden auf der „Platt" sogar zwei Kirmessen statt, die natürlich nicht versäumt werden durften. Die Zahl der Besucher aus der Stadt war merklich kleiner als sonst, immer» • hin hätte sie hingereicht, um unter den Vorräten der fürsorglichen Wirte gehörig aufzuräumen, wenn der Therino- meter um ein Dutzend gestiegen wäre. Wer sich nicht entschließen konnte, einen Tanz zu riskieren, fror, und wer fror, dem schmeckte das Bier nicht. Den klugen Gedanken, sich in irgend ein „Lokal" zurückzuziehen, hatten die meisten, - so daß die Gaststuben und was zu solchen hergerichtet war, bald bis auf das letzte Plätzchen besetzt waren. — Der Daub ringer Kirmes führte die Eisenbahn die Gäste, wenn auch nicht in der gewünschten Anzahl, zu. Die dort, und in der nächsten Umgebung wohnende zahlreiche Bevölkerung, die die Woche über in Lollar und Gießen beschäftigt ist, kann nötigenfalls ihre Kirmes allein so lebhaft gestalten, daß man die Städter nicht besonders vermißt. Letztere tauchten in leicht abschätzbarer Anzahl auch in Bieber bei Rodheim und in Ruttershausen bezw. Kirchberg auf.— Von den Vereinen, die noch „Sommerfestlichkeiten" auf der Rolle hatten, sind zu nennen der Ria sch in en bauer- Verein, der einen gutbesuchten Familieu-Ausflug nach dem „Bernhardtshauser Hof" (Klein-Linden) unternahm, der Kutscher-Verein, der mit Kind und Kegel nach der „Stadt Lich" kutschierte und die Bürgergesellscha ft, die sich ebenfalls mit Familie in „Steins Garten" niederlieb. — Das Mittclstück vom Stiftungsfest-Programm der „M.-K.", freie Vereinigung Gießener Buchdrucker, wurde bei Steinmüller in Heuchelheim m Form eines Familienfestes ausgeführt, nachdem am Samstag ein Kommers voraufgegangen, eine Nachfeier am Montag den Schluß bilden soll. Unfall. In der Nacht vom 13.—14. d. Mts. gegen 12 Uhr spielte ein hiesiger junger Mann in der Sonnenstraße mit einem geladenen Revolver, wobei sich der Schuß entlud und den jungen Mann an der Hand verletzte. • • Verhaftung. Gestern nachmittag gerieten 2 zu- • gereifte Handwerksburschen mit einem hiesigen Dienslknecht auf dem Seltersweg in Wortwechsel, der zu Thätlichkeiten führte. Einer der Handiverksburschen, der angetrunken war und die Passanten belästigte, leistete einem hinzukommenden Schutzmann keine Folge und mußte verhaftet werden. v. Klein-Linden, 15. Sept. Gestern feierte unsere Gemeinde das alljährig wiederkehrende Fest der Kleinen der sch ule. Nachmittags um 4 Uhr bewegte sich der izestzug von der Kleinkinderschule aus, unter Vorantrilt des Mein öinbener Posaunenchors, nach dem 'JJhgnon» schen Garten. Pfarrer Weber aus Lang-Gons hielt die oellrede. Außer dem Posaunenchar wurde das Fest von dem Klein-Lindener Kirchengesangverein und dem gennschten Ehor des evangelischen Arbeitervereins aus Gießen verschönert. Am Schlüße der Feier wurde die Bescheerung der kleinen Kinder vorgenommen. Jedes erhielt als Geschenk eine Bretzel, welches von den Kleinen mit vielen Dank an» genommen wurde. § Butzbach, 15. Sept. Mit dem 1. Oktober d. Js. «oird unsere berittene Gendarmerlestatwn aufgehoben und nach Alsfeld verlegt, da die berittenen Gendarmen jetzt möglichst in die Kreisstädte gelegt werden. Der Gendarmerie- Wachtmeister Held wird als Oberwachtmeister nach Friedberg und der berittene Gendarm Ebert nach Alsfeld versetzt. Beide erfreuten sich großer Achtung und Beliebtheit im diesseitigen Bezirke. Die unberittenen Nachfolger derselben sind Wachtmeister Conradi und Gendarm Dietz. § Kriftel, 15. September. Unser ältester Mitbürger, Straßenwärter I. F i n g e r I., feierte gestern feinen 8 5. Ge- burts tag in voller geistiger Frische. Kürzlich wurde ihm das allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Ter Genannte versieht noch seinen Dienst und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit in der Gemeinde. nn. Darmstadt, 15. Sept. Der erste Hessische Spengler- und Jnstallateurtag rouroe am gestrigen Sonntag unter zahlreicher Beteiligung der Kollegen aus Nah und Fern hier im „Kaisersaal" abgehalten. Besonders die Städte Gießen, Mainz, Offenbach, Worms, Bingen waren stark vertreten und auch von Württemberg, Baden und anderen deutschen Bundesstaaten waren die Vertreter der Verbände und Handwerksgenossenschasten erschienen. Ten Vorsitz führte Ew a Id-Darmstadt, der die Versammlung, insbesondere den 2. Vorsitzenden der Handwerkskammer Darmstadt, Stadtrat Rockel, begrüßte und die Sitzung mit einem Hoch aus Kaiser und Großherzog eröffnete. Vo tt e r-Stuttgart und L e on h ar d-Hernsheim überbrachten Grüße des Verbandes der Blechner und Installateure Badens und von Süddcutschland und drücken ihre Freude aus, daß auch die Hess. Kollegen sich zur Gründung eines Landesverbandes zusammenschließen wollen. Hierauf referiert Herr Rockel-Darmstadt in eingehender Weise über den gewerblichen Zusammenschluß des Handwerks, insbesondere über die Zwecke und Ziele eines Verbandes der Spengler und Installateure in Hessen und dessen Anschluß ap den Süddeutschen Verband. Redner weist auf die großen Erfylge anderer Stände, insbesondere der Landwirtschaft und des Arbeiterstandes hin, die durch engen Zusammenschluß schon Großes errangen. .Von der Versammlung wird hieraus einstimmig die Gründung eines Landesverbandes für Hessen beschlossen und zu Mitgliedern des provisorischen Vorstandes gewählt die Herren: Rockel, Becker und F. Ewald- Darmstadt, Reitmeyer und Agirus-Mainz, Grünheit-Lffen- bach, Selbst-Worms, Brikmeyer-Bingen, Faber-Gießen, Hoth- Groß-Biberau, Reiß-Beerfelden unb Frick-Friedberg. Auch der Anschluß an den Süddeutschen Verband der Blechner und Installateure wurde einstiinmig gutgeheißen. Zugleich wurde beschlossen, daß der nächste Verbaitbstag im Monat Mai 1903 in Mainz- siattfindet. Backer-Darmstadt referiert, daß im Jahre 1904 der 3. Süddeutsche Berbandstag in Darmstadt stattsinden soll. Mit dieser Veranstaltung wird eine Ausstellung gewerblicher technischer Neuheiten auf dem Gebiete des Gas- und Wasserinstallationswesens und der Klempnerei verbunden sein. Geplant ist ferner eine Ausstellung von Meister- und Gesellenstücken der Mitglieder des Süddeutschen Verbandes, wobei Staatsprämien für die besten Leistungen in Gold, Silber und Bronze verliehen werden. Hierauf giebt Direktor Parch ein fesselndes Bild über den Wert des genossenschaftlichen Zusammenschlusses des Handwerks in Hessen und die damit erreichten vortrefflichen Resultate. Auch die Errichtung einer Zentral- genossenschafts-Kasse sei bereits durch Anteilzeichnungen gesichert, sodaß dieselbe im nächsten Jahre in Thätigkeit treten werde. Rockel-Darmstadt referiert noch über das Submissionswesen in Hessen, tvobei er die kräftige Initiative der Handwerkskammer und der hessischen Regierung hervorhebt, die, Hand in Hand mit dem Handwerk liefeinschnei- dende Verbesserungen im Vergebungswesen eingesuhrt habe. Sache der Baubeamten sei es, diese Bestimmungen genau durchzuführen. Ueber den obligatorischen Befähigungsnachweis im Bau gern erbe referiert derselbe Redner. Er fordert den Nachweis für alle Gewerbe des Bauhandwerks, insbesondere für die Maurer, Zimmerer^ Steinmetze, Weißbinder unb Stukkateure, Bauschlosser und Bauschreiner, Dachdecker, Brunnenmeister, Spengler und Installateure. Tie Versammlung stimmt den Ausführungen einstimmig au. Barber-Mannheim wünscht die Errichtung einer Fachschule für Installateure in Süddeutschland, um auch diesem neuen Gewerbe die nötige Ausbildung zu gewähren. Tem Projekt soll seitens des Verbandes nähergetreten werden. Gesellschaft für soziale Reform für das Kroh- herzogtum Kesse». FC. Frankfurt, 14. September. Auf Einladung des Sekretärs des Schiedsgerichts für Arbeiterversicherung Scherf-Gießen hatten sich heute Mitglieder der Gesellschaft für soziale Reform aus dem G r o ß h e r z o g t n m Hessen im Hotel National zusam- mdngcfurtbcn. Erschienen waren u- a. Justizrat Kammer- direltor Dr. G e y g e r - Assenheim, Stadtverordneter Reis- Mainz, Landtagsabgeordneter Tr. F r e n a y - Mainz, Rechtsanwalt Tr. Fu Id -Mainz, Verwaltungsselretär Schäfer- Mainz, Redakteur Ehr en tl an -Alsfeld, und Sekretär Scherf- Gießen. Nach kurzer Begrüßung der Mitglieder durch Herrn Scherf wurde in die Tagesordnung eingetreten und zunächst über die Organisation und Konstituierung eines Zweigvereins für das Großherzogtuni Hessen verhandelt. Nachdem Herr Scherf die Aufgabe und den Zweck des zu gründenden Zweigvereins dargelegt, erklärte sich Reis-Mainz mit dem Antrag einverstanden. Dr. Frenay-Mamz will zunächst festgestellt wissen, welche Mitglieder und Vertrauensmänner in den einzelnen Städten der Gcsellschast für soziale Reform zur Verfügung stehen, und wünscht vor allem die Gründung von weiteren Ortsgruppen, ivie in Mainz. Dr. Fuld tritt für die Gründung eines Zweigvereins em, dem alle Mitglieder der Gesellschaft angehören sollen. Tie Ortsgruppe Mainz zähle bereits 50 Mitglieder und fünf Korporationen und entfalte eine anregende Thätigkeit. Minister Frhr. v- Berlepsch habe für die Wintersatson einen Vortrag versprochen, von dem sich der Verein weitere Erfolge verspreche. Nachdem Tr. Frenay noch einmal für die weitere Gründung von Ortsgruppen eingetreten, ine der Zentralstelle Berlin gegenüber selbständige Thätigkeit entfalten, befürwortet Reis-Mainz wiederholt die Gründung eines Zweigvereins für das ganze Großyerzoglum, von dem er sich dann auch einen Einfluß auf den hessischen Landtag verspricht. Auch die Agitation für bic gute Sache würde eine nachhaltigere und erfolgreiajcre fein. Er schlägt vor, einen Vorort zu bestimmen, der die weiteren Schritte zu unternehmen Ijqde. Auf Vorschlag aus der Versammlung heraus ivurbe M ainz, in Lum ocr einzige und stärkste Ortsverein existiere, als Vorort, L-crbürgerineister Tr. Gaßner daselbst alv Vorsitzender r. s Ü.Ircifir Schäfer als Schriftführer gewählr. o. rner wurde befufoifen, eine Neuwahl des Vorortes uno des Dorstitibrs umbe des Jahres 1904 vorzunehmen. Aus eine Anfrage erklärte Tr- Frenay, daß in Worms die Verhältnisse für Gründung einer Orts- grupwpe sehr ungünstig liegen, wenn man auch eine Reihe von Mitgliedern für bte Gesellschaft gewinnen könne. Tr. Fuld-Mamz hält es nicht für ausgeschlossen, daß Minister Freiherr v. Berlepsch auf Einladung auch in Tarrn stad t, Gießen und anderen Städten Hessens Vorträge hallen würde. Zu Punkt 2 der Tagesordnung: Vorträge für die Winterfaison, wird mitgeteilt, daß Reichstagsabgeordnete! Baffermann in Mainz einen Vortrag zugesagt habe. Außerdem will Reis-Mainz über das Zwangserziehungsgesetz und seine Dllingel (letztere hatte er an einigen Beispielen aus seiner Praxis der Armendeputation flargelegt), Tr. Frenay über die Wohnungsfrage und Dr- Fuld über die Beschränkung der Kinderarbeit, Scherf über Versiehe- rungsgesetzgebung, Arbeiterschutz und Wohnungsfrage, sprechen. Zur Bestreitung der Kosten für Veranstaltung von Vortragen wird vorgeschlagen, entweder den Beitrag von drei Mark zu erhöhen ober nicht ben ganzen Beitrag an bie Zentralstelle in Berlin abzuführen. Tr Frenay schlagt vor, biefen Punkt vielleicht in Köln am nächsten Sonntag noch einmal zurückzukommen, wo bie Generalversammlung ber internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz ftattfinbet, von welcher bie Gesellschaft für soziale Reform eine Unterabteilung bilbet. Die von Scherf-Gießen verfaßten und der Versammlung unterbreiteten Satzungen für den neuen Zweigverein werden dem Vorsitzenden des Vorortes Mainz als Material überwiesen. Als letzter Punkt wurde die Wohnungsfrage behandelt. Scherf-Gießen schilderte in beredten Worten die herrschende Wohnungsnot und das Elend so vieler Arbeiterwohnungen. Obwohl die gemeinnützigen und Aktien-Wohnungsgesellschaften viel gutes geschaffen hätten, seien die Baugenossenschaften mehr zu empfehlen, da sie den Arbeiter nicht fühlen lasse und nidjt das Bewußtsein aufkommen lasse, daß er eine Wohllhat empfange, insbesondere werde auch durch die Erfolge ber Baugenossenschaften in ben beteiligten Ärbeiterkreifen bas Zutrauen zur eigenen Kraft mehr gestärkt. Redner empfiehlt sodann sehr warm bie Bildung von Baugenossenschaften nach dem Muster der Building Societis, bie sich in Englanb und Amerika ausgezeichnet bewährt hätten. Diese feien eine Art Sparvereine, aus denen den Mitgliedern Vorschüsse gewährt würden in Höhe ber ein» gezahlten Beiträge und des zeitigen Wertes der noch zu leistenden Einzahlungen. Es seien also in Wahrheit keine Baugenossenschaften, sondern Real-Kreditbanken. Dr. Geyger hält es für sehr gut, wenn die Arbeiter, die in großen Städten arbeiten, auf dem Lande wohnen können, indem sie durch die Vorortbahnen und Staatsbahnen möglichst billig befördert werden. Das fei zum großen Teil schoit der Fall unb werbe als großer Segen empsunben. Ter Arbeiter bleibe bem Getriebe ber Stadt fern, bleibe feiner Familie erhallen, wohne unb lebe billiger. Tie Gründung der von Herrn Schers angeregten Genossenschaften halle er für sehr schwierig. Scherf führt noch aus, daß das zuerst erforderliche Kapital von der Regierung oder Sparkassen zur Verfügung gesteltt werden müs,e. Tr. Frenay stimmt den Ausführ- ungen des Herrn Dr. Geyger zu und meint, die Geldfrage sei eine sehr schwierige, es mü,se erst der nötige Kredit geschaffen werden. Tas Wohnungsgesetz in Hessen werde überschätzt, es sei gar nicht so bedeutend, doch sei wenigstens das Prinzip anerkannt. Um die Gründung solcher Baugenossenschaften anzu- regen, will der zu gründende Zweigverein einen diesbezüglichen Aufruf erlassen. Tas provisorische Kornllee für die Sektion Oberhessen des hessischen Zweigvereins setzt sich It. gefaßtem Beschluß zusammen wie folgt: Freiherr v. Leonhardi-Groß-Karden als Vorsitzender, Pfarrer Schlosser- Gießen ftelloertr. Vorsitzender, Sekretär Scherf-Gießen als Schriftführer. Vermischtes. • Paris, 13. Sept. Dem „Eclair" zufolge dürfte die Räumung der Insel Martinique bte Summe von 300 Mill. Frs. kosten. Die Kollnisten werben nach Guadeloupe, Guyana und Neukaledonien weiter befördert werden. Ein aus Martinique zurückgekchrter Kapitän, ber bereits GO Mal die Fahrt nach Martinique gemacht hat, bewachtet die dortige Lage für weniger Besorgnis erregend. Die pessimistischen Nachrichten würden von Amerikanern in Umlauf gesetzt, weil diese Interesse daran hätten, ben Handel mit Martinique zu monopolisieren. Fort de Frances sei nicht bedroht, ebenso auch nicht die südlichen Teile ber Insel, wo die Zuckerplantagen sich in guter Verfassung befänden. • Madrid, 14. Sept. Große Auflegung verursachte gestern abend in Malaga ein plötzlich irrsinnig gewordener Gendarm, der auf bas Publikum zu schießen begann, 7 Personen tötete und 5 schwer verwundete. Sofort abgesandte Truppen töteten den Gendarmen. * Wien, 13. Sept. Auf ber Station Nikolsburg bet Nordbahn sind am Vormittag zwei Lastzüge zusammen gestoßen, wobei mehrere Wagen zertrümmert wurden. Ein mit Zündhölzchen beladener Wagen geriet in Brand. An- geblich ist niemand verletzt. * Lemberg, 13. Sept. Nach einer Meldung der „Slowo Polski" wurden bei den gestern in Czenstochau vorgekommenen antisemitischen Exzessen 14 Juden und 1 Polizeisoldat getötet. • Petersburg, 14. Sept. ^Auf dem Markt der Stadt Czenstochau wurde infolge Streites mit einem Krämer eine Bauersfrau von einem Juden überfallen unb erhielt einen Hieb auf den Kops. Alsbald verbreitete sich das Gerücht, eine Christin sei erschlagen worden. Erne Anzahl Arbeiter griff bie Läden an, warf die Waren hinaus und schlug die Scheiben ein. Zur Wiederherstellung der Ordnung wurde eine Militärabteilung herbeigerufen, bie, nachbem eine dreimalige Mahnung erfolglos war und gegen die Abteilung Steine geschleudert wurden, feuerte. Zwei Personen wurden tätlich getroffen und fünf schwer verwundet. * Petersburg, 13. Sept. Infolge von wiederholten Zeitungsmeldungen über Unordnungen bei Bau ber Baikalringbahn sah, wie aus zuverlässiger Quelle jetzt verlautet, ber Chef dieser Bahn sich genötigt, eine Untersuchung einzuleiten, bie die Richtigkeit ber Blättermeldungen bestätigte. Wie beim Bau der großen sibirischen Bahn, so sind auch beim Bau der äußerst kostspieligen Baikalbahn große Unterschleife begangen worden. Zunächst wurde be- jchlossen, ben Jngemer sofort zu entlassen, besten Schuld er- Lektion Oberhesfen i. geiahtem Beschluß mhaidpGwß-Krben :r-Gießen slellvertr. als SchnftMrer Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers. Mainz, 15. Sept. Der Lokomotivführer Dietz kam beim Abspringen von der Maschine unter deren Räder und wurde schwer verletzt. Im Hospital mußten ihm beide Beine amputiert werden. Dietz führte bei der letzten Anwesenheit des Kaisers hier die Maschine deskais erlich en Sonderzuges. Hanau, 15. Sept. In der Nähe der Station Mainkur ging gestern das Pferd eines Wagens durch, in dem sich ein junger Landwirt und dessen Braut befanden. Das Pferd raste gegen die geschlossene Eisenbahnbarriere und durchbrach dieselbe. Im selben Augenblicke kam ein Schnellzug an und erfaßte den Wagen. Das Pferd wurde sofort getötet, die Insassen des Wagens kamen mit dem Schrecken davon. Berlin, 15. Sept. Die liberale Fraktion der Charlottenburger Stadtverordneten hat beim dortigen Magistrat beantragt, bei den zuständigen Reichsbehörden wegen Oeffnung der Grenze für fremdes Vieh vorstellig zu werden. Einen gleichen Antrag stellte die Bremer Bürgerschaft. Berlin, 15. Sept. Tie Ankunft der Buren- Generale Botha, Tewet 'und Delarey soll in der nächsten Woche erfolgen. In dem Hotel Prinz Albrecht, in dem die wiesen ist. Weitere Maßregelungen von Jngenieren dürsten bevorstehen. * Konstantinopel, 14. Sept. In HodeiSda ist die Cholera ausgebrochen, lieber die dortigen Provenienzen wurde eine zehntägige Quarantäne verhängt. * New -Port, 14. Sept. Große Waldbrände wüten in den Staaten Washington und Oregon. Die Stadt Elexa wurde zerstört. Der Himmel ist meilenweit von den Rauchwolken verfinstert. Die Schiffe können die Rhede von Seattle nicht verlassen. — Der Brand der Oelfelder in Texas konnte lokalisiert werden. * Madras, 14. Sept. Ein Eisenbahnunglück, wobei ein Zug mit der englischen Post mit einer durch Hochwasser beschädigten Brücke in den Fluß stürzte, ereignete sich bei Mangapatnan am 12. d. 9)L, früh 3 Uhr. 25 Personen wurden gerettet, darunter alle Passagiere 1. Klasse. Bisher sind 5 0 Leichen gefunden, darunter 8 Europäer. Mehrere Schwerverwundete wurden ins Hospital gebracht. Ein Teil der Post ist noch nicht geborgen. • Dr. Otto Heinrich Böckler, der frühere Redakteur der „Staatsbürgerztg.", wurde in Wien auf Verlangen des Berliner Landgerichts verhaftet; er wird nach Berlin cuis- geliefert. Dr. Böckler, der seit einem halben Jahr in Wien lebt, wurde Ende August d. I. infolge der Klage des Berliner Redakteurs Hildesheimer gegen den Verleger der „Staats- bürgerztg.", Bruhn, wegen eines Artikels über die Komtzer Mordaffaire vom Wiener Bezirksgericht Josefstadt als Zeiige vernommen. Böckler erklärte danials, sich des Artikels nicht mehr entsinnen zu können. Ursprünglich war Hildesheimers Klage auch gegen Dr. Böckler gerichtet. — Von anderer Seite wird aus Wien telegraphiert, daß gegen Böckler ein rechtskräftiges Urteil des Landgerichts zu Berlin vorliegt, nach dem Böckler zu einer scchsmonatlichen Gefängnisstrafe verurteilt ist. Außerdem liegen gegen ihn noch vier Haftbefehle vor wegen öffentlicher Beleidigung durch die Presse bezw. wegen Aufreizung gegen eine Religionsgenossenschaft. * Wegen seiner Errettung bei dem Bomben- attentat in Selzthal hat der Großindustrielle Max v. Gutmann 300000 Kronen für wohlthätige Zwecke gespendet, darunter bestndet sich auch eine Stiftung für Witwen und Waisen von Forstleuten. Bekanntlich wurde der Begleiter Gutmanns, Oberförster Sobotka, von der Bombe getötet. , Dlleskastcn der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) 91. 91. Freundlichen Tank für Uebersenduiig des Zeitungsblattes! Es dürfte nicht ohne Belang fein, daß jene von uns wiedergegebene kurze Bemerkung der „Vosj. Ztg." die einzige, eine Meinung äußernde Preßstirnme zu dein Aufsätze des Herrii Professors Dr. Biermer war, die uns vorlag. Getreu unserer unparteiischen Haltung glaubten wir sie ruieöergeben zu sollen in der Erwartung, daß sich daran eine wertere Preßerörterung knüpfen würde, die indeß, soweit wir die Presse verfolgt haben, ausgeblieben zu sein scheint. Die Tonart des Herrn Professors Dr. Biermer und ein von ihm gewählter Vergleich lassen uns vermuten, daß er eine leider vorgekommene Miphelligkert, die wir als längst beseitigt glaubten anjehen zu dürfen, nachlrägt. Wir hallen es für angenresjen, aus das Persöirliches berührende Gebiet ihm nicht zu folgen, und wollen zur Sache noch folgendes bemerken: Wir waren und sind der Auffassung, daß die Zeuungs- notizen. die Herrn Prof." Bieriner Veranlafiung zu seinem Aufsage über z,bie Handwerkerinnungen als Kartelle" gegeben haben, unvollständig und ungenau sind. Die Berichterstatter machen wohl kaum einen Unterschied zwischeii einem „Jnnungsbeschluß" und einem Beschluß der Jnnungsrneister, ein Unterschied, der dem größeren Teile des Publikums und vielleicht auch manchem Bericht- erstaller nicht ohne weiteres verständlich ist, und für den praktischen Wert der Notiz, daß die Metzger Preisaufschlag beschließen, and) nur sehr untergeordnete Bedeutung hat. Es handelte fid) also wohl um ungenaue Referate über durchaus gesetzliche und erlaubte Beschlüsse der EJnnungsmeister". Daß sich nach der Gewerbeordlruiig die Innungen von Preisfestsetzungen sernzuhalten haben, ist übrigens den hiesigen Innungen schon lange bekannt und von ihnen auch streng beobadjtet worden. Schon vor Jahren sind die Meister einer hiesigen Zwangsinnung zum Zwecke der Regulierung der Preise zusainmengetreten und haben ihre diesbezüglichen Beschlüsse und Verhandlungen sehr scharf geschieden. Der Schluß von den Gießener Innungen auf die Innungen anderer Städte liegt aber sehr nahe und so setzen wir zu Gunsten anderer Städte voraus, daß sie sich in der Frage der ErhöhtNig der Fleischpreise von Gesetzesverletzungen ebensowohl serngehalten haben, wie die gleick)en Körperschaften in Gießen. Liegt aber eine Gesetzesverletzung oder Konrpetenzüberfchreitung auf Seiten der Innungen nicht vor, so braucht man auch nicht die Aufsichtsbehörden gegen sie in's Feld zu rufen, zumal es uns ausgeschlossen scheint, daß diese ihrer Pflicht in Bezug auf Kontrollierung der Jnnungsbeschlüsse nicht genügt oder ihr Aufsichtsrecht ver- nackjläfsigt hätten. Herrn Prof. Dr. W. W. in Fr. Was Sie uns in Ihrem Briefchen sagen, stimmt mit unserer Auffassung durchaus überein. Wir ivissen leider nur zu gut, daß, um einen Ausdruck Leo Bergs in Hardens neuester „Zukunft" zu ivählen, derartige von „Höhen- wahn" strotzende oberflächliche Hyperpalriotismen iveder geschmack- noch charaktervoll sind. Für Ihre freundlichen Worte und Ihr andauerndes Interesse am „Gieß. Anz." besten Dank 1 Persönliche Aussprache bei Ihrer jüngsten Anwesenheit in Gießen wäre uns besoiiders angenehm gewesen. Indes war unser leitender Redakteur vom 6. bis 14. d. Alts, verreist. -Mrte WnjXHat), »innen k? Ne Million )t den a n ^"raq in ftöin feÄ 7e ab Material üder- Auungssrage be< in. beredten Worte» so vieler gemeinnützigen und geschaffen Mhr zu W und nicht das «ne Wohlthat em- d-e Erfolge der Arbeüertrchen das liärkt. Redner em* ] von Bau^enossen- 3 -oäetis, die sich net bewährt hätten, us denen den Mitin höhe der ein. Wertes der noch zu so in Wahrheit fein' :eliitbflnten. t, wenn die Arbck, dem Lande woben Hahnen und Swls- irden. Tas sei zum De als großer regen i Getriebe der ötadt n, wohne und bebe m Ähers wgerrgten lieiig. zuerst erforderliche kassen zur Mfitgung iimnti den Lnssühr- meint, bie Geldfrage >er nötige Kredn ge- t hesien werde überdach sei Migstens WMfchaften •ein einen dieÄeM- it- infolge bitjte & ,e die Summe m werden nach a befördert Kapitän, ba * wacht h°>, :gni§ ertegenb. » Am--ik-n-tn in “" hätten, ben £«* A Stmceblei* ,tileb« Jnlch * K- Ü** * 5«(HuSe’ Jben. ®" fffwi. * <*ts£ flff« 3ubtn bem^rf iii -»'" und <*“ jetf« das .etbr-1““ g, O,°h j.tben- j „s unb e Xc*"9 ^t(lelnn9 ibem einl fett, die, StteiM per °'"°^edeth°l“' ssig-t Ml* Zchntb “ £ * w Universilüls Nachrichten. — Der „Reichsanz." widmet dem Professor Summier einen Nachruf, in dem es heißt, daß mit {einem Hinscheiden die deutsche Geschichtsforschung einen schweren Verlust erlitten habe. Als Leiter der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae historica wußte er die Gesamtausgabe der Quellen der deutschen Geschichte des Mittelalters durch eigene Forschung und leitend und anregend im Verkehr mit seinen Mitarbeitern in fruchtbarer Weife zu fordern. Auch auf den verwandten Gebieten der Geschichls- künde betätigte er tiefes Wissen und seine imgewöhnliche Arbeitskraft im Dienste verschiedener gelehrter Körpersd)asten betätigt, und eine umfassende litterarische Produktion bezelck)net den Erfolg seiner Studien. Handel und Umkehr. Volkswirtschaft. 41/, PCt. Obligationen der Teutsch-Luxemburgtschcu Vergwerks» und Hütteu-Aktien-Gesellschaft. Die Darmstädter Dank legt nunmehr 5 650 000 Alk. 41/, prozentige zu 102 rückzahl- | bire Obligationen dieser Gesellschaft zum Preise von 99 pCt. plus Stückzinsen ab 1. Juli a. c. zur öffentlichen Zeichnung auf. Wie «ls dem Prospekt ersichtlich, sind dieselben aus das bei Bochum gelegene Bergwerkseigentum, nämlich die Zechen Tannenbaum, Prinz-Regent und Eulenbaum hypolhekarisck) eingetragen. Für die : SMriebigung der auf das Bergiverk Taiinenbaum voreingetragenen auch 802 000 Alk. (aus ursprünglich 1500 000 Mk.) unb bie auf i Bergwerk Prinzregent noch aushaflenden 1225 000 Alk. (aus ursprünglich 1 500 000 Alk.- 4 pCt. Obligationen ist burd) Reseroier- ung eines entsprechenben Betrages 4',,prozenliger Obligationen Vorsorge getroffen. Die Zeche Eulenbanm war bisher unbelastet. Lex Erwerbswert der den 4' »prozentigen Obligationen verpfändeten Zechen betrug 16 383 538,15 Alk. Dieselben stehen nad) den .bei der Errichtung der neuen Gesellschaft vorgenommeneil außer- oiDentlidjen Abschreibungen nod) mit 12 573 425,23 Alk. zu Buch. !$x;e Beteiligung der Gejellsd)aft bei dem Kohlenjyndikat beträgt ' gegenwärtig 847 000 Tonnen und wird fid) vorn 1. Oktober er. ei iva auf 907 000 stellen; die Beteiligung beim Koksjyndikal beträgt 33)000 Tonnen. Für die Einnahmen sind selbstredend die in der I Zeit der Hochkonjunktur erzielten Ueberschüsse nicht maßgebend. Dagegen war in der Zeit vom 8. Mai 1901 bis 30. Juni 1902 (letzte Abrechnungsperiode) das Netto-Ergebnis ohne Berücksichtigung der Steuern etwa 1520 000 Mk. oder etwa 110 000 Mk. pro Monat. Ter Betriebsüberschuß pro Jul 1902 betrug 105 000 Mk., derjenige pro August etwa 100 000 Alk., was einem Jahresergebnis von etwa 1 200 OÖO Mk. entspricht. Tie Zinsen aus die fämtüdjen vorangesührten Obligationen erfordern etwa 850 000 Alk. Tas Aktienkapital besteht aus 17 100 000 Mk. Vorzugsaktien und 7 095000 Mark Stammaktien, außerdem besteht nod) eine bprozentige Lbli- gationen-Anleihe, roeldje jedoch nur auf das in Luxemburg belegene Hülteneigentum der Gesellschaft fundiert ist. Märkte. fo. Frankfurt a. M., 15. Sept. (Telegr. Oria.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche 9lotierungen der heutigen Viehmarkt- preise, yum Verkaufe standen: 482 Cd)jen, 172 aus Oesterreich, 48 Bullen, 3 aus Oesterreich, 833 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 235 Kälber, 283 Sdjase und Hämmel, 1024 Schweine. 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1.Qualität 69—71 Alk., 2. Qual. 65—67 Alk., 8. Qual. 60—63 Alk.; Bullen 1. Qual. 60 bis 62 Alk., 2. Qual. 55—58 Alk.; Kühe 1. Qual. 65—66 Alk., 2. Qual. 59—61 Alk., 3. Qual. 52—54 Alk, 4. Qual. 43—45 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Kälber: 1. Quatität80—82Pkg., Lebendgewicht 50-00 Pf., 2' Qual. 75—76 Psg., Lebendgewicht 45—47 Psg., Schlachtgewicht 62—65 Psg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 64—66 Pfg., 2. Qual. 60—62 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 69—00Psg., Lebendgewicht 54 Psg., 2. Qual. 68-00 Pfg.,Lebendgewid)t 53—54 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut. Alles verkauft. tc. Frankfurt a. 911., 15. Sept. (Ong.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmark tpre if e. Weizen Alk. 15.50—15.75, Kurhessischer Ack. 15.75—16.00, La Plata All. 16.75—17.75, Kansas Alk. 16.75—17.75, Roggen (hiesiger) Mark 13.75—14.25, Gerste (Wetterauer) Alk. 15.50—16.00, Franlen- setder Alk. 15,75—16,25, Hafer Ack. 14.50—15.00, Mais Alk. 12.75—00.00, Weizenmehl 0 Alk. 25.25—25.75, 2. Qualität Alk. 23.25 bis Ack. 23.75, 3. Qualität Ack. 21.50—21.75, Roggenmehl 0 Alk. 23.00—23.50, 1. Qualität Alk. 21.25—22.00, Weizenkleie Alk. 8.75 bis Alk. 0.00, Noggeulleie Alk. 9.50—10.00, Ölaisfeime Alk. 10.00 bis Ack. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Ack. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Gerichtssaal. Gießen. 18. Sept. Ferien st rafkammer vom 12. Sept. 1902. Den Vorsitz führte Gr. Landgerichtsdirektor Dr. Güiigerich, als Beamter der Staatsanwaltschaft war Gr. Staatsanwalt Neuß aegemeärtig. Der Knecht Konrad Graulich von Gießen war durch Urteil des Schöffengerichts Gießen L Js. wegen Tierquälerei zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt, weil er unschuldig sei; aber auch die taatsanwaltfchau hatte das erstinstanzliche Urteil angefochten, weil sie der Ansicht ivar, daß die Strafe zu niedrig fei. In der heutigen Hauptver- Handlung wurde folgendes festgestellt: Der Angeklagte fuhr aus der Ehaussee nad) Lollar einen mit 25—26 Zentnern beladenen Wagen mit zwei Pferden. Wie darauf eines der Pferde von dem Straßen- roärter Seipp von Lollar am Zügel gefaßt wurde, weil er auf Dem Bankett fuhr, hob er die Peitsche und fuhr ihn an: „Wenn Du das Pferd nicht losläßt, sollst Du einmal sehen" Alsdann peitschte der Angeklagte die Pferde 6-8 Mal, sodaß sie mit dem schwer beladenen Wagen die ansteigende Chaussee etiva 300 Aleler davongaloppierten. Hieran mußte jeder fühlende Alensch Anstoß nehmen. Der Straßenwart war durch diese Quälerei gleichfalls aufgebracht. Tas Gericht mußte deshalb den Angeklagten verurteilen und erkannte deshalb auf eine Geldstrafe von 10 Alk. — Bernhard Baumann, z. Z. in Londorf und Bernhard Eidmann in Groß-Umstadt hatten gegen das Urteil des Gr. Amtsgerichts iDrtenberg vom 31. Juli 1902 Berufung eingelegt, weil dieses Urteil ijroar für fie anf Freisprechung vom Feldfrevel lautete, sie •ober mit den notwendigen Auslagen belastete. Aber aud) die »Straffammer verurteilte unter Verwerfung der Berufung die An- •ieflagten zur Kostentragung, da die Angeklagten keineswegs einen Äeweis ihrer Schuldlosigkeit in fraglichem Falle erbracht, sondern •(ine Reihe Zeugen gegen sie ausgesagt hätten und die Zuziehung «ines Verteidigers bei der Einfachheit des in Betracht kommenden Kalles, wo es sich nur um That und nicht um Rechts- firagen handelte, nicht geboten war. — In der Strafsache gegen Wilhelm Maar II von Homberg an der Ohm war Sie Berufung vor dem Termin zurückgenommen worden. — Km Termin selbst nahm Johannes Wolf 1V von Büdingen die Be- wufung, welche er gegen das Urteil des Gr. Feldgerichts Büdingen ocom 30. Juli 1902 eingelegt hatte, zurück. (Schluß folgt) Leipzig, 14. Sept In dem Landesverrats-Prozeß Qetfer aus Wolfenbüttel lautet die Anklage auf Verrat militärischer Geheimnisse, speziell Weitergabe von Plänen der Festung Metz und der umliegenden Forts „an eine Nachbarmacht". Die Anfangs Eftober stattsindende Verhandlung, zu roeld)er das preußische Llriegsministerium und der Große Generalslab Vertreter entsenden, ul dem 2. und 3. Strafsenat des Reichsgerichts zugeiviesen worden. Kandwirtschast. Johannesburg, 14. Sept. Reuter-Meldung. Unter den Pferden und dem Rindvieh ist die ölotzkrankheit ausgebrodjen und hat einen sehr heftigen Grad angenommen. Der ftädlische Thierarzt ist der Ansicht, daß drei Jahre noihivendig sind, um die Krankheit in Transvaal auszurotten. Er furdjtßt, die Krankheit habe sich im Lande eingenistet und werde die Farmer im Anbau des Landes behindern. Ankömmlinge nbsteigen werden, veranstalten der alldentschs Verband uni) der Bnrenhilfsbnnd ein Festdiner zu Ehren der Generale. Ter Burenhilfsbund beabsichtigt außerdem, den drei Buren-Generalen aus den ihm noch zur Verfügung stehenden Mitteln eine Ehrengabe von 200 000 ML zu überreichen. Düsseldorf, 15.- Sept. Eine stark besuchte Versammlung des Bundes der Landwirte beschloß nach Refv» raten der Wgg. v. Wangenheim und Dr. Oertel unter Zustimmung von Abgesandten aus Hessen und Nassau die entschiedene Ablehnung des Zoll-KoMpromisseS der Zolltarif-Kommission. Es wurde eine Verschmelzung des Bundes und der christlichen Bauernvereine befürwortet. Ter Sekretär des rheinischen Bauern-Vereins sprach sich dagegen aus. Aladrid, 15. Sept. In Fitero brachen wegen örtlicher Angelegenheiten Ruhestörungen aus. Mehrere Personen wurden verwundet. Malaga, 15. Sept. In einem Anfalle geistiger Störung erschoß gestern ein Gendarm sieben Personen und verwundete mehrere. Von anderen Gendarmen wurde der Rasende niedergeschossen. Rom, 15. Sept. Die Untersuchung in Sachen der Ermordung des Grafen Bonmartini gestaltet sich immer dramatischer. Gestern wurde die Gattin deS Ermordeten in der Villa ihres Vaters, des Professors Murri, verhaftet und trotz angeblicher Krankheit in das Gefängnis abgeführt. Die Anklage lautet dahm, daß sie der Geliebten ihres Bruders die Schlüssel ihrer Wohnung übergeben und Mitwisserin, wenn nicht Anstifterin der Ermordung ihres Gatten sei. Wien, 15. Sept. Trotz aller Berliner Dementi wird in hiesigen wohl unterrichteten Kreisen an der Version fest- gehalten, daß der Rücktritt des deutschen Botschafters Fürsten Eulenburg unmittelbar bevorsteht und daß zu dessen Nachfolger Fürst Lichnowski ausersehen sei. Bozen, 15. Sept. Bei einer von einer größeren Gesellschaft unternommenen Bergpartie auf den Eisenstein stürzte der Italiener Chiochetti aus Moena in eine 400 Meter tiefe Schlucht und war auf der Stelle tot. Budapest, 15. .Sept. In Velfo Viso richtete ein starker Orkan großen Schaden an. Die Dächer von 26 Wohnhäusern und 18 Stallgebäuden wurden abgerissen, zahlreiches Vieh getötet. Älew-Pork, 15. Sept. Hier herrscht eine außerordentlich starke Kälte. In verschiedenen Orten wurde mehrere Grad Kälte verzeichnet, in anderen fiel Schnee. Die Kälte erstreckt sich bis nach dem nördlichen Texas und macht eine baldige Beendigung des Bergarbeiter-Ausstandes notwendig, da die Kohlenpreise fortwährend steigen. In vielen Ortschaften ist es unmöglich, Kohlen zu erhalten. Telephonischer Kursbericht« Fran ki art 3>/2°/0 Roichsanleihe . . 102.30 3/o do. ... 92.75 d1/,0/ Konsols .... 102.20 d0/u do ..... 92.40 3‘/g0/1 Hessen .... 100.30 3% Oberhessen . . . 99.70 45L Oeeterr. Goldrente . . 103.50 4'/a% Oeeterr. bilberrente 101.45 456 Ungar, üoldrente . . 101.80 4U/ Italien. Rente . . . 103.40 4',56 Portugiesin . . . 50.00 °/ Portugiesen.....30.90 156 C. Türken .... —.— Türkenluee..... 123.00 4°/o Uriech. Monopol -Anl. 44.50 4'i,% äussere Argentiner —.— a. m., 15. September 1902. 3u/o Mexikaner , . , , 26.70 41/» /o Chinesen .... 92.75 Electric, tio: uckert ... 90.00 Nordd. Lloyd . . . , —< Kreditaktien .... 217.90 Diskonto-Kommandii. , . 188.80 Darmstädter Bank . . . 188.80 Dresdener Bank .... 145.00 Berliner Handelsges. . . 158.40 Oeeterr. Staatabahn . . . 153.80 Lombarden . . « , . 21.50 Gotthard bahn ..... 177.60 Laurahütte ...... 201.00 Bochum . ...... 183.50 Harpener......167.30 Tendenz: fest. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heute eingetragen und zwar 1. in Abt. A: Die Firmen „Apparate-Fabrik Gießen R. Welkoborsky" und „Theodor Wehner" zu Gießen sind erloschen; 2. in Abt. B: Bezüglich der Firma „Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Gießen: Die durch Generalversammlung vom 21. April 1902 beschlossene Erhöhung des Grundkapitals um weitere höchstens 16667000 Mk. ist um weitere 2000000 Mk. erfolgt. Das Grundkapital beträgt 132000000 Mk. Die Erhöhung erfolgt durch Ausgabe von Inhaber-Aktien zum Betrage von je 1000 Mk. Bezüglich der Firma „Apparate-Fabrik Gießen, G. m. b. H. zu Gießen: Der Sitz der Gesellschaft ist nach Frankfurt a. At. verlegt. Gießen, am 12. September 1902. 6372, Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Rohroerlegungsarbeiten erfolgt am Dienstag dem 16. d. M., vormittags von 5 bis 10 Uhr, die Absperrung der Wasserleitungen in der Nord- anlage vom Wallthor bis zur Wetzsteinstraße, und in der Wallthorstraße vom Wallthor bis zum Asterweg, was wir den betr. Anwohnern genannter Straßen hierdurch zur Kenntnis bringen. Gießen, den 14. September 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk. 2). 93.: Frahm. 6374 Eine erste deutsche Kakao-, Chokolade- und Constturensabrik sucht für Gieße« und Umgegend einen wirklich tüchtigen, bei der einschlägigen Kundjchast jestens chMn Verlreier. Offerten mit Referenzen-Aufgabe erbeten unter D. JL. 838 an Rudolf Moste, Dresden. 6376 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 6385 Dieben, 15. September 1902. Danksagung. ftür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Urgroßmutter und Xante Frm Johmettk iloll Um. geb. Schürz sowie für die Blumenspenden und fürsorgliche Pflege der barmherzigen Schwestern sagt herzlichen Tank Im Namen der Hinterbliebenen: Willi. Noll, LokmtWrer. Feinste Schwedische Preiselbeeren eingetroffen. 6391 J. M. Schulhof, fioloniilw. n. Kousttvcn. Laubhütten-Festball - Subskriptions-Einladung • auf Xobbb. Mk. 5650000.- 4% °o auf den Kohlenbergwerks-Besitz der Gesellschaft hypothekarisch sichergestellte zu 102% rückzahlbare Obligationen der UMMWiM Bergwerks- u. MMiiBIM Unter Bezugnahme auf den in der No. 432 der Berliner Börsen-Zeitung und des Berliner Börsen-Courier vom 15. d. Mb. ver- öffentlichten ausführlichen bei jeder der unten anfgeführten Stellen erhältlichen Prospekt legen wir hiermit Nom. Frfk. 5650000.— 4 i/2 o/o auf den Kohlenbergwerks-Besitz der Gesellschaft hypothekarisch sichergestellte zn 102 °/0 rückzahlbare Obligationen der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-Aktien-Geseiischaft zur öffentlichen Subskription unter den nachstehenden Bedingungen auf: und Theater unter Mitwirkung der Marburger Fägermufit am 23. Oktober L I., von 4 Uhr nachmittags au in den neuen Lokalitäten 6394 Zur Burg Nordeck in Mdeck wozu freundlichst einladet Das Komitee. 08982] Morgen TtcuStag trifft a. d. Brandplatz eine frische Sendg. Ein nr ach gurken Uetzte Sendung) zu billigen Preisen ein bei Frau Ferber. . 03985] Schneider bess. Kleider aus: fertigt auch Neues an. ________ Neuenweg 1V, II. Russischen Knöterich empfiehlt 6386 Adler-Drogerie, Seltersweg 59. Otto Schaaf. Mk., 80 Liter Rotwein zu 12.— Mk. gegen Nachnahme, Faß leihweise und franko zu- rüd. F. 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Heck), bei der Mecklenburgischen Depositenkasse der Bank für Handel und Industrie; „ . .. in Halle a. S. bei dem Bankhauee Hermann Arnold & Co., Bank-Commandit-Uesellschaft; in Hannover bei der Bank für Handel und Industrie, Filiale Hannover; in Heilbronn bei dem Baukhause itümelin & Co.; in Leipzig bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Leipzig. in Mainz bei dem Bankhause Schmitz, Heidelberger & Co.; in Mannheim bei dem Bankhauee Wlngenroth, Soherr & Co.; in Neustadt a./H. bei dem Bankhauee Edaard Loeb & Co.; in Offenbach bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Offenbach a. 11.$ in Matibor bei der Commandite der Breslauer Disconto-Bank: m Stettin bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Stettin; in Strassburg bei der Bank für Handel und Industrie, Filiale Strassburg 1. Kis.; in Stuttgart bei der Württembergischen Bankanstalt vormals Pflaum A Cie.; ferner bei der Internationalen Bank in Luxemburg, Luxemburg, sowie bei deren Filialen in Metz und St. Johann a. S. während der bei jeder 8teUe ^blichen Geschäftsstunden statt. 2 Der Zeichnungspreis beträgt für Deutschland und Luxemburg 99% zuzüglich 41/, •/, Stückiinson vob * 1. Juli d. J ab bi» zum Tage der Abnahme. Die Abnahme der Stücke bat bis zum 80. September zu geschehen. 8. Die Zuteilung auf die gezeichneten Stücke wird nach Schluss der Subskription sobald wie möglich vfolgea. Der Modul der Repartition bleibt dem Ermessen der einzelnen Zeichnungsstellen überlassen. 4. Auf Verlangen der einzelnen Subskriptionestellen ist bei der Zeichnung eine Kaution in Höhe von 10°/. dee gezeichneten Betrages zu hinterlegen. 6. Der Stempel der deutschen Schlussnote geht zu Lasten der Zeichner. Die zugeteilten Stücke sind mit dem deutschen Reichsstempel versehen. Berlin, den 15. September 1902. fBaeik für“ Handel und Industrie, 6869] Freundl. möbl. Zimmer mit separatem Eingang zu verm. Lass Krämer, 2. Stock l. WchNe -Lsenw-g T* 6887] Möbl. Zimmer zu vermieten. ___Löwengasse 6, pari. _ 08989] Möbliertes Zimmer zu vermieten. Schulstraße 9. 03981] Möbl. Zimmer zu vet> mieten._______Kirchenplatz 6. 03979] Sch. möbl. Zimmer 1. Okt. zu vermieten. Diezstraße 10, I. 4298] Fein möbl. Wohn- u. Schlasz. sos. zu v. Ludwigstr. 30, pari. llDöbl. Zimmer zu vermieten. JJV 03968 Bahuhosstr. 26, II. l^chön möbl. Zimmer zu verm. 03948 Seltersweg 57, III. 6165] Möbliertes Zimmer zu verm. Steinftratze 45. Möbl. Wohn- nnb Was- litnttlff 'n schönster, ruh. Lage jllUUllt zum 1. Oktober zu vermieten. Hesseüstratze 2. Wietgeluche 6377] Kaufmann sucht per 1. Oktober in der Nähe des Bahn Hofs gut möbliertes Wohn- und Schlafzimmer. Offerten mit Preisangabe nach Bahnhofftraße^66, II erbeten. Einzelne Dame sucht geräumige einfach möblierte Wohnung, absolut ruhig und freundlich gelegen. 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Auskunft gegen 8vPf. 03980] Portemonnaie mit Inhalt gefunden. Abzuholen ___________flaplanögafse 12. aifgcninnntel zuholen Tiesenweg 9. 03988 03988] Unserem lieben Freunde Gustav Ziegler zu seinem 25. Wiegenieste ein SrcW öomicrnbes Hoch daß es auf der Eigaffe schallt und ui der Bachgaffe iviüerhallt. Wlcseck. Mehrere Areunde. Das programmmäßig festgesetzte Zlbturnen wird Umstände halber am 5. Oktober d. I. abgchalten. 6397 Der Vorstand.